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Parteiamtliche Tageszeitung
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der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatlhalters in Oldenburg
Kummer 47 15. Jahrgang
Sonnabend/Sonntag, 24.f25. Februar 1945
Einzelpreis 15 Rpf.
Entscheidender Kriegsabschnitt
Gleichzeitigkeit feindlicher Angriffe im Westen und Osten ■■ Höchstaufwand deutscher Energie
^Itberlcht unserer Berliner Schriftleitung
• Berlin, 23. Febr. Nach langer und gissender Vorbereitung hat die ameri- lische" Offensive begonnen, von der die itlichen Gegner Deutschlands sich einen (Entscheidenden Erfolg versprechen. Es das alte Schlachtfeld, das die West- «hte sich bei ihrem Vordringen gegen die ltsche Grenze schon für ihren ersten Ver- ch auswählten,, in das industrielle Herz lutschlands, in das Ruhrgebiet vorzudrin- ,, der Raum um Aachen und Düren. Das uuzeichnet den Charakter der Strategie, , sie die Westmächte verstehen. Ihre gbe halten starr an einem einmal auf- stellten Plan, an einer einmal gefaßten fee fest, auch wenn sich längst erwiesen it, daß die Durchführung dieser Idee grmals scheiterte.
Es sind Erfahrungen, - wie man sie schon a ersten Weltkrieg machte, als die Eng- Bder mit einer später selbst von britischen Bitärkritikern scharf gerügten Einfalls- Kkeit immer wieder auf den gleichen ilKhtfeldern, mit den gleichen Methoden Ü mit den gleichen verlustreichen Ergeben die deutsche Front berannten. Dies- jj liegt freüich den strategischen Plänen ricglo-Amerikaner noch ein anderer Gelte zugrunde. Der wiederum typisch' felsächsische Offensivplän ist vor allem der amerikaniscehn Geisteswelt entstan- Das Ruhrgebiet war das Ziel der feind- jen Offensive im Westen seit dem Bein der linksrheinischen Schlachten. Mit p strategischen Erfolg soll ein .wirtschaft- l-industrieller Erfolg verbunden werden l richtiger, die rein militärischen Ergeb- le sollen durch wirtschaftliche Wirkun- 1 erst ihre rechte Bedeutung bekommen, ji will Deutschland industriell aushöhlen ! glaubt so, die Voraussetzung deutscher egführung, nämlich die deutsche Rü- .dustrie, entscheidend treffen zu
ein paar Tagen bereits machte sich eine andere feindliche Offensivbpwegung kbar, die über die Spicherer Höhen auf gebiet zielt. Ein industriell beherrsch- ,um ist also dort — mehr zur Mitte der int — wie auch im Norden die Grund- der feindlichen Pläne,' die offenbar noch erhöhte Bedeutung bekommen sollen, 'die Sowjets von Osten her bei inrem Vor- vor allem das oberschlesische Industrie- zu treffen, suchtön. jSs ist kein Zweifel, daß die Gegner sich be- jfiit haben werden, ihre Vorbereitungen sehr Äsdlich zu treffen. Durch‘fast zehn Wochen fad sie daran gehindert worden, diesen lange ttgtsehenen-. Offensivstoß zu führen. Am 15,Dezember begann jene deutsche Offensive tasteten, die aus dem Ardennenraum her- « mitten in die feindlichen Vorbereitungen Nnetaieß und die gesamte strategische Plant®? der Gegner über den Haufen warf. Durch Wochen waren sie in eine reine Ab- Wtaciiiacht gegen die deutschen Stellungen verwickelt. Dann waren ihre Vorbereitungen M weit gediehen, daß sie aus der reinen Defensive zur Vorbereitung von Stellungen für die neue Offensive übergehen konnten. In den Wochen seit dem 16. Dezember sind neue •ffierikanische Verstärkungen herangebracht •trden; neue Truppenverbände sind aufmar- •chiert, die erst über den Ozean herange- •chafft wurden und die man in die bestehende drmee eingegliedert hat.
Man erinnert sich jetzt bei dem Beginn der te| Mi feindlichen Aktivität der sehr lebhaf- tf n Kampagne, die in Kanada um die Beschaffung solcher Verstärkungen geführt •urde und an die Forderung des USA-Kriegs- •teteriums nach Aushebung neuer Rekru- ^ Das alles hat .Zeit gefordert, und das wurde notwendig, weil eben die laufen- Vorbereitungen durch den deutschen Vor- unterbrochen worden waren. Am Sonn- •s? hatte Montgomery unmittelbar vor den •tentlichen Operationen gegen das Saar- Wtet und in kurzem Abstand von dem nun gesetzten amerikanischen Angriff einen lasesbefehl an seine Truppen erlassen, in' Si ® es hieß: Der Krieg gegen Deutschland ® seine Schlußphase eingetreten; es J^ele sich jetzt um den entscheidenden j*o-Schlag gegen Deutschland, der aber nicht p einer, sondern von mehreren Seiten aus- " '■'.t werden würde.
Dscaus ergibt sich zweierlei: Einmal wer-
Laufe des vorigen Jahres gegen die deutschen Reichsgrenzen vorbrach, hat der westliche Gegner erfahren müssen, daß er sich schließlich gegen den deutschen Widerstand in einer Materialschlacht festlegte. Der östliche Gegner hat sich, je weiter es ihm gelang, in deutsches Gebiet vorzudringen, mit versteiftem Widerstand und mit zunehmenden Hindernissen herumscnlagen müssen. Die Gleichzeitigkeit der feindlichen Operationen im Westen und Osten bedingt nunmehr einen neuen Höchstaufwand an Energie uiid Kampfkraft während des kommenden entscheidenden Kriegsabschnittes.
Nicht überraschend
Drahtbericht unserer Berliner Sehriftleitung bm. Berlin, 23. Febr. Der neue Großangriff der Anglo-Amerikaner an der Rur trifft das deutsche Westheer nicht überraschend. Bereits seit geraumer Zeit sind die amerikanischen Vorbereitungen durch die deutsche Aufklärung beobachtet und' kontrolliert worden, ein Umstand, der die Dispositionen und Chancen der deutschen Abwehr zweifellos begünstigt. Die letzte Verzögerung des amerikanischen Offensivbeginns war durch die Sprengung der Rur-Staudämme bewirkt worden, die eine künstliche Überflutung des
führte. Es war klar, daß durch diese Maßnahme nur eine vorübergehende Verzögerung geschaffen werden konnte, die jedoch der deutschen Führung wertvolle Zeitvorteile in der Organisierung der Abwehr gab.
Die amerikanische Offensive wird von starken Kräften geführt, die mit schwerem Angriffsmaterial umfassend ausgestattet sind und insbesondere sehr erheblich durch artilleristische und Fliegerkräfte unterstützt werden. Das dem Angriff vorangegangene mehrstündige Trommelfeuer war außerordentlich heftig, desgleichen der Luftwaffeneinsatz gegen die deutschen Abwehrstellungen und die unmittelbar anschließende rückwärtige Zone.' Unter dem Schutz dieser Feuerwirkung konnten die Amerikaner die Rur, die bisher den Frontverlauf bildete, überwinden und auf dem Ostufer einige Brückenköpfe bilden, uni deren Ausweitung nach der Breite und Tiefe augenblicklich gekämpft wird. Auf dem Südabschnitt der Angriffsfront hat ein Durchbruch der amerikanischen Spitze.bis vor den Stadtrand von Düren geführt. Uber das völlige Ausmaß der Kämpfe und ihre mutmaßliche Weiterentwicklung liegen im Augenblick naturgemäß noch keine näheren Informationen vor. Der weitere Gang der Ereignisse, den auch die vorbereitete deutsche Abwehrkraft in hohem amerikanischen Aufmarschgeländes herbei-I Maße mit beeinflußt, muß deshalb abge-
Schwerste USA-Verluste
Drahtbericht unseres Vertreters
sch. L i s s a b o n, 23. Febr. Aus Washington wird heute berichtet, .die amerikanischen Truppen hätten in den letzten 14 Tagen sowohl in Europa wie auf dem pazifischen Kriegsschauplatz schwerere Verluste erlitten als jemals zuvor. Kriegsminister Stimson erklärte auf der Pressekonferenz, die amerikanischen Verluste hätten sich leider in den verfangenen Wochen ganz beträchtlich erhöht. .
Gleichzeitig wurde vom Marineamt mitgeteilt, die auf den Philippinen kämpfenden drei • Marine-Infanterie-Divisionen hätten schwerste Ausfälle gehabt; sie seien mehr als zweimal so hoch wie hei den früheren Kämpfen auf den Salomon-Inseln. Zur gleichen Zeit unterstreichen die ' Kriegsberichter im Hauptquartier Eisenhowers, daß die augen
blicklichen offensiven Kämpfe an der Westfront ungewöhnlich verlustreich seien. Die Soldaten hätten nicht nur große Ausfälle , durch Feindeinwirkungen, sondern auch durch Erkältungen und sonstige Erkrankungen. Sie stünden tief in Schlamm und Wasser und hätten seit Wochen keinen trockenen Faden mehr am Leibe. Dabei müßten sie ein meisterhaft geleitetes Präzisionsfeuer der deutschen Artillerie über sich -ergehen lassen. Infolgedessen sei es nicht verwunderlich, wenn die Fortschritte der Offensive nur gering seien.
• Kriegsminister Stimson unterstrich auf der Pressekonferenz /am Donnerstag, die deutschen Soldaten kämpften mit der größten Tapferkeit. Niemals folgten sie einer Kapitu- lationsaufforderung, sondern wehrten sich bis zum Letzten.
„Neue Runde im U-Boot-Krieg 1
errungen hatten, unbestritten. Jetzt sind die Deutschen wieder auf dem Schauplatz aufgetaucht, um eine neue Runde zu beginnen mit U-Booten, die durch neue Erfindungen verbessert worden sind.“
Zwei Flugzeugträger versenk!
ep. Tokio, 23. Febr. Das Japanische Sonder- angriffs-Luftkorps ist nunmehr gegen die alliierten Kriegsschiffe in den Gewässern vor der Insel Iwojima eingesetzt worden, gab das Kaiserlich Japanische Hauptquartier bekannt. Bei dem Einsatz des JCorps wurden am Mittwoch zwei alliierte Flugzeugträger im Todessturzangriff versenkt, wie seitens der Garnison von Ivojima beobachtet werden konnte. Weiter wurden ein alliiertes Kriegsschiff unbestimmter Kategorie versenkt und zwei weitere Kriegsschiffe, deren Typ gleichfalls nicht genau erkannt werden konnte, durch Artilleriefeuer der Inselgarnison schwer beschädigt und in Brand gesetzt. Auf den übrigen alliierten Kriegsschiffen vor Iwojima wurden in neunzehn Fällen Feuersbrünste beobachtet.
deutschen U-Boot-Befehlshaöer als gläfazende ! £
Taktiker des Unterseebootkrieges bezeichnet. , ste j^ un( j vernichtet. Von der Philippinen-Front Das Blatt schreibt abschließend: „Bis vor w i r( j ^ie Versenkung eines großen alliierten drei Monaten war unsere Überlegenheit, die Kreuzers ln der Mindanao-See durch die wir in "3er langen Schlacht um den Atlantik u-Bootwäffe berichtet.
Drahtbericht unseres Vertreters hw. Stockholm, 23. Febr. Der verstärkte deutsche U-Boot-Einsatz wir.fi von der englischen und der amerikanischen Admiralität im wesentlichen mit' verärgertem Schweigen beantwortet. In der Öffentlichkeit findet der U-Bootkrieg jedoch wachsende Beachtung entsprechend der Zunahme der Schiffsverluste. „Das U-Boot versucht eine neue Runde“, schreibt die englische „Picture Post“ in einer mehrseitigen Reportage über Deutschlands neue Waffe in der Schlacht um den Atlantik. Das Blatt gibt zu, daß die englisch-amerikanischen Seeverluste steigen. Der ernste Charakter der U-Bootgefahr wird an Hand der Erfahrungen aus dem vorigen und dem jetzigen Weltkrieg erläutert. Beide Male sei es nur durch die Anstrengungen einer ganzen Welt von Wissenschaftlern und Schiffbauern im letzten Augenblick gelungen, den Würgegriff abzuwehren. Die deutschen U-Boote werden als schnell, und die
wartet werden. Die Gewinnung von Brückenköpfen durch den Gegner will noch nichts besagen, da naturgemäß bei einer starken Kräftemassierung bei jeder Offensive im ersten Ansturm Einbrüche erzielt werden können. Die Bedeutung der weiteren Kämpfe hängt davon ab, wieweit diese Brückenköpfe oder Einbrüche unter Kontrolle gehalten werden können.
An der übrigen Westfront tragen die Kämpfe an den bisherigen Schwerpunkten,
unter denen der deutsche Frontbogen in der Eifel, der Mündungsflügel' Zwischen Saar und Mosel und der niederrheinische Raum Kleve — noch besonders zu nennen sind, weiterhin durchaus örtliche Begrenzung. Eine Veränderung ist hier nur insofern zu verzeichnen, daß die deutschen Truppen sich in dem Mündungsdreieck von Saar und Mosel auf das Ostufer der Saar abgesetzt haben, um die dort verlaufende vorderste Befestigungszone des Westwalls zu beziehen und alle Möglichkeiten dieses Verteidigungssystems auszunutzen. ,
Die neue Phase des Krieges im Westen wird das deutsche Volk und seine Wehrmacht vor weitere schwere Belastungsproben stellen, die jedoch in dem Bewußtsein bestanden werden, daß nur Kampfentschlossenheit und festester Widerstand die Voraussetzung für eine Überwindung der schweren Tage und Wochen sein können.
Urkunde des Großdeutschen Reiches
Von Erich Beck
Heute jährt. sich zum 25. Male der Tag, an dem der Führer in München das Parteiprogramm verkündete. Uber diese 25 Punkte ist damals und während der gesamten Kampfzeit viel diskutiert worden, und man kann ruhig sagen, daß niemals vorher ein Dokument so umkämpft worden war wie dieses. Es wurde herausgegeben von einem bis dahin noch unbekannten Mann, der nur vereinzelte Anhänger hatte und der trotzdem den Mut aufbrachte,- einer. Welt von Feinden Forderungen ins Gesicht zu schleudern, von denen jede einzelne in der Tat eine Kampfansage bis aufs Messer war. Schon in einer seiner ersten Münchener Versammlungen hatte Adolf Hitler erklärt: „Wer den Marxismus überwinden will, muß ihm eine Weltanschauung von größerer Wahrhaftigkeit mit der gleichen Brutalität und Durchführung entgegensetzen.“_Er hat aus dieser Erkenntnis kompromißlos die Folgerung gezogen. Die Bewegung hat von Anfang an erkannt, daß ihre Idee die größere sein mußte und daß das Volk am Ende dieses schicksalsschweren Kampfes einen Staat erwartete, der den Millionen schaffender Menschen wieder eine gesunde Lebensgrundlage sichern mußte.
Der 30. Januar 1933 hat rein äußerlich den Kampf uiir dre Macht beendet. Dife -Zeit, die folgte, war vollauf der Verwirklichung des Programmes vom 24. Februar 1920 gewidmet. Und wenn man heute einmal rückschauend das betrachtet, was in den kurzen sechs Friedensjahren alles geschehen ist, um das Parteiprogramm nun Punkt für Punkt zur Tat werden zu lassen^ dann steht man auch heute, nach dem Erleben von sechs Jahren Krieg, voller Erschütterung und Dankbarkeit vor dem Ergebnis. Alles, was damals gesagt worden ist, ist irgendwie bereits verwirklicht oder zumindest der Vollendung nahegeführt worden.
„Staatsbürger kann nur sein,- wer Volksgenosse ist . . . Das Recht, über Führung und Gesetz des Staates zu bestimmen, darf nur dem Staatsbürger zustehen . Der Staat verpflichtet sich, in erster Linie für die Erwerbs- und Lebensmöglichkeiten der Staatsbürger zu sorgen ... Alle Staatsbürger müssen gleiche Rechte und Pflichten besitzen . . Rücksichtsloser Kampf gegen die Volksschädlinge . . . Schaffung eines neuen deutschen Rechtes . . . Umfassende Schulreform, um jedem fähigen und fleißigen Deutschen das Erreichen höherer Bildung und damit das Einrücken in führende Stellungen zu- ermöglichen . . . Hebung der Volksgesundheit, Schutz von Mutter und Kind, Verbot der Jugendarbeit und körperliche Ertüchtigung . . . Ausbau der “Altersversorgung“, das alles sind nur Ausschnitte aus dem für die künftige innere und seelische Haltung des deutschen Volkes entscheidenden Programm. Aber wer selbst diese Stichworte überfliegt, der wird heute bestätigen müssen, daß unendlich vieles davon heute bereits selbstverständlich geworden ist und daß also vor 25 Jahren keines jener papier- nen Parteiprogramme entstand,' von denen hundert auf ein Lot gehen, sondern daß an
Bolschewistischer Angrifi im Neilie-Abschnilf abgeschlagen
n . auf diese neue Großoffensive von den wirklich letzte entscheidende Errungen gesetzt, zum anderen ist der Leit- aller feindlichen Planung gleich- ,ai! le Angriffe gegen Deutschland an meh- Fronten, die durch die Konferenz von • a wohl noch unterbaut worden ist. Denn /!'* ja nach den Verkündungen der ‘ 1R fPresse eine Art. Einheitsstrategie ^"äart worden sein.
^ Diese Planung der Gegner ist dem deut- --en Volk seit langem nicht unbekannt. Es ■ *’“• daß die Gegner durch materielle Uber- “'aeh.t und durch die Gleichzeitigkeit ihrer “ffibinierten Offensive die Grundlagen für „ r ■enn- -bes Programm schaffen möchten Zerstörung des Reiches und für die •'"'ihgung der materiel’en Grund’agen der vj se ''- v snz, wie sie sich aus der deutschen - ' r '' und der deutschen Wirtschaftskraft
der Offensive, die vom Westen her im
Eigener Drahtbericht
rdi Berlin, 23. Febr. Nachdem die deutsche Truppenführung eine Abwehrlinie an der Neiße errichtet hatte,, haben die Sowjets am Donnerstag mit starken Kräften aus der Bewegung heraus den Übergang über den Fluß und den Durchstoß durch unsere Abwehrlinie versucht. .Es gelang einzelnen Feindtruppen, über die Neiße herüberzukommen und für einige Stunden einen Brückenkopf auf dem Westnfer des Flusses zu büden, doch hatte man sich deutscherseits auf diesen erwarteten Angriff gut vorbereitet und war in der Lage, noch im Verlaufe des Donnerstags Eingreifverbände an die bedrohten Steilen der Neißefront zu entsenden, die den Feind in wuchtigen Gegenangriffen über (den Fluß zurückschlugen. Damit ist ein sehr heftiger Vorstoß der Bolschewisten im augenblicklichen Brennpunkt der Ostfront glatt abgeschlagen worden, was als ein beredtes Zeichen für die Versteifung unserer Abwehrfront auch an den Stellen angesehen werden muß, wo sich der Feind besonders stark gemacht hat.
Es ist anzunehmen, daß die Bolschewisten ihre Angriffe wiederholen und nicht nur nach Westen, sondern auch von Schlesien her nac. Süden vorzudringen versuchen werden. Der W'^rirachtbericht spricht oereits davon, und es ist bemerkenswert, daß die sowjetische Winteroffensive bereits dreimal so lange dau
ert, wie in der Angriffsplanung vorgesehen war und daß die technischen Ausrüstungen der Sowjets auf Winterwetter berechnet waren. Nachdem die bolschewistische Offensive nunmehr sechs Wochen andauert, ohne daß ihr eigentliches Ziel, nämlich die Zerreißung des Zusammenhaltes der deutschen Ostfront, erreicht worden ist, kann man sich nicht vorstellen, daß die augenblicklichen Angriffshandlungen in Schlesien die strategischen Absichten der Bolschewisten zum Ziele führen werden. '
Parallel zu den Angriffen im schlesischen Raum greifen.die Sowjets auch in der Mitte des anderen Schenkels ihres Angriffskeiles mit starken Kräften an. Zwischen Könitz und der Weichsel sind alle Offensivkräfte der sowjetischen Nordgruppe zu Durchbruchsversuchen zusammengezogen worden mit dem Ziel Dirschau und Lanzig zu erreichen. Einzelne Einbrüche waren nicht zu verhindern, doch kann ö. r Wehrmachtbericht mitteilen, daß die deutschen Truppen ihren Zusammenhalt wahrten. In diesem Zusammenhang spielen die Festungskämpfe eine nicht' unbedeutende Rolle, wenngleich in Posen nur noch um das Kemwerk gekämpft wird und auch in Graudenz Straßenkämpfe stattfinden. Der Feind kann sich hier sowohl als auch im schlesischen Raum,
wo an der Südfront der Festung Breslau gekämpft wird, nicht frei entfalten.
Im übrigen steht die Ostfront weiterhin unter der Forderung der Zwischenphase, die den Zeitraum zwischen den proßschlachten umreißt und hinter den intensiven Aufmarschvorbereitungen auf beiden Seiten keine nennenswerte Frontverschiebung in wichtigen Brennpunkten beobachten läßt. In Berliner militärischen Kreisen ist-man der Ansicht, daß der deutsche Abwehrerfolg an der Neiße den Gegner zu neuen Bereitstellungen und Vorbereitungen zu einem planmäßigen Angriff zwingen wird.
Höchste Tapferkeitsauszeichnungen
Führerhauptquartier, 23. Febr. Der Führer verlieh das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generalmajor Dietrich von Müller, Kommandeur efner rheinisch-westfälischen Panzerdivision. Der Führer verlieh ferner das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Willi Schüike, Bataillonskommandeur in einem Schi-Regiment.
Der belgische Versorgungsminister Kronacker ist, wie EFE aus den XJSA meldet an der Spitze einer Wirtschaftskommission in Washington eingetroffen, um Lebensmittel- und Rohstoffllefe- rungen-ln Nordamerika zu erflehen.
jenem Tag ein Postulat auf gestellt wurde, das aus dem Willen des Volkes geboren und nichts anderes ist, als die Erfüllung einer großen Hoffnung.
An seiner Spitze stehen zwei Sätze, die heute zum Mittelpunkt unseres Lebens und Kämpfens geworden sind und. die besser als alles andere den Sinn dieses Krieges umreißen: „Wir forde-n den Zusammenschluß, aller Deutschen auf Grund des Selbstbestimmungsrechtes der Völker' zu einem Großdeutschland“, so heißt es da in Punkt 1, und in Punkt 2: „Wir fordern die Gleichberechtigung des deutschen Volkes gegenüber den anderen Nationen, Aufhebung der Friedensverträge von Versailles und St. Germain“. Zwei Dinge sind es von Anfang an gewesen, die . die Feinde von heute mit Mißtrauen die Bewegung des Führers beobachten ließen. Das war einmal das n a t i o n a 1 e Moment, das in dem angekündigten Kampf gegen Versailles begründet, lag und d' a Einigkeit aller Deutschen verlangte, und zum andern das soziale-, -das in einem vollkommenen Gegensatz zur plutokratischen Ideenwelt der Anglo-Amerikaner wie zu der der Bolschewisten stand und erst recht heute steht.
Es ist nicht so, wie manchmal behauptet wird, das der Nationalsozialismus, als solcher zum Kriegsgrund für die anderen geworden wäre. - Wir haben ausreichend viele Erklärungen darüber, daß den Engländern zum Beispiel die Staatsform völlig gleichgültig gewesen wäre. Entscheidend für Konsorten wie Churchill war immer nur, oh dieses Deutschland wieder erstarke oder nicht. Und darum hat auch eine Reihe von englischen Zeitschriften immer • wieder geschrieben: „Lieber ein diktatorisch regiertes
Deutschland, wenn es schwach ist, als ein demokratisches, aber starkes. Im Nationalsozialismus liegt also, ganz bestimmt nicht die Veranlassung zur Kriegserklärung/ Sie ging einmal aus von der traditionellen englischen Idee der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts der europäischen Kräfte und von dem Haß, von dem' die Churchill- Clique gegen das deutsche Volk in jeder Gestalt besessen ist und den sie nun abreagiert.
Bei den Bolschewisten ist es allerdings von vornherein anders. Sie sahen in einem in sich geschlossenen deutschen Volk seit, je einen Hemmschuh für ihre Weltrevolution, und ihn zu beseitigen war daher schon seit 1917 die leitende Idee ihrer gesamten Außen- und Kriegspolitik. Es ist gerade heute sehr interessant, einmal zu untersuchen, wie groß auch innerlich die Gegensätze zwischen unseren östlichen und westlichen Gegnern sind.. Es ist falsch, anzunehmen, daß etwa nur die immqr größer werdenden Griffe Stalins in die frühere Macht- u’nd Interessensphäre Englands Konfliktstoffe in sich trügen. Nein, der soziale Gegensatz isf zur Zeit mindestens ebenso groß. Bolschewismus und Plutokratismus sind, auch wenn sie heute in der Hand jüdischer Drahtzieher miteinander vereinigt sind, durch Welten voneinander getrennt. Beide sind auch hier nur im Negativen gleichlaufend. Beide kennen keinen Sozialismus. Das 'Wort „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“, das den Gipfelpunkt der Forderungen vom 24. Februar 1920 dafstellt, ist hüben wie drüben gänzlich unbekannt und widerspricht absolut der Staatsdoktrin. In Moskau versteht man unter Sozialismus etwas ganz anderes als in Washington und London. Einig ist man nur im Ausbeuten der Masse Mensch und im Haß gegen den Grundsatz unserer Weltanschauung, gegen die Bildung einer deutschen Schicksalsgemeinschaft, in der jeder gleiche Rechte aber auch gleiche Pflichten hat.
Aber es hat gar keinen Sinn, über diese Dinge heute noch lange zu diskutieren. Der Kriege ist in vollem Gange. Er hat längst alle Dämme überspült, die der gesunde Menschenverstand in den englischen und amerikanischen Ländern noch hätte aufbauen können. Jalta hat ein übriges dazu getan, um uns Deutschen jede Illusion zu nehmen. Die politische und militärische Entwicklung gerade der letzten Wochen und Monate hat zudem bewiesen, daß die führenden Männer auf der anglo-amerikanischen Seite inzwischen knieschwach geworden sind und hilflos vor jeder noch so rücksichtslosen Forderung Moskaus zurückweichen und damit zu würdigen Mitgliedern der „Internationale des Grauens" geworden sind, von der man einst selbst in England nur mit Schaudern sprach.
Wir haben bereits gestern in einem Bericht unserer Berliner Schriftleitung, einige Zitate englischer Blätter gebracht, die zum mindesten andeutungsweise erkennen lassen,, wie sorgenvoll man jetzt sogar in London hinter