J Erscheint 6mal wöchentlich
jjonatsbezug 3.S0 RM elnschl ZusteU- gebübr; Postbezugspreis monatlich J 30 RM (einsehl. M Rpf. pdst- zeltungsgeböhr) zuzügl 36 Rpf Bestellgeld Postscheck: Hamburg 172 72. Anzeigenpreise und Aufnahmebedingungen laut Preisliste. Aufnabme- termlne ohne Verbindlichkeit
Ife.
h
&
lut ' 3er ! ier;
er-
teu
ich
fo-
die
•Qd
ei-
ter
iu-
3er
Bremerjcitung
Sternen 9lad)rid)tm w
Geschäftsstellen:
Bremen: Ge^häftssteUe und Schrift- leitung: Geeren 6-8, Ruf tags und nachts unter Sammelnummer 2 19 31; Syke:
9
Mühlendamm 2; Bremen-Hemelingen: Bahnhofstr. 6, Ecke Poststraße, Ruf 4 34 58; Bremen-Vegessckt Robrstr 24» Ruf 4 und 8 ; .Bremen-Blumenthal: Kapit.-Dallmann-Str. $1-43, Ruf 88 u 89
Parteiamtliche Tageszeitung
Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Bremen
—Ttffnr
©
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblatt des Reicbsstalihallers in Oldenburg und Bremen
Nummer 37 15. Jahrgang
Dienstag, 13. Februar 1945
Einzelpreis 15 Rpf.
Massenmord an 500 Grubenarbeitern
r
In Oberschlesien Neue Blutorgien bolschewistischer Soldateska
JQl.
iS“»
»«
idt
m
■ger
net
iaft
Als
der
m
jen.
ten
-mg
3D-
nifc
ten
ms
m
er. 1
rg
lit*
II
ten.
lirf ■
cH
•1*
I«»
Al»
*W 1
jalf | teil L |
H.
i40. ndeH ; fOM
Jatf*
riiis»!
15Ä
i,
rff.I’! ofec
iies*;
ben®
e* I
l h
tu» 1
° Ö t*
»hr£
irte*
&
-
tfüft .
i Berlin, 12. Febr. Die bolschewistische Agitation geht mit der Behauptung hausieren, daß die Sowjetsoldaten weder mordeten noch plünderten und daß sie- Achtung vor den Tranen hätten. Daß die Kreml-Juden angesichts der unzählbaren- Opfer sowjetischer Massenmorde den Mut haben, solche frechen lügen in die Welt hinauszuschicken, ist nur ein neuer Beweis für den Zynismus dieses Systems, das defi Menschenmord auf seine Fahne geschrieben hafe- Die endlosen Blutspuren, die die Sowjettruppen in den von ihnen besetzten Bändern hinterlassen, sind ■Zeugnisse für das bolschewistische Mord- banditentum, das aus’eingr reinen Freude am Mord und den Qualen wehrloser Menschen wohllos Männer, Frauen und Kinder foltert, hinschlachtet und verschleppt, das sinnlos alles Hab und Gut vernichtet. Keine noch so laute Gegenagitation der Kreml-Juden kann [dieses furchtbare Blutbad, das die bolschewistischen Untermenschen anrlchten, aus der Welt lügen.
Vor wenigen Tagen erst sind vön deutscher Seite amtlich beglaubigte Untaten der sowjetischen Mordsoldateska der Öffentlichkeit überleben worden. Jetzt liegen neue amtliche Beweise der bolschewistischen Mordgier vor. Die eine SchreckensnachricEt kommt aus Ober- tttilesien. Dort haben nach Aussagen des ukrai- nSscheh Sowjetarmisten Iwan Budenko aus Pfrjatin, der bei Gleiwitz zu den deutschen llnien übergelaufen. Ist, die Bolschewisten auf Jefehl eines Sowjetoffiziers an den wehrlosen Sergarbeitern der „Öhringen-Grube“ bei Glei- »itz einen furchtbaren Massenmord verübt. Budenko gab folgendes zu Protokoll:
„Eine Abteilung sowjetischer Panzer hatte Jas Grubengelände umstellt, ln dem sich die ganze Belegschaft mit zahlreichen Frauen und Kindern befand, die aus der zur Grube gehörenden Arbeitersiedlung bei Annäherung der Kämpfe geflüchtet waren. Der Sowjetoffizier gab sofort Feuerbefehl auf die Masse der Arbeiter, die in Richtung Förderhaus flüchte- en, um in Bergstollen vor dem Kugelregen leckung zu suchen. Die Panzer überrollten lies und drangen bis zum Grubenschacht vor. Iler befahl der sowjetische Kommandant seinen .euten, eine Dynamit-Ladung am Eingang des 'Schachts anzubringen und die Einfahrt zu sprengen. Die bereits in das Bergwerk eingerittenen Arbeiter werden -ihre Flucht mit dein, leben bezahlt haben, denn eine andere Mög- Behkeit, aus dem Grubenschacbt herauszukom- Imen, gibt es nicht. Auf diese tragische Weise ' larden mindestens 500 Menschen einen grauenhaften Tod. Obwohl wir Ukrainer die Aus- rotthngsmethoden der Sowjets zur Genüge 1 kennen, war ich über diese sinnlose Untat tief ii'ctiflttert, und deshalb beschloß ich, mit [ einigen meiner ukrainischen Kameraden zu den 1 tatschen überzulaufen.“
Eine neue grauenvolle Untat der bolsche- . wisiischen Mordgesellen wurde durch den 51jährigen Bauer Anton. Selchow aus Pieschen gedeckt. Selchow brachte in das Auffangbar Frankfurt a. O. die sehwerkranke Anna Bf» aus jarotschin und die ebenfalls schwtnerletzteri vier- und siebenjährigen Kinde Hans Dörnfeld und Berta Wulkow. Der Treck, zu dem der Bauer Selchow gehört, fand auf der Straße nach Lissa einen von sowjetischen Panzern zusammengeschossenen Treck lus. der Gegend von Jarotschin. Die Anna Bartels sagte aus, daß drei sowjetische Panzer, die aus der Richtung Jarotschin vorstießen, mit Maschinengewehren feuernd in den Treck hineingefahren seien. ' Außer den geretteten drei Personen wurden alle getötet. Anna Barteis und die beiden Kinder, deren Eltern ebenfalls bef diesem .Überfall ums Leben kämen, verdanken ihre Rettung dem Umstand, daß ein Panzer ihren Wagen nur streifte. Dadurch rutschte der Wagen von der vereisten Straße In den Graben und begrub unter sieh Anna Bartels und die beiden Kinder. In dieser Lage wurden sie von dem nachfolgenden Treck auf- fefunden. Die Panzer, die aus allen Rohren feuerten, waren nach Nordwesten abgedreht.
Ansporn zum äußersten Einsatz
Brahtbericht unserer Berliner Schriftleitung dr. w. sch. Berlin, 12. Febr. Man faßt sich den Kopf und kann es nicht begreifen, *Enn eine englische Nachrichtenagentur zur Rastung des eigenen Gewissens die Behauptung aufstellt, daß die Bolschewisten bei ihrem Vormarsch gegen Europa die menschliche Würde verteidigten und das durch viele ihrer Handlungen dokumentierten. Demgegenüber stehen die sich häufenden deutschen amtlichen Feststellungen über Morde und Gräueltaten der Bolschewiken, die alle bishe- Vorstellungskraft übersteigen. Gerade *31 die westlichen Helfershelfer des Bolsche- T-rmus die grauenvolle Wahrheit verdunkeln ■ r ehten, kommen wir nicht um die Notwen- jh^elt herum, sie in ihrer ganzen Scheuß- l'^'seit aufzudecken, auch wenn es zu der mi- falschen Bedrohung eine neue schwere Be- i’uung für das Denken und Fühlen des deut- *hen Volkes bedeutet, zu wissen, welch’ furchtbarem Schicksal unsere Volksgenossen 10 den von den Sowjets besetzten Gebieten Ostens ausgesetzt sind. Aber, wie die “ipß® nun einmal geworden sind, kann dieses • rssen nur noch zum letzten Ansporn wer- den - um alle Kräfte und Einsatzmöglichkeiten derjenigen Steigerung zu bringen, die die Wen< äe erzwingen muß, um unsere Frauen ’ md Kinder und schließlich das gesamte deut- «he Volk diesseits der Fronten im Westen Osten vor dem unsagbaren Grauen zu be- Jkhren, das ihnei} dr.-’it, und um gleichzeitig Gegenschläge vorzubereiten. die das verlo- Gebiet wieder befreien und unsere Frei
heit
sollen.
und unser Leben als Nation sichern
So -dunkel auch die Wetterwolken sich am
nahen Horizont zusammenbaUen, so zeigt doch schon der Ablauf der letzten militärischen Ereignisse, bevor noch die deutschen Gegenmaßnahmen in größerem Ausmaße in Erscheinung traten, daß es unter Zusammenfassung aller Kräfte keineswegs eine Unmöglichkeit darstellt, die bolschewistische Flut einzudämmen und zu brechen. Gewiß zeigen die Kämpfe, vor allem im Raum von Breslau und Liegnitz, noch ein sehr ernstes Gesicht, aber es ist keineswegs mehr so wie bei Beginn der Offensive am 12. Januar, daß der Feind an der ganzen Front mit dem massierten Druck einer gewaltigen zahlenmäßigen Überlegenheit aufzutreten vermag; er muß seine Anstrengungen vielmehr an einzelnen Brennpunkten konzentrieren und gleichzeitig andere Abschnitte ruhen lassen oder gar kräftemäßig schwächen. Das Gesamtbild stellt sich heute so dar, daß der Feind seine Kräfte dort zu verstärken sucht, wo sich eine Erfolgsmöglichkeit abzuzeichnen beginnt, wie bei Liegnitz, um seine Anfangserfolge operativ auszuwerten. Nach den ungewöhnlich hohen Verlusten an Menschen und Material
im Verlaufe des ersten Monats der Offensive scheinen die sowjetischen Kräfte eben doch nicht mehr auszureichen, um den' Offensivdruck an der gesamten Front gleichzeitig aufrechtzuerhalten. Die Massierungen an einzelnen Brennpunkten schaffen natürlich immer wieder neue schwere Belastungsproben für unsere Truppen, aber das soll und wird schließlich auch einmal aufhören, wenn die Vorbereitungen der Gegenmaßnahmen abgeschlossen sind! Zur Zeit sind überall Umgruppierungen im Gange. Die stärksten Brennpunkte des Kampfes liegen in der Zielrichtung von Mährisch-Ostrau und im Raum von Breslau-Bunzlau. Im ersteren Raum gelang den Sowjets nur ein Einbruch, der wieder aufgefangen werden konnte. Das Ziel, die von den Brückenköpfen von Steinau und Brieg angesetzten Truppen westlich von Breslau zu vereinigen, ist bisher nicht erreicht worden, dagegen konnte der Einbruch westlich von Liegnitz noch etwas vertieft werde«: Im mittleren Oder-Abschnitt wurden die Immittleren Oder-Abschnitt wurden die feind- lichenBrückenköpfeweitereingeengt, während
Raum Deutsch-Krone, die feindlichen Angriffe abgewiesen wurden, die offensichtlich im Hinblick auf mögliche deutsche Gegenmaßnahmen aus der Nordflanke ein besonderes strategisches Gesicht tragen.
Die Engländer und Kanadier, die zwischen Niederrhein und Waal auch auf einen Durchbruch hinzielen, scheinen heute schon zu erkennen, daß der deutsche Widerstand sie weiterhin, wie ^ schon seit Monaten, zur „Zentimeter-Offensive“ verurteilt, die keinen durchgreifenden Erfolg verspricht.
So dürfen wir, obgleich wir uns noch in einer Zwischenphase der großen Schicksalsschlacht vor dem endgültigen Inkrafttreten der deutschen Gegenmaßnahmen befinden, aus den Ereignissen im Osten wie im Westen die verstärkte Zuversicht ableiten, daß wir schließlich doch die Wende erzwingen werden, wenn wir nur in unserer äußersten Einsatzbereitschaft stark bleiben und uns weder durch noch so schweres Leid, noch erst Fecht nicht durch feindliche Agitationstricks beugen lassen.
Dreierkonferenz erstreb! „Einheitsstrategie" der Feinde
Offenherzige Erörterung feindlicher Vernichtungspläne — Man will ein Super-Versailles
Drahtbericht unserer Berliner Scbriftleitung g. Berlin, 12. .FebrJ „Einen endgültigen Durchbruch“ kündigen die „Times“ als das Ziel der Westoperationen an; aber sie sind vorsichtig genug, einer Offensivbewegung, die englisch-kanadisch-amerikanische Truppen in diesen Tagen unternommen haben, noch nicht eine solche Bedeutung zu geben! Bescheiden -meint das englische Blatt, daß man zunächst nur die Absicht habe, „bis zum Rhein vorzubr&clien“: Erst nach einer -Fat,~c werde man dann mit Unternehmungen beginnen können, wie sie etwa die Forcierung des Rheins darstellen würde. Ist das eine Art strategisches Programm des angelsächsischen Oberkommandos? Und ist dieses Programm in die Einheitsstrategie eingearbeitet, die angeblich das erste praktische Ergebnis der Dreierkonferenz sein soll? Dann aber wieder wird in der feindlichen Berichterstattung diese Idee eines gemeinsamen Oberkommandos für den europäischen Kriegsschauplatz als das große Ereignis dieses Kriegsabschnitts gepriesen und hervorgehoben. Dabei spielen wieder manche Erinnerungen an den ersten Weltkrieg eine Rolle, wie damals die Betrauung des Marschalls Foch mit dem Amt eines gemeinsamen Oberkofnmandierenden für die amerikanischen, englischen und französischen Truppen, die mit dem Abklingen der deutschen Sommeroffensive von 1918 und mit dem Beginn feindlicher Offensivhandlungen zusammenfiel. Nun sollen Roosevelt,. Stalin und Churchill sich auf eine Einheitsstrategie für Ost-, West- und Südfront geeinigt haben.
Fällt diese militärische Einigung, wenn sie wirklich erfolgt sein sollte, mit der offiziellen Bekanntgabe jenes europäischen Vcrnichtungsplanes zusammen, der schon in Teheran im Grundsatz beschlossen war, und ist dessen Grundlage, die Auslieferung Europas an den Bdlscnewismus, -bi„ jfctzt von
worden? Es wimmelt jedenfalls in der feindlichen Presse, von Einzelheiten solcher Vernichtungspläne, so daß es wohl nicht unwahrscheinlich ist, daß die verantwortlichen Urheber aller' dieser Projekte den nicht beamteten Politikern freie Hand für die Verkündung dieser Thesen gegeben haben müsccn. Lord Vansittart meldet doch: „Das Wort Reich muß verschwinden“. Er will höchstens noch so etwas wie einen „deutschen Staat“ zulassen, für den er eine Besetzung in zwei Etappen vorsieht, eine erste Oberbehörde mit großem Truppenaufwand, und eine anschließend langfristige, die im wesentlichen durch einen „gut organisierten Geheimdienst“ jede Regung des deutschen Volkes überwachen soll. Wie man sich die Zusammendrängung des deutschen Volkes apf engstem Raum ausmalt, zeigten Veröffentlichungen eines Schweizers Blattes über Einzelheiten der Dreierkonferenz. 12 Millionen Deutsche sollen aus dem für das künftige Sowjetpolen vorgesehene Gebiet umgesiedelt werden, ebenso 2 MUli- onen Sudentendeutsche aus der wiedererstehenden, sowjetisch geführten Tschechoslowakei. Die deutsche Mindemeit soll aus Dänemark deportiert werden usw. Es paßt in' diesen Rahmen, wenn der gaullistische Informationsminister eine Besetzung „von einem Ende des Rheines bis zum andern durch ausschließlich französische Truppen“ verlangt und ebenfalls durch Franzosen auch das ganze Ruhrgebiet besetzen lassen möchte.
Sind alle diese Kombinationen Zeichen dafür, daß die Dreierkonferenz zu Ende geht und daß man die Welt auf ihre Pläne vorbereiten möchte? Moskau jedenfalls ist mit der Bekanntgabe seiner Pläne am offenherzigsten, offenbar, weil es freie Hgjid bekommen hat und keine Scheu mehr emp-
den Anglo-Amerikanern noch verschwiegen findet. Der Moskauer Korrespondent der
Ab Wehrkraft im Westen ungeschwächi
Zurückhaltende englische und amerikanische Stimmen
Drahtbericht unseres Vertreters sch. Lissabon, 12. Febr. Die bisherigen englisch-amerikanischen Berichte über den Verlauf der neuen Schlacht im Raum von Cleve sind außerordentlich zurückhaltend. Zwar posaune man jeden Bodengewinn von einigen Kilometern mit großer Lautstärke aus, lege aber den Hauptnachdruck der Berichterstattung auf den überaus heftigen Widerstand. „Manchester Guardian“ warnt ausdrücklich davor, sich etwa der Illusion hinzugeben, die schweren Kämpfe im Osten hätten die deutsche Abwehrkraft im' Westen irgendwie geschwächt. Von irgendeiner Verschlechterung der deutschen Kampfmoral sei keine Rede. 4uch andere englische Zeitungen und die meisten Rundfunksprecher stellen mit großer Enttäuschung fest, daß die Abwehrkraft der deutschen Soldaten von den Ereignissen der Ostfront nicht im geringsten beeinflußt worden sei. Wer angenommen habe, daß die schwere Schlacht an der Oder den amerikanisch-englischen Truppen ihr Vordringen in Richtung auf den Rhein erleichtern würde, habe sich schwer getäuscht.
„Kapitulation unmöglich"
Drahtbericht unseres Vertreters hw. Stockholm, 12. Febr. Der Berliner Vertreter des „Swenska Dagbladed“ gibt von einer Frontreise zur Oder ein Gespräch zwischen vier jungen deutschen Soldaten wieder, das er dort belauschte. Es begann mit dem Satz; „Wir geben den Kampf niemals auf, Kapitulation ist für Deutschland eine Unmöglichkeit“, und es endete: „Heute kommt es nicht darauf an, zu grübeln, sondern nur darauf, zu kämpfen.“ Der schwedische Berichterstatter fügt hinzu, daß genau wie diese vier heute viele, viele junge Deutsche den
ken. „Wir müssen uns diese deutsche Einstellung klarmachen, um die Entwicklung in Deutschland zu verstehen.“ Auch englische Berichte von der Westfront heben erneut die unerschütterliche Kampfmoral der deutschen Soldaten an dieser Front hervor. Der „Manchester Guardian“ unterstreicht besonders deh Umstand, wie genau die Verteidiger im Westen über die ernste Lage im Osten unterrichtet seien.
Bombenterror gegen Flüchilinre
Berlin, 12. Febr. Nachdem bereits kurz nach dem gemeinen Terrorangriff auf Berlin am 3. Febr. die Londoner Korrespondenten der schwedischen Blätter meldeten, daß dieser Gangsterüberfall in der Hauptsache den Zweck hatte, die zahlreichen Flüchtlinge aus dem Osten, dief sich in Berlin aufhielten, zu treffen, gibt nunmehr das englische Luftfahrtministerium die amtliche Bestätigung dafür, die verdient, festgehalten zu werden. Das Luftfahrtministerium gesteht ganz offen, daß der Angriff der Bomberverbände auf Berlin die Unterbringung der Flüchtlinge aus den Ostgebieten erschweren sollte. Demselben Ziele diente auch der Terrorangriff auf Magdeburg, wie in der gleichen Bekanntgabe des englischen Luftfahrtministeriums zugegeben wird. Mit Genugtuung wird darin fest- gestellt, daß durch diesen Angriff viele Häuserblocks ausgebrannt sind. Da Häuserblocks nicht als militärische Ziele anzusehen sind, wird hier von amtlicher Londoner Seite noch einmal der Beweis dafür' geliefert, daß die anglo-amerikanischen Luftgangster nicht den Befehl haben, militärische Ziele zu treffen, wie die feindliche Propaganda immer verkündet. sondern die Zivilbevölkerung, d. h. wehrlose Menschen, zu terrorisieren.
„Saturday Evening Post“ stellt Einzelheiten dieses Programms zusammen; Deutsche Ostgrenze entlang der Neiße und Oder, unter Auslieferung auch Stettins an Sowjetpolen, und sowjetische Besetzung Deutschlands durch mehrere Jahrzehnte, um die erpresserischen Kriegsentschädigungsforderungen in Form von Gold, Waren oder Dienstleistungen zu erzwingen. Noch gründlicher und eindeutiger aber hat sich der sowjetische Gewerkschaftsabgeordnete in London, Tarassow, üÜer dieses Programm ausgesprochen: Langfristige Besetzung, feindliche Militärverwaltung, strenge Bestrafungen, Verbot der deutschen Schwerindustrie, Einsatz der deutschen Industrie für den Dienst in feindlichen Ländern, in die deutsche Arbeitskräfte deportiert werden sollen, Umgestaltung des Erziehungswesens in sowjetischem Sinne unter Beseitigung aller faschistisch gesinnten Lehrkräfte, Kontrolle über Deutschlands'gesamtes Kulturleben.
Das alles paßt ausgezeichnet zu einer Agitation, die jetzt von London ausgeht, wo der Vizepräsident der amerikanischen CIO- Gewerkschaften, Thomas, erklärte, amerikanische Soldaten hätten den Wunsch zum Ausdruck gebracht, daß die sowjetischen Armeen zuerst nach Berlin gelangen mögen.
Paris verschljang 30000 Kaizen
Drahtbericht unseres Vertreters
sch. Lissabon, 12. Febr. In Paris gibt man sich jetzt nicht mehr die geringste Mühe, seinen Unmut über das Ausbleiben der lange erwarteten - Einladung an de Gaulle zur Dreierkonferenz zu verbergen. Damit vertieft sich die ebenfalls immer schärfer werdende Kritik französischer Kreise an den Alliierten wegen des Ausbleibens der ursprünglich versprochenen Lebensmittel- und Rohstofflieferungen. In einem französischen Funkbericht wird darauf hingewiesen, die Zahl der Arbeitslosen in Frankreich wachse immer mehr und der allgemeine Gesundheitszustand werde immer schlechter. Die Verzögerung der Erfüllung der Hoffnungen, die man auf die Alliierten gesetzt habe, entmutigten langsam auch die tapfersten Gemüter. Gleichzeitig verbreitet der Pariser Reuter-Korrespondent, offensichtlich übereinstimmend mit den gaullistischen Behörden, eine Meldung, derzu- folge die Nahrungsmittelnöte der französischen Hauptstadt nunmehr, so groß geworden seipn, daß die Pariser reguläre systematische Katzenjagden veranstalteten. Seit dem ersten Tag der englisch-amerikanischen Okkupation seien etwa 30 000 Katzen verschwunden. In letzter Zeit wurden täglich 200 bis 300 Katzendiebstähle gemeldet. Eine Katze wird in Paris zum Preise von 30.Schil- lifigen verkauft.
Fesselungsoff ensive ?
Von unserem militärischen v. W.-Mitarbeiter
Seit dem Morgen des 8. Februar ist die Offensive im Westen im Gange. Sie steht unter dem Kommando Montgomerys, der seit dem 15. Januar die führende Rolle zwischen Niederrhein und der Eifel innehat und die Massen aller -feindlichen' Streitkräfte befehligte. Der durchgreifende Befehlswechsel, der an jenem Tage stattgefunden hatte, nahm Eisenhower die eigentliche Befehlsführung und beschränkte ihn öffenbar auf die Verwaltungsaufgaben. Die Ardennenschlacht hatte die für die Amerikaner bestimmt unangenehme Folge, von dem hohen Olymp "wieder herabsteigen zu müssen, den sie gegenüber den Engländern und vor allem Montgomery eingenommen hatten, der immerhin den schwierigsten Teil des Invasionsangriffs, nämlich die Landungsphase, geleitet hatte, nachdem es so schien, als ob man die reicheren Kriegserfahrungen der Briten nach Gelingen des Vormarsches gegqn das Reich nicht mehr brauchte. Montgomery bewies im Rahmen der Ardennenschlacht, daß er mindestens schnell zu handeln wußte. Diesem Tatbe-' stand verdankt er die vermehrten Vollmachten, die er seit Anfang Januar für den Hauptteil der Westfront trägt; denn es ist keine Frage, daß sein Frontabschnitt zwischen Niederrhein und der Eifel der wichtigste bleibt, weil er über einen der Wege zum Rhein und darüber hinaus am Ruhrgebiet vorbei in das Herz des Reiches führt. Dieses Ziel verfolgten die Amerikaner in den schweren Herbstschlachten, ohne es zu erreichen. Jetzt wird das gleiche Ziel unter volle Verantwortung Montgomerys noch einmal erstrebt. Stand damals die deutsche Westfront — da die Ostfront sich beruhigt hatte — unter dem Schutz starker Reserven, die längst nicht alle in die Herbstschlacht einzugreifen brauchten, wie ihr plötzliches Auftreten am 16. Dez. in den Ardennen bewiesen hatte, so gedieh der feindliche Plan, vier Wochen nach den Sowjets auch im' Westen wieder aktiv zu werden, nicht zuletzt aus der Erwartung, in dieser neuen Schlacht weniger starke deutsche Kräfte vorzufinden als vor einem Vierteljahr.
Die gesamte Westfront macht'zur Zeit den Eindruck, als ob sich der Gegner zwischen .Niederrhein und Oberrhein im allgemeinen schon seit einer gewissen Zeit offensiv verhält. Auch außerhalb des Machtbereichs Montgomerys regen sich die 3. und 7. amerikanische Armee«, und die gaullistische 1. Armee, von denen die beiden letzteren in der Heeresgruppe Devers zusammengefaßt sind. Doch haben ihre Belegungen mit, einer vorbereiteten und seit langem gewollten Offensive nichts zu tun. Die Aufgabe im Westen stellt eher die Überwachung der Gesamtlage dar, die die deutsche Führung zwingt, ihr Hauptaugenmerk den Ereignissen im Osten zuzuwenden. Selbstverständlich wird auch das Verhalten Montgpmerys durch die große Ostschlacht beeinflußt; doch dürften seine Vorbereitungen schon begonnen haben, bevor der Angriff der Sowjets das Ausmaß erreichte, das er heute angenommen hat. Zweifellos liegt ein Gesamtplan der feindlichen Koalition vor, in dessen Rahmen Engländer und Amerikaner jetzt ihre Verpflichtungen erfüllen müssen. Das tritt sicher zu einem viel späteren Termin ein, als abgemacht war. Man kann den Standpunkt vertreten, ..daß die den Briten und Amerikanern zugedachte Rolle eine solche der Fesselung ist; doch dürften" solche Betrachtungen das zu erwartende Ausmaß des Feindangriffs im Westen nicht voll ausschöpfen.
Die Kanadier Crerars sind zwischen Niederrhein und Maas durch britische Truppen soweit verstärkt worden, daß dort die Hälfte aller britisch-kanadischen Divisionen seit dem 8. Febr. im Angriff steht. Den Kanadiern ist also die Eröffnung der neuen Westschlacht zugeschoben worden, die sie atf verhältnismäßig schmälerer Front, aber mit stärkster Massierung im Dreieck Nimwegen- Gennep-Cleve begonnen haben. Das größte Hindernis, das die Kanadier in diesem Raum zu überwinden hatten, war der tiefe Reichswald, in dem sich in den ersten Tagen heftige Kämpfe abgespielt haben. Der Feind Ist dank seiner ? tassierung bis an den Rand von Cleve vorgedrupgen, ln dessen Straßen erbittert gekätnpft wird; doch ist der vom Geg-, ner zwe'fellos beabsichtigt gewesene Durchbruch über Cleve hinaus zum Rhein verhindert worden. Im Rahmen des Montgomäry-
Weslmächle weichen vor Moskau zurück
Wachsende Besorgnisse in den neutralen Staaten
Drabtberlcht unseren Vertreter»
sch. Lissabvi, 12. Febr. In den neutralen europäischen Staaten wachsen von Tag zu Tag die Befürchtungen hinsichtlich der alliierten, vor, allem de- sowjetischen Europa- Pläne. Man stellt mit Entsetzen fest, daß die Westmächte immer mehr vor der Sowjetunion zurückweichen und dau Roosevelt, ohne Rücksicht auf die Lebensinteressen des Abendlandes zu nehmen, der Sowjetunion zumindest einen ähnlichen Einfluß auf den europäischen Kontinent zuzuerkennen bereit ist, wie ihn die USA in Ibero-Amerika haben, über die europäischen Wünsche geht man glatt hinweg. Aber auch Staaten, wie z. B. Belgien, stellen mit wachsender Sorge fest, daß ihr Schicksal bei den derzeitigen diplomatischen Besprechungen entschieden wird, ohne daß ein Volk befragt wird. Natürlich wagen sich die belgischen '"räfte nicht allzu weit hervor;
so erklärte z. B. eine führende Persönlichkeit des belgischen Außenamtes einem USA- Pressevertreter, Belgien wünsche zwar nicht so weit zu gehen wie de Gaulle, der eine Einladung zur Dreierkonferenz verlangt habe, es stehe aber auf dem Standpunkt, daß es einen großen politischen Fehler darstellen würde, wenn man über Belgiens Schicksal auf der Dreierkonferenz entscheidet, ohne das belgische Volk zu befragen. Belgien bittet also durch den Mund dieses Mannes geradezu demütig um die ZuertlRung primitivster Rechte, die bisher ein Volk für sich in Anspruch, nahm.
Noch schärfer ist die Stimmung in neutralen Ländern, deren Presse mit Entsetzen sieht, daß auf dem Londoner Gewerkschaftskongreß sich die sowjetischen Wünsche immer mehr durchsetzen und daß Infolgedessen für die anderen Staaten Europas nichts mehr zu hoffen ist.