Ausgabe 
(3.2.1945) 29
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Parteiamtliche Tageszeitung

Da» Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Beichsßiaühallere Sn OJdenbwg Und Bremen

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Nummer 29 15. Jahrgang

SdnngbendiSonniag. 3./4. Februar 1945

Einzelpreis 15 Rpf.

Ein gigantisches Schwindelmanöver der Feindmächte in Vorbereitung

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Wilson-Belrag soll Überbolen werden

Grenzenlose Verachtung des deutschen Volkes gegenüber den feindlichen Haßparolen

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3mer ®' . Berlin, 2. Febr. In diesen Tagen findet an einem sorgfältig geheimgehaltenen Konferenzort die seit Monaten von den Engländern und den Nordamerikanem geforderte Zusammenkunft der drei Hauptkriegsschuldigen Roosevelt, Churchill und Stalin statt. inab «4 jg ac j, Informationen, die in Berlin vorliegen, beabsichtigt man, angesichts ihres immer

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Behätig | deutlicher zutage tretenden Unvermögens, D eutschland von Westen oder von Osten mili- ■ (Lichv tärjsch in die Knie zu zwingen, mit einem großangelegten Propagandatrick zum General­angriff auf die Kriegsmoral.des deutschen Volkes anzutreten. Wie es scheint,, wollen sie in einer Neuauflage der berüchtigten Wilsonschen 14 Funkte ihre Vernichtungsformel von

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der bedingungslosen Kapitulation dem deutschen Volk schmackhaft machen.

Raffinierter Agitationsirick in Neuauflage

Drahtbericht unserer Berliner Schrlftleltung dr.w.sch. Berlin, 2. Febr. Im Zusammen­bang mit dem deutschen Gegenschlag in 85 «■ den Ardennenraum hinein, der in der Mitte m Dorf des vergangenen Dezember erfolgte, hat sntabf , mn im Feindlager in der ersten Verwir- So* j mg und Bestürzung den letzten Schleier äiff ffit tor den Abgründen der scheußlichsten Per- Zaläft tjdie in der politischen Kriegführung gegen- Iber Deutschland fallenlassen. Die Bedeu- nur ö (ung des deutschen Gegenschlages erkennen sonfajjr heute erst ln ihrem ganz entscheiden- F^jlen Ausmaß. Er hat die aufeinander abge- r ull, jtjmmten Feindpläne mit dem Ziel gleich­seitig ersetzender Großof fensiven vom nsf Westen und vorh Osten her zerschlagen, in­dem er, die militärische Führung der änglo- amerikanischen Kräfte zwang, ihre Kräfte utsctavollkommen umzugruppiei;en und die Auf- s spracimarechvorbereitungen unter gleichzeitigem ie Etoiiohen Verbrauch an Menschen und Mate- ind ihn fiel so zu lenken, daß der ursprüngliche Zu­sich f| Stand aller Wahrscheinlichkeit jpach erst Medij^nach dem Überschreiten des Kulminations- ;hte & Punktes der , sowjetischen Superoffensive is. Wen wiederhergestellt werden kann. In den lapzoi* pßgeblichen politischen Kreisen Englands näisi ;und der Vereinigten Staaten hat man diese jdrohende Gefahr sofort erkannt, und die Gnfe erhebliche Schockwirkung führte zu einem nit gau lebhaften Streit darüber, ob es zweckmäßig m, sarg- Uwesen .sei, die Vemichtungspläne gegen- sllenisü. .über Deutschland, über die auch an allen Jnherü' iwglo-amerikanischen • Stellen vollkommene vrjrdal Einigkeit besteht, frühzeitig zu enthüllen.

larkOHüj Sadistische Vernichlungspläne

honm«- 4,011 dem Augenblick an, wo man glaubte, “5 diB der Marsch auf Berlin vom Westen her ** nicht mehr aufgehalten werden könnte, machte man auf der Gegenseite bis zu den “ höchsten Stellen aus seinem Herzen keine racü!Ei| Mördergrube mehr. Roosfevelt schickte seinen jüdischen Busenfreund Morgenthau vor, um chaft t in sadistischer Wut die Absichten im ein- öjährige" reinen aufzuzeigen, Deutschland whtschaft- isjuge: ii c jj so grausam zu verkrüppeln, daß die de- zimiertc und zersplitterte Bevölkerung sich nur noch ein bißchen Nahrung „mit den jH- K-' ! Hlnden aus dem Boden kratzen“ könnte, ignied- Churchill ging in einer Unterhausrede in sei- ser® 4 ; nem ungeheuerlichpn Zynismus so weit, daß f « Betrachtungen darüber anstellte, wieviele ptschh Millionen Deutsche durch den Bomben- " «51 - terror, durch die sowjetische Dampfwalze nnd durch den Abtransport zu Zwangsar­beiten und sicherem Tode nach Sibirien noch vernichtet werden müßten, damit man den Rest in der fürchterlichsten Enge des hal­bierten Raumes zusammenpressen könnte. Die Casablanca-Formel von der bedingungs- ,| 0B #- los en Kapitulation wurde im wollüstigen Be­eil trt' ’■ tagen in grausamsten Einzelheiten ausge-

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r ö Ts ■ 10114 Der Sterilisationsjude Kaufmann, der 15 I. ^wknippelungstheoretiker Morgenthau und üer Haßprediger Vansittart wurden Trumpf ;V« S : Und landen mit ihren Forderungen die gar

i- . nic ht mehr verschleierte Zustimmung der nrST- .. : höchsten politischen Führungsstellen in Eng- ; 1 und in den Vereinigten Staaten.

-vr" Betrug von damals verstärk!

■"vS* ^ nachdem man die militärischen und

JJ*- Politischen Folgen des deutschen Haltgebots ' ,1!1 Westen und unseres Gegenschlages im

,,E« ' Ardennenraum begriffen hatte, stiegen Zwei- - e i darüber auf, ob man richtig gehandelt s c r- hätte, daß man all die Vernichtungspläne so Mew, offen aussprach und ob man nicht dadurch - P» deutsche Kampfkraft gesteigert hätte. • «ne führende englische Zeitung erklärte da- ‘“'als. daß es wohl viel besser gewesen sei, die

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Material zu sparen, was man nicht auf un­begrenzte Zeit zur Verfügung hat.

Wenn man die Betrachtungen und Mit­teilungen der englischen und amerikani­schen Presse unmittelbar vor dem geplanten Zusammentreffen Roosevelts und Churchills mit Stalin zur Kenntnis nimmt, so scheint es, daß die Erwägungen, die man im Feind­lager um die Jahreswende anstellte, sich inzwischen praktisch verdichtet haben und daß auf dem Programm der Dreierkonferenz die Frage im Vordergrund steht, ob man sich nicht in der gegenwärtigen Lage, wie sie durch die sowjetische Superoffensive ge­schaffen wurde, von einem solchen giganti­schen Betrugsmanöver in Gestalt etwa einer „Erklärung an das deutsche Volk“ nun doch entscheidenden Erfolg versprechen könnte. Wenn es in irgendeiner Form so kommen sollte — was wir in hohem Maße für wahr­scheinlich halten —, so. würde das gerade

nach den Erfahrungen, die wir im Zusam­menhang, mit dem deutschen Gegenschlag im Westen machen konnten, nur davon zeu­gen, daß man im Feindlager trotz der räumlichen Ausdehnung der Sowjetoffensive keineswegs so von der Sicherheit des mili­tärischen Enderfolges überzeugt ist, wie man das jetzt im hysterischen Triumph- .geheul zur Schau trägt.

Antwort: Härterer Einsatz

Diese Erkenntnis allein könnte die prak­tische Reaktion im deutschen Volke gegen­über einem so frechen und tollen Betrugs­versuch, wie er jetzt von den Feinden ins Auge gefaßt wird, entscheidend beeinflussen. Diese Erkenntnis würde sich selbstverständ­lich verdichten in einer unerschütterlichen Festigung des angesichts der drohenden Ge­fahren schon aufs äußerste gesteigerten Wil­lens zum Kampf und zum Widerstand bis zum letzten. Was hinter jedem so oder so formulierten oder in Erscheinung tretenden feindlichen Versuch stehen würde, das deutsche Volk mit einem Appell an die Feig­heit und mit heuchlerischen Versprechungen zur Selbstaufgabe zu bewegen, das hat aber wirklich auch der letzte Volksgenosse be­griffen.

Einmal kann die Erinnerung an den Wilson-Betrug nach dem ersten Weltkrieg im deutschen Volke niemals verblassen, und zum anderen wissen wir, daß die uns allen nur zu bekannten Parolen der vollkommenen Vernichtung des deutschen Volkes, die Pa­rolen der Morgenthau, Vansittart und Ilja

Ehrenburg von Roosevelt, Churchill und Stalin eindeutig gebilligt wurden und daß hinter ihnen der unbezähmbare Haß der gegen uns gerichteten jüdisch-piutokratisch- bolschewistischen Verschwörung steht. Dieses Wissen kann auch durch keine noch so raf­finiert formulierten Bemühungen abge­schwächt werden, einen Keil zwischen Füh­rung und deutsches Volk zu treiben. Auf einen Appell an die Feigheit, auf einen Appell, die verschworene Gemeinschaft von Führung und Volk im Willen zum äußersten. Widerstand zu schwächen und uns auf dem N Wege dieses Widerstandes entscheidender Kraftquellen selbst zu berauben, kann nur

maßlose Verachtung des deutschen Volkes die Antwort sein, eine Verachtung, die darin ihre Begründung findet, daß unsere Feinde keine blasse Ahnung von dem haben, was der Führer und der Nationalsozialismus aus dem deutschen Volke gemacht haben, ein Volk nämlich, das in dem ihm aufgezwunge­nen Kampf um Freiheit und Leben niemals sich selbst entmannen und niemals die Waf­fen aus der Hand legen wird, Ws die fana­tischen Haß- und Racheprediger und die blutrünstigen Anführer der gegen uns ge­richtete Verschwörung von ihren eigenen Völkern als die größten Verbrecher der Ge­schichte erkannt und verjagt sind.

Furchtlos, hart und entschlossen!

Von Erich Beck

Gewaltigste Flußschlacht aller Zeiten

Oder zwischen Küstrin und Quellgebiet Hauptkampflinie

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung bm. Berlin, 2. Febr. In dem gewaltigen Ringen ’ gegen den Mas.senansturm der Sowjets ist die Oderr in ihrer gesamten Aus­dehnung zwischen dem Abschnitt nordwest­lich Küstrin und ihrem Quellgebiet in Ober­schlesien zur. Hauptkampflinie geworden. An ihren Ufern bahnt sich die größte Fluß­schlacht aller Zeiten an. "Noch scheinen sich die Heere vor dem zu erwartenden Aufein- anderprall. im Stadium des Aufmarsches zu befinden, zumal die Sowjets offenbar Um­gruppierungen vornehmen müssen, um die von ihnen für notwendig gehaltene Angriffs­dichte zu erzielen. Jedoch kann in jeder Stunde die Schlacht einem neuen Höhepunkt entgegentreiben, der stärkste Belastungen für die Verteidigung bringen wird, ■ ohne je­doch auch gleichzeitig Überraschungseffekte bieten zu können.

. Es zeichnen sich heute zwei Abschnitte der

Oder-Front ab, deren nebeneinander zugleich die Perspektiven für die künftige Entwick­lung zeigen mag.. Im südlichen Abschnitt, der im schlesischen Raum etwa 400 Kilometer Flußläufe zwischen Ratibor und Grünberg umfaßt, hat sich in der letzten Entwicklung eine weitgehende stabile Front herauskri­stallisiert. Die Sowjets versuchen 'zwar, vor allem nördlich und südlich von Breslau, durch Brückenköpfe auf dem linken Oder­ufer Ansatzpunkte neuer Groß-Angriffsunter- nehmungen zu erkämpfen, konnten jedoch weitgehend von der deutschen Abwehr unter Kontrolle gehalten werden. In diesen Kämp • fen stehen neben den Bataillonen des Volks­sturms frisch eingesetzte stärkere Abwehr­verbände, die jedoch noch nicht zu den großen deutschen Zentralreserven gehören, deren Aufmarsch noch' in der Entwick­lung Ist.,

(Fortsetzung auf der nächsten Seite)

Es kann heute nicht unsere Aufgabe sein, ein Bild über die strategische Lage zu ent­werfen. Was geschieht und was geschehen wird, das wird die Zukunft zeigen und das wissen nur die Männer, die das Schicksal meistern werden. Seitdem vor nunmehr et­was mehr als drei Wochen durch den Dammbruch bei Baranow unsere Ostfront in Bewegung geraten und die Massen der so­wjetischen Horden sich durch die Breschen bis auf deutsches Gebiet vorgewälzt haben, seitdem gibt es für uns alle, wo immer wir auch stehen, nur noch eines, ohne Furcht und nur noch hart und entschlossen Mit­kämpfer zu sein. Es gibt für niemanden mehr eine Ausnahme, und keiner hat mehr das Recht, sich scheu zurückzuhalten. Wenn das Vaterland in Gefahr ist, dann gehören alle Männer auf die Wälle der Festung Deutschland und - alle Frauen an die Plätze, die ihnen die Pflicht zuweist. Sie alle müs­sen wissen, daß es nun nicht mehr nur dar­um geht, eine Offensive abzustoppen und an irgendeiner Linie eine neue Defensiv­front aufzubauen, sondern daß nunmehr um die Entscheidung gerungen wird und gerungen werden muß, um die Entschei­dung, die dann allerdings alles in sich ein­schließt, unsere Existenz und unser Leben.

Für niemanden unter uns kann es dabei einen Zweifel geben, daß wir auch diese höchste aller Bewährungsproben bestehen werden. Dieser Kampf wird unter allen Umständen mit unserem Sieg enden müs­sen. Es liegt uns fern, in diesem Augenblick mit historischen Parallelen zu kommen; aber es tauchen doch gerade jetzt vor un­seren geistigen Augen Bilder unserer Ge­schichte auf, die von gleich großer Tragik erfüllt waren wie die Gegenwart. Deutsch­land steht ja nicht heute zum erstenmal vor so furchtbare Tatsachen wie dem

Man verlangt von Eisenhower neue Wesfoffensive

Unser Westheer deckt unerschütterlich den Rücken für den gigantischen Kampf im Osten

Von unserem militärischen v. W.-Mitarbeiter Unser" Einbruch in die Ardennen nahm Eisenhower zunächst die Möglichkeit, sich gleichzeitig mit der sowjetischen Offensive von neuem in einer Großschlacht zu enga­gieren. Es konnte jedoch nicht Ausbleiben, daß seine plötzlichen Umdispositionen inso­fern Einfluß auf die Lage im Westen er­hielten, als er mit der Masse seiner Kräfte, im belgisch-luxemburgischen Grenzgebiet ein erhebliches Übergewicht aufbauen konnte, das ihm den Übergang von der reinen Defensive zum Gegenangriff gestat­tete. Mit Hilfe seiner versammelten Über­macht hat er sich auf der Linie zwischen Roetgen und der Dreiländergrenze von Burg Reuland bewegt. Nach Süden schließt sich die Our als Grenzfluß zwischen Reichsgebiet und Luxemburg an. Auch gegen sie üben die Amerikaner der 3. Armee einen erheb­lichen Druck aus, soweit sie nicht schon — wie im Südosten von St. Vith — in öst­lichen Brückenköpfen stehen. Wir sehen also eine Angriffsfront vor uns, die zunächst noch den Aachener Abschnitt ausspaxt. Sie beginnt bei Roermond und endigt zunächst bei Heinsberg, um sich nach einem Sprung von etwa 50 km erst wieder im Forst von

r : Datschen mit Versprechungen selbst auf die Roetgen nach Süden bis Vianden fortzu- 1 gj,. ’ Gjfahr hin zu ködern, daß man auf Grund | setzen. Etwa 90 km unterbrochener Front- . W späteren Praxis des Wortbruches hätte i breite mißt also die wieder ln Gang ge-

bezichtigt werden können.

gar keiner Weise waren solche Erwä- Wngen und Korrekturvorschläge gegenüber de r Casablanca-Formel und gegenüber der Ausmalung im einzelnen von einer aufkei- ^ «enden Milde gegenüber, dem deutschen Volk X7n»' 1 ' “5 ,41, nmt, sondern ausschließlich von der —*j nt 'ägung, ob man nicht auf dem Wege eines - "«trugsmanövers. das den Wilsonschwindel

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setzte Offensivfront Moatgomerys, di? er mit seiner eigenen 2. Armee gegen unseren Brückenkopf und mit der 1. und 3. ameri­kanischen Armee zwischen Hohem Venn und Luxemburg betreibt.

Doch sind alle diese neuen Kämpfe im Westen noch nicht als der Beginn einer neuen Offensive aufzufassen. Es handelt sich zunächst noch um Vorkämpfe, dazu be-

4 >ef in den Schatten stellen sollte, das er- stimmt, günstige Ausgangsstellungen für Ziehen könne, was die neu organisierte und einen neuen Großangriff ’.u erreichen, nach- <«steigerte deutsche Widerstandskraft auf dem die Vorarbeit im November und De- äem militärischen Wege verwehrte, um so an zember vergeblich geweisn war. Für diesen “«nschen und immer kostbarer werdendem Großangriff liegen inzwischen sehr klare

Anzeichen vor. Starke amerikanische Ver­bände marschieren im Abschnitt Aachen auf. Vorbereitungen aller Art werden mit Eifer und nicht ohne Überstürzung betrieben. Die feindliche Artillerie hat zwar ihr Vorberei- tungsfeuer noch nicht begonnen, doch kann es jederzeit losbrechen. Das Ziel scheint auf der Hand zu liegen: Wiederholung des An­griffes, wie er Anfang Dezember vonstatten gehen sollte, ohne zum Durchbruch über die Rör und zum Rhein zu führen. Eine starke erste Welle, dahinter sind Reserven aufmarschiert, und besonders groß ist die Bereitstellung von Sondertruppen aller Art. E3 kann kein Zweifel sein, daß Eisenhower nachholen will, was ihm unser Ardennen- Angriff aus der Hand nahm.

Er wird dabei vornehmlich durch die schwierigen Ereignisse im Osten geleitet. Er mag glauben, es heute leichter zu haben als vor zwei, Monaten. Doch ist das nicht der ausschlaggebende Grund. In diesen Tagen werden sich die Führer der feindlichen Koa­lition irgendwo treffen. Die Stellung Sta­lins ist durch die militärischen Ereignisse der letzten Wochen im Kreis der Gesprächs­partner außerordentlich gefestigt. Er dürfte den Ton angeben. Die britischen und ameri­kanischen Kontrahenten haben demgegen­über nichts aufzuweisen, solange Eisenwower nicht von neuem zur Großoffensive ’antritt und Erfolge vorweisen kann. Die politischen Kreise Englands und Amerikas mögen diese Schwächung ihrer Stellung erkannt haben. Sie scheinen aus solchen politischen Über­legungen Eisenhower den Befehl zur neuen Offensive gegeben zu haben. Eisenhower muß einfach nachziehen, weil die Politik es ver­langt. Selbst militärische Bedenken, die er dagegen einzuwenden hätte, müssen beiseite­geschoben werden. Doch mag er auch das Ge­fühl als Soldat haben, eine Scharte aus­wetzen zu müssen, die wir ihm mit dem 16. Dezember schlugen.

Inzwischen geht eine separate Kleinoffen­

sive der Gaullisten im südlichen Elsaß weiter. Der Abschnitt Kolmar ist der angegriffene Raum, wo der Feind zum Rhein durchstoßen will. Auch unser Brückenkopf, südlich Straß­burg wird vom Feinde stärker angefaßt, wobei die Gaullisten auch mit größeren Pan­zerverbänden auftreten. Gefechtsplätze sind der schon mehrmals umkämpfte Nonnen- brucher Wald und Dörfer um Mülhausen. Fast ruhig ist es dagegen im Unterelsaß ge­worden. Das kann unter Umständen davon herrühren, daß die Gaullistentruppen ameri­kanische Verstärkungen erhalten haben, die der 7. Armee entnommen sein dürften. Daß die Gaullisten den verhältnismäßig kleinen Frontabschnitt nicht selbständig mit Trup- pennachschitiben versorgen können, ist im­merhin ein Zeichen für die Schwierigkeiten, die im Aufbau eines neuen Heeres bestehen und bisher nicht überwunden werden konn­ten, obwohl die Sachlieferungen von den USA geleistet werden. Die personellen Wider­stände scheinen sehr groß zu sein und ge­nügen offenbar, um jedes größere militärische Engagement zu verhindern.

Wir müssen alles, was im Westen ge­schieht, im Schatten des Ostens sehen. Selbst der feindliche Heerführer steht im gleichen Dunkel. Wenn er zn neuem Anlauf antritt, wird er es wieder mit der Wucht seines Ma­terials machen wollen — den militärischen Vorsprung der Sowjets dürfte er mit keinem M tel jedoch aufzuholen imstande sein. Unser Westheer weiß, daß es stärker»denn je den Rücken abzudecken hat für den gigantischen Kampf im Osten, in dem es um Sein oder Nichtsein geht. Seine eigene Kraft wird genügen müssen, die Materialschlacht zu überwinden, die der Feind hn Westen wieder zu. liefern entschlossen scheint. Denn die Schlachten um die östlichen Reichs­provinzen verlangen den letzten Mann und die letzte Waffe. Um so größer ist die Ver­pflichtung des Westheeres gegenüber der neuen Aufgabe.

jetzigen Bolschewisteneinbruch. Stürme der östlichen Steppe haben wir schon oft über­stehen müssen. Und gerade darum sei es heute erlaubt, an ein solches geschicht­liches Ereignis zu denken, das geradezu beispielhaft wirkt. 955, vor also nunmehr rund tausend Jahren, stand König Otto I, den man später den Großen nannte, vor der gleichen, ungeheuerlichen Gefahr wie wir Heutigen. Asiatische Horden waren bis nach Bayern vorgedrungen und standen im Kampf mit Ottos geringen Heereskräften. Damals kämpfte Geist gegen Masse, damals schützen deutsche Männer mit ihrem Blut den ganzen Kontinent, und in diesem ent­scheidenden Augenblick, mitten in einer Krise, in die das Ringen getreten war, da wendet sich Otto an seine ktänner und spricht zu ihnen. Der Mönch Widukind hat uns diese Worte übermittelt. Sie klin­gen fast, als wären sie auf diese Tage ge­münzt, die zehn Jahrhunderte später lie­gen. „Die Not ist groß, Männer, aber fest unser Mut“, so sagte er. „Vor uns steht der Feind. Gemeinsam mit euch habe ich im­mer ruhmvoll gekämpft, nie wurden eure Arme müde, nie eure Waffen bezwungen. Fern unserer Heimat haben wir stets ge­siegt, — jetzt wollen wir imi eigenen Land, in unserem Reich, dem Feind den Rücken zeigen? An Masse, ich weiß es, übertrifft er uns, doch nicht an Tapferkeit ,und'Güte der Waffen. Gott ist unsere Hoffnung, unser Sohutz. Und schmachvoll wäre es, wenn wir, die Herren fast ganz Europas, jetzt Frieden erbetteln wollten von dem Feind. Lieber, ihr Männer, ruhmvoll sterben, als in der. Knechtschaft leben oder am Strick enden! Doch nun genug der Worte — nun laßt unsere Schwerter sprechen!" Die Schlacht auf dem Lechfeld wurde geschla­gen und endete mit dem Sieg. Der Feind wurde geworfen, und das Reich gesichert.

Wie gesagt, an diese und so viele andere, längst in die Geschichte eingegangenen Er­eignisse müssen wir heute denken, da erneut ein. Feind aus dem Osten, wie schon vor tau­send Jahren, unsere Grenzen bedrohte, wie­der gegen uns anrennt und sich in einem spitzen Keil sogar schon bis in das Vorfeld der Reichshauptstadt vorwärtsgeschoben hat. Und doch gibt es im ganzen deutschen Volk kein Verzagen. Auch für uns gilt heute die Parole, die Friedrich der Große in seiner Rede vor der Schlacht von. Leuthen ausgab: „Wir müssen den Feind schlagen, oder uns vor sei­nen Batterien alle begraben lassen. So denke ich, so werde ich auch handeln.“ Hier folgte, so schildert der Chronist den feierlichen Vor­gang, eine Pause,' die der König nutzte, und bei den Zuhörern trat eine heilige Stille ein, „nur durch mit Mühe zurückgehaltene, der Ehrfurcht und der heißen Vaterlandsliebe ge­weinte Tränen unterbrochen“. Friedrich han­delte wie Otto. Wir handeln heute wie beide!

Es ist ganz selbstverständlich, und es wird niemanden ein Vorwurf daraus gemacht, wenn er mit Sorge den bolschewistischen Vor­marsch verfolgt. Der Name Küstrin, der jüngst zum ersten Male im Wehrmachtbericht auftauchte, mag auf manchen schreckhaft wirken. Aber dies sei- ein für allemal festge­stellt, er besagt nichts. Es ist gleichgültig, wo Schlachten geschlagen werden, wesentlich ist allein, daß. sie die Entscheidung bringen. Da­her gilt auch heute noch das Wort von Clau- sewitz: „Abwehr an sich ist zwar die stärkere Kampfform, aber nur im negativen Sinne des Erhaltens des eigenen Besitzes und der Schwächung der feindlichen Kraft. Sie wird es erst dann auch in positivem Sinne, wenn sie zum blitzenden Vergeltungssehwert des Gegenschlages" greift." Mit diesen Worten von Clausewitz wird däs Problem der jetzigen Kampflage ln kurzen, aber leuchtenden Wor­ten Umrissen. Noch befinden wir uns in der Phase des Erhaltens der eigenen Kraft und der Schwächung des Feindes, kommen wird die blitzende Vergeltung! Daß sie der" Vorbe­reitung bedarf, darüber braucht kein Wort verloren'zu werden. Die Bolschewisten haben in vielen Monaten ihre Truppen und ihr Ma­terial ohne jede Störung und nach bestimm­ten Plänen aufbauen können. Sie haben sie