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(15.1.1945) 12
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Parteiamtliche Tageszeitung

Da* Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Bremen

Nummer 12 15. Jahrgang

Montag, 15. Januar 1945

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatthallers in Oldenburg und Bremen

Einzelpreis 15 Rpf.

Höchste deutsche Bewährungsprobe

,4 Gegen feindlichen Generalangriff Sowjetische Winieroffensive entfesselt

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Drahfberlcüt unserer Berliner Schriföeltung dr. w. sch. Berlin, 14; Jan. Weichselbogen und ostpreußischer Grenzraum, Ardennen und Elsaß, und schließlich im weiteren Be­reich die Insel Luzon sind die Namen, die die Tatsache . eines gleichzeitigen gewaltigen Großangriffs der Feindkoalition gegen Deutschland und seinen ostasiatischen Ver­bündeten kennzeichnen. Die erwartete Ent­fesselung der sowjetischen Dampfwalze aus dem Brückenkopf Baranow heraus und im Baum Ebenrode—Schloßberg weist im Zusam­menhang mit den Erscheinungen an allen anderen Fronten dieses Weltkrieges darauf hin, daß die Feinde nach einem aufeinander abgestimmten Plan jetzt noch einmal mit Beschleunigung die letzte Entscheidung su­chen und daß die zweite Hälfte dieses Winters uns die Höchststeigerung der härtesten Be­währungsprobe in unserer Geschichte bringen soll. Wir sind uns heute alle, bis zum letzten Volksgenossen, dessen bewußt, daß es in die­sem gigantischen Kampf, der jetzt entbrannt ist, um das Letzte und Höchste geht, daß unser Leben als freie Nation und die erträg­liche Lebpnsmöglichkeit für jeden einzelnen von uns sowie schließlich die Fortdauer der gesamten abendländischen Kultur auf dem Spiele stehen, wenn wir verfrüht in unse­rem aufs äußerste gehärteten Abwehrwillen erlahmen sollten. Wir tragen aber auf der anderen Seite auch das sichere Gefühl in uns, daß wir über den schlimmsten Berg hinweg sein werden, wenn wir diesen neuen General­angriff der Feinde auf allen Fronten abge­schlagen haben werden. Wenn wir die zweite Hälfte des Winters in der Abwehr ebenso er- i folgreich bestehen wie die erste, so können wir mit dem Beginn 'des Frühlings auf Ent­wicklungen hoffen,. die zu unserem sicheren Siege führen müssen.

Mit unerschütterlichem Vertrauen blicken - wir-anf. die heldenhafte Leistungskraft unse-, rer durch die totale Volkserhebung bereits entscheidend verstärkten Grenadier- und Panzerdivisionen, die an den Fronten jetzt Deutschlands Schicksal auf ihren Schultern tragen und die in den letzten Monaten imhier wieder bewiesen haben, daß jetzt Ereignisse und Entwicklungen nicht mehr vorstellbar sind, wie sie im vergangenen Sommer nach dem 22.' Juni im Osten und nach dem Durch­bruch von Avranches im "Westen einen tragi­schen Ablauf der Kämpfe verzeichneten. Die zahlen- und materialmäßige Verstärkung, wie vor allem die moralische Erneuerung im nationalsozialistischen Volksheer wirken so tief, daß wir die Wiederholung solcher bösen Dinge nicht mehr zu befürchten brauchen.

Es ist klar, daß der Feind sn der Stelle des von ihm gewählten Angriffsabschnittes, trotz genauer ■ Erkundungen, mit einem starken zahlenmäßigen Übergewicht auftreten kann und darum in der ersten Phase der Offensive da und .dort eine zunächst kritisch aus­sehende Situation zu schaffen vermag, die sich in Erscheinungen des Bewegungskrieges zu äußern pflegt. Mit solchen Möglichkeiten hat aber selbstverständlich unsere militä­rische Führung gerechnet und sich darauf in der langen Zeit, die zur Verfügung stand, durch die Schaffung tiefgestaffelter Vertei­digungssysteme und Auffangiinien einrichten können.’

Deshalb können wir auch die Tatsache, daß sich die sowjetische Offensive aas dem Baranow-Brückenkopf in der Verlagerung der Brennpunkte in den Raum zwischen Weichsel, Nida und Südausläufern der Lysa Gora bereits am weiten Tage räumlich er­weitert und vertieft hat, mit ruhiger Gelas­senheit zur Kenntnis nehmen. Wir erfahren ’ bereits, daß in der Tiefe des Hauptkampf­feldes starke deutsche Kampfgruppen dem i feindlichen Ansturm mit großen Erfolgen i gegeh die Sowjetpanzer erbitterten Wider­stand entgegensetzen und daß unsere Abwehr im ostpreußischen Grenzgebiet die feindliche Angriffskraft zu lähmen vermochte.

tlberraschungsmöglichkeiten an anderen Frontabschnitten bleiben angesichts des be­kannten, hoch entwickelten sowjetischen Tarnungsvermögens noch offen, aber wir sind überzeugt, daß unsere Führung sich für alle Eventualitäten genügend gerüstet hat, denn die sowjetische Großoffensive trifft uns ja nicht unvorbereitet.

iw Lager der Neutralen und auch in der feindlichen Presse sind in der letzten Zeit Fetrachtunuen darüber angestellt worden, warum die Sowjetoffensive solange habe auf sich warten lassen. Es yrarde sogar die Ver- Riutrng ausgesprochen, daß Stalin erst im Zusammenhang mit dem Lubliner Sowjet vollendete Tatsachen habe schaffen und anglo-amerikanische Zugeständnisse erzwin­gen wollen, ehe er seine Dampfwalze' in Be­wegung setzte. Wir haben so etwas nie ernst genommen, vielmehr ausschließlich- mili­tärische Gründe hinter dem Verhalten Sta­lins gesucht. Nachdem seine Sommeroffen­sive an den Grenzen Ostpreußens zum Stehen gebracht werden konnte, waren die lange ge­sammelten sowjetischen Offensivkräfte offen­bar vollkommen ausgepumpt, und die Sowjets haben ein ganzes halbes Jahr gebraucht, um auf den verlängerten Anmarschwegen wieder so gewaltige Trunnenmassen zu häufen, daß sie sich von ihrer Offensive den Durchbruch und die strategische Entscheidung glauben versprechen zu können.

Vertrauen scheint man

a-uch von Moskau aus die kommende Ent­wicklung nicht zu beurteilen. Noch am Tage des Offensivbeginns wies die „Prawda“' dar­auf hin, daß die deutsche Führung nichts zur Festigung der ostpreußischen Verteidigung unterlassen habe, daß dort viele alte Vertei- digurigsbäuten ausgenutzt und neue, bis zum Übermaß mit Feuerwaffen bestückte Befesti­gungen erbaut worden seien. Auch auf dem historischen Schlachtfeld südlich der Lysa Gora, wo die erste russische Dampfwalze im ersten Weltkrieg von den Armeen Macken­sens Und Dankls zum Stehen gebracht und zurückgeschickt wurde, dürften die Sowjets diesmal wieder noch einige Überraschungen erleben.

Daß die sowjetische Großoffensive zum jetzigen Zeitpunkt entsprechend einem vor­her abgestimmten militärischen Plan der Feindkoalition einsetzte, ergibt sich schon aus der anderen Tatsache, daß unmittelbar anschließend die anglo-amerikanis’chen Streitkräfte im Westen, . sowohl in den Ar­dennen wie im Elsaß erneut zum Angriff ge­schritten sind, so daß der Wehrmachtbericht eine gleichzeitige Steigerung der Winter­schlacht in den Ardennen zu neuer Heftig­keit zu verzeichnen hat. In diesem Zusam­menhang erst wird die entscheidende Bedeu­tung des deutschen Gegensehlages ganz klar,

der am 1«. Dez. begonnen wurde und den tiefen Frontbogen in den belgischen Raum bewirkt hat. Die Tatsache dieses Frontbogens macht die anglo-amerikanische Angriffsrich­tung aus dem Raum östlich Aachen gegen die kölnische Rheinebene zunächst höchst problematisch.

Wir haben also den Gegner gezwungen, am Beginn der Generaloffensive an allen Fron­ten seine Hauptkräfte jenseits der Reichs­grenzen anzusetzen, so daß die Bedrohung eines der lebenswichtigsten Räume des Rei­ches in dieser kritischen Phase des Krieges zunächst ausgeschaltet erscheint. Die „Illu- strated London News“ gibt diese Tatsache mit der Feststellung zu, daß die deutschen Truppen erfolgreich" ihre Aufgabe gelost hätten, die Offensivpläne der Alliierten durcheinanderzubringen. Sie hätten die erste Runde gewonnen, in der sie die Amerikaner von einer Ecke in die andere gejagt hätten.

Die Tatsache, daß-der amerikanische Groß­angriff auf Luzon zeitlich mit den entschei­dungsuchenden Ereignissen in Europa zusam- •menfällt, dürfte allerdings nicht im ursprüng­lichen strategischen Pfan gestanden haben. Der Angriff wurde vielmehr zu einer Zeit beschlossen, als man noch mit einem Ende des europäischen Krieges im vergangenen Herbst rechnete, Vor vier Monaten beschlos­

sene Pläne, so erklärt „Evening Standard", seien für die augenblickliche Lage nicht mehr richtig, und der mißglückte Versuch, den Krieg in Europa im vergangenen Herbst zu beenden, mache nun eine völlig neue Ton­nageverteilung zwischen' Westfrontkrieg in Europa und amerikanischem Ostasienkrieg notwendig. Andererseits ist das Unternehmen gegen Luzon mit einem so gewaltigen Kräfte­aufwand eingeleitet worden und soweit fort­geschritten, daß Roosevelt nicht mehr zurück kann, ohne das Odium einer furchtbaren Niederlage auf sich zu nehmen. An diefeer Stelle wirkt sich also auch die tatsächliche und moralische Reorganisation des deutschen Widerstandes und die gewaltige Leistung unserer Soldaten in den letzten Monaten in einem wesentlichen Wechselrhythmus ganz entscheidend aus.

Diö Großoffensive unserer Feinde auf dem europäischen Kriegsschauplatz wird somit von unseren Feinden mit der gewaltigen Vorbe­lastung eines strategisch völlig durcheinander­gebrachten Planes eröffnet. Diese Tatsache verstärkt unsere Zuversicht, die sich entschei­dend auf die unüberwindliche Tapferkeit un­serer Soldaten und auf die vorbereitende Um­sicht unserer militärischen Führung stützt, daß wir diese Höchststeigerung unserer Bei währungsprobe bestehen werden..

Schwere Panzerverluste der Bolschewisten

Winterschlacht in den Ardennen zu neuer Heftigkeit gesteigert

Führerhauptquartier, 14. Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Winterschlacht in denArdennen hat sich zu neuer Heftigkeit gesteigr-t. Unsere Pänzer- und Infanterieverbände standen den'ganzen Tag über in harten Kämpfen mit Sen gegen den gesamten Frontbogen anrennenden ame­rikanischen Divisionen. Feindliche Angriffe südlich Malmedy scheiterten. Südwestlich Vielsalm wurde der Versuch starker Verbände des Gegners, nach Houffalize durchzubre­chen, durch unsere Gegenangriffe vereitelt. Auch im Raum östlich Bastogne gewann der Feind trotz Kräftezusammenfassung nur un­bedeutend Boden.'— Im Kampfraum von Hatten und Rit ershofen im Elsaß versuch­ten die Amerikaner erneut, bis zu achtmal am Tage angreifend, unsere Truppen aus der eroberten Maginotlinie zu verdrängen. Ihre Angriffe brachen schließlich zusammen. — Von Rheinau bis Erstem ist das gesamte Ge­biet zwischen Rhein und 111 vom Feind ge­säubert. — Seit, dem 1. Januar wurden an der Westfront 520 feindliche Panzer abge­schossen oder erbeutet und mehr als 5000 Gefangene eingebracht.

Aus Mittelitalien und vom Balkan werden keine Kämpfe von Bedeutung gemeldet.

In Ungarn blieb die Gefechtstätigkeit zwi­schen Plattensee und Donau weiterhin gering. Versuche der Bolschewisten, im Schutze der Nacht von Osten her in das Stadtzentrum von Budapest durchzubrechen, wurden , durch unsere zäh kämpfende Besatzung vereitelt. Nördlich «ier Donau vereinigten sich mehrere unserer Angriffsspitzen und engten damit den feindlichen Einbruchsraum weiter ein. — Im ungarisch-slowakischen Grenzgebiet setzte der Gegner zwischen Biauenstein und dem Hernad-Fluß seine Angriffe mit zahlreichen, an den bisherigen Brennpunkten zusammen- gefaßten Divisionen fort. Sie wurden bis auf einige kleinere Einbrüche abgewiesen, um die noch heftig gekämpft wird.

Aus dem Baranow-Brückenkopf haben sich die Brennpunkte der Abwehrschlacht gegen’

die neue Großoffensive der Bolschewisten in gegenwärtig im Weichselbrückenkopf von

den Raum zwischen Weichsel—Nida und den Südausläufem der Lysa Gora verlagert. In der Tiefe des Ilauptkampffeldes setzten starke deutsche,Kampfgruppen dem Ansturm der feindlichen Infanterie und Panzer erbit­terten Widerstand entgegen. Nach bisherigen Tqjlmeldungen wurden an den beiden ersten Tagen der Schlacht 245 feindliche Panzer vernichtet, davon 134 an einem Tage durch ein Panzerkorps. — Im ostpreußEchen Grenzgebiet begann der Feind im Raum Ebenrode—Schloßberg den erwarteten Groß­angriff nach zweistündiger starker Artillerie­vorbereitung. Zusammengefaßte Gegenwir­kung unserer Artillerie auf Bereitstellungs­räume und Batteriestellungen der Sowjet? lähmten die feindlichen Angiffskräfte. In harten Kämpfen fingen unsere Truppen den Ansturm von mehreren, durch zahlreiche Panzer-Brigaden unterstützten Sehützen- korps im Hauptkampffeld auf und vernich­teten dabei nach den bisherigen Meldungen 56 feindliche Panzer. Im Nordteii des Me­melbrückenkopfes wies die Besatzung starke Angriffe der Bolschewisten in schwungvollen Gegenstößen ab.

Städte am Rhein und die frontnahen Ge­biete im Westen wurden gestern durch anglo- amerikanische Terrorfiieger mit Bomben an­gegriffen. In der Nacht flogen die Briten in das Gebiet der Pommerschen Bucht ein. Nachtjäger und Flakartillerie der Luftwaffe brachten 21 viermotorige Bomber zum Ab­sturz.

London lag Tag und Nacht unter unserem Vergeltungsfeuer.

Von der westnorwegischen Küste hatte ein deutsches Geleit Gefechtsberührung mit einem Verband britischer Seestreitkräfte. Die zu seinem Schutz eingesetzten Kampfmittel der Kriegsmarine versenkten hierbei einen Kreuzer und einen Zerstörer.

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Berlin, 14. Jan. Der weitaus stärksten Kräftemassierung stehen unsere Truppen

London bestätigt verheerende V-Wirkung

„Rückkehr zu den schlimmsten Tagen Englands ®*

Drahtbericht unseres Vertreters hw. Stockholm, 14. Jan. Die englischen Sachverständigen- -und Forschungskomitees, die zur Bekämpfung der deutschen V-Waffen berufen wurden, haben noch immer keine wesentlichen Fortschritte erzielen können. Besondere Schwierigkeiten bereitet, amerika­nischen Berichten aus London zufolge, V 2. Der Londoner „Star“ drückt die Hoffnung aus, daß es vielleicht durch Beeinflussung mit Funksignalen gelingen könnte, die deut­schen Stratosphärengeschosse „an ungefähr­lichere Einschlagpi^tze zu dirigieren oder mindestens den Deutschen die Möglichkeit genauer Bestimmung des Einschlagplatzes zu nehmen“. Die Äußerungen des englischen Blattes bestätigen, daß V 2 seinen Weg zu den richtigen Zielen recht genau findet und daß die Engländer gerade dies als be­sonders folgenschwer betrachten — ohne bis­her eine Lösung gefunden zu haben.

Die USA-Zeitschrift „Time“ meldet, durch den Einsatz von V 2 seien die Verlustziffem unter der Zivilbevölkerung zu den schlimm­sten Tagen des vergangenen Sommers zu­rückgebracht worden. Weit entfernt, eine Verteidigung gegen V 2 gefunden zu haben, wisse man in England noch recht wenig über die innere Zusammensetzung der Raketen­bomben. Amerikanische Flieger behaupten, den Aufstieg einer V 2 in die Stratosphäre Mit übermäßigem photographiert zu haben. Die Bilder ließen

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allerdings-diesmal foerasaten, da» die ersten 15 der 20 km der Hhnen zu fliehen sei womöglich.

Bahn der Rakete sich in einem „Radiokäfig" abspielten, der von Wellensendem im Um­kreis von 3 km um den Startplatz gebildet werde. Nach dieser Theorie bestehe das Zie­len der Rakete darin, daß sie innerhalb ihres „Radiokäfigs“ hin und her gestoßen werde, bis sie auf dem rechten Wege sei. Es sei praktisch unmöglich, sie unterwegs zu be­kämpfen.

In Antwerpen werden als letzte Neuigkeit Amulette gegen V-Bomben verkauft mit dem Bild St. Christophers. Eine amerikanische Meldung besagt, trotz des Preises von 25 Francs fänden diese Amulette reißenden Absatz.

Genf, 14. Jan. Eine Reise von der Schweiz nach England ist sehr beschwerlich. Einem Zivilisten ohne diplomatischen Paß ist es praktisch unmöglich, dorthin zu gelangen; denn England ist hermetisch abgeschlossen.“ So leitet der eben von einem Besuch in Lon­don zuruckgekehrte Schweizer Nationalrat Neuenberger seinen Bericht über seine Reise­eindrücke ein, der insofern interessant ist, als er ein Bild von der verheerenden Wir­kung des deutschen V-Beschusses gibt. „Lon­don hat schwer gelitten. V 1 und V 2 sind unangenehme Dinge'', schreibt Neuenberger. Bei dem V-Beschuß werde gar kein Alarm ausgelöst, denn die „schweren Höllenmaschi­nen“ fielen aus großer Höhe mit einer Ge­schwindigkeit von 4000 Stkm zu Boden. Vor

Baranow gegenüber. Fünf sowjetische Armeen und mehrere Panzerkorps stürmen hier un­unterbrochen. Der laufend aus der Tiefe ge­nährte Angriff brandet zur Zeit gegen den Südrand des Lysa -Goro- Gebirges und das Ostufer der Nida, einem linken Nebenfluß der Weichsel, mit dicken Bänken künstlichen Nebels, um unseren dort stehenden Batterien die Sicht zu nehmen. Auf dem Schlachtfeld führen unsere Truppen den Kampf als ela­stische Verteidigung. Unsere Grenadiere und Panzerverbände kämpfen teils in vorbereite­ten Stellungen, teils in freier Bewegung und bringen dem Gegner durch härtesten Wider­stand und durch Flankenstöße sehr hohe Verluste bei.

Immer wieder werden feindlich^ Panzer­spitzen vor Rückhaltstellungen zum Stehen gebracht und die anstürmenden sowjetischen Massen aufgefangen oder so lange gebunden, bis Eingreifreserven zum Gegenstoß antreten können. Jede Stunde kostet den Feind zahl­reiche Panzer. Die im Wehrmachtbericht als vernichtet gemeldeten 245 Sowjetpanzer sind nur Teilzahlen, geben aber einen Begriff von der Härte der Kämpfe.

Die Schlacht im Weichselßogen Ist in vollem Gange. Sie hat ihren Höhepunkt je­doch noch nicht erreicht, denn von beiden Seiten werden fortgesetzt noch frische Kräfte zugeführt. Der Hauptstoß der Bolschewisten wurde von zahlreichen Fesselungsangriffen in den südlichen Nachbarabschnitten be­gleitet.

Brennpunkt Budapest

Von unserem militärischen v. W.-Mitarbeiter

Die deutsch-ungarische Besatzung von Bu­dapest hat sich auch in den letzten Tagen tapfer gehalten. ■ Sie wird von Osten und Süden her stark bedrängt. Sie verteidigt jeden Häuserblock mit fanatischer Wut. Seitdem der sowjetische Angriff bis in die Stadt selbst vorgedrungen ist, hat der Kampf alle schwe­ren Formen einer gewaltigen Straßenschlacht angenommen. Was dem Artilleriebombarde­ment und Luftangriffen entging, fällt den Straßenschlachten zum Opfer; Von den gro­ßen und einmal bedeutsame*), vor allem den historisch einmaligen Gebäuden der ungari- * sehen Hauptstadt sind clie meisten in Trüm­mer gefallen. Mit den deutschen und ungari­schen Truppen zusammen hält die Bevölke­rung aus, die eben erst ein besonderes Lob aus dem Munde des Stadtkommandanten er­hielt. Sie mag die Last .der Kämpfe hoch schwerer tragen als die kämpfende Truppe. Diese hat, seitdem Budapest in den Weih­nachtstagen eingeschlossen wurde, viele Be­weise einer vorbildlichen soldatischen Haltung gegeben. 1 Ihr harter Widerstand wirkt wie eine Säugpumpe gegenüber den Sowjet­massen, die am Angriff auf Budapest betei­ligt sind und um jeden Häuserblock eine be­sondere Schlacht schlagen- müssen.

Die Westfront von Budapest dagegen wird vom Gegner nur in geringem Maße angefaßt. Das ist ein großer Unterschied zu den ersten Tagen, der Einschließung, vto der sowjetische Druck gerade von Westen' her vorgetragen wurde und damit gegen den Rücken der .Budapester Ostfront angesetzt war. Das hat sich schlagartig geändert, seitdem der deut­sche Gegenangriff aus dem allgemeinen Raume von Komorn nach Osten und Süd­osten gelichtet ist. Dieser mit. drei starken Stoßkeilen an den Flügeln und in der Mitte unserer Angriffsfront betriebene Angriff hat sich im Süden bis Zamoly, in der Mitte bis Bicske und am Nordflügel bis zum Pilis- Gebirge an der Donauschleife vorwärtsge­schoben. Das geschah gegen stärksten sowje­tischen Widerstand. Die Oberbefehlshaber der beiden starken feindlichen Armeegruppen .hatten frühzeitig das Motiv dieses deutschen Angriffes erkannt und daraufhin rücksichts­los-den westlichen Einschließungsring, vön Budapest von Truppen entblößt. Zuerst wur­den schnelle Verbände gegen unsere angrei- fehden Panzerkeile geworfen, nachdem diese die bereits westlich' des Vertes-Gebirges ste­henden Sowjetdivisionen durchbrochen hat-, ten. Inzwischen führte der Feind weitere Kräfte, nicht nur Panzerverbände, sondern auch Pakeinheiten und starke Artillerie nach Westen, um neue Riegel vor unseren Stoß­keilen aufzubauen. Offenbar hatten die sowje­tischen Truppen den Auftrag, unter allen Umständen den deutschen Vormarsch aufzu­halten. Es hat feindliche Einheiten gegeben, die zwei Drittel ihres Bestandes an Panzern verloren. Unser Vormarsch mußte darum einen Gegenangriff nach dem anderen über­winden. Er konnte vielleicht verlangsamt werden, zum Stehen wurde er nicht gebracht. Die Verbindung mit Budapest konnte noch nicht hergestellt werden, weil sich noch starke Sowjetverbände zwischen Budapest und Stuhlweißenburg, Bicske und dem Pilis- Gebirge befinden, um in ständiger Wieder­holung ihres Gegenangriffes unsere Angriffs­kraft zu erschöpfen. D_er Wettlauf zwischen den deutschen Entlastungsverbänden und den Angreifern Budapests führt die Schlacht einem dramatischen Höhepunkt entgegen.

Großkampf im pazifischen Baum

Die Schlacht um Luzon — Gesamte USA-Flotte versammelt

Drah ‘bericht unseres Vertreters av. Tokio, 14. Jan. Berichten von der Front zufolge ist fast die gesamte amerikanische Flotte zusammen mit einigen englischen Ein­heiten gegen die Philippinen-Hauptinsel Lu­zon eingesetzt worden, um die strategische Konzeption des feindlichen Oberkommandos mit einem Schlage der Verwirklichung nahe­zubringen. Wie auch auf seiten des Gegners wiederholt zugegeben Wurde, ist die Landung in der Bucht von Lingayen nur als ein erster Syhritt eines gewaltigen Unternehmens an­zusehen, das in der nächsten Zukunft Aus­einandersetzungen von entscheidender Be­deutung für den gesamten Ostasienkrieg aus- lösen dürfte. Durch den „pazifischen Korri­dor“ sucht der Gegner auf dem chinesischen Festland Fuß zu fassen, um dort die zu einer Invasion Japans benötigten Luftstützpunkte zu errichten und andererseits Japans Zu­fahrtsstraßen zu dem an kriegswichtigen Roh­stoffen reichen Südraum äbzuriegeln. Wie die Ernennung General Yamashitas,’ eines der fähigsten Köpfe der japanischen Armee, zum Oberkommandierenden auf den Philippinen beweist, ist man sieh auch in Japan völlig bewußt, daß die Schlacht um Luzon von wei­testgehender Bedeutung ist. Maßgebliche Kreise betonten wiederholt, daß Japan alle Vorbereitungen getroffen habe, um den Feind an dieser Front entscheidend zu treffen.

Seit der feindlichen Landung auf Luzon ist die japanische 'Luftwaffe dazu übergegangen, jeden einzelnen Flieger als „Tai-Atari“- Kämpfer, das bedeutet Vernichtung des Fein­des durch Selbstabsturz, einzusetzen. Selbst die Aufklärer führen jetzt Sprengstoffe mit. um ihnen etwa in den Weg kommende Feind- zieie zu rammen. Dies wird von hiesigen mili­tärischen Kreisen als Beweis für den Emf der Lage auf den Philippinen gewertet und zugleich für die Tatsache, daß Japan gewillt ist, den Gegner mit allen Mitteln am Erfolg izu hindern.

Die General McArthur und Nimitz haben sich auf eine Zerreißprobe ihres Nachschubs eingelassen, die ihnen selbst bei der mate­riellen Überlegenheit der USA außerordent­liche schwere Probleme zu lösen geben wird.

Die Stärke der feindlichen Invasionskräfte, die auf rund 300 Transportern sich Luzon genähert haben, wird auf vier Divisionen ge­schätzt. Gegen zwei weitere Geleitzüge, die unter sehr starkem Schutz westlich Luzon und der Sulusee operieren, ist die japanische Luftwaffe im dauernden härtesten Einsatz.

Inzwischen werden Panzer, schwere Ge­schütze und anderes Kriegsmaterial von den Nordamerikanern weiter in die von ihnen im Süden der Lingayen-Bucht errichteten Lan­deköpfe geschafft, während die Japaner ihre Angriffe ununterbrochen gegen die USA- Landetruppen fortsetzen. Die schärfsten Kämpfe finden gegenwärtig in den Gebieten von Lingayen und San Fabian statt, meldet Domei am Sonntag.

Seit Beginn der USA-Landung auf Luzon haben die Japaner vom 5. bis 10. Januar 56 USA-Kriegsschiffe und Transporter aus- geschaltet, von denen 31 versenkt und 25 be­schädigt wurden. Unter den versenkten Schiffen befinden sich 20 Transporter, drei Flugzeugträger, fünf Kreuzer, zwei Kreuzer oder Zerstörer und ein Schlachtschiff. Be­schädigt wurden 13 Transporter, vier Flug­zeugträger, zwei Kreuzer, zwei Flugzeug­träger oder Schlachtschiffe, ein Schlacht­schiff, ein Schlachtschiff oder Kreuzer und zwei Kriegsschiffe nicht erkannten Typs.

Schwerter nach dem Heldentod

Aus dem Führerhauptquartier, 14. Jan.. Der Führer verlieh am 12. Januar das Eichenlaub mit Schwertern an den am 27. Dezember 1944 gefallenen Oberst Wolfgang Kretzschmar, Kommandeur eines Jäger-Regiments, als 121. Soldaten der deutschen Wehrmacht.