Ausgabe 
(19.1.1945) 16
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Kummer 16 15. Jahrgang

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichastatthaliers in Oldenburg und Bremen

Freilag, 19. Januar 1945

Einzelpreis 15 Rpf.

orldauer des erbitterten Ringens

Sowjetische Angriffsspitze zwischen Krakau und Tschenstochau aufgefangen Warschau geräumt

Ans dem Führerhauptqnartier, 18 , Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht - gibt bekannt:

1 kil In Ungarn scheiterten örtlich be- abglrenzte Angriffe der Bolschewisten am Nord- Gn *and des Vertes-Gebirges und im Pilis-Ge- st *Lirge. Die Verteidiger von Budapest erwehr- , b , e ®ten sich in erbitterten Häuser- und Straßen- (v. Kmpfen erneuter heftiger Angriffe des Geg- ipf t hers. An den bisherigen Brennpunkten im and ungarisch-slowakischen Grenzgebiet blieben PGsiederholte feindliche Angriffe erfolglos, optischen der Slowakei und dem Oberlauf 5 ®ier Weichsel setzten sich unsere Truppen !^ach Westen ab. Dabei entwickelten sich impfe mit dem auf Neu-Sandez andringen- ien Feind. Die Schlacht im großen Weich- ipieiielbogen dauert mit unverminderter Heftig- leit an. Herangeführte Reserven fingen die feindliche Angriffsspitze zwischen Krakau ind Tschenstochau auf. Tschenstochau und voni lomaschow fielen nach Straßenkämpfen in

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Feindeshand. Panzerspitzen der Sowjets drangen bis in den Raum zwischen Litz- mannstadt und Weichsel vor. Auch zwischen len Kielce und der unteren Pilica stehen unsere ere Verbände in schwerem Kampf mit feind- t e j, , liehen Kräften. Eine niedersächsische Pan- zerbrigade schoß dort an einem Tage , i 85 sowjetische Panzer ab. Im großen Weich- f \ selbogen wnrde Warschau geräumt. Nörd- 'lich der Weichsel konnten die Bolschewisten y0 * nach Zuführung weiterer Verbände ihre Ein- dei iriiclie trotz der hartnäckigen. Gegenwehr inserer Truppen nach Westen und Norden , jtweitern. Zichenau ging nach schweren 3n tämpfen verloren. Am fünften Tage der sse, hwehrschlacht im ostpreußischen Grenzge- 'illi- iet errangen unsere Verbände gegen den mm nsturzn von 35 sowjetischen Schützendivi- onen und zahlreichen Panzerbrigaden er- eut einen Abwehrerfolg. In der Doppel- Ff, shlacht nördlich Warschau und im.cstpre j- ischen Grenzgebiet wurden gestern 201 ~ Kindliche Panzer vernichtet. Damit hat sich de Zahl der in diesen beiden Großkampf -

_ räumen innerhalb von fünf Tagen abge-

ZZJschossenen Panzerkanipf wagen auf 903 .erhöht. "

m Im Westen entwickelten sich , in dem bei Maeseyck nach Westen vorspringenden ''ViFrontbogen aus örtlichen Angriffen nach '; n p Einsatz stärkerer englischer Verbände leb- lofs» hafte Kämpfe, östlich und nordöstlich' ^Bastogne wird erbittert um einzelne Ort- :ht schäften gekämpft.. Gebirgsjäger der 11. Waffen-H haben in den unteren Vogesen j; eine amerikanische Kampfgruppe im Angriff i. ojeingeschlossen und alle Ausbruchs- und Ent- ;er S satzversuche vereitelt. Der auch im Kampf- Aarz raum von Hatten hartnäckig angreifende eot lcind erlitt wiederum hohe Menschen- und as H Panzeryerluste. In den erweiterten Brücken- ! ^ köpien nördlich Straßburg wurden östlich b. B Hagenau eine Reihe von Ortschäften ge- f- stürmt, ein Oberst und mehrere hundert ä j ^Amerikanern gefangengenommen. Der Feind, bl. I 4 er bei Herrlesheim heftig angriff und auch TaSt* ' n ßen eindringen konnte, verlor dabei UhK^' e Masse seiner angreifenden Panzer. Im . » ganzen sind gestern im Elsaß 57 feindliche

Panzer abgeschossen worden. acl»4 I n Mittelitalien hat die Kampftätigkeit zu- genommen, örtliche britische Angriffe zwi- attei Sf ben den etruskischen Bergen und dem - Comacchio-See .blieben erfolglos. In den Ifli? Säuberungskämpfen im Raum TopliceSei- fenberg unter Führung des Höheren tt- und teja' Polizeiführers Alpenland erlitten die Bandi- I (ji erneut schwere Verluste. Uber 2300 feind­liche Tote wurden gezählt, 1500 Gefangene Und umfangreiche Beute eingebracht.

Die Angriffe der nordamerikanischen Terrorbomber auf Nord- und Nordwest- öeutschland trafen vor allem die Wohn­viertel von Paderborn. In der Nacht führten die Briten Störflüge nach West- und Mittel­deutschland. Luftverteidigungskräfte der j»* Kriegsmarine schossen über Holland und der itWj, Deutschen Bucht elf feindliche Bomber ab.

Groß-London liegt weiter unter unserem

Pernbeschuß.

' m Küstengebiet um England und aus dem (.. »ach Frankreich laufenden anglo-amerikani- sehen Nachschubverkehr versenkten unsere Unterseeboote trotz schwierigster Angriffsbe- 5 ,n Sungen neun Schiffe mit zusammen jd 000 BRT., darunter einen größeren Pfer. Außerdem wurden zwei Siche- rnngsfahrzeuge versenkt und drei weitere torpediert.

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Neue Phase?

Drahtbericht unserer Berliner Schrlftleltung bm. Berlin, 18. Jan. Das deutsche Ober­kommando kennzeichnet die .Härte der gegenwärtigen Schlachtenphase in Osten als i; "ünvennindert heftig". Diese Formulierung *f ßt erkennen, daß der Kulminationspunkt txir ° er großen Sowjet-Offensive noch nicht er- - reicht ist, wenn auch bereits gewisse Anzei- tiF-. ?* en auf eine Annäherung an die zweite pi !! hase hindeuten. Herangeführte Reserven 'Dgen die Angriffsspitzen des Gegners-zwi- inif 1 ? ^hen Krakau und Tschenstochau auf. Die b Schlacht hat sich den deutschen Grenzen ge- ebb.! * ahe rt, so daß der kämpfenden Front neue he- Kraftströme zufließen. Während der Kämpfe 58 «. des Sommers und des Herbstes-hat sich diese besondere Kraft

--der Grenzen erwiesen, die

er iJ aIlein in militärischen Begriffen er- ri(W klart zu

militärischen werden vermag. Denn

es ist nicht

nur der stärkende Einfluß auf die Kampf­moral des Soldaten, der auf dem Boden ,der Heimat kämpft, sondern es sind auch die günstiger werdenden Verhältnisse des Nach­schubs und der Kräftedispositionen, die wirksam werden und der Schlacht ein neues Gesicht zu gebeh vermögen. Als die Panzer- divisidnen der 7. nordamerikanischen Armee am 31. Juli die Lücke von Avranches durch­stoßen .hatten und sich in der Folgezeit über den gesamten Westraum ergossen, kam jene Stunde von Aachen, die in der späteren Ge­schichte einmal als Wunder bezeichnet wer­

den wird. 1 Es gelang, dfe Kraft der feind­lichen Offensive zu brechen, innerhalb von 72 Stunden eine neue Front aufzuhauen und die Bewegungsschlacht unter die Gesetze des Stellungskrieges zu zwingen. Eine gleiche Entwicklung zeigte sich während der letzten Phase der sowjetischen Sommeroffensive, in der die Angriffskraft des Gegners ebenfalls im deutschen Grenzraunl gebrochen wurde.

Wenn jetzt die sowjetische Agitation ihrer Offensive das Vorzeichen einesMarsches auf Berlin gibt, um damit die entscheidende Tragweite der Schlacht und die Zielsetzung

des Kreml zu unterstreichen, so berücksich­tigt dieses Offensivprogramm zweifellos nicht die deutschen Möglichkeiten. Denn auch diese Schlacht steht mit der Annähe­rung an die Grenzräume unter einem nenen Gesetz, das den Sowjetarmisten ganz anders­artige Kampfbedingungen auferlegt, so daß sich dem Gegner nicht die Chance eines Durchbruchs durch die Grenzstellungen bie­ten wird. Man darf darauf trauen, daß sich das Beispiel Ostpreußen wiederholen wird, wo ancti diesmal jeder Durchbruchsversuch des Gegners scheiterte.

Uneinheitliches Gesicht der großen Schlacht

W'ichtiges Symptom: Panzerspitzen an vorbereiteter Stellung zwischen Krakau und Tschenstochau festgelaufen

Von unserem militärischen v. W -Mitarbeiter

Am sechsten Tag der großen und schweren Wiüterschlacht im Osten hat der Gegner seine Angriffsmasse insofern noch verstärkt, als er nördlich von Bug . und Narew mit 20 frischen Divisionen in die Schlacht ging. Nachdem er auch in die Frontalschlacht gegen Ostpreußen kurz vorher neue Divi­sionen geworfen hatte, halten sich jetzt die feindlichen Kräfte nördlich und südlich der' Weichsel stärkemäßig die Waage. Doch dürfte die Masse der feindlichen Panzereinheiten südlich der Weichsel zu finden sein. Jede Schlacht stellt -die Frage ijach den Reserven. Solange der Angreifer noch über unver­brauchte Truppen hinter seinen Linien ver­fügt, bedeutet auch ein zeitweiliger Halt für den Gang seines Angriffs nur wenig. Ein anderes Gesicht. erhält ein solcher Stopp, wenn die letzten Verstärkungen bereits ver­braucht sind und die seit Beginn des An­griffs ununterbrochen im Kampf oder auf dem Marsch befindlichen Truppen nicht mehr den Schwung der ersten Tage besitzen. Dann geht die Offensive aus Mangel an frischer Kräftezufuhr langsam, aber unerbittlich, ihrem Ende entgegen.

Auch in dieser Winterschlaeht sind es die Reserven, die letzten Endes den Ausschlag gehen. Wenn der Feind vor 24 Stunden allein nördlich Warschau 20 frische Divisionen in die Schlacht warf, so teilt seine oberste Füh­rung ihre Truppenvorräte in reichlich ver­schwenderischer Weise aus. Das mag sich am betroffenen Abschnitt auswirken. Aber ein so großzügiger Verbrauch der Reservekr^ft ge­fährdet letzten Endes jeden Angriff, der ein so weites Ziel verfolgt wie der sowjetische. Das gilt 'um so mehr, als operative Reserven des Angegriffenen immer erst nach einer ge­wissen Spanne in Erscheinung treten. Bei dem Ausmaß des sowjetischen Druckes und der ersten größeren Erfolge dieser Offensive können nur starke deutsche Hauptreserven der Schlacht eine grundsätzliche Wendung gehen. Bis sie auftreten, vergeht um so län-. gere Zeit, je größer und wuchtiger die Kampfkraft ist, die in ihnen steckt. Beim Gegner scheint der Zeitpunkt bereits erreicht zu sein, wo er die in den ersten Tagen zu­rückgehaltenen Verstärkungen ausgegeben hat. Er mag natürlich noch den einen oder anderen Verband in der Hand behalten, doclj ist es die Auffassung der deutschen Führung, daß die Sowjets wesentlich stärkere Kräfte als bisher in diese Winterschlacht nicht mehr werfen könnten.

Die Schlacht zwischen Beskiden und der Memel hat sich nun keineswegs in einheit­licher Form entwickelt. Zwischen Weichsel und Narew wird das Schlachtfeld durch die neuen sowjetischen Reserven vom Gegner bestimmt, während der Raum der Frqntal- schlacht gegen Ostpreußen seit ihrem Beginn ganz eindeutig völliger deutscher Kontrolle untersteht. Hier, wo die Lage am günstigsten

ist, waren auch die Feindverluste am höch­sten, obwohl sich der Gegner in den'verhält­nismäßig schmalen Angriffsabschnitten min- destens ebenso stark gemacht hatte wie- an den anderen Brennpunkten. Mit dem Luft­einsatz war er sogar großzügig wie an keiner anderen Stelle verfahren, um so bemerkens­werter war die Verweigerung jedes opera­tiven oder taktischen Gewinnes durch be­währte deutsche Korps, unter ihnen vor allem auch ostpreußische Divisionen gegen­über einem immer wieder anrennenden Feind.

Während sich südlich der Weichsel eine Absetzbewegung deutscher Verbände west­lich Jaslo abzeichnet, haben sich zwischen Weichsel und Tscheristoöhau die feindlichen Panzerspitzen vor einer vorbereiteten deut­schen Stellung auf der Linie Krakau Tschenstochau zunächst festgelaufen. Sie Warten hier offenbar die Ankunft der Masse ihrer, Infanterie und Artillerie ah, um den Durchbruch durch diese, Linie zu versuchen, ztr denen die Panzer 1 al&in nicht fähig sind. Verteidigt wird diese Abwehrstellung durch deutsche Reserven. In einigen Tagen schon kann sich zeigen, ob der Gegner mit seinen aus der Tiefe nachgezogenen Kräften in der Lage ist, wieder anzugreifen. Unter Umstän­den kann in diesem Abschnitt und auf diese Weise eine Art Vorentscheidung im Weich­selbogen fallen.

Zwischen Tschenstochau und Litzmann- stadt hat der Gegner im Abschnitt Petrikau die von Oberschlesien nach Warschau füh­rende Bahn erreicht, doch sind es auch hier, wie immer wieder betont werden muß, nur gepanzerte Vorhuten, die die Bahn unter­brochen haben. Nördlich davon, zwischen. Litzmannstadt und der Weichsel, dringen sowjetische Panzerspitzen hach Westen vor. so daß im Augenblick die Lage in diesem Raume als flüssig bezeichnet werden muß. Der Gegner war aus seinem Brückenkopf Warka zunächst nach Nordwesten vorge­stoßen und hatte dann nach Osten einge­dreht, um Warschau zu nehmen. Die Trüm­mer der ehemals polnischen Hauptstadt waren aber rechtzeitig von der deutschen Be­satzung geräumt worden, die sich seitdem im geschlossenen Abmarsch nach Westen be­findet. .

Besondere Anstrengungen hat der Feind im Norden von Warschau unternommen, wo er zwischen Weichsel und Narew auf einer min­destens 80 Kilometer breiten Front Druck nach Norden und Westen hin entfaltet. Der hier führende Oberbefehlshaber sah offenbar die Kampf erfolge seiner Truppen für unge­nügend an, da sich deutsche Divisionen im Einsatz bis zum letzten Atemzuge den feind­lichen Durchbruchsversuchen in die Tiefe tapfer in den Weg gestellt hatten. 20 frische Divisionen wurden vom Gegner auf das Schlachtfeld geführt. Dieser Kräfteverstär­kung um die Hälfte gelang ein tieferer Ein-

Sowjeikritik:Operellenkrieg im Westen"

Ostoffensive erschwert politische Stellung Englands und der USA

Drahtbericht unseres Vertreters kl. Stockholm, 18. Jan. Die Sowjets ver­zichten in der Berichterstattung über ihre Offensive zum erstenmal auf die frühere Vorsicht in der Beurteilung der Kriegslage. Die Sowjetpresse geht sogar so weit, in über­heblicher Weise den Tag als nahe bevor­stehend zu bezeichnen, an dem die ersten Sowjetpanzer durch Berlin rollen werden. Die Berichte der Moskauer Presse zeichnen sich außerdem durch, versteckte Seitenhiebe gegen die Anglo-Amerikaner aus, deren Kriegführung lächerlich gemacht wird. So vergleicht dieKrasnaja Swesta die Kämpfe im Westen mit denjenigen im Osten und spricht von einem Operettenkrieg im Westen. Auch diePrawda versetzt den Verbündeten einen wohlgezielten Faustschlag ins Gesicht, wenn sie feststellt, daß Eisenhower nicht in der Lage sei, alle deutschen Divisionen zu binden,' die sich im Westen befinden.

Es ist auffallend, daß die britischen und nordamerikanischen Korrespondenten in Moskau sich mit trockenen Tatsachenmel­dungen begnügen, die im wesentlichen nur das enthalten, was die" amtlichen sowjetischen Frontraonorts bringen. Auch in London trägt men nachdenkliche Mienen zur Schau. Die T.ordoner Presse registriert sachlich die mili- '..ärischen Ereignisse, vermeidet aber diesmal

in sehr auffallender Weise die Superlative. Man hat in London allgemein das Gefühl, daß die Winteroffensive der Sowjets die poli­tische Stellung Großbritanniens und der Ver­einigten Staaten außerordentlich erschwert. Zum erstenmal steigt die Ahnung auf, daß ein erfolgreicher Stalin auf Freundschaftsgesteh dem britischen Verbündeten gegenüber sehr wenig Wert legen wird. Diese ahnungsvolle Zukunftsschau wird weiter getrübt durch die Erkenntnis, daß auch das . Zusammenspiel zwischen Briten und Nordamerikanem immer mehr zu wünschen übrig läßt. Reuters Son-i derkorrespondent berichtet aus dem Haupt­quartier EisenhoWers, daß Montgomerys Be­fehlsgewalt im Westen erneut auf die briti­schen und kanadischen Einheiten beschränkt wurde. Bradley soll wiederHerr im eigenen Hause sein, in dem sich die Divisionen Pat- tons und Hodges erneut vereinigt hätten. Die britische Öffentlichkeit war zwar auf eine er­neute Beiseiteschiebung Montgomerys bereits vor einigen Tagen vorbereitet worden. Trotz­dem wirkte die Meldung aus dem Hauptquar­tier Eisenhowers außerordentlich depri­mierend. Nur bei einem völlig reibungslosen Zusammenspiel könnten Briten und Nord­amerikaner noch die Hoffnung haben, daß ihre Wünsche von Stalin beachtet werden. Getrennt sind Briten und Nordamerikaner Stalin in keiner Weise mehr gewachsen.

bruch gegen Zichenau, das verloren ging. Doch sind inzwischen starke deutsche Kräfte im allgemeinen Raume Milau, dem früheren Mlawa versammelt worden. Sie sind auf dem Marsche zum Schlachtfeld und suchen die Begegnung mit dem eingebrochenen Feind.

So uneinheitlich die Lage in den einzelnen Abschnitten ist, so auffällig sind doch ganz bestimmte Charakterzüge, die alle Kampf­zonen gemeinsam haben. Der Gegner hat zwar mit seinen Spitzen eine Sehnenlinie zwischen Krakau und Sechaczew erreicht, was bedeutet, daß er an der tiefsten Stelle seines Einbruchs etwa 140 km von den Aus­gangsabschnitten der Offensive entfernt ist. Aber überall im Einbruchsraum selbst steht er weiterhin im Kampf mit deutschen Trup­pen, die sich vorbildlich gegen seine Schüt­zendivisionen schlagen, ihnen große Aufent­halte bereiten und verhindern, daß sie rechtzeitig den Anschluß an ihre Panzer­spitzen gewinnen, die sich allmählich sehr isolierte fühlen müssen, je länger es dauert, bis die große. Lücke zwischen den yorge- prellten Vorhuten und der Masse der feind­lichen Schützendivisionen verschwunden ist.

Die Verschärfung der Lage, von der das OKW. am Mittwoch sprach, gilt daher nicht nur für die eigene Front, sondern auch für dfen Gegner. Die Situation im Abschnitt KrakauTschenstochau ist gewiß zunächst noch ein Einzelvorgang. Er kann aber sehr bald typisch werden, weil er zeigt, daß eine vorbereitete Linie, die rechtzeitig von frischen Truppen besetzt wird, wenigstens genügt, dem Gegner einen vorläufigen Auf­enthalt zu bereiten. Diesen zu einem end­gültigen zu machen, dürfte das Ziel solcher Verstärkungen sein, die weiter in die bedroh­ten Räume geworfen werden.

Die Schlacht selbst bleibt in vollem Schwünge, Entschieden ist sie noch von keiner Seite. Beiden aber bereitet sie Schwie­rigkeiten. Es ist der feste Wille der deutschen Führung im Osten, die Gegnerischen so groß werden zu lassen, daß die' gefährliche Be­drohung Ostpreußens und Schlesiens besei­tigt wird.

Wir wissen wofür!

Von

0berbereichsleiter Karl Kieckbusch

Wir wollen uns einen Augenblick lang ehr­lich und ruhig in die Augen sehen. Wo steckt denn der Heroismus, heute in uns? Ist es der Kalkstaub, der vom eben beendeten Bom­benangriff in unseren Augen brennt, ist es die Standhaftigkeit, mit der der Soldat auch in Nächten von 20 Grad Kälte lieber noch als in Wochen bodenlosen Schlamms in offenen Gräben im Anschlag steht, ist es, das stumme Leben der Ausgebombten und Evakuierten in fremden Quartieren, fern der Heimat und oftmals ohne Nachricht von den Angehörigen? Es scheint uns so überflüssig, für diese Ge­fühle nach einem Namen zu suchen. Wenn eine spätere Zeit dafür kein anderes Wort weiß alsHeroismus, dann mag sie sich da­mit zufrieden geben. Uns kümmert es nicht. Wir Deutschen von heute müssen so sein!

Wir geben gerne zu, daß wir vor dieser un­geheuren Gewalt des Schicksals viel zu arme Kreaturen sind, um etwa den. Bombentep­pichen in unseren Städten und dem Trommel­feuer an unseren Fronten mit irgendeiner gewollt-heroischen Pose zu begegnen. In den Stunden der rücksichtslosen Materialschlach­ten des Krieges, die unsere Nerven bis zum Zerreißen anspannen, wie überhaupt unter der Dauerbelastung dieses 6 jährigen Ringens gegen die westlichen und östlichen Mächte des Weltuntergangs, ist alle Pose um einer äußeren Wirkung willen längst von uns Deut­schen abgefallen. Wenn wir jedoch auch ohne Pose am Ende immer wieder auf stehen, der deutsche Arbeiter aus den Luftschutzkellern, der deutsche Soldat aus den verschütteten Gräben immer wieder zur Pflichterfüllung, zur Arbeit und zum Abwehrkämpf hervor­kommen, und wir damit alle Anstrengungen unserer Gegner, die Vergeudung ihres Ma­terials und ihre darauf fußenden psychologi­schen Berechnungen zunichte machen, so ge­schieht das fast ohne unser bewußtes Zutun weil wir Deutschen von heute eben so sind. Nur die Welt fragt sich: Wie das möglich ist?

Falsch ist die Annahme, daß wir uns so sehr aii die Entbehrungen des Krieges ge­wöhnt hätten, daß wir sie einfach nicht mehr empfänden. Oh, es gibt viele Dinge, die uns täglich immer von neuem sehr, sehr wehe tun; auch wenn kein Laut der Klage über unsere Lippen dringt. Man muß unter den Entbehrungen des Krieges einen deutlichen Unterschied machen zwischen der Einbuße mancher friedensmäßigen Bequemlichkeit uhd dem Verlust persönlich-seelischer Freiheiten. Wir können heute vieles nicht mehr kaufen, und was wir besaßen, ist im Feuer anglo- amerikanischer Phosphorkanister verbrannt. Das alles Ist aber nur Materie und fordert lediglich einen äußeren Verzicht von uns. Ich denke an die inneren Regungen des deutschen Menschen.

Er ist geboren, aufzubauen und nicht zu zerstören. Ihn drängen Zeit und Idee zu der sozialen Neuordnung seines Volkes in höchster Kultur. Bodenverbunden ist der Deutsche, und neben der schöpferischen- Ar­beit sucht er in der Heimat das Glück und den Frieden in der Familie. Ob eine junge Mutter ihr Kind statt in der 1 vorschrifts­mäßigen Zinkwanne einfach - in einem

Vor der großen Schlacht auf Luzon

Eifrige Vorbereitungen auf beiden Seiten

Drahtberieht unseres Vertreters

gi. Tokio, 18. Jan. Im Küstengebiet der Lingayenbucht werden von den Angreifern wie von den Verteidigern die Vorbereitungen für die kommende, große Schlacht getroffen. Wie aus den Berichten des Kaiserlichen Hauptquartiers hervorgeht, versuchen die Amerikaner mit den bereits gelandeten Kräf­ten unter Zuführung neuer Verstärkungen, sich den japanischen Hauptverteidigungs­linien zu nähern, die im Berggelände, gu bei­den Seiten dqr Pangasinan-Ebene liegen. Die Japaner verstärken inzwischen ihre Streit- kräffte und Stellungen auf dem mit Sicher­heit zu erwartenden Kampffeid. Ihre Stra­tegie wird, wie inMajnichi Schimbun zum Ausdruck gebracht wird, die der Einkreisung und Einkesselung sein, bei deren Verwirk­lichung die natürlichen Geländebedingungen äußerst günstig sind.

~ Die USA-Luftangriffe auf Formosa, gegen Städte in Indochina usw. sind genau wie die Angriffe gegen Manila Entlastungsaktionen zur Verhinderung oder Beeinträchtigung des japanischen Nachschubs. In ähnlicher Weise operiert die japanische Luftwaffe und zwar gegen die feindliche Schiffahrt'nicht nur in der Lingayenbucht, sondern in allen Land- und Meerabschnitten, die von den japani­schen Maschinen erreicht werden können. Zwar ist der lyiaterialeinsatz der Amerikaner dem der Japaner überlegen, aber die japani­schen Angriffe sind wirksamer, weil sie sich gegen Schiffsziele richten, die bei der Ver­senkung unwiederbringlich verloren sind, während die amerikanischen Landangriffe nur verhältnismäßig geringen Schaden an- richten können.

Südlich von Luzon haben japanische Luft­streitkräfte am 16. Januar schwere und an­haltende Angriffe gegen feindliche Geleit­züge, die durch Kreuzer und Zerstörer ge­schützt sind, in den Gewässern der Insel St. Emilia gemacht. Dem Feind wurde beträcht­licher Schaden zugefügt. Die genauen Ver­luste der feindlichen Geleltzugsflotte sind noch nicht bekannt.

Japanische Elite truppen sind am 17. Januar abends zum Gegenangriff gegen die feind­

lichen Stellungen von San Fabian auf Luzon übergegangen und tief in sie eingedrungen.

Mörderischer Dschungelkrieg

Drahtbericht unseres Vertreters

ws. Lissabon, 18. Jan. Der Kampf in Birma mutet den britischen Truppen die schwersten körperlichen und seelischen Belastungen zu, die sich nur vorstellen lassen. ImDaily Herald veröffentlicht deren Korrespondent Arthur Helliwell einen Bericht über den Dschungelkrieg in den Grenzgebieten Birmas. Dieser Dschungelkrieg, so erklärt er,ist ein seltsam schweigender Kampf, in dem die Engländer kaum jemals einen Feind zu sehen bekommen. Plötzlich aber Schlagen Maschi­nengewehrgarben oder Minenwerferfeuer in die Truppen hinein, ohne daß sie in der Lage sind, sich dagegen zu schützen oder den Standort des Feindes überhaupt zu erkennen: Vor allem die Minenwerfer haben eine un­vorstellbare mörderische Wirkung. In der Offensive und in der Defensive kämpfen die Japaner mit einem nicht zu überbietenden Fanatismus. Ein gefangener Japaner wird geradezu als ein Wunderding betrachtet, denn gutwillig streckt kein japanischer Sol­dat die Waffen."

Auch die Aufnahme der britischen Solda­ten durch die birmesische Grenzbevölkerung bereitet dem britischen Korrespondenten bittere Sorgen. Nur ganz selten treffen die englischen Truppen in einem porf auf einige Einwohner, die sich ihnen gegenüber ebenso unnahbar verhalten wie eine Buddastatue. Helliwell kommt abschließend zu der düste­ren Feststellung, daß auch dieser Krieg in den Dschungeln Asiens ln Wirklichkeit ein so ganz anderer ist, als die britische Propa­ganda ihn den Soldaten und der Bevölkerung darzustellen pflegt.

Ein Beweis für dieZielsicherheit ist die von der ZeitungExpressen" veröffentlichte Nachricht, daU USA-Bomber infolge Verwechs­lung zweier Flüsse eigene Truppen im Kampf­raum Aachen mit Bomben belegten, wodurch zahlreiche nordamerikanische Soldaten getötet worden seien.

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