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der Nationalsozialisten Bremens
Amfflcbes Verfefcndungsbiatt de* &elchsslattbaUera ia Oldunburg tmd Bramen
Nummer 13 15. Jahrgang
Dienstag, 16. Januar 1945
Einzelpreis 15 Rpi.
Erbitterte Kämpfe im Osten
Sowjetische .Winteroffensive auf weitere Abschnitte ausgedehnt — 175 Feindpanzer vernichtet
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Aus dem Führerhauptquartier, 15. Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Westen lagen auch gestern die Brenn-_ punkte der Abwehrschlacht im Gebiet südlich Malmedy, zwischen Salm und Ourthe sowie beiderseits Bastogne. Unsere tapferen Verbände verhinderten, sich erbittert zur Wehr setzend, mit stärkstem Einsatz auf der Erde und aus der Luft den erstrebten Durchbruch der Amerikaner. Nur an wenigen Stellen konnte der Feind örtlich Boden gewinnen. 24 Panzer wurden abgeschossen. In den unteren Vogesen und in der Maginotlinie scheiterten stärkere feindliche Angriffe. In Rittershofen wurden mehrere Widerstandsnester des Gegners niedergekämpft, beiderseits Straßburg unsere Brückenkopfstellungen erweitert und befestigt. — Uber der Westfront kam es mehrfach zu erbitterten Luftkämpfen, in denen 23 feindliche Flugzeuge abgeschossen wurden.
In Budapest besteht die deutsch-ungarische Besatzung, seit dem 24. Dezember v. J. dem stärksten Materialeinsatz des Feindes ausgesetzt, in schweren Straßenkämpfen Proben höchster Bewährung. Die gestern im Ostteil der Stadt mit Unterstützung zahlreicher Panzer und Schlachtflieger angreifenden Bolschewisten konnten einige Häuserblocks gewinnen. — Nördlich der Donan warfen unsere Trappen den Feind aus seinem Einbruchsraum weiter nach Osten zurück. — Im ungarisch-slowakischen Grenzgebirge stehen unsere Verbände bei Blauenstein, Losonc, Pelsoec und westlich-Nagyiada in schweren Kämpfen mit dem angreifenden Feind.
Wie erwartet eröffneten die Sowjets ihre Offensive nach mehrstündigem Trommelfeuer auch aus ihren Weichselbrückenköpfen bei Pulawy, aus dem Weichsel—Bug-Dreieck nördlich Warschau sowie aus den Narew- brückenköpfen beiderseits Ostenburg. Erbitterte Kämpfe sind an der gesamten Front entbrannt. — Im Einbruchsraum zwischen der Weichsel und den Südhängen der Lysa Gora dauern die schweren Kämpfe mit den über die Nida nach Westen vorgedrungenen Infanterie- und Panzerkräften der Bolschewisten an. — Zwischen Ebenrode und Schloßberg im ostpreußischen Grenzgebiet scheiterten erneute Dnrchbruchsversuche starker feindliche Verbände an der zähen Gegenwehr unserer Divisionen. In der großen Winterschlacht zwischen den Karpaten und der Memel wurden nach Teilmeldungen gestern 175 feindliche Panzer vernichtet, davon 82 hi deif Narewbrückenköpfen und 51 im ostpreußischen Grenzgebiet.
' Anglo-amerikanische Terrorverbände griffen am gestrigen Tage West-, Nordwest- und Mitteldeutschland an. in den Abendstunden waren vor allem der rheinisch-westfälische und der mitteldeutsche Baum erneut das Angriffsziel britischer Bomber. Gleichzeitig, warfen Störverbände Bomben anf die Reichs- haupfstadt. Durch die Luftverteidigung wurden über dem Reichsgebiet 74 anglo-ameri- kanische Flugzeuge, darunter 46 viermotorige, Bomber abgeschossen.
Das Vergeltnngsfeuer auf London dauert an. Bei den Angriffskämpfen nördlich Stuhlweißenburg hat die gepanzerte Gruppe der Berlin-Brandenburgischen 3. Panzer-Division unter Führung von Oberstleutnant Weymann vorbildlichen Angriffsschwung bewiesen und In sieben Kampftagen* 173 Panzer, 24 Panzerspähwagen und 47 Geschütze der Bolschewisten vernichtet.
Unerschüllertes Vertrauen
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung dr. w. sch. Berlin, 15. Jan. Die Möglichkeit, die hier gestern schon in der ersten Betrachtung zum Beginn der Sowjetoffensive angedeutet wurde, daß nämlich die Räume westlich des Brückenkopfes von Baranow und auf der Linie Schloßberg—Ebenrode nicht die einzigen Schwerpunkte des bolschewistischen Großangriffes bleiben würden, ist inzwischen zur Tatsache geworden. Der Kampf ist mit der höchst denkbaren Steigerung auf der tanzen Front von Ostpreußen bis zu den Beskiden entbrannt, während gleichzeitig die starken Fesselungsangriffe des Feindes gegen die südslowakische Grenze fortgesetzt werden.
Nachdem die Sowjets dank der gewaltigen ttbermacht von fünf Armeen und mit einer ungewöhnlichen Ballung von Panzerkräften aus dem Raum von Baranow heraus einen tiefen Einbruch erzwingen konnten, den sie Jetzt strategisch in die Breite hin auszuwerten suchen, sind sie am Sonntag auch aus den weiter nördlich gelegenen Weichselbrückenköpfen von Pulawy und Warka mit ähnlich stark massierten Kräften angetreten. Auch der Frontabschnitt nördlich von Warschau und an den Narew-Brückenköpfen, ist von dieser Entwicklung zum geschlossenen Großangriff nicht ausgeschlossen geblieben und stellt nun ln diesem Sinne die Verbindung zum ostpreußischen Grenzraum her. Soweit sich bisher aus dem Verhältnis des sowjetischen Kräfteeinsatzes an den einzelnen Stellen folgern läßt, liegt zunächst das Schwergewicht des bolschewistischen Groß- aig^ffs im südlichen Generalgouvernement. Der Brückenkopf von Warka liegt südlich von Warschau, fast genau östlich von Litz- fhanstadt, an der Weichsel, während der Ausgangspunkt dos Brückenkopfes von Baranow da zu suchen ist, wo die Weichsel auf ihrem
nordöstlichen Lauf von Krakau her nach Norden umbiegt.. Die Fernziele der sowjetischen Angriffe aus den Brückenköpfen heraus in der Westrichtung sind als im Norden auf der Linie nach Liuzmannstadt, im Süden in Richtung nach Krakau unu weiter gegen das oöerschlesische Industriegebiet zu suchen.
Der Ansturm der Sowjets aus den Brückenköpfen südlich von Warschau hat am ersten Tage nicht in ähnlicher Weise Erfolg gehabt wie die Offensive aus dem Raum von Baranow. Auch an den übrigen Abschnitten der erweiterten Front hat der Feind bisher nirgendwo einen strategisch zu wertenden Einbruch erzielen können. Ein solcher Verlauf des ersten Tages ist nach allen Erfahrungen dieses Krieges von großer psychologischer Bedeutung insofern, als die nachfolgenden in den Kampf geschickten Angriffskolon- nen in einem solchen Falle schon mit stark gedämpftem Elan antreten. Etwas kritischer stellt sich das Bild, wie bereits an Hand des
gestrigen Wehrmachtberichtes hier festgestellt wurde, auf dem Südflügel der Angriffsfront dar, wo die Bolschewiken ihren Einbruch bis in den Raum zwischen Weichsel und Lysa Gora westlich der Nida 'vertiefen konnten.
Daß es am Anfang dieses Jahres ungewöhnlich heiß hergehen würde und daß wir für längere Zeit die Ohren außerordentlich steif halten müssen, das haben wir gewußt. Wir sehen aber auch schon heute, daß unsere militärische Führung, insbesondere bei' den Maßnahmen der Kräfteverteilung, richtig vorausgesehen und zweckentsprechend gehandelt hat, indem sie sich beispielsweise nicht auf Grund von Aufklärungsergebnissen zu einseitig auf einen Schwerpunkt festlegte. Was nun den Einbruch im Süden mit der drohenden Spitze gegen Krakau und Ober- schiesien betrifft, so ist es auch kein Geheimnis, daß rückwärtige Verteidigungssysteme und Auffanglinien für alle Fälle
mehrfach gestaffelt bis weit hinter der Ausgangsfront angelegt worden sind. Wir lassen uns darum die erste Entwicklung, die der Wehrmachtbericht mit vertrauenerwecken - der Offenheit abzeichnet, in keiner Weise aus der Ruhe bringen. Wir bleiben in unserem Vertrauen auf Führung und Truppe unerschüttert.
Wir können gleichzeitig weiterhin feststellen, daß., Eisenhower den Sowjets nicht so zu 'sekundieren vermag, wie er Sich das bis vor wenigen Wochen noch vorgestellt haben dürfte. Seine „Großoffensive“ muß sich jetzt, statt deutschen Lebensraujn zu bedrohen, an einem deutschen Offensivkeil von immer noch 60 Kilometer Tiefe die Zähne ausbeißen, und die Geländegewinne sind wiederum, wie in,-den Wochen der Offensive östlich Aachen, auf der Karte kaum mit dem Millimetermaß feststellbar. Der Brennpunkt der Entscheidung ist jetzt jedenfalls nach dem Osten verrückt worden.
Schwerpunkt der neuen Wihterschlucht
Für uns nur eine Alternative: Zerschlagung des Großangriffs und seiner Ziele
Von unseren) militärischen v. W.-Mitarbeiter
Nichts deutete darauf hin, daß die Sowjets nicht Ulfe im Winter übliche Offensive beginnen würden. Politische Widerstände tragen höchstens dazu bei, eine Entscheidung im Kriege, die immer-nur militärischer Art sein kann, mit noch größeren Mitteln als zuvor zu erzwingen. Niemand konnte z. B. die Hand dafür ins Feuer legen, daß die großen Meinungsverschiedenheiten zwischen den Anglo-Amerikanern und den Sowjets diese veranlassen .könnten, deswegen Gewehr bei FUß stehen zu bleiben, im Gegenteil mußte dieser Gegensatz die Sowjets geradezu verleiten, mit militärischen Mitteln zu regeln,’ was auf dem politischen Wege offenbar mit größeren Schwierigkeiten verbunden ist.
Jedenfalls ersehnte die anglo-amerikanische Welt in diesen Wochen nichts sehnlicher als den Beginn einer sowjetischen Offensive großen Stils, weil man sich davon fälschlicherweise eine Entlastung im Westen erhofft«. Trotzdem hat sich Moskau damit nicht übereilt, auch daran tragen nicht politische Motive die Ursache. Die militärische Führung der Sowjets war einfach noch nicht so weit, wie üblich zu Weihnachten mit dem Angriff zu beginnen. Der Aufbau einer Angriffsfront an der Weichsel und vor Ostpreußen braucht eben länger als am Dnjepr. Jeder Transport muß längere Wege machen, braucht also längere Zeit. Jede Offensive braucht geeignetes Wetter, und eine Winteroffensive will Winter- und kein Matschwetter. Der verhältnismäßig milde Winterbeginn hat den Boden noch nicht tief genug frieren lassen, um die hohen Gewichte der Panzer und Fahrzeuge auf allen unbefestigten Straßen auszuhalten, ohne die Wege nicht sofort unpassierbar zu machen. Auf solche Einflüsse nahm der Feind Rücksicht, und darum trat er erst jetzt an. Doch ist das Wetter für 1 seine Zwecke noch nicht ideal. Truppen, Batterien und Munitiön aber befanden sich nun einmal in Stellung. Sie können dort nicht unbestimmte Zeit verharren, sondern müssen in Bewegung geraten.
Noch niemals kam ein Angriff für uns so erwartet wie jetzt. Jede Bewegung war von unserer Aufklärung registriert worden. Die jetzt deutlich gewordenen Schwerpunkte empfahlen sich von selbst. An der Weichselfront war im Sommer der beabsichtigte Stoß nach Krakau und Oberschlesien zum Stehen gekommen, die gegen Ostpreußen zielende Operation war im deutschen Gegenstoß endgültig zerschlagen worden. Beide Ziele aber sind die einzigen operativen Gesichtspunkte, die der Feind im heutigen Stadium des Krieges der Beachtung wert halten kann, da er sein Interesse am Donauraum sowieso mit dem großen Angriff gegen Budapest und darüber hinaus zu erkennen gegeben hatte. Auch die Narewfront bleibt für diesen Gegner immer anziehungsreich, weil sich dort
die einzige r flankierende Zusatzgelegenheit gegen Ostpreußen ergibt. Der Feind findet in diesem Winter ungünstigere Vorbedingungen als früher. Wie seine Nachschubwege immer länger wurden, verkürzten sich die unsrigen. Er hat nochniemals zuvor ein so tiefes Abwehrsystem zu überwinden gehabt wie heute. Er weiß die deutschen Truppen ausgeruht und frisch in ihren Stellungen. Er kennt die in den letzten Monaten gewachsene Kraft unserer Kampfmittel, die gerade auf der defensiven Ebene wertvolle Ergänzungen und Neuerungen technischer Art erfahren haben. Er muß infolge Kürzerwerden der Fronten aber überall mit frontnahen Reserven rechnen^ die ihm jeden vorübergehenden Erfolg örtlicher Einbrüche verwehren und ihre Auswertung zu operativen Einflüssen verhindern können. Als Antwort hat der Feind zunächst größte Massierungen vorgenommen, mit starken Artilleriekonzentrationen gearbeitet, die er jetzt bevorzugter anwendet als in den früheren Phasen, wo er — noch infanteriestark — alles auf die Schützenwellen setzte.
Zwei Schwerpunkte sind im Abstand von 24 Stunden entstanden, an der Weichsel und vor Ostpreußen. Im Weichselbogen weist die Angriffsrichtung fast automatisch nach Westen und Nordwesten, so daß Krakau und Oberschlesien die einzigen Fernziele einer so entwickelten Operation sein können. Weil wir die Bedeutung des Brückenkopfes und seine Ausnutzung in dieser von vornherein bestimmten Richtung erkannt hatten, war eine besonders wehrhafte Verteidigungszone gebaut worden, die nichj; nur große Tiefe besitzt, sondern auch starke Eingreifreserven gepanzerter Art hinter sich weiß, die einen Einbruch begrenzen können. In der Tiefe des bewußt angelegten umfangreichen Hauptkampfeldes stehen solche Kampfgruppen jetzt im Einsatz und leisten den feindlichen Panzer- und Schützenwellen hartnäckig Widerstand. Die Sowjets haben jeden Fortschritt bisher immer mit hohen Verlusten bezahlen müssen. Sie werden sich in dieser Beziehung auch diesmal vorgesehen haben und immer neue Kräfte in die Schlacht führen, weil sie ihnen Entscheidungen einbringen sollen, die der Somnier ihnen versagte.
Diesen Angriffsschwerpunkten gegenüber tritt die ungarische Front um so eher zurück, als sie schon in den letzten Tagen einen gewissen Stillstand gebracht hat, der jetzt zu einer — vielleicht nur vorübergehenden — Kampfpause zwischen Plattensee und Donau führte. Ausgeschlossen von dieser Beruhigung bleibt der .Kampf um Budapest, wo sich ein? tapfere Besatzung weiter gegen den angreifenden Gegner in erbitterten Straßenschlachten wehrt. Sie verweigerte ihm .den Durchbruch in das Zentrum der Stadt. Als Nebenfronten können jetzt auch nur noch die Ge- fechtsfeider an der slowakischen Südgrenze gelten, denen vom Gegner wahrscheinlich ab-
„Nerven der Londoner sind überreiz!"
Ein amerikanischer Beobachter über den deutschen Fernbeschuß
ep. Stockholm, 15. Jan. „Die Bewohner I sie durch die deutschen V-Waffen in ihren Londons sind müde und ihre Nerven sind ! Erwartungen bitter enttäuscht worden. Der mitgenommen“, stellte der Direktor des Amerikaner konnte bei dieser Gelegenheit USA-Kriegsfilmamtes, Patterson, in seiner” nicht umhin, zynisch zu bemerken, die heu- Rundfunkrede fest, die' er tief unter der Erde, 1 tige „Reizbarkeit der britischen Nerven“ sei
die die angeschlagene Hauptstadt des einst so stolzen britischen Empire trägt, seinen Landsleuten in den USA hielt. „Nach über fünf Jahren Krieg schlafen und leben Tausende von Personen immer noch in den unterirdischen Schutzräumen Londons", erklärte Patterson. „Die ungeheizten Büros sind in diesem härtesten Winter, den die Stadt je erlebt hat, unerträglich. Die Leute zittern vor Kälte und Unterernährung, wenn sie in Schlangen nach den streng rationierten Lebesnmitteln anstehen.“ Mit dramatischer Betonung wies Patterson darauf hin, daß für die Londoner allzu lange Zeit fest daran geglaubt hätten, daß die Gefahr aus der Luft für sie vorüber sei, und mm seien
daran schuld, daß der Engländer nicht mehr so „geschickt" wie sonst alle kritischen Bemerkungen überhöre, die aus Amerika über den Atlantik geschleudert werden.
Wie aus Brüssel gemeldet wird, sah sich der belgische Innenminister veranlaßt, während der Dauer dee ständigen deutschen Fernbeschusses für die besonders schwierige Verwaltung von Lüttich und Antwerpen Sonderkommissare zu ernennen. Aus dieser belgi- sqhen Maßnahme geht einwandfrei die Wirksamkeit des deutschen Fembeschusses hervor. Es ist demzufolge eine Art von Ausnahmezustand geschaffen worden, der schließlich nicht mehr vor der Öffentlichkeit getarnt werden konnte.
sichtlich Fesselungsaufgaben zugeteilt werden, wie das auch bei den Frontabschnitten südlich der Weichsel geschah und — im ost- preußischen Falle — auch für den Memelbrückenkopf gilt, gegen den der Feind Ablenkungsangriffe gerichtet hatte.
Wir sind erst am Anfang der großen Winterschlacht. Mit diesem Augenblick stehen die meisten Abschnitte aller überhaupt existierenden Fronten in Gefechten und Schlachten, die volle Aufmerksamkeit erforderlich macht. Die Masse aller eigenen und feindlichen Kräfte begegnet sich im Osten. Dazu kommt diesem frisch entbrannten Ringen Im' Blick ”auf das militärische Gesamtgeschehen die größte Bedeutung zu. Es wird hart hergehen im Osten. Krisen werden nicht aus- bleiben, da es kein schwacher und weichlicher Gegner ist, der anrennt. Auch er hatte Zeit, sich wie wir genügend vorzubereiten. Wir sind^ darum in eine Phase des Krieges eingetreten, die in jedem Falle entscheidungsvolien Charakter hat. Die Sowjets wollen in wichtige Teile des Reichs hineinstoßen. Wir müssen ihnen das unter allen Umständen verwehren und haben die Kräfte gesammelt, das auch zu leisten. Aus solchen festen Entschlüssen auf beiden Seiten ist die Schlacht geboren, die jetzt tobt, und nicht so bald beendet sein wird. Es gibt für uns keine Alternative als die Zerschlagung dieses Großangriffs und seiner Ziele.
Versenkt und beschädigt
Eigener Drahtberieht
ep. Tokio, 15. Jan. Japanische Todesflieger versenkten am Sonntag sieben USA- Transporter und setzten vier weitere sowie einen Zerstörer im Golf von Lingayen in Brand, wird am Montag in einem Frontbericht von den Philippinen gemeldet. Die Beschädigungen uhd Versenkungen wurden von japanischen Begleitflugzeugen beobachtet.
Japanische Flugzeuge griffen wiederum das Hafengebiet von Akyab an, versenkten .ein kleineres Kriegsschiff und schossen 8000-Ton- nenschiff in Brand.
Aufgabe der Wirfschaft
Von
Hermann Fromm
Gauwirtschaftsberater der NSDAP.
Gauleiter Paul Wegener hat in seinen. 1 grundlegefaden Darlegungen zur Jahreswende die vom Nationalsozialismus” auch für die Wirtschaft gewollte und freudig geförderte Selbstverantwortung herausgestellt und dabei betont, daß ihre Stärkung auf allen Gebieten das Ziel der Bewegung bleibe. Es soll also der unternehmerischen Initiative auch im Rahmen einer staatlich gelenkten Wirtschaft Entfaltung uhd stärkste Förderung weiter zuteil werden, dabei immer voraussetzend, 1 daß jede wirtschaftliche Freizügigkeit von einer entsprechenden Verantwortung getragen wird, die Ziel uhd Erfolg garantiert. Es kann und darf sich also kein 'deutscher Unternehmer den Gesetzen der nationalsozialistischen Wirtschaftsprinzipien, und das besonders nicht im Kriege entziehen, würde doch andernfalls darin ein Rückfall in das Lebenssystem liberalistisch-kapitalistischer Art zu erblicken sein, dessen unverzügliche, völlige Ausmerzung zu erfolgen hätte. Die Wirtschaft ist eben kein sich selbst verantwortlicher Faktor im deutschen Volkskörper, wie der Gauleiter erneut festgestellt hat, vielmehr ilat sie unbeschadet aller Verantwör- tungsfreudigkeit im Individuellen wie in der Gesamtheit der nationalsozialistischen Staatsführung restlos zu folgen. Es ist dies die Grundthese aller nationalsozialistischen Wirtschaftsbegriffe schlechthin, sie galt für den Friedensaufbau nach der Machterhebung und erhält im Kriege ihre noch weitaus größere Bedeutung. Volks- und Staatsinteressen müssen auch von der Wirtschaft hundertprozentig vorangestellt werden; wo es sich um solche handelt — und das dürfte gegenwärtig auf allen Gebieten der Fall sein — sind andere Wünsche und Betrachtungen auszuschalten, ist das eigene Ich des Betriebsführers hinten anzusetzen. Diese logische Feststellung, die keinerlei Abweichen von den durch Planung und Lenkung vorgeschriebenen Wegen zuläßt, untergräbt auf der anderen Seite jedoch in keiner -Weise die gewünschte. ^Selbstverantwortung, wenn sich diese im Rahmen der gesetzlichen Maßnahmen vollzieht, wo ihr weiter Spielraum belassen ist. Wer ' die nationalsozialistische Wirtschaftsführung begriffen hat, wird, ja muß einer solchen Auffassung nur beipflichten.
Worin besteht nun die eigentliche wirtschaftliche Selbstverantwortung, und wie kann sie im Rahmen einer straffen Wirtschaftsführung und Lenkung zum Ausdruck kommen bzw. ihre Anwendung finden? Das erste Gebot jeder Verantwortung ergibt sich für den Betriebsführer in der ordnungsgemäßen Erledigung der ihm vom Staat und damit für die Kriegführung übertragenen Aufgaben; werklich und terminlich hat er sich selbst und sämtliche ihm zur Verfügung stehenden Kräfte so einzusetzen, daß stets und überall eine saubere und schnelle Erledigung gewährleistet bleibt, auch wenn Zwischenfälle und Ereignisse unvorhergesehener Art zeitweise Teilausschaltungen bedingen. Eine geschickte Improvisation läßt bei Ausfällen verschiedenster Art fast stets die Möglichkeit zu, die übernommenen Verpflichtungen so zu erfüllen, als seien sie nicht eingetreten. Eine Betriebsführergemeinschaft muß neben dem Pflichtbewußtsein gegenüber Volk und Staat auch über die erforderlichen menschlichen Qualitäten verfügen, sie muß ohne Reglementierung sich jederzeit darüber klar sein, was im einzelnen vdh ihr erwartet wird. Niemals darf, um nur eines der zahlreichen ungeschriebenen Gesetze für den Betriebsführer
Großangriff gegen Ostpreußen
Von det deutschen Führung erwartet — 49 Panzer vernichtet
PK. In Ostpreußen, 15. Jan. Seit Dez. hatten sich die Termine des bolschewistischen Angriffs auf Ostpreußen immer wieder verschoben. Das Bild vor den deutschen Stellungen verdichtet sich dabei immer mehr. Späh- und Stoßtrupps sahen mit unseren Fliegern hinter den Vorhang der gegnerischen Bühne, und es blieb der deutschen Führung das Ausmaß des feindlichen Aufmarsches 1 ' nicht fremd.
Nach seinen, ersten Versuchen, Ostpreußen niederzuwalzen und damit die Tore in das Herz des Reiches zu öffnen, bat / der Feind seine Lehren gezogen und bereitete sich bis ins kleinste auf den neuen Schlag vor, der — darüber braucht kein Zweifel gehegt zu werden — eine der großen Proben der Standhaftigkeit, der kämpferischen Entschlossenheit und des härtesten Ringens werden wird. Bei dem von rund 15 Divisionen und mehreren Panzerbrigaden genährten bolschewistischen Angriff fand dieser keine Unterstützung aus der Luft. Bei Temperaturen um Null und tiefhängenden nebligen Wolken mußten die auf getankten Flugzeuge ta ihren Horsten bleiben. Der Kampf gehörte den Grenadieren, Panzern und dar Artillerie. Auf engstem Raum angesetzt, trommelte der Ffetnd V/^ Stunden lang aus Hunderten von Rohren seine Verbände zum Angriff. Als die Bolschewisten zum Sturm antraten, faßte sie das Feuer der deutschen Artillerie und das der aus ihren Löchern kommenden deutschen Grenadiere.
Auf vielen Kilometern Breite entbrannte der erbitterte Kampf. Bolschewistische Panzer trafen auf eine entschlossen stehende Mauer deutscher Waffen und Soldaten. 49 Panzer haben die Bolschewisten in diesem
Abschnitt am ersten Tag zum Opfer bringen müssen. Volksgrenadiere und Grenadiere schlugen sich hervorragend im moorigen Gelände, Stützpunkte konzentrierten die Stöße einbrechender Massen auf sich und zersplitterten ihre Wucht. Schwere blutige Opfer mußte der Feind am ersten Tag der großen Auseinandersetzung bringen. Auch die eigenen Reihen wurden bei diesem harten Ringen getroffen, aber der Zusammenhang der Front blieb gewahrt. Einbrüche wurden abgeriegelt und der Feind gehalten. Die wochenlange Arbeit Tausender von Rausten hat ihren Lohn gefunden. In zahllosen Stellungen muß der Feind immer wieder verbluten und sein Geländegewinn wiegt in keinem Falle auf, was er an kostspieligem Blut opfern muß. Die äußere und innere Bereitschaft der Ostpreußen verteidigenden deutschen Soldaten ist auf ihrem Höhepunkt gewesen, als die WafTen wieder sprachen. Sie werden die Erreichung jenes ’ s ver .ndern. dos den sow jetischen Divisionen in diesem Abschnitt gestellt worden ist.
Es bedarf, wenn man ans der örtlichen Sehau dieser Kämpfe auf den großen Zusammenhang schließt, ke&ier Herausstellung, wenn man in dieser sich nunmehr herausbildenden Ostoffensive eine jener großen Anstrengungen des Feindes sieht, nun im Einsatz aller Mittel diesen gigantischen Krieg zu seinen Gunsten zu entscheiden. Das lehrt das Teilstiick der hiesigen Front, ln dem eine der härtesten Schlachten ihren Anfang genommen hat. Das wesentliche Wort wird hierbei nicht der Feind, wohl aber -der um seinen Auftrag wissende dertsche Soldat zu sprechen haben.
Kriegsberichter Peter Kustermaon,