Ausgabe 
(1.3.1945) 51
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Parieiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Regierenden Bärgenaeiaten der Freien Bremen

Nummer 51 15. Jahrgang

der Nationalsozialisten Bremens

Amttiches Verküodungeblatt des Beichsslattbalters in Oldenbnrg ttod Bremen

Donnerstag, 1. März 1945

Einzelpreis 15 Rpf.

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Aul jeden Fall Sicherung unserer Zukunft!

Dr. Goebbels: Wir lassen nicht von unserem Anspruch an das Leben und die Freiheit unseres Volkes!

Überblick über die Lage

Berlin, 28. Febr. Reichsminister Dr. Goebbels sprach Mittwoch abend im GroB- deutschen Rundfunk zum deutschen Volk. Die Rede hat folgenden Wortlaut:

„Meine deutschen Volksgenossen und Volks- ' genossinnen! Wenn ich Ihnen nach einer längeren Zwischenpause wieder einmal iij einer Ansprache einen Überblick über die augenblickliche militärische und poli­tische Kriegslage gebe, so geschieht das nicht, weil gerade heute dazu ein beson­derer aktueller Anlaß vorläge. Ich ver- t folge damit vielmehr den Zweck, Ihnen die Dinge des Krieges, die in den letzten Wochen für uns eine so betrübliche Entwicklung ge­nommen haben, in einer Gesamtschau, und zwar aus einer gehörigen Entfernung be­trachtet, zur Darstellung zu bringen. In einer so bewegten Zeit, in der sich manchmal in einer Woche Ereignisse abspielen und Ver- ■ änderungen ergeben, für die die Weltge­ld schichte normalerweise ein Jahr oder manch­mal sogar ein Jahrzehnt gebrauchen würde,

Ist es nur allzu leicht möglich, daß die Men­ehen den Blick für die Größenordnungen verlieren, Ursache mit Wirkung, Wunsch- f träume mit Tatsachen, Unglück mit Aus­sichtslosigkeit und Krise mit Katastrophe ver­wechseln und damit in einen Irrgarten der seelischen und geistigen Verwirrung hinein­geraten, aus dem sie dann keinen Ausweg mehr zu finden vermögen. Wenn ein um sein Leben kämpfendes Volk auch nur für eine t "JJ| kurze Zeitspanne in diesen verhängnisvollen Ye|1 Fehler verfällt, so ist das schlimmer als eine , r j verlorene Schlacht. Es muß deshalb eine der Hauptaufgaben seiner politischen Führung sein, ihm das Auge nicht nur für die Tat-. jl t j Sachen, sondern auch für seine Möglichkeiten m , und Chancen.zü.s.qhärfen upd. es_dami|. irn-, jjj mun zu machen gegen moralische Anfällig- 1 tm kelten und Ankränkelungen, die in einer so schlimmen Zeit wie der heutigen zwar [ erklärlich erscheinen könnten, trotzdem aber äußerst schädlich für die siegreiche Fort­

setzung dieses größten Kampfes um Leben, Glück und Zukunft unseres Volkes wären.

Die allgemeine Kriegslage hat — rein mili­tärisch gesehen, um damit zu beginnen — durch die erfolgreiche Sowjetoffensive aus dem Baranow-Brückenkopf eine jähe Ver­änderung erfahren, und zwar zu unseren Un­gunsten. Es ist den bolschewistischen Stoß­armeen, die die sowjetische Kriegführung an diesem gefährlichen Punkt in einer er­drückenden Übermacht versammelt hatte, nach schwersten, blutigsten und verlust­reichsten Kämpfen gelungen, tief in den deutschen Ostraum vorzudringen und damit für uns eine Situation zu schaffen, die aus­gesprochen bedrückend ist. Ich brauche darüber kaum noch Worte zu verlieren, jeder von uns weiß es längst, und der tägliche OKW.-Bericht sowie unsere Zeitungen machen daraus keinen Hehl mehr. Unsere Lage hat sich damit auf das stärkste ange­spannt, aber sie ist nicht im mindesten etwa ohne Aussicht geworden. Wir befinden uns gegenwärtig in einer militärischen Krise, die in vielerlei Beziehung derjenigen ähnelt, die die Sowjetunion ihrerseits im Spät­herbst 1941 bei der drohenden Um­klammerung Moskaus und der Umschlie­ßung Leningrads verzeichnete, aber er­folgreich meisterte. Auch damals sah die ganze Welt ihre Sache für verloren an, mit Ausnahme der Sowjetführung selbst. Jeder­mann wird sich erinnern, daß England im Spätsommer 1940, als unsere Armeen drohend an der Atlantikküste standen und die deut­sche Luft- und U-Boot-Waffe das britische Rüstungspotential und See- und Transport­wesen zertrümmerten, eine ähnliche Krise durchzustehen hatte, aber schließlich doch, wenn auch nach jahrelangen Anstrengungen, überwand. Wir brauchen also nicht allzu tief ip, die geschichtliche Vergangenheit hineinzu­greifen, um anderswo parallele Erscheinun­gen zur heutigen Lage des Reiches zu fin­den. Schon der bisherige Verlauf dieses Krie­ges weist deren einige mit nicht zu wider­legender Überzeugungskraft auf.

Zurückeroberung der Ostgebiete

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Üm es kurz zu machen, können wir also die Feststellung treffen, daß das Mißgeschick und Unglück, das über uns hereingebrochen ist, war sehr schmerzhaft ist, aber keinesfalls etwa die Preisgabe unseres Sieges und damit die Auflösung des Reiches und die biologische Auflösung des deutschen Volkes bedeutet. So schnell schießen die Preußen nicht, oder für diesen Fall treffender gesagt, hören die Deut­schen nicht mit Schießen auf.

Wir haben im Osten eine neue Verteidi- ttagslinie aufgebaut, die sowfihl für die ak­tiven Zwecke wie auch für kommende Ope­rationen nur improvisatorischen Charakter trägt. Es ist klar, daß wir uns die Gebiete, die wir verloren haben, zurückholeh werden und Küssen, wann und wie, darüber kann natür­lich heute öffentlich noch nicht gesprochen werden.

Aber unsere Entschlossenheit dazu ist fest und unerschütterlich. Unsere Feinde jubi­lieren, wie so oft schon im Verlauf dieses Krieges, zu früh, wenn sie meinen, es sei ihnen gelungen, dem Reich das Rückgrat zu brechen. Der Krieg ist nicht zu Ende, und er wird auf solche Weise überhaupt nicht zu Ende gehen. Ein Neunzigmillionenvolk, das durch die furchtbaren Beispiele unbeschreib­licher bolschewistischer Greueltaten in seinen vom Feind besetzten Ostgebieten aufs neue belehrt, sein zu erwartendes Schicksal nach einer Erlahmung seiner militärischen oder Politischen Widerstandskraft vor Augen hat," Wird, wenn es noch einen Funken von Ehre und Lebenswillen in sich verspürt, überhaupt niemals seine Sache aufgeben und die Waffen niederlegen.

Es kämpft um sein Dasein, wo sich nur eine Gelegenheit dazu bietet. Wer sollte nach üen schon fast sagenhaft anmutenden Leistungen des deutschen Volkes im Verlauf dieses gigantischen Ringens an Kriegsmoral und Tapferkeit an der Front und in der Hei­mat ausgerechnet ihm die Kraft und die Entschlossenheit dazu absprechen!

Der Feind hat uns einen wirkungsvollen Anschauungsunterricht darüber erteilt, was er mit uns anfangen würde, wenn wir ver­sagten. Die Ohren der Welt sind zwar taub Ssgen die Schmerzensschreie von Millionen Kquälter, an Leib und Seele vergewaltigter Menschen, die der Bolschewismus im Norden, Osten und Südosten Europa und jetzt auch kh Osten unseres eigenen Vaterlandes in soine erbarmungslosen Arme genommen hat; a ber unsere eigenen Ohren sind darum um so hellhöriger geworden.

oder werde sich doch irgendwie wieder arran­gieren lassen.

Wir gehören nicht zu jenen sprichwörtlich bekannten allergrößten Kälbern, die sich ihre Metzger selber wählen. Wir verteidigen uns gegen einen blutdürstigen und rachsüchtigen Feind mit allen Mitteln, die uns zu Gebote stehen, und vor allem mit einem Haß, der keine Grenzen kennt. Er wird das bezahlen müssen, was er uns angetan hat. Umsonst haben Tausende von deutschen Frauen nicht geweint und wenigstens um das Leben ihre: wehrlosen Kinder gebettelt, als eine gierige Soldateska aus der Steppe über sie herfiel, sie als Freiwild und weniger als das behan­delte, sie einer nicht zig beschreibenden schamlosen körperlichen und seelischen Miß­handlung unterwarf und ihnen dann zum

Spott und teuflischen Hohn ihre erschlage­nen Säuglinge vor die Füße legte. Das uns Deutschen!

Ist einer unter uns, der angesichts dieser Furchtbarkeiten, die sich normalerweise ein menschliches Gehirn nicht einmal ausdenken kann, die aber hier von in Menschengestalt einherwandelnden Scheusalen tausendfach begangen wurden, vor seine nationale Füh­rung hinzutreten wagte mit der Forderung, Schluß zu machen und einem solchen Feinde seinen Willen gegen unser ganzes Volk zu lassen.

Widerstand um jeden Preis

Ich brauche mich über diese Frage nicht weiter zu verbreiten. Eine solche Vorstellung ist zu absurd, als daß sie einer ernsthaften Widerlegung bedürfte. Wofür hält man uns denn im Feindlager! Handelten wir so, wie man dort von uns erwartet, dann allerdings hätten wir die niedrigste Behandlung, die man uns jüngst wieder auf der Konferenz von Jalta angedroht hat, wirklich verdient. Neinl

Dagegen gibt es nur Widerstand um jeden Preis, fanatische Kampfentschlossenheit an der Front und in der Heimat, gedeckt durch die leidende, aber am Ende doch triumphie­rende Gemeinschaft unseres Volkes, an die wir uns heute mit allen Fasern anklammem, weil sie in dieser heillosen Zeit unser einziger Schutz und Halt ist. Wie unsere Väter so oft in unserer Geschichte, so werden auch wir den Sturm der Mongolen gegen das euro­päische Kernland brechen. Wir werden uns wie sie mit einer fanatischen Wut und einem zähen Haß dagegen verteidigen, daß auch Von uns einst die Sage berichten kann, die Toten hätten nach den Tagen der heißen Schlach­ten in den dunkel drohenden Nächten weiter­gekämpft. Wir schämen uns unserer Rück­schläge in diesem gigantischen Ringen nicht. Sie waren nur möglich, weil der europäische Westen und die plutokratisch-jüdisch ge­führten USA der sowjetischen Soldateska Flankendeckung geben und uns die Hände gefesselt halten, mit denen wir den Bolsche­wismus auch jetzt noch jederzeit zu Boden schlagen könnten.

Kampf um unser Lebensrechi

Die Piutokratien stehen den Sowjets nicht nach in ihren blutrünstigen Haß- und Rache­plänen gegen das Reich und gegen das deut­sche Volk. Wie oft sie es schon vergeblich versucht haben, unsere Front im Westen durch verlustreichste Frontalangriffe aufzu­brechen, sie wollen diesen Versuoh noch ein­mal wiederholen. Es wird die ewige Schande unseres Jahrhunderts bleibefi, daß Europa in seiner durch die Bedrohung aus dem Osten hervorgerufenen schlimmsten Gefahr von seinen westlichen Ländern schmählich im Stich gelassen wurde, ja, daß diese sich so­gar so weit erniedrigen, daß sie den Sturm aus Innerasien noch antrieben und zugleich die letzten Schutzdämme niederzulegen versuch­ten, an denen er gebrochen werden konnte.

Wir haben allerdings nichts anderes er­wartet. Das internationale Judentum hat es durch eine jahrelange systematische Zer­setzungsarbeit fertiggebracht, die Öffentlich­keit in diesen Ländern so zu vergiften, daß sie zu eigenem Denken, von eigenen Ent­schlüssen ganz zu schweigen, gar nicht fähig ist. Seht demgegenüber das deutsche Volk, im Osten verzweifelt bemüht, die Springfluten aus Innerasien einzudämmen und zu brechen, gleichzeitig in der Heimat geschlagen und gepeinigt von einem sadistischen feindlichen Luftterror, im Westen und Süden eine feind­liche Angriffsschlacht nach der anderen, wenn auch unter Aufbietung manchmal sei­ner letzten Kraft, abwehrend, stumm und ohne falsches Pathos dem Gebot einer hö­heren geschichtlichen Pflicht gehorchend, durch seinen stoischen Heroismus über die Kräfte der Finsternis triumphierend, von fast allen seinen europäischen Freunden und Bun­desgenossen im Stich gelassen und sich darum um so trotziger und verbissener zum

Kampf um sein bedrohtes Lebensrecht stel­lend. Wahrhaftig ein Anblick von ergreifen­der Größe, demgegenüber auch die Antike nur auf wenige gleichwertige Beispiele ver­weisen kann!

Und wenn wir uns am Ende in unsere Erde fesfkrallen müßten, wenn wir auch den letzten uns noch verbliebenen Rest von Hab und Gut preiszugeben hätten, wenn der Leiden und Schrecken vorläufig kein Ende abzusehen wäre, wir lassen nicht von unserem gerechten Anspruch an das Leben und an die Freiheit und Zukunft unseres Volkes. Wir wollen lieber sterben als kapitulieren.

Barbarischer Lufiierror

Diese Gesinnung, die heute nicht nur die deutsche Führung erfüllt, sondern ebenso auch unser ganzes Volk, abgesehen vielleicht von einigen minderwertigen Subjekten, denen wir, wo sie sich zu erkennen geben, kalt und ohne Gnade den Strick um den Hals legen, diese Gesinnung gibt uns auch die Kraft, mit allen manchmal berghoch sich auftür­menden Kriegsschwierigkeiten immer wieder fertigzuwerden. Wie oft hat der Feind schon geglaubt, uns zu Boden geschlagen zu haben, und wie oft haben wir ihm dann früher oder später wieder einen Strich durch die Rech­nung gemacht! Ist das nicht ein Beweis mehr dafür, daß alle Krisen zu meistern sind, wenn man nicht vor ihnen resigniert, sondern mutig und unverdrossen gegen sie ankämpft? Wie wütet der feindliche Luft­terror über unseren Städten und Provinzen, legt die Häuser der Menschen, Kirchen, Schulen und Kulturdenkmäler ln Schutt und Asche, peinigt unser Volk bis aufs Blut und

(Fortsetzung auf der nächsten Seite)

Festigung im niederschlesisch-luusitzer Raum

Haß ohne Grenzen

Jeder Deutsche weiß, daß die Schreckens­eerichte aus dem Osten, die vielfach so scheußlich sind, daß die Feder sich sträubt, * ie wiederzugehen, keine Phantasieprodukte uer deutschen Kriegsagitation, sondern schan­ze Wahrheit darstellen, die das Blut in den Adern erstarren läßt. Bei uns haben die in­ternationalen Juden und ihre in aller Welt

an der Arbeit befindlichen Beschwich- twesmacher kein Glück mit ihren faulen

Von unserem militärischen v. w.-Mitarbeiter

Die große Ostschlacht hat überall ihr Tempo verloren, das vom Gegner bestimmt wurde. Sie steht heute an jener Front, die -wir immer die wichtigste nannten, an Neiße und Oder zwischen Fürstenberg und Oderbruch im Zeichen einer markanten Festigung. Da­für liegen positive Beweise vor. Wenn sich Schükow an der Ostfront wie vor Berlin ruhig verhält, so sagt das an sich noch nichts über die inzwischen erreichte Stärke unserer Abwehrfront an der Oder. In der Lausitz aber hat deren südliche Fortsetzung soeben erst ihre tatsächliche Festigkeit gezeigt. Denn acht Tage lang sind sowjetische Divisionen zwi­schen Lauban und Guben gegen unsere Stel­lungen herangestürmt und haben sie nicht durchbrochen.

Was der Feind an wenigen Stellen er­reichte, waren engräumige Brückenköpfe auf dem Westufer. Mit dem beabsichtigten Durch­bruch nach Westen haben diese Dinge jedoch nichts zu tun. Er sollte nordwestlich allge­mein erzwungen werden; doch blieben alle Versuche ebenso in unserem Abwehrfeuer liegen wie die Ausbrüche aus den errichteten Brückenköpfen und zwischen Forst und Gu­ben, wo sie sogar völlig beseitigt wurden. Kon- jew hat also seiner Westfront keine beson­deren Vorteile in den letzten acht Tagen ver­schaffen können. Noch sieht er von größeren Angriffen ab. Hinter seiner Front aber grup­piert er um, jedenfalls ein Zeichen, daß die sowjetische Führung nicht zufrieden ist mit dem, was der von der Umgruppierung be­troffene Abschnitt erreichte. Gewiß hat Kon- jew seinen rechten Flügel nach Westen vor­reißen können; doch brachte er die Neiße auf breiter Front nicht hinter sich, was eine Voraussetzung für einen weiteren Angriff nach Westen gewesen wäre. Er hat sich darüber hinaus einen merkwürdigen Front-

unserer Truppen, vor allem von Panzerver­bänden, wo diese wie bei Lauban in den Gegner und seine Bereitstellungen stießen, die auf den Aufbau eines Großangriffs deuteten..

Weder Konjew noch Schukow haben sich dazu entschlossen, obwohl man den Eindruck schon seit'Tagen haben kann, daß mindestens Schukow an der Oderfront mit seinem Auf­marsch fertig ist. Er hat Artillerie nachge­zogen und zum Teil auch über die Oder in die Brückenköpfe gebracht. Dort verhält er sich ruhig, nicht zuletzt wegen der Tätigkeit deutscher Luftverbände, die nach feindlichen Meldungen in erheblicher Zahl über der Ab­wehrfront auftreten. Die Schlacht um Berlin, die an der Oder beginnt, wagte Schukow nicht zu eröffnen. Sieht er nördlich auf seinen eigenen rechten Flügel und auf seinen linken Nachbarn Konjew, so muß er sich sagen, daß die Linienführung nicht Ideal ist. Er weiß, daß ihm an der Oder eine schwere Auseinandersetzung gegen eine neuerlich wieder gefestigte Abwehr bevorsteht und zö­gert mit dem Anschluß. Aufgeschoben Ist nicht aufgehoben. Wir werden um die Schlacht an Oder und Neisse nicht herum­kommen, weil ein solches Verhalten dem Geg­ner und seiner Mentalität, übrigens auch seinen Machtmitteln, völlig widersprechen würde; doch haben wir durch dieses Zögern viel gewonnen. Aufgaben konnten zu Ende geführt werden, die Zeit zum Anlaufen brauchten.

Wo der Feind angriff, geschah es in den letzten Wochen auf begrenztem Raum unter Zusamm^ifassung seiner Kräfte auf kleinem, jedenfalls kleinerem Raum als bisher. Wir können diese Art des taktischen Vor­gehens auch dort registrieren, wo sich zur Stunde di# einzige krisenhafte Zuspitzung er­geben hat, im ostpommerschen Raum zwi-

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äningen, daß sei alles hall so schlimm

verlauf zwischen Lauban und Zobten ge- i sehen Neustettin und Kunitz. Hier hat der leistet wo er nach Süden die Brücken sucht, Feind mit schnellen Einbrüchen tieferen um mit seinen Panzer- und Infanteriever- ; Raum gewinnen können. Er hat die Linie bänden in südlicher Richtung etwas er- ; Bublitz—Rummelsburg erreicht und ist auf reichen zu kenne n Anders waren die Erfolge 1 inzwischen herbeigeführte eigene Kräfte ge­

stoßen. Seine Absicht, auf diese Weise zwi­schen Köslin und Stülp zur Ostsee vorzu­stoßen und Danzig—Westpreußen vom Reich abzuschneiden, ist damit zunächst vereitelt worden.

In den letzten Tagen sprach der OKW.- Bericht in bezug auf unsere hinter der Feind­front liegenden Festungen nicht mehr von Posen, dagegen ausführlich von Breslau. Der Gegner ist in die Stadt selbst einge­brochen und kämpft in den Straßen gegen einen verbissenen Widerständ der durch Volkssturm verstärkten Besatzung. Auch aus Glogau wurden solche harten Straßenkämpfe gemeldet. Jedenfalls sind die sowjetischen Nachschubverbindungen zur Front durch die verteidigten Plätze weiterhin unterbrochen. Der Gegner Ist auf die Benutzung der Bah­nen angesichts der weiten Wege seiner Etappenlinien angewiesen. Die Luftwaffe spürt erste Regungen sowjetischen Zugver­kehrs auf deutschen Linien schnell auf und unterbricht sie immer wieder.

Die ihres Befehlshabers beraubte Sowjet­gruppe in Ostpreußen, insgesamt acht Ar­meen, hat den starken deutschen Brücken­kopf in Ermland nicht aufbrechen können. Dagegen gelang es eigenen Angriffen, die abgeschnittene Verbindung Königsberg—Pil- lau wieder zu öffnen und dabei in Samland zwei Sowjetarmeen erheblich anzuschlagen. General der Infanterie Gollick war der er­folgreiche Führer dieses Unternehmens. Beim Gegner ist dieser Gegenstoß ebenso wie der besonders harte Widerstand zwischen Pas­sarge und Kreuzburg nicht ohne Eindruck vorübergegangen: Er greift vorübergehend

nur schwach an. Auf dem äußersten Flügel der Ostfront, sowohl ln Kurland wie am Gran, Ist es bei der Überlegenheit unserer Verbände geblieben. Das hier gezeigte Bild ist gewiß nicht einheitlich; doch wird es durch die Festigung an Oder- und Neiße- Front weitgehend beherrscht, weil sich in diesem Abschnitt noch vor kurzem die neu­ralgischen Punkte befanden, die Jetzt weit­gehend gesichert erscheinen.

Erkenntnisse in der Krise

Von Hans Hertel

Der Vogel Strauß ist dafür bekannt, daß er beim Herannahen einer Gefahr den Kopf einfach in den Sand steckt und sich dann einbildet, die Gefahr sei vorüber. Genau wie er verhielten und verhalten sich viele Men­schen gegenüber dem Bolschewismus. Als der Führer 1920 seinen Kampf gegen diese Welt­pest begann, wurden seine Warnungen nur von einer Minderheit ernst genommen. Es bedurfte sehr drastischer Vorgänge, bis wenigstens der größte Teil unseres Volkes die kommunistische Gefahr klar erkannte. Noch bis 1941 gab es sehr viele Volksgenos­sen, die den Kommunismus klar unterschätz­ten. Heute ist diese Gefahr überwunden und niemand in Deutschland zweifelt mehr an der Wucht der bolschewistischen Drohung. Im Ausland ist das kaum anders. Manche Völker — wie die Finnen, Rumänen und Bulgaren — wiegten sich in der Hoffnung, daß die Bolschewisten gar nicht so schlimm seien, und erleben nun, wie sie langsam aber sicher ihr nationales Dasein verlieren und abgeschlachtet werden. Dieser Anschauungs­unterricht hat sogar die Schweizer und schwedische Presse zu nachdenklichen Be­trachtungen geführt, und selbst im anglo- amerikanischen Lager mehren sich die Stim­men, die vor der bolschewistischen Weltge­fahr warnen. Wenn heute noch Politiker wie Churchill und Roosevelt mit den Bolsche­wisten paktieren, dann auch nicht deshalb, weil sie die Sowjetunion für schwach halten, sondern ihre Stärke fürchten.

Im allgemeinen stehen wir heute vor der Tatsache, daß die Bolschewisten nicht mehr unterschätzt, sondern höchstens überschätzt werden. Das ist . ein genau so. schlimmer Feh­ler. Man 1 darf eine Gefahr nicht übersehen, noch viel weniger aber in den eigenen Angst­träumen vergrößern. Wir Deutsche haben mit der tatsächlichen Kraft der Bolsche­wisten so viel zu schaffen, daß es vollkom­men überflüssig ist, diesen Horden noch durch Überschätzung ein psychologisches Übergewicht zu geben. Die bolschewistische Offensive geht dem Höhepunkt entgegen, auf dem jeder Angriff die größten Schwä­chen offenbart. Weit von der Ausgangsbasis entfernt stehen nun die Bolschewisten vor bedeutenden Nachschubschwierigkeiten. Sie haben langgestreckte weite Flanken, an denen sie nicht immer gleich stark auftreten können. Diese weite Ausdehnung der Front hat sie gezwungen, alle verfügbaren Truppen nach vorn zu werfen, während hinter den bolschewistischen Linien leere Räume gäh­nen. Wir dürfen überzeugt sein, daß unsere Führung diese Situation ausnutzen wird.

Vor allem müssen wir uns von der unsin­nigen Vorstellung freimachen, daß die bol­schewistischen Menschenreserven uner­schöpflich seien. Seit Teheran, wo Stalin die sowjetischen Verluste an Toten, Gefangenen und Schwerverwundeten auf 16 Millionen Mann bezifferte, haben die Sowjets ihre be­deutenden Geländegewinne mit schwersten Verlusten bezahlen müssen. Sie verloren stets ein Vielfaches unserer eigenen Verluste und können bei einem solchen Verlustverhältnis auf die Dauer keinesfalls die gleiche Angriffs­kraft behalten. Schon heute verwenden sie 16jährige Jungen und 60jährige Greise, bil­den Frauenbataillone und bestreiten den Nachschub und das gesamte Nachrichten­wesen mit Frauen, während im Hinterland bereits die Zwölfjährigen in den Fabriken ar­beiten. Einmal gehen auch die bolschewisti­schen Menschenreserven zu Ende.

Genau so ist es mit dem sowjetischen Ma­terial. Aus eigenen Kräften konnten die Bol­schewisten trotz ihrer Überlegenheit an Roh­stoffen und Arbeitskräften l ie unser Material übertreffen. Das gelang ihnen nur mit Hilfe der amerikanischen Lieferungen. Diese wer­den nach zahlreichen amerikanischen Mel­dungen in diesem Frühsommer aurfiören, weil die Amerikaner ihr Material selbst an der Westfront und im Pazifik dringend benöti­gen. Was die Amerikaner inzwischen noch liefern, wird jetzt wieder von unseren U- Booten erfaßt. Unter diesen Umständen ist es verständlich, daß Stalin so schnell wie mög­lich zu einem Kriegsende kommen will, ehe die amerikanischen Lieferungen aufhören und die deutsche U-Bootgefahr noch mehr wächst. Hinzu kommt, daß wir der Masse des sowjetischen Materials die besseren Waffen -entgegensetzen können und damit auch im Material ein Verlustverhältnis erzwungen haben und weiter erzwingen können, das die bolschevyistische Überlegenheit ausgleicht. Das Musterbeispiel dafür ist das Verhältnis von Panzerfaust und dem sowjetischen T 34. Im Vergleich zur Panzerfaust hat er das 6000- fache Gewicht, erfordert ln der Herstellung die 15 OOOfache Zahl von Arbeitsstunden und das 25 OOOfache an Herstellungskosten. Es ist also möglich, auch die bolschewistische Ma­terialüberlegenheit, die einmal sowieso auf­hören wird, schon jetzt unschädlich zu machen.

Die Kämpfe im Osten haben darüber hin­aus aber stets bewiesen, daß der deutsche Sol­dat dem Bolschewisten überlegen Ist. Wäh­rend des ganzen Ostfeldzuges hat er sich gegen einen zahlenmäßig überlegenen Feind