Ausgabe 
(10.2.1945) 35
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arleiamiliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Begierendeo Bürgermeisters der Freien Hansestadt kernen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsbkxti des Reichsstaithaiiers in Oldenburg 1

Nummer 35 15. Jahrgang

SonnabendiSonniag, 10./I1. Februar 1945

Einzelpreis 15 Rpf.

Wachsen neuer Abwehrfronlen

Den Sowjets der Weg versperrt Der Feind schwächer als am 12. Januar

t!3

Von unserem militärischen v. W. -Mitarbeiter

J Der mit der 'Gewalt eines Unwetters er­folgte Durchbruch der Sowjets zwischen Bes­kiden und Ostpreußen, der von vielen Durch­brüchen am Bug. und Narew gefolgt war, hat unsere Front aufgeröllt. Damit war jedoch dv Kampfkraft der mehr oder weniger iso­lierten Truppen nicht aufgehoben. Sie stemmte sich zunächst in Riegelstellungen gegen den sowjetischen Sturm, ließ die Pan­zerwellen neben oder über sich vorbeirollen \ und nahm die sowjetische Infanterie an, die t dadurch späten an ihren Marschzielen eintraf, als ihre Führung befohlen hatte. Zu erheb­lichen Teilen kämpften sich diese deutschen Divisionen und Korps nach Westen und V Nordwesten zurück. Sie mußten gewiß Teile aäj- ihrer Ausstattung zurücklassen, weil ihre Be- "77 weglichkeit im Schneesturm und nach Unter- . brechung der rückwärtigen Verbindungen ge- 's* litten hatte; aber sie brachten die wertvollen Waffen mit und haben sie inzwischen dort --g eingebaut, wo es befohlen war.

» . Diese neuen Stellungen liegen weit zurück. Daß soviel deutscher Raum aufgegeben wer­den mußte, war eine Folge der Breite und Tiefe des feindlichen Durchbruches. Nach­dem die Führung des Ostheeres den Umfang dieses gefährlichen Ereignisses erkannt hatte, mußte sie mit allen Mitteln bestrebt sein, eine neue Front aufzubauen; denn nur ein totaler Neuaufbau konnte eine neue Gefährdung ver­hindern. Wenn auch die meisten im Osten stehenden' deutschen Divisionen für einen <t| Neuaufbau von Abwehrlinien wieder zur Ver­fügung standen, so konnte zunächst doch nicht mit ihnen gerechnet werden. Aus die- te^sem Grunde muß man mit Improvisationen is ü arbeiten, mit einem Riesenaufgebot von Volkssturmeinheiten, von Stadt- und Land- wacht, von Alarmeinheiten aus'den Gamiso- raanen, von denen sich die Unteroffiziersschule wh* Jauer für immer ein Ehrenmal gesetzt hat.

. * r ? : Diese improvisierten Schutzverbände Waren nicht so stark, einen festen Wall zu bilden;

' ii; aber sie konnten beitragen, die Angriffswellen - -T zu brechen, in bestimmte Richtungen zu len­ken und vor allem in ihrer Wucht abzu­schwächen. Darum konnte der erste Wider- - stand deutscher Improvisation noch nichts ' i Z \ Endgültiges bedeuten. Es mußte in Kauf ge­nommen werden, daß der eine oder andere ~ : i Verband dieser Gruppe alsverlorener Hau- ^1 fen allein kämpfte. Es kam nur darauf an, daß er half, Zeit zu gewinnen, die am dring- Wehsten war, obwohl der Gegner natürlich alles daransetzte, sie gegen uns auszunutzen. Das Östheer ist zwischen dem 12. Januar and Anfang Februar nicht vernichtet wor­den! Soweit überhaupt Meldungen aus feind­licher Quelle vorliegen, ist das in diesem Sinne von den Sowjets auch nicht behauptet worden. Sie konnten nicht einmal größere Gdangenenzahlen melden und mußten in­folgedessen auf den gedruckten Nachweis einer gewonnenen Vemichtungsschlacht ver­achten.

Die starke Unterlegenheit der deutschen Armeen im Weichselbogen, durch die der Feind in die Lage gekommen war, sie zu über­rennen, durfte unter keinen Umständen wie­der auftreten. Doch genügte es nicht, die sich aus dem Weichselbogen zurückziehenden deutschen Kräfte hinter den improvisiert vor­bereiteten Linien wieder neu aufmarschieren 2U lassen. Es galt nicht nur, diese Truppen durch Neuzuführungen aus dem Reich zu­nächst einmal auf ihre alte Stärke zu brin­gen denn die Durchbruchsschlacht hatte naturgemäß an ihrem Bestand gezehrt, sondern darüber hinaus mit neuer Kampf­kraft zu versehen. Woher diese Reserven ge­nommen worden sind und noch genommen werden denn täglich rollen auf allen ver­fügbaren Wegen starke Kräfte der neuen Ost­front zu weiß der Gegner am allerwenig­sten. Sr stellt darüber naturgemäß Vermu­tungen an. 1 Es ist sehr fraglich, ob er mit sei­nen Prognosen, auf die einzugehen sich er- übrigfc, recht behält.

Es sind seit dem Durchbruch der Sowjets vier Wochen vergangen. Nachdem das ra­sante Vormarschtempo des Gegners absank, waren seine täglichen Raumgewinne von ge­ringerem Ausmaß; doch sind sie bis in die letzten Tage hinein vorhanden gewesen. Mit Jjeser Erscheinung mußte die Führung des Dstheeres rechnen, weil sie einfach nicht zu fonneiden war. Nach dem Durchbruch setz­ten die Sowjets ihre beweglichen Truppen an, ®d diese haben nun einmal ein schnelles Marschtempo. Das mag für den, der sich ver­folgen muß, bedauerlich und schwerwiegend sei n; aber er muß sich damit abfinden. Wenn er eine grundlegende Änderung schaffen will, muß er cji es sehr weit rückwärts tun.

»Halle! mir Schneidemühll"

Berlin, 9. Febr. Der Reichsführer ft ^Ulrich Himmler hat an den Kommandan* n der Festung Schneidemühl, Oberstleut- n , a nt Remlinger, folgenden Funkspruch ge­achtet:Ihnen und den braven Soldaten der estu n g Schneidemühl für Ihre Haltung im a *npf und ihre OpferwHHgkeit, mit der Sie außerdem eine Million Reichsmark dem tetschen Roten Kreuz zum 30. Januar spen- tcn. meinen Dank und meine Anerkennung.

tet mir Schneidemühl weiter! Hei! Hitler! Uer H. Himmler, Reichsführer ft.

Es war z. B. 1940 ein Fehler der Franzosen, daß sie nach unserem Durchbruch zum Meer des Glaubens waren, an der Aisne eine neue Wi­derstandsbasis bilden zu können. Bevor diese Linie aufgebaut war, waren wir schon wieder durchgestoßen. Vielleicht hätte sich damals bei rechtzeitigem Verzicht auf Raum eine rückwärtige Linie finden lassen, die dann auch gehalten hätte.

Diesen Fehler wollte die Führung des Ost­heeres unter keinen Umständen begehen, weil sie vermeiden mußte, daß die wieder in den Kampf geführten Verbände vom Schwung des Gegners überrollt würden. Die Folgen .dieses Räumverzichtes, der gewiß nicht freiwillig erfolgt war, sondern eine logische Folge der Gesamtentwicklung? Auf große Teile mancher Provinzen mußte verzichtet werden. Für die Bevölkerung ist das noch bitterer als für das Ostheer; aber die Frucht dieser wei­ten Raumaufgabe zeichnet sich heute doch schon ab.

Der Gegner hat es heute bereits mit einer Oder-Front zu tun. Dem widerspricht auch nicht die Tatsache, daß er eine Anzahl Brük-

kenköpfe auf ihrem Westufer besizt und auszu­weiten trachtet. Ermöglicht wurde die neue Oder-Front nur durch den tapferen Wider­stand der Kampfgruppen, die bis zum letzten Mann aushielten. Diese namenlosen Helden, die oft nur der Zufall des Krieges zu ihrer Rolle bestimmt hatte, haben bis zur letzten Patrone und Panzerfaust gekämpft. In deut­sche Städte und ihre Mauern haben sie sich verkrampft, auf freiem Felde haben sie die feindlichen Wellen aufgehalten oder aufge­spalten. Sie wußten, sie hatten keine Chancen, zurückzukehren. Sie sind gefallen, wie die innere Verpflichtung oft nicht einmal ein Befehl es ihnen befahl.

In der grausamen. Winterschlacht des Ostens hat der. deutsche Soldat allein und unter Führung seiner ordentlichen oder zu- fälligen Truppenführer mehr geleistet als von ihm erwartet werden durfte. Wenn die große Selbstlosigkeit der Soldaten aller Grade nicht gewesen wäre, hätte der Feind noch viel weiter nach Westen vorstoßen können. Indem sie aushielten, schufen sie die Grundlagen für eine neue Front. Diese

Moskaus Ziel: Todesstrafe an Deutschland

Sowjetisches Blatt bestätigt die Pläne des Kremls

Stockholm, 9. Febr. Die sowjetische Iswestija nimmt in einem Kommentar zu der Dreierkonferenz Stellung und legt dabei eine Offenherzigkeit an den Tag, die alle Zweifel aus der Welt schafft. DieIswe­stija faßt in einem Artikel das Endziel der bolschewistischen Politik gegenüber Deutsch­land zusammen und legt mit brutaler Ehrlich­keit den Plan vor, den der Kreml zu verwirk­lichen erstrebt, falls es gelänge, Deutschland in die Knie zu zwingen.In der Endphase des Krieges wird die Todesstrafe, die yon der gesamten freiheitsliebenden Menschheit über Deutschland verhängt wurde; durchgeführf werden, schreibtIswestija. An diesem Satz gibt es' kein Deuteln: Moskaus Ziel ist die Auslöschung des deutschen Volkes. Diese Absicht wird hier noch einmal klar und un­mißverständlich von dem führenden bolsche­wistischen Blatt bestätigt.

Es ist kennzeichnend, daß das englische Reuterbüro von demIswestija-Kommen- tar gerade diesen' einen Satz in die Welt verbreitet. Das bedeutet, daß England das bolschewistische Kriegsziel gutheißt und mit allen Mitteln unterstützt. Diese Erkenntnis ist für uns Deutsche nicht neu, aber jede Be­stätigung gibt uns immer wieder die Gewiß­heit, daß wir mit einer geschlossenen Feind-: front zu rechnen haben, wenn es sich darum handelt, Deutschland zu vernichten, das deut­sche Volk zu dezimieren und seine Männer als Arbeitssklaven zu deportieren.

Unsere Antwort auf diesen Knechtungs­und Ausrottungspian haben wir dem Gegner tausendmal ins Gesicht geschleudert. Was auch immer Stalin und seine plutokratischen Komplizen Roöseyelt und Churchill bei ihrem Dreiertreffen aushandeln, es wird nichts an den Feindplänen ändern, und wir werden dem nur noch eine fanatischere Entschlossenheit entgegensteilen. Daß wir um unser Leben kämpfen, ist uns gerade in der letzten Wochen, da die bolschewistische

klarer denn je geworden, daß wir aber diesen Kampf bis zur letzten Entscheidung durch­stehen, darüber dürfte es im Feindlager kei­nen Zweifel geben.

Roosevells HaQplöne

Drahtbericht unseres Vertreters sch. Lissabon, 9. Febr. Eine militärische Besetzung Deutschlands bis mindestens zum Jahre 2000 ist nach einem Reuterbericht der Hauptvorschlag der Deutschland aufzuer­legenden Bedingungen im Falle eines alliier­ten Sieges. Ausdrücklich wird von Reuter her­vorgehoben, daß Rooseveit sich für einen sehr harten Frieden einsetzt. Sein Plan geht auf eine Zerstückelung Deutschland» hinaus.

Schlesien und Ostpreußen würden an Polen, das Rheinland, das Ruhrgebiet und das Saar­becken an die Westmächte fallen. Die Indu­strie dieser Gebiete im Westen solle unter in­ternationale Kontrolle gestellt werden, wäh­rend die eigentliche Besetzung durch Franzo­sen und Belgier ausgeführt werden solle. Gleichzeitig unterstrich ein Vertreter des gaullistischen Außenministeriums, die Regie­rung de Gaulle verlange unter allen Umstän­den das Rheinland und die deutschen Indu­striegebiete am Ostufer des Rheins. Es genüge nicht, daß man diese pebiete der wirtschaft­lichen und politischen Kontrolle Deutschlands entziehe, sondern man müsse sie unter fran­zösische und belgische Herrschaft stellen. Die von Roo.sevelt geplante militärische Besetzung Deutschlands bis zum Jahre 2000 würde nach Ansicht maßgebender Kreise zum überwie­genden Teile durch Sowjettruppen ausgeübt werden, da die. amerikanischen Truppen auf die Dauer nicht in Europa- zu halten wären, uhd man müsse mit Kongreßbeschlüssen rech­nen, die sehr bald nach Kriegsende eine Rückkehr der amerikanischen Truppen nach den USA verlangen würden. Schon heute sei die Zahl der Deserteure aus der amerikani-

Flut gegen das Deutsche Reich anbrandet, ^chen Europa-Armee' ungewöhnlich groß.

ist zum großen Teil wieder von starken und organisch aufgebauten Kampfverbänden ge­sichert. Neue Einheiten strömen ihr aus dem Hinterlande zu. Die Anfänge einer Frontbefestigung lassen sich nicht mehr aus der Welt schaffen. An der Oder beginnt der Feind eine Linie vorzufinden, die etwa der gleicht, welche ihm an der Weichsel zu Beginn dieser Offensive geboten wurde. Nur

besteht ein großer Unterschied: Der Gegner, besitzt nicht mehr die Stärke vom 12. Januar. Er ist zweifellos viel schwächer geworden. Seine Chance ist also an der Oder imgleich geringer als an der Weichsel. Er wird sie trotzdem zu nutzen versuchen; doch muß er nun wieder mit einer geschlossenen Front rechnen, die er von neuem zu berennen hat. Es mag noch die eine oder andere Lücke geben; aber auch sie werden sich schließen.

Dem Feind bleibt nichts anderes übrig, als die Durchbruchsschlacht zu wiederholen, die er am 12. Januar an der Weichsel zum erstenmal geschlagen hatte. Der Weg nach Berlin wurde ihm an der Oder versperrt. Eine Öffnung verlangt neue Angriffe. Sie werden dem Ostheer nicht erspart bleiben; aber seine Aussichten, sie zu bestehen, sind größer, als sie an der Weichsel waren.

Kompromißlos im Kampf für Deuischland

Von Erich Beck

Die agitatorischen Kapriolen der anglo- amerikanischen Presse und der entsprechen­den Rundfunkstellen haben gerade in den letzten - Wochen wieder einen erstaunlichen Umfang angenommen. Die Herrschaften tun gerade so, als ob sie den Krieg schon gewon­nen hättenund als ob nun lediglich noch fcsogestellt werden müßte, wem nv.n die Sie- gesueute gehört'. Das heißt, sie tun nür so, sie wissen selbst, daß die Dinge wesentlich anders liegen, nicht nur militärisch, sondern ebenso politisch, und daß noch viel Wasser den Rhein und die Oder herunterfließen wird, ehe das letzte Kapitel dieses Ringens geschrieben werden kann. Aber sie versuchen es trotzdem. Die Epigonen des alten North- cliffe glauben noch immer, ein seelisch halt­loses, von Angst durchrütteltes und zermürb­tes Volk vor sich zu haben, und spekulieren abermals auf die Dummheit, Feigheit und Gemeinheit der'Menschen, die es einmal 1918 in Deutschland gegeben hat, die aber heute nicht mehr existieren. Sie können sich nun einmal nicht von der Emigranten-Psychose lö­sen, die ihnen schon so viele Schlappen ein­getragen hat, und sie setzen daher nach wie vor die gleichen überlebten und unsinnigen Parolen in die Welt, mit denen sie nun schon fast sechs Jahre lang Schiffbruch erlitten haben ...

Es ist ja auch so leicht, am grünen Tisch Märchen zu erfinden. Und es ist noch viel leichter, dem Feind alles das nachzusagen, was man sich von ihm wünscht. Daß etwa Dr. Goebbels jetzt nur nochvon den Alpen aus zu den Berlinern spricht, während ihn jeder Berliner heute noch wie an jedem an­deren Tage in Berlin sehen kann, das ist nur eine von den unzähligen Albernheiten, die man uns vorsetzen möchte, und nur ein neuer Beweis für die geistige Inferiorität die­ser Soldschreiber. Allerdings ist diese Me­thode die in England und den Vereinigten Staaten übliche.Heilsame Schwindeleien schrieb Jonathan Swift, dem wir so viele Aufklärungen über englisches Wesen verdan­ken,sind zum Kriegführen notwendig. In der Fülle von politischen Lügen sieht er voll bitterer Ironie ein sicheres Zeichen wahrer englischer Freiheit, und darum schjägt er auch bereits die Gründung von Lügen-Trusts vor.Das Vaterland, so sagt er,kann ohne eine hohe Staatslügenkunst nicht bestehen.

Wenn- man diese Worte liest, dann meint man fast, dieser Mann hätte bereits um 1700 herum die heutigen anglo-amerikanischen Pressekonzerne, Rundfunkgesellschaften und vor allem Informationsministerien vorausge­ahnt, die heute mit ihrem Unrat die Welt überschütten. Aber das, was Swift damals

Neue starke Angriffe in Ost und West

Sowjetische Offensivtätigkeit bei Brieg und Steinau, Druck in Südpommern Angriff bei Nimwegen

Eigener Drahtbericht

rd. B e r 1 i n, .9. Febr. Die Vorbereitungs­kämpfe der letzten Tage sind sowohl im Osten als auch im Westen nunmehr in Offensiy- handiungen des Feindes übergegangen. Im Westen liegt das Schwergewicht zur Zeit noch auf dem englischen Abschnitt zwischen Maas und Waal. Die sowjetischen Angriffe er­strecken sich auf die Kampfräume der Oder­brückenköpfe bei Brieg und bei Steinau und auf eine Verstärkung ihres Drucks in Süd- pommern.

An der Ostfront haben die Bolschewisten die Masse ihrer Stoßverbände in den Brücken­köpfen von Brieg und Steinau gruppiert. So­wohl Panzerarmeen als auch starke, meist motorisierte Infanterieeinheiten gingen am Donnerstag zu Angriffen über, die jedoch im Raum von Brieg abgeschlagen wurden. Bei Steinau gelang dem Feind ein Einbruch, der ihn bis an den Ostrand von Liegnitz führte. Sehr heftige Kämpfe sind dort entbrannt und jeder Fußbreit Bodens wird erbittert vertei­digt. Als erstes Ziel des feindlichen Angriffs läßt sich der Versuch einer Abschnürung Breslaus erkennen. Aus der Tatsache, daß 118 sowjetische Panzer auf diesen beiden Kampfplätzen vernichtet worden sind, ergibt sich jedoch die starke deutsche Gegenwehr und das Vorhandensein bedeutender deut­scher Abwehrverbände.

Die Kämpfe in Südpommem finden lm F aum von PyritzArnswalde statt, wo eine weitere starke bolschewistische Stoßgruppe sich in nordwestlicher Richtung vorwärtsbe­wegen will, um bis zur Ostsee durchzustoßen. Diese feindlichen Bewegungen sind ebenfalls auf starken deutschen Widerstand gestoßen,- der durch die Kämpfe bei Deutsch-Krone und

durch das Aushalten der Besatzungen von Schneidemühl, Posen und Elbing bedeutend unterstützt wird. Der Wehrmachtbericht mel­dete in diesem Zusammenhang zum ersten­mal die Namen der Einheiten der Kriegs­marine, die von See her in die Kämpfe ein- greifen und erfahrungsgemäß mit ihren be­deutenden Wirkungsmöglichkeiten wertvolle Unterstützung den hartbedrängten Land­truppen leisten. Im ostpreußischen Raum wird wiederum Kreuzberg als der Mittelpunkt neuer feindlicher Durchbruchsversuche ge­nannt, die unter dem Abschuß von 57 Sowjet­panzern verhindert worden sind. An der mitt­leren Oderfront dauert die deutsche Aktivität an, durch die feindliche Brückenköpfe weiter eingeengt worden sind. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Einsatz starker deutscher Schlachtfliegerverbände, die insbesondere an der gesamten Oderfrant den feindlichen Nachschub bekämpfen, der wegen Unbenutz­barkeit des Eisenbahnnetzes im Augenblick noch allein auf den Fahrzeugtransport ange­wiesen ist.

Der neue britische Angriff im Westen soll die Gemeinsamkeit der gesamten feind­lichen Anstrengungen dokumentieren und durch Fesselung deutscher Kräfte im Westen die Angriffsbemühungen der Bolschewisten unterstützen. Er wurde von sehr starkem Ar­tilleriefeuer eingeleitet und schließlich in der Hauptsache von kanadischen Truppen südöst­lich Nimwegen durchgeführt. Einzelne Ort­schaften konnte der Feind nehmen, doch unser sofort einsetzendes starkes Sperrfeuer verhinderte ein weiteres Vordringen. Gleich­zeitig setzte die 3. amerikanische Armee ihre starkeif-Angriffe in der Schnee-Eifel fort, ohne hier wesentlich Raum gewinnen zu

können. Im oberen Elsaß greifen französische und amerikanische Divisionen gemeinsam an, können auch etwas Gelände gewinnen, doch werden die Kampfhandlungen hier von deut­scher Seite beweglich geführt, wie aus der Tatsache hervorgeht, daß sich die deutschen Abwehrverbände auf einen engen Brücken­kopf westlich von Neuenburg zurückgezogen haben.

Die italienischen Kämpfe stehen noch immer im Zeichen von Fesselungs- angriffen, mit denen die Absicht verfolgt wird, auch an dieser Front ein Abziehen ei­gener Verbände und deren Einsatz im Osten zu verhindern. Auch im Balkanraum sind neuerdings wieder stärkere Kräfte bei Mostar, in der Herzegowina, aufgetaucht, so daß sich das gesamte feindliche Angriffsbild abrun­dete. In ganz Europa sollen starke deutsche Abwehrkräfte durch die Anglo-Amerikaner und deren Hilfsvölker gebunden werden, wäh­rend der Bolschewismus die deutsche Kampf­kraft im Herzen Deutschlands selbst vernich­ten will. Wir sehen uns also im _Augenblick einer zusammengefaßten Feindeinwirkung gegenüber, der jedoch mit einem erhöhten Kampfeseifer der deutschen Truppen und einer verstärkten Einsatzbereitschaft der Hei­mat begegnet wird.

Don Iddon teilt ln derDaily Mall" mit, daß die Sowjets beabsichtigen, nach dem Kriege nicht weniger als 2 Milliarden Dollar aufzu­wenden, um den Bolschewismus ln der ganzen Welt zu verbreiten.

Auch ln Ohio und Cleveland mußten Not­standsmaßnahmen angeordnet werden, die sich aus dem katastrophalen Kohlenmangel ln den USA ergeben. In zahlreichen Städten wurde die Schließung von Geschäften, Gaststätten ur.d öffentlichen Einrichtungen angeordnet.

schrieb, ist in der Tat etwas durchaus Eng­lisches und ein unabdingbarer Teil der ge­samten englischen , Diplomatie geworden. Northcliffe ist nicht etwa eine Einzelerschei­nung des englischen politischen Lebens ge­wesen, sondern nur eine von vielen. Er hat den Schwindel ins Gigantische getrieben und damit ganz zweifellos Erfolge, leider gerade in Deutschland, erzielt. Aber er hat zugleich auch nur das wiederholt, was vor ihm schon so manche andere taten und was die gegen­wärtigen Märchenerzähler an der Themse zu wiederholen versuchen. Ein Zitat aus neuerer Zeit mag das beweisen. 1928, also 200 Jahre nach Swift, veröffentlichte der englische Par­lamentsabgeordnete Arthur Ponsonby unter dem TitelFalseliood in Wartüne einen wahren Katalog, in dem er auf zweihundert Seiten alle Lügen der englischen Kriegsagita­tion nicht nur aufzählt, sondern auch zugibt. Daß wir um der kleineren Staaten willen kämpften, war die reinste Heuchelei, heißt es da zum Beispiel. Und an einer anderen Stelle:Ohne unsere Lügen wäre es unmög­lich gewesen, die Jugend der britischen Na­tion auf die Schlachtfelder zu treiben .. . Die Lüge ist eine anerkannte und außerordent­lich nützliche Kriegswaffe .,Und mit dieser Waffe hat England seit je und je gekämpft.' Es hat immer wieder versucht, durch die Aus­streuung von Gerüchten Aufregung und Un­sicherheit zu erzeugen und damit die Anstän­digkeit des Denkens und das Vertrauen in den Sieg zu unterhöhlen. Das, was wir heute er­leben, ist daher auch nichts anderes als die Neuanwendung der Methoden, die schon der Northcliffeschen Weltkriegsagitation zu­grunde lagen und die nichts anderes als die seelische Vergiftung der Völker zu erreichen suchten und einstmals leider auch er­reichten.

Freilich, der jüdischeGehirntrust", der hinter dieser ganzen Arbeit steckt und sich heute unverhüllter denn je hervorwagt, hat sich diesmal im Objekt geirrt. Wir Deutsche sehen die Dinge viel zu klar, als daß uns irgend ein Schwätzer aus dem Ausland ein X für ein U vormachen könnte. Die Lehren, die uns die vergangenen sechs Jahre beigebracht haben, sind zu bitter und zu eindeutig, als daß wir sie je vergessen könnten, und das, was sich gerade in diesen Tagen im Osten abgespielt hat und noch abspielt, ist so furchtbar, so grauenhaft und entsetzlich, daß nichts,-aber auch gar nichts uns von dem Weg abbringen kann, den wir nun einmal be­schritten haben. Und wenn die anglo-ameri- kanische Agitation jetzt abermals an seelisch Haltlose, an Feige und Dumme im deutschen Volke appelliert, so tut sie das vergeblich! Es mag Menschen in Deutschland geben, die noch immer, befangen in der bürgerlichen Vorstellungswelt von 1918, in ihren Er­innerungen an die Zeit unmittelbar vor dem November jenes Jahres leben. Aber selbst unter diesen Neurasthenikern, unter diesen nun einmal unheilbaren Schwächlingen und geistig Armen wird sich keiner finden, der auch nur mit dem Gedanken an ein Kapitu­lieren spielte, denn auch er weiß heute genau so wie jeder andere, daß er weder dadurch, noch durch irgend eine andere Handlung der Feigheit sein Leben retten könnte, östlicher und westlicher Bolschewismus sind sich gleich, gleich im Ziel der Vernichtung Deutschlands, gleich im Willen der Zer­störung unserer Volkskraft, unseres Wohl­standes und unserer Existenz. Der Genick­schuß oder die Deportation nach Sibirien sind jedem sicher, gleichgültig, ob der Feind vom Westen her oder vom Osten einbräche. Es gibt darum in niemandem von uns einen Zweifel, was zu tun ist. So schwer die Last ist, die auf die Brust eines jeden drückt, und so ernst die Zeit, die wir jetzt durchleben über allem steht unser Wille zur Selbst­behauptung, und dieser Wille wird eines Tages sich siegreich Bahn brechen.

Denn so, wie die anderen das vorgeben, Ist es ja nicht. Wir ringen jetzt in der Tat um jede Minute Zeitgewinh. Wir sind auf enge­rem Raum zusammengedrängt und sind mehr denn je auf uns selbst angewiesen. Aber es gibt kein Volk in der ganzen Geschichte, das sich nicht durchgesetzt hätte, wenn es mit eisernem Entschluß und mit zäher Beharr­lichkeit auf das eine einzige Ziel, den Sieg, hingearbeitet hat. So fehl auch historische Parallelen am Platze sind und so wenig uns das kümmern kann, was andere vor uns in der gleichen Lage getan haben; Russische Heere stehen nicht zum erstenmal an der Oder und ebensowenig zum erstenmal in Ost­preußen. Auch Friedrich der Große mußte erleben, daß Küstrin belagert wurde, er mußte es sogar dulden, ö=c. russische Trup-