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Parteiamtliche Tageszeitung
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der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verk&ndungsblatt des Heichsstatthallere in Oldenburg und Bremen
Nummer 40 15. Jahrgang
Freilag. 16. Februar 1945
Einzelpreis 15 Rpf.
Sklavenarbeit als Zahlungsmittel
Neutrale Stimmen über Jalta ■■■ »Organisierung Europas" nach Moskauer Rezept
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung g. Berlin, 15. Febr. „Sklavenarbeit als Zahlungsmittel“, „Die großen Drei als Aufpasser und Polizisten“, „Eindeutiger Diebstahl Stalins“, „Machtpolitische, nicht sittliche Grundsätze“ — das sind die Gesichtspunkte, die Schweizer Blätter wie die „Basler Nachrichten“ und das „Berner Tageblatt“ über ihre Betrachtungen zur Jalta-Konferenz setzen. Die neutrale Welt unterlag im ersten Augenblick nicht der Suggestion, die die Veranstalter der Jalta - Konferenz auf die Umwelt ausüben, diese neutralen Länder, deren Presse so viel 'dazu beigetragen hat, Verwirrung in der Welt zu stiften, wird sich jetzt offenbar doch in ihren führenden Köpfen klar darüber, welche Gefahren Europa drohen, wenn es je zn seiner Organisierung der Welt unter dem Druck der Sowjets kommen sollte. Auch im feindlichen Ausland gibt es solche klarsichtigen Politiker. Der Führer der Opposition in der Südafrikanischen Union, Dr. Malan, erklärte zu den Jalta-Beschlüssen; „Nach den Opfern, die Südafrika im Kriege gebracht hat, ist dieses Kommunique ein Schlag ins Gesicht. Soll man etwa annehmen, daß die Kriegsziele von Jalta die gleichen sind, wie sie Afrika zum Eintritt in den Krieg veranlaßt haben?“
Es fehlt in England und in den USA selbst ebenfalls nicht an schärfsten ablehnenden Stellungnahmen. Ein Blatt wie der „Manchester Guardian“, das sich bemüht, das Jal- t a- Kommunique anzupreisen, muß immerhin seinen Empfehlungsworten hinzufügen, es sei nicht verwunderlich, wenn England und Amerika sich zum sowjetischen Standpunkt eines harten Friedens bekennen. Aber „es sind die europäischen Länder, die gemeinsam mit Deutschland leben müssen und deren Stimmen bisher kaum gehört werden^ konnten“. Des Blatt setzt alle Hoffnungen darauf, haß auf der April-Konferenz ln San Franzisko' eine großzügigere Auffassung herrschen weihe als in Jalta, und es gibt damit zu, daß auch nach seiner Meinung die Jalta-Konferenz völlig unter dem Druck Stalin^ gestanden hat. Das ist vor Allem die Haltung der Oppositionspresse in den USA, die von einem Triumph Stalins spricht und davon, daß er den größten Teil der Bedingungen einfach diktiert habe. Es ist bemerkenswert, daß sogar beamtete Persönlichkeiten in England mit kritischen Äußerungen hervortreten, und zwar mit einer Kritik an den rein sachlichen Bestimmungen. Der Wirtschaftsberater des britischen Schatzamtes, Sir Charles Paish, wandte sich gegen die Idee deutscher Zahlungen in Form von Naturallieferungen. Selbstverständlich könne man den ganzen deutschen Maschinenpark abmontieren und abtransportieren — aber würden diese durch lange kriegsjahre abgenutzten Maschinen der Welt viel nützen? Die direkten Güterlieferungen würden die Folge haben, daß man für die Ernährung der Deutschen Sorge tragen müsse, anstatt sie ihre Ernährung selbst ordnen zu lassen, und eipe Deportation deutscher Arbeiter würde die Arbeiter der Feiridländer Ihrer Arbeitsstellen berauben. So kommt Sir Charles Paish zu der Idee einer gewaltigen Tributanleihe von einer Milliarde Pfund Sterling, durch die in Deutschland Warenlieferungen für die Feindländer finanziert werden sollen, während Deutschland vierzig Jahre lang je 50 Millionen Pfund Sterling bezahlen und durch vier Jahrzehnte hindurch leinen Lebensstandard herabdrücken soll. Man sieht, daß es sich bei diesem Kritiker . nicht etwa um einen Freund Deutschlands handelt, vielmehr um einen Mann, der nach anderen Formen der wirtschaftlichen Versklavung sucht.
Aber vorläufig übertönt der Agitationsapparat der Veranstalter von Jalta die kritischen Stimmen. Die Roosevelt-Presse stimmt lautes Jubelgeschrej, über das Konferenzergebnis an. Der südafrikanische Premierminister Smuts gibt pathetische Proklamationen aus: „Die Jalta-Erklärung leuchtet wie ein neues Licht" und „Die Hoffnungen einer ganzen Welt sind in Jalta erfüllt worden.:- Alles anderes wird übertönt von dem Jubel, der auf Moskau kommt: „Größter geschichtlicher Meilenstein Im Kampf gegen die barbarischen Kräfte (!)“, „Das sowjetische Volk begrüßt heiß die Krim-Beschlüsse“, „Entschiedenheit und Folgerichtigkeit bei der Durchführung sind nötig.“
Das erste Büd der Weltmeinung, das sich solchen Erklärungen fof-mt, bestätigt alles, was Deutschland sofort nach Lektüre des Kommuniques feststellt: Was auf der Krim beschlossen wurde, ist ein Triumph Stalins nnd der.sow--1 lechen Politiker- und RooseveR und Churchill sind lediglich die Empfänger eines Diktats geworden. Wird aus solchem Eindruck eine nutzbringende Erkenntnis hervorgehen oder wird die Welt rund um Deutschland schnell wieder in die Lethargie verfallen, dje sie bisher gegenüber der sowjetischen Bedrohung zeigte?
„Triumph Stalins"
Drahtbericht unseres Vertreters sch. Lissabon, 15. Febr. Trotz aller Bemühungen de» zur Zeit-Überaus streng gehaltenen Zensur für ins Ausland gehende Nachrichten kann die amerikanische Regierung nicht verhindern, daß auch außerhalb Amerikas die wenig freundliche Aufnahme der Beschlüsse von Jalta durch einen Teil der USA- Presse bekannt wird. Die nicht zur Agitations
maschinerie Roosevelts~gehörenden Zeitungen wie „Chicago Tribüne“ oder „New York World Telegram“ sehen in dem Konferenzergebnis einen Triumph Stalins und eine Niederlage der USA. -
, Stalin habe den größten Teil der Bedingungen einfach diktiert. „New York World Telegram“ vergleicht did, Konferenz mit einem Pokerspie], bei dem Stalin alle’ Trümpfe in der Hand hatte und sie auch ungehemmt aus - spielte. Einer dieser Trümpfe Stalins seien die Zugeständnisse, die Churchill und Roosevelt s. Z. in Teheran gemacht hätten. Ein anderer Trumpf sei in dem Fortschreiten der sowjetischen Offensive zu sehen und ein dritter in den sowjetisch-japanischen Beziehungen und. der Stellung Moskaus zum pazifischen Konflikt.
In ihrem Londoner Funkbericht wird offen erklärt, viele unabhängige USA-Blätter hätten sich „äußerst zynisch“ über, den Inhalt des Konferenz-Dokumentes geäußert. In einem britischen Funkbericht aus New York wird gemeldet, weite amerikanische Kreise
seien der Ansicht, die kleinen Zugeständnisse Moskaus in der .polnischen Frage sowie in dem Veto-Programm hätten Moskau nicht das geringste gekostet. Was die Veto-Frage betrifft, so habe die Sowjetunion das Veto-Recht hur in gana belanglosen Fällen, auf die es nicht viel ankam, aufgegeben. Die Roosevelt ergebene Presse sucht die kritischen Stimmen, durch lautes Jubelgeschrei über die Konfe- trenzergebnisse zu übertönen. Sehr stark auf die Öffentlichkeit wirkt aber die immer kompromißloser. werdende Stellungnahme des amerikanischen Polentums ein.
Warschau statt Landen
Berlin, 15. Febr. Wie Reuter meldet, sind der Lubliner Sowjetpräsident Berut und der Leiter der sogenannten polnischen Regierung zusammen mit dem sowjetischen Gesandten in Moskau zum weiteren Befehlsempfang eingetroffen. Während der New Yorker EFE- Korrespondent meldet, daß das USA-Außen- ministerium von 5 Millionen Polen mit Protestbriefen gegen die Krim-Abmachungen
bombardiert werde, die als flagranter Bruch der Atlantikcharta bezeichnet werden, hat das gleiche Außenministerium bereits die Konsequenzen aus dem Verrat gezogen, vphne die Verbreiterung der Regierungsbasis in Lublin abzuwarten.
Wie die Stockholmer Zeitung „Aftonbladet“ aus Washington berichtet, wird der kürzlich ernannte USA-Botsehafter bei der Londoner Polenregierung, Arthur Blissland, nicht nach London abreisen. Er wird voraussichtlich in Kürze nach Warschau reisen, um bei der dortigen Regierung akkreditiert zu werden.
Die polnische Exilregierung in London hat einen Appell an die polnischen Soldaten erlassen, in dein von einem schweren Schlag die Rede ist, den die Sache Polens erlitten habe. An die Soldaten wird appelliert, wür- 1 dige Ruhe und Solidarität zu bewahren. Die ' Achtung und Freundschaft für Polen, die aus dem Dienst der polnischen Soldaten als •Hilfstruppen des Westens erwachsen seien, seien immer noch ein Guthaben der polnischen Republik. , •
1 Jaliaer HaßzieJe
sp. Wenn man das umfangreiche Kommunique, das nach Abschluß der Krimkonferenz in Jalta herausgegeben wurde, einer aufmerksamen Durchsicht unterzieht, wird man die Feststellung treffen können, daß hier mit vielen Worten zwei lapidare Sätze umschrieben wurden, die wir seit langem als die Grundlagen der gegenwärtigen Feindpolitik angeprangert haben. Einmal wurde in dem Kommunique ganz klar zum Ausdruck gebracht, daß sich unsere Feinde in Ost und West in ihrem Vemichtungswillen gegen das Reich völlig einig sind. Die Einzelheiten des Versklavungsprogramms sind genau festgelegt worden, wobei die sowjetischen Forderungen hundertprozentig übernommen wurden. Dies geht aus der ganzen Diktion dieser Pläne eindeutig hervor: die Führungsschicht des deutschen Volkes soll vernichtet werden, während Millionen von deutschen Arbeitern nach Sibirien und näch den Industriegebieten verschleppt werden sollen, um dort Sklavenarbeit für die Machthaber im Kreml zu leisten. Die deutsche Industrie soll von den Alliierten auf unbestimmte Zeit besetzt werden. Es ist nicht daran gedacht, etwa irgendeine „neue deutsche Regierung“ ins Leben zu rufen, vielmehr soll eine alliierte Kommission die Verwaltung Deutschlands übernehmen, wobei nach Lage der Ding« und nach den in den feindbesetzten Ländern Europas gemachten Erfahrungen feststeht, daß ln dieser Kommission die Sowjets absolut die Oberhand haben.
Es ist bemerkenswert, daß hier zum erstenmal die Haßforderungen, die bisher nur von Presseorganen und einzelnen amtlichen und nichtamtlichen Sprechern veröffentlicht wurden, nunmehr in einem offiziellen Kommunique festgelegt worden sind. Das deutsche Volk hat sich schon bisher über das Ausmaß der feindlichen Vernichtüngspläne nie irgendeiner Illusion hingegeben. Uns können deshalb auch die neuen Drohungen unserer Feinde nicht schrecken. Wir wissen schon seit langem, daß wir einzig und allein auf unsere eigene Kraft bauen können, wir wissen aber auch, daß diese Kräfte ausreichen werden, um die Gefahren zu meistern. Der Feind hat schon bisher, alles getan, um uns niederzuringen, ohne .dabei zu einem entscheidenden Erfolg zu kommen. Er wird diese Versuche fortsetzen und wird, dies werden die kommenden Monate zeigen, dabei ebensowenig zu seinem Ziele kommen.
Die Zweite Grundtendenz der gegenwärtigen politischen Feindlage kommt in dem Krim-Kommunique ebenfalls ganz klar zum Ausdruck, wenngleich es ln diesem Falle notwendig erscheint, die Blüten der diplomatischen Sprache zu entblättern und sie in ein allgemein verständliches Deutsch zu übertragen. Der sogenannte politische Komplex der Krimkonferenz wird ganz von der Tatsache beherrscht, daß Roosevelt und Churchill wieder einmal gezwungen worden sind, vor den Forderungen Stalins restlos zu kapitulieren, eine Tatsache, die uns nach den vorausgegangenen Ereignissen nicht überraschen kann. Es hat sich herausge- stelit, daß alle Probleme, die z. Z. in Europa anhängig sind, nicht geklärt worden sind, und mit Recht stellt eine englische Zeitung fest, daß auf der Krimkonferenz keine Probleme geklärt wurden, sondern daß nur der Weg aufgezeigt wurde, auf der sie zu einer Lösung geführt werden können. Dieser Weg aber, das ist das Ergebnis dieser Konferenz, führt für England und Amerika über Moskau. Die angebliche „Lösung“ der politischen Lage hat sich schon 24 Stunden nach Herausgabe des Kommuniques als eine Scheinlösung entpuppt, und die Londoner Exilpolen laufen jetzt schon Sturm gegen die nunmehr vollzogene Auslieferung Polens an die Sowjetunion. Es zeigt sich jetzt schon, daß das angebliche Nachgeben Stalins durch Hereinnahme einiger Londoner Exilpolen in das Lubliner Kabinett eine Finte ist, die keinerlei praktische Bedeutung hat, denn im ehemaligen Polen steht der Sowjetsoldat, und Stalin hat deshalb immer die Möglichkeit, seine Ziele mit Brachialgewalt durchzusetzen. Die Vbrgänge in Rumänien, Finnland und Bulgarien sprechen hier eine zu deutliche Sprache, als das sich noch heute irgend jemand auf den Leim führen lassen würde.
Aber diese Einzelheiten sind für uns sowieso nur von untergeordnetem Interesse. Wichtig ist für uns allein die Tatsache, daß auch auf dieser Konferenz nirgends auch nur
einen derartigen Sturm sicherlich nicht überstehen können.“
Von englischer Seite glaubt man Jetzt also weitere Umschweife nicht mehr nötig zu haben und sich mit den Erfolgen d£r Terrorstrategie brüsten zu können. England hat von Anfang an geglaubt, im Bombenterror eine Waffe zu haben, die es ihm ermöglichen sollte, den Krieg wieder hauptsächlich gegen die Zivilbevölkerung zu führen — als Ersatz für die Hungerblockade des vorigen Weltkrieges. Aber das letzte Wort über diese Kriegführung, die heute dabei angelangt Ist, Zuträgerdienste für den Bolschewismus zu leisten, steht nöch aus.
Bomben auf Flüchtlinge
hw. Stockholm, 15. .Febr. Zu den letzten Terrorangriffen, Insbesondere denen gegen Dresden und andäre rflltteldeutsche Städte, wird ln den Sendungen des Londoner Nachrichtendienstes ausdrücklich darauf hingewiesen, daß man es mit diesen barbarischen Angriffen wieder einmal lp erster Linie auf vermutete Anhäufungen von Flüchtlingen abgesehen habe.
Slondliofligkeii unserer Truppen — Enisdthißlreudige Führung
Von unserem militärischen v. W ‘Mitarbeiter
Das eindeutige Verhältnis der deutschen und feindlichen Kräfte und Kriegsmaterialien zueinander wild rein numerisch immer noch von jener Überlegenheit bestimmt, die dem Gegner seine Entschlüsse und , ihre Ausführung erleichtert, uns dagegen mehr als einen Stein in den Weg wirft. Die gegnerische Offensivkraft hat in der pausenlosen Schlacht seit dem 12. Jan. natürlich gelitten. Auf der anderen Seite konnte es der Gegner so einrichten, immer neue Verstärkungen in die Kämpfe zu werfen. Es bleibt seine Übermacht bestehen. Die Führung der -Ostfront hat diese Tatsaehe.nicht Übersehen, und so kann sie ihre eigenen Beschlüsse danach 'einrichten. Das verlangt Verzicht auf Vieles, auch auf operativ Wertvolles, nicht nur im Sinne des Aufgebens, sondern auch im Fallenlassen\von Überlegungen, die vorhanden waren, um sichtbare Schwächen operativer Art, die sich der Feind in seinem Vorwärtsdrang leistete, zu unseren Gunsten zu nutzen. Noch 2u keiner Stunde dieses Krieges bestand eine Lage, die der Friedrichs des Großen so stark ähnelte wie das unsere heutige tut. Bis auf die Kampffelder gleicht die heutige Lage dem kritischen Jahre des Siebenjährigen Krieges. Damals fand der größte preußische Feldherr jedoch immer noch Auswege, in denen sich feldherrliche Begabung und der Eintritt außergewöhnlicher Glücksumstände trafen. Doch blieb bis zuletzt die Überlegenheit des Gegners.
Sie wird auch heute fortbestehen, aber sie ist nicht nur eine solche der Masse, sondern vor allem des Materials. Die klaffenden Lücken vermag allein die S t a n d h a ft igkeit der Truppen, die Entschlußfreudigkeit ihrer Führung zu füllen. Alles, was sich bisher in dieser Beziehung erkennen läßt, war an Qrt und Zeit gebunden, stand völlig im Zeichen des Improvisierens ' und konnte darum der Lage keine grundsätzliche Wendung geben, wie etwa die Schlachten von Roßbach und Leuthen, die sich in einem. Zeitraum von vier Wochen folgten, oder die Schlacht von Tannenberg, die zur Beseitigung der Gefährdung Ostpreußens wie keine zweite entscheidend beigetragen hat. Djch ist es keine Frage, daß die Führung des ‘Ostheeres die entscheidenden Möglichkeiten eigener aktiver Angriffe nicht aus den Augen verloren hat und daran arbeitet. Der Gegner sucht das mit allem Mitteln und durch ständige Bindung unserer Kräfte an möglichst allen Frontabschnitten zu
verhindern* Er moß auch um, die operativen Schwächen seiner eigenen Position wissen. Deren Ausnutzung zu unserem Vorteil wird, stets von der Führung versucht. Darum — und weil der Feind das weiß — hält er die Schlacht in ihrer Bewegung. Indem er ihr Feuer unterhält, bemüht er sich darum, uns nicht zum Schuß kommen zu lassen und eifrig zu beschäftigen. Zum nicht geringen Teil aber sind in fieser Phase seine eigenen .Maßnahmen darauf gerichtet, allzu anfällige Abschnitte seiner Angriffsfront abzustützen und abzusteifen, um sie upanfällig zu machen, sollten sie Ziel* punkt deutscher Gegenoperationen werden, die in Rechnung-zu ^tollen der Feind niemals" unterläßt. S% ist fast alles, was er an der 'süd- pommerschen Front und im südlichen Westpreußen unternimmt, in der Hauptsache auf Sicherung des Erreichten und Verstärkung des überspannten Nordflügels und auf seine Rückenstützung ausgerichtet.
Der letzte OKW.-Bericht spricht an zwei Stellen ausdrücklich von. Heranführung neuer Feindkräfte, einmal für Westpreußen, wofür- das Motiv soeben genannt wurde, sodann aber auch im schlesischen Raum, wo die Sowjets zur Zeit den Schwerpunkt der Schlacht sehen. Einmal wollen sie Breslau vom Rücken her zu Fall bringen und setzen darum ihren Druck auf die [Nachschubwege westlich Breslau fort, deren Offenhaltung auf die Dauer schwierig sein wird. .Breslau sperrt und behindert die volle' Entwicklung der Heeresgruppe Konjew über die .Oder gegen Niederschlesien und gegen die Niederlausitz. Der Bewegungscharakter des Kampfes hat aber noch nicht sein Ende gefunden. Wenn der OKW.-Bericht in diesem Zusammenhang Volkssturm und Alaimeinheiten ausdrücklich erwähnt, so weist dieser Umstand gleichzeitig auf das Fortbestehen der Improvisationen hin, die örtlich zwar von Bedeutung, sein können, jedoch immer nur einen Übergang zu größeren Vorkehrungen • darstellen, wenn sich eine operative Wende anschließen soll. In Niederschlesien sind die Dinge also ■ noch nicht soweit gediehen wie zwischen Frankfurt und Küstrin oder in Südpommern.
Wenn wir auch, seitdem Westpreußen ernstlich vom Gegner berannt wird, keine Aus- nutzung^dieser Stellung im positiven Sinne und die Wiederholung der Kriegführung von 1914 sehen, weil die fyei verfügbaren Kräfte für solche Zwecke einfach fehlten, so zieht der zu- sammd»geschrumpfte Kampfraum'doch stärkste
Totaler Unterwasserkrieg — Luitmast für U-Boote
>rlin, 15. Febr. Mit den im Wehrmachtbe- t vom 14. Februar bekanntgegebenen Eren unserer Unterseeboote erhöht sich die amtversenkungszlffer von Anfang Dezember bis Mitte Februar d. J. auf 54 Schiffe mit 100 BRT., einen Kreuzer, 32 Zerstörer und lerungsfahrzeuge. Weitere 17 Kriegs- und idelsschiffe wurden torpediert. Mit dem Unlang eines Teiles dieser Schiffe kann ge- ,net werden. Das Bemerkenswerte an die- Erfolgen ist die Tatsache, daß sie in den ten Monaten in küstennahen feindlichen wässern erzielt wurden. Dies ist mit Hilfe Luftmastes — einer technischen Neuerung Luftzufuhr in das getauchte fahrende ;oot — möglich geworden. Von diesdr Ver- ierung, so bedeutsam sie für die derzeitige rung des Unterwasserkrieges guch ist, darf >ch kein schlagartiges Wiederansteigen der loot-Erfolge erwartet werden, ie Schiffsversenkungen der letzten Zeit den von Booten desselben Typs erzielt, die bis 1943 die Geleitzugschlachten geschlagen en. Damals wurden ihnen durch die Hor- % der feindlichen Luftwaffe ihre Erfolgs- [lichkeiten weitgehend genommen. Nun nten sie mit Hilfe des Luftmastes oder orchels, wie er genannt wird, ihre Ope- onsgebiete während der letzten zweiein- > Monate, unmittelbar unter die feindlichen ten ’ verlegen und Im .Kpnal, ln der Irl- •n See, im Nordkanal, vor Murmansk und Ifax sowie vor Reykjavik und Gibraltar lpfen, also gerade dort, wo die Verkehrsite der feindlichen Schiffe am größten und dt Vernichtungsaussichten am erfolgver- •chendsten sind. Dies ist ohe Zweifel in un- lelbarer Nähe der Häfen der Fall, die die iffe anl.aufen müssen, während sie im en Atlantik Jede Möglichkeit des Aus- chens haben.
is jetzige Stadium des Krieges fordert ge- erisch, daß der Gegner überall da, wo er fassen Ist, angegriffen und vernichtet wird, u.ib #44* in irtfatOTmahen Einsätzen
verbundenen härteren Kampfbedingungen und eigenen Einbußen in Kauf genommen werden, um so mehr, als sie nur ein Bruchteil dessen darstellen, was - der Gegner bei seiner angespannten i Transportlage erleidet. — Die Erfolgsmöglichkeiten des Schnorchels, der seine in vielen Einsätzen bewährte Form der deutschen Waffenentwicklung und der überragenden'’ Arbeit unserer Werften verdankt, wurden aber erst Wirklichkeit durch den harten Geist unserer alter? U-Boot-Fahrer, die in ihrem engen Boot zehn und mehr Wochen unter Was3er im Einsatz stehen, ohne in dieser langen Zeit auch nur einmal aufzutauchen. Damit ist -der totale Uftterwasserkrieg Wirklichkeit geworden. Er fordert von den Bootsbesatzungen ungeheure physische Leistungen, die sie nur dank ihres ungebrochenen Kampfgeistes und ihrer hervorragenden Ausbildung sowie vorbildlichen Fürsorge meistern können.
Seit Monaten klagt die Feindseite über die zunehmende deutsche U-Boot-Tätigkeit. Aufgelegte Agitationsmeldungen, wie „Der Atlantik wimmelt von U-Booten* 4 verfolgen natür- . lieh nur den Zweck, die anglo-amerikanische Öffentlichkeit auf die Gefahren des Wiederauflebens des U-Boot-Krieges hinzuweisen, der sich bereits unmittelbar vor ihren „Haustüren“ abspielt.
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Eichenlaub und Rillerkreuz
Führerhauptquartte'r, 15. Febr. Der Führer verlieh das Eichenlanb zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generalleutnant Georg Jauer, Kommandeur der Hamburger 20. Panzergrenadierdivision» Oberstleutnant Karlheinz österwitz, Kommandeur eines Jägerregiments» und Oberstleutnant Wilhelm Osterhold, Kommandeur eines Neustrelitzer Grenadierregiments. — Der Führer verlieh ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberleutnant Goldbruch, Staffelkapitän in einem Schlachtgeschwader, und an Oberleutnant Lotter, Beobachter in einer Xahaufkiärungsstaffel.
Feindkräfte an und hält sie von anderen Fronten fern, wo sie fehlen. Heute geht der Kampf um die Festung Königsberg und ein nach Süden vorgesehenes Vorfeld, das an der Autobahn nach Elbing bis Frauenburg, im Süden bis Wormclitt und im Osten bis Landsberg und Zinten reicht. In Samland, wurde durch Vernichtung von Feindgruppen Entlastung ‘erreicht.
Im Kampf gegen Übermacht sind andere Umstände gültig, als wenn mit ungefähr gleichen Kräften gerungen wird. Es kann nur immer das Notwendigste veranlaßt werden, daß der Feind njeht überall zur Festsetzung kommt. Wenn sich das Frontbild in den letzten Tagen nur -im schlesischen Raum zugunsten des Gegners verändert, liegt darin schon ein Vorteil für die Verteidigung, die diesen Zeitgewinn nutzen wird, um ihre Stellungen überall dort zu festigen, wo der Gegner veranlaßt werden kann, vom Zuge abzulassen. Die eingeschlosse nen Besatzungen der festen Plätze spielen in dieser Richtung eine sehr wichtige Rolle,, weil allein vir le feindliche Einheiten an der Süd- Hommerschen Front als' Verstärkung fehlen, solange sie vor Posen, Schneidemühl, Arns- walde usw. gebunden sind und bluten.
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Dresden -
Schande der Lufigangsier'
Eigener Drahtbericht
rd. Dresden, 15. Febr. Mit dem Terrorangriff auf Dresden haben die anglo-amerl- kanischen Terrorbomber wieder ein altes deutsches Kulturzentrum in Schutt und Asche gelegt, ein Baujuwel des Barock wurde von den Barbaren ausgelöscht, das für die Welt ein erhabenes Zeugnis deutscher Baugesinnung bedeutete: Das Schloß, der Zwinger, das japanische Palais und die a^te. Gemäldegalerie waren angefüllt mit unersetzlichen Werten, die der europäische Geist als ewiges Denkmal seiner schöpferischen Kräfte hervorzubringen verstand.
Im Opernhaus, auf das ebenfalls Sprengbomben und Brandbomben herniedersausten, erklangen jahrzehntelang Meisterwerke der Musik aus den Höhepunkten deutscher, französischer und italienischer Opernkunst. Auch herrliche Kathedralen und kirchliche Bauwerke wie die Hofkirche und die Frauenkirche fielen dem Angriff zum Opfer, der eindeutig beweist, welch ohnmächtiger Haß unsere Gegner beseelt, um die deutsche Kultur zu Vernichtern Mögen die Handlanger Churchills und Roosevelts weiter rasen, der Geist eines Pöppelmann, die Klänge eines Mozart, Beethoven, Wagner, Weber, Lortzing, Pfitzner und Richard Strauß lassen sich ni.cht bombardieren, sie werden weiterleben als/unaustilg- •bare Signale der deutschen Kraft, die auch die Nöte der Gegenwart überwindet, um in die Zukunft hineinzuwirken.
Ein tragisches Schicksal umweht besonders die Frauenkirche. Die mächtigen Sandsteinquadern hatten 1760 den schwersten Bomben der Belagerung Dresdens getrotzt Der fast hundert Meter hohe Bau mit der berühmten Orgel Silbermanns ist nun schwer gezeichnet worden und die Risse ln seinen Mauern bleiben eine flammende Anklage gegen die Wut der Zerstörung, die gegen das Herz Europas angesetzt ist.
Euglisches Geständnis zum Bombenterror
Drahtberleht unteres Vertreter«
hw. Stockholm, 15. Febr. In einem offiziellen Kommentar des Londoner Nachrichtendienstes vom Donnerstag (Sprecher Allan Bell), der die englischen -Terroraktionen verherrlicht, wurde erklärt, England habe die Strategie der Terrorbombardements bereits vor dem Kriege systematisch vorbereitet und ernte Jetzt diä Früchte dieses Weitblicks. Deutschland hätte die Strategie des Städtebombardements in ihrer Bedeutung nicht erkannt gehabt. Seine Luftstreitkräfte seien lediglich zur Unterstützung militärischer Operationen bestimmt gewesen.
Auf diesen Umstand sei es zurückzuführen gewesen, daß die deutschen Luftangriffe gegen England in den Jahren 1940 und 1941 Ihr Ziel nicht erreicht hätten. Die damals eingesetzten deutschen Luftstreitkräfte seien nur mangelhaft für solche Zwecke geeignet gewesen, da sie eigentlich ganz auf die Unterstützung von Feldoperattonen zugeschnitten gewesen seien. Wörtlich erklärte der englische Sprecher: „Hätte Deutschland damals eine derartige Bomberstrategie brr-—n. wie wir r.ie seit langem vorbereitet so hätte die englische Insel