Ausgabe 
(8.3.1945) 55
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Parieiamtliche Tageszeitung

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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verküadunvsblatt des Beichsstatthalte» ia Oldenbiirs und Bremen

Nummer 55 15. Jahrgang

Dienstag, 6. März 1945

Einzelpreis 15 Rpf.

Unter Moskauer Druck

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ifia Drahtbericht unseres Vertreters

, sch. Lissabon, 5. März. Nachdem der rumä­nische Ministerpräsident Radescu von den mit Moskau verbündeten Linksparteien ge­stürzt worden ist, verlangt die Sowjetunion, wie aus einem sehr heftigen Artikel der Mos­kauerFrawda hefvorgeht, die Verhaftung Radescus und seinerKomplicen. Unter die­sem Komplott versteht diePrawda die Füh­rer der alten rumänischen Parteien Maniu und Bratianu. Diese beiden hatten ähnlich wie Radescu eine führende Rolle bei dem ru­mänischen Verrat gegenüber Deutschland ge­spielt und eng mit der Sowjetunion zusam­mengearbeitet. Jetzt sollen sie sämtlich nicht nur aus dem politischen Leben verschwinden, den, sondern auch vor Gericht gestellt, das heißt ersthossen werden.

Mit der Lösung der duroh Radescus Rück­tritt entstandenen, Regierungskrise beschäf­tigt sich nach einem Reuterbericht zur Zeit Peter Grozio, der Anführer einer der Links­extremen, das heißt praktisch kommunisti­schen Bauernpartei. Den Versuch, den über 70 Jahre alten Prinzen Stirbey zum Nachfol­ger Radescus zu machen, hat man aufgege- ben. Die Interallüerte Kontrollkommission! hat sich nach der gleichen Quelle mit Grozio als Ministerpräsident einverstanden erklärt. Welchen Kurs Grozio einzuschlagen gedenkt, geht aus einer sowjetischen Erklärung hervor. Er kann in sein Kabinett nur Minister auf­nehmen, dieauch Moskau willkommen sind" Das heißt, die Auswahl der Männer der künf­tigen rumänischen Regierung erfolgt nicht in Bukarest, sondern in der Sowjet-Hauptstadt.

Terror gegen Schweizer Gebiet

Bern, 5. März/. Der Hauptbahnhof von Basel wurde am' Sonntag von Flugzeugen an-

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!ibt, Vi, gegriffen. Züge, die zu ihren Bestimmungs testen U j orten innerhalb der Schweiz fuhren, wurden den : mit Maschinengewehren beschossen und eine

t entpiKt Anzahl Passagiere verwundet, der ffl® Während die Schweizer in Ihren Berichten höflicherweise vonunbekannten Flugzeu- gen sprechen, gibt Reuter offen zu, daß es sich um alliierte Fli»;zeuge handelt. Dem Zynis­mus wird aber Krone aufgesetzt durch ein ; amerikanisches Blatt, denBoston Herald, der gegen den Abschuß von zwei USA-Bom- bern über der Schweiz protestiert und diese Handlung als kaltblütigen Mord bezeichnet,' für den man der Schweiz den Krieg erklären müsse. Das ist das wahre Gesicht der ameri­kanischen Mordbrenner.

Auch Zürich wurde von nordamerikani­schen Terrorbombem angegriffen. Hierbei gab es laut United Press fünf Tote und zwölf Verletzte.

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Rückkehr eines müden Mannes

ep, Madrid, 5. März.Roosevelt ist als kran­ker Mann von Jalta nach Washington zurück­gekehrt. Seine Stimme kjingt müde; er macht den Eindruck, sehr abgespannt und überar­beitet zu sein", so faßt der Korrespondent der ikgentur EFE in New York seinen und der ESA-Senatoren Eindruck zusammen. Der OSA-Präsident könne nicht verbergen, daß er bei den Besprechungen mit Stalin und Chur­chill einer starken Nervenanspannung ausge- setzt gewesen sei. Der Abschluß von Geheim­abkommen in Jalta habe unter den Senatoren große Beunruhigung hervorgerufen. Der spa­nische Korrespondent stellt fest, daß Roose­velt mit seinen Ausführungen keine ungeteilte Zustimmung gefunden habe.

Gesetz der Feldhermholle

Eine packende Feierstunde im Keller der Marienburg

Eigener Drahtbericht

rd. Marienburg, 5. März. Die Brände der Stadt werfen ihren Schein gegen die zer­schossenen Mauern der alten Ordensburg an der Nogat, die gerade wieder heute Sinnbild unseres Kampfes im deutschen Osten ist. In dieser Burg erleben heute die Soldaten des Heeres und der Kriegsmarine eine Feier­stunde seltener Art. Der Stabschef der SA., Wilhelm Schepmann, ist in Aberkennung; des hervorragenden Anteils, den die Panzergrena­diere einer Kampfgruppe derFeldherm- halle an der Verteidigung dieses Bollwerks haben, zu ihnen gekommen, um über den Sinn unseres Kampfes zu sprechen.

Fackeln erhellen den Keller der historischen. Burg, die mitten in unserer Hauptkampflinie liegt, als der Stabschef zu den Männern, die

aus ihren Erdlöchem und Stellungen gekom­men sind, spricht.Eure Ehre, so rief er ihnen zu, ist eure Tapferkeit, euer Ruhm die bedingungslose Hingabe für Reich und Führer, die Ihr Im Kampf um die 'Marlenburg wiederum bewiesen habt. Deutscher Soldat sein heißt, saubere Waffen tragen.

Zu den Soldaten derFeldhermhalle ge­wandt, sprach der Stabsschef von ihrer be­sonderen Pflicht, die Tradition und den Kampfgeist der SA. in unserer Armee leben­dig und sichtbar zu verkörpern.Ihr habt euch überall am tapfersten zu schlagen. Keine Schwierigkeit der Lage und keine per­sönliche Not und Sorge entläßt euch auch nur einen Augenblick aus dem Gesetz des Kampfes. Ich und die gesamte SA. sind stolz darauf, daß ihr auch hier in der Marienburg das Gesetz derFeldherrnhalle,

das treu sein heißt und standhaft bleiben, so tapfer erfüllet. Laßt nicht nach, komme was wolle, bis endlich wiederum der Sieg bei unseren Fahnen ist, der nicht einer stumpfen Masse von Menchen und Material, sondern den Tapferen gehören wird!

Im Anschluß an diese packende Feier­stunde in der Hauptkampflinie besichtigte der Stabsschef die Kampfstellungen in der Burganlage. Anderen Orts sprach er im Rahmen eines Appells zu Ersatzeinheiten der Feldhermhalle und hatte dann Be­sprechungen mit dem Gauleiter des Gaues Danzig-Westpreußen, Förster, und mit SA.- Gruppenführer Ohr},, dem Führer der SA.- Gruppe Weichsel und Gaustabsführer des deutschen Volkssturms in Danzig-West­preußen.

Eine Kullursiadl durch reinen Terror äusgelöschl

Drahtbericht unserer Berliner Schrtftleituns bm. Berlin, 5. März. Über den Tod der Stadt Dresden, diese beispiellose, durch den Ver- nlchtungswillen anglo-amerikanischer Terror­geschwader ausgelöste Katastrophe liegt jetzt der erste authentische Bericht vor, der in der ZeitschriftDas Reich wiedergegeben wird. Nach diesem Bericht erfolgte die Durchfüh­rung des Angrifs derart, daß am späten Abend des 13. Februar starke britische Kampfflug­zeug-Verbände den Kem der Stadt beiderseits der Elbe und den darum gelagerten Sied­lungsring mit einer Unzahl von Bomben be­legten. Der Feuerkreis umschloß viele Qua­dratkilometer dicht bebauten Geländes, in dem es nur Wohnviertel, Geschäftsstraßen und öffentliche Gebäude sowie weltbekannte Kulturbauten gab. Die Stadt beherbergte zu dieser Zeit etwa 600 000 ständige Einwohner und 400 000 Bombengeschädigte, Umquartierte sowie Flüchtlinge aus Schlesien. Im Rasen des Feuersturms und der Flächenbrände fanden

viele Menschen unter Sauerstof fnot ein rasches Ende. Zehntausende'flüchteten nach den gro­ßen Grünflächen außerhalb des Stadtkerns, dem Großen Garten und dem Elbufer. Um Mitternacht griff eine zweite britische Luft­flotte Dresden an und richtete mit Spreng­bomben und Bordwaffen unter den Menschen­massen auf den Grünflächen ein beispielloses Blutbad an. Zwölf Stunden später legte der dritte Angriff eine neue Grenze des Verder­bens um die Stadt gerade in jenen Bezirken, in denen die Hauptmasse der Flüchtlinge aus dem Stadtzentrum ein Obdach gesucht hatte. 24 Stunden später wurde ein vierter Angriff gegen die Dörfer des Elbtales gerichtet, durch die die Ausgebombten in langen Trecks und unübersehbaren Kolonnen zogen.

Als Ergebnis der vier Luftangriffe vom 13., 14 und. Febr. darf festgesteilt werden so stellt der authentische. Bericht fest daß die bisher radikalste Vernichtung eines großen zusammenhängenden Stadtgebietes und im Verhältnis zur Zahl der Einwohner und der

Angriffe weitaus schwersten Verluste an Menschenleben hervorgerufen wurden. Eine Stadtsilhouette von vollendeter Harmonie wurde vom europäischen Himmel gelöscht, und zehntausende mußten in Massengräbern beigesetzt werden, ohne daß der Versuch einer Identifizierung möglich war. In den inneren Stadtbezirken gibt es nur die voll­kommene Zerstörung. Es gibt keine Gebäude­teile oder Einzelhäuser, die halbwegs wieder instandzusetzen wären. Welte Gebiete sind menschenleer nnd es gibt hier nur tote oder solche Lebenden, die Tote zu bergen ver­suchen und nach Vermißten suchen.

Nach diesem Bericht kann die These des Gegners, der Angriff auf Dresden habe den Verkehrsverbindungen gegolten und sei mili­tärisch gerechtfertigt, in keiner Weise auf­rechterhalten werden. Wohl aber ist eine Kulturstadt zugrunde gegangen, die nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa in ihrer Geschichte sehr vieles zu geben hatte.

Schwere Schlacht zwischen Maas und Rhein

Von unserem , militärischen v. W.-Mitarbeiter

Es besteht keine Veranlassung, die ernst­hafte Belastung des Westheeres gegenüber den hohen Gewichten zu unterschätzen, die auf dem Ostheer liegen, vyas die Sowjets noch an größerem Einsatz an Menschen betreiben, unternehmen Amerikaner und Briten mit einer zwar geringeren, aber noch großen nu­merischen Übermacht und mit einem Mate­rialaufwand, der an Güte dem sowjetischen übersteigt. Der Lufteinsatz vollends, der,alle Feindangriffe im Westen seit der Invasion im Januar begleitet, stellt allein ein so wuchtiges Kampfmittel dar, daß sehr viel Heldenmut dazu gehört, Tag für Tag die Masseneinsätze der Schlachtflieger und strategischen Bom­bergeschwader auf sich zu nehmen, ohne ihnen mit den eigenen Mitteln auch nur an­nähernd begegnen zu können.

Die Schlacht scheint noch nicht auf dem

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Moskau zwang Finnland zur Kriegserklärung

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Stockholm, 5. März. Die finnische Regierung hat nachträglich, umeventuelle Mißver­ständnisse im Verhältnis FinnlandDeutsch­land zu vermeiden';, festgestellt, daß sich Finnland seit dem 15. September 1944 im in (. s b rie gszustand mit Deutschland befinde. Die "9*r finnische Regierung verschanzt sich hinter ,. w . ® er Begründung, daß die deutschen Truppen zu diesem Datum nicht, wie unter sowje­tischem Druck gefordert, das Land verlassen hatte». Finnland steht nach dieser Erklärung unter Kriegsgesetzen.

Sowjetisches Kesseltreiben

brahtberieht unserer Berliner Schrlftleitung g. Berlin, 5. März. Die finnische Tragödie 'Entwickelt sich konsequent in der Richtung 'alter, die bereits seit langem zu erkennen ar. Es ist geradezu grotesk, welche Begleit- wscheinungen mit der Serie von erzwungenen Kriegserklärungen verbunden sind, die jetzt °n einer .Reihe kleinerer Länder unter dem Bruck der Alliierten gegen uns abgegeben orden sind. Die Türkei hatte ihre Kriegs­erklärung, wie bereits gemeldet wurde, auf E'Uen etwas späteren Termin als den Tag der Erklärung selbst abgestellt, was bereits einen diplomatisch höchst ungewöhnlichen Vorgang darstellt. Finnland hat jetzt den umgekehrten -8 gewählt und hat seine Kriegserklärung Gewissermaßen rückdatiert. Die finnische Re­gierung stellt fest um den Bolschewisten Eiben Gefallen zu tun, daß der Kriegs­zustand mit Deutschland schon automatisch ui 15. September 1944 eingetreten sei, ob­wohl ln den inzwischen vergangenen Mona- *«h kein Mensch von einem solchen Kriegs­zustand gesprochen hat. Jetzt aber berufen ich die Finnen darauf. daß 3ie in den Tagen »er Ksnitulat-n am 2. September auf Grv.H fi-.. r v ,. , rn -poi-öe-ung an uns das Verlangen grichte«. haben, wir sollten unsere Truppen Ws zum 15. September aus nnland zurückziehen. Daß eine solche Räumung sieh in so kurzer Frist überhaupt

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nicht durchführen ließ, würde seinerzeit ab­sichtlich mißachtet, um uns formal irgend­wie ins Unrecht setzen zu können. Es war auch in der Tat nicht möglich, Finnland bis zum 15. September zu räumen, und nun be­haupten die Finnen, mit der Überschreitung dieser Frist sei ganz von selbst der Kriegs­zustand eingetreten.

Daß sie mit einer solchen Konstruktion wieder einen neuen Spatenstich zu ihrem ei­genen Grabe tun, scheint den Finnen nicht voll bewußt zu werden. Nunmehr herrscht ln Finnland der Kriegszustand und die Kriegs­gesetze, und nun haben die Sowjets die un­begrenzte Möglichkeit, ganz Finnland mili­tärisch zu besetzen. Sie werden diesen Zustand dazu benutzen, um ihre eigene Macht in Finnland restlos und endgültig zu stabilisie­ren. Das bedeutet nicht nur die politische Ausschaltung, sondern auch die physische Li­quidierung aller derjenigen Kreise in Finn­land, die noch nicht unbedingt bolschewi­stisch eingestellt sind. Alle Organisationen, die irgendwie als Träger eines nationalen Widerstandes in Finnland ln Frage kommen' könnten, sind von den Bolschewisten ohne­hin bereits aufgelöst worden. Auf alle Persön­lichkeiten, die die finnische Sache verteidi­gen könnten, veranstalten die Agenten Mos­kaus ein wahres Kesseltreiben. Von allen wichtigen Posten werden sie planmäßig aus­geschaltet, und damit wird jeder Widerstand gegen die weitere Bolschewisierung beseitigt.

Auch in Schweden wird man jetzt sehr auf­merksam und sehr nachdenklich, wenn man diese Entwicklung in Finnland betrachtet. Die Stockholmer Presse bringt recht pessimistische Betrachtungen über die Zukunft Finnlands. Stalin aber hat es rundweg abgelehnt, irgend welche Diskussionen über solche Länder zu­zulassen. die von sowjetischen Truppen be­setz sind. Das trifft auch für Finnland zu, und deshalb werden auch die westlichen Alli­ierten trotz aller Vereinbarungen von Jalta keinen Finger rühren, um dem Fortgang der finnischen Tragödie Einhalt zu tun.

Höhepunkt angelangt zu sein, 'denn immer noch muß das OKW. melden, daß neue Feind­kräfte in die Schlacht geworfen werden. Außerdem hat das Ringen zwischen fünf an­greifenden Feindarmeen und dem Westheer auf neue Abschnitte übergegriffen, so daß sich zwischen dem Rheinknie von Rees und dem Oberlauf der Erft ein nunmehr zusammen­hängendes Kampffeld gebildet hat, dem aller­dings südlich der Erft der begrenzte Ab­schnitt an dem Zusammenfluß von Mosel, Saar und Kyll entspricht.

Suchte der Feind keine südliche umfassende Bewegung an den Anfang der Offensive zu stellen, weil der freie Raum fehlte, so war er doch entschlossen, wenigstens taktisch mit den Mitteln umfassender und ausflankieyen- der Angriffe zu arbeiten. ' Das zeigt sich zu­nächst in der Wendung der Flügelangriffe der Kanadier und der 9. USA-Armee, späterhin der Drehung der gleichen Armee nach Nor­den gegen Krefeld. Der Feind muß es auch noch an manchen Stellen des Westraumes mit Anlagen des Westwalles zu tun gehabt haben, was auch für den Vorstoß der 3. USA- Armee nach Trier gilt, wenn sich die Schlacht! in den letzten Tagen einer Linie zugewand9| hat, die mit den Punkten Rees, Geldern, Kempen, Krefeld, Neuß fixiert wird und dann zwischen Erft und Rhein bis in den Kölner und Bonner Raum verläuft. Das bedeutet, daß der Kampf sich heute im freien Gelände abspielt, das nicht mehr mit festen Anlagen durchsetzt ist. Soweit Stellungen noch eine Rolle spielen, handelt es sich um proviso­rische Anlagen, deren Wert darum nicht zu gering einigeschätzt werden darf und vom Gegner sicher nicht unterschätzt wird.

Die Rhein-Verteidigung dieser Begriff bestimmt die Bedeutung der augenblicklichen Phase der Schlacht, nachdem die Erft auf breiter Front überschritten ist und nördlich des Flusses bei Krefeld und Neuß ln Rhein­nähe gerungen wird beginnt am Knie von Rees, von wo sie sich bis in den Abschnitt Geldern zieht, um dann über Kempen und Krefeld zum Rhein zurückzufinden. Das ist eine Folge der starken Angriffe der 9. USA- Armee, die mit einer umfassenden Nord­schwenkung unserer Verteidigung aus dem Raum zwischen dem Unterlauf vor Rur und Erft herausgedrückt ist. Diese FeindgrUppe tritt-nun nördlich der Erft in unmittelbarer Nähe des Rheins auf. Sie muß hier zunächst zum Stillstand kommen, während die rechte Nachbararmee, die 1. USA-Armee, nach Überschreitung der Erft auf breiter Front zu­nächst durch Gegenangriffe vor Erreichen des Rheines und vor Köln aufgefangen wurde. Sie läßt ln ihrer Bewegung die vorgezeigte Marschrichtung nach Köln erkennen, wäh­rend Ihr rechter Flügel auf Bonn zielt. Die von uns geführten Gegenangriffe trafen die. Amerikaner in der Ebene nordwestlich Köln, etwa zwischen der Domstadt und Greven­broich, in dessen Nähe die Verteidigung des Ostufers der Erft von sehr starken Feind­kräften überwältigt worden war. Von der oberen Rur aus sind die südlichen Kampf­gruppen der 1. USA-Armee über Zülpich bis

in den Abschnitt Euskirchen eingebrochen, von wo sie sich wieder gegen Bonn weiter­schieben wollen.

Das große Schlachtfeld zwischen Neuß und Euskirchen hat sich demnach an einigen Stellen bis nahe an das Westufer des Rheines geschoben. Daß die Führung beider Seiten nach solcher Entwicklung vor neuen Ent­schlüssen steht, liegt nahe. Die Rhelverteldl- gung verlangt ihr Recht. Der Gegner Ist ln schwieriger Lage, denn der Rhein stellt mit seiner Breite ein Hindernis dar, das weit größere Schwierigkeiten bereiten dürfte als die Flußforcierungen, die die Gegner bisher unternahmen, doch kann Montg omery sich solchen Aufgaben zunächst nicht zuwenden, solange er deutsche Truppen noch zwischen Rhein und Maas weiß. Seine eigene 2. Armee, die als letzte antrat, steht noch am weitesten vom Rhein entfernt und wird wie die Kana­dier am stärksten durch den tapferen Wider­stand unserer Divisionen behindert.

In der großen Auseinandersetzung im Westen ist die Frage des Rheines nunmehr angeschnitten. Ihn sieht der Gegner als Nah­ziel an, als Zwischenstation auf dem Wege ins Ruhrgebiet. Der Weg von der Rur zum Rhein mochte für ihn schon blutig genug sein. Er sollte sich keiner Täuschung über die Kraft der Blutpumpe hingeben, die Ihren Ar­meen begegnen wird, sobald der Rheinangriff eröffnet werden muß. Alle Feindarmeen wer­den gegen eine Flußverteidigung anrennen müssen, die um das große Wasserhindernis mit einem Fanatismus kämpfen, der für deutsche Soldaten angesichts des; nationalen Wertes des Kampfobjektes selbstverständ­lich Ist.

Nach dem Kriege -

Von Konteradmiral Gadow

Die Westmächte und ihre Mitläufer ver­schließen, unbeirrt durch die Flammen­zeichen des Tages, ihre Augen vor den Fol­gen eines totalen Sieges, wie vor dem Wesen des Bolschewismus überhaupt. Sie glauben beharrlich nicht nur an eine Neubelebung der Religiosität (die Stalin seinen britischen Kirchenfreunden vorgaukelt) und einever­nünftige Evolution des Systems, sondern vor allem an einengemeinsamen Sieg, eine gemeinsame Regelung und Organisation des Friedens, und darüber hinaus an vieles, was überhaupt in den luftleeren Raum vor­stößt. Wenn man in England vor Jahr und Tag noch von einer Ourzon-Linie des sowjeti­schenSicherheitsbedarfs" zu reden und auf einen Sanitätskordon im Osten zu hoffen wagte, wenn noch vor wenigen Monaten der Spectator verkündete, es sei nur das sowjetische Mißtrauen gegen britische Ein­flußwünsche in Europa zu beseitigen, um Rußlandvon manchem beabsichtigten Schritt abzuhalten, der über Karelien, das Baltikum, Weißrußland, Ukraine und Mol- davirepublik hinausginge", so wurde das alles in Nordnorwegen, Finnland, Rumänien, Serbien, Bulgarien, Südungam, Karpato- Ukraine usw. längst begraben.

Heute soll es dieOdergrenze" sein. Das heißt, wenn wir sie halten.Frank­reich," schrieb dieselbe Stimme,können wir als Militärmacht aus unserer Rechnung ausschalten. Bis dahin war es immer noch mit den westlichen Randländem Europas als Schild gedacht. Den Gedanken zu Ende zu denken und sich das durch de Gaulle an Moskau angehängte Frankreich oder ein von Deutschland geräumtes Norwegen, Holland und Belgien als sowjetische Ein­flußzone oder bolschewistische Republiken vorzustellen, mit allen Folgen für die neue Nachbarschaft, wagt kein englisches Gehirn. Nicht anders de Gaulle selber, von Groß­macht, Rhein und Ruhr phantasierend, Ma­rionette Moskaus und geduldeter Statthalter eines Landes, das dem bolschewistischen Ab­grund zutaumelt. Was geschähe mit Frank­reich, wenn die Sowjets an Rhein und Ruhr ständen?

Wenn England und die USA über den künftigen Welt- und Außenhandel, über die Steuerung der Währungen, Luft- und Schiff­fahrtsquoten und -Monopole erbittert streiten, vor allem, wenn die USA ihre Gedanken über das Amerikanische Jahrhundert, die Beherr^ schung der Märkte und Rohstoffe und die zu erwartenden Riesengewirme spazieren führen, so erreicht das Planen im luftleeren Raum den Höhepunkt, Die Voraussetzung ist doch die oft verkündete wirtschaftliche Vernich­tung, mindestens Dezimierung und Reagrari- sierung Deutschlands und Japans, das heißt einschließlich der bereits vernichteten und den Sowjets überlassenen Volksräume die Verminderung der Welt-Verbraucherschaft um mindestens 500 bisher kaufkräftiger Millionen Menschen, dafür aber die Vermeh­rung der sowjetischen Konkurrenz um Millionen Arbeitssklaven. j

Nur ein Narr kann sich auf solcher Grund­lage eine profitable oder auch nur ausge­glichene Weltwirtschaft ausmalen, selbst wenn die als Köder dienenden Milliarden­lieferungen an Sowjetrußland, und die 400 erst zum Konsum zu erziehenden Millionen Chinas oder die 250 Millionen In­diens in die Waagschale gelegt werden. Es scheint, als ob amerikanische Gewerkschafter diese Realitäten bereits schärfer erkennen als ihr Präsident. Hier Jedenfalls verliert sich die

Eichenlaub verliehen

Führerha u^p t quartier, 5. März. Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuze? an: Generalleutnant Fritz Georg von Rappard, Kommandeur der bayeri­schen 7. Infanterie-Division, Oberst 1. G. Eduard Zorn, Führer einer Infanterie-Division, nach seinem Heldentode, Oberst Ernst Knebel, Kom­mandeur einer Armee-Waffenschule, Major Heinz-Martin Ewert, Abschnittskommandant ln Posen, Hauptmann Horst Waschnauer, Kom­mandeur des Panzer-Pionier-BatalUonsGroß­deutschland und Leutnant Josef Jakwert, Zugführer in einer Panzerjäger-Abteilung.

Sehr schwieriger Abschnitt

Drahtbericht unseres Vertreters

sch. Lissabon, 5. März. In England stellen Rundfunk und Presse am Montag selbstver­ständlich die Fortschritte der anglo-amerika­nischen Truppen westlich des Rheines, vor allem im Raum von Krefeld und Neuß, ln den Vordergrund, gaben gleichzeitig aber auch zu, daß es nicht gelungen ist, die deutsche Front zu durchbrechen oder die deutsche Widerstandsmoral zu untergraben. Die deut­schen Truppen seien, so wird erklärt, keines­falls geschlagen. In einem Londoner Rund- funktbericht heißt es, selbst wenn es den bri­tisch-amerikanischen Truppen gelänge, bis zum Rhein vorzudringen, würde es dank der taktischen und strategischen Maßnahmen der Deutschen überaus schwierig sein, den Rhein zu überschreiten. Der englische Be- ricrit erinnert daran, daß der Rhein eines der größten Hindernisse für eine vorgehende Truppe sei, das sich denken lasse. Auf jeden Fall würde ein Rheinübergangden Cha­rakter einer zweiten Landung in der Nor­mandie haben.

Der Kriegskorrespondent desDaily He­rald", Thompson, betont, daß der britische Angriff zwischen Rhein und Maas weiter mit dem unerschütterlichen deutschen Wider­

standswillen zu rechnen habe. Die feindliche Artillerie, von der man vorher nie eine gleiche Menge vor sich gesehen habe, bilde eia schVeres Hindernis, und die deutsche Infan­terie kämpfe ausgezeichnet mit Panzer­kampfwaffen. Der Deutsche kämpfe, wo er stehe, und verteidige jeden Meter Boden.

Größtes Aufsehen erregte in diesem Zusam­menhang das erneute Erscheinen deutscher Flugzeuge über England.Daily Scetch stellt resigniert und bestürzt fest, die Deutschen hätten im vergangenen Monat England daran erinnert, daß et noch Immer Frontgebiet sei und Frontgebiet bleibe. Neben V 1 und V 2 würden jetzt wieder deutsche Flugzeuge gegen England eingesetzt. Gleichzeitig wurde vom Außenministerium erklärt, man müsse die Wiedereinführung der Verdunkelung, und zwar unter Umständen der totalen Verdunke­lung, erwägen, die man allzu frühzeitig auf­gehoben habe.

Der USA-Botschafter ln Paris gibt in einem Artikel der Zeitschrift ,,American Magazin zu, daß die industrielle Produktion Frr.nkreirhs heute auf 30 Prozent der Friedenserzeugung ge­sunken Ist, selbst nach seinen gewiß nicht ob­jektiven Angaben war sie während der deut­schen Besetzung doppelt-so hoch.