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(13.3.1945) 61
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Nummer 61 15. Jahrgang

TT

Dienstag. 13. März 1945

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblaä des Beichsstcdthaltere ia Oldenburg und Bramen

Einzelpreis 15 Rpf.

Sklavenhändler Roosevell

USA und England wollen deutsche Kriegsgefangene an die Sowjets nnslieSens

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung g. Berlin, 13. März., Auf seiner üblichen Pressekonferenz in Washington, auf der der USA-Präsident oftmals Bemerkungen und Mitteilungen zu machen pflegt, die er nicht in offiziellster Form amtlich bekanntgeben möchte, hat er am 3. März eine Äußerung getan, die weit über den Durchschnitt hinaus größtes Aufsehen erregte. Roosevelt hg,t er­klärt, in Jalta, sei vereinbart worden, daß die deutschen Kriegsgefangenen, die im Westen und im Süden in englische oder amerikanische Hand gefallen sind, an die Sowjetunion aus­geliefert werden sollen. Es handelt sich bei dieser Vereinbarung um einen Ausschnitt aus den geheimen Abmachungen, die über den amtlichen Schlußbericht der Krim-Konferenz hinaus hei dieser Zusammenkunft der alliier­ten Regierungschefs getroffen worden sind. Dieses Abkommen ist ein so schändliches Stück aus dem ohnehin schandbaren Kapitel der hemmungslosen .Unterwerfung Roosevelts und Churchills unter die Wünsche Stalins, daß man sogar in den USA' stutzig geworden ist. Nach einer schwedischen Blättermeldung hat ein hoher Regierungsbeamter in Washing­ton gesagt, der „geschwätzige Präsident“ habe hier wohl eine unbedachte Äußerung getan und habe seine Karten ailzu sehr aufgedeckt. ^ Schon die Form dieser Kritik ist bezeichnend. Sie richtet sich nicht gegen die Tatsache, daß Roosevelt sich in Jalta im vollen Sinne des Wortes zum Sklavenhändler erniedrigt hat, sondern nur dagegen, daßm* diesen blamablen Tatbestand vor 1 der Weltöffentlichkeit so harmlos ausplaudert, das ist seihst für die robusten Yankees etwas peinlich. An der Sache selbst haben sie offenbar nichts aus­zusetzen.

Zum Unterschied von den westlichen Alliierten, die nach dem Kriege in ihren eige- \ nen Ländern eine neue Arbeitslosigkeit be­fürchten, verfolgt die Sowjetunion die mittel- - alterlich-barbarische Methode des Menschen- ' raubes und der Zwangsverschlepung von Ar- ' beitskräften- aus eroberten Ländern ln das Innere def Sowjetunion. Stalin hat solche Transporte aus Südosteuropa und neuerdings auch aus den von den Sowjets besetzten Tei- . len deS ostdeutschen Gebietes angeordnet. Es ist wiederholt gemeldet worden, wie hohe zah-

■ lenmäßige Ansprüche er in dieser Hinsicht stellt. Jetzt zeigt sich, daß er mit den Men­schen, die bereits in seiner Gewalt sind, noch nicht genug hat, sondern daß er sich von sei­nen Alliierten auch noch die deutschen Kriegsgefangenen aus britischen und ameri-

■ kanischen Lagern ausliefem lassen will. Über diese Forderung Stalins wird man- kaum ver-

: wundert sein, denn sie liegt durchaus im

Rahmen der bestialischen Kriegführung der Sowjets, wohl aber fällt, ein neuer tiefer Schatten auf das Charakterbild der Roosevelt und Churchill, die auf diesen schmählichen Handel eingegangen sind. Was sie dafür ein­gehandelt haben, wird im einzelnen nicht ge­sagt. Wahrscheinlich steht die Preisgabe der deutschen Gefangenen einfach, als einer der zahlreichen Posten auf dem Konto der Lei­stungen, die Stalin von seinen Alliierter? ver­langt. Genau so ist ja auch mitgeteüt worden, daß von der irrsinnigen Tributforderung von 800 bis 1000 Milliarden Golddollärs, die wir leisten sollen, der Hauptteil der Sowjetunion überlassen werden soll.

Zu dieser Praxis des Sklavenhändlers, der im Kriege nicht nur mit dem Leben der Truppen aus eigenem Lande und aus den' verbündeten Ländern ein Geschäft macht, sondern- der auch die Gefangenen zu einem solchen schmutzigen Handel benutzt, paßt auch recht gut die Mitteilung, daß an der New Yorker Börse schwere Kursstürze einge- treten sind, weil dort Falschmeldungen über angeblich alliierte Siege und eine baldige Beendigung, des Krieges verbreitet wurden. Diese Gerüchte sind selbstverständlich nur Börsenschiebungen der gewöhnlichsten Art, aber es ist wiederum kennzeichnend, daß die Möglichkeit eines Kriegsendes zu einem Kurssturz führt, weil die Kriegslieferanten dann keine neuen Verdienstmöglichkeiten mehr erblicken. Der Krieg als Geschäft ist eine typisch anglo-amerikanische Erschei­nung, und die britischen und amerikanischen Soldaten, die jetzt am Rhein verbluten und die ohnehin nieht wissen, wofür sie Krieg führen sollen, sind das Opfer dieser New

Yorker und Londoner Börsenspekulanten, in deren Kreisen zugleich die eigentlichen Kriegstreiber sitzen.

Gegenüber einer solchen moralisch halt­losen und innerlich verrottenten Welt heb' sich die heroische Größe des kämpferischen Einsatzes unserer Nation im heHsten Lichte ab, und dieser Einsatz wird dazu führen, daß durch die Sklavenhändlerpiäne Roosevetfr und Stalins ein dicker Strich gemacht wird.

Antwort der deutschen Jugend

Stockholm, 12. März. Der englische Nach­richtendienst veröffentlicht eine Meldung, wonach ein kanadischer Soldat, der durch ein deutsches Städtchen in dpr Nähe von Kleve ging, an einen deutschen Jungen herantrat, der noch ziemlich klein war, um ihn auszuhorchen. Der Junge zog, statt eine Antwort zu geben, eine Pistole aus der Tasche und schoß den Kanadier nieder. „Gegen ein solches Volk“, so schloß die Meldung, „kämp­fen wir.“

Die Meldung spricht für sich. Sie legt Zeugnis ab von dem abgrundtiefen Haß in unserer deutschen Jugend gegen einen Feind, der durch Mordterror und Anschläge gegen das Leben wehrloser Frauen und Kinder die Moral der deutschen Bevölkerung zu er­schüttern versucht. Wenn der englische Nachrichtendienst seine Meldung mit dem Satz schließt: „Gegen ein solches Volk

kämpfen wir“, dann , können wir darauf nur erwidern: jawohl, gegen ein solches Volk

kämpft ihr, gegen ein Volk, das erfüllt ist von Haß- und Rachegefühlen und das bis zum letzten kämpfen wird, um die vielen un­schuldigen Opfer, die das anglo-amerika- nische Mordbanditeritüm gefordert hat, zu rächen.

Presse-Hoffmann (GBD)

Der Führer auf einem Divisions gefechtsstand an der Oder-Front

Tausendfach gestählte Jagend

Von Eitel Kaper

„Wenn dieser Krieg sein Ende fin­den wird, legen wir den Sieg in die Hände einer jungen Generation, die, in tausendfachem Leid und Feuer gestählt, das Beste ist, was Deutsch­land je sein eigen nannte.“ — Adolf Hitler.

Die Haltung der deutschen Jugend in die­sem Rifagen von geschichtlich beispielloser Härte ist im Grunde schon seit 1939 für die sogenannte öffentliche Meinung in den Län­dern der Feinde des Reiches' ein unerklär­liches Rätsel gewesen. So oft sich die Gegen­seite im weiteren Verlauf der. Ereignisse mit der deutschen Jugend als entscheidendem

Schwerpimkfariige Umgruppierungen un der Hheln-Froni

Von ‘unserem militärischen v. W.-Mitarbeiter Die Haltung des deutschen Nordflügels hätte die Aufgabe der linksrheinischen Stel­lungen nicht nötig gemacht. Es waren die Gefechtsereignisse südlich dieses Kampffel- des, die .ihren tiefen Einfluß bis zum nörd­lichen Ende der Westfront ausstrahlten. Inzwischen massiert der,Feind zum Angriff über den Rhein, den er wohl auf breiter Front unternehmen will und bald beginnen wird, bevor sich unsere Abwehr auf dem Qst- ufer konsolidiert hat. Jedenfalls lassen .’ die starken Bewegungen zwischen Emmerich und Köln auf baldige Eröffnung der Schlacht um den Rhein und seine Übergänge schließen. Der Feind führt Truppen heran. Artillerie und vor allem technisches Gerät aller Art zum Flußübergang — unsere Artillerie findet aus ihren Ostuferstellungen gute und viele

Japan kam Verrat in Indochina zuvor

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

m. Berlin, 12. März. Militärische Empfänge bei Roosevelt: General Stilwell, Admiral Nimitz, Admiral Halsey, General Wedemeyer — die Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte im Fernen Osten — hatten Be­sprechungen mit dem Präsidenten. Mili-' tärische Empfänge in Tschungking: Admiral Mountbatten — der englische Oberbefehls­haber— war drefTage bei Tschiangkaischek. Die Meldungen beginnen sich zu häufen. Und Reuter betrachtet alle diese Besprechun­gen als „Vorläufer zu wichtigen Ereignissen im Femen Osten, wobei die Briten im Kriege gegen Japan mehr in den Vorder­grund treten würden“. Auch von seiten der Japaner kommen neue Nachrichten, die als „Vorläufer zu wichtigen, Ereignissen“ zn werten sind: Eine Proklamation des japani­schen Kriegsministers an die japanische Armee, „daß nun die Zeit herangekommen sei, wo die japanische Armee ihren traditio­nellen Geist der Verteidigung für das ge­heiligte Vaterland und das nationale Regime unter Beweis stellen müssen“.

Und eine andere Meldung: Übernahme der Verteidigung Französisch-Indochinas durch Japan, Diese Maßnahme hat eine weit größere Tragweite als alles andere. Hervor­gerufen durch die passive Haltung der fran- zösischen Indochina-Regierung gegenüber der anglo-amerikanischen Bedrohung haben die Japaner diesen Schritt unternommen, um einerseits die wichtige Verbindungsbrucke über das ostasiatische Festland zu den süd­lichen Rohstoffgebieten zu sichern und um andererseits den Truppen in China und Birma den Rücken freizuhalten.

Die Eingliederung Indochinas in die groß­ostasiatische Kampffront hat den Blick der Welt auf eines der wenigen Gebiete gelenkt, die bisher von diesem Krieg verschont geblie­ben sind. Nur einmal — 1940 nach der Nie­derlage des französischen Muttertodes war das Schicksal Indochinas in Frage ge­stellt. Nur einmal wurde dieses, gemessen an Raumverhältnissen des ostasiatischen Kon­tinents kleine Land, in den Strudel der Welt­ereignisse gerissen. Damals stellte es sich, mit seinem- Bekenntnis zur Vichy-Regierung und mit einem Militärabkommen mit Japan an die Seite der Achsenmächte. Diese Entschei­dung wurde auch vom Gegner aberkannt, denn mehrere Monate später brechTschung king seine Beziehungen ab. Der Aufbau Indo- chinas unter dem Schutz der japanischen

Wehrmacht, die Eingliederung dieses Landes in den großostasiatischin Wirtschaftsraum waren immer wieder von den Ereignissen m Europa überschattet: Seit der Gntoung de-GauIle-Komitees versuchen diese Franzo- sen immer Vieder. Indochina Japan feindlich beeinflussen zu können. Schon Jwir ■ arbeitete man in diesem f'b^e- um in In _- China, ähnlich wie in Nordafrika, die für ein

britisch-amerikanische Landung notwendi­gen Vorbedingungen zu schaffen. Das Algier- Köinitee brachte sogar eine offizielle Verlaut­barung heraus, in der den Völkern Indo- chinas für ihre „treue Haltung beim Wider­stand gegen. Japan“ gedankt wurde. Die ver­schiedensten Versprechungen sollten die Auf­rufe de Gaulles unterstützen’: Wirtschaftliche Reformen nach dem Krieg, souveräne Rechte Indochinas unangetastet, neue politische Stel­lung der Indochinesen in französischer Ge­meinschaft, Zutritt zu allen öffentlichen Stel-, lungen Frankreichs, Errichtung autonomer Zölle zur Sicherung des Wohlstandes. Diese Propaganda war naturgemäß bei einem Land, das seit Jahrzehnten unter französischem Schutz stand, nicht wirkungslos.

Die heutigen Ereignisse aber zeigen, daß Japan auch hier nicht unvorbereitet der einem Verrat ähnlichen Entwicklung gegen­übersteht. Die Besprechungen in Washington und Tschungking werden also von einer sehr realistischen Kriegführung überschattet.

Annam selbständig

dnb. Tokio, 12. März. Das Kaiserreich An­nam hat in einer offiziellen Verlautbarung seine Selbständigkeit erklärt. Die Regierung des annamitischen Kaiserreichs erklärt den

französisch-annamitischen Pakt für ungültig,

damit hat Annam seine vollkommene Selb­ständigkeit erlangt. Das annamitische Kai­serreich wird als selbständiger Staat alles tun, um aufzubauen, und wird als Glied Großostasiens gemeinsam mit den anderen Völkern tätig sein. Die annamitische Regie­rung ist zur Erfüllung dieser Aufgaben ent­schlossen, mit Japan zusammenzuarbeiten. Der Befehlshaber der japanischen Streit­kräfte in Annam, Yokohama, betonte dazu, Japan billige diesen Entschluß und werde keine Mühe scheuen, um Annam mit aller Kraft zu unterstützen.

2 Flugzeugträger versenk!

Tokio, 12. März. Formationen des Kami- kaze-Sonderangriffskorps der Marineluft­waffe führten einen überraschenden Angriff auf eine feindliche Schlachtfiotte ln den Ge­wässern der Uluthi-Inseln, nordöstlich von Paiau, durch. Ersten Meldungen zufolge ver­senkten sie im Verlaufe des Unternehmens u. a. zwei Flugzeugträger.

Landung auf Mindanao

ep Tokio, 12. März. Japanische Abwehr­kräfte auf der Insel Mindanao befinden s ch in heftigem Kampfe mit alliierten Landeein­heiten, die nach vorheriger heftiger Beschie­ßung durch Schiffsartmerie bei Samboanga im südwestlichen Teil der Insel Fuß fassen konnten.

Ziele, die seit Tagen nun schon unter ihrem Feuer liegen.

. An einem Punkte ist der Feind über, den Strom gekommen. Das ge&hah Mitte der letzten Woche im Raume Remagen, den der rechte Flügel der 1. amerikanischen Armee in einem schnellen und-überraschenden Vor­stoß aus dem Abschnitt .Euskirchen durch das Ahrgebirge erreicht hatte. Das hand- streichartig durchgeführte Feinduntemehmen gewann das rechte Ufer und schuf einen zu­nächst noch engräumigen Brückenkopf, den der Gegner jetzt nach Süden zu erweitern sucht. Zu diesem Zweck hat er — nach Nachführung weiterer Kräfte über den Fluß — zu einem größeren Angriff angesetzt, der sich jedoch gegen eine inzwischen aufgebaute eigene Artilleriesperre durchsetzen müßte, wenn er Bodengewinne und Entfaltungsmög­lichkeiten schaffen soll. Teile einer USA- Panzerdivision hatten diesen Raid ausgeführt. Sie wird inzwischen ihre Masse nachgezogen haben, obwohl der Geländestreifen am rech­ten Ufer in der Tiefe nur zwei Kilometer maß, in seiner Länge dagegen sich von Hon­nef bfs Linz erstreckte. Nicht ohne Zusam­menhang mit diesen Kampfereignissen in der Eifel muß dieser Raid der Amerikaner ge-' sehen werden, weil der Südflügel der. 1..USA- Armee dazu bestimmt war, mit der 3. ameri­kanischen Armee die Voraussetzungen für eine Umfassung und taktische Aussparung der - Eifel- zu schaffen. Indem sich zwischen Sinzig und Andernach noch deutsche Brückenköpfe auf dem linken Rheinufer halten, ist für überholte eigene Kräfte, an denen der Vorstoß einer Panzerdivision der 3. USA-Armee vorbeiging, Gelegenheit gege­ben, sich zu ihnen durchzukämpfen und das rechte, Ufer zu gewinnen. Die anderen, süd­lich des Durchstoßes der erwähnten Feind­division gegen Koblenz stehenden Kampf­gruppen finden in Anlehnung an die Mo­selverteidigung am Nordwestabhang des Hunsrück neue Stellungen, die sie der Aufgabe des Durchbruches zum Rhein ent­heben. Der Gegner hat inzwischen starke Teile der 3. Armee Patton in den Raum zwi­schen Rhein und Mosel und zwischen Salm und Mosel geführt. Er benutzt seine Truppen­stärke, um erheblichen Druck gegen die Ver­teidigung auszuüben. Dieser Druck wird von Westen her gegen die untere Mosel ausgeübt, wo der Gegner Kobern erreichen konnte, während am Salm der Feind von Norden gegen die Mosel nach Süden Vorkommen will.

Auch diese Kämpfe bezwecken nichts ande­res als das Erreichen des Rheins und die Süd­verlängerung der breiten Angriffsfront bis auf eine Linie Wesel—Koblenz. Sie braucht der Gegner, um freie Hand in der Wahl seiner Angriffsschwerpunkte Zu haben. Im allgemei­nen empfiehlt • sich das Rheinufer zwischen Koblenz und Bonn kaum für einen Angriff gegen verteidigte Uferhöhen. Die Vorgänge bei Remagen widersprechen dem nicht, weil sie Folge der Ausnutzung eines Über­raschungsmomentes sind.

Es stand der Führung des Westheeres nicht gerade viel Zeit zur Verfügung, um die- Ost- uferverteidignng zu organisieren. Doch da die Masse der links des Rheins stehenden Kräfte auf das andere Ufer ohne größere Verluste gebracht werden konnte, dürfen alle Voraus­setzungen bestehen, unter Ausnutzung des Flußhindemisses und unter teil weiser Ver­wendung der Uferhöhen eine Abwehr aufzu- bauen, die eine solide und feste Basis hat. Der Gegner wird unter schwerpunktartiger Zu­sammenfassung seiner Offensivmittel — Luft­waffe, Artillerie und Panzer — angreifen. Darauf hat die Verteidigung ihre Abwehr­stärke einzurichten. Eine Überraschung wie bei Remagen wird nicht mehr möglich sein — nun kommt altes darauf an, auch einem sich systematisch verstärkenden Zugriff auf den Rhein zu begegnen, den der Feind bei seiner beherrschenden Vorliebe für solche fast ma- therer' -.r’ rn Verfahren nicht Untertassen wird. Hinter dem flachufrigen Niederrhein

liegt das Ruhrgebiet. Seine Lage zwingt die Schlacht um den Strom unbedingt' auf der Stelle durchzusetzen.

Gewaltiger Mehrverbrauch

Drahtbericht unseres Vertreters

kl. Stockholm, 12. März. „Die USA .bekom­men die Last des Krieges stärker zu spüf en als vor 25 Jahren“, versicherte Generalleutnant Summerwell in einem Rundfunkvortrag. Er nennt fölgende Zahlen von dem ungeheuren Materialverbrauch in diesem Kriege. 1944. wurden von den USA 50 Millionen Tonnen Kriegsmaterial aller ^.rt über See versandt gegenüber 29 Mill. To. 1943. Es wurden 3 Mil­lionen Soldaten eingesetzt, d. h. eine Million mehr als im ersten Weltkrieg. Der Nachschub für' die kämpfenden Truppen ist ungeheuer. Eisenhower hat in zwei Monaten mehr Ma­terial verbraucht als General Percy während des ganzen ersten Weltkrieges. In einem ein­zigen Monat; wurden jetzt an der Westfront ebensoviel Granaten verfeuert wie im Feld­zug 1016/18 zusammengenommen. Summer­well sprach dann noch über die ständig zu­nehmenden Tonnageschwierigkeiten. Aus seinen Ausführungen ging klar hervor, daß die USA die größten Anstrengungen machen müssen, um die ständig wachsenden Forde­rungen des Krieges zu befriedigen. Während die USA im ersten Weltkrieg ihren Produk­tionsapparat aufbauten. und ihre Volkswirt­schaft stärkten, zehrt dieser Krieg an den wirtschaftlichen Reserven des Landes in un­vorstellbarer Weise.

Im USA-Senat ist -es zu einer Probeabstim-' mung über das’ von den höchsten USA- Rüstungsstellen verlangte Gesetz zur Ein­führung der allgemeinen Arbeitsdienstpflicht gekommen. Die Vorlage wurde nach hitziger Debatte mit 60 gegen 23 Stimmen abgelehnt. Für die zuständigen Washingtoner Rüstungs­hörden ist das ein harter Rückschlag, denn immer wieder haben sie hervorgehoben, daß. das Rüstungsprogramm wegen zu optimisti­scher Erwartungen über den Ausgang des Kampfes in Europa vollständig in Unordnung geraten sei und sich in gefährlichem Rück­stände befinde. Noch vor einer Woche hat, Kriegsminister Stimson eindringlich verfangt,’ daß das Arbeitsdienstpflichtgesetz eingeführt werden müsse, denn der Mangel an Rüstungen aller Art habe geradezu katastrophale For­men angenommen.

Faktor dieses Ringens zu befassen hatte, so oft kam sie — weil ihr von Haus jedes Ver­ständnis für Geist und Haltung des jungen Deutschland fehlte — zu eklatanten Fehl­schlüssen, zu Prophezeiungen von katastro­phaler Unkenntnis. Als man das Erscheinen der t!-Panzergrenadierdivision „Hitler-Ju­gend“ mit dem verächtlichen Ausdruck der „Babytruppen“ und der „letzten Kräftezu- sammenballung“ abtun wollte, da, schlug man sich unversehens selbst ins Gesicht. Denn diese „Babies“ waren von einer kämpferi­schen Härte, von einem Elan und von einer einzelkämpferischen Schulung, daß selbst die ausgesprochenen Elitetruppen des anderen Lagers gegen sie nichts auszurichten ver­mochten. Und zur gleichen Zeit traten die Jungen zu Hunderttausenden zum Schanz­einsatz an, übernahmen die Mädel in Kran­kenstuben und Befehlsständen wichtigste • Aufgaben, erhielt das Wehrmachthelferinnen­korps jenen breiten Unterbau, den die Stunde erforderte.- Einzeln und vereint, todentschios- sen und dennoch wortkarg, sprangen A’ier- jüngste ein, wenn in den Flammennächten des fessellosen feindlichen Luftterrors „Not am Mann“ war. Zu neunzig ‘und hundert Prozent aber meldeten sich freiwillig in den Wehrertüchtigungslagern die jungen Frei­willigen zu den Kerntruppen und zu den verschiedensten Einsätzen als Einzelkämpfer des Heeres, der Kriegsmarine und Luftwaffe. Die Führer dieser Jugend aber brauchten keine Begeisterung zu entfachen, sie mußten vielmehr auch gegen die ’ Ungedüld des ent­schlossenen Jungmannes manchen zurück­stellen, weil für jede wahre kriegerische Mission ohnehin eine Vielzahl von Meldun­gen vorlag. Auf die gründliche Ausbildung des jungen Soldaten wurde nach wie vor der größte Wert gelegt, und niemals Ist das neue Deutschland in die Lage gekommen, ein Ex­periment mit balbaüsgcbildeten Kräften zu wagen. Über den Kampfeinsatz und Karnnf- erfolg von Hitler-Jungm im Osten des Rei­ches berichten wieder und wieder Zeitung und Rundfunk.

Der bisherige Weg des deutschen Volkes zu seinem Lebensrecht und zur Erfüllung d°r sozialen Gerechtigkeit in aller Welt ist wahr­lich kein leichter gewesen, und sicherüch mußte dabei mancher hoffnungsvoller Auf­takt wieder und wieder versucht werden, ehe er dann endgültig glückte. So klar und a" Ge­meinverständlich unsere Forderung an das Schicksal war, so wenig sie zu Irgendein-r Stynde mit den berechtigten Wünschen an­derer Völker kollidierte — es hat an erbit­terten Widerständen, an böswilligen Gegen­manövern nie gefehlt, pennoeh dürfen und müssen wir sagen: Was wir in der heuHe-n Zeit zu/ tfagen .haben, das ist keinem Volk vor uns auferlegt worden. Längst hat d^r Feind alle Masken fallen lassen und seine Vernichtungsabsichten so eindeutig wie nur möglich herausgeschleudert. Wir stehen nicht mehr gegen Gegner im üblichen Sinne, son-

Hervorragender deutsche!: Kampfgeist

Drahtberioht unseres Vertreters I unlösbaren Fragen gegenüber. Erst dieser

sch. Lissabon, 12. März. Wiederum hat ‘ Tage beschloß das Pariament der franzöß'-h

___ , , , „ sprechenden Provinz Quebec m’t uberwalti-

GeneralMontgomery bei, den letzten Kämpfen gender Mehrheit, daß eine Ausdehnung der fr® Rheinland den kanadischen Truppen die Wehrpflicht für den Dienst ln Übersee unter

schwierigsten Aufgaben zugeteilt. Die kanadisfcjie 1. Armee wurde gegen den deut­schen Brückenkopf Wesel angesetzt und hatte bei diesen Kämpfen wieder besonders hohe Verluste. Die Korrespondenten im Hauptquartier Eisenhowers geben offen zu, daß sich die deutschen Truppen zäh ver­teidigen, und die Ausfälle der Kanadier seien daher überaus hoch. Von irgendwelcher Entmutigung der Kriegsgefangenen ver­spüre man bei der Vernehmung nicht das geringste. Ganz im Gegenteil, alle glaubten fest an den deutschen Sieg.

Die schweren Verluste der Kanadier haben Starke politische Auswirkungen in Kanada selbst gehabt. Zwar erklärt man Immer wieder, die kanadische 1. Armee bestehe nur noch zum Teil aus kanadischen Truppen — sie sei durch englische Verbände ergänzt worden —, aber gerade diese Mitteilung habe die Besorgnisse der Bevölkerung hinsichtlich der Verluste noch erhöht. Warum wäre es sonst notwendig, kanadische Einheiten mit englischen Soldaten aufzufüllen? Die in den letzten' Zürr-rn lisgerde Rerfefnig Mackenzie King steht in der Wehrpflichtangelegenhelt

keiner Umständen in Frage komme. Es ist auch noch nicht gelungen, den Plan d»s kanadischen Wehrministers, 16 000 Mann des Helmatheeres nach Übersee zu entsen­den, durchzuführen. Man hat mit Mühe und Not zunächst 10 000 Mann nach England transportiert. Ihr Kampfwert wird als „mehr als zweifelhaft“ bezeichnet.. 6000 Kanadier verbergen sich noch im Lande und finden bei der Zivilbevölkerung Unterschlupf. Etwa 4000 von ihnen sind in den Urwäldern des Nordens verschwunden und werden dort von der Spezialpolizei gesucht. Die politischen Spannungen haben unter diesen Umständen stark zugenommen, und die für den 15. Juni angesetzten Wahlen werfen bereits ihren Schatten voraus.

430 000 Finnen vertrieben

ep. Stockholm, 12. März. Mindestens jeder neunte Finne ist vom Schicksal der Vertrei­bung aus seiner eigentlichen Heimat betrof­fen. Nach den neuesten Statistiken gibt es zur Zeit 430 000 Evakuierte.