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Parteiamtliche Tageszeitung
Dag Amtsblatt das Basierenden Bfiiearmeiatara der Freien Hansestadt Bremen
^Bremer 9ladn:id)teti
der NationalsöziaUsten Bremens
AmBichee Verkündungsblatt des Reichs Statthaltern
Nummer 71 15. Jahrgang
Sonnabend/Sonntag, 24./25. März 1945
Einzelpreis 15 Rpf.
Vollendete Tatsachen
Moskaus rücksichtslose Politik — Jnlin bleibt eine Farce ;
Stockholm, 23. März. Nach Berichten schwedischer Korrespondenten aus London sind England und die Vereinigten Staaten rom Kreml nicht über die Kündigung des sowjetisch-türkischen Neutraiitäts- und freondschaf tsvertrages unterrichtet worden, pje Sowjetunion hat diesen Schritt ohne Fühlungnahme mit ihren Verbündeten unternommen. Damit setzt der Kreml seine bisherige rücksichtslose Politik fort, deren besonderes Kennzeichen darin besteht, England und die Vereinigten Staaten vor vollendete Tatsachen zu stellen.
Wie das englische Reuterbüro meldet, werde die Kündigung des sowjetisch-türki- scben Vertrages nur der Anfang einer dra- jiischen Revision aller Verträge und Vereinbarungen sein, die die Sowjetunion in den vergangenen Jahren abgeschlossen hat.
Mit anderen Worten, die Sowjetunion steht ta Begriff, eine neue große außenpolitische Offensive zu starten, nachdem der Kreml seine polischen Ziele in Rumänien, Finnland, Bulgarien usw. weitgehend verwirklicht hat. In Ankara ist man nunmehr zu der Erkenntnis gekommen, daß jetzt die Zukunft der Dardanellen ernstlich auf dem Spiele steht und daß sich damit die sowjetischen und die britischen WeltinteresSfen an einem wichtigen. Punkte berühren werden.
Moskau verlangt Dardanellen
Drahtbericht unseres Vertreters
sch. Lissabon, 23. März. Zwischen Ankara auf der einen und Washington und London auf der anderen Seite finden zur Zeit eifrige diplomatische Besprechungen statt über die Haltung, die Ankara nach Ansicht der West- mächte zur Kündigung des sowjetisch-türki
schen Paktes durch Moskau einnehmen spll. Im britischen Unterhaus Wurde die Regierung von’ einem Labour-Abgeordneten gefragt, öb sie weiterhin die Türken als „Wächter der Dardanellen“; betrachten und diese Einstellung aufrechterhalten wolle.' Wie dies, der traditionellen britischen Politik entspricht, drückte sich Außenminister Eden um eine Antwort und schickte. seinen .Vertreter Law vor, der ausweichend antwortete. Die Politik der britischen Regierung in der Dardanellen-Frage werde von dem internationalen Abkommen geleitet, das im April v. J. unterzeichnet wurde.' Eine Abänderung dieses Abkommens würde internationaler Besprechungen bedürfen. \
. Damit erklärte sich die englische Regierung zum ersten Maie amtlich bereit, mit den Sowjets und der Türkei in Verhandlungen über eine Änderung des Dardanellen-Statuts entsprechend den Moskauer Wünschen einzu- tretsen.
Diese Auffassung Wurde noch dadurch bestätigt, daß der .Labour-Abgeordnete eine zweite Frage stellte, ob die britische Regierung die Absicht habe, an der. Konvention, von Montreux festzuhalten. Law erwiderte in peinlicher Verlegenheit, er glaube nicht, daß er seinen Erklärungen noch etwas hinzu- fügen könne. Darauf fragte der konservative Abgeordnete Duncan: „Ist Moskau dieser Konvention eigentlich überhaupt beigetreten?“ Die Antwort Laws auf diese Frage war klassisch.. Er sagte: „Ich glaube, daß dies der Fall- ist, muß mich jedoch vergewissern.“ Ausweichender und schwächlicher kann Außenpolitik, überhaupt nicht mehr betrieben werden.
„Noch nicht abgeschlossen"
Stockholm, 23. März. Wie aus hiet vorliegenden Korrespondentenberichten hervorgeht, läßt es sich die sowjetische Presse nicht neh
men, den bolschewistischen Wahlerfolg in Finnland besonders zu feiern. Die Moskauer Zeitung „Iswestija“ erklärt befriedigt, daß der Bolschewismus in Finnland jetzt, durch eine hohe und wichtige Anzahl Stimmen im finnischen Reichstag vertreten sei. Gleichzeitig aber wird von der ganzen Sowjetpresse unmißverständlich zum Ausdruck gebracht,, daß die Entwicklung in Finnland noch nicht ihren Abschluß gefunden habe.
Vernichtende Kritik an Jalia
Lissabon, 23. März. Eine vernichtende Kritik an dem,.Weltsicherheitssystem, das auf der Konferenz von Dumbarton Oaks entworfen und in Jalta erweitert wurde, veröffentlichte die portugiesische' Zeitung „Nividades 1 :. Das Blatt zitiert die Ausführungen der gaullistischen Zeitung „La France Libre“, die u. a. schrieb: „Nach den Plänen-von Dumbarton Oaks und Jalta- ergeben sich folgende drei Möglichkeiten:
1. Jeder der drei Großen kann unbehindert
jede andere Macht angreifen, ohne dabei das geringste Risiko einzugehen. *
2. Ein mittelmäßig gerüstetes Land kann ungehindert in ein anderes schwächer bewaffnetes Land einfallen, sofern es dabei das stille Einverständnis eines der drei Großen genießt.
3. In jedem Konflikt zwischen zwei Nationen, dessen Ursachen noch so offenkundig sein mögen, genügt es, wenn einer , der drei Großen erklärt, er sei nicht hinreichend informiert worden, _ um alle eingeleiteten Aktionen sofort zum’Stillstand zu bringen." Das portugiesische Blatt fragt: „Soll das die Sicherheit der Zukunft sein?“
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Feindlicher Aufmarsch am ^iederrhein abgeschlossen
B e r I i n , 23. März. Die Lage an der Westfront ist durch folgende Tatsachen gekennzeichnet; Am Mittel- und Oberrhein mußten sich die Nordamerikaner gestern mit taktischen Vorteilen begnügen, obwohl sie ihre Bomben- und Schlachtfliegergeschwader sowohl an der Front wie auch im Hinterland in starkem Maße einsetzten. Am Niederrhein nebelten die Amerikaner weite Uferstrecken ein, iim ihre Angriffsvörbereitungen unserer Sicht zu entziehen. Alle Anzeichen deüten darauf hin, daß der feindliche Aufmarsch abgeschlossen ist und der Feind an seinem Operationsplan im niederrheiniscliefc Raum iesthält.'.
Im Remagener Brückenkopf sind die Anglo- imerikaner bis an die Sieg vorgestoßen; übersetz versuche wurden jedoch von unseren Truppen vereitelt. An der. Ostseite des Re-
l in dem uniibefsichtiichen Geblrgsgeiände immer wieder fest. Auch seine Angriffe nach Süden haben,ihm wieder einigen-Bodeng6 7 'winn von nur untergeordneter Bedeutung gebracht, da auch hier das Gebirgsgelände keine größeren Operationen zuläßt. '
- Im Rheinbogen zwischen Bingen und Ludwigshafen setzten unsere Truppen den Angriffen' des Feindes heftigen Widerstand entgegen. Bingen fiel in Feindeshand. Nach schweren .Feuerschlägen erneuerte der Feind seine konzentrischen Angriffe auf Mainz uhd drang vom-Nordwesten her in die Stadt ein. An der Zitadelle und an der Kommandantur schlugen sich die Verteidiger äußerst tapfer mit dem weit, überlegenen Feind. Offiziersstoßtrupps hielten die Verbindung zwischen den einzelnen Widerstandsnestern aufrecht. In Worms sind die Nordamerikaner einge-
flagener Brückenkopfes läuft,sich der Feind drungen. Bei Frankental versuchten die
Amerikaner; über'die AMtcbahn hinweg -das ostseitige R|hemufer zu erreichen.' Dieser Versuch mißlang. Im Vorfeld von Ludwigshafen schossen unsere Panzerjäger und Einzelkämpfer 28 feindliche Panzer ab und verhinderten, ein weiteres Vordringen des Feindes zwischen Ludwigshafen und Neustadt a. d. Weinsfraße und entlang der Weinstraße.
Trotz allem unerschütterlich
Stockholm, 23. März. Die britische Presse veröffentlicht Aussagen deutscher Kriegsgefangener und Zivilisten aus den besetzten Westgebieten des Reichs. Aus diesen Aussagen zieht die Londoner Zeitung „News Chronicle“ den Schluß, daß die deutsche Wehrmacht und das deutsche Volk trotz .allem unerschütterlich seien. Sie glaubten fest an die Möglichkeit, eine Wendung herbeizuführen.
Auch die anderen müssen den Riemen enger schnallen
Drahtbericht unseres Vertreters sch. Lissabon. 23. März. Während Frankreich und die übrigen Länder des besetzten europäischen Westens unaufhaltsam einer schweren Hungerkrise entgegentreiben und teilweise schon mitten in-ihr sind, war zwischen England und den Vereinigten Staaten a den letzten Wochen ein „frisch-fröhlicher teefsteak-Krieg“, wie es in einem neutralen bricht heißt, entbrannt. Beide Länder werten einander vor, sie. äßen zuviel, vor allem htviel Fleisch. In Amerika ist, wie wir belichteten, eine von der (Regierung, vor allem rem Emährungsministerium inszenierte Kampagne ausgebrochen, die sich gegen die Fortsetzung der Lebensmittellieferungen im Kähmen des Pacht-Leih-Systems an England wandte. Man befürwortete' eine Vorzüge Einstellung der Fleischlieferungen Mr die Monate April, Mai und Juni und Bleichzeitig eine starke Drosselung der übri- Kn Nahrungsmittelsendungen.
In England antwortete man höchst erregt tnit dem Hinweis darauf, das sei nicht ver- ^agsgemäß, und die ohnehin viel zu gerin-’ Kn Rationen der englischen Bevölkerung ^rden dadurch unter das Existenzminimum
oerabgedrückt. Die englischen Zeitungen ?hd der britische Rundfunk flössen förmlich ober von Berichten, wie schlecht es um die «ahrungsmittelreserven der britischen Be- 'blkerung bestellt sei. 'Roosevelt mußte schließlich persönlich in diesen Streit ein- Keifen und tat das mit. seiner bekannten ccMänmg, das amerikanische. Volk „müsse' r* Riemen noch etwas enger schnallen", “teer Rede- folgte unmittelbar eine Kürzung , r amerikanischen Fleischration um ^ v - H. Mit seinem gewohnten Raffine- "Kht hat Roosevelt die Wehrmacht von die- !! r Maßnahme ausgenommen .und die Idschrationen von Wehrmacht und Marine ”®8ar noch etwas erhöht. In England stellt recn demgegenüber erbittert fest, daß der »reerikanische Soldat zur Zeit fünfmal ° v 'el Kalorien am Tage erhalte wie
der
betn
schwerarbeitende britische Bergmann, shah in den Vereinigten Staaten immer
nieder vorwerfe, er arbeite nicht genug.
trotzdem erwies sich eine ■ Kürzung der «herik:
als
anischen Lieferungen nach England Unumgänglich notwend'g Ipfolgtd'ssm sich die englische Regierung trotz ihres
anfänglichen Widerstrebtes genötigt, die englischen Fleischrationen um 25 Pzt. herab-, zusetzen. Die englische Presse weist Bereits darauf hin, daß auch eine wesentliche Kürzung der ohnehin schon sehr geringen Fettration sowie der Zuckerzuteilüng notwendig sei, falls die amerikanischen Lieferungen, wie vorauszusehen war, abgedrosselt oder gar vorübergehend ganz eingestellt werden. Diese plötzliche Herabsetzung der . Lebensmittelrationen war für das englische Volk, das ohnehin kriegsmüde bis in die Knochen ist, ein schwerer Schlag, mit dem niemand- gerechnet hat.. .Die englische Presse tut ja' alles, um die unpopulären Maßnahmen möglichst mundgerecht zu machen, und weist
entschuldigend darauf hin, die Vereinigten Staaten könnten im Augenblick nicht mehr liefern ynd müßten vor allem die Fleisch- sendungeji auf das stärkste einschränken, weil die amerikanische Wehrmacht in erster Linie ernährt werden müsse. Dies trifft vor allem auf den Pazifischen Ozean zu, wo die Lieferungen ■ Australiens. und - Neuseelands infolge der katastrophalen Dürre in beiden Dominien in diesem Jahre weitestgehend ausfallen würden. Im übrigen bereitet das britische Erhährüngsministerium die Öffentlichkeit bereits auf- noch weitergehende Maßnahmen vor, da die Ernährüngslagef infolge der unerträglich langen Dauer des Krieges niemals so ernst gewesen sei wie heute.
, • w-PK-Zeichnung -Kriegsberichter Leicht HH.
Mit der Panzerfaust in Schußnähe an Feindpanzer heran
Ohne Angriff keine Entscheidung!
Von Erich Beck
Kurz nach der Konferenz' von Jalta erschien in der gesamten feindlichen Presse ein Bild, auf dem man die drei großen Kriegsverbrecher offenbar hach getaner Arbeit sehen konnte. Diese Photographie ist in mehr als einer Beziehung erschütternd. Auf der Linken sieht' man Churchill, zusammengeschrumpft, sehr gealtert, grinsend, und doch im Gesicht jene greisenhafte Bosheit, die man so oft an. Menschen sieht, die sich an einem inneren Haß selbst verzehren. Auf dem Kopf die berühmt-berüchtigte russische Kosaken-Pelzmütze. Auf der Rechten des Bildes Stalin, dem Selbst das niildemtfe Photo nicht die Brutalität nehmen kann, die das Kennzeichen dieses Mannes ist. In der Mitte aber Roosevelt. Vielleicht ist der Anblick dieses Mannes das überraschendste. Da sitzt ein alter, müder Mensch, das Haar ist ganz weiß, die, Wangen eingefallen, die Backenknochen überbetont, die Nase springt scharf hervor. Das Kinn ist spitz und hager, der Hals mager und faltig. Das Lächeln, das er'nach dem amerikanischen Prinzip des keep smiling auch in dieser Pose'wieder zu zeigen, versucht,'aber ist verkrampft und unecht, wie übrigens das ganze Bild. Dieser Roosevelt ähnelt in nichts mehr dem von 1939. Dieser Mann. ist offensichtlich krank, nicht nur körperlich, sondern; vor allem seelisch.
Auf die Einigkeit, die hier vor aller Welt demonstriert werden sollte, ist kein Mensch hereingefallen. „News Chronicle“ stellte kurz darauf mitten in die Wiedergabe einer Churchillrede eine Karikatur, die mehr als alle Worte zeigt, wie man auch in England von Jalta wirklich denkt. Auf der Zeichnung sah man die drei Krim-Berater als dreiköpfige Figur unter der russischen Bärenmütze „enger vereint denn je zuvor“, womit ja schließlich alles das gesagt wird, was in diesem Augenblick zu sagen notwendig ist. Die politische Entwicklung hat in der Tat seit Jalta einen geradezu rasanten Verlauf genommen. Es gibt kaum einen Tag, an dem die Sowjets nicht'das Recht eines anderen Volkes vergewaltigten. »Auf Polen, Rumänien, Bulgarien, Finnland, Serbien und der Baltikum folgen jetzt die ersten Zeichen nahenden Unheils auch für die Türkei. Es ist schon hier gesagt worden, daß man in England sehr wohl versteht, daß sich langsam aber sicher der Zusammenbruch des Weltreichs vollzieht. Es ist zwar „äußerst unpassend“, darüber in der Öffentlichkeit zu
Nimitz: „Japans Flotte, Landverbindungen und Armee intakt 1
.Drahtbericht unseres Vertreters ao. Tokio, 23. März. Auf L u z o n scheint die Taktik des japanischen - Oberkommandos dahin zu gehen, die feindlichen Streitkräfte auf die offene Ebene und auf das Gebiet von Manila zu locken, um sie dann durch Angriffe aus allen Richtungen zu vernichten. Tatsächlich hat diese japanische Taktik bereits zu beachtlichen Erfolgen geführt,. Diese Operationen haben aber bisher nur die erste Phase des Kriegsgeschehens auf Luzon dargestellt. An Einzelheiten wird bekannt, daß feindliche Truppen, die an der Südwestspitze von Mindanao bei Zanborando landeten, auf erbitterten japanischen Widerstand gestoßen sind und blutige Verluste erlitten haben. Die schweren Gefechtshandlungen in dieser Gegend sind noch tm Gange.
In Französisch-Indochina wird die Entwaffnung der Feindtruppen durch die Japaner fortgesetzt. In Verbindung mit den Operationen ip Indochina gehen hartnäckige Gerüchte um, denen zufolge die Japaner eine Offensive gegen die Provinz Vünnan yorbe- reiten. Interessant ist in diesem Zusammenhänge die von offizieller japanischer Seite stammende Meldung, daß zur Zeit 24 chinesische Divisionen in Kumming in der Provinz Yünnan ausgebildet würden. Unter diesen Truppen sollen sich 100 000 Mann aus den er-Widctcn Ständen befinden, was ein Novum in d-,r chinesischen Geschichte bedeuten würde.
In Birma liegt der 'Schwerpunkt der Kämpfe augenblicklich im Gebiet von La- sehio, wo die japanischen Streitkräfte in heftigen Abwehrgefechten nordöstlich der Stadt stehen. Gegnerische Truppen, die trotz erbitterten Widerstandes der Japaner bei Singu, 70 Kilometer nördlich von Mandalay, den Irwadi-Fluß überschreiten und das Ostufer erreichen konnten,, gelang es, ihren Brückenkopf • auf etwa 10 km Tiefe in südöstlicher Richtung zu erweitern. Eine weitere Unternehmung des Feindes hat südlich von Man- 'dalay zur Bildung eines Brückenkopfes bei Pakokkii geführt. Von zuständiger Seite wird verlautbart, daß die burmesische Nationalarmee nunmehr an der in fast allen Teilen des Landes tobenden Schlacht an der Seite der Japaner teilnimmt.
Die feindlichen Luftangriffe auf das JapänischeMutterland haben nichts an Heftigkeit eingebüßt. Wie der japanische Marineminister vor dem. japanischen Reichstag betonte, haben die feindlichen Terrorangriffe auf das japanische Mutterland den ■Beweis erbracht, daß die japanische Nation fähig ist, durchzuhalten. Er fügte hinzu, daß dem Feind, wenn er beabsichtigen sollte, auf dem japanischen Mutterland Fuß zu fassen, die japanische Flotte entgegentreten und ihn vernichten würde, bevor er seine. Absicht durchführen kpnne.
Es ist sehr bezeichnend, drß der USA- Flottenchef Admiral Nimitz selbst zugab, die
japanische Flotte sei ein völlig unberechenbarer Faktpr und stelle daher für das USA- Kommaüdo eine auf keinen Fall zu unterschätzende Gefahr'dar. Admiral. Nimitz betonte ferner, daß. die Japaner noch über ihre asiatischen Landverbindungen und eine Armee verfügten, die zu 90 Prozent intakt sei.
„Krankenhaus Europa"
Stockholm, 23. Marz. Die englische Zeitung „Daily Herajd“ gibt heute ohne weiteres zu, daß bei einem bolschewistisch-anglo- amerikanischen Sieg der ganze europäische Kontinent nach dem Kriege von Hunger, Seuchen und Elend bedroht sein würde. Europa würde ein großes Krankenhaus für ganze Generationen werden.
Das Lächeln Stalins
Eigener Drahtbericht
ips. Berlin, 23. v März. Die Engländer, so meint „Catholic Herald“, dürften sich nicht falschen Hoffnungen hingeben und glauben, daß die in internationalen Angelegenheiten begangenen furchtbaren Fehler keine Rückwirkungen auf die innerenglische Lage haben würden. Doch Churchill glaube daran, daß das Lächeln Stalins; in dem er sich sopnt, eine britische Außenpolitik ersetzt. Das ist deutlich genug, aber Churchill hat ja ein dickes Fell wie alle abgefeimten Verbrecher.
reden, und die meisten Engländer wissen daher auch nicht viel von dem, was in der eigenen Geschichte vor sich geht. Aber es gibt doch heute schon eine ganze Reihe von Politikern und Journalisten, die nicht mehr so ganz lammfromm sind wie einst und manchmal sehr energische Worte für das finden, was sich jetzt zuträgt.
- Einer der typischsten Fälle eines Durchbruchs traditioneller Schfanken ist vor allem ein Artikel gewesen, .den der konservative Abgeordnete Lloyd in „Weekiy Review“ schrieb. Er erklärte; „Für Großbritannien würde unter den jetzigen Umständen und auf Grund der Abmachungen von Jalta ein alliierter Sieg unzweifelhaft ein neues Dünkirchen bedeuten, und zwar diesmal ein politisches Dünkirchen. Beim .ersten Dünkirchen des Jahres 1940 wurden die Engländer militärisch aüs Europa herausge?chiagen, beim jetzigen Dünkirchen würde ihnen politisch das gleiche Schicksal widerfahren. Denn in einem bolschewistisch beherrschten Europa gäbe es für England keinen Platz mehr. Das wäre dann die gerechte Vergeltung dafür, daß England seine Grundsätze verraten hat.“ Lloyd schildert sodann die Zustände in den von den Sowjettruppen besetzten Gebieten Europas und erklärt abschließend: „Diese Länder sind nicht befreit, sondern in Wirklichkeit versklavt worden. Der Terror, die Todesurteile und die Deportationen der politischen Gegner der Sowjetunion regieren überall die Stunde.“
Lloyd ist nicht der einzige, der solche Warnrufe in neuerer Zeit ertönen läßt. Fast in jeder- der unabhängigen Zeitschriften erscheinen immer wieder Artikel ähnlic he n Inhalts. Aber sie ändern praktisch nichts an der Sachlage. Alle diese Erkenntnisse kommen viel zu spät. Sie können sich in einem England nicht durchsetzen, das nach wie yor in der großen Massenpresse und im Rundfunk über die wahre Lage völlig falsch unterrichtet wird und deren Männer, wie kürzlich ein neutraler Beobachter erklärte, vom ersten bis zum letzten Mann gekauft oder durch andere finanzielle Zuwendungen an das jetzige Kabinett gebunden sind. Der Schwindel regiert drüben nach wie vor, und die Versuche, Leser und Hörer über die kaum noch zu überbietenden Schwierigkeiten der politischen Lage hinwegzutäuschen, nehmen manchmal geradezu groteske Formen an.
Am Anfang des Monats erwartete man nicht etwa nur ip London, sondern auch in New York und Washington von. einer Stunde zur anderen die • Einstellung der Feindseligkeiten und die Bekanntgabe des Waffenstillstandes. Die Theater bereiteten schon Sonderveranstaltungen vor, und in den Restaurants und Hotels waren Wieder einmal sämtliche Tische für die Freudenfeiem vorausbestellt. Die Proklamation des-Führers zum Heldengedenktag, die Reden, die Guderian und Dr. Goebbels Kielten, wirkten dann „wie der Einschlag einer V 2 und zerstörten alle Illusionen gründlich, zumal dann auch noch Churchill auf dem' konservativen Parteikongreß seine vielen Voraussagen über das Kriegsende durch eine neue ersetzte, in der er vorsichtigerweise den Termin auf den kommenden Herbst hinausschob. Das Ergebnis war, daß plötzlich mit keinem Wort mehr: von einem bevorstehenden Zusammenbruch Deutschlands die Rede war. Während kurz vorher noch behauptet worden war, den: Anglo-Amerikanern, an der Westfront stünden überhaüpt keine regulären Truppen inehr, sondern nur noch Volkssturm gegenüber. tauchten plötzlich in den englischen -Zeitungen Schätzungen englischer Militärsachverständiger auf, die erkennen lassen, wie sehr man nach wie vor die gegenwärtige Stärke der deutschen Wehrmacht fürchtet und sich keinen Täuschungen über ihren Kampf- und Offensivwert ' in diesen Kreisen hingibt.
Darüber, daß der anglo-amerikanische Vormarsch im Westen nach einer Bereinigung der Lage im Osten schlagartig friedigt sein wird, ist man sowohl bei den Engländern als auch bei den Nordamerikanem nach den Erfahrungen des vergangenen Dezember im klaren. Darüber hat kürzlich einer der be-