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SBrettter Uladtritijtett
Parteiamtliche Tageszeitung der Nationalsozialisten Bremens
Das AateUatt des Beeieroodao BingsniMiatefs dsr FMea Haauatadt Bremen ^
Nummer 58 15. Jahrgang
Amälch«« Veririmdusasblall 4 m fieichsstatthalte» Id Oldenburg und Bremen
Freitag, 9. März 1945
Einzelpreis 15 Rpf.
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Enthüllungen über Jalta
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
g. Berlin, 8. März. Die amerikanische Nachrichtenagentur Exchange Telegraph meldet: „Das in Jalta beschlossene neue Abstimmungsverfahren für den Sicherheitsrat der geplanten internationalen Friedensorgarnisa- tion bedeutet praktisch, daß der Weltfriede nur solange gesichert ist, als die fünf Großmächte in den entscheidenden Fragen miteinander - übereinstimmen. Da sich bei der Abstimmung über die Anwendung von Ge- iwaltfnaßnahmen gegen einen Friedensbrecher die Großmächte ein Einspruchsrecht Vorbehalten haben, ist die Gewaltanwendung unmöglich, wenn eine Großmacht den Frieden bricht. Wenn die Dinge sich einmal soweit entwickeln sollten, kann die Maschinerie zur Aufrechterhaltung des Weltfriedens also als zusammengebrochen betrachtet werden."
Diese Meldung enthüllt zum ersten Male was in Jalta über den „Weltsicherheitsrat' beschlossen wurde, der als das Mittel zur Sicherung vor künftigen Kriegen angepriesen wurde. Roosevelt sowohl wie Churchill hatten sich bisher geweigert, eine Erklärung darüber abzugeben, wie in der geplanten Organisation über Krieg und Frieden abgestimmt werden sollte. Es handelt sich um jenen Weltsicher' heitsplan, der vor Monaten in Dumbarton Oaks (in der Nähe Washingtons) aufgestellt worden war. Er sollte ’ alle, „friedliebenden Nationen“ umfassen, und seine Spitze sollte ein Sicherheitsrat der fünf Großmächte bilden, ausgestattet mit dem Recht, eine internationale Streitmacht zur Sicherung des Friedens gegen Angreifer zu beschließen und einzusetzen. Wie aber diese fünf Großmächte untereinander darüber einig werden sollten, wann ein Staat als Angreifer zu bestimmen und mit Strafmaßnafamen zu belegen ist, konnte nicht entschieden werden, weil Moskau darauf bestand, Entscheidungen dürften nur einstimmig getroffen werden und weil bei Annahme dieses sowjetischen AbstimmungS' Verfahrens Moskau jede Art Gewaltpolitik hätte treiben kcfnnen, ohne daß jemals die internationale Streitmacht gegen die Sowjetunion zum Einsatz gekommen wäre. Die Sowjets behaupteten, daß ein Konflikt zwischen ihnen und einem benachbarten Staat niemals kriegerischen Charakter tragen könnte, sondern daß es sich in einem solchen Fall nur um eine Polizeiaktion des sowjetischen Sicher heitsratsmitgliedes gegen einen Kleinstaat handeln würde.
Die Opposition, die sich gegen diesen Anspruch Moskaus in den angelsächsischen Staaten erhob, veranlaßte Moskau dann aber vor Jalta zu einer Erklärung, die äußerlich wie ein Zugeständnis aussüh. Es erklärte .sich, bereit, Entscheidungen des Sicherheitsrates über Krieg und Frieden auch dann zulassen zu wollen, wenn vier von den fünf Großmächten einen entsprechenden Beschluß fassen sollten. ■ Inzwischen war nämlich der sowjetisch-französische Bündnispakt fertiggeworden, und damit war Sicherheit dafür gegeben, daß Frankreich als Mitglied des Sicherheitsrates stets im sowjetischen Sinne stimmen würde. Das äußerliche Zugeständnis Moskaus bedeutete also praktisch gar nichts. In Erkenntnis dieser Tatsache haben dann in Jalta offenbar Churchill und Roosevelt sich der ursprünglichen sowjetischen Forderung gefügt.
Zwei Dinge sind feszuhalten: einmal, daß Kleinstaaten, denen ja in erster Linie eine Vergewaltigung durch die Großmächte droht, bei der Entscheidung über einen Angreifer überhaupt nicht mitreden sollen, ebensowenig wie Mittelstaaten, ; zum anderen die Enthüllung des Exch'ange Telegraph, daß der Frieden überhaupt nur bei Einstimmigkeit der fünf Großmächte gesichert werden kann. Bei dem Bestreben der Roosevelt- und der Churchill-Politik, unter allen Umständen, selbst unter stärkster Preisgabe eigener Interessen, das „Freundschaftsverhältnis“ ‘zur Sowjetunion zu erhalten, bedeutet das, daß Moskau allein entscheidend über Beschlüsse des Weltsicherheitsrates sein würde und daß die Maschinerie dieser Weltsicherheitsorganisation erhebliche Beschädigungen aufweist, ehe sie überhaupt zusammengesetzt und in Gang gebracht ist.
Beispielhatte Tapferkeit
Vorbildlicher, unerschrockener Kampigelst unserer Jugend
B e r 11 n, 8. März. Seit dem Augenblick, da der Feind deutschen Boden betrat, weitete sich der Kriegseinsatz der deutschen Jugend auch auf den unmittelbaren Frontkampf aus. Eine lange Reihe leuchtender Beispiele wurde bekannt, in denen junge Kämpfer die Träger des Widerstandes und Angriffs sind. Daran war der Nachwuchs der Wehrmacht ebenso beteiligt, wie der Reichsarbeitsdienst und die Hitjer-Jugend.
-Die Taten der Fahnenjunker-Schule von Metz, der Fahnenjunker-Schule von Posen, der Heeresunteroffiziersschule Jauer in Steinau und anderer Verbände junger Soldaten, Flak-Batterien des R.A.D. und zahlreicher einzelner Jungen, die sich an allen Fronten auszeichneten, ' zeugten von dem I Kampfgeist und Todesmut der gesamten jun
gen Mannschaft. Letzte Meldungen aus dem pommerschen Kampfraum bestätigten erneut ihren Schneid und Schwung. Längst sind die jungen Panzerknacker von Pyritz nicht mehr die einzigen geblieben. Die Hitler-Jungen hasten als Melder von Stützpunkt zu Stützpunkt, erkunden als Späher das Vorfeld und reihen sich in Angriff und Abwehr wie selbstverständlich in die Gruppen der Grenadiere ein.
Im Häuserkampf sind sie zähe Verteidiger und Angreifer. Ein Scharfschütze unter ihnen schoß bei Schwedt vier Bolschewisten ab. Westlich Könitz stürmten die jüngsten Angehörigen einer pommerschen Division eine stark verteidigte Höhe und erbeuteten drei Panzerabwehrkanonen, die sie sofort gegen den Feind richteten. In Südpommern schlug sich kürzlich ein von Hauptmann Samel ge
führtes Bataillon in standhafter Abwehr und draufgängerischen Gegenstößen. Es bestand vorwiegend aus Angehörigen einer Unteroffizierschule. Diese jungen Soldaten erbeuteten oder vernichteten 18 Panzerabwehrkanonen, zwei Infanteriegeschütze, fünf Granatwerfer, 155 Maschinengewehre, 16 Maschinenpistolen und 50 Gewehre. Ferner vernichteten sie mit „Panzerfaust“ einen Kampfwagen und erbeuteten eine Anzahl Last- und Personenkraftwagen. Bei geringen eigenen Verlusten zählten, sie beim Feinde 480 Tote und machten zahlreiche Gefangene, darunter einen General.
Hier wie an anderen Fronten bewiesen die Jungen die alte Lehre, daß Mut und Angriffsgeist nicht nur Überlegenheit über den Feind schafft, sondern auch Blut spart.
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Eisenhower muß mit stärkster Verteidigung um Rhein rechnen
Von unserem militärischen v. W.-Mitarbeiter Soweit heute zwischen Niederrhein und dem Nordhang des Ahrgebirges auf dem linken Ufer des Rheins gekämpft wird, handelt es sich auf deutscher Seite um Bewegungen, die den Abmarsch unserer Truppen auf das Ostufer schützen und sichern sollen. Wir schlagen also links des Rheins zwischen Xanten und Bonn Nachhutgefephte. Diese Konsequenz mußte aus den Veränderungen der militärischen Lage gezogen werden, die sich in der letzten Woche in täglich steigendem Tempo angelässen hatte. Der Gegner ist an den Rhein gekommeri. Das ist für ihn ein unbestreitbarer Erfolg — aber er plante nicht nur den Aufbau einer Front am Rhein, diesem sollte zum mindesten die Vernichtung des Nordflügeis unseres Westheeres vorangehen. Zu diesem Zweck hatte der operative Befehlshaber Montgomery ja auch mit den Flügeln angegriffen und die Mitte seiner Front zurüekgehalten. Weil aber sein Nordflügel infolge des harten Widerstandes unserer Divisionen nicht schnell genug vorwärts kam, geriet der Kern des feindlichen Konzeptes ins Wanken und es wurde nichts aus der Vollendung der geplanten Umfassung links des,.| Rheins. In der militärischen Berichterstattung des Gegner^ war schon vor Wochen angedeutet worden, 1 der Oberbefehlshaber West wäre nunmehr geneigt, die Entscheidungsschlacht im Westen links des Rheins zu schlagen. Der Feind reagierte darauf mit einem entsprechenden Entwurf und muß nun feststellen, daß das deutsche Westheer im
Begriffe ist, am Ostufer von neuem aufzumarschieren. Zum glatten Ablauf dieser Bewegung trägt viel dazu bei, daß die Divisionen. — mit Ausnahme der natürlichen Gefechtsverluste — unversehrt und ohne Material- Verluste in ihre neuen Stellungen einrücken.
Überall, wo im Augenblick noch zwischen Niederrhein und dem Ahrgebirge gekämpft wird, geschieht es mit dem hinhaltenden Mittel ausgeschiedener Nachhuten, die dem Gegner den Zugriff zu den Rheinübergängen verwehren, über die sich unser Ostabmarsch vollzieht. Gefechtsräume links des Rheins sind soeben noch die Abschnitte von Xanten, Rheinberg, Köln und Rheinbach gewesen — in der Ahrlandschaft hat sich eine neue Bewegung der 1. amerikanischen Armee ergeben, Während sie im allgemeinen an den Angriffen gegen und über die Erft zum Rhein hin nur mit ihrem linken Flügel beteiligt war, haben Teile dieser Kräftagruppe östlich Euskirchen nach Südosten eingedreht, Rheiribach genommen und befinden sich im Vormarsch auf die Ahrmündung. Diese Feindbewegung muß im’Zusammenhang gesehen werden mit einer anderen Aktion des Gegners, die vor einigen Tagen begann und zum Träger die 3. amerikanische Armee hat. Sie hatte sich aus dem Luxemburger Raume mit Teilen über Prüm und Kyll nach Osten vorgeschoben, während sieh andere Formationen über die Saar und Trier hinaus moselabwärts wandten. Die Einheiten dieser Armee, die die Kyll überschreiten konnten, haben Panzerkeile an die Spitze gezogen und mit ihnen trotz der
Deutsche Soldaten schlagen zu
Drahtbericht .unseres Vertreter»
sch. Lissabon, 8. März. Wie ungeheuer schwer die britischen Veriuste im Verlaufe der neuen Offensive im Rheinland gewesen sind, geht aus einer drastischen Maßnahme des britischen Luftfahrtministers Sinclair hervor.-Er gab einen. Beschluß bekannt, Wonach äb sofort Angehörige der Luftwaffe zum Heer versetzt werden können.
Man will es zunächst mit freiwilligen Meldungen versuchen; melden sich aber nicht genug, so wird mit Zwangsmaßnahmen vor gegangen werden. Sinclair erklärte, heute müßten alle Einzelwünsche zurücktreten, und jeder Soldat müsse bereit sein, dort einge-' setzt zu werden, wo Bedarf bestehe. Durch diese Maßnahme gibt die britische Regierung die großen Ausfälle zu, die das Heer in den letzten Kämpfen hatte. Diese Blutopfer haben sich nicht einmal in dem Maße gelohnt, wie man in London angenommen hatte. Zwar bemüht sich die britische Presse auch heute, die Bodengewinne der englisch-amerikanischen Truppen stark herauszustellen; sie gibt aber zu, daß es nicht gelungen sei, „die deutsche Streitmacht, die jetzt am rechten Ufer des Rheines, neue Stellungen bezogen hat, zu desorganisieren, geschweige denn zu vemich-
Klnrer Sowjetkurs in Bukarest und Rom
Drahtbericht unseres Vertreters
hw. Stockholm, 8. März. Jedermann in den Westmachten ist sich darüber klar, daß keinerlei Möglichkeiten für eine Intervention in Rumänien und Italien bestehen. Es sind deshalb rein platonische Erörterungen, wenn in den USA und England Befürchtungen über den dort jetzt eingeschlagenen Kurs geäußert werden. Immerhin schreibt eine angesehene amerikanische Nachrichtenagentur, die Entwicklung in Rumänien bringe gewisse Risiken dafür mit, daß wichtige Fragen in Europa nicht in dem freundschaftlichen Sinne entwickelt werden könnten, auf den man gehofft hatte. Auch in England herrschen bezüglich Rumäniens keine großen Illusionen. Die nächsten zehn Tage, so heißt es dort, Könnten für die innere Entwicklung Rumäniens kritisch werden. Die Sowjets haben neben anderen Konzessionsschulzen in das neue Kabinett den linksliberalen Tatarescu, der mehrfach Ministerpräsident und Außenminister gewesen ist, hereingenommen. Die jüngsten Moskauer Drohungen verraten aber, daß die Wirksamkeit der nicht kommunistischen Kabinettsmitglieder nur von kurzer Dauer sein kann.
Auch in Rom gehen die bolschewistischen Umtriebe weiter. Es wurden zwei neue Bom- henattentate verübt und der Mob ging zum Angriff gegen das Gefängnis Gerina Zoeli dher, in dem Roatta vor seiner Flucht gesessen hatte. Massen von hungernden und auf-
1 gehetzten Menschen suchten die Gefangenen zu befreien, die innerhalb des Gefängnisses gleichzeitig Aufruhr entfachten. Nur der Einsatz größerer Poiizeistreitkräfte konnte die Lage wiederherstellen.
Zusammenstöße in Bukarest
Drahtbericht unseres Vertreters
kl. Stockholm, 8. März. Der Kommunist Groza hat das neue rumänische Kabinett gebildet. Bekanntlich hatte der König den 75- jährigen Prinzen Stirbey, den „Kapitulationsprinzen“, mit der Kabinettsbildung betraut, der jedoch seine Aufgabe nicht durchführen konnte, weil die Kommunisten ihn ablehnten. Die Ereignisse der letzten 14 Tage, die sich in Rumänien abspielten, sind noch immer in geheimnisvolles Dunkel gehüllt, da Rumänien für die britischen und amerikanischen Korrespondenten zur verbotenen Zone gehört, ebenso wie Bulgarien, Jugoslawien und Polen. Man weiß nur, daß die Bukarester Garnison entwaffnet wurde, nachdem es zwischen rumänischen und sowjetischen Truppen zu blutigen Zusammenstößen gekommen war.
Reuter meldet, daß Rumänien eine weitere kritische Woche vor sich habe, in der die große politische Säuberungsaktion durchge- j führt werden solle. Weiter berichtet Reuter'! unter Zitierung des Moskauer Rundfunks, daß in Rumänien ein bolschewistischer Bauemrat gebildet wurde, der die Koleho-en- wirtschaft einführen soll. I
ten“. Es sei den Deutschen gelungen, ihre Truppen, ^or ailem ihre Panzereinheiten, der von Eisenhower ufad Montgomery geplanten Einkesseluhg zu entziehen. So müsse sich Eisenhower jetzt auf neue schwere' Kämpfe um die Rheinlinie gefaßt machen. Die englische Presse ergeht sich infolgedessen in langatmigen Betrachtungen darüber, wie stark diese Rheinlinie ist oder wie lange 'es dauern werde, bis Eisenhower zum Angriff auf diese Linie Vorgehen könne.
Gleichzeitig macht, abgesehen von der neuen Tätigkeit der deutschen Flieger über England und dem verstärkten Einsatz der V- Waffen, der Uboot-Krieg den Engländern viel Kopfzerbrechen. Marineminister Alexander beantwortete im Unterhaus eine ganze Reihe besorgter Fragen von Abgeordneten, die sich nach dem Stand des Uboot-Krieges erkundigten. Alexander versuchte natürlich zu beruhigen, gab aber zu, daß der Uboot-Krieg unter Anwendung völlig neuer Methodeiy und neuer Typen, wieder eingesetzt habe und leicht sehr unangenehme Ausmaße annehmen könne.
Alle diese Dinge drücken stark auf die Stimmung in England und lassen trotz der Triumphberichte der Zeitungen über die Kämpfe im Rheinland keine frohe Stimmung aufkommen. Der „Mann auf der Straße“ erklärt resigniert und zynisch zugleich, die Regierung habe schon so oft prophezeit, der Sieg sei „schon hinter der nächsten Ecke“ zu erwarten; sei man jedoch dann um diese Ecke herumgekommen, so habe man nicht dem Sieg, sondern einer neuen deutschen Front gegenüber gestanden. Die allgemeine öffentliche Meinung in England wünscht ein Kriegsende sobald als möglich, und zwar unter möglichster Vermeidung schwerer Verluste. Stattdessen sieht sie aber die Verlustlisten ständig wachsen und muß feststellen, daß die Kämpfe, die seit dem Herbst westlich des Rheines ausgefochten wurden, noch größere Blutopfer kosteten als die Landung in der Normandie oder der ganze Feldzug in Frankreich.
Neue Unruhen in Athen
ep. Lissabon, 8. März. Aus Anlaß der Rückkehr von Anhängern der Elas und Eam aus den Bergen, in denen sie sich bisher auf gehalten haben, nach Athen, kam es in den letzten Tagen erneut zu blutigen Zwischenfällen in der griechischen Hauptstadt, meldet der Athener Korrespondent von United Preß. Am Mittwochnachmittag sammelten sich in' Athen große Mengen von Gegnern der Eam und Elas um die Lastwagen, mit denen die demobilisierten Elas-Leute nach Atheft zurückkehrten. Es kam zu heftigen Zwischenfällen und Streitigkeiten, als die Elas-Leute laut ihre Lieder sangen. Im Verlauf von Schlägereien wurde eine Anzahl von Anhängern der E’as verwundet und mußte ins Lazarett gebracht werden.
Schwierigkeit des Geländes unsere Linien zwischen Kyll und Mosel auf schmaler Front durchstoßen. Das geschah nördlich Kyllburg über die Straße, die von Kochern an der Mosel nach Ahrweiler an der Ahr führt. Dieser Panzerstoß der Amerikaner zielt über Mayen nach Koblenz oder Andernach, in jedem Falle also zum Rhein. In Verbindung mit dem Vorstoß der 1. USA-Armee gegen die Ahr kann darin der Versuch gesehen werden, die gesamte Eifelfront durch Umfassung zu Fall zu bringen.
Alle diese Gefechtsbewegungen zielen darauf ab, die gesamte Rheinfront zwischen Niederrhein und Koblenz zu gewinnen, um eine möglichst breite Aufmarschbasis zum Übergang des Stromes zu erhalten. Der Gegner wird zweifellos versuchen, sehr bald mit. der Forcierung des Flusses zu beginnen. Doch ist es ihm zunächst nicht gelungen, aus der Bewegung heraus den Rheinstrom zu überschreiten. Es sind auf seiten des Gegners die Kanadier und die drei amerikanischen Armeen, die im Begriffe sind, das linke Ufer des Rheins auf breiter Front zu erreichen. Die Anzahl von vier Armeen sagt nicht alles über die feindliche Stärke. Die gegnerische Führung hat es in den letzten Wochen verstanden, ständig neue Divisionen auf das Festland und an die Front zu werfen, so daß die feindlichen Armeen nicht nur die alte Stärke vom Herbst wieder erreicht haben dürften, sondern darüber hinaus an Kampfkraft gewonnen haben. Das Westheer konnte dagegen durch frische Zuführungen mit Rücksicht auf die Ereignisse im Osten nicht gestärkt werden. Damit wird das immer schon bestehende Mißverhältnis an Zahl sehr wahrscheinlich gegenüber dem Stande im Herbst noch vergrößert.
Die britische 2. Armee nimmt an dieser ganzen Operation gegen den Rhein nur mit sehr schwachen Kräften teil, die der kanadischen 1. Armee unterstellt sind. Aus diesem Grunde hat sich in der feindlichen Öffentlichkeit ein aufgeregtes Rätselraten ergeben, wo diese britische Armee stecken könnte. Man nimmt vor allem in England an, daß sie aus der Front herausgezogen wurde und andere Verwendung finden wird. Wir registrieren lediglich die Tatsache der Nichtbeteiligung der britischen Divisionen und warten ab. wo sie auftreteh werden.
Daß zwischen der theoretischen und praktischen Kriegführung große Unterschiede be r stehen, weil auch der beste Operationsplan unter dem Druck der Wirklichkeit und dem Einfluß der Friktionen leidet, können auch jetzt wieder, trotz ihrer räumlichen Erfolge, Montgomery und sein Chef Eisenhower bestätigen. Was sie seit Avranches vergeblich versuchten — die Vernichtung des Westheeres —, ist ihnen auch zwischen Rur und Rhein oder auf dem Wege von der Mosel zum Rhein nicht geglückt. Sie müssen daher mit einer starken Verteidigung des Ostufers rechnen. Die Feinddivisionen, welche den Angriff über den Fluß vortragen sollen, werden kräftig gebliebene Abwehrkräfte zu spüren bekommen, wenn sie mit Sturmbooten und anderem Gerät unter dem Schutz von Artilierie- massierungen und taktischen Bombengeschwadern zum Übergang ansetzen. ,
Umkämpfte Seehoheit { ,
Von H. Meier ^ jj
Die Schiffsraumfräge ist zu einer der ent- jt^ seheidendsten unserer Zeit geworden; denn p , die gesamte Kriegführung der Anglo-Ameri- ■’ i kaner ist abhängig von den Seetransporten. \ Tausch von. Handels- und Kriegstonnage ;' gegen Stützpunkte, Prozesse in der USA- ' ■ Werft-Industrie, Wiederanwachsen der deut- ‘ sehen U-Boot-Gefahr, Mangel an Schiffs- j ;
! raum zur Versorgung der „befreiten“ Län- ; ; der in Europa, das sind Schlaglichter aus ' ; einer Entwicklung, die für uns Europäer . - nicht nur für den Krieg, sondern auch für den Frieden von ganz besonderem Interesse ist.
Nach dem ersten Weltkrieg war es den Engländern noch gelungen, ihre durch die Kriegsereignisse stark zusammenge- ' schrumpfte Handelstonnage durch die -i.j.N .Übernahme" des Löwenanteiles der deut- * ;)' sehen Flotte aufzufüllen und damit gleich- ' ;: zeitig die Gefahr zu bannen, die in dem ! i: wachsenden Übergewicht der USA lag. j V Gleichzeitig hoffte England, den ihm auf 1 : dem Kontinent erstehenden Konkurrenten jj'v die deutsche Handelsflotte — auszu- ' 1 schalten. Heute ist die Lage so, daß die ; j '.j Anglo-Amerikaner ihre außerordentlich j ; starken Schiffsverluste durch die Beschlag- -i ■
! nähme der feindlichen und neutralen Han- !| 1 ! delstonnage und durch einen stark,forcier- j ;j ten Neubau auszugleichen versuchen. Daß 1 «; alle diese Maßnahmen aber nicht den ge- j wünschten Erfolg hatten, geht z. B. aus v den Forderungen der Anglo-Amerikaner j :j hervor, daß Schweden sich noch stärker als | ; ■ bisher für die alliierten Transporte mit G seinem Schiffsraum zur Verfügung stePen it '! solle. Es handelt sich bei Schweden wohl- jj gemerkt nicht um einen Kriegsgegner, son- jj |;j dern um einen Neutralen, und trotzdem [;■ ,;j
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drohten die Alliierten mit Maßnahmen, die so drastisch waren, daß sie von schwedischer Seite als glatte Erpressung bezeichnet wurden. Der von den Anglo-Amerikanern geleitete internationale Schiffahrtspool warf Schweden vor, es habe sich dank seiner Handelsflotte einen unvergleichlich höheren Lebensstandard als die kriegführenden Länder behauptet, und es wäre ungerecht, daß Schweden in dem internationalen Friedenshandel auf Grund seines relativ hohen (j Schiffsraumes unangemessene „Profite“' ; !'■ | machen könne. Schweden könne, wenn es; P sich den Vorschlägen der Alliierten nicht i füge, jederzeit vom internationalen Handel r ' ausgeschaltet werden; denn in den „Com- 1 bined boards“ verfügten die USA und Eng- land,über die Kontrolle aller wichtigen Roh- Stoffe, und das Verbot des Verkaufes dieser;■ Rohstoffe und ihrer Beförderung auf schwe- dischen Schiffen sei keine Schwierigkeit.!
Man könne sogar die Abgabe vim Brenn- ! und Treibstoff an die schwedische Schiffahrtj ; j unmöglich machen! ! ’
Die Möglichkeiten, die in diesen Drohun- ■ , gen liegen, gleichen im wesentlichen völlig ‘ j der Tendenz der Maßnahmen, die die Anglo- | 1 t . Amerikaner nach ihrem erhofften Sieg gegen i 'j-J ihre Gegner anwenden wollen. Admiral Land ’ verlangte im Oktober 1944 vor einem Kon- . >: greßausschuß, daß die USA ein Drittel der i ;• Achsenschiffahrtsrouten übernehmen soll- j; , ten und der Rest dann unter die übrigen j ; seefahrenden Alliierten aufgeteilt werden : könne. Bei dieser Forderung ist bereits zu i sehen, daß es den Briten, wenn sie diesen ■ : Krieg gewinnen sollten, äußerst'schwer fallen ;; dürfte, dasselbe Geschick in der Zurück- drängung des amerikanischen Bundesge- ; nossen wie nach dem ersten Weltkrieg zu : ; ; entwickeln, denn der Amerikaner denkt gar nicht mehr daran, die traditionelle Vormachtstellung Großbritanniens anzuerken- J ' nen. Aus den Worten des republikanischen 'i . Senators Wherry sprach dies noch deut- ■ licher. Er verlangt die Überlassung samt- ■ licher Achsenrouten an die USA und be- i gründete diese zumindest gegenüber Eng- [■ , land ungewöhnliche Forderung damit, daß j ; England wegen seiner günstigen Schiffahrts-'lj . ■: tage, wegen des Bestandes seiner Luxus- , dampf er, die es noch immer besitzet!) und 1. :: seiner Flugzeugträger, die man sehr leicht ^ , zu Passagierschiffen umbauen köruje, sowieso ; , i wesentliche Vorteile gegenüber den USA 1 j habe. >■ '
Wie die Engländer auf dieses Argument [ ■!! reagieren, kann man sich leicht ausmalen, i Für uns als Europäer ist jedoch die Tatsache f [ viel wichtiger, daß die USA praktisch mit ' t ihren Forderungen eine selbständige europäische Seeschiffahrt immöglich machen
Köln “■ billiger Triumph ohne Dauer
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Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
bm. Berlin, 8. März. Köln, die alte deutsche Stadt am Rhein, Trägerin so vieler Traditionen, deren Wurzel nicht allein den Begriff Deutschland entstammen, sondern durchaus auch europäisches Format haben, ist in dem auf dem linken Flußufer liegenden Teil vom Feind besetzt. Durch die Straßen der alten Rhein-Metropole, die so oft vom Terror der anglo-amerikanischen Bomberwaffe betroffen wurde, rasseln heute die Panzerwagen der Amerikaner. Diese Botschaft trifft das deutsche Volk schmerzhaft. Wer wollte den Rückschlag verschweigen?
Und dennoch scheint es, als müsse der westliche Gegner seinen Triumph nur als scheinbar empfinden; denn er wurde in einer Situation errungen, in der sich die gesammelte deutsche Abwehrkraft nach Osten richtet, um den Kern des europäischen Kontinent vor dem Vemichtungssturm des Bolsche- wismus zu schützen und damit auch eine Mission für Europa zu erfüllen. Die Lehre
aller Kriege zeigt, daß derartige Erfolge, di- ! unter ähnlichen Umständen wie der des amerikanischen Gegners erungen wurde, nicht t ijt von Dauer sein können. ■'
Europa muß in diesem Augenblick die tiefe i ragik fühlen, die diesem Krieg um den Kon- j i-‘ ’ tinent annaftet. Zu einer Zeit, in der sich das $ ;
Weltgewissen gegen die Auswirkungen der jj Flut des Grauens aus dem Osten empört, | q,, mußten beide westlichen Mächte, deren Tra- \ 1’ ditipn doch auch zu einem nicht geringen i i' 1 - Teil dem europäischen Denken entstammt, 1 j' i den Liquidationstruppen des Bolschewismus | ,i: Hilfestellung leisten. Ein späterer Ge- ijiiK schichtsschreiber wird diese Feindkoalition ij jF als das widernatürlichste Bündnisverhäitnis ’l " kennzeichnen. Im Augenblick ist es jedoch i '1 eine Realität. Es stellt das deutsche Volk, seine kämpfende Wehrmacht, seine schaffende Heimat vor schwere und schwerste Belastungen. Daß es in der Krisis dieses Krieges nicht zusammenbricht, spricht für seine , Größe und für sein Lebensrecht.