Ausgabe 
(17.1.1945) 14
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Parteiamtliche Tageszeitung

Das A mtebkxtt d— Begtoreadan BbvMinoMwt der Fxetoa Hanee-ndt Bramen

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der Nationalsozialisten Bremens

AmfliehM VeifcSadenoebiatl dee BeicbeskitäiabMe io Oldenburg ttad Bminna

Nummer 14 15. Jahrgang

Mittwoch, 17. Januar 1945

Einzelpreis 15 Rpf.

Gesteigerter Ansturm der Sowjets

Neue Feindkräfie in die Winlerschlachi geworfen *■ Erbiileries Ringen iobi weiter

Ans dem Ffihr er hanp t quartier, ffa der Mitte zwischen Warka und Baranow)

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! 16. Jan, Das Oberkommando der Wehrmacht 118 4 gibt bekannt:

j n dem Frontbogen zwischen Malmedy und °ei, Bastogne standen unsere Trappen auch gestern wieder in harten, aber erfolgreichen "fij Abwehrkämpfen gegen die konzentrisch ge- 1 führten Durchbruchsversuche des Feindes. In heftigen Panzergefechten wurden in die- sem Kampfraum 75 feindliche Panzer ver- . lj; pichtet. — Auf dem Ostufer der Mosel haben ’.Aä! sich beiderseits Bemich heftige örtliche ifetagj Kämpfe entwickelt. Im Kampfabschnitt lsd “ 1 l Hatten—Rittershofen im Elsaß brachen die den ganzen Tag über fortgesetzten ameri- *“$*1 kanischen -Angriffe wiederum blutig, zu- sarnmen. — Eine stärkere Kampfgruppe der Weife Besatzung von La Bochelle stieß in kühnem tags Ausfall nach Nordosten bis an die Sevre- aller Hä Mündung vor und warf dabei die in diesem W Raum stehenden feindlichen Einschließnngs- kräfte aus ihren Stellungen, äjuxp In Italien kam es auch gestern zu kernen - Osl Kampfhandlungen von Bedeutung.

In Ungarn wiesen unsere Trappen am Nordrand des Vertes- und im Püis-Gebirge feindliche Angriffe ab. — Die erbitterten Kämpfe in den Straßen von Budapest dauern an,.Aus dem Ostteil der Stadt haben .die Ver- • teidiger Ihre Stellungen auf das Stadtinnere Uy t zurückgenominen. — Im ungarisch-slowaki- isik. sehen Grenzgebiet führten die Bolschewisten Liedigestern nur schwächere Angriffe, die erfolg­los blieben. Westlich Krosno sind harte g oa ^Kämpfe mit den auch hier zum Angriff an- :heste getretenen Sowjets entbrannt, ms. sdf Zwischen den Karpaten nnd der Memel asiksto'orarf der Feind weitere Infanterie- nnd Pan- ).15: äijerkräfte in die Hauptkampfräume der gro- : J-^Sen Winterschlacht. Im großen Weichsel- bogen toben heftige Kämpfe Im Raum zwi- ___ sehen der Nida und der oberen Piiica, bei nttkd ttielce, Radom und südwestlich Warka. Im ■ - Weichsel—Bug-Dreieck und in den Narew- Brückenköpfen beiderseits Ostenburg konn­ten die mit überlegenen Kräften angreifen­den Bolschewisten tiefere Einbrüche_erzielen. Der Durchbruch wurde jedoch durch sofor­tige Gegenangriffe unserer Reserven ver­eitelt; 100 sowjetische Panzer wurden aBge- schossen. Im ostpreHßischen Grenzgebiet eenfc scheiterten zahlreiche feindliche Angriffe [ed*^ zwischen der i^ominter Heide und der Straße Ihm! Ebenrode—Gumbinnen. In den schweren Kämpfen ging trotz erbitterter Gegenwehr unserer Truppen ein schmaler Geländestrei- W« len mit Schloßberg verloren. Der Zusammen- rast» hang unserer Front wurde jedoch unter Ab- schuß von 102 feindlichen Panzern in allen Abschnitten gewahrt.

Süd- und Südostdeutschland waren am gestrigen Tage das Angriffsziel nordameri­kanischer Terrorverbände. Außerdem flogen die Briten nach Westdeutschland ein. Es entstanden Schäden vorwiegend in Wohn­vierteln verschiedener Städte,' besonders in Wien. Augsburg und Reutlingen. Bei einem Angriff von 16 britischen zweimotorigen Bombern gegen eine Hafenstadt an der west­norwegischen Küste schossen 12 deutsche Jäger sieben, FIngsicherungsboote weitere

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r.- zwei feindliche Flugzeuge ab,, so daß dort ™rbj3 über die Hälfte der Angreifer unserer Ab- ’wi.i wehr zum Opfer fiel.

**** Das Fernfeuer auf London wird fortgesetzt.

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Härteste Zerreißprobe

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitun*

; bm. Berlin, 16. Jan. Das harte Ringen im Osten hat sich zu der schwersten Winter- schlacht dieses Krieges gesteigert. In vier Großkämpfen — im ungarischen Raum,- im slowakischen Erzgebirge, zwischen der Nida und dem Oberlauf der Piiica und in den Grenzgebieten Ostpreußens — suchen die Sowjets mit fortlaufend neu herangeführten Kräften die Tore vor dem Reichsgebiet aufzu­stoßen und ihre Panzermassen auf die so oft verwehrten Ziele in der Tiefe des deutschen Raumes strömen zu lassen. Die Angriffstak­tik des Gegners wird von deutschen Kriegs­berichtern mit der des Sommers 1944 ver­gehen: In zeitlich gestaffeltem Angnffs- beginn an mehreren Schwerpunkten greifen die Sowjets mit den zusammengefaßten Kräf­ten von Infanterie, Luftwaffe und Panzern auf schmalem Raum an, versuchen, die deut­sche Führung zu überraschen, ihre Kampf- reserv 'en an bestimmte Abschnitte zu fesseln. v nm an anderen Stellen Einbrüche zu erzielen, r A tf rs die Fronten damit zu überdehnen und den ,r ‘ Durchbruch -zu erzwingen. Für das deutsche ittd. Ostheer ist damit die Stunde gekommen, in S- y«? der die härteste Zerreißprobe durchstanden jle *2 wer d p n muß, uni die Heimat vor dem An- piife& sturm der in zwei Monate langer Ruhepause gesammelten Massen der Menschen und des itie ti Materials aus dem Osten zu beschirmen.

»I *ijt Der bisherige Verlauf der Schlacht läßt es CoiTsT deutlich werden, daß es der völligen Hingabe an die Aufgaben der neuen Situation bedarf, um die Angriffswucht des Gegners — selbst untet Hinnahme bitterer Raumverluste — zu brechen. Das deutsche Oberkommando gibt am Dienstag erstmals nähere Angaben über d ! e Ausdehnung der Schlacht in dem strate­gisch v,1ch*-n Raum südlich von War­schau. Der Vorstoß gegen die obere Piiica !™ rtie durch Angriffsstöße in westlicher R'.chh'n- aus den Brückenköpfen von War- aa—Magnszew und Puiawy—Kasimierz (etwa

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ergänzt. Hier sind etwa gleichstarke Kräfte des Gegners bereitgestellt wie im südlichen Weichselbogen, also etwa vierzig Infanterie­divisionen, sieben bis acht Panzerkorps und verschiedene Kavallerieeinheiten. Der aus dem Brückenkopf von Puiawy—Kasimierz nach Westen entwickelte Angriff vermochte Radom zu erreichen. Auch der von Warka vorgetriebene Stoß der Sowjets konnte nach Westen Raum gewinnen. Es handelt sich bei den sowjetischen Angriffen südlich von War­schau also um drei von starken Kräften ge­triebene Stoßkeile, die zunächst noch unab­hängig voneinander operieren, aber zweifellos das Ziel-verfolgen, sich westlich der Weichsel zu einer großen und einheitlichen Angriffs­front zu vereinigen.

Es ist natürlich, daß die deutsche Führung dieser Entwicklung ihr besonderes Augen­merk schenkt. Eingeieitete Gegenmaßnahmen benötigen jedoch bis zu ihrer vollen Aus­wirkung einer gewissen Zeit, zumal das An­

griffstempo der Sowjets ans dem Brücken­kopf von Baranow heraus die Bereitstellung der für die operative Abwehr bereitgehaltenen Kräfte in größerer Entfernung von den be­weglichen Kampfhandlungen nahelegt. Die Sowjets operieren weiterhin mit Panzer­rudeln, denen Infanterie aufsitzt. In den ersten Tagen der Schlacht verhinderte nebe­lige Witterung den Einsatz der Luftwaffe, er­schwerte aber auch gleichzeitig die Aufgaben der deutschen Artillerie hei einer Wirksamen Bekämpfung der sowjetischen Bereitstellun­gen nnd Angriffswellen.

Die übrigen Schwerpunkte liegen im Be­reich des „nassen Dreiecks“ zwischen Bug und Weichsel, an den Narew-Brückenköpfen beiderseits Ostenburg (Pultusk) sowie im ost­preußischen Grenzgebiet. Die Kämpfe, die hier gegen-überlegene sowjetische Massen ge­führt werden, stehen in ihrer Härte und nach dem Maßstab des gegnerischen Ein­satzes den Kämpfen in den Räumen südlich Warschau nicht viel nach. Das Ziel der in

den beiden Räumen geführten sowjetischen Angriffe ist ganz offenbar die gewaltsame Durchbrechung der deutschen Abwehrfronten und die Vereinigung der von Osten und Sü­den in Richtung auf Ostpreußen angreifen­den sowjetischen Armeen. Die Sowjets konn­ten durch ihre Angriffe aus dem Weichsel- Bug-Dreieck und den Narew-Brückenköpfen tiefere Einbrüche in die deutschen Stellun­gen erzwingen. Der Durchbruch wurde jedoch durch sofortige Gegenangriffe der deutschen Reserven vereitelt. Auch im ostpreußischen Grenzgebiet, wo die Sowjets auf dem etwa vierzig Kilometer breiten Abschnitt zwischen Ebenrode (Stailupönen) und Schloßberg (Pill- kallen) angreifen, konnten die Durchbruchs­absichten des Gegners vereitelt und die Ein­heit der deutschen Abwehrfront, bewahrt bleiben. Dieses Abwehrergebnis wurde um den Preis eines schmalen Geländestreifens erzielt, mit dem die zerschossene Stadt Schloßberg nach erbitterten Straßenschlachten dem Feind überlassen werden mußte.

Verbreiterung der bolschewistischen Großoffensive

Volles Vertrauen zum Abwehrktimpf unserer Ostarmeen — Dm letzte IVort noch nicht gesprochen

Von unserem militärischen v. w.-Mitarbeiter

Nur wenige Tage nach Eröffnung der Win- teroffensive des östlichen Gegners hat diese neue Abschnitte erfaßt, und zwar grundsätz­lich solche, die durchaus als Ausgangspunkte von Angriffen in Frage kommen. Im allge­meinen war die Weichsel die Trennungslinie zwischen den deutschen und sowjetischen Stellungen, an sich war sie aber insofern wertlos, als der Gegner an drei verschiedenen Stellen, bei Baranow, bei Puiawy und Warka Brückenköpfe'' auf dem Westufer besaß, die von erheblichem Umfang waren und die ihren Wert beweisen mußten, sobald der Feind Miene machte, sich ihrer zu bedienen. Es war nicht möglich gewesen, die Brückenköpfe zum Verschwinden zu bringen. Sie mußten als Tatsache hingenommen werden. In gewisser Beziehung war es eine Erleichterung, zu wissen, daß der Gegner aus ihnen eines Tages wieder antreten würde, es konnten infolge­dessen die Maßnahmen gegen einen Ausbruch aus diesen Brückenköpfen rechtzeitig ge­troffen werden. Doch scheint der Feind für seine Winteroffensive so zahlreiche Verbände bereitgestellt zu haben, daß er beschloß, auch noch andere Fronten anzugreifen. Am Sonn­tag eröffnete der Gegner auch im Dreieck zwischen Weichsel und Bug sowie an den Narewbrückenköpfen beiderseits Ostenburg seine Angriffe. Wir haben es jetzt also mit einer ausgesprocheqen Großoffensive zu tun, die von der ostpreußischen Grenze bis zur oberen Weichsel reicht und damit den größ­ten Teil der Ostfront umschließt. Da sich außerdem feindliche Fesselungsangriffe an den Flügeln der großen Schlacht bemerkbar machen und weiterhin das immer schwieriger werdende Ringen um Budapest einem drama­tischen Höhepunkt zutreibt, steht fast die ganze Ostfront unter dem Druck eines starken Gegners, der nicht bluffte, als er mit sehr hohen Zahlen über den Umfang seiner Win­teroffensive an di« Öffentlichkeit trat.

Man darf wohl den wichtigsten Abschnitt der feindlichen Operationen im Weichsel­bogen sehen, wenn man diesen sehr weit faßt. An dessen südlichem Ende begann ja auch der Winterangriff mit dem AUsbruch aus dem weitgespannten Brückenkopf bei Baranow und dem folgenden tiefen Einbruch des Gegners in die deutsche Verteidigung mit Hilf» der fünf Armeen und der ihr bei­gegebenen Panzerkorps, die mit ihrem An­lauf die Großuntemehmung Moskaus er- öffneten. Obwohl dem Feind ein Verteidi­

gungssystem von erheblicher Tiefe gegenüber lag, haben seine Massierungen dasselbe zwischen Lysa Gora und Nida überwunden, den Fluß Nida überschritten und befinden sich im weiteren Vordringen nach Westen. Wenn das die Grundrichtung des feindlichen Angriffes ist und bleibt, so zielt er an Kra­kau vorbei gegen die Nordostecke des ober­schlesischen Industriegebietes. Darin liegt zugleich die Gefahr dieses Gewaltstoßes, dem sich jetzt in einer beweglichen Verteidi­gung deutsche Panzerverbände entgegen- stellen,' deren Größe selbst“ diesen an große Massierungen gewöhnten Gegner beein­druckt. Dem Gegner kann man die sorg­fältige Vorbereitung seiner Unternehmung nicht absprechen. Was er an Kräften — nicht nur aus dem Brückenkopf von Baranow heraus — gegen die von ihm bestimmten Schwerpunkte der Winterschlacht warf, widerspricht der oft gehörten Auffassung von der Krafterschöpfung der Sowjets zum mindesten in jenen Waffengattungen, die im Angriff besonders wertvoll sind, nämlich den Panzerverbänden und den Artillerieeinheiten, die diesmal in besonders großen Massierun­gen auftreten. Im Einbruchsraum der Nida versuchte der Gegner durch starkes Nebel­schießen die Truppenführung, die Panzer­kommandanten und Artilleriebeobachter zu blenden, um ihnen die Übersicht über das Schlachtfeld zu nehmen. Dieser Einsatz sowjetischer Nebelbatterien war der Ersatz für die Aktionsfähigkeit der sowjetischen Luftwaffe, die zwar zur Unterstützung der Qffensive bereitgest,ellt war, aber aus Witte­rungsgründen nicht starten konnte.

Die große Winterschlacht im Osten, in der sich auf beiden Seiten stärkste Kräfte gegen­überstehen, ist nun in vollen Schwung ge­kommen. Wir wissen, daß vom Feinde erst die ersten Wellen eingesetzt sind, hinter denen weitere zum Eingreifen bereitstehen. Das gibt den ersten Anhaltspunkt für die vor­aussichtliche Dauer der Schlacht, ihren Um­fang und ihre Bedeutung. Daß der Feind die Initiative, die er nun einmal im Osten besitzt, auch in diesem Winter nutzen würde, wurde vorausgesehen. Jeder Angriff, der sich auf die damit verknüpfte Entschlußfreiheit stützt, hat den natürlichen Vorteil der Eröffnung für sich. Allein das gibt nicht den Ausschlag. Das letzte Wort über jede Angriffsschlacht wird am ihrem Ende gesprochen, wenn der Feind mit seinem Angriff den Kulminationspunkt überschritten hat, dessen Gesetzen jede

Große Schlachten auf Luzon stehen bevor

Von entscheidender Bedeutung für den Kriegsverlauf

»rahtberieht unseres Vertreters

gi. Tokio, 16. Jan. Von beiden Seiten wird die Bedeutung der Auseinandersetzung auf Luzon in dem Sinne unterstrichen, daß ihr Ausgang eine entscheidende Bedeutung für den Weiterverlauf des Krieges haben wird. Dieser Bedeutung, so betont man in Tokio, wird der Umfang der sich in der nächsten Zeit entwickelnden Schlachten entsprechen, die von japanischer Seite als die größten seit dem 8, Dezember 1941 angekündigt werden. Was dabei für die Japaner auf dem Spiel steht, kennzeichnet „Asahi Schimbun“ in einer militärischen Betrachtung mit der Fest­stellung, daß der Verlust der Philippinen den Feind in die Lage versetzen würde, seine ma­teriellen und soldatischen Kräfte dort in aller Ruhe für einen Angriff gegen Japan selbst zu sammeln und seine Aufmerksamkeit auf die Unterbrechung des japanischen Verkehrs mit den übrigen Südgebieten zu konzen­trieren. Damit würde praktisch die Vorkriegs- Einkreisungsfront gegen Japan wieder aufer­stehen.

Der Kampf um die Philippinen wird in Ja­pan von niemanden unterschätzt. Allein der materielle Aufwand des Feindes zeigt, daß er zur Eroberung entschlossen ist und daß sich deshalb jede Unterschätzung seiner Anstren­

gungen von ailein verbietet. Auf der anderen merzen,

Seite sind, wie hier betont wird, die Vorbe­reitungen der Verteidiger grhdiichst durchge­führt. Luzon ist ein den Japanern vertrautes Kampfgebiet. Nach ihrer Landung in der Lingayenbucht am 10. Dezember 1941 mar­schierten sie in 23 Tagen durch die von Sümpfen durchzogene Ebene nach Manila. Unzweifelhaft ist dieses Gelände heute schwerer durchschreitbar und ganz anders verteidigt als vor drei Jahren.

Der Regierungssprecher auf der Auslands­pressekonferenz in Tokio erklärte, auf Luzon setzte der Feind so große Mengen Truppen und Material ein, daß Japan eftdlich die lang­erwartete Gelegenheit habe, ein konzentrier­tes Ziel entscheidend zu treffen. Die Entwick­lung werde zeigen, daß Japan die letzten drei Jahre nicht imgenutzt gelassen habe, um das' Kriegspotential Gesamtostasiens für den Augenblick dieser wichtigsten Auseinander­setzung zu mobilisieren. Die bloße Tatsache, daß die Anglo-Amerikaner ihren Fuß auf den Boden der freien philippinischen Republik setzten, beweise, daß diese Nationen an ihrem Kriegsziel festhielten, Ostasien der Freiheit zu berauben und die aufblühende neue Ord­nung durch das alte Kolonialsystem wieder zu verdrängen. Das geeinte Japan sei ent­schlossen, diese Bedrohung endgültig auszu-

Offensive unterliegt, mag sie auch mit noch so starken Kräften geführt werden. Daß die sowjetische Großunternehmung dieses Win­ters unsere Ostfront vor eine neue und schwere Belastung stellt, wußten wir schon vor ihrem Beginn. Daß sie in ihrem Endziel den Einbruch in wichtigste Reichsräume bezweckt, verrät die heute bereits erkennbare Hauptrichtung des Angriffs. Doch wissen wir auch, daß sich der sowjetische Gegner ver häitnlsmäßig schnell erschöpft, weil er seine Truppen rücksichtslos in.die Schlacht wirft und keine Rücksichten auf besorgte Sena­toren, wie Eisenhower es tun mußte, zu neh­men hat-. Das Abwehrproblem gegenüber dem neuen Massensturm muß mit nüchternen Augen gesehen werden. Doch kommt es im­mer darauf an, wer das letzte Wort in dieser Schlacht wie in allen vorangegangenen spricht. Und das hat bisher immer noch die deutsche Führung tun können, die mit vollem Vertrauen auf den Abwehrkampf ihrer Ost­armeen blickt.

Eichenlaub für Äbwehrerfolg

Führerhüuptqnartier, 16. Jan. Der Führer verlieh am 12. Januar das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an General der Artillerie Kurt Herzog. Kommandieren­den General eines Armeekorps, als 694. Sol­daten der deutgehen Wehrmacht.

General der Artillerie Herzog hat sich in drei Kurlandschiachten erneut durch die ge­schickte Führung eines Armeekorps und hohe Tapferkeit hervorgetan.

Ausblicke für Europa

Von

Alfred G e r i g k

Zum zweitenmal im Lauf eines halben Jah­res hat der Reichswirtschaftsminister Dr, Funk zu einem europäischen Publikum ge- * sprochen. Im Sommer bei einer Tagung vor der Königsberger Universität im Beisein zahl­reicher Journalisten des europäischen Aus­landes, diesmal vor dem auslandswissen­schaftlichen Institut. Die Nachkriegswelt und die Wirtschaftsordnung waren beide Male das Thema seiner Erklärungen. Seine Beru­fung, über dieses Thema zu sprechen, mußte sich daraus ergeben, daß Deutschland ja wäh­rend einiger Jahre den mächtigsten wirt­schaftlichen Apparat leitete, den es je in Europa gegeben hat, und daß an der Spitze dieses Apparates der Reichswirtschaftsmini­ster stand. Zwischen Eismeer und Mittelmeer, zwischen Atlantik und Dnjepr oder Weichsel kam es darauf an, Zusammenarbeit und Aus- ■ gleich der europäischen Wirtschaften zu orga­nisieren — zum erstenmal in der Geschichte Europas. Und es handelte sich dabei nicht nur um die unter deutscher Waffengewalt stehen­den oder die mit Deutschland verbündeten Länder, sondern auch um die Wirtschaften jener neutralen Staaten, die ebenso wie das kämpfende Europa durch die Kriegsentwick­lung ihre Verbindung mit der Wirtschaft unseres Erdteils haben.

Wie große Aufgaben sioh daraus ergaben, läßt sich ernlessen, wenn man an jene Fest­stellung des Reichswirtschaftsministers denkt, daß der gesamteuropäische Außenhandel vor dem Kriege rund die Hälfte des Welthandels überhaupt betrüg. Würde es gelingen, diese gewaltigen Gütermengen, die Europa' sonst nach Übersee absetzte, in Europa selbst zu verwerten? Oder würden Arbeitslosigkeit und Verelendung in Europa einsetzen, wenn die Verbindung mit Übersee wegfiele? Das war das Problem, das sich vor Europa mit Kriegs­ausbruch drohend erhob. Die Behandlung dieses Problems in den vergangenen Jahren ist heute für <Jie Bildung eines Urteils über die Nachkriegsmöglichkeiten um so wichtiger, als inzwischen die militärische Entwicklung ; elhe Umkehrung der Verhältnisse' gebracht hat. Heute stehen in großen Teilen jener europäischen Länder, die in den ersten Kriegs­jahren von Deutschland gelenkt oder beraten wurden, feindliche Truppen. Die Anglo-Ame­rikaner im Westen und im Süden, die Bol­schewisten, im Osten und im Südosten und im finnischen Norden. So besteht heute für Europa und für die Welt die Möglichkeit eines Vergleiches der praktischen Wirkungen deut­scher Organisation und Wirtschaftsmethoden mit den Methoden der Gegner Deutschlands. Das ist um so wesentlicher, wenn, man an die Zeiten des ersten Weltkriegs und seinen Aus­gang denkt. Damals gab es für Europa und für die Welt keine Möglichkeit, die Leistungs­fähigkeit der Gegner des kaiserlichen Deutsch­land zu beurteilen, und was sich damals an Versprechungen und an Nachkriegsnrogram- men entwickelte, wurde als Wirklichkeit ge­nommen, weil der Gegenbeweis fehlte. Die Schuld an dem Nachkriegselend, das 1918 und in den folgenden Jahren hereinbrach, ging

Koordinierte Kriegführung verhindert

Deutscher Ardennen-Vorstoß machte Westoffensive unmöglich

Drahtberieht unseres Vertreters sd. Lissabon, 16. Jan. Die überwie­gende Mehrheit der öffentlichen Meinung Englands ist der Ansicht, daß jetzt, gleichzei­tig mit der Sowjetoffensive im Osten, eine große Offensive der Alliierten im Westen stattfinderf müßte. Aber diese Hoffnung ist trügerisch; denn in Kommentaren des Lon­doner Rundfunksprechers Patrick Lacey heißt es, der deutsche Vorstoß in den Ardennen habe die anglo-amerikanische Westoffensive unmöglich gemacht. Im Mittelpunkt der eng­lischen Kriegsberichterstattung stehen heute die Vorgänge auf dem östlichen Kriegsschau­platz, auf den sich die Hoffnung ganz Eng­lands konzentriere. Die Kommentare stellen die verschiedensten Mutmaßungen über die Ziele der Sowjetoffensive an nnd sprechen erleichtert von der Entlastung, die sie den schwer kämpfenden anglo-amerikanischen Verbänden im Westen bringen soll.

Westmächie gestoppt

Drahtbericht unseres Vertreters kl. Stockholm, 16. Jan. Zu der deutschen Winteroffensive stellt die Londoner Presse rückblickend nachstehende Folgerung auf: 1. Die offensiven Vorbereitungen der Anglo- Amerikaner gegen Deutschland sind gestoppt worden, 2. die Kämpfe, die sich vor Weih­nachten auf deutschem Boden abspielten, sind abermals auf nichtdeutschen Boden ver­legt worden, 3. die deutsche oberste Krieg­führung hat Zeit gewonnen, die Verteidigung Westdeutschlands besser zu organisieren und die V-Waffe zu vervollkommnen, 4. das für den Dez. vorgesehene Bomberprogramm konnte von den -Anglo-Amerikanern nicht durchgeführt werden, da ein großer Teil der Bomber an der Front eingesetzt werden mußte, 5. Briten und Amerikaner haben höhere Verluste erlitten, als sie erwartet hatten.

Diesen Nachteilen stehen einzelne Vorteile gegenüber. Briten und Amerikaner haben ge­lernt. die Situation an der Westfront besser einzuschätzen, ebenso wie - sie Klarheit über die tatsächliche deutsche Stärke gewonnen haben. Die gewonnenen Kenntnisse, so wird ln London weiter versichert, könnten aber nur dann für die weitere Kriegführung r.ut,.

bar gemacht werden, wenn es gelänge, alle früheren britisch-nordamerikanischen Diffe­renzen zu-überwinden. Die nach Weihnachten mit großer Offenheit in London begonnene Diskussion hat jedoch bisher noch zu keinem Ergebnis geführt. Die Londoner Presse hat den Standpunkt vertreten und vertritt ihn immer noch, daß die Westfront den Vorrang vor dem pazifischen Kriegsschauplatz haben müßte.

Es ist unter diesen Umständen nur natür­lich, daß sich die Aufmerksamkeit militärisch­politischer Beobachter in erster Linie den Vorgängen an der Ostfront zuwendet. Das Gefühl, daß die wirkliche Entscheidung des Krieges im Osten und nicht im Westen fallen werde, ist jetzt in der britischen Hauptstadt wieder ziemlich allgemein geworden. Natür­lich ergeben sich daraus für die britische Po­litik sehr weitgehende Konsequenzen. Starke Beachtung hat in London ein Aufsatz Ilja Ehrenburgs in der Moskauer „Prawda“ gefun­den, in dem Briten und Amerikanern ziem­lich deutlich zu verstehen gegeben wird, da* die Sowjetunion mit einer effektiven Hilf» hei der Niederringung des deutschen militäri­schen Widerstandes nicht mehr rechnet. Der Aufsatz Ehrenburgs gipfelt in der .überheb­lichen Feststellung, daß sich die Sowjets darauf vorbereiteten, allein ihren Einzug in Berlin zu halten. Diese Feststellung ist nicht nur von dem überheblichen Prestigebedürfnis Moskaus diktiert worden, sondern sie enthält auch eine sehr reale Warnung an die Ver­bündeten Moskaus, sich nicKt mehr mit Po­litik zu befassen, da die politischen Probleme Europas von dem „siegreichen Bolschewis­mus“ allein gelöst werden würden.

Peter sucht Ausweg

Stockholm, 16. Jan. Wie Reuter meldet, besuchte König Peter am Dienstag Außen­minister Eden im Foreien Office, nachdem Eden vorher mit dem jugoslawischen Pre­mierminister Subaschitsch verhandelt hatte. Ferner hatte König Peter eine Besprechung mit dem Londoner Vertreter Titos.

Wie in Buenos Aires amtlich bekanntgegeben wird, ist der argentinische Außenminister Gene­ral Orlando Poluifo zurückgetreten.