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Parleiämiliclie Tageszeitung
Pas Amtsblatt des Begierenden Bürgermeisters der ^eton Hansestadt
Bremer Dladtridjtcii
Bremern., Geschäftsstelle und Schrift- leltung: Geeren 6-8, Rqf tags und nachte unte^ Sammelnummer 2 18 31; Syke: Mühlendamm 2; Bremen-Hemelingen: Bahnhofstr. 6, Ecke PoststraBe, Ruf 6 34 56; Bremen-Vegesack: Rohrstr. 24, Ruf 4 und 8; Bremen-Blumehthal: Kapit.-Dallmann-Str. 41-43, Ruf 88 u. 88
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliche8 Verkündungsblatt des Reichsstotthalien in Oldenburg und <
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Nummer 66 15. Jahrgang
Montag, 19. März 1945
Einzelpreis 15 Rpf.
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Polens ungeheure Verluste
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Stockholm, 18. März. Das englische Reuterbüro gibt eine Mitteilung des Pressebüros der polnischen Wehrmacht wieder, wot nac b sich die polnischen Gesamtverluste an ^■Militär- und Zivilpersonen in diesem. Krieg bereits auf mehr als 10 Millionen oder über, ,g Prozent der polnischen Vorkriegsbevölkerung belaufen. Diese Verlustzahlen setzen s ieh aus Gefallenen, Verwundeten, Kriegsgefangenen, von den Bolschewisten Deportierten und Internierten zusammen.
< Diese gewaltigen Opfer übernahmen die Polen statt feiner vernünftigen Lösung der deutsch-polnischen .Frage um eine Garantie wiiren, dferen Fadenschfeinigkeit ihnen erst heute voll zum Bewußtsein gekommen ist. Während ' die Polen weiterhin als Vasallen der Gärantiemächte hohen Blutzoll an den europäischen Fronten entrichten müssen, wurden sie gleichzeitig /von diesen an Moskau verraten, wurden sife heimatlos gemacht und werden sie jetzt auf eine britische Staatsbürgerschaft vertröstet, Niemals haben wohl politische Irrtümer zu einer größeren Tragödie eines Volkes geführt wie in Polen.
Als Kugeliung
Berlin, 18. März. Der 24jährige .Ober- gefreite Lücken aus Oldenburg, Träger des BK. 1., des Deutschen Kreuzes in Gold, zweier Panzervernichtungsabzeichen, fünfmal verwundet, macht unter Eid die -folgenden Angaben:
„Ich lag zuletzt mit memer Emheit im Raum von Guben. Bei einem deutschen Gegenstoß kamen wir vor einem Meinen Wald in Stellung. Aus dem Gehölz rollte ein T 34. .An diesem ^sowjetischen Panzer war eine deutsche Rote-Kreuz-Schwester an der Stirnseite angebunden. Sie war durch ihre Kleidung, Kopfbedeckung und Armbinde deutlich erkennbar. Die Bolschewisten benützten sie als Kugelfang. "
Im Verlauf unseres Gegenstoßes eroberten wir sechs deutsche Dörfer zurück. In allen Bauernhäusern fanden wir Gruppen von alten Männern und Frauen, die mit durchschnittenen Pulsadern oder mit Genickschüssen auf Decken oder Sofas Jagen. ■Buchstäblich alle jungen Frauen waren von den Bolschewisten vergewaltigt worden. Obwohl ich schon lange an der Ostfront ■ kämpfe, habe ich nie gedacht, das Menschen sich’ derartig bestialisch und brutal benehmen'können. Auf einer der Dorfstraßen lagen die niedergewalzten Leichen von 18 deutschen Frauen, die offenbar planmäßig dort nebeneinandergelegt, gefesselt und dann überfahren worden waren. Die Wohnungen
waren ..überall ausgeplündert und restlos zer- “stört. Jeweils die Hälfte der Dörfer war ab
gebrannt. Alle von uns gefangengenommenen bolschewistischen Soldaten trugen unter ihrer Uniform deutsche Zivilkleider, die sie den Leichen der' erschossenen deutschen Männer ausgezogen hatten. Ihre Panzer und Fahrzeuge äind mit geraubtem Gut über und .über beläden.'*
Hunger-Rationen
Stockholm, 18. März. Der anglo-amerika-
hrige’ nische Vemichtungswille gegenüber dem
deutschen Volk dokumentiert sich täglich von neuem nicht nur in den» Bombenterror gegen die deutsche Zivilbevölkerung, sondern auch in den Meldungen, die über die Drangsalierungen deruieutschen Bevölkerung in den besetzten Westgebieten eingehen. So teilt der —■ Reutervertreter im alliierten Hauptquartier, ! Yarrow, mit, daß in Köln,ein Rationierungs- ' System eingeführt werde, das 1500 Kalorien als tägliches Höchstmaß vorsieht, ein Drittel des USA-Standards. Der Überschuß werde an die Ausländer im besetzten Gebiet verteilt.
Diese,Mitteilung zeigt; daß sich die Pluto- kratien im Westen in ihrem Haß gegen alles Deutsche von den Bestien im Osten nicht unterscheiden. Mit Hungerrationen, die bewußt nur auf einen Bruchteil des UßA-Standards festgelegt worden sind, soll die deutsche Zivilbevölkerung dem allmählichen Verhungern ausgeliqfert werdin.
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Bittere Erkenntnisse
Noi und Chaos der ftfliierle Anschauungsunterricht für Völker Europas
Drahtbericht unserer Üerliner Schriftleitung
g. Berlin, 18. März. Der Anschauungsunterricht, den die europäischen Völker unter dem^ Stichwort „Befreiung“ von den Alliierten erhalten, gestaltet sich immer vielseitiger und eindringlicher. Als abschließende Erkenntnis kommt immer die Feststellung heraus, daß diese angebliche Befreiung diesen Völkern nur Not und Elend und politischchaotische Zustände, den Alliierten selbst aber innere Mißhellj^-keiten gebracht hat, weil die Sowjetunion sich nirgends an die Vereinbarungen mit, ihren Verbündeten halt, sondern stets Tatsachen auf eigene . Faust schafft. y
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Auch heute liegt dafür eine Reihe neuer Beispiele vor. übet die Zustände, die seit .der „Befreiung“ ln Frankreich' eingerissen sind, wird der englichen Zeitschrift „Reynolds News“ berichtet, das entsetzliche Elend, das die Franzosen mit Ausnahme -der Gauner des Schwarzen Marktes durchgemacht haben, habe das einstige „Befreiungslächein“ in eine höhnische und vorwurfsvolle Fratze verwandelt. Der leere Magen und der federlose Herd seien nur, ein Symptom für das allgemeine Elend, an ’ dem Frankreichs Seele zugrunde gehe. Für die Franzosen stehe es fest, daß die
Alliierten für diese Katastrophe, verantwortlichen seien.
übrigens haben auch die „Befreier“ selbst in gewissem Sinne ähnliche Erfahrungen wie die Böfreiten machen müssen. Das gilt zum Beispiel für England. „Daily Mail“ findet jetzt sehr bittere Worte dafür, daß die Engländer seit Jahren den Riemen enger schnallen müsseh. Das Blatt bemerkt hierzu ironisch, daß
die Amerikaner, wenn sie ihrerseits Schlange . "'-Bom-
stehen müssen, wenigstens nicht von V- ben getroffen würden.' Die schlimmsten. Erfahrungen aber machen die Engländer und Amerikaner mit ihren sowjetischen Bundesgenossen überall dort, wo die westlichen Alliierten glauben, siel 1 auf bestimmte Abmachungen berufen zu können, während die Bolschewisten gär nicht daran denken,, solche Vereinbarungen zu, respektieren, sondern überall, wo sie machtmäßjg dazu in der Lage sind, die. Dinge nach eigenem Gutdünken regeln. >■
Das gilt augenblicklich in hohem Maße für Rumänien. Die Sowjets, erklären Rumänien und Bulgarien als ihre Interessenzone' und dulden.nicht die geringste amerikanische Einmischung in die politischen, wirtschaftliche!) oder zivilen- Angelegenheiten . dieser Länder/ Hohe amerikanische Beamte, die sich dort auf hielten, bekamen sehr wenig Unterstützung
von den sowjetischen Behörden; Die Amerikaner mußten feststellen, daß die Sowjets das Jalta-Abkommen völlig ignorieren. Sie mußten manchmal wochenlang warten, bis sie auf die einfachsten Fragen überhaupt nur eine Antwort der Bolschewisten bekamen. Die bolschewistischen Befehlshaber, hätten anscheinend, wie das Blatt bemerkt, überhaupt noch nichts von Jalte gehört, und sie kümmerten sifch nicht um alliierte Vereinbarungen^
Man , kann angesichts solcher' Meldungen nur darüber erstaunt sein, daß die Briten und Yankees sich noch über diese Konsequenzen ihrer. „Befreiungspolitik“ wundern.
Harte Frauen?
Von Dr. Lore .Reinmöller
Belgisches Eingeständnis
ep. Stockholm, 18. März. Deutschland habe in fünf Monaten der Besatzungszeit Belgien für- die zivilen und industriellen Betriebe des Landes das Zwanzigfache dessen geliefert, was die Allnerten iri den fünf Monaten seit der Besetzung Belgiens geschickt haben, erklärte der belgische Ministerpräsident van ; Acker dem Mitarbeiter des „Daily Herald“, Towler. Was die Alliierteh bisher Belgien nach der Besetzung zur Verfügung gestellt, hätten, entspreche insgesamt nur einer Einfuhr von zwei Tagen gegenüber der Vorkriegszeit. Die Ernährungs- und Wirtschaftslage sei in Belgien geradezu trostlos.
Bewegungsschiacht um linksrheinischen Frontbogen
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Drahtberioht unserer Berliner Schriftleltung bm. Berlin, 18. März. Die. große Sohlacht um den deutschen Frontbogen, der sich zwischen Koblenz und Hagenau über den Rhein vorwölbt und Pfalz und Saargebiet umschließt, ist in der jüngsten Entwicklung unter das Gesetz des Bewegungskrieges gestellt. Drei nordamerikanische Armeen von 25. Infanterie- und 15 Panzerdivisionen stehen in einem konzentrischen Angriff, um durch Umfassungsbewegung aus dem Raum südlich der Mosel und dem ^saar-pfälzischen Ab- 'schnitt die einzigen deutschen linksrheinischen Positionen zu gefährden und den gesamten Flußlauf als Ausgangsbasis neuer Großanstrengungen zu gewinnen. Die. Beschleunigung, mit der das alliierte Hauptquartier seine Truppenkonzentration am Niederrhein unter dem Schulz künstlichen Nebels vollzieht, läßt jedoch die Absicht vermuten, daß die Ergebnisse der Schlacht 1111 Hunsrück und an der Saar nicht abgewartet werden sollen, sondern schon vorher der Versuch gewagt werden wird, den Übergang über den Strom zu erkämpfen. Diese Vermutung wird durch einen Vorstoß über den Rhein verstärkt, den die Amerikaner während des Wochenendes zwischen Krefeld und Duisburg — dem Hauptbereitstellungsraum ihrer neuen Offensive — unternahmen. Von den seit Tagen zu beobachtenden AüfMärungs- vorstößen unterschied sich dieser Übersetzversuch «durch die starke artilleristische Feuervorbereitung und den Umfang der eingesetzten Kräfte, so daß er durchaus als Einleitung der erwarteten Schlacht' .um den Niederrhein gewertet werden darf. Die Kraft der neu aufgebauten rechtsrheinischen .Verteidigungszone, die in Berichten britischer Frontkorrespondepten als überraschend stark bezeichnet wird, brachte jedoeff den Versuch zum Scheitern. Das deutsche Oberkommando stellte am Sonntag fest, daß! der Feindvorstoß völlig abgewiesen wurde.
Der Gegner plant ganz offensichtlich, die
Schlacht um. den Rhein-Übergang mit deip
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Eigener Drahtbericht
ep. Madrid, 18. März. „Die alte Garde Europas ergibt sich nicht“, erklärt ein Artikel von „Informationes“, der die Widerstandskraft und den Siegeswillen des deutschen Volkes unterstreicht. „Es gibt in der Geschichte keinen Vergleich zu der gigantischen Episode des deutschen Heldentüms, daß ; eine ganze Nation trotz Brand und Stablgewitter und trotz 1 der Wellen von Panzern, die ein. Land verbrecherisch brandschatzen, standhält. Unter diesen Leiden verstärkt Deutschand seinen Entschluß,. zu siegen oder zu sterben. Die Rechtfertigung dieses Kampfes ist nicht nur Im Lebensreoht der Nation gegeben, sondern 1 auch in der Berufung, um jeden Preis die europäische. Welt zu verteidigen“. Wenn Deutschland zusammenbreche, müßte die Welt der westlichen Kultur im Angesicht der eigenen Vernichtung reuevoll weinen. Als alte Garde Europas jedoch werde sich Deutschr land nicht ergeben.
'bestes deutsches Menschenmaterial. Sie seien ausgesuchte Männer, hervorragend ausgebildet und ausgerüstet und unferschüt- terlich im Glauben an den Nationalsozialismus.
.Noch immer sehr stark'
, Genf, 18, März. Die Informationen, die man ©er Deutschland erhalte, so schreibt die englische Zeitschrift „Weekly Review“, un- Ostreichen durchweg den Fanatismus, mit dem die Deutschen im Osten und im Westen kämpfen. Die Jalta-Deklaration, so wird ausdrücklich betont, habe den fanatischen Widerstand nur noch erhöht. Ob' Mann oder Frau — alle Deutschen seien entschlossen, bis zum letzten Blutstropfen zu kämpfen. Aus »■eiteren 'Berichten, gehe hervor, daß Deutsch- la nd vom militärischen Standpunkt aus ge- Gwen noch immer sehr stark sei und gute Reserven än Menschen und Material besitze..
Was die Auswirkung der alliierten Luftangriffe auf die deutsche Industrie anlange, ?® nicht nur die Fabriken unter- * r d s i c h angelegt, sondern diese hätten ““rt. ungeheure Mengen an Material auf- “i w iehern können. Bezüglich der Menscben- f^erven werde in den Berichten besonders • rvnrgehoben, daß Deutschland über erst- s£ra tegische Reserven verfüge- Diese
Amerikanisches Eingeständnis
Eigener Drahtbericht
ep. Lissabon, 18. März. „Wir haben einige historische Städte eingenommen, doch können wir, wenn wir ehrlich sind, nicht behauptet!, irgendeinen : wichtigen Teil des • deutschen Heeres im Felde vernichtet zu haben“, erklärt „Time“-Korrespondent Sid- ney Olson, der der 9. USA-Armee als Kriegsberichter zugeteilt ist.
Kämpferische Haltung
Stockholm, 18. März. Die kämpferische Haltung der deutschen Jugend macht den Anglo- Amerikanern im Westen schwer zu schaffen. Immer wieder mußten > anglo-amerikanische Berichterstatter Zeugnis von dem fanatischen Geist der deutschen Jungen und Mädel ab- iegen. Ein neues Eingeständnis dieser Haltung der deutschen Jugend macht jetzt der Londoner Berichterstatter von „Afton Tid- ningen“, indem er schreibt, das größte Problem für die Alliierten in Köln stelle die Hitler-Jugend zwischen 12 und 16 Jahren dar, die Sabotageakte verübe, Leitungen durchschneide usw.
Britischer Rauh beginnt
• ri, PPen verkörperten in jeder Hinsicht eingreifen.
Mailand, 18. März." Auf Grund der von Ba : doglio Unterzeichneten WaffenstiUstands- bedingungen vom September 1943 sind die beiden südlich von Sizilien gelegenen Inseln Lampedusa und Pantelleria in britischen Besitz übergegangen. Die Bekanntgabe dieses Besitzwechsels habe bei der Bevölkerung der Inseln größte Empörung hervorgerufen. Auf dem Hauptplatz von Lampedusa fand -eine Protestkundgebung statt. Die Polizei mußte
Kampfgeschehen in dem Brückenkopf Von Remagen zu koordinieren. Diese Brückenkopfstellung, die einzige bisher auf dem bstufer des Rheins errungene Position der Amerikaner, erstreckt sich nunrpehr zwi
schen dem vom Feind besetzten Drachenfel^j kenfeld entfernt. Bei Simmern stieß eia
zweiter sich äbteilender Panzerkeil auch bis
nördlich von Honnef bis zu den Höhen südlich von Hönningen und reicht mit seiner östlichsten Ausbuchtung bis zum Flußlauf der Wied. Die’ Kämpfe in diesem Räum sind außerordentlich' hart. In fortlaufenden Angriffsstößen, die von starken Luftbombardements begleitet sind, Suchen die amerikanischen Panzer den Durchbruch zur Autobahn Köln-Frankfurt zu gewinnen, uip. sich hier günstige Entfaltungsmöglichkeiten zu erkämpfen.
in dem Ringen um den linksrheinischen
Frontbogen der deutschen Abwehr_hat sich
Oberbefehls-
die Lage nach den Berichten des haber- West weiter verschärft. Die ameri-
durch den Osburger Hochwald nach Südosten vordringenden Panzerspitzen zusammenzutreffen. Die vom . Ruwer vprgestoßenen Feiridkräfte erreichten die Hunsrückstraße bei Hemmerskeil, sind jedoch noch etwa 20 km von den Panzerspitzen im Raum Bif-
-nach- Bad Kreuznach vor und' suchte sich hier nach Süden in Richtung auf Kaiserslautern zu entfalten. Sein Bestreben ist es, mit den aus dem Süden zwischen Saarbrücken und Hagenau in nördlicher Richtung vorstoßenden Truppen der 7. USA- Armee Fühlung aufzunehmen. Im Gegensatz zu den Kämpfen im' Hunsrück und an der Nahe Vermochte der Gegner hier jedoch die Fronten nicht in Bewegung zu bringen. Erbitterte Kämpfe toben an dieser Front nordwestlich Saargemünd um die Bunkeranlagen des Westwalls und im Südteil des Hagenauer Forstes. Die deutsche Verteidi-
kanischen Panzer, die von der Kyll bis Kob- gung stützt“ sich hier auf feste Abwehran- lenz vordrangen ;—in der Stadt toben harte lagen, wahrend im Hunsrück und an der
Straßfenkämpfe — stießen aus nordwestlicher Richtung bis Simmern vor und entfalteten sich hier nach Südwesten über Birkenfeld hinaus, um mit den vom Ruwer
Nahe das für Bewegungskämpfe' typische Bild eines Ringens um einzelne Stützpunkte und schnell errichtete Sperrsteilungen zu beobachten ist.
Sowjets künden „Frühjahrsschlacht" aa
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleltung
bm. Berlin, 18. März. Auf dep Schlachtfeldern Schlesiens und im Kampf um die deutschen Brückenkopf Stellungen an der Ostsee .unternimmt der östliche Gegner erbitterte Angriffsanstrengungen, die, von der sowjetischen' Agitation als Beginn der Frühjahrsschlacht bezeichnet' werden und die .Vorbedingungen für den zu erwartenden Offensiv« stoß über die Oder schaffen sollen. Die sowjetische Aktivität ist yon, dem Gedanken beherrscht, vor* der Schlacht um die Oder - * mit, dem offen ausgesprochenen Angriffsziel Berlin die Südflanken bis zu dep Sudeten zurückzudrängen und durch Beseitigung ‘der deutschen Ostseepositionen die bisher dort gebundenen starken Truppenkontingente für den Angriffsstoß nach Westen freizumachen. Im Kampf mit der verstärkten deutschen Abwehr müssen die Sowjets jedoch außerordentliche Verluste' hinnehmen. So verlor der Gegner allein in Schlesien während der letzten 24 Stunden 121 Panzer. Das entspricht etwa dem Ausfall von zweieinhalb Panzerbrigaden. In den letzten Frontberichten der , s Pr,awda“ und des sowjetischen Rundfunks werden die Schwierigkeiten für die .Ahgriffstruppen, vor allem in Schlesien, als überaus gN>ß bezeichnet,' Die deutsche Abwehr, so wird festgestellt, habe sich sehr verstärkt un^' verlange für jeden Meter Boden starke Opfer von den angreifenden Truppen. Aus der .Härte dieser Kämpfe läßt sich sehr leicht die schwere Aufgabe ablesen, die von dA sowjetischen Truppen bei einem Stoß über die Oder zu erfüllen sein würde.
In Schlesien gewinnt die Schlacht stündlich an Umfang und Erbitterung. Auf beiden Seiten werden fortlaufend heue Verbände in den Kampf geführt — die deutschen Truppen beschränken sich nicht allein auf die. Abwehr, sondern setzen fortwährend zu Gegenstößen an, so daß die Schlacht ein äußerst wechselvolles Gesicht trägt. Einzelne Ortschaften wechseln an einem Tage mehrfach den Besitzer. Der sowjetische Angriffsstoß basiert auf. dem Brückenkopf von Ratibor und entwickelt sich bis in den Raum nördlich Leobschütz und östlich Neiße.' Nach dieser -Entwicklung verläuft die schlesische Front nunmehr aus dem Abschnitt nordöstlich Lauban, wo der Gegner vergeblich die in der Vorwoche errungenen deutschen Stellungsverbesserungen zu beseitigen - versufcht, in südöstlicher Richtung entlang der Nord- ausläuffer des Katzbach-Gebirges, nördlich an Striegau vorbei bis Neiße und reicht von hier aus bis in den Abschnitt Schwarzwasser, von dem ans die Sowjets in starken Angriffs- Stößen die Mährische Pforte zu erreichen suchen, um sich den Weg in das Protektorat zu öffnen.
Der Kampf um die deutschen Ostseepositionen wird mit besonderer Erbitterung vom Süden und Osten gegen, die deutsche Brückenkopfstellung vor Stettin geführt. Südlich Stettin stehen die Sowjets bei Kle-
bow. D^r“ von Osten geführte Stoß klammert sich an die Straße Stargard—Stettin und führte die Sowjets bis in den Abschnitt westlich Buchholz. Der Kampf geht um den'Besitz der Oderübergänge, die den Sowjets von der tapferen deutschen Verteidigung aber verwehrt wurden. Nördlich Stettin versuchen die Sowjets, mit Schwimmpanzern nach Wollin überzusetzen, wurden .jedoch auch hier abgewiesen. ,
Riesen-Rokeien
London, 18. März. Reuter meldet: Zum ersten Male erschienen jetzt in den USA Berichte über Londons „Leiden unter dem plötzlichen Tqd“, nachdem die britische Zensur in beschränktem Umfange der! Reifungen gestatten mußte, zu berichten, daß V-2-Bomben auf London niedergehen. New Yorker Zeitungen bringen Überschriften, wie „London — das Ziel der Riesen-Raketen“ und „Briten geben V-2-Angriffe auf Londoner Gebiet bekannt“. Berichte über den Umfang der Schäden und die Größe der Bomben wurden an hervorragender Stelle gebracht. Die New Yorker lasen von 13,5 : Tonnen-Raketen in einer Länge von 46 Fuß, die ohne Warnung auf die Straßen niederstürzten. '
Kürzlich las ich in dem Brief einer BDM.- Führerin, die in einer von den. Bolschewisten bedrohten ostdeutschen Stadt zur Betreuung der Flüchtlinge eingesetzt ist, den Satz: „Wir sind alle, sehr hart geworden“.,— Wofrte, die früher ausschließlich 1 von Soldaten, heute jedoch auch- häufig von Frauen gesprochen werden, die Schweres und Schwerste^ gesehen oder erlebt haben und mit ihnen eine veränderte Einstellung zu allen Fragen des Lebens kundtun wollen. Was bedeutet dieses hart werden“? Bezeichnet es eine Wandlung fraulicher • Wesenszüge, eine Angleichung an die Härte des Frontkämpfers, der aus zahlreichen Schlachten und Einzelgefechten gestählt und „gehärtet“ hervorgeht und oftmals nachlief fremd in' seiner früheren vertrauten Welt steht? '
Wer die Erlebnisse eines 'Rückzuges oder einer Rückführung, des vorbereiteten Trecks oder der überstürzten Flucht hinter sich hat, • wer Haus, Hof und Eigentum, alles, was ihm Heimat im engeren Sinne bedeutete, sei es im Zuge des Vordringens der Bolschewisten oder durch Bombenterror, verlor, wirej „hart“ im Sinne einer Un^npfindlichkeit gegen Unwesentliches, hart auch gegen sich selbst. Br verlernt es, seine Gefühle -in Worten auszudrücken.' Das gilt ln gleicher Weise für die Frau wie-für den Mann. Auch die Ichbezogensten unter uns lernen in diesen Wochen und Monaten Wesentliches vom Unwesentlichen unterscheiden. Wir werden von Tag zu Tag anspruchsloser in bezug auf unsere per- 1 sönlichen Bedürfnisse. Wir lassen keine Sentimentalität gegen uns, und unser persönliches Schicksal und erst recht keine Sentimentalität gegen den Feind, sei es in welcher Form und Lage auch immer, gelten. Man darf uns nicht mehr mit falschen Humanitätsforderungen kommen. Wir bleiben Herr unserer, Gefühle, sehen den Tatsachen ins Auge und harren auf dem uns angewiesenen Platz aus.
Wir werden .daher hart sein, wo es um den Verzicht — auch den gewaltsam erzwungenen Verzicht — von Sachwerten geht, um Dinge, die in irgendeiner Form nach dem Kriege ersetzt werden können. Dabei sind wir uns klar darüber, daß der Ersatz eines schöben, alten Schrankes, eines ererbten .Schreibtisches, einer in jahrelangem Suchen und Entbehren zusammepgestellten. eigenen Bücher- oder Bildersammlung durch einen ähnlichen, d. h. einen dem gleichen Zweck dienenden Gegenstand nur ein äußerlicher sein kann. Viele Ansprüche, die wir von unserem Besitz her zu stellen gewöhnt waren, müssen späterhin offen bleiben. Die schönen oder schmerzlichen Erlebnisse, die sich an die alten Dinge knüpften und sie mit dem Gewicht eines erfüllten Lebens oder gar vieler Leben beluden, sind fortan ntir noch in unserer Erinnerung lebendig. Wir können sie in Gesprächen heraufholen, aber wir können nie wieder die Hand auf die Platte unseres Schreibtisches legen „und sagen: „Hier, an dieser Stelle, schrieben schön mein Großvater und Urgroßvater ihre Briefe.“
Man soll den Wert solcher im wahrstem Sinne des Wortes handgreiflichen Erinnerungen nicht verkennen, aber andererseits auch die „Verpflichtung nicht gering schätzen, die darin liegt, vom Grund auf neu anzufangen. Lebten wir bisher behütet und umhegt von Traditionen in der.; Geborgenheit unserer Vergangenheit, so ist es nun an .uns, Traditionen zu schaffen und neue Bindungen in die Zukunft zu knüpfen. Wir wollen nicht vergessen, daß — so schmerzlich der Verlust geliebter Gegenstände im Augenblick auch für uns sein mag — unsere Kinder, Enkel und Urenkel .doch einmal wieder Dinge vorfinden werden, an denen für sie der Zauber der Vergangenheit;, der Zauber ihrer Kindheit und der Kinder- und Jugendzeit ihrer Eltern und Großeltern hängt. Wir brauchten bisher nur zu bewahren und weiterzugeben. Nun aber wird von uns verlangt, daß wir Neues schaffen Und gleichsam aus dem Nichts, vor das wir. uns gestellt sehen, unser Leben so stark und unbezwinglich machen, daß eine ferne Zukunft noch Wachstumskräfte aus ihm ziehen kann.
Das alles mag man als Härte bezeichnen,
Sie oiüssea den Brotkorb höher hangen
/
Drahtbericht unseres Vertreters
: er. Lissabon, 18. März. Die Behlühungen der amerikanischen Regierung, die gute Kriegslaune der Heimatfront durch Aufrechterhaltung des bisherigen Lebensstandards, vor allem aber, der .Lebensmittelzuteilungen, zu stützen, sind jetzt auf solche Schwierigkeiten gestoßen, daß allgemein von einer ernsten Krise gesprochen wird. Das Dilemma Washingtons ist tatsächlich groß. Auf der einen Beite hat man großartige Lieferungsversprechungen an verbündete und an' die sogenannten „befreiten“ Länder gemacht, auf der anderen Seite hat sich heräusgestellt, daß '/dies' nicht nur nicht möglich, sondern, sogar noch eine sehr wesentliche Beschneidung des eigenen Verbrauchs, besonders an Heisch und Fetten, erforderlich ist. So wurde jetzt von der USA-Regierung bekanntgege
ben, daß vom 1. April ab die Fleischrationen
der 'Zivilbevölkerung herabgesetzt werden. Gleichzeitig wurde auch eine „beträchtliche Herabsetzung“ der Pacht- und Leihlieferun- gen an Fleisch bekanntgegeben. Roosevelt war schon auf seiner letzten Pressekonferenz mit einem ersten Appell an die USA-Öffent- lichkeit herangetreten, sie solle den Bauchriemen enger (schnallen.
Weitaur ernster und akuter ist jedoch die Lage für England, wo man mit einer Beschneidung, ja zeitweiligen Einstellung der USA-Lleferungen rechnet. Hinzu kommt, daß die 'beiden -großen Lebensmittellieferanten
Neuseeland und Australien von einer solchen Dürre heimgesucht wurden; wie man sie seit eineftn halben Jahrhundert nicht erlebt hat, so daß die versprochenen Lieferungsquoten, vor allem an Fett und Fleisch, nicht eingehalten werden konhten. Die Lage ist so, daß der Versorgungsminister .persönlich erklärte, seit Kriegsbeginn sei für Großbritannien die Situation a,uf dem Versorgungsmarkte nicht so beängstigend gewesen. Man müsse jetzt mit sehr starken Einschränkungen rechnen. Die Presse in England ist darüber entrüstet und erinnert daran, daß bei den letzten Ankündigungen. von Rationsvprkürzungen von amtlicher englischer Seite erklärt wurde, daß nun die Minimalgrenze erreicht worden sei und weitere Einschränkungen nur auf Kosten der Volksgesundheit geschehen könnten. Die englische Verbitterung darüber, daß die USA gegebenenfalls nicht gewillt sind, von ihrem Lebensstandard zugunsten Englands und anderer fetwas herunterzugehen, ist allgemein.
Wie der römische Korrespondent von „News Chronicle“ berichtet, hat die Bonomi-Regierung einen Haftbefehl gegen den früheren Außenminister Graf Grandi erlassen, der sich in Portugal aufhält.
Padua. Bologna und Udine waren erneut das Ziel schwerer feindlicher Terrorangriffe, wobei wieder viele hervorragende Kulturdenkmäler von den anglo-amerikanlschen Luftgangstern zerstört wurden.