Ausgabe 
(21.3.1945) 68
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SSremer

ParlelamHiclie Tageszeitung der Nationalsozialisten Bremens

Da» Amtsblatt de» BaaterradoD BSreeroMiate» du Ftttea ÜanMStadt Bremen 7 . Amfllches Verkündunpjfclatt des ReichsBtatthalten In Oldeabwg Bad Bremen

Nummer 68 15. Jahrgang

Mittwoch, 21. März 1945

Einzelpreis 15 Rpf.

Brillanten für General Tolsdorff

Führerhauptquartier, 20. März. Der Führer verlieh das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz , des Eisernen Kreuzes an Generalmajor Theodor Tols­dorff,. Kommandeur einer Volksgrenadier­division, als 25. Soldaten der Deutschen

Wehrmacht.

Generalmajor Tolsdorff wurde für hervor­ragende Leistungen in den Abwehrschlachten südlich des Ladogasees am 15. 9. 1943 mit dem Eichenlaub ausgezeichnet. Weiterhin bekannt wurde der Name des damaligen Obersten Tolsdorff beim Ausbruch der tapferen Be­satzung von Wilna aus der feindlichen Um­klammerung. Nunmehr steht Generalmajor Tolsdorff an der Westfront. Im Verlauf der feindlichen Offensive wurde er mit Teilen seiner Division vom Rhein abgeschnitten. An der Spitze seiner Männer durchbrach er den feindlichen -Einschließungsriegel und führt,e die abgeschnittenen Truppen unter schweren Kämpfen in einen noch von eigenen Verbän­den westlich des Rheins gehaltenen Brücken- ■ topf zurück.

Von den Japanern versenkt

Tokio, 2 (VMärz. Das Kaiserliche Haupt­quartier teilt mit; Bei der Abwehrschlacht gegen die feindlichen Söndereinheiten erziel­ten unsere Luftwaffenverbände am 19. März bei den Kämpfen südlich von Kyushu fol­gende Ergebnisse, die bestätigt wurden: Ver­senkt-wurden zwei Kriegsschiffe unbekannten Typs. Nach uiiseren Angriffen stellten wir eine Explosion und*eine ungeheure Feuer­säule fest, die sich über den Schlachtraum erhob. 137 feindliche Flugzeuge wurden ab­geschossen (einschließlich derer, die von un­seren Bodentruppen und Uberwasserstreit- träften vernichtet Wurden). Einige unserer eigenen Flugzeuge kehrten nicht zu ihrem Stützpunkt zurück, jedoch ist der erlittene Schaden gering.. ,.

Bei einem Tagesangriff gegen einen feind­lichen Überwasserverband 'versenkten japa­nische U-Boote in den Gewässern westlich der Philippinen. zwei größere Transport­schiffe.

Hunger als Kriegsfakfor

>- Drahtbericht unseres Vertreters .

i sch. .Lissabon, 20. März. Die frühere Kö- Snigin von Holland, Wilhelmina, hat sich in einem flehentlichen persönlichen Schreiben an Roosevelt gewandt und ihn gebeten, sich für 1 eine Verbesserung der Versorgung in den von amerikanischen und englischen Truppen gesetzten Teileii Hollands einznsetzen. Köni­gin Wilhelmina schildert die Zustände in diesen Gebieten und nennt sie „überaus er- 1'schreckend“. Gleichzeitig- aber erklärt der Leiter des amerikanischen Kriegsmobil­machungsamtes, Byrnes, einer der engsten Mitarbeiter Roosevelts, die Anforderungen, ,die an die USA in bezug auf Lebensmittel­lieferungen gestellt würden, seien viel zu groß. Die USA seien nicht in der Lage, die­sen Wünschen voll zu entsprechen.

Auch die Londoner „Times“ beschäftigen sich mit der Ernährmgslage der Welt. Das Blatt gibt offen zu, es herrsche bereits eine Weltknappheit an Nahrungsmitteln, die den von den 1 yereinigten - Nationen geplanten Frieden zu unterminieren drohe, noch bevor er organisiert sei. Vielleicht könne sich sehr bald eine Situation ergeben, in der nicht mehr .die Deutschen, sondern der Mangel an Nahrungsmitteln, an Textilien und an Wohnungen der „Hauptfeind der vereinigten "Nationen in Europa sein werde. Europa könne nur durch schnellste Wiederherstel­lung seiner eigenen Produktionsmittel vor einer Katastrophe gerettet werden.

In London und Washington gibt man jetzt zu, plaß die Versprechungen, die man hin­sichtlich der Lebensmittellieferungen an Frankreich, Belgien, Holland, • Italien und Griechenland gemacht hat, nicht einzuhal­ten sind. Englische und amerikanische Korrespondenten, die in den letzten Wochen die besetzten Gebiete Europas bereisten, warnen eindringlich vor einer Hungerkata­strophe, die ihresgleichen in Europa seit Jahrhunderten nicht mehr gehabt habe. Gleichzeitig aber erklärt man in Washing­ton kühl, Amerika sei einfach nicht in der Lage, seine vorher eingegangenen Verpflich­tungen zu erfüllen, da es nicht möglich sei, Öen Lebensmittelstandard der USA-Bevölke- "ung noch mehr herabzusetzen.

Nach Sibirien deportiert

ep. Stockholm, 20. März. Ganze Volks­stämme in der Sowjetunion werden zwangs­weise nach- Sibirien verschickt, wie der bri­tische Unterhausabgeordnete Parker be- Janntgab." Krimtataren, Wolgadeutsche und Kalmücken wurden zum Teil nach Südsibi- deri, zum Teil nach Zentralsibirien ver­schleppt. Mehrere kleine Völkerschaften aus uem Norden,des Kaukasus wurden nach un­bekannten Gebieten abtransportiert.

Hungersnot und Chaos

Was die Kriegsverbrechei: dem deutschen Volk bringen wollen

S t o c k h o 1 m, 20. März. Die USA-Militär- Deutschlands und die Auflösung der deut-

verwaltung in den besetzten deutschen West­gebieten hat dem USA-Kongreß einen Bericht vorgelegt, der neue aufschlußreiche Feststel­lungen über die feindlichen'Absichten enthält, wie man mit dem deutschfen Volk zu verfah­ren gedenkt. In dem Bericht, den Reuter ver­breitet, heißit es, daß „die" Hungersnot in Deutschland in weiten Bezirken unvermeid­lich sei“. In dem Bericht wird gleichzeitig amtlich zugegeben, daß die Alliierten die Ver­antwortung für diese Entwicklung tragen. Der Bericht enthält aber noch ein weiteres Eingeständnis, daß nämlich in den feindbe­setzten Städten und Gemeinden mit den Alliierten das Chaos eingezogen ist. „Jede Spur von Gesetz und Ordnung ist verschwun­den, nachdem die nationalsozialistische Füh­rung nicht mehr wirksam ist“, stellt der Be­richterstatter fest. Daß die tatsächliche Zer­störung der deutschen Städte, Wohnhäuser, Schulen und sonstige Gebäude geradezu erschreckend sei, ist eine weitere Feststellung des Berichtes für den USA-Senat. Als Ziel wird in dem Bericht die dauernde Besetzung

„Wahl" linier Moskaus Druck M Finnlands Bolschewisierung

sehen Nation als in sich geschlossenes Ganzes zum Programm erhoben.

Hunger .und Chaos waren überall in Europa im Gefolge der Anglo-Amerikaner. Auch in Deutschland soll es nicht "anders werden. Zu der in dem Bericht ausdrücklich zugegebenen Unfähigkeit, eine solche Entwicklhng abzu­wenden, kommt gegenüber dem deutschen Volk noch der Haß hinzu und die Absicht, das deutsche Volk auszuhungern und auszu-,. rotten und im Chaos ersticken zu lassen. Das deutsche Volk nimmt diese Dinge zur Kennt­nis als wiederholte Bestätigung der feind­lichen Vernichtüngspläne und quittiert mit dem fanatischen Willen, den Kampf fortzu­setzen, bis dem Feind diese Haßträume ver­gehen."

„Heer der Zerstörung"

Genf, 20. März. Nachdem aus dem Mor-

genthau<-Plan bereits bekannt ist, daß die anwenden.

.Anglo-Amerikaner ganz offen die Ausrot­tung und Versklavung unseres , Volkes zu ihrem politischen Programm gemacht haben, indem sie das deutsche Volk aluf engstem Bäum zusammenpressen und ihm durch Zer­störung seiner Industrie auch jede Lehens­möglichkeit nehmen wollen, hat jetzt das britische Arbeitsministerium Bestätigt, daß die Haßpläne jüdischer Gehirne schon jetzt in den besetzten deutschen. Westgebieten praktisch verwirklicht werden. Wie Reuter meldet, ist ein besonderes „Heer der Zer­störung“ geschaffen worden, das den . alli­ierten Truppen folgt. Mehr als 10 000 bri­tische Techniker würden für diese Spezial­aufgabe zusammengestellt. Es ist ihre Auf­gabe, so heißt es in dem Bericht, die Be­stimmungen der Krim-Konferenz über ‘die .Zerstörung' der deutschen Industrie durch­zuführen. Sie haben hierzu genaue Instruk­tionen erhalten. Der Bericht fügt hinzu, daß dies erst der britische Beitrag zur Erfüllung der Krim-Beschlfisse sei. Die USA. und die Sowjetunion würden ihre eigenen Methoden

Drahtbericht unseres Vertreters N

hw. S t o c k h oim, 20. März. Am Montag­abend wurde folgendes vorläufiges Ergebnis dpr finnischen Wahlen bekanntgegeben: 5: sozialdemokratische Mandate (Verlust 33 50 „Völksdemokraten“ (Kommunisten, bisher nicht vertreten), bürgerliche Gruppen ins­gesamt 9S (Verlust 10 Mandate). .

Die bürgerlichen Verluste gehen hauptsäch­lich zu Lasten der Agrarier, die bisherige nationalistische Gruppe war durch ihre Auf­lösung ausgeschaltet. Sozialdemokraten und Kommunisten könnten nach den alten par­lamentarischen Spielregeln zusammen eine knappe Mehrheit bilden, womit jedoch kaum zu rechnen sein wird. Die Bolschewisten wer­den vielmehr eine baldige Wiederauflösuhg des Parlaments anstreben, um nach Ausschal­tung weiterer Gegner dutch neue Wahlen eine gefügige Mehrheit zustandezubringen und den Anschluß an die Sowjetunion vorzu­nehmen.

Jedenfalls wird auf Grund dieses Wahler­gebnisses der bisherige Erfüllungs-Minister­präsident Paasikivi trotz seiner Verdienste um Moskau^ zurücktreten müssen, um einem noch eifrigeren Sowjetdiener Platz zu machen. Schwedische Telegramme aus Hel­sinki kündigen seine Ersetzung durch einen Kommunisten an, auch der sowjetische Hetz­sender in finnischer Sprache, der stets die nächsten Druckmaßnahmen "Moskaus ein­leitet, spricht von der Notwendigkeit einer neuen Regierung, die die Aufgaben durch­führen könne, Finnland mit der Sowjetunion „gleichzuschülten“. ,

In Schweden hat die starke Zunahme^ der

schweren Verluste der Sozialdemokraten be­unruhigen. Man , hatte zwär. eine kräftige Linksschwenkung erhofft, damit die Sowjets „den guten Willen sehen sollten“. Dieser Ausschlag aber — 25,- Prozent der Abgeord­neten Kommunisten — war stärker als ge­wünscht. Auf der anderen Seite ist man sich darüber klar, daß die Sowjets in dem Um­stand, daß' zahlreiche alte Abgeordnete wie­dergewählt -wurden, eine Handhabe für neue, schon vorbereitete Pressionen erblicken.

Die Hintergründe x

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

g. Berlin, 20. März. Die Sonntag abgehalte­nen finnischen, Wahlen . brachten den Ver­lust der bürgerlichen Majorität im Reichs­tag. Das Ist nach vielen Jahren zum ersten- jpinal der Fall. Ein Blick auf die Hintergründe dieser Wahl aber zeigt sehr deutlich, wie es zu einer solchen Entwicklung gekommen ist: Im Schatten und Schutze Moskaus haben die finnischen Kommunisten eine sehr leb­hafte Tätigkeit begonnen. Im November 1944 wurde auf dkm sozialdemokratischen Partei­kongreß den Linkssozialisten der Wiederein­tritt in die Partei " gestattet. Die nächste Etappe war dann das Aufheben des Ver­botes der Kömmunistenpartei selbst. Getarnt als sogenannte „Radikale“, als „Volksdemo­kraten“, versuchten kommunistische Ele­mente mit großen finanziellen Mitteln für den kommunistischen Gedanken zu werben. Der Erfolg blieb nicht aus. Als jüngstes Bei­spiel kann die letzte Paasikivi-Rede genannt werden. Sie richtete wenige Tage vo y Aus­tragung der Wahl größte Verwirrung in

probolschewistischen Linken überrascht. Die Finnland an. Unter ihrem Eindruck glaub­

ten viele nationalgesihnte Finnen, ihre Stimme für die Kommunisten abgeben zu müssen, um dem Vaterland einen Dienst zu erweisen und es vor den Repressalien Mos­kaus im Falle einer kommunistischen Nie­derlage zu retten. Und nicht zu Unrecht fra­gen sich diese Wähler angstvoll, ob der Ver­lust der bürgerlichen Majorität im- Reichstag die Kommunisten befriedigt?

Eine Meldung aus Helsinki gibt auf Solche Frage eine verneinende Antwort: es besteht die Möglichkeit^ daß im Laufe dieses Jahres nochmals Reichstagswahlen stattfinden, die die Kommunisten dann-endgültig.zur Mehr­heitspartei machen sollen. Diese Stimme wird aber nicht nur manchem Finnen gu denken geben, sondern- auch- manchem Demokraten außerhalb dieses Landes, in den Vereinigten Staaten oder in England, denn dort glaubte man poch vielfach an die „demokratische“ Gesinnung und an die „demokratischen“ Me­thoden der Sowjets. Dort sieht man in den finnischen Reichstagswahleri einen Prüfstein' für die kommende sowjetische Außenpolitik: „Es ist ja zuni erstenmal, daß ein in den Mahl­strom des Krieges einbezogener Kleinstaat die Stinupe des Volkes sprechen lassen soll", schrieb ein schwedischer Korrespondent aus Helsinki. Und er hat recht, wenn, auch in anderem Sinne, als er es meinte.

Die finnischen Reichstagswahlen sind wirklich ein „Prüfstein für die kommende sowjetische Außenpolitik“ geworden, und die Stimme des finnischen Volkes hat gespro­chen: Sie Sprach unter dem Druck Moskaus kommunistisch. Wird man in den De­mokratien des Westens es erkennert? Und wird man vielleicht wie jener‘.Finne angst­voll an die Zukunft denken?

Gioßkämpfe und Angriffsvorbereiiungen im Osten und Westen

Drabtberlcht unserer Berliner Schriftleitung,

g. Berlin, 20. März. An der Ostfront neue Entwicklungsmomente durch sowjetische Großangriffe und durch Großangriffsyorbe- reitungen im südlichen und im Oderraum, an der Westfront Fortgang der schon in den letzten Tagen begonnenen Entwicklungen — das ist der ungefähre Aufriß der Kriegslage, wie er sich aus dem Wehrmachtbericht ergibt, im östlichen Frontgebiet bahnen sich zwei neue Entwicklungen an. Einmal setzte der Feind im Raum Stuhlweißenburg seine;An­griffe fort. Die Kampfzone erweiterte sich durch diese Öffensivstöße bis zum Vertes- gebirge und bis zu dem Gebiet von. Katar. Eigene Gegenangriffe kamen vor allem zwi­schen Drau und Plattensee ingang. Diese Kampflage und neuen Ereignisse können dazu führen,: daß unsere Abwehr im ungari­schen Raum einen mehr defensiven Charakter annehmen wird. Ähnliche offensive Stöße führt der Gegner auch weiter nördlich, an

Issi Kamp! bewühiäe "iiler-Jimgen beim Führer

Führerhauptquartier, 20. März. Der Führer Wipfing in seinem Hauptquartier.Reichs- Wgendführer Axmann mit einer Abordnung 2® 20 Hitler-Jungen, die sich bei der Vftrtei- "güng ihrer Heimat in Pommern, Nieder- “Milesien und Oberschlesien als Einzelkämp- ai P 1 ’.!- der Panzerfaust, als' MG.-Schützen, «is Spähtrupp und Erkunder, als Melder oder ;■ der Sprengung wichtiger Objekte beson- i bewährt haben. Mit diesen 20 Hitler- • Ho , gen war vor dem Führer symbolisch die putsche Jugend angetreten, die zur Zeit als v2 esfcer FMfer unserer Soldaten und des g^psturms überall auf bedrohtem deutschen S~! e 2. mu tig und unerschrocken im höch- ' de* ll- nsai ' z steht- ln diesen 20 Jungen ehrte r Führer zugleich ihre Kameraden, die in jungen Jahren schon als Märtyrer und [jjjpugen der deutschen Jugend im Kampf I ale Nation ihr Leben gelassen haben, jüngste der angetretenen Gefolgschaft "« der zwölfjährige, mit dem EK. 2. Kl. aus- gseichnete Hitler-Junge Alfred Czech, der im °Ppeln i m feindlichen Artillerie- und Ijgjf- p euer zwölf verwundete Soldaten ge- h,i? en ünd einen sowjetischen Spion gestellt ,C e y Manche der 15-, 16- und 17jährigen

halfen der Truppe und dem Volkssturm, wo immer sie konnten, vernichteten feindliche Waffen mit der Panzerfaust, übermittelten wichtige Meldungen von der Truppe zu vor­übergehend abgeschnittenen Einheiten, brach­ten Beute und Gefangene ein und trugen verwundete deutsche* Soldaten aus der Kampfzone. Zwei' von ihnen trugen das EK. 1., alle übrigen das EK. 2. Klasse, einige das Infanteriesturmabzeichen und die meisten schon das Verwundetenabzeichen.

Der Führer begrüßte jeden einzelnen der Hitler-Jungen durch Handschlag und ließ sich von ihnen ihre Erlebnisse schildern. „Ihr kennt den Kampf jetzt schon aus eige­ner Erfahrung“, so rief der Führer am Schluß den angetretenen Jungen zu, „und wißt, daß wir in einem Bingen um Sein oder Nichtsein des deutschen Volkes stehen. Ich bin trotz aller Schwere der Zeit fest davon überzeugt, daß wir in diesem' Kampf den Sieg erringen werden, vor allem auch im Hinblick auf die deutsche Jugend und besonders auf euch, meine Jungen!“

Mit einem leidenschaftlichen „Heil, mein Führer!“ beantworteten die Jungen wie aus.

der oberschlesischen Front. Namen wie Leob- schütz und Neisse kennzeichnen hier die An­griffsabsichten der Sowjets. Auch Ostpreußen, Kurland und Stettin stehen augenblicklich im .Mittelpunkt der gegnerischen Aktionen. Eine andere Entwicklung bahnt' sich aller­dings an der Oderfront ari. Hier sieht es so' aus, als ob die Sowjets aus dem Stadium wochenlanger Vorbereitungen nun zu neuen Kampfhandlungen übergehen wollen. Die verstärkten Angriffe gegen Küstrin sind da­für ein Kennzeichen.

Während an der Ostfront Großangriffe und Großangriffsvorbereitungen die Merk­male der Schlacht sind, steht die Westfront im Zeichen der vor einigen Tagen begönne* nen amerikanischen Offensive gegen den linksrheinischen Frontbogen der deutschen Verteidigungslinie. Nachdem es den feind­lichen Panzerdivisionen gelungen, ist, die Mosel westlich von Koblenz zu überqueren und die Nahe zu erreichen und sogar das andere Ufer zu gewinnen, strebt der Gegner südöstlich vom Nahetal dem Rhein zu. Mit andern Kräften dagegen versucht er süd-T lieh weiterzukommen, um im pfälzischen Ge­biet Boden zu fassen. Unmittelbar südlich der. Nahe sind den amerikanischen Panzer­divisionen jedoch deutsche Eingreifverbände entgegengetreten, die bei den feindlichen Oberbefehlshabern heftiges Kopfzerbrechen, hervorrufen, dehn man hat nicht damit ge­rechnet, daß die deutsche Führung in dieser schwierigen Situation Reserven bereithält, um sie dem feindlichen Panzervorstoß ent­gegenzuwerfen. Das. schmale gewundene Nahetal mit seinen Bädern Münster ant Stein und Kreuznach und mit seihen ruinen­gekrönten Bergen wurde für die Amerikaner zu einem Schauplatz heftiger Kämpfe mit erbitterten Widerstand leistenden deutschen Verbänden. Neben dem operativen Ziel, den Durchbruch in die Pfalz hinein zu erzwingen, schwebt dem Gegner auch die Inbesitz­nahme des Saaigebietes, vor, üas westlich der •Pfalz Hegt.

Etwas weiter nördlich bildet der Brücken­kopf bei Remagen einen Mittelpunkt der Kämpfe. Seine Erweiterung nach Norden und Osten ist vor allen Dingen das Ziel der feindlichen Anstrengungen. Die Ungunst des Geländes versucht, er durch ein plan-' mäßiges Vollpumpen des Brückenkopfes mit; Menschen und Material zu überwinden. Aber

Jl, ngen wrren tagelang eingeschlossen. Sie all« einem Munde den Gruß des Führer». fl auch an dieser Front stehen neben

Großkampfhandlungen die Großangriffsvor­bereitungen des Gegners. Was für die Ost­front der Oder-Abschnitt ■ ist, ist für den Westen die Front am Niederrhein: Da wie dort leiten Sowjets und Anglo-Amerikaner seit Wochen den 1 großen Aufmarsch ■ gegen das Reich ein, einen Aufmarsch, dessen Ent­ladung Deutschland mit entschlossener Ruhe entgegensieht.

Kanada - kriegsmüdestes Land

' Drahtbericht unseres Vertreters kl. Stockholm, 20. März. Die Neuwahlen für das kanadische Parlament werden, wie der Generalgou-yerneür- Lord Athlon mitteilt, un­mittelbar nach Schluß der gegenwärtigen Session des Parlaments (17. April) stattfin­den. Die Neuwahlen werden nicht nur inner- politisch, sondern auch außenpolitisch von großer Bedeutung, sein, 'denn Kanada gilt bereits seit langem als das kriegsmüdeste Land der Welt, und der Ruf nach einem Friedenskabinett, das dem [Land weitere Opfer ersparen soll, wird immer vernehm­licher. ,. .

Sowjet-Panzer

Dk Kl. Die oft geradezu phantastisch an* mutenden Panzerabschußlisten in den deut­schen OKW.-Berichten — so jetzt wieder über die sowjetischen Panzerverluste in Ost- und Westpreußen — stellen immer wieder die Frage in den Vordergrund: Woher nehmen die Sowjets solche großen Massen von Pan­zern uhd. ist ihre Produktion daran ebenso unerschöpflich, wie es ihr Menschenreservoir zu sein scheint? Bereits bei Ausbruch des Kampfes 1941 wurde von Fachleuten ge­schätzt, daß die sowjetische Panzerwaffe der deutschen mindestens zehnfach überlegen sei. Es schien also von Anfang an ein nicht nur ungleicher, sondern fast aussichtsloser Kampf. Aber schon in den ersten vier Tagen des Feldzuges im Osten wurden 1200 feindliche Panzer vernichtet, eine Zahl, die sich in den ersten zehn Tagen auf 5774 erhöhte. Nach den Kämpfen um Smolensk Ende Juni-mel­dete die deutsche militärische Führung, daß sich die Gesamtzahl der vernichteten rFeind- panzer auf 13 145 erhöht habe. Dieser kurze Rückblick zeigt, daß schon damals der ge­waltigen Überlegenheit an Material deut­scherseits nicht nur der Wille zum Sieg ent­gegengestellt wurde, sondern daß die deutschen Waffen in Angriff und Ver- > teidigung der sowjetischen Masse über­legen -waren. Heute wie damals!

Im folgenden mögen nun kurz einige An­gaben über die von der sowjetischen Pan- - zerwaffe verwendeten Typen gegeben, wer­den, -außerdem aber sei hier kurz die Frage gestreift, 'woher nimmt der Feind diese Materialmengen? Während in der Sowjet­union bis etwa 1930 fast ausschließlich Lizenzbauten ausgeführt wurden, d. h. in eigenen Fabriken erfolgte die Herstellung von Typen englischer und nordamerikani­scher Muster, setzte seit dieser Zeit eine eigene Konstruktion und deren Ausführung ein. Die furchtbaren Verluste in den ersten Kriegsmonaten zeigten aber, daß die sowje­tische Panzerwaffe in keiner Weise den an sie gestellten Anforderungen gewachsen war. Infolgedessen wurde verstärkt der relativ kampfkräftige T 34 gebaut, der seit dem Winter 1941 in Massen "eingesetzt wurde und wird. Die Stärke seiner Panzerung betragt bis 70 mm.. Die vierköpfige Besatzung ver­fügt über eine 7,62-cm-Kanöne und zwei -Maschinengewehre. Mit einem Fahrbereich von 450 km kann er eine Geschwindigkeit bis zu 50 km/st erzielen. Da ,immer ■ wie­der infolge der überlegenen deutschen Ab­wehr schwerste Verluste an Material ein­traten, versuchte man auf feindlicher Seite die Kampfkraft des T 34 zu erhöhen.' So wurde z. B. versucht, die Panzerung an der, Vorderseite durch Anbringung von zusätz­lichen Panzerplatten zu verstärken. Nach­teilig war dabei, daß die Federung des Lauf­werkes dadurch erheblich überansprucht wurde. Weniger in Erscheinung getreten sind, obwohl die sowjetische Agitation sie immer wieder hervorhob, die Schwimm- Panzer-Kampfwagen T 37 und T 40. sie haben nur ein geringes Gewicht -Von 3,2 bzw. 5,5 t und erreichen auch nur eine Ge­schwindigkeit von 40—50 km/st, die im Was­ser auf 10 km/st sinkt.

Da die sowjetische Kriegsindustrie trotz aller Anstrengungen nicht in der Lage war, den eigenen großen Bedarf zu decken, mußten die Vereinigten Staaten von Nordamerika ihrerseits mit großen Lieferungen aushelf eh. So hat die deutsche" Abwehr bisher schon zahllose USA-Panzer im Kampf gegen die Sowjets vernichtet. Hierzu gehören neben dem leichten Fanzerkampfwagen „M III-Ge- neral Stuart“ mit; einem Gewicht von 13 t der mittlere Panzer „M IXI-General Lee“ und „M IIl-General Grant“. Der heute von den Nordamerikanem eingesetzte Massentyp des mittleren Panzerkampfwagens,. „Mark XV- General Sherman“ findet sich auch in der sowjetischen Pänzerwaffe. Ob die USA-Rü- stungsindustrie aber bei den erhöhten eigenen Verlusten weiterhin in der Lage sein wird, / starke Kontingente an die Sowjetunion abzu­zweigen, wird die Zukunft zeigen.

Man würde die Leistungen der sowjetischen Schwerindustrie überschätzen, wenn man der Meinung ist, daß sämtliche von den Sowjets- zum Angriff geführten Panzer als neue Stücke direkt aus der Fabrik an die Front gekommen sind. Im Gegenteil, die sowjetische Improvi­sation bemüht sich immer wieder, beschädigte und durch deutsche Abwehrwaffen zerstörte Panzer wieder einsatzbereit zu machen. So ist es eine Tatsache, daß man beim Feind die ausgebrannten oder ausgefallenen Panzer flüchtig ausbesserte und neu spritzte, "um sie

„Bulgarisches Tempo" in Rumänien

Drahtbericht unseres Vertreters

rd. Bern, 20. März. Nach neuesten Meldun­gen aus Bukarest wurden die Kanzleien .und Heime der Natiohalliberalen Partei unter Bra- tianu und der Nationale^ Bauernpartei Ma- nius • auf Befehl des rumänischen Innen­ministers geschlossen, was praktisch den letzten Schritt vor dem absoluten Verbot dieser Parteien bedeutet. Die rumänischen Regierungsstellen, scheuen sich nicht, diese Maßnahme in direkte Verbindung mit dem Eingreifen Wyschinskis -zu bringen. Bukarest läßt erklären, Wyschinski habe auf einer Tagung de^ rumänisch-sowjetischen Kultur­gesellschaft — Sinn und Bedeutung solcher überall aufkommender- Kulturgesellschaften wird an diesem einen Beispiel klar erkennbar — erklärt, beide Parteien seien überalterte Organisationen. „Laßt diese Spatzen dort, wo sie sich hingesetzt haben“, sagte er. Die Re­gierung Groza hat den Wink verstanden; es ^werden ihr allerdings auch noch \veit präzi­sere Anweisungen über die Liquidation der“ Demokratie von Wyschinski zugestellt sein.

Die große „Aufräumung“ wird jetzt auch auf pseudogerichtlichem Wege rasch voran­getrieben. Die Regierung Groza wird sich bemühen, allen Terror- und Abschreckungs­wünschen Moskaus ein gehorsames Werkzeug zu sein. In nächster Zeit wird in Erfüllung des Vernichtungsprogramms der frühere' rumänische Staatschef Antonescu zu­sammen mit 250 weiteren Staatsmännern und Beamten vor einen Gerichtshof in Bu­karest mit entsprechender Richterbesetzung geschleift werden. \

„Bulgarisches Tempo“ der Hinrichtungen ist verlangt worden. Groza hat keine Skru­pel, das Programm' zu erfüllen, genau so wenig, wie er Skrupel hatte, anglo-amerika- nischen Pressevertretern in einem Lügen­interview die demokratische Ausrichtung seines Kabinetts zu beteuern. England und Amerika reagierten bitter darauf und fah­ren fort, zu protestieren. Der Erfolg hat sich über Nacht eingestellt. Wyschinski. ist jetzt für klare Verhältnisse — er beseitigt, alle Unklarheiten,