Ausgabe 
(9.4.1945) 82
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Parieiamtliche Tageszeitung

Da* Amtsblatt das Bogiarsndan B&rgarmaiatara dar Fraian Hm—«4rd4 Bramen

der NaHoncdsozialislen Bremens

Amtticbaa VericOndunaablatt das Baicha Statthalters in Oldenburg aod Bmam

Nummer 82 15. Jahrgang

Montag, 9. April 1945

Einzelpreis 15 Rpf.

Geplatzte Illusionen

b Wenn die Anglo-Amerikaner geglaubt laben, .einen billigen Spaziergang durch rjeutschland machen zu können, dann haben sie sich außerordentlich geirrt! Sie haben einen Überraschungserfolg gehabt und nie­mand leugnet bei uns, daß dadurch für uns eine sehr schwere Lage eingetreten ist. Aber ,iles, was seitdem geschehen ist, beweist er­neut, wie rasch die deutsche Kriegführung auf derartige Krisen zu reagieren pflegt und ne schnell, es ihr immer wieder gelingt, Schwierigkeiten zu meistern, vor denen man früher die Segel zu streichen gewohnt war. jian hat das inzwischen auch drüben ge­merkt und die Meldungen, die wir an an­drer Stelle wiedergeben, beweisen zur Ge­nüge, daß wieder einmal viele und, ach, so sern gehegte Blütenträume zu zerschellen beginnen. Die englische wie die ameri­kanische Öffentlichkeit ist jedenfalls jäh aus irren Illusionen gerissen worden und die folge ist wieder einer jener Stimmungsum- rhwünge, die wir schon so oft drüben haben aiterleben können. Die übereilten Prognosen iber einen angeblich bevorstehenden deut­schen Zusammenbruch sind jetzt vorbei, statt dessen ergeht man sich wieder in ern­sten Betrachtungen, die in der Tat auch jede Begründung haben.

Als den größten Fehler unserer Feinde Kird man einmal nach dem Kriege die Tat- jache feststellen, daß sie das deutsche Volk (erkannt und unterschätzt haben. Denn am Anfang dieses von ihnen angezettelten Kiie- stand die irrsinnige Hoffnung auf einen Inneren deutschen Zusammenbruch, den Chamberlain bereits für den November 1939 erwartete. Inzwischen haben die Er- dgnisse gelehrt, daß die feindlichen Erwar- t®. nngen in dieser Richtung verhängnisvoll raren und es auch weiter sein werden, lisenhower selbst hat uns Jetzt verraten, laß er nicht mehr an eine deutsche Kapi- lulation glaubt und bezeichnenderweise ein­gestanden, daß sie allein unseren Feinden den Sieg bringen könnte, daß also Deutsch­land militärisch zwar hier und dort zurtick- mdrängen, aber niemals endgültig zu schla­fen ist. Die Feindrechnung mit einer deut­schen Kapitulation geht also nicht auf.

Im Gegenteil: der Militärkritiker des Daily Sketch“, Brigadegeneral Smitli, nuß uns Deutschen seine ehrliche Bewunde- ung zollen. Er schreibt, man müsse zugeben, laß Adolf Hitler dem deutschen Volk ile Führung gegeben habe, die es im Sieg wie inch bei Rückschlägen benötigte. Trotz ern­ster Prüfungen kämpfe das deutsche Volk sit äußerster Einigkeit, Zähigkeit und Tapferkeit. Seine Aufraffung in der kriti- 73en Stunde des vergangenen September lire ohne entschlossene Führung ganz un- aöglich gewesen. Als der Volkssturm gebildet rurde, hätten manche Leute in England, die ler irrigen Ansicht waren, daß die Deutschen egen Hitler eingestellt seien, vorausgesagt,

" Hitler nun gestürzt werde. Nichts dieser trt sei erfolgt. Die einzige gegen ihn gerich- ite Verschwörung, die vom Juli 1944, sei eilig fehlgeschlagen, da die deutsche Wehr­sacht dem Führer unbedingt treu blieb, md Hitler selbst sei damals nach einer Ver­bindung, die die meisten Männer für Wö­sten aufs Krankenbett geworfen hätte, noch m gleichen Abend vor das Mikrophon ge­lten, um zu seinem Volk zu .sprechen, leibst in der gegenwärtigen Stunde der Rück­schläge kämpfe der deutsche Soldat oft in ist aussichtsloser Lage unerschüttert weiter. Ss würde sehr unfair sein, den Deutschen äs Kämpfer herabsetzen zu wollen. Soweit fflith.

Und daß die Deutschen so verbissen kämp- macht einerseits der furchtbare Haß, er durch den brutalen Terror ihrer Feinde t ihren Herzen entfacht worden ist, macht Her auch das klare weltanschauliche Bild, lasen sich jeder Deutsche in diesem weit­sten Ringen bewußt ist. Wir wissen, daß s nicht nur um Deutschland allein, sondern ■» ganz Europa und die Menschheit über- '■»upt geht, und deshalb kämpfen wir so fa­ktisch und kompromißlos.

Ein spanischer Frontkorrespondent auf der Kte der Allnerten berichtet jetzt, das Ende Krieges sei nicht eine Frage von Tagen, « es gewisse Leute in England und in den 'SA meinten. Der deutsche Widerstand sei Srgiseh, und sehr viele Militärfachleute im tierten Hauptquartier seien überzeugt, daß «Deutschen ihre Hauptreser­ve noch nicht in den Kampf iiworfen haben! „News Chronlcle“ Mildert, wie die britischen Berichterstatter 5 besetzten Deutschland anfangs gern ihren ’jnschträumen über eine angebliche freund- J4e Haltung der Bevölkerung Ausdruck ge- : -o möchten, aber dann plötzlich feststellen küßten, daß die Briten und Nordamerikaner - ; ?n einer Atmosphäre erstickten Hasses um- if»n“ sind. Auch „Daily Telegraph“ muß j* berichten. Im Londoner Nachrichten- :enst wird u. a. davon gesprochen, daß die Ritschen Soldaten „wie die Teufel“ kämpfen. p r Korrespondent Dennis Martin aus dem «uptquartier der 21. Armeegruppe im We- ® nennt den deutschen Widerstand „orga- -Mert wie nirgendwo“.

. ,p es In allem zeigt sich, daß unsere Stand- jftigkeit und unser fanatisch gesteigerter «mpfeinsatz nicht erfolglos bleibt. E r ■ ■J-ü den Krieg entscheide n. Des- 5™ gibt es für alle deutschen Männer, Pp"en. Jungen und Mädel nur eine Parole; ii* . el £em den Furor Teutonicus zum Or- >d einer Vergeltung, wie sie die Welt noch - ü.„ er!ebf b at- Der Feind soll in seinem A lB genen Blut ersticken.

Härtester Widerstand

Uebereilte Prognosen der Feinde machen ernsier Betrachtung Platz

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Drahtbericht unserer Berliner Schrtftleltung g. B e r I i n, 8. April. Der sehr harte Wider­stand, den die deutschen Truppen im Osten und Westen dem überlegenen Feind leisten, hat zur Folge gehabt, daß das Tempo der geg­nerischen Offensive sich verlangsamt und daß der Feind durch Gegenstöße vielfach empfindlich geschädigt, aufgehalten oder gar zurückgeworfen wird. Trotzdem sind auch heute wieder einige Fortsehritte des Feindes zu verzeichnen. Das gilt vor allem für den westlichen Flügel, der weit nach Norden in der Richtung Bremen vorgestoßen ist. Es gilt ferner für einzelne Orte in Thüringen und im Baume südwestlich Hannover, während süd­lich des Mains die deutschen Gegenstöße be­sonders erfolgreich waren und den gegneri­schen Vormarsch wirksam behindern konnten.

Bemerkenswert erscheint, daß an der mitt­leren Oder der seit einiger Zeit dort erwartete neue sowjetische Großangriff noch nicht be­gonnen hat. Dagegen setzt der Feind wach­sende Kräfte von Bunzlau aus zu einem Vor­stoß in westlicher Richtung an, so daß er beim Gelingen dieses Unternehmens im wei­teren Verlauf seiner Offensive etwa auf die­selbe Operationslinie kommt, auf welche die Amerikaner: jetzt aus dem Thüringer Raum ebenfalls hinstreben. Auch hier zeigt sich ge­nau wie bei den schweren Kämpfen am Stadt­rand von Wien und vor allem in Ostpreußen die weittragende Bedeutung des harten deut­schen Widerstandes. Dieser wird jetzt auch vom Feind unumwunden und zugleich mit dem Ausdruck schwerer Besorgnisse aner­kannt. Die ausländischen Pressestimmen, die sich mit der Kriegslage befassen, heben samt und sonders mit stärkstem Nachdruck hervor, daß an die Stelle der voreiligen Ankündigun­gen eines angeblichen deutschen Zusammen­bruchs nun im deutschen Volk ein unbeugsa­mer Wille zur Verteidigung und zur Selbstbe­hauptung Platz gegriffen hat. Man hört nichts mehr von den vorzeitigen Siegesfanfaren, son­dern immer wieder nur von der Sorge um die

schweren Opfer und um die sehr erhebliche Zeit, weiche die weitere Kriegführung für die Alliierten erforderlich macht. Auch hinter der Front leisten einzelne deutsche Verbände hartnäckigsten Widerstand und halten damit den Vormarsch der feindlichen Armeen emp­findlich auf. Diesen Widerstand zu verstärken und damit die gegnerische Stoßkraft zu läh­men wird auch weiterhin eine Hauptaufgabe der deutschen Verteidigung sein.

An der unteren Weser

Berlin, 8. April. Die schweren Kämpfe im Westefi hielten am Sonnabend in den bis­herigen Brennpunkten an. Während es im niederländischen Raum bei Zutphen und am Twentha-Kanal zu keinen nennenswerten Veränderungen kam, führte der starke feind­liche Druck zwischen der Ems und der un­teren Weser zu einer weiteren Verlage­rung der Kämpfe nach Nordosten. Anglo- amerikanische Angriffsspitzen stießen nord­östlich Llngen und aus dem Raum Diepholz- Barenburg im Flachland weiter vor, dagegen konnten sie bei Bramsche nördlich Osnabrück trotz mehrmals wiederholter Angriffe unsere Sperren nicht aufbrechen. Einzelne feindliche Einbruchsstellen westlich Bramsche wurden ln Gegenstößen abgeriegelt.

Da der Gegner seine Weserbrückenköpfe bei Stolzenau und Wietersheim trotz neuerlicher, mehrfacher Versuche nicht ausweiten konnte, verstärkte er seinen Druck auf dem west­lichen Weserufer nach Norden und konnte hier zwischen der Weser und Delme Boden gewinnen.

Südlich Minden wurden vordringende anglo- amerikanische Kräfte in Gegenstößen auf­gefangen. Auch der feindliche Brückenkopf bei Fischbeck, nördlich Hameln, war das Ziel konzentrischer deutscher Gegenangriffe; er wurde nach erbitterten Kämpfen beseitigt; Aus dem weiter südlich gelegenen Weser­brückenkopf konnten dagegen nordamerika­nische Panzerkr&fte nach Osten gegen die

Bahn Elze-Alfeld Boden gewinnen. Die schwe­ren Kämpfe dauern noch an. Im Zusammen­hang mit diesen Operationen versuchten die Nordamerikaner auch gestern ihre Angriffs­spitze gegen die Hainleite weiter vorzutreiben, doch stießen sie überall auf deutsche Gegen­angriffe, so daß der Bodengewinn des Geg­ners in diesem Kampfraum örtlich begrenzt blieb. In Thüringen greift der Feind auf brei­ter Front an, mußte sich jedoch auch hier bisher mit geringfügigen Anfangserfolgen be­gnügen.

Die Nord- und Südostfront des Ruhrgebie­tes wurde am Sonnabend von starken feind­lichen Kräften berannt, ohne daß es zu we­sentlichen Veränderungen gekommen wäre. Nördlich Dortmund sowie am Nordrand des Zechengeländes zwischen Gelsenkirchen und Oberhausen wurden angreifende nordameri­kanische Verbände von unseren Truppen auf­gefangen. Auch an der Sieg und im Rot­haargebirge beiderseits Emtebrück blieben zahlreiche feindliche Angriffe ohne nennens­werten Erfolg.

östlich Gemünden setzten die Nordameri­kaner mit neu herangeführten Verbänden ihre Angriffe in östlicher Richtung fort. Gleichzeitig verstärkten sie im Raum von Würzburg-Marktbreit ihren Druck auf Kitzingen. Die Masse der feindlichen An­griffe zersplitterte jedoch in verbissenen Kämpfen um einzelne Ortschaften. Die schon am Vortage aus dem Raum von Bad Mergentheim nach Südosten vorgestoßenen feindlichen Kräftegruppen konnten am Sonn­abend weiter Boden gewinnen, doch durch­schnitten Teile von zwei Volksgrenadier-Di­visionen ihre rückwärtigen Verbindungen und führten laufend Angriffe gegen die Flan­ken des Gegners. Weiter westlich, zwischen Jagst und Oberhein unternahmen die Ameri­kaner eine größere Anzahl von Angriffen, deren Mehrzahl jedoch unter erheblichen Verlusten zusammenbrach. In Heilbronn so­wie bei Laufferi behaupteten unsere Truppen ihre Stellungen.

Feindliche Angriffe zum Schefiem gebracht

Aus dem Führerhauptquartier, 8. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im deutsch-ungarischen Grenzgebiet haben Verbände des Heeres und der Waffen-H in tagelangen Angriffs- und Abwehrkämpfen den feindlichen Vorstoß in Richtung Graz zum Stehen gebracht und die vorübergehend auf­gerissene Front wieder geschlossen. An der Raab, westlich Steinamanger und nordwestlich Wiener Neustadt wurden starke Angriffe der Bolschewisten abgeschlagen. Im Raum um Wien konnten die Sowjets im Nordteil des Wiener Waides nach Westen und Norden Boden gewinnen und trotz zäher Gegenwehr unserer Truppen in die südlichen Vorstädte der Stadt eindringen. Erbitterte Kämpfe sind im Gange. An der March wurde die Mehrzahl der feind­lichen Übersetzversuche abgewiesen. Auch süd­lich der Weißen Karpaten wurde ein weiteres Vordringen der Bolschewisten in harten Ge- birgskämpfen verhindert. An der Danziger Bucht vereitelten unsere Truppen die Versuche des Gegners, sich den Zugang zur Putziger Nehrung zu öffnen. Sowjetische Angriffe in der westlichen Weichselniederung südlich Bohnsack scheiterten. Gegen Königsberg und die Sam- landfront rannte der Feind" den ganzen Tag über mit zahlreichen Schützenverbänden und Panzern an. Trotz tiefer Einbrüche verhinderte die tapfere Besatzung der Stadt den vom Geg­ner erstrebten Durchbruch. Alle Angriffe gegen die samlandfront wurden abgewiesen. 31 Pan zer und 4 Flugzeuge wurden durch Erdtruppen vernichtet. Truppen des Heeres und Waffen-M haben im Monat März an der Ostfront 7171 Panzer abgeschossen.

An der Westfront scheiterten trotz heftiger Artillerievorbereitung starke Angriffe kanadi­scher Truppen auf Zutphen an der Ijssel.

Zwischen Lingen und der unteren Weser wur­den erneut herangeführte Verbände dem vor­dringenden Feind entgegengeworfen. Versuche des Gegners, seinen Brückenkopf Stolzenau zu erweitern, zerschellten an unserem zähen Widerstand. Nördlich Hameln wurde der Feind wieder über die Weser zurückgeworfen, doch gelang es ihm, südlich davon in einem schma­len Abschnitt bis westlich Hildesheim vorzu­stoßen.

An der Ruhr und dem Kampfabschnitt. Soest behaupteten unsere Truppen überall das Kampffeld gegen die angreifenden Ameri­kaner. Ein erneuter Durchbruchsversuch auf Dortmund wurde nördlich der Stadt zum Stehen gebracht. Im Abschnitt von Brilon, im Rothaar-Gebirge und beiderseits Siegen konn­ten die Angreifer nirgends tiefer in unsere Stellungen eindringen. In Thüringen sind durch das zähe Festhalten eigener Stützpunkte und durch Angriffe in die Flanken und den Rücken des Feindes die Fronten stark ver­mischt und die Kampfgruppen des Gegners am weiteren Vorstoß nach Osten verhindert. West­lich Mühlhausen wurde der Feind durch einen Gegenangriff, der ln seine Kolonnen hinein­stieß, geworfen. Südöstlich Zella-Mehlis brachen feindliche Angriffe zusammen. Auch der zwi­schen Schleusingen und Themar nach Südosten vordringende Gegner wurde von unseren Trup­pen ln Gegenstößen aufgehalten. Zwischen der südlichen Rhön und dem Maindreieck sind wechselvolle Kämpfe im Gange. In Kitzingen koifhte der Feind eindringen. Angriffe im Raum Schweinfurt wu’den abgewiesen. Bei Bad Mergentheim durchbrach eine Panzer­gruppe unsere Linie und stieß bis südlich Crailsheim vor. Eigene Gegenangriffe faßten den Feind in den Flanken und schnitten seine rückwärtigen Verbindungen ab. Zwischen Heil­bronn und Ettlingen scheiterten mehrere An­

griffe, doch hält der" Drück des Gegner* nach Süden an.

In Mittelitalien blieben schwächere Angriffe der Amerikaner an der ligurisrhen Küste ohne Erfolg. Auch nördlich und westlich Faenza brachen die angreifenden Briten zusammen, nachdem unsere Artillerie eine größer Anzahl feindlicher Batterien zerschlagen hatte. An der dalmatinischen Küste stehen unsere Truppen in heftiger Abwehr gegen stärkere Tito-Ver­bände. Der Raum Serajewo wurde geräumt, ohne daß es dem folgenden Gegner gelang, un­sere Bewegungen zu stören.

Amerikanische Terrorverbände richteten gestern Angriffe gegen Orte in Nord- und Süd- ostdentschland. In der Nacht war der mittel­deutsche Raum das Angriffsziel britischer Kampfflugzeuge. Besonders über Norddeutsch­land kam es zu erbittert geführten Luft­kämpfen, in denen die kühn angreifenden deut­schen Jäger trotz stärkster Abwehr den ameri­kanischen Bomberverbänden schwere Verluste zufügten.

In der Nacht znm 7. April versenkten unsere Schnellboote vor der englischen Küste ein feindliches Artillerieschnellboot durch Ramm­stoß und beschädigten zwei weitere schwer. Ein eigenes Boot ging verloren. Zum Schutze eigener Geleite eingesetzte Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine schossen 11 feindliche Flug­zeug ab, davon 7 vor der westnorwegischen Küste. Unterseeboote versenkten in harten Kämpfen aus stark gesicherten feindlichen Nachschubgeleiten fünf vollbeladene Schiffe mit zusammen 33 000 BRT., eine Korvette und zwei Bewacher.

Wessen Krieg?

Von Herbert Hahn

Wessen Sache ist dieser grausame Krieg, der so offensichtlich wider alle Vernunft die Völker zerfleischt und die Güter des Lebens vernichtet? Wer hat ihn gewollt und wer vor allem — hat auch noch heute Inter­esse an seiner Weiterführung? Ein unlängst beobachtetes Symptom gibt eindeutige Ant­wort: Als durch die Vereinigten Staaten vor kurzem das Gerücht fegte, wonach zu einem bestimmten Zeitpunkt die deutsche Kapitu­lation zu erwarten sei, reagierte die Börse mit einem schweren Rückschlag, während sich die Staatspolizei darauf vorbereitet, die zu erwartenden Freudenausbrüche der Mas­sen in ungefährlichen Grenzen zu halten. Diese zwiespältige Reaktion besagte: das Volk in den USA würde den Frieden be­jubeln, die Oberschicht aber, deren Befunds­maßstab die Börse ist, sieht in der Beendi­gung des Krieges Gefahr und Enttäuschung, sie also kann nur seine Aufrechterhaltung wünschen, so wie sie einst auch seine Aus­lösung betrieben hatte. Und weil diese Ober­schicht die Macht besitzt, bekommt nicht das friedenshungrige Volk, sondern die profit­gierige und die kriegstreibende Plutokratie ihren Willen.

In der Sowjetunion liegen die Dinge nur in der Form, nicht dem Wesen nach anders. Dort haben die Massen schon keine Reaktionsmöglichkeit, keine Gelegenheit zur Willensäußerung mehr, die Führung aber ist am Kriege interessiert, weil sie in seiner siegreichen Beendigung nicht nur die einzige Chance der Aufrechterhaltung ihres Re­gimes, sondern endlich auch die Verwirk­lichung der seit Jahrzehnten gepredigten und erstrebten bolschewistischen Weltrevolu­tion erkennt. Zwischen beiden kriegsschüren­den Machtschichten, der plutokratischen und der bolschewistischen aber spinnt das Juden­tum, das stets im Chaos der anderen Völker seine Chance sah, die verbindenden Fäden.

Wie aber ist das bei uns? Predigen nicht auch wir die Fortführung des Krieges bis zu seiner totalen Entscheidung, warnen nicht auch wir das eigene Volk vor einer vor­zeitigen Niederlegung der Waffen? Das Feindziel der Ausrottung des deutschen Vol­kes wurde ohne Einschränkung proklamiert, und die Beschlüsse von Jalta bedeuteten im -Falle ihrer Verwirklichung Hunger, Ver­sklavung, Verschleppung und schließlich Untergang der ganzen Nation, nicht etwa nur der Führenden. Wenn überhaupt, so ließen die Feinde einen Unterschied höch­stens in der Reihenfolge und im Tempo der Exekution zu, und es bleibt kaum fraglich, daß ein schneller Tod dem langsamen Dahin­siechen, Verhungern, Verzweifeln oder an Erschöpfung verenden vorzuziehen sein würde.

Als Antwort auf alle diese unmenschlichen Pläne bekennen wir offen: Dieser Krieg ist für uns eine Sache des ganzen Volkes, wir Deutsche können ihn nur allesamt verlieren oder gemeinsam gewinnen. Der Feind selber in seiner unerbittlichen Grausamkeit hat Volk und Führung in letzter Härte zu sol­chem Schicksalsblock zusammengeschweißt. Die Mütter in Quebeck, die Bräute in New York und die jungen Frauen in London wis­sen freilich nicht, weswegen man ihre Söhne, Männer und Zukünftigen in den Tod schickt, weshalb man diesen Krieg überhaupt insze­niert hat und zu welchem guten Ende er noch führen soll, nachdem man dort schon heute die kommende, Arbeitslosigkeit und einen dritten Weltkrieg diskutiert. Wir aber wissen, weshalb wir bis zum Äußersten kämp­fen und Widerstand gegen jeden noch so furchtbaren Ansturm leisten müssen, wir er­kennen nüchtern und illusionslos, aber auch

Klare Aulgabentrennung In der Mittel- und Ortsinstanz

Polen in Moskau spurlos verschwunden

Drahtbericht unseres Vertreters hw. Stockholm, 8. April. Mit Englands Hilfe haben die Sowjets es fertig gebracht, die Reste einer ihnen unliebsamen, auf die Londoner polnische Regierung ausgerichteten nationalpolitischen Bewegung des früheren Polens — es handelt sich um 15 Personen — aus dem Wege zu räumen. Die soeben von der Londoner polnischen Exilregierung unter schwersten Ausfällen gegen Moskau enthüll­ten Einzelheiten geben ein so sensationelles Bild vom bolschewistischen Terror, verbunden mit englischer Hinterlist.

Demnach haben die Bolschewisten mit gro­ßer Raffinesse die seit langem verborgenen Mitglieder der sog. „polnischen Schatfcenre- gierung“ die Leiter einer unterirdischen Ar­mee und Vertreter geheimer politischer Par­teien aus ihren Verstecken gelockt und ver- schlepjft. Es handelt sich durchweg um Perso­nen, die während der deutschen und auch

Riesige USA-Verluste an der Westfront

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Drahtbericht unsere* Vertreters Jj®- Stockholm, 8. April. Der USA-Kriegs- J“ 3ter Stimson bezifferte soeben die Ge- Stete der amerikanischen Armee auf sv° Mann. Die amtlichen Angaben bleiben ' weit hinter der Wirklichkeit zurück. Zu- fet,. eb Ln alle im Mutterlande, durch Ver- ,y jf auf den Transporten, durch Unfall Krankheit ums Leben gekommenen toitgerechnet werden. Die New Yorker veröffentlicht Photos von riesigen ■jj^'isanlschen Gräberfeldern in Frankreich läsHa ien ’ die einen Begriff geben über die “eren Verluste der Invasionsarmeen.

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Schon vor Beginn der Rhein-Offensive hatten die zugegebenen Gesamtverluste das Drei­fache der Verluste aus dem ersten Weltkriege ausgemacht. An den Fronten aber seien die amerikanischen Friedhöfe immer noch im Wachsen begriffen.

In vielen amerikanischen Betrachtungen zur militärischen Entwicklung in Europa kehrt der sorgenvolle Satz wieder: „Der euro­päische Krieg ist nach wie vor ein bitterer Krieg“, der alle amerikanischen Sachverstän- digen-Berecbhungen übersteige. Es wird zu- , gegeben, daß besonders die Fallschirm- und ' Luftlandetruppen enorme Verluste hatten.

weiterhin unter der sowjetischen Besatzung im verborgenen wirkten, den früheren Parti­sanenkampf gegen Deutschland leiteten und immer noch das Ziel hatten, ein selbständiges Polen unter der von ihnen als allein legal be­trachteten Londoner Exilregierung aufzurich­ten. Die Engländer vermittelten eine Annähe­rung zwischen diesen unterirdischen Kräften und den Sowjets, die seit langem darauf ge­wartet hatten, sich der restlichen Häupter der verhaßten polnischen Widerstandsbewegung zu bemächtigen.

Unter dem Vorwand, daß Verhandlungen für ihre Beteiligung an der in Jalta beschlos­senen, auf dem Papier vorgesehenen neuen Kompromißregierung geführt werden sollten, verschafften sie sich auf dem Umweg über die englische und amerikanische Botschaft in Moskau die Namen ihrer Widersacher und luden sie unter der Zusicherung freien Geleits durch die Rote Armee zu einer Besprechung mit General Iwanow ein. Als das nichts fruchtete, versprachen sie per Flugzeug die Reise nach London, da dort die weiteren Ver­handlungen stattfinden könnten.

Nach dem offiziellen Bericht der Londoner Emigrantenregierung gingen die Vertreter der unterirdischen nationalen Bewegung am 20. März in diese Falle im Vertrauen auf die englische Vermittlung und das Ehrenwort des Generals Iwanow. Seither haben sie kein Le­benszeichen mehr von sich gegeben, sagt der Berioht der Londoner Polen.

Der Vorfall hat internationale Sensation hervorgerufen und wird von der Londoner Exilregierung als neuer Beweis für die Aus­rottungsmethoden der Sowjets hingestellt. Moskau hat seine Bundesgenossen wieder einmal vor vollendete Tatsachen gestellt. Stalin treibt auch hier seine e'gcne Politik, ohne sich in die Karten gucken zu lassen.

Berlin, 8. April. Die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz meldet: Der Führer hat verfügt, daß alle bisher auf der Ebene des Kreises noch bestehenden Personalunionen zwischen Ämtern des Staates und der Partei oder zwischen verschiedenen Parteiämtern äufzulösen sind. Es kommt also insbesondere die Personalunion zwischen Kreisleiter und Landrat bzw. Oberbürgermeister, die persön­liche Leitung von Nebenämtern in der Par­tei, ihren Gliederungen und angeschlossenen Verbänden durch die Kreisleiter oder die Führung mehrerer Kreise der NSDAP, durch einen Kreisleiter in Wegfall. Der Leiter der Parteikanzlei hat die Forderung der Personal­trennung auch auf die örtliche Ebene ausge­dehnt, wo demnach insbesondere die per­sonelle Koppelung des Ortsgruppenleiter­amtes mit demjenigen des Bürgermeisters zu lösen sein wird.

In der Begründung dieser Maßnahmen wird darauf hingewiesen, daß die der Partei übertragenen Aufgaben der Menschen­führung in einer Zeit schwierigster und mannigfaltigster Probleme unter der zusätz­lichen Belastung staatlich-verwaltungsmäßi­ger Aufgaben leiden müßten und daß alle Praxis der inneren Kriegführung eindeutig bewiesen hat, wie wenig ein Partei- und ein Staatsamt oder mehrere verschiedenartige Parteifunktionen in kritischer Lage von einer Persönlichkeit ausgeübt werden können, ohne daß eins dieser Ämter oder gar beide vernachlässigt werden. Ganz besonders nach­träglich muß ein Doppelauftrag sich dort auswirken, wo er die Anwesenheit des Amts­trägers gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten erfordern kann. Auch die Aufgaben der staatlichen Verwaltung sind durch die Kriegsverhältnisse so stark angewachsen und erfordern ein so hohes Maß an Beweglich­keit, daß Jedes wichtige Staatsamt eine ganze Persönlichkeit beansprucht.

Das enge und harmoni che Zusammenwir­ken zwischen Partei" und Staat, in alleriV-nt- scheidenden Fragen vielfach bewährt und

hinreichend gesichert, wird durch eine klare Trennung der beiderseitigen Aufgaben selbst­verständlich nicht berührt.

Japans Flolte greift ein

Eigener Drahtbericht

ep. Tokio, 8. April. Im Kampf um Okinawa hat eine neue, vielleicht entscheidende Phase begonnen. Wie der am Sonntag veröffent­lichte Bericht des Kaiserlichen Hauptquar­tiers mitteilt, haben starke Verbände der ja­panischen Flotte erneut seit dem Abend des 5. April in die Kämpfe eingegriffen. Der Be­richt unterstreicht, daß alle japanischen Ein­heiten im Geiste der Sonderangriffskorps in den Kampf gingen und den Feind im selbst­aufopfernden Einsatz aus nächster Nähe an- griffen.

Der Biericht hat folgenden Wortlaut: Japa­nische Luft- und Qeestreitkräfte haben seit der Nacht zum 6. April immer erneute An­griffe auf die rund um Okinawa liegenden feindlichen Kriegsschiffe und Transporter^ gerichtet. Nachstehende Erfolge wurden bis­her einwandfrei von den japanischen Streit­kräften errungen: Versenkt: Zwei Hilfsflug­zeugträger, sechs Kriegsschiffe unermittelten Typs, ein Zerstörer, fünf Transporter. Be­schädigt: Drei Schlachtschiffe, drei Kreuzer, sechs Kriegsschiffe unermittelten Typs, sie­ben Transporter. Auf japanischer Seite gin­gen verloren: Ein Schlachtschiff, ein Kreu­zer, drei Zerstörer. Die Offiziere und Mann­schaften der in diesen Kämpfen eingesetzten Einheiten gehören sämtlich Sonderangriffs­verbänden an. Es wurden beträchtliche wei­tere Erfolge erzielt, doch können diese nicht einwandfrei bestätigt werden.

Zusätzliche Berichte melden, daß sich die Jetzt begonnenen Kämpfe günstig entwickel­ten, so daß mit weiteren gewaltigen Erfolgen gerechnet werden kann. Seit der Nacht des 5. April sei die See rund um Okinawa ln ein wahres Inferno verwandelt worden.