Ausgabe 
(5.2.1945) 30
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Parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Betfereaden Bürgermeister* der Freien Hansestadt Breamn

Nummer 30 15. Jahrgang

Montag. 5. Februar 1945

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichssiatthalters in Oldenberg und Bremen

Einzelpreis 15 Rpf.

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Berlin, 4. Febr. Wie wir ans zuverlässi­ger diplomatischer Quelle erfahren, hat die USA-Regierung unter Hinweis auf dfen im Jahre 1918 erzielten Erfolg mit dem Wilson- Betrug nun der Dreierkonferenz offiziell den Vorschlag zur Annahme unterbreitet, durch einen gemeinsamen Aufruf das deutsche Volk zur Kapitulation zu bewegen. Präsident Roo­sevelt vertritt die Auffassung, daß der gleiche Versuch, der es im November 191 8 erreichte, das deutsche Volk von seiner Führung zu" trennen und damit seinen Gegnern auszu­liefern, auch heute ermöglichen wird, den Sieg der Alliierten, - der auf militärischem- Wege allein nicht erreichbar ist, durch Täu­schung billig zu erkaufen. Er ist der Über­zeugung, daß eine Nation wie die deutsche unter einer Volksführung, wie sie sie heute besitzt, mit den Waffen nicht geschlagen, son­dern nur durch Selbstzersetzung und Tren­nung von Volk und Führung zu Boden ge­zwungen und vernichtet werden kann.

Vergl. hierzu den heutigen Leitartikel „Deutsche Antwort“.

Sie wollen uns ausrotten!

Drahtbericht unseres Vertreters sch. Lissabon, 4. Febr. Immer deutlicher tritt die Zusammenarbeit der amerikanischen, sowjetischen und englischen Politiker in be­zug auf das Schicksal des deutschen Volkes hervor. Immer klarer wird, daß sich Roose­velt schon in Teheran endgültig die bekann­ten Vernichtungspläne Moskaus zu eigen ge­macht hat. United Press berichtet heute, Harry Hopkins, der Vertraute Roosevelts, der zur Zeit Europa bereist, trete für schärfste Friedensbedingungen im Falle eines alliierten Sieges ein. United Press gibt zu, daß der be­rüchtigte Plan des jüdischen Finanzsekretärs der USA, Morgenthan, von den maßgebenden Kreisen der USA akzeptiert wurde. Dieser Plan sieht die völlige Vernichtung Deutsch­lands als Industriestaat und zwar Im buch- „ stäblichen . ginne des Wortes vor. Deutsch­land soll aUi den Stand eines "kleinen Agrar­staates, wie er zn Beginn des 19. Jahrhunderts bestand, herabgedrückt w,erden.

Auch der Londoner „Daily Telegraph“ be­stätigt auf Qrund besonderer Londoner In­formationen diese haßerfüllten Pläne. Nach dem „Daily Telegraph“ haben sich Moskau und die westlichen Alliierten im wesentlichen über folgende Punkte geeinigt: 1. Deutsch­land wird für absehbare Zeit unter eine alliierte Militärregierung ge­stellt, in der selbstverständlich das sowjetische Element den Ausschluß gibt, wobei in Atperika schon heute erklärt wird, es könne sich nicht für alle Zeit für europäische Fra- : gen interessieren. 2. Alle wichtigen Industrie- f gebiete im Osten und Westen, also Ober- i Schlesien, das Saargebiet und das rheinisch­st westfälische Revier sollen von Deutschland 8i'abgetrennt werden. 3. Die noch verbleibenden Teile de? deutschen Industrie werden unter internationale Kontrolle gestellt. Dabei han­delt es sich aber lediglich um Werke der Be- • kleidungsindustrie usw. Seine chemische In­dustrie soll Deutschland selbstverständlich verlieren. Auch jeder Bau von Flugzeugen wird ihm untersagt. 4. Moskau legt vor allem Wert auf eine 'zwangsmäßige Aushebung aller

deutschen Arbeiter Innerhalb gewisser Jahres­klassen. Diese deutschen Arbeiter sollen nach der Sowjetunion transportiert werden.

In der Umgebung Roosevelts erklärt man — auch das ist eine Bestätigung des allge­meinen Vernichtungswillens —, daß der Prä­sident keineswegs sich auch nur im gering­sten im Falle eines alliierten Sieges für eine Milderung des Schicksals des deutschen Vol­kes einsetzen werde.

*

Das deutsche Volk mag diese Haß- und Vemichtungspläne unserer Feinde genügend zur Kenntnis nehmen. Sie bedeuten — würde es dem Feind gelingen, sie in die Tat umzu­

setzen — unser TodesurteU, um es ganz kurz zu sagen, denn unter den vorstehend ge­schilderten Bedingungen wäre ein Dasein des deutschen Volkes zur Unmöglichkeit gemacht worden. Gegen diese sadistischen Haß- und Vernichtungspläne unserer Feinde setzen wir unseren kämpferischen Fanatismus und un­sere härteste Widerstandskraft — bis die feindlichen Ausrottungspläne zerschlagen sind.

Stalin führt das Wort

Genf, 4. Febr. Die USA-Zeitung für Heer und Marine „Army and Navy Journal“ stellt ihre Betrachtungen über die Konferenz

Stalin-Rposevelt-Churchill an und kommt zu der Erkenntnis, daß Stalin sich in einer Stellung befindet, in der seine Ansi<Äiten noch mehr berücksichtigt werden müssen als in der Vergangenheit.

Das USA-Blatt billigt damit Stalin den Vorrang der bolschewistischen Forderungen zu und läßt keinen Zweifel darüber, daß England und die USA sich Moskaus Wün­schen in jedem Falle beugen werden. Das kommt also darauf hinaus, daß Churchill und Roosevelt letzten Endes bei dieser „Dreierkonferenz“ nur als Befehlsempfänger zu fungieren haben.

Erfolglose Angriffe gegen die Oder-Linie

Durchbruchsversuche der Bolschewisten in Ostpreußen vereitelt

Drahtbericht unseres Vertreters rd. Berlin, 4. Febr. Seit nunmehr drei Tagen steht die bolschewistische Offensive im Zeichen der ( heftigen Angriffe gegen Ost­preußen und der Kräftesammlung im Mittel­lauf der Oder für den bevorstehenden Angriff auf die Oder-Linie. Während in Ostpreußen die Durchbruchsabsichten des Feindes klar erkennbar sind, trägen die Angriffe gegen unsere Brückenköpfe südöstlich Frankfurt (Oder) und Küstrin den Charakter vorberei­tender Aufklärungskampfhandlungen. Außer­dem massiert der Feind in der Tiefe des Oder-Warthe-Bogens zahlreiche motorisierte Kolonnen, die z. Z. von starken deutschen Schlachtfliegerverbänden in rollenden Ein­sätzen und mit guteta Erfolgen bekämpft werden. Auch diese Tatsache ist ein weiterer Beweis für die umfangreichen Offensiv­vorbereitungen des Feindes.

Aber auch die Angriffe gegen Ostpreußen, die in der Hauptsache vom Süden unter­nommen werden, werden von der . Absicht ge-. tragen, den nördlichen Eckpfeiler des Ver­teidigungssystems, der beim weiteren Vor­dringen der Bolschewisten zu Riner unange­nehmen Flankenbedrohung führen muß, zu

beseitigen. Den immer wieder anstürmenden Feindmassen blieb jedoch infolge des heroischen Kampfgeistes der ostpreußischen Divisionen der angestrebte Durchbruchserfolg versagt. Thorn ging zwar nach heftigen Kämpfen verloren, aber die Besatzungen von Marienburg und Elbing schlugen alle An­griffe ebenso ab wie die Verteidiger der Ab­wehrlinie von Wormditt. Lediglich nordwest­lich Königsberg konnte der Feind in Rich­tung auf die Danzlger Bucht Gelände ge­winnen, doch sind Gegenmaßnahmen bereits eingeleitet worden.

Bei allen diesen Kämpfen, in denen Ver­bände des Heeres und des Volkssturms Schulter an Schulter um jeden Fußbreit, deutschen Bodens kämpfen, geht es nicht nur um Ostpreußen selbst, sondern um das gesamte deutsche Verteidigungssystem, das von Tag zu Tag stärker wird und an dessen Wiederaufbau die ganze Nation in einmüti­ger Entschlossenheit fieberhaft arbeitet. Diese Einmütigkeit ist inj. Augenblick der einzige, '“aber aücii’fesle Garant für “die Wende" in der großen Ostschlacht, für deren Vorbereitung alle Kräfte der Nation auf das äußerste an­gespannt werden müssen.

Verzwetflungssiimmung in Bonomi-Italien

Bevölkerung mutlos und maßlos enttäuscht

Genf, 4. Febr. Der Erzbischof Spefiman, der sich mit Empfehlungen Roosevelts in Italien aufhielt, schildert im „Colliers Maga­zin“ seine Eindrücke. Sein dramatischer Be­richt gipfelt in der Feststellung, daß die Ver­wüstungen der dunkelsten Zeit der Geschichte bedeutungslos ^eien gegenüber der Verzweif­lung und dem Chaos, das er in Bonomi- Italien vorgefunden hat.

Spellman schildert das Italienische Volk im besetzten Italien als völlig apathisch, mut-, los und maßlos enttäuscht. Nachdem man erkannt habe, daß die Anglo-Amerikaner von allen ihren Versprechungen nichts erfüllt hätten, sei tiefste Enttäuschung eingetreten. Das Volk habe keinen anderen Wunsch als nur zu arbeiten und etwas zum Essen zu

Marxisten sprengen das Kabinett Pierlot

Neue Niederlage Englands — Belgiens Dauerkrise

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Drahtbericht unseres Vertreters • tt. Genf, 4. Febr. Die Engländer haben kßin Glück mit ihrer „Befreiungspolitik“. Be­vor noch die griechische Krise ganz beige­legt ist, ist die belgische Krise erneut aus- gebrochen.

Im November vorigen Jahres waren es zwei Kommunisten und ein Vertreter der Wider­standsbewegung gewesen, die aus der Regie­rung Pierlot ausgetreten waren und Unruhen im Lande organisiert hatten. Jetzt sind es U die fünf Marxisten, die auf Anweisung ihrer t' Partei aus der Regierung ausgetreten sind und dadurch den Sturz der ganzen Koalition herbeigeführt haben. Zu ihnen gehört der Außenminister Spaak und der Arbeitsmini- r ster van Acker, der gleichzeitig Vorsitzender im Nationalrät der marxistischen Partei ist und als einer der führenden Männer der Mar­xisten gilt.

Als Grund für den Rücktritt, der *um Rücktritt des gesamten Pierlot-Regimes ge­führt hat, werden vor allem der Kohlen- und Lebensmittelmangel angegeben, die Gegen­stand einer erregten Besprechung der Marxi­sten mit Pierlot waren. In Wirklichkeit dürfte ss sich um einen erneuten Versuch der linksradikalen Parteien handeln, die von Lon­don empfohlenen Emigranten völlig beiseite zu schieben und selbst an die Macht zu ge- langeh. Schon im Dezember war davon die Rede, daß die Marxisten Pierlot verdrängen und seine Koalition durch eine Linksfront ersetzen wollten. Die verzweifelte Lebensmit­tel- und Kohlenlage gibt ihnen jetzt eine Möglichkeit, ihren Plan zur Durchführung zu brihgen. '

Die britische Politik hat auf diese Weise eine neue Niederlage erlitten. Es ist hier mit Hilfe amerikanischer Waffen gelungen, In einigen Ländern Europas die Kräfte der Ord­nung zu unterdrücken und das von ihnen

mühsam aufgerichtete Bollwerk gegen den Bolschewismus zu zerstören. Ohne die hier­durch entstandene Gefahr zu begreifen, hat die britische Politik dann versucht, Regierun­gen der Mitte oder einer Koalition zwischen Mitte und Linksparteien an die Macht zu bringen. Dies ist Ihr überall mißlungen, weil es zwischen den Kräften der Ordnung und den dunklen, Mächten des Bolschewismus keine Mitte geben kann. England hat heute den Beweis geliefert, daß es unfähig Ist, innere Ordnung in den von ihm besetzten Ge­bieten zu garantieren.

Frankreich ohne Bahnverkehr

Genf, 4. Febr. Die Transportlage in Frankreich hat sich im Laufe der letzten 14 Tage abermals erheblich verschlechtert. Die Anglo-Amerikaner hatten zwar Anfang Januar der gaullistischen Regierung eine Anzahl-Lokomotiven zur Verfügung gestellt, und man. hoffte infolgedessen auf eine all­mähliche Besserung der Transportverhält­nisse. Diese Besserung ist nicht eingetreten. Die erhöhten Ansprüche der Front und die Wetterverhältnisse haben 'die Krise zur Katastrophe gemacht und das französische Eisenbahnnetz vollkommen gelähmt. Der Eisenbahnfemverkehr mußte vollkommen eingestellt werden. Nicht einmal für den dringendsten Dienstverkehr der Behörden können Züge zusammengestellt werden. Die Lage wird dadurch um so hoffnungsloser, als die Ausbesserungsarbeiten an den zer­störten Strecken infolge Materialmangels nur ln höchst unzulänglichem Umfang durchgeführt werden können. Auf den Strecken verkehren zur Zeit nur wenige Güterzüge, die aber keineswegs ausreichen, um eine reibungslose Versorgung der Be­völkerung sicherzustellen.

verdienen. Hunderttausende seien' heimatlos, hungrig, krank und verzweifelt. Berghöhlen dienten den Heimatlosen als Behausung. Da die Drainageaniagen in den Sümpfen zer­stört seien, greife die Malaria erschreckend um sich. Keine einzige Bahnlinie sei in Ord­nung, so daß jeder Zugverkehr aufgehört habe. Es fehle an der notdürftigsten Beklei­dung, die Folge davon sei eine rapide Er­höhung der Sterblichkeitsziffer. Auch die Tuberkulose fordere furchtbare Opfer. Unter den Kindern halte der Tod entsetzliche Ernte. Von drei Kindern im ersten Lebens­jahre sterbe durchschnittlich eines. Die La­zarette seien voll von 10—12jährigen Mäd­chen, die mit Seucheerscheinungen einge- liefert seien.

Dieser Bericht des Erzbischofs findet seine,. Bestätigung in einem Artikel, den Snmner Welles in einer argentinischen Zeitung ver­öffentlichte. Auch Welles muß gestehen,, daß Hunderttausende im besetzten . Italien Hungers sterben. Er ist der festen Über­zeugung, daß, wenn die Not nicht behoben würde, Italien unweigerlich der Anarchie zu treibe.

Trotz des Elends, das man in Washing­ton ebensogut kennt wie in London, hat das USA-Blatt „Atlanta Constitution“ die Stirn, zu erklären, die • Art, wie man das Italiens Bonomis behandele, sei „gut und richtig“. Man dürfe dem Volk nicht helfen, sondern müsse es weiter dem Chaos und der Verzweiflung überlassen.

NKWD. „säubert"

Bern, 4. Febr. Die „Neue Berner Zeitung" veröffentlicht eine drastische Schilderung der bolschewistischen Säuberungsmethoden in den von den Sowjets besetzten Gebieten, indem darauf hingewiesen wird, daß der Sowjet­armee sofort die Schergen des NKWD., der berüchtigten Mordorganisation, folgen. Bei der Besetzung Rumäniens, so berichtet das Schweizer Blatt, seien in der ersten Woche allein von 51 000 festgenommenen Rumänen 36 000 nach dem Osten abtransportiert wor­den. In Lettland seien 14 000 Familien lettischer Bauern enteignet und in die Sowjet­armee verschleppt worden. Im Innern Sowjet­rußlands seien vom NKWD. unabsehbare Heere von Arbeitssklaven zusammengetrieben worden. Für alle großen Arbeiten, die von der Sowjetregierung vorgesehen seien, stelle der NKWD., der seit 20 Jahren mit dem Konzen­trationslagersystem wirtschafte, die Men­schen. Ihm würden alle dringenden Aufträge übertragen, .und er führe sie unter schonungs­losem Einsatz von Zwangsarbeitem durch. So sei beispielsweise der große Aufbau im Kasachstan (Fabrik der Metallurgie), den man jetzt verfilmt in der ganzen Schweiz

Die Kämpfe an der oberen Oder-Linie zei­gen eine fortschreitende Stabilisierung des deutschen Widerstandes. Einzelne Brücken­köpfe des Feindes zwischen Ratibor und dem Oderbruch wurden durch Gegenangriffe ein­geengt. Damit ist im schlesischen Raum eine deutlich spürbare Versteifung der Lage ein­getreten, die auch bereits von ausländischen Zeitungen zugegeben wird.

Für heldenhaften Widerstand

Führerhauptquartier, 4. Febr. Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: M-Obergruppen-

führer u. General der Waffen-ff Pfeffer- Wildenbrueh, Kommandierender Gene­ral des IX. ff -Armeekorps als 723., an ff -Bri­gadeführer und Generalmajor der Waffen-» Joachim Rumohr, Kommandeur der 8. »-Kavallerie-Division „Florian Geyer“ als 121., an »-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-» August Zehender, Kom­mandeur der 22. »-Freiwilligen-Kayallerie- Division als 722. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

Der Führer verlieh das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: »-Oberführer Helmut D ö r n e r, Kommandeur einer Kampfgruppe beim IX. »-Armeekorps als 129. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

Mit dieser hohen Auszeichnung des Kom­mandierenden Generals und einer Reihe von Kommandeuren der in Budapest kämpfenden deutschen Truppen findet zugleich der tapfere Einsatz aller Soldaten der Waffen-» und des Heeres, die nun schon seit vielen Wochen unter unvorstellbar harten Bedingungen in der ungarischen Hauptstadt dem Ansturm weit überlegener Feindkräfte unerschütter­lichen und heldenhaften Widerstand leisten und dem Gegner in verbissener Abwehr im­mer wieder schwere Verluste zufügten, seine würdige und ehrenvolle Anerkennung.

Terror gegen Flüchtlinge

Drahtbericht unseres Vertreters

hw. Stockholm, 4. Febr. Der englisch­amerikanische Terrorangriff auf die Reichs­hauptstadt am Sonnabend war, wie die ge­samte schwedische Sonntagspresse zu ver­stehen gibt, bewußt gegen die in Berlin ver­mutete Anhäufung von Flüchtlingen aus Ost­deutschland gerichtet. Es handelte sich um einen BestandteU des gemeinsamen Vernich­tungsplanes der Kreml- und USA-Juden: das deutsche Volk soll seines angestammten Bo­dens verlustig erklärt und ausgerottet werden. Verschiedene Londoner Blätter sprechen ihre Genugtuung darüber aus, wie vorher bereits sadistische Auslassungen des englischen Rundfunks, daß Flüchtlinge getroffen worden sein könnten. Zugegeben wird die Absicht, mit diesem Terrorangriff die Bolschewisten zu unterstützen. Ein englischer Luftwaffen- Sprecher beteuerte ausdrücklich, die ameri­kanische Terrorfliegerei gebe den Sowjets «ie beste praktische Hilfie!

Deutsche Antwort

A. G. Schon seit Wochen beschäftigt sich die feindliche und neutrale Presse mit dem „Dreiertreffen“. Was aber wird diese lang angekündigte Churchill - Roosevelt - Stalin- Konferenz wirklich bringen? Auf dem Programm steht vor allen Dingen die Rege­lung der Nachkriegsfragen. Wohlgemerkt jener wenigen Nachkriegsfragen, ln denen sich Anglo-Amerikaner und Sowjets nicht einig sind. Denn im großen und ganzen be­steht nach englischen Meldungen „durchaus Grund zu der Annahme, daß bei der Tehe- raner Konferenz bereits eine Festlegung dessen vereinbart wurde, was man in der Diplomatensprache Einflußsphäre nennt und daß die Sowjetunion mehr oder weniger in Osteuropa ' freie Hand gelassen wurde, während das britische Interesse im Mittel­meerraum aufrechterhalten wird“. Ist das neue Dreiertreffen also nur zur Klärung „einiger weniger schwebender Nachkriegs­fragen“ anberaumt? Sicher nicht. Denn so oft zwei oder drei der „großen Alliierten“ beieinander waren, blieb der Mantel des Geheimnisses über ihre Sorgen, ihre Kon­flikte und ihre Pläne ausgebreitet.

Eines aber fehlte nicht bei all den Kon­ferenzen von Quebec, Casablanca, Moskau und Teheran: die Verkündufig großer Pro­gramme für die Weltöffentlichkeit. Und den Kern solcher Programme bildeten stets Zu­kunftsverheißungen — für die Welt im all­gemeinen und für Deutschland Im besonde­ren. Denn wenn man auch nur allgemein über die Welt. sprach, die man nach dem Kriege angeblich aufhauen wollte, meinte man doch in erster Linie das deutsche Volk, dessen Widerstandswille und dessen Wider­standskraft, dessen Entschluß zu großer Gestaltung des eigenen und des euro­päischen Schicksals man mit gewaltsamen Mitteln nicht überwinden konnte. So lebte in der Vorstellungswelt der Alliierten der Plan einer geistigen und moralischen Über­windung des deutschen Volkes als ideolo­gisches Kampfmittel neben den militäri­schen Kampfmitteln. Offizielle Aufrufe an das deutsche Volk, die Waffen niederzu- legen, inoffizielle Äußerungen hoher politi­scher Persönlichkeiten zu der Behandlung Deutschlands bei einer bedingungslosen Kapitulation — das sind vor allem die Mittel, mit denen man auf den Konferenzen der anderen arbeitet.

Ais Zeitpunkt solcher Proklamationen und Erklärungen versucht man im Feindlager immer die Augenblicke zu wählen, in denen die Situation des deutschen Volkes kritisch scheint: so war es 1943 im Januar bei der Casablanca-Konferenz zwischen Churchill und Roosevelt, als die sowjetische Winter­offensive mit der Abschließung Stalingrads begann und die nordamerikanische Landung, in Nordafrika den Rückzug der deutschen Truppen aus diesem Gebiet einleitete. So war es im November-Dezember 1944 hei der Teheran-Konferenz, als ein Höhepunkt des britisch-amerikanischen Luftkrieges gegen Deutschland erreicht schien. Jedesmal wur­den die Erwartungen, auf einen inneren Zu­sammenbruch Deutschlands enttäuscht, und heute, nach dem Beginn der großen sowjeti­schen Offensive aus dem polnischen Raum heraus gegen Ostdeutschland, findet man es wieder an der Zeit, eine solche Proklamation an das deutsche Volk zu erlassen.

Unsere Gegner haben die Stunde schlecht gewählt. Sie glauben, das deutsche Volk sei durch den Ansturm aus dem Osten wankel­mütig geworden. Sicher ist es tief bewegt, und unendliches Leid ist über die deutschen Menschen im Osten gekommen, aber gerade das fürchterliche Schicksal, das die betroffen hat, die dem Bolschewismus in die Hände fielen, befeuert unsere Bereitschaft, alles zur Rettung des Landes einzusetzen. Die wirk­lichen Pläne, die oft genug in der Feind­presse erörtert werden, sind uns ja auch allzu gut bekannt: Losreißung der deutschen Ge­treideprovinzen Ostpreußen, Westpreußen, Wartheland vom Deutschen Reich, Los­reißung der Industriegebiete Oberschlesien und des Rhein-Ruhr-Landes vom deutschen Volkskörper, Losreißung wichtigster deut­scher Hafenstädte, Zerstörung der deutschen Emährungsgrundlagen durch die Abtren­nung der Landwirtschaftsgebiete und Zer­störung der deutschen Erwerbsgrundlage durch Entziehung der Industriegebiete, der

Finnische Bevölkerung unter sowjetischem Terror

Völlige Bolschewisierung Finnlands

Drahtbericht unseres Vertreters hw. Stockholm, 4. Febr. Das neueste So­wjetdiktat gegen Finnland zur Einführung der schwarzen Lisbe gegen finnische Poli­tiker, die nicht zur Wahl zugelassen werden sollen, ist vollkommen durchgeftihrt worden. Der Moskauer Rundfunk gab als erster be­kannt, daß alle vom Kreml als mißliebig be- zeichneten Persönlichkeiten von ihren Par­teien aus den Kandidatenlisten gestrichen worden seien. Die finnische Gesandtschaft bestätigt den Tatbestand. Einige schwe­dische Blätter geben der Hoffnung Aus­druck, daß trotzdem noch eine gewisse fin­nische Initiative übrigbleibe und daß 6s nicht zu solchen Vorgängen komme wie in Bulgarien. Der frühere finnische Finanzmi­nister Tanner, die maßgebende Figur des finnischen Marxismus, durchkreuzte jedoch dieser Hoffnung mit seiner Erklärung, daß

sehen konnte, durch die vom NKWD. ein- er aus dem jetzigen Reichstag sofort aus­gesetzten Sklavenbataülone fertiggestellt scheide, weil von einer freien Wahl ln Finn- worden. * '.and nicht mehr die Rede sein könne, Er

selber sei in den letzten Monaten zunehmen­der Verfolgung ausgesetzt gewesen. Seine Flucht in die Öffentlichkeit dürfte das Schicksal Tanners besiegeln.

Über die Methoden der neuen Herren Finn­lands meldet die schwedische Zeitung „Da­gens Nyheter“ folgende Einzelheiten: Fin­nische Arbeiter, die sich nicht bereits zu den Sowjets bekannt haben, werden mit Vorliebe zu irgendeiner beliebigen Nachtstunde zu den Sowjets befohlen. Aber auch die Versuche der Bevölkerung, doch noch dem sowjeti­schen Terror zu entkommen, werden in zu­nehmendem Maße unmöglich gemacht. Die Aalandinseln haben gegen die geplante An­siedlurig finnischer Flüchtlinge auf diesem Gebiet Protest erhoben unter Beziehung auf das Garantiegesetz gegen Fremdeneinwan-' derung. und Schweden hat die geplante Auf­nahme von weiteren 5000 Kindern abgelehnt. So wird das betrogene finnische Voljc kalt­blütig seinem furchtbaren Schicksal über­lassen.

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