Ausgabe 
(5.3.1945) 54
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Parteiamtliche Tageszeitung

Vaa Amtsblatt dss Bsetorsndsa Bfirgwmeisto» der FreUa Bremen

Bremen: Geschäftsstelle und Schrift­leitung: Geeren 6-8, Ruf tags und nachts Unter Sammelnummer 2 Id 31; Syke: Mühlendamm 2; Bremen-Hemelingen: Bahnhofstr. 6 , Ecke PoststraBe, Ruf 4 34 58; Bremen-Vegesack: Rohrstr. 24« Ruf 4 und 8; Bremen-Blumenthal: Kapit--Dallmann-fitr, 41-43, Ruf 88 u. 89

Nummer 54 15. Jahrgang

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srteUen,Berlin, 4. März. Mitten äus härtestem Eine weite#'ferteidigungskampf konnte das deutsche Volk el hegt da* Be feste und klare Stimme eines der zehntau- nde in unerschütterlicher Standhaftigkeit

Montag, 5. März 1945

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches VerkOndungsblatt des Reichssiaähaliers io Oideobrny und Bremen

Einzelpreis 15 Rpf.

nsere Losung helft Kampf!

Festung Breslau sprich! zum ganzen deutschen Volk

r desjental der Festung Breslau kämpfenden deut- inge?ccht 5rj! ^cheii Menschen hören, der ein leidensehaft- ZU zählt aafldies Bekenntnis für die Zukunft des Reiches deflirdjjjjilegte. Es war Niederschlesiens Gauleiter bisherig» vJanke, der über den GreBdeutsehen Rund- Entichöjjink einen Bericht gab, tm Glauben an das rafvollitrKhpeh una den Führer zu stehen, nieht au nbehCrde ^&en, wenn aneh noch schwerere Tage es weitgg»J mnlcn > und IU kam P**n> »lange ein Funken smitteln in nns ***

Tium him^ Gauleiter Hanke sagte, er müsse sich einer ehr denn fc frage rückerinnem, die er sich früher einmal hen, daB ^gestellt habe, woher nämlich die Kameraden echt belaste!® Atlantikstütepunkte die Kraft nähmen, so m Rechtsböteversichtlich und gläubig zu sprechen, werden. .Heute kennen die Verteidiger der Festung ^slau die Gründe. Heute denken und ppfinden wir ebenso wie sie. Der Grund da- nes xvn,Sf!*ist die Tatsache, daß wir allen Ballast ab- : ' hssr6!: -fi%mifen haben, den wir bisher durch unser ?ebr - schleppten, den wir bisher fälschlich

nern dai*,:W tr nannten und der doch letzten Endes sten dM Saäwgj Zivilisation war. Oft glaubten wir, daß mit der Vernichtung dieser äußeren Ku- unseres bürgerlichen Lebens auch selbst nichtet würden. Das Ist nicht wahr. Zehn- inde von Männern und Frauen in der ig Breslau haben es erlebt und erfah- daß ihnen alles, was sie früher als un- , ».»elbaren Bestand ihres persönlichen Seins

. sonna^trachteten, ihre Wohnungen, ihre Erinne­ren, ihre Sammlungen, tausend Kleinig- n u bis (jnf lten > an «Jenen ihr Herz hing, daß sie von is s. 3 o io, ^ dem be wußt Abschied nahmen und sich 'ernten, ohne daran zu zerbrechen.

ke. Ab 8 tlr Was i etzt beI"S un<1 «n»*er uns gilt, das Stinte m-.rf d Kraft unserer Fäuste, die den Kämp- (StintelKIirn der Festung Hilfe gibt. Das ist die Er- hier Quellen aufzuschließen,

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man sie bisher nicht vermutete. Das ist Glaube an die Kraft unserer männlichen die das, was von Menschenhand se­ien und vom Feind zerstört wird, auch ier aufzubauen in der Lage ist. Wir wis- alle dies zu genau, daß es für uns kein lern sein wird, das wiederherzustellen, der Kampf uns heute vernichtet, und es im Vergleich zu der Sklavenarbeit im st des Bolschewismus eine Freude sein str. 8 ütrl;_ »irä,unsere Dörfer und Städte wieder auf-

f en , ,0 , r ®J^«pBiien. besser und sehöner alz sie es je

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mündt. At w Wir haben früher vom totalen Krieg ge- ' 1_* , ipiochen und meinten ihn total zu führen, e dk A toll wissen es heute, was es heißt, den Krieg bekomm« £ tffich total zu führen. Schon glaubten wir, merh.Strto, 4 iSjj e Krise dieses Krieges auf dem Höhe- pre« (angelangt sei, meinten, daß wir uns w> ta erlittenen Verlusten nicht mehr "Wen erheben können. Und jetzt verstehen töt in seinem ganzen Ausmaß das Wort, das in Breslau nach den Niederlagen von Jena nnd Auerstädt geschrieben wurde:Es ist nicht der wirkliche Verlust, den inan in einer iigl. Wacht erleidet, das heißt der Verlust eini- rwehit S.u^ ger Divisionen und Provinzen, der einem narkt z Staat verderblich ist, es ist der eingebildete rftrt? Verlust ' die Mutlosigkeit, die ihn der Kräfte nuLrsfag. i; Wir haben jetzt in der Tat erkannt,

Hann, s:-, 1 *^8 auch nach der größten Niederlage, nach : ; n n9.3oO dem größten Schock, den wir alle erleiden s,.?' n-.asten, immer noch mehr Kräfte moblli- ra g. u.iWto siert werden konnten, als wir je ahnten, wir ek. Boy« f> haben sie in der Festung Breslau auch mo- oyae r ju< bilisiert Abtnlbee-

teni. Da ^ wir ln der Festung Breslau auch jetzt

k sK«- n ' >Ch die Möglichkeit haben, uns dieses neuen b * nn ?olensturmes zu erwehren, verdanken wir

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J Dr unseren alten erprobten Ostkämpfern.

^^blreichen Volksstnrmbatalllone in un- ^ ror Festung sind stolz, wenn sie von den tr. 2- ^ 0m? nandenren der alten Ostbataillone an-

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erkannt und von Tag zu Tag mehr als im Kampf verläßliche Kameraden gewertet wer­den. Sechzigjährige haben sich oft eingesetzt wie junge Soldaten, und über alles Lob hin­aus gewachsen ist die junge Mannschaft der

auch den bolschewistischen Gegner aufhält. Wer sich wie wir von aller materiellen Ge­bundenheit gelöst hat, für den gilt das Wort Jakob Böhmes:Wer nicht stürbet, eh er stürbet, der verdürbet, wenn er stürbet. Dem

Hitler-Jugend. Diese Jungens mit dem Elser- 1 aber, der so sieht, dem eröffnet sich eine neue

nen Kreuz, sie hatten'uns ferft recht den Sinn unseres Kampfes empfinden lassen. Wer die­sen Jungen in die Augen gesehen hat, der weiß, daß das W«*t Wahrheit ist:Mit nns zieht die neue Zelt.

Ich stehe als Gauleiter zusammen mit allen maßgeblichen ForrhationsfUhrem des Gaues Niederschlesien, dem Kreisleiter von Breslau, den Ortsgruppenleitem, dem Ober­bürgermeister der Stadt Breslau, bereit, mit ihren Verteidigern jedes Los zu teilen. Wir wissen nicht, was das Schicksal über uns und die Festung Breslau beschlossen hat, aber eines wissen wir, wenn wir dem jüngsten und gläubigsten unserer fanatischen Jungen in die Augen sehen:

Es wird in jedem Falle nach uns aufgebaut Werden, auch hier in Breslau, auch hier in Niederschlesien, und es wird denen, die nach uns kommen, ein Leichtes sein, ebenso wie den Kolonisten von 1241, diese Stadt schöner und größer zu errichten als sie es je war. Eines aber haben die, die nach uns kommen, nicht verdient, und eines dürfen wir ihnen nicht zumnten: Sehntt und Trümmer einer feigen Flucht und eines kampflosen Unter­ganges wegzuräumen. Wir sind nicht der Mei­nung, daß es so kommen wird, weil wir an unsere eigene Kraft glauben. Aber das sind Dinge, die uns persönlich betreffen. Nüchtern und real aber rechnen wir damit, daß wir durch unseren Widerstand Kräfte des Fein­des binden und allen anderen zeigen und be­weisen, daß der entschlossene Widerstand

Welt. In ihr erschaut er, was er bisher nur glaubte. Aus dem Glauben formt sieh das Wissen, daß der Bestand unseres Reiches, daß das Leben unseres deutschen Volkes nie, auch heute nicht, zerstört werden kamt.

Was wir als Männer hier in der Festung oder anderswo im Gau Niederschlesien im Einsatz geben, das geben wir bewußt und zu allem bereit. In jeder Minute aber, die uns selber bleibt^ sind wir in Gedanken bei un­seren Angehörigen, unseren Frauen und Kin­dern, die jetzt auf den Schutz und die Hilfe derer angewiesen sind, zu denen sie den Weg in das Innere des Reiches führte. Unsere Bitte und meine Bitte als Gauleiter von Nieder­schlesien geht an alle anderen Gaue, unseren Schlesiern in jener Kameradschaft zu begeg­nen, die schon für unser ganzes Volk das Ge­bot der Stunde ist. An euch alle, die ihr aus unseren Gebieten evakuiert seid, richte ich die Aufforderung, reiht euch ein in die Front aller, die für den Sieg schaffen und arbeiten. Wartet nicht, daß man euch dazu auffordert und verlangt nicht, daß man euch bemit­leidet. Helft uns durch eure Tatkraft und durch euren Arbeitseinsatz. Das ist das Beste, was ihr für uns tun könnt.

Wir aber inder Festung Breslau geloben, unerschütterlich im Glauben an das Reich und den Führer zu stehen, nicht zu wanken, wenn auch noch schwerere Tage kommen, und zu kämpfen, solange ein Funke Kraft in uns ist!

Aufnahme: Presse-Hoffmann (GBD)

Reichs- und Gauleiter beim Führer

Aus Anlaß der fünfundzwanzigjährigen Wiederkehr der Verkündung des Parteiprogramms empfing der Führer am 24. Februar in seinem Hauptquartier die Reichsleiter, Gauleiter und Verbändeführer der NSDAP., um ihnen die Richtlinien für die siegreiche Fortführung des Kampfes, für die umfassende Organisation aller Widerstandskräfte und für den rückhalt­losen Einsatz der Partei im Schicksalskampf des deutschen Volkes zu geben. Von links nach rechts: der Führer, die Gauleiter Hofer, Rainer, Kaufmann, Wegener, Reichsjustiz­minister Prof. Thierak, die Gauleiter Keller und Grohö.

Die Anglo-Amerikaner nach Jalta

Von Alfred G e r i g k , Berlin

Die britischen Anekdotensammler berichten bereits pointierte Geschichten von der Jalta- Konferenz, wie seinerzeit von der Teheran- Konferenz: Jalta-Diskussion über die schüch­ternen Versuche Churchills, die Londoner Exilpolen zu verteidigen, um für sie ein Stück Ostpolens zu retten. Antwort Stalins:Muteri Sie mir zu, dem sowjetrussischen Volk zu sagen, ich bin weniger russisch als der Eng-

Neue Feindkräfie in die Maferialschiachi im Westen geworfen

Drahtbericht unserer Berliner Sehrlftleitung

g. Berlin, 4 . März. Die zweite Woche des anglo-amerikanischen Großangriffs hat mit einer bedeutenden Verstärkung des feindlichen Druckes auf die deutsche Verteidigung im linksrheinischen Gebiet eingesetzt. Angesichts der zahlenmäßigen Überlegenheit des Geg­ners, den neue Kräfte in den Kampf warf, ist es ihm gelungen, bis in die Nähe des Rheines vorzudringen, und sein Bestreben geht jetzt offensichtlich dahin, die deutschen Stellungen in diesem Raum nach Möglichkeit einzudrücken und unsere dort stehenden Kräfte zu verdrängen oder abzuschneiden. Der feindliche Ansturm zwischen Krefeld und Wesel hat aber nur zum Teil Erfolg gehabt, so vor allem nordöstlich von Krefeld, wo die Amerikaner in der Richtung auf Mors vor­zustoßen suchen, sowie hei Geldern und Kem­pen, so daß die Spitzen des Feindes jetzt östlich und nordöstlich dieser beiden Orte stehen. Umgekehrt ist es uns gelungen, die Engländer bei Xanten ein Stück zurückzuwer­fen. Infolge dieser Kampfhandlungen sind die deutschen Stellungen im nördlichen Ab­schnitt auf der linksrheinischen Seite jetzt zu einer Art großem Brückenkopf geworden, den der Feind angreift. Aüch gegenüber von Düsseldorf, im Raum von Oberkassel, ver­fügen wir über eine derartige große Brücken­kopfstellung, gegen welche die Amerikaner vergebliche Angriffe richten.

Außer dem Vorstoß der Briten und Ameri­kaner gegen unsere Linien am Niederrhein sind noch zwei Operationen größeren Stiles festzustellen, einmal der Frontalangriff, der sich über den Erft-Abschnitt gegen Köln richtet und der sowohl aus der Gegend von Grevenbroich wie von Jülich zu einigen Fort­schritten des Gegners in der Richtung auf Köln führte, wobei jedoch jeder Kilometer

gegen den schweren Widerstand der deutschen Truppen unter schweren Verlusten erkämpft werden muß, und zUm anderen der neue Vorstoß auf Bonn, bei welchem der Feind nur sehr wenig vorwärts gekommen ist. Wei­ter südlich gehen die Kämpfe um Trier weiter.

Die Bemühungen der sowjetischen Armeen sind jetzt vor allem darauf gerichtet, die deutsche Front, die sich an der langen, nörd­lichen Flanke des sowjetischen Elnbruchskei- .les hinzieht, aufzuspalten und einzudrücken. Der Feind will dieses Ziel mit Hilfe von drei Einbruchskeilen erreichen, so daß sich jetzt im pommerschen Raum besonders harte Kämpfe abspielen. Der breiteste Keil bei Rummelsburg ist noch etwas erweitert wor­den, obwohl wir von beiden Seiten bereits starke Gegenangriffe in Gang gebracht ha­ben. Ferner konnten die Bolschewisten in der Richtung auf Rügenwalde ein Stück weiter nach Westen gelangen. Es handelt sich hier aber nur um feindliche Panzerspitzen, wäh­rend stärkere öeutsche Verbände auch jetzt noch weiter östlich im Gefecht stehen.

An den anderen Abschnitten der Ostfront hat sich der deutsche Widerstand recht ein­

drucksvoll in erfolgreichen Gegenstößen aus- gewirkt. An der mittleren Oder haben wir so­wohl bei Fürstenberg wie bei Guben die feind­lichen Brückenköpfe eingeengt, und zwischen Görlitz, Lauban und Löwenberg haben wir unsere eigenen Stellungen verbessert. Auch die neuen starken Angriffe, die der Feind jetzt sowohl von Süden wie von Norden her gegen die Festung Breslau richtet, konnten im wesentlichen abgewiesen werden. Abwehr­erfolge werden auch aus Kurland und aus dem Raum um Königsberg gemeldet. Doch rechnet man in Königsberg mit'neuen, stär­keren Angriffen der Bolschewisten.

Die Feinde sind nun von Tag zu Tag be­müht, Ihre gleichzeitigen Angriffe gegen die deutschen Fronten im Rheinland und im ost­deutschen Raum durch eine ununterbrochene Reihe von starken Luftangriffen zu unter­stützen, durch welche teils im frontnahen Gebiet, teils im Innern des Reiches die deut­schen Verkehrsanlagen gestört werden sollen. Die meisten dieser Luftangriffe aber stellen sich immer wieder als reine Terror angriffe gegen die Wohnviertel und gegen die Zivilbe­völkerung der Städte heraus.

Erbitterte Schlacht zwischen Rar and Rhein

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F.

V-Beschuß gegen Nord- unti Südengland

8 4 o c k h o 1 m , 4» März. Vom Tagesanbruch ^ Sonnabend bis Sonntag 7 Uhr ffüh richtete laut Reuter die deutsche Lufttätigkeit J-^n Nord- und Südengland und verursachte Sc häde n und Verluste.

Q.-Srhofl ®. Die V-Aktion gegen England läuft seit BisoyU: $ Jitter v. J. sie hat seither zwar eine gewisse ^serung erfahren, stellt aber bei weitem

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erfahren, stellt aber ^ nicht den Höhepunkt unserer Vergeltung 3r - Vor allem wird sie nicht auf den bis- ?r ^en Beschußraum begrenzt bleiben. Erst Jüngst fuhr man in Ergland erschrocken zu- als plötzlich Mittel- und Nordengland einigen gutgeziMten Probeschüssen erreicht Seither lebt man dort in der ständigen R® ^ Vor e * ner Ausweitung des deutschen V- *«V Aof-Vj rt-iR C ^ USses * Praktisch dazu führen würde, Engländer dieser furchtbaren Waffe T ausweichen kann und jede Stätte der bri-

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Hüstuns stündlich ein Opfer der dent-

y.. n Kernwaffe sein kann.

^wiese Sorge ist, wie die jüngste Ankündigung r>_ Go «bbeIs* besagte, durchaus nicht. unbe- w* 9 *- Der deutsche V-Beschuß gegen Fug- n wird d^nsioh in Kürze wesentlich verstärkt ?.:f pi ? cvt«^r>hnt werden. Un-

' * konnte festgestellt werden, daß Salve u- p. u ' rmttv-Gesehossen für uns kein k,. 1 * mehr ist. Nachdem der feindliche p..' Wr8r das Ausmaß eines ungehemmten r-hiordr: angenommen hat und Churchill to., a ' ta «Irm Ausrottungsplan gegen das hat he Vr k selne bindende Zusage erteilt lst «* nur recht und billig, daß England

noch mehr das Fegefeuer deutscher Vergeltung zu spüren bekommt. Es handelt sich hierbei im übrigen um mehr als um eine Vergeltung. Sie ist zugleich eine europäische Notwendigkeit. Genau so wie einem an Blinddarmentzündung erkrankten Menschen am raschesten und sicher­sten durch den für diesen Fall üblichen opera­tiven Eingriff geholfen wird, bedeutet für Europa die Entfernung des Wurmfortsatzes England die Gesundung. Es geht auf die Dauer nicht an, d rtl unser Xontinent immer wieder von neuem durch England in Krisen und Kriege gestürzt wird. Deutschland ist also in diesen Punkten der Vollstrecker des europäischen Le­benswillens. Es ist der Arzt, der ein Krank­heitsherd auslösch«.

Schwerter für General Schulz

Führerhauptquartier, 4. März. Der Führer verlieh am 26. Februar das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an General der Infanterie Friedrich Schulz, Oberbefehlshaber einer Armee, als. 135. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Gene­ral der Infanterie Schulz hat nach dem Durch­bruch der Sowjets bei Liegnitz die anstürmen­den bolschewistischen Massen ans der Bewe­gung heraus aufgefangen und in schweren Kämpfen ein feste Front anfgebaut. an der die weiteren Angriffe der Sowjets unter schwe­ren Verlusten zusammenbrachen. Dabei riß der Oberbefehlshaber wiederholt in vorderster Linie kämpfend < uirch seid Fe^pM. durch un- er^c-ütterliche Frtschlossci n^d Zuvers»**ftf. die Truppen zu höchsten Leistungen mit.

Aus dem F ü h r e r h a u p t q u a r t i e r, 4. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im slowakischen Erzgebirge setzte der Feind seine Angriffe gegen den Frontbogen von Schemnitz und Altsohl fort und erzielte bei und westlich Karpfen geringe Einbrüche. Volks­grenadiere fingen südlich der Hohen Tatra die Angriffe eines sowjetischen Schützenverbandes im Hauptkampffeld auf. Schwächere Angriffe der Bolschewisten im schlesischen Raum bra­chen am Nord- nnd Ostrand des Zobten im Abwehrfeuer zusammen. Beiderseits Lauban verbesserten unsere Angriffsgruppen gegen zähen Widerstand und zahlreiche Gegen­angriffe sowjetischer Panzerverbände auch gestern ihre Stellungen und schossen 31 feind­liche Panzer ab. Die Kampftätigkeit an der Neiße- und Oderfront blieb auf vereinzelte er­folglose Aufklärungsvorstöße der Sowjets be­schränkt. Zwischen Stargard und Dramburg in Pommern warfen die Bolschewisten starke Teile von zwei Panzerarmeen in den Kampf nnd drängten die eigenen Abwehrkräfte trotz verbissener Gegenwehr über die Linie Daher Schlvelbein zurück. Die aus dem Raum Bub- litz nach Norden vorgestoßenen sowjetischen Panzerverbände wurden östlich Köslin und bei Schlawe aufgefangen. Rummelsburg ging nach hartem Kampf verloren. Schlacht- und Jagd­flugzeuge vernichteten in diesem Raum wie­derum *4 sowjetische Panzer. Durch das Bei­spiel ihrer Offiziere mitgerissen, vereitelten unsere tapferen Truppen an .den Brennpunkten der Abwehrschlacht in Ostpreußen in ent­schlossenen Gegenstößen weiterhin alle Durch­bruchsversuche der Bolschewisten. In Kur­land nahm der Feind südwestlich Libau seine Angriffe nach starker Feuervorbereitung wie­der. auf, blieb jedoch naeh geringen Anfangs­erfolgen innerhalb des Hauptkampffeldes liegen.

Im Westen dauert die Materialschlacht nach Zuführung neuer feindlicher Kräfte in unverminderter Stärke an. Vom Rheinknie bei Rees bis Geldern schlugen unsere Truppen starke Angriffe blntig zurück. Südöstlich davon bis zum Rhein konnte der Gegner unsere Ver­bände in erbittertem Ringen znrückdrücken und ln Kr^f^d eindringen. Am Erft-Abschnitt bis in den Raum nördlich Euskirchen wurde der Feind, nachdem er den Fluß auf breiter Front nach Osten überschritten hatte, in Gegen- störr*n wieder anfgefangen. Helders: Prüm

und an'der Kyll, östiieb Bitburg, dauern die

Stellungskämpfe an, ohne daß die angretfenden Amerikaner über örtliche Bodengewinne hin­auskamen. Im Raum von Forbach, bei Saar- gemünd und in den unteren Vogesen führte der Gegner zahlreiche Ablenkungs- und Fesse lungsangriffe. Nach bisher vorliegenden Mel­dungenvernichteten unsere Trunpen an der Westfront gestern 75 feindliche Panzer.

In Mittelitalien nahm der Feind nord­westlich Poretta seine Angriffe mit starker Ar­tillerie- und Schlachtfliegerunterstützung wie­der auf. Nach harten Kämpfen konnte er über denMonte Belvedere und Monte della Ter- raza etwa drei Kilometer nach Norden Vor­dringen. Ein starker Angriff der Briten am Senio nördlich Faenza scheiterte. Auf der Landzunge östlich des Comacchio-Sees wurde ein örtlicher Einbruch abgeriegelt. Die Be­satzung der kleinen Insel Piscopi nordwestlich Rhodos hat vier Monate lang beträchtliche feindliche Seestreitkräfte gebunden. Die Kom­panie wurde jetzt, nachdem sie zahlreiche An­griffe des Gegners abgewiesen hatte, von über­legenem Feind überwältigt.

Amerikanische Bomberverbände unternahmen am Tage weiträumige Angriffe gegen das Reichsgebiet, wobei vor allem Personenverluste und Schäden in Chemnitz, Magdeburg, Han­nover und Bielefeld entstanden. In der Nacht war Dortmund das Ziel eines britischen Ter­rorangriffs. Kampfflugzeuge stießen bis in den Raum Berlin vor. Luftverteidigungskräfte brachten nach bisherigen Meldungen 39, meist viermotorig« Bomber, zum Absturz.

Bewundernswerte Haltung

Bern, 4. M5rz.Die seelische Widerstands­kraft, mit- der die Deutschen heute den Krieg ertragen, ist bewundernswert, schreibt dfr Bund in einem Leitartikel.Wie der deutsche Soldat bis zur Erschöpfung kämpft, wie das deutsche Hinterland die Schrecken und Leiden des Luftkrieges auf sich nimmt, das alles be­weist einen Lebenswillen nnd eine Lebenskraft, denen dereinst auch die Geschichte die An­erkennung nicht' versagen wird.

Wie Reuter aus Kairo meldet, wurde der frü­here Finanzml..lster im Kabinett des ermorde­ten Mäher Pascha, Amin Osman Pascha, von unbekannten Tätern angegriffen, doch sei Amin Osman nirret vm "tzt worden. Die A:: :rnr^ entkamen

länder Lord Curzon? Ein Engländer hat die Curzon-Linie als Grenze vorgeschlagen. Soll ich weniger für Rußland verlangen als er? Die Anekdote ist typisch, gleichviel ob sie wahr oder erfunden ist. Sie soll die angel­sächsische Welt für das gewinnen, was in Jalta vereinbart wurde. Sie soll jene soge­nannte Grenzziehung als einen sachlich nütz­lichen englischen Plan kennzeichnen, und sie soll zugleich die Diskussion dahin verschie­ben, wo das Problem leichter wird, von der Unterwerfung ganz Polens unter Sowjetge­walt auf das Gebiet territorialer Streitigkei­ten. Aber auch ein anderes Moment ist an dieser Anekdote beachtlich: Stalin hat sich London alsPatriot und sich so englischem Geschmack sympathisch gezeigt. Daß Chur­chill auf Konferenzen, wie sie in Jalta statt­finden, bei der Aufgabe, die Rolle des briti­schen Patrioten zu spielen, versagt hat, fällt weder den Anekdotenerzeugern auf, noch den Hörern.

Ein paar Jahre vor Ausbruch des jetzigen Krieges erschien ein kleines englisches Buch, das damals viel Aufsehen in der Welt erregte Wenn England zu Felde zieht, hieß der Ti­tel. Der Verfasser war Captain Liddell Hart, einer der angesehensten Militärkritiker, der vor und nach Kriegsbeginn in Opposition,ge­gen jene Politik stand, die durch'den Namen Churchill gekennzeichnet ist. Liest man heute in diesem Buch, bei dessen Erscheinen schon die ersten Wolken des drohenden Krieges beraufzogen, so spürt man, wie das englische Denken sich gewandelt hat. Liddell Hart stellt folgende Grundsätze für» britische Tra­dition und britisches Denken auf:Von einem Sieg im wahren Sinne des Wortes darf man nur sprechen, wenn man nach dem Kriege besser dran ist als vorher . . . Der großartige Grundsatz, im Krieg schon an den Frieden zu denken, birgt das Geheimnis der englischen Blüte durch drei Jahrhunderte. Nach ' genauer Untersuchung der geschicht­lichen Tradition in England das Gegenbild von heute:Wenn das, was sich jetzt in Griechenland abspielt, allgemeingültige Be­deutung haben sollte, so graut mir vor der Zukunft. Aber die Äußerungen, die vor kur­zem im Oberhaus fiel:Wenn der Krieg wie bisher weitergeht, werden wir vielleicht Hitler besiegen, aber den Krieg verlieren. Welch erschreckender Gegensatz zwischen jener Planmäßigkeit englischer Politik und jener Planlosigkeit, Ängstlichkeit und Ratlosigkeit der regierenden britischen Politiker von heute!

Liddel Hart:Den kaufmännisch vorteil­haftesten Krieg von allen englischen Kriegen nannte man den Spanischen Erbfolgekrieg. Er brachte bei verhältnismäßig geringem eng­lischen Kräfteaufwand den Engländern ein: Gibraltar, Neuschottland, Neufundland und die Hudsonbay, vor allem aber die Durch­brechung des spanischen Handelsmonopols in Südamerika und Englands südamerikanische Machtstellung, die bis in diese Tage der vor­dringenden USA-Erfolge (Beispiel Fall Ar­gentinien) fortdauerte. Das Gegenstück zu diesemkaufmännisch vorteilhaftesten Krieg Englands: Die amerikanische Zeit­schriftNew Republic hält den Engländern eine Gardinenpredigt über ihre eigennützige Strategie in Ostasien: ..Die Engländer betrei­ben ihre Opposition offenbar unter dem Ge­sichtspunkt. ihr Kolonialemoire wieder herzu­stellen. Deshalb setzen sie geringe Kräfte für die Burmastraße, ein und suchen stattdessen, auf Umwegen nach der Malayischen Halb­insel und nach Singapore zu kommen. Wir wollen die Achse zerschlagen, und wenn es England wichtiger ist. sein Kolonialreich wie­derherzustellen, werden wir uns einer solchen Politik widersetzen. Und das bescheidene 'chüchterne Echo aus England: Churchills kagende Worte, daß Großbritannien nur eine kleine Insel sei. die nicht die erste, sondern nur eine Nebenrolle in der Weltpolitik spielen kann.

Liddell Hart schildert, wie stets die briti­sche Politik ins Hintertreffen geriet, wenn .allzu sehr das trügerische Wunschbild eines V/affensieges lockte". ..Es ist Englands über-