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Parteiamtliche Tageszeitung
Das Amtsblatt des Beflienmdsn fttt*i*nMlaton der Freien «TnryntTTflt Bremen
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliche» Verküaduaasbkdt des ReieÜsstaBhalten in CT d e uln u a nad Brem e n
Nummer 41 15. Jahrgang
SonnabendiSonnfag, 17./18. Februar 1945
Einzelpreis 15 Rpf.
Blutige Macht- und Gewultpolilik
Gefahr für alle Volker ■■ Deutschland einziger Garant für europäische Schicksalswende
Drahtbericht unserer Berliner Schrlftleltung
g. Berlin, 16. Febr. Zwei Meldungen als Auftakt: Der Oberkommandierende ■ der
zweiten polnischen Armee in Italien, Generalleutnant Albert, hat einen Tagesbefehl zum Jalta-Kommunique erlassen: „In diesem für Polen und die polnische Nation so tragischen. Augenblick . . .“ so beginnt er seine Erklärung und fährt fort: „Wir werden niemals einseitige Entschließungen anerkennen. Für Freiheit und Gerechtigkeit haben wir Ströme von Blut vergossen — Freiheit und Gerechtigkeit, die für alle zivilisierten Nationen gleich sind“. Und das Gegenstück zu diesem Aufschrei der betrogenen polnischen Soldaten in anglo-ameri- kanischem Dienst: Die englische politische Zeitschrift „Weekly Review“ schreibt: „Die Sowjetunion hat wieder bewiesen, daß sie alle Ideale mit Füßen, tritt, für die die Massen auf anglo-amerikanischer Seite in den Krieg zogen. Politisch verliert Churchill eine Schlacht nach der anderen“. Diese beiden Beispiele zeigen, welch seltsame Stim- ... nung sich in der alliierten Welt nach die- | sei Konferenz ausbreitet. Dem Jubel über > das endliche Zustandekommen dieser Dreierkonferenz mit Stalin, dem Agitationsrummel, den Roosevelts und Churchills Propagandaapparat verbreitete, folgte Niedergeschlagenheit oder zumindest eine zunehmende Nachdenklichkeit.
Meldungen aus Amerika künden an, daß der Kongreß' von Roosevelt sehr genaue Rechenschaft über seine Haltung und über seine Zugeständnisse an Stalin verlangen wird. Die Sowjetpresse bringt einen eingehenden Bericht darüber, wie Roosevelts Niederlage in der Polenfrage zustande kam und wie Stalin es erreichte, daß Roosevelt sogar darauf verzichten mußte, wichtige Gebiete für den künftigen polnischen Staat zu sichern. Roosevelt selbst aber bewegt sich noch auf der Linie der Reklame für seine Krim-Betätigung. Er schickte Stalin beim Verlassen sowjetischen Gebietes ein langes Telegramm: „Die Völker der Welt werden die Errungenschaften dieser Konferenz nicht nur billigen, sondern sie als wirkliche Garantien für die Zusammenarbeit im Frieden wie im Krieg ansehen.“ Das ist ganz verständlich, denn Roosevelt muß den Eindruck eines ‘.außenpolitischen Erfolges zu erwecken (suchen, wenn er nicht seine Stellung in den USA gefährden will. Auf dieser Linie liegt es ja, wenn vor einigen Tagen schon angekündigt wurde, daß der Präsident ein großes Reiseprogramm ausarbeiten lasse, um überall in den USA durch persönliche Reden Agitation für seine Politik zu betreiben. Er scheint sich dabei vor allem auf einen Punkt w stützen, einen Punkt, der der amerikani- jcien Eitelkeit entgegenkommen soll und in dem Stalin ihm Zugeständnisse gemacht, weil daraus der sowjetischen Politik keine Kosten entstanden. Es handelt sich um die geplante Konferenz von San Franzis ko, die den Amerikanern nun als Ausgangspunkt einer neuen Weltpolitik dargestellt wird. Aber die nachdenklichen Stimmen werden durch dieses Entgegenkommen an die Eitelkeit nicht zum Schweigen gebracht.
„Daily Maü“ meldet, daß die .meisten Washingtoner Blätter nicht sehr optimistisch in die Zukunft sähen. Man erwarte kaum ein schnelleres Kriegsende. Zwar nennen die pro- zhezeienden Politiker wieder einmal ein festes Datum für das Kriegsende, den 1. Mai, andere betonen, daß der Krieg mindestens bis in den Hochsommer oder bis in den Herbst weitergehen würde, und auch der Leiter des amerikanischen Mobilmachungsbüros, der an der Krim-Konferenz teilnahm, James Burnes, sprach die Auffassung aus: „Der. Krieg in
Europa ist noch weit von seinem Ende ent- iemt".
Um so schwerer wiegt es, daß die Jalta- Konferenz auch manche Verstimmung unter den Verbündeten hervorgerufen hat, während sie doch gerade dafür bestimmt war, Verstimmungen zu überwinden. In England ist man beleidigt, daß Roosevelt eine Einladung nach London abgelehnt und stattdessen Stalin hach Washington eingeladen hat. Im gaulistischen Frankreich fühlt man sich an die Wand gedrückt und muß sich von der französischen Kommunistischen Partei die schulmeisterliche Belehrung erteilen lassen, daß man erst Ordnung im eigenen Lande zu schaffen habe, ehe man wieder den Anspruch erheben könne, als Großmacht zu gelten.
Das ist die Situation in den Staaten der Teilnehmer an der Konferenz. Bei den Neuralen mehren sich die Äußerungen, die die Erkenntnis zeigen, daß alle blutige Macht- ünd Gewaltpolitik durch das Jalta-Programm Verwirklicht werden soll, und die verschwommenen Organisationseinzelheiten, die bekannt Verden, verstärken auch bei diesen Neutralen den Eindruck, daß in Wahrheit die Sowjetunion sich zum Herrscher über die Politik der Verbündeten gemacht hat. Alle diese Bedingungen. so heißt es in solchen Äußerungen, stad wohl mit Absicht zweideutig gefaßt Worden, so daß sie jederzeit noch verschärft Verden können. Das deutsche Volk, dem man d!"se Bedingungen vorsetzen will, werde sich ohnehin klar darüber sein, daß es sich um ein Programm völliger Willkür handelt. Aber diejenigen außerhalb Deutschlands, die jetzt zu fo-chen Ergebnissen kommen, erwiesen sich euer als schwerhörig, wenn Deutschland der
Welt immer von neuem verkündete, was sie vom Bolschewismus zu erwarten haben würde, wenn er einmal die Macht gewinnen sollte.
Es kann nach alledem für keinen Menschen auf der Welt noch der geringste Zweifel darüber bestehen-, daß Europa nach den Bestimmungen von Jalta in der größten Gefahr wäre, wenn es nicht unter Aufbietung aller Kräfte gelingen wird, die Flut aus dem Osten einzudämmen, der gegenüber Roosevelt und Churchül nun alle politischen Hindernisse aus dem Wege geräumt haben, und gleichzeitig die westlichen Helfershelfer des gemeinsten Mordplanes aller Zeiten gegenüber Deutschland und dem ganzen Kontinent in die Schranken zurückzuweisen. Denn das sieht heute auch jeder in Europa ein, daß das, was Deutschland in Jalta zugedacht ist, den ganzen Kontinent treffen wird. Bolschewismus und Weltjudentum wollen den ganzen europäischen Kontinent überfluten, unterjochen und in satanischer Weise vernichten. Aber gerade dieses, durch keine noch so geringen Zweifel beeinflußte Wissen darum, daß der Feind uns erbarmungslos zu Boden werfen will, wird unsere Entschlossenheit und Widerstandskraft in einem übermenschlichen Ausmaß steigern, und diese Entschlossenheit muß und wird die Wende des Schicksals zu unseren Gunsten erzwingen.
Amerika wird nachdenklich
Drahtbericht unseres Vertreters
kl. Stockholm, 16. Febr. Nachdem erste Nebel verflogen ist,
der
beurteüt man in
den USA das Ergebnis der Krim-Konferenz wesentlich pessimistischer als zu Beginn der Woche. Das größte Interesse erweckt in den Vereinigten Staaten die Lösung der politischen Probleme sowie das Kompromiß, das zur Organisation des künftigen Völkerbundes erzielt wurde. Was die Polenfrage anbelangt, so besteht Einigkeit darüber, daß Stalin seine Wünsche restlos durchgesetzt hat. Das künftige Polen wird ein Vasallenstaat Moskaus sein, der im besten Falle eine gewisse kulturelle Autonomie besitzen wird. Die militärischen Experten sind der Ansicht, daß Polen dauernd von der sowjetischen Armee besetzt bleiben wird. Eine Räumung Polens kommt schon deshalb nicht in Frage, weil die Sowjetunion in dem gleichen Moment, in dem sie ihre Truppen aus Polen zurückziehen würde, mit dem Ausbruch eines nationalen Aufstandes rechnen' müßte.
Großes Aufsehen hat in den USA auch der Selbstmord dreier höherer polnischer Offiziere in Italien erregt. Die polnischen Offiziere haben sich vor Verzweiflung/über den Verrat ihres Landes erschossen, nm damit vor der ganzen Welt gegen die Krim- Konferenz zu protestieren. Die polnische Exil-Regierung in London hat einen Aufruf an , die Armee erlassen, worin es heißt, daß die polnische Armee weiter an der Seite Großbritanniens und der USA in Frankreich kämpfen werden. Die Sowjetunion wird in dem Aufruf der Londoner Polen überhaupt nicht erwähnt.
Neben der polnischen Frage Interessiert, wie gesagt, die sogenannte Weltsicherheits-
Errichtnng von Standgerichten
In feindbedrohten Reichsverteidigungsbezirken
Berlin, 16. Febr. Der Reichsminister der Jusitz hat am 15. Februar 1945 folgende Verordnung über die Errichtung von Standgerichten erlassen: Die Härte des Ringens um den Bestand des Reiches erfordert von jedem Deutschen Kampfentschlossenheit und Hingabe bis zum äußersten. Wer versucht, sich seinen Pflichten gegenüber der Allgemeinheit zu entziehen, insbesondere wer dies aus Feigheit oder Eigennutz tut, muß sofort mit der notwendigen Härte zur Rechenschaft gezogen werden, damit nicht aus dem Versagen eines einzelnen dem Reich Schaden erwächst.. Es wird deshalb auf Befehl des Führe r s im Einvernehmen mit dem Reichsminister und Chef der Reichskanzlei, dem Reichsminister des Innern und dem Leiter der Parteikanzlei angeordnet:
I. In den feindbedrohten Reichsverteidigungsbezirken werden Standgerichte gebildet. — II. 1. Das.Standgericht besteht aus einem Strafrichter als Vorsitzer sowie einem politischen Leiter oder Gliederungsführer der NSDAP, und einem Offizier der Wehrmacht, der Waffen- oder der Polizei als Beisitzern.
2. Der Reichsverteidigungskommissar ernennt die Mitglieder des Gerichtes und bestimmt einen Staatsanwalt als Anklagevertreter. — III. 1. Die Standgerichte sind für alle Straftaten zuständig, durch die die deutsche Kampfkraft oder Kampfentschlossenheit gefährdet sind. 2. Auf das Verfahren finden die Vorschriften der Reichsprozeßordnung sinngemäß Anwendung. — IV. 1. Das Urteil des Standgerichtes lautet auf Todesstrafe, Freisprechung oder Überweisung auf die ordentliche Gerichtsbarkeit. Es bedarf der Bestätigung durch den Reichsverteidigungskommissar, der Ort, Zeit und Art der Vollstreckung bestimmt. 2. Ist der Reichsverteidigungskommissar nicht erreichbar und sofortige Vollstreckung unumgänglich, so übt der Anklagevertreter diese Befugnis aus. — V. Die zur Ergänzung, Änderung und Durchführung dieser Verordnung erforderlichen Vorschriften erläßt der Reichsminister der Justiz im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern und dem Leiter der Partei-Kanzlei. — VI. Die Verordnung tritt mit ihrer Verkündung in Presse und Rundfunk in Kraft.
Organisation am meisten. Stalin hat die Ansicht, die er in Dumbarton Oaks über diese Organisation vor tragen ließ, nur in unwesentlichen Punkten geändert. In Dumbarton Oaks verlangte Stalin bekanntlich, daß Moskau ungefähr gegen jeden Beschluß der Organisaion, die ihn zum Angreifer stempelt, das Veto-Recht haben müßte. In der Praxis bedeutet dies, daß die Weltsicherungsorganisation gegen die kleinen Staaten, die im Rat der Weltsicherheits—Organisation nich vertreten sind, vorgehen kann, während die großen ungehindert tun können/ was sie
für richtig befinden. Das in Jalta erzielte Kompromiß besagt, daß die Weltsicherungsorganisation in jedem Fall Beschlüsse wird fassen können. Zur Durchsetzung eines Sanktionsbeschlusses wird jedoch nach wie vor Einstimmigkeit erforderlich sein.
Die Nachgiebigkeit Stalins bezieht sich also nur darauf, d^ß ein Angreifer theoretisch verurteilt werden kann, während er praktisch, wenn es sich um einen der drei Großen handelt, weiter vollen Schutz vor Sanktionen finden wird. Man beginnt in den USA zu begreifen, daß die gesamte Welt- Sicherheits-Organisation unter diesen Umständen nicht mehr als ein Mitläufertum sein wird. Im Washingtoner Senat melden sich daher diejenigen Stimmen, die von Anfang an geraten haben, daß sich die Vereinigten Staaten nach Beendigung des Krieges aus Europa zurückziehen müßten, um nicht zum dritten Male in einen europäischen Krieg verwickelt zu werden.
Unsere Antwort au! Jalta
Von Erich Beck
Jalta hat uns die letzte, vielleicht noch fehlende Klarheit gegeben. Wir wissen nun, daß die völlige Entwaffnung, die Vernichtung der deutschen Industrie, die Ausrottung der deutschen Führungsschicht und die Zwangsdeportierung der deutschen Arbeiterschaft nach Sibirien die Hauptpunkte ihrer Pläne sind, und wir haben auch durchaus begriffen, daß hinter diesen alttestamentarischen Haßoffenbarungen, die uns hier entgegenklingen, keineswegs nur eine leere Drohung steht, sondern der Wille, sie auch in die Wirklichkeit zu übertragen. Immerhin zeigt das Dokument von Jalta auch eine Reihe von sehr bemerkenswerten anderen Dingen. Sie liegen im wesentlichen auf dem politischen Gebiet. Es ist eine auch von der gesamten neutralen und selbst von der feindlichen Presse festgestellte Tatsache, daß man sich offenbar nur im Negativen, also im Zerstören Europas und insbesondere Deutschlands einig geworden ist, nicht aber über alles sonstige. Daß also praktisch alle Probleme, die sich, bei dem erhofften Sieg der Feindmächte zwangsläufig ergeben müßten, offen geblieben sind und auch bleiben werden. Denn die Verschiebung der Beratungen auf den April und auf eine sogenannte „Weltkonferenz“ stellt ja keine Lösung dar. Man wird sich weder in San Fanzisko über gerade das Wesentliche der zwischen den Dreien bestehenden Gegensätze einigen können noch irgendwo sonst. Aber gerade darin, daß man in Jalta nicht einmal den Versuch gemacht hat, hierüber eine Verständigung herbeizuführen, liegt eines der wesentlichsten Momente zur Beurteilung der Situation bei unseren Gegnern. Sie ist eigentlich die beste Untermalung der äußeren Umstände, die auf der Krim zu beobachten waren und die an sich schon genügten, um die ganze Peinlichkeit aufzuzeigen, in der sich die Besucher Stalins befanden. Daß die Roosevelt und Churchill wieder in den Hoheitsbereich Stalins reisen mußten, um ihn zu sprechen, ist ja nur eines der bezeichnendsten Beispiele. Lächerlicherweise wird angegeben, Stalin habe in Tehe- ren Ohrensausen bekommen, weil er im Flugzeug so weit habe reisen müssen. Churchill
Versteifung des deuischen Widerslandes an der Ostfront
Der nieder schlesische Einbruchsraum weiterhin im Brennpunkt der Kämpfe
Eigener Drahtbericht
rd. Berlin, 16'. Febr. Der Einbruchsraum der Sowjets in Niederschlesien steht nach wie vor im Vordergrund des militärischen Geschehens an der Ostfront. Hier ist Ende letzter Woche durch den Vorstoß der Sowjets aus den Brückenköpfen Steinau und Brieg vorübergehend eine zweifellos sehr ernste Lage entstanden. Es hat sich jedoch auch hier wieder herausgestellt, daß die deutsche Führung in jeder Situation die Maßnahmen ergreift, die nach Lage der Dinge ergriffen werden können. Nachdem die Sowjets zu Beginn dieser Woche ihre Vorstöße verhältnismäßig tief nach Niederschlesien vortragen konnten, zeichnet sich seit vorgestern eine deutliche Versteifung des deutschen Widerstandes ab. An den Flanken des Einbruchsraumes zwischen Grünberg— Sorau, Bunzlau und Breslau haben starke deutsche Gegenstöße das Vordringen der Sowjets abgebremst. Auch in den letzten vierundzwanzig Stunden hat diese Entwicklung angehalten, so daß der Gegner den Einbruchsraum nur geringfügig erweitern konnte. Insbesondere lagen die von Glogau in Richtung auf Grünberg vorstoßenden sowjetischen Verbände Tag und Nacht im Feuer deutscher Gegenstöße.
Die harten Kämpfe, die an den Flanken dieses Einbruchsraums geführt werden, dauern nach wie vor an. Der Feind wird sich mit dem gegenwärtigen Stand der Operationen sicherlich nicht zufrieden geben, sondern er wird versuchen, durch Verstärkung seiner Angriffe zunächst einmal sein Nahziel zu erreichen. Dieses Ziel besteht zweifellos in der Vereinigung der im niederschlesischen Raum operierenden Heeresgruppe mit den Verbänden, die im Raum östlich Frankfurt und Küstrin operieren. Diese Vereinigung ist dem Gegner bis jetzt noch nicht gelungen, da die deutschen Gegenangriffe, die seit zwei Tagen in diesen Räumen laufen, gute Erfolge gezeitigt haben. Bemerkenswert an der ganzen Entwicklung im niederschlesischen Raum ist
wieder die Tatsache, daß es dem Gegner trotz aller Anstrengungen nicht gelungen ist, große Kessel zu bilden und starke deutsche Verbände einzuschließen. Es gelang ihm hier und dort wohl, einige Städte und Dörfer einzuschließen, jedoch die Bildung großer operativer Einschließungsräume blieb ihm versagt.
Der zweite Brennpunkt der Ostschlacht liegt nach wir vor in Südpommem. Auch hier können deutsche Gegenschläge verzeichnet werden, denen es zuzuschreiben ist, daß die vorübergehend verlorengegangene Verbindung zu unseren Stützpunkten nach Bahn und Amswälde wieder hergestellt wurde. Insgesamt hat also auch der Sperriegel in Südpommem in den letzten 24 Stunden gehalten. An den übrigen Frontabschnitten, insbesondere in Ostpreußen, hielt der Feind seinen starken Druck aufrecht; er konnte jedoch nirgends den von ihm erstrebten Durchbruch erzwingen. '
Im Westen wurde der Meterkrieg zwischen Maas und Niederrhein fortgesetzt. Auch die gestrigen Kämpfe kann man als einen deutschen Abwehrerfolg werten. Nach vorliegenden Gefangenenaussagen haben insbesondere die Engländer sehr starke Verluste erlitten. Nachdem die Angriffe der 2. Heeresgruppe nunmehr eine volle Woche laufen, kann festgestellt werden, daß für den Feind die bisherigen Ergebnisse höchst unbefriedigend sind. Der Stoß, mit dem die Engländer und Kanadier die neue Großoffensive Eisenhowers einleiten wollten, hat weder zu einem Durchbruch, noch zu einer Auflockerung der Abwehrfront geführt. An der Rurfront machen sich nach wie vor die teils natürlichen, teils künstlich herbeigeführten Überschwemmungen für den Gegner sehr unliebsam bemerkbar. Vorläufig scheint er noch keine Möglichkeit zu sehen, auch in diesem Abschnitt die Großoffensive starten zu lassen.
Ritterkreuz für einen Hiilerjungen
Neun Sowjetpanzer durch Panzerfaust erledigt
Berlin, IS. Febr. Der Führer verlieh dem Hitlerjungen Nowak das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes für die Vernichtung von 9 Panzern durch Panzerfaust und dem Volks- sturmbataillonsführer Sachs das Deutsche Kreuz in Gold für die Vernichtung von vier Panzern durch Panzerfaust.
Als die Bolschewisten aus dem Rgum Glei- witz mit starken Kräften in Richtung Hinden- burg vorzustoßen versuchten, erhielt der Führer des 1. Hindenburger Volkssturmbataillons, SA.-Sturmführer Sachs, den Auftrag, die Eingänge der Stadt zu sichern. Während bereits die ersten Sowjetpanzer in die Stadt eindrangen, ging Sachs mit drei Mann seines Bataillons und dem «Jährigen Hitlerjungen Nowak vor, um an geeigneter Stelle den Panzern aufzulauern und sie abzufsneen. Jeder der Männer hatte sich drei bis vier Panzerfäuste umgehängt. S* erwarteten die Feind
panzer in Hauseingängen und hinter Hausecken versteckt und brachten aus nächster Entfernung den tödlichen Schuß mit der Panzerfaust an. Auf sechs Meter Entfernung schoß Sachs seine erste Panzerfaust ab und erledigte den feinen feindlichen Koloß. Innerhalb weniger Minuten folgten zwei weitere Panzer.
Am nächsten Morgen befand sich der Hitler- junge Nowak erneut bei einer Volkssturmgruppe, die den Südansgang der Stadt sicherte, als 30 sowjetische Panzer auf sie zurollten. Noch ehe ihm ein Befehl erteilt wurde, war der Hitlerjunge schon neben dem ersten Panzer und machte einen durch einen wohlgezielten Schuß seiner Panzerfaust bewegungsunfähig. Mit den übrigen drei Panzerfäusten knackte er drei weitere Sowjetpanzer. Dann lief er zurück und holte sich neue Panzerfäuste. So brachte er nacheinander neun schwere feindliche Panzer isr Strecke.
wurde damals vor Überanstrengung lebensgefährlich krank. Aber seine Lungenentzündung, die er erst in Ägypten auskurieren mußte, scheint gegenüber den Ohrenschmerzen Stalins längst kein ausreichendes Argument gewesen zu sein, ebensowenig offenbar die körperliche Behinderung eines Roosevelt, den man ja mehr als 120 km lang über die „schlechteste Straße der Welt“ im Auto transportiert hat, so daß er „starke Ermüdungserscheinungen zeigte“, wie im übrigen auch Churchill. Daß dazu Churchill zu seiner englischen Oberstenuniform auch noch eine Kosakenpelzmütze trug, um dadurch seine tiefe Verehrung Stalins kundzutun, der vor wenigen Jahren noch für ihn eine Pestkrankheit war, mag nur als ein weiteres kleines äußeres Zeichen der Lage zu betrachten sein, in der sich in Wirklichkeit die beiden Oberplutokraten bei diesem Treffen befanden.
In der Tat, es gibt kaum etwas Widerlicheres als die ekelhafte Speichelleckerei dieser beiden sogenannten Staatsmänner, die Sich nicht entblödeten, hinter einem Menschen herzulaufen, der ihnen seit Casablanca ununterbrochen den Stuhl vor die Tür gesetzt und sie behandelt hat, wie seit je russische Feudalherren ihre Leibeigenen zu behandeln gewohnt waren. Und wenn er sich dabei auch nicht in Wirklichkeit der Peitsche bedient hat, um sie zum Gehorsam zu zwingen, so hat er das zweifellos politisch und moralisch in einer Weise getan, wie sie in der ganzen Weltgeschichte sicherlich einmalig ist. Wir erleben hier einen seelischen Tiefstand Englands und auch der USA, der geradezu wie ein Schlag ins Gesicht auf jeden noch aufrecht gebliebenen Engländer und Amerikaner wirken müßte, wenn es für sie in diesem Zeitpunkt überhaupt noch so etwas wie eine menschliche Würde gäbe.
Hier indessen liegt auch ein starkes Posi- tivum für uns. Welche Vorgänge müssen sich eigentlich hinter den Kulissen sowohl in Washington wie in London abspielen, wenn man sich zu solchen traurigen Handlangerdiensten entwürdigt, wie das hier geschieht? Welche Schwächezeichen haben die beiden Plutokratenhäuptlinge in ihren Ländern und Völkern entdeckt, daß sie sich nun sozusagen bedingungslos an die Rockschöße des roten Zaren hängen und sich von ihm durch jeden Dreck schleifen lassen, den es nur gibt. Denn daß das geschieht, steht außer jedem Zweifel. Beide, Roosevelt, aber mehr noch Churchill, haben ja praktisch auf alles verzichtet, was für sie einmal wert und wichtig gewesen ist. Eines der deutschfeindlichsten Blätter Schwedens, die Stockholmer „Dagens Nyheter", schrieb unter dem Eindruck des Jalta-Dokumentes: „Lloyd George ballte auf einer der bewegten Auseinandersetzungen mit Clemep- ceau die Faust — Churchili ballt gegen Stalin nicht die Faust, höchstens in der Hosentasche. Für England bedeutet die jetzige Machtverschiebung das Ende einer Epoche von 200 Jahren!“ Wir wollen dem hinzufügen, daß sie damit zugleich das Ende der englischen Weltstellung bedeutet und eine vollendete Katastrophe für die Insel.
über diesen Teil der Entwicklung haben wir schon oft gesprochen. Es ist längst nicht mehr unsere persönliche deutsche Auffassung von den Dingen, sondern jeder politische Beobachter in der ganzen Welt, auch in London, weiß das. Man. hat einmal in England die Sowjetoffensive aufatmend begrüßt. Aber nur wenige militärische und politische Sachverständige wagten damals anzudeuten, welche Folgen für England die rote Sturmflut vom Osten haben würde, wenn sie nicht von Deutschland zum Halten und zum Zusammenbruch gebracht »wird. Die überwiegende Masse der Engländer ist nicht mehr fähig, an solche Folgen zu denken. Das englische Volk steht im sechsten Kriegsjahr, und es hat viel mehr moralisch darunter gelitten als wir und das vorstellen können. Vor allem aber kämpft es ohne ein die Menge begeisterndes oder mitreißendes Kriegsziel. Selbst der Laie, selbst der „Mann auf der Straße“ hat längst begriffen, daß die Abhängigkeit Englands von Moskau und von Washington ständig verschärft wird und daß sich daraus Konsequenzen ergeben müssen, die mehr bedeuten als nur den Verlust der Machtposition.
Kürzlich schrieb die englische Zeitschrift „Contemporary Review“ sehr offenherzig: „Wenn der Krieg noch lange dauert, verliert England alles, selbst wenn es dann siegen würde." Außenpolitisch tot England auf dem