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Parteiamtliche Tageszeitung
Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatthallers in Oldenburg und Bremen
Nummer 9 15. Jahrgang
Donnerstag, 11. Januar 1945
’ol, * ■.
Durchbruch durch Maginot-Linie
Südöstlich Weißenburg aufgerissen <■ Feindgruppen am Oberrhein eingeschlossen
Einzelpreis 15 Rpf.
S *r Aus demFührerhauptquartler, . 10. Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht
gibt bekannt:
Die Abwehrschlacht in den nördlichen Ardennen nimmt ihren Fortgang. Auch gestern versuchten die' Amerikaner wieder, durch starke Angriffe gegen unsere Nord- und Süd- flanke den Durchbruch auf Houffalize zu erzwingen. ln erbitterten, auf beiden Seiten verlustreichen Wald- und Ortskämpfen in schwierigem und Vereistem Gelände, wiesen unsere Truppen die Angreifer ah und gingen an vielen Stellen selbst zu Gegenangriffen über. Jeder größere Bodengewinn wurde dem Gegner verwehrt. An 500 Gefangene fielen hier und bei örtlichen Gefechten in Lothringen in unsere Hand. — Panzergrenadiere und Panzer haben die Maginotlinie hei Hatten, südöstlich Weißenburg, im Elsaß, aufgerissen and über 300 Amerikaner aus den genomme- erlicgf nen Befestigungen herausgeholt.. Bei dem tef wiederholten Versuch, unseren Brückenkopf nördlich Straßburg einzudrücken, verlor der Gegner 14 Panzer. Am Oberrhein, südlich Erstem, sind mehrere feindliche Kampfgruppen von ihren rückwärtigen -Verbindungen abgeschnitten und eingeschlossen. — Seit dem 1. Januar wurden an der Westfront über 350 feindliche Panzer vernichtet oder erbeutet.
In Mittelitalien führten die Briten nur vergebliche Vorstöße nördlich Faenza. Durch eigene Stoßtrupps erlitten sie höhe Verluste.
In Ungarn schlugen deutsche Verbände nördlich Stuhlweißenbürg ' den Gegenangriff eines bolschewistischen schnellen Korps zurück und vernichteten im Verlauf einer elUuljp Panzerschlacht 73 von 120 angreifenden Pan- ;n, i zern . Das am Vortage gewonnene Gelände blieb fest in unserer Hand. Weitere feindliche .Gegenangriffe scheiterten am Nordostrand ■ des Vertes-Gebirges. Zwei eigene Angriffe j brachten an den Westausläufern dieses Geil^,. birges immL spdliph der Donau Erfolge. In 61 *5 Budapest wfrd vor allem beiderseits des Ost- r.’ ? bahnhofes erbittert gekämpft. — Versuche der Sowjets, ihren Einbruchsraum v nördlich der Donau auszuweiten, wurden vereitelt. Der Feind verlor dabei 22 Panzer. — Von der übrigen Ostfront werden keine Kämpfe von
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■ Bedeutung gemeldet.
Die feindliche Luftwaffe beschränkte sich gestern auf vereinzelte Einflüge auf Südwest- ; deutschland.
- Das Feuer unserer Vergeltungswaffen auf London wird fortgesetzt.
r.JJw Deutsche Handlungsfreiheit
ft Drahtbericht unserer Berliner Sehrtftlettung bm. Berlin, 10. Jan. Das deutsche Hauptquartier West erklärte in seiner jüngsten Verlautbarung, Feldmarschall v. Rundstedt habe nunmehr an der gesamten Westfront die absolute Handlungsfreiheit für sich gewonnen. Diese Feststellung wurde sowohl im Hinblick auf die Ereignisse im Elsaß getroffen, wo deutsche Panzergrenadiere und Panzer die Maginotlinie bei Hatten, südöstlich Weißen' bürg, aufgerissen haben und weiter nach Süden vorstoßen, als auch im Hinblick auf die erbitterte Materialschlacht in den Ardennen. Denn das Ringen in den Ardennen steht, auch wenn es allmählich den Charakter einer Zermürbungsschlacht angenomjnen hat, in keiner Beziehung mehr zu den ursprünglichen Operationspiannngen Eisenhowers. Sie gehorcht nach wie vor dem Zwange der deqt-» sehen Initiative und wird von den Alliierten geführt, um überhaupt erst die Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme und Fortsetzung des eigenen Operationsplanes sicherzustellen.
Von vornherein war sich das deutsche Oberkommando darüber klar, daß . siqh aus der in überraschendem Durchbruch erzwungenen Bewegungschlacht irgendwo wieder stationäre Kämpfe und sogar harte Abwehrschlachten. ergeben würden. Das entscheidende strategische Merkmal der Offensive liegt ja auch keineswegs in räumlichen Angriffszielen, sondern vielmehr in dem Wandel, dem die gesamte Westfront unterzogen wurde. Vor Beginn der Angriffsschlacht in der Eifel wqr’- die Lage dadurch gekennzeichnet, daß die deutsche Westfront in den Schwerpunkträumen der Rur, beiderseits Düren, an der Saar und im . pfälzischen Grenzgebiet einem anhaltenden und sehr starken Feinddruck ausgesetzt war, der' die deutsche Abwehr in eine Folge schwerer Abwehrschlachten verwickelt hatte. Vor die Frage gestellt, die große Grenzschlacht defensiv zu führen, sich also der Initiative der Alliierten zu unterwerfen und jeweils zum zweiten Zuge verurteilt zu sein, oder mit einer großen offensiven Kraftanstrengung das Gesetz des Handelns wieder an sich zu reißen, entschied sich die deutsche Führung zu der zweiten Alternative, um mit ihrer Durchführung außerordentlich weitreichende Fernziele zu erreichen.
Eisenhower konnte einen den deutschen Angriffsdruck ausgleichenden Abwehrschwerpunkt nur dadurch schaffen, daß er die bisherigen Angriffsräume der Westmächte durch starke Truppenabzüge schwächte,'Vas wiederum zwangsläufig die Aufgabe wichtiger, unter schweren Verlusten erkämpfter Angriffsdispositionen und auf Grund des deuten Nachstoßens auch beträchtliche Geländeverluste zur Folge hatte. In der elsässi- achen Ebene stehen die deutschen Truppen
heute sowohl in der Maginot-Zone vor der pfälzischen Grenze als auch an der Nordfront des großen deutschen Frontbogens um Colmar weiter im Angriff. Südöstlich von Weißenburg wurde in harten Durchbruchskämpfen die Maginot-Linie bei Hatten aufgerissen. Hier sind weitere Entwicklungsmöglichkeiten zu erkennen, die im Zusammenhang mit dem nördlich von Straßburg auf dem Westufer des Rheins gebildeten Brückenkopf stehen. Die Nordamerikaner führten nach Konzentrierung, stärkerer Kräfte wiederholt Angriffe, um die deutschen Positionen einzudrücken, ohne, jedoch einen Erfolg erringen zu können. Das Vorhandensein des deutschen Brückenkopfes wird von der Führung des Gegners als besonders unangenehm empfunden, da eine nach Osten gerichtete Front mit Kräften aufgebaut werden mußte, die im Einbruchsraum in der
Maginot-Zone dringend benötigt werden. Au- .ßSrdem mußten zur Versorgung der nördlich des Brückenkopfes stehenden nordamerikanischen Einheiten neue Nachschublinien errichtet Werden. Südlich von Straßburg wurden bei weiterem Vorsbhreiten des nach Norden gerichteten Angriffs bei Erstem mehrere feindliche Kampfgruppen von ihren Verbindungen äbgeschhitten und eingeschlossen. Nördlich dieser deutschen Angriffsfront wurde bei Rheinau ein weiterer Brückenkopf auf dem Westufer des Rheins gebildet, der sich für die bei Erstein in Gegenangriffen stehenden Alarmeinheiten der' Nordamerika-, ner zu einer Rückenbedrohung entwickeln kann.
In der Wintersehlaeht in den Ardennen hat sich die taktische Hampflage/kaum,nennenswert verändert. Sowohl an der Nordflanke des Einbruchsraumes als auch an der
Südflanke stehdn die deutschen Truppen in harter Abwehr gegen den amerikanischen Versuch, mit zusammerigefaßten Kräften von Süden und Norden her den Durchbruch auf Houffalize zu erzwingen. Die Angriffe wurden vön den deutschen Truppen* sicher abgewehrt, so daß die Nordamerikaner nur hier und da kleinere Bodengewinne erzielen konnten, die sich jedoch in engster örtlicher Begrenzung halten und keinerlei operative Bedeutung haben. Die deutsche Verteidigung ging darüber hinaus vielfach zu kräftigen Gegenangriffen über, die in besonderem Maße dazu • beitrugen, die amerikanischen Durchbruchsabsichten zum Scheitern zu bringen. Neben den britischen Truppen hat Eisenhower jetzt auch frisch aus den Vereinigten Staaten in den Westraum transportierte Truppeneinheiten irf die Schlacht geworfen.
Todesurteil der Alliierten gegen deutsche Knuhen
Vergewaltigungspplitik Eisenhowers in den noch besetzten deutschen Grenzgebieten
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
bm. Berlin, 10. Jan. Die" militärischen Rückschläge des Gegners an der Westfront veranlaßten das allüerte Oberkommando Eisenhowers, verschärfte Bestimmungen zur Behandlung der deutschen Zivilbevölkerung in den noch von nordamerikanischen Truppen besetzten Grenzgebieten des Reiches zu erlassen. In Einzelmeldungen über Gewaltakte gegen Zivilisten deutet sich das System an, vor dem Abzug absichtlich Furcht und Schrecken.zu verbreiten, um auf diese Weise jene „Umerziehung“ des deutschen Volkes einzuleiten, die nach den Plänen .des nord- amerikanischen Finanzmiriisters Morgenthau den wesentlichsten Bestandteil der alliierten Nachkriegsplanung darstellt, Man beabsich-. tigt, in «den unter dem Zwang der Umgruppierungen geräumten deutschen Gebieten Furchtkomplexe in def Bevölkerung zurückzulassen, da nach dem Geständnis Vansit- tarts die „Zuckerbrot-Methode“ als wenig erfolgreich Bei der Behandlung der Deutschen erkannt wurde. i
Als Folge der jüngsten Anordnungen Eisenhowers wurde — nach einem Bericht des „Daily Expreß“ — ein lßjähriger deutscher Junge aus Monschau zum Tode verurteilt, da er dem „Feind“ Nachrichten übermittelt habe, indem er seinen Eltern ein Lebenszeichen zukommen ließ. Andere halbwüchsige junge Männer wurden zum Tode verurteüt, da sie sich nicht in den nordamerikanischen Dienst pressen lassen wollten. Von einem besonders krassen Fall der Willkürmaßnahmen
gegen Deutsche wird aus Weiden berichtet, Dort- begegnete auf der Strecke Weiden— Aachen eine Gruppe von deutschen Männern und Frauen, die nach Beendigung der auf- . gezwungenen Schanzarbeit auf dem Heimweg war, unweit Haaren einer amerikanischen Einheit, die in Richtung Aachen marschierte. Sie ging, ohne die Amerikaner eines Blickes zu würdigen, stül ihres Weges. Diese Haltung schien die Nordamerikaner zu reizen, denn kaum war die Gruppe der Deutschen etwa 30 Meter weitergegangen, als plötzlich wie wild aus Maschinenpistolen auf sie gefeuert wurde. Auch Handgranaten wurden ihnen nachgeworfen. Die Wirkung war, daß die 28- jährige Katharine Kesseler und die 46jährige Johanna Steinkäüler äuf der Stelle getötet wurden, während sich der 59jährige Bergmann Wirtz in seinem Blute wand und kprze Zeit darauf verschied. Der Wegarbeiter Heinrich Fink erlitt durch zwei Rückenschüsse schwere und Agnes Keller durch einen Schuß leichtere Verletzungen. Die amerikanische Truppe marschierte nach ihrem Überfall unter Führung ihres Offiziers weiter, ohne sich um die Opfer ihrer Gewalttat zu kümmern.
Diese sichtbaren Methoden der Gewaltherrschaft werden durch Informationen unterstrichen, die der amerikanische Schriftsteller Louis Lochner im „Baltimore Sun“ veröffentlicht. Danach planen die Westmächte nach einem alliierten Sieg, für jene Deutschen eine „Umerziehungskampagne“ einzuleiten,
die nicht auf Grund der sowjetischen Arbeitsforderungen zu ■Zwangsarbeiten in das Gebiet der Sowjetunion transportiert werden. Man denkt dabei vor allem an die kleineren, Kinder, da die Eltern zumeist verschickt werden würden. Für diese Kinder wird bereits jetzt in zahlreichen Stockholmer Druckereien eine Serie von -sechs deutschen Schulbüchern- gedruckt, an deren Abfassung durchweg Juden beteiligt sind, so Dr. Susanne Engelmann, frühere Gymnasialdirektorin in Berlin, und Dr. Hedda Korsch, ehemalige Dozentin an einem Berliner Lehrerseminar. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß gerade die jüdischen Emigranten aus Deutschland durch ihre „besondere Einstellung“ zum deutschen.Volk prädestiniert seien, eine radi- kale*Erziehürigsärb’eit' zu leisten. Weiterhin wird eine fünf Bände umfassende „Neue Weltgeschichte“ vorbereitet, die im April dieses Jahres fertiggestellt sein soJKund in deutscher Sprache gedruckt wird. Auch dieses Geschichtswerk wird von jüdischen Emigranten aus Deutschland bearbeitet.
Für dieses Kriegsziel, das deutsche Volk -zu dezimieren und die Restbevöjkerung in jüdischem ginne „umzuerziehen“, haben die Westmächte ihre Millionenmassen an Soldaten mobilisiert. In. der jüngsten. Entwicklung erweist es sich jedoch,' daß der Haß nicht den Lebenswillen eines Volkes zu übertrumpfen vermag, das aus den Planungen und drastischen Beispielen der westlichen Herrschaftsmethodik erkannt hat, wie sehr sein Schicksal nur in seiner eigenen Hand liegt.
Schlacht um die Philippinen - Hauptinsel Luzon ha! begonnen
Amerikanische Landungsoperationen — Schldgartige Abwehr der japanischen Streitkräfte
ep. Tokio, 10. Jan. Dienstag um 9 Uhr begannen die Nördamerikaner nach dreitägigem heftigem Bombardement der Küste durch .Bombenflieger und Marineeinheiten ihre Landung in der Lingayenbucht auf der Phüippinen-Hauptinsel Luzon. Die Landestelle befindet sich in der Nähe der Siedlung San Fabian an der Südküste der Bucht. Wenige Augenblicke nach Beginn der Landeoperationen begannen japanische Todesflieger ihre Angriffe auf die USA-Invasions- flotte. Ein großes USA-KriCgsschiff war das erste Opför; Flammen und Rauchwolken verhüllten das Schiff für eine Weile, und als sie sich verzogen hatten, war das Schiff verschwunden. Gleichzeitig setzten sämtliche japanischen Küstenbatterien zu einem heftigen Trommelfeuer an. Hunderte von Rohren waren auf die Schiffsansammlungen vor der Küste gerichtet. Die anbrausenden amerika r nischen Landeboote wurden mit einer Geschwindigkeit von einem Boot pro Minute versenkt. In den ersten zehn Minuten wurden zehn Boote getroffen und auseinandergerissen.
Ein Kriegskorrespondent von Domei, der die USA-Landeoperationen von einem 'Berg ln unmittelbarer Nähe beobachtete, beschreibt die erste Phase der Invasion wie folgt: „Ich stehe auf einem Hügel unweit der Landezone und verfolge die Ereignisse, die unter dem klaren Winterhimmel genau erkennbar sind. Der eigentlichen Landung ging ein heftiges, kurzes Trommelfeuer von den Geschützen der USA-Invasionsflotte voraus. Noch ehe der letzte Schuß gefallen war, schwärmten zahllose USA-Landeboote, aber auch Schiffe von 3—4000 To., teilweise mit unheimlicher Schnelligkeit der Küste zu. Beladen mit Soldaten und Kriegsmaterial erreichten die ersten Landeboote die sandige Küste zwischen San Fabian und Dagupan. Im gleichen Augenblick erschienen schon die ersten japanischen Todesflieger am Himmel und suchten sich ihre Ziele unter den zahlreichen großen Kriegsschiffen und Transportern des Gegners. Die Ereignisse, die nun kamen, entwickelten sich so schnell, daß ich sie gar nicht alle beobachten konnte. Ein großes USA-Kriegsschiff wurde getroffen, eine riesige Feuersäule schoß daraus hervor, dann legte sich eine schwarze Wolke über die Stätte des Untergangs. Als sie sich verzogen hatte, war das Schiff verschwunden. Im Um
sehen hatte sich inzwischen die See mit zahllosen Landebooten, belebt, auf die sich nun die Rohre der japanischen Küstenbatterien richteten. Ein tödliches Sperrfeuer empfing die anstürmenden Landeboote, durch das sie gezwungen waren vorzustoßen, und in dichter Folge wurden sie versenkt. Die Oberfläche des Wassers war schnell mit den brennenden Wracks der Boote bedeckt, während Menschen und Material in. den Fluten versanken. Um die Mittagszeit war die Szene der Landung in einen dichten Rauchschleier gehüllt, der die Sicht verminderte. Die Schlacht aber geht unaufhaltsam weiter.“
Soweit der PK.-Bericht. Am Mittwochnachmittag wird bekannt, daß sich die Kämpfe infolge weiterer USA-Landungen auf die 15 km lange Küste zwischen San Fabina und der Stadt Lingayen ausgedehnt haben. Die japanische Luftwaffe und die hart kämpfenden Erdtruppen setzen ihre Angriffe gegen die feindliche Invasionsflotte und die bereits gelandeten USA-Soldaten fort.
Die Schlacht um Luzon hat somit nun begonnen, und die Richtung des' amerikanischen Angriffsstoßes ist im großen offenbar nach Süden auf Manila gerichtet.
. In Abwehrkämpfen gegen die feindliche Invasionsflotte in deq Lingayepbucht versenkten Einheiten der japanischen Luftwaffe am 8. Januar einen Kreuzer und schossen vier Transporter in Brand. Am nächsten Tag versenkten Mitglieder des Kamikaze-Korps zwei Transporter in den gleichen Gewässern durch Selbstabsturz.
„Etwa 50 Meter vom Strand entfernt verfingen sieh die USA-Landeboote in den Korallenriffen und wurden dort festgehalten. Die USA-Soldaten sprangen ins Meer und versuchten zur Küste zu schwimmen. In diesem Augenblick eröffneten japanische Boote mit Maschinengewehren das Feuer“, meldet ein japanischer Kriegsberichter und fährt fort: „Die großen USA-Landeboote, denen es gelang, durch die japanische Feuersperre hindurchzustoßen, öffnen, noch ehe sie die Küste erreichen, ihre gewaltigen Eisentore. Die Schwimmpanzer stürzen mit brüllenden Motoren in die Wellen und stürmen dann die Küste hinauf. Die Mannschaften in diesen Panzern schießen aus allen Rohren ohne Rücksicht darauf, ob die Schüsse ins Wasser oder in die Lhft gehen. Die ersten Panzer, di?.
die Küste erreichten, wurden von der japanischen Artillerie ins Ziel genommen und Innerhalb weniger Sekunden in brennende Särge verwandelt. Obgleich zahlreiche dieser Panzer von den Japanern abgeschossen werden, rollen immer mehr von .ihnen auf den Sfrand und von dort aus ohne Pause, weiter gegen die japanischen Stellungen."
(Siehe nächste Seite: „Entscheidende Phase im Pazifik-Krieg“.)
„Volksopfer" sichert Sieg
Von
Herbert Hahn
Der Aufruf der deutschen Heimat zur diesjährigen Spinnstoffsammlung ist in eindeutiger und ernster Sprache gehalten. Der Appell an ein „Volksopfer“ verrät den Entschluß der Führung, auch hier einen totalen Griff in die Reserven- der Nation zu tim und ein Äußerstes zu verlangen. Nur zwingende Gründe können es sein, die einen solchen Entschluß auslösten in einer Zeit, da Kräfte und Mittel des Volkes ohnehin aufs höchste angespannt sind. Es blieb in der Tat keine andere Wahl, als abermals und gar mit gesteigerter Eindringlichkeit an den guten Willen und den Opfersinn der Gemeinschaft zu appellieren. Denn eine neue Offensive, von jedermann freudig begrüßt und von einem allgemeinen Aufatmen begleitet, fordert neue Kampfverbände; neue Divisionen aber verlangen zusätzliche Waffen und Bekleidung. Kein Zauberspruch von oben her kann diese Forderungen erfüllen;' auch eine noch so überlegene Organisation- und Mobilisationskunst, so wichtig sie ist und so sehr sie sich bei uns als vorhanden erweist, kann dabei nicht auf die Mitwirkung des ganzen Volkes verzichten. Wir stampfen zusätzliche Waffen- aus dem Boden, gewiß, altbewährte und neuartige, aber letztlich nur dadurch, daß jeder seine Pflicht tut und kein Gehirn und keine Hand untätig bleiben.- Wir können auch hierbei rohstofflich durchaus nicht aus dem Vollen schöpfen; aber das Material ist zur Stelle, weil wir uns hochwertige Äusnützungs- oder Ersatzmöglichkeiten geschaffen haben und, nicht zuletzt, weil wir — beispielsweise bei der Durchkämmung großstädtischer Trümmerfelder — nicht die Mühe scheuen, auch den Schrott.zu erfassen und aus der Summe kleinster Beiträge die benötigte Metallmasse zusammenzutragen. Das stolze Ergebnis solch zielstrebigen Handelns: Panzer und Kanonen in Massen, neuartige Abwehrwaffen für die Grenadiere, die sich anbahnende Wiedergeburt unserer Luftwaffe, Ferngeschosse von revolutionierender Bedeutung.
Dieser Weg der Erfassung aller noch brachliegenden Reserven ist noch radikaler als heim Metall nun auch im- Engpaß der Textilien geboten. Wir schaffen Volksgrenadier-Divisionen und Volksstürm-Batälllone, wir geben ihnen Angriffs- und Abwehrwaffen zur Hand; sie brauchen aber auch Uniformrock und -hose, Unterwäsche und Gamaschen, Mantel und Mütze, Stiefel und Schlafdecke, Zeltbahn und Kochgeschirr und was an dergleichen Ausrüstung hoch anfällt. Diese Anforderungen, deren kriegsentscheidende Bedeutung von niemandem bezweifelt werden kann, dem ein potdürftig bekleideter Soldat im Wipter- krieg eine unerträgliche Vorstellung ist, sind duröh die gegenwärtige Wiedererstarkung und Neuordnung der deutschen Wehrmacht einschließlich Volkssturm sprunghaft gestiegen; sie sind, in diesem Umfang und in der gebotenen Eile nur zu befriedigen durch eine alles Bisherige übertreffende,. einmalige Anstrengung des gesamten deutschen Volkes in der Heimat.
Ohne diese Gemeinschaftstat wäre — wozu sollen wir es verheimlichen? — die ausreichende Bekleidung -unserer Wehrmacht und damit ein Teil unserer gegenwärtigen Kriegsanstrengungen gefährdet; und es darf daher kein Zweifel darüber herrschen, daß das von uns verlangte „Volksopfer“ des Kriegswinters 1944 eine noch viel entscheidendere Bedeutung hat und daher auch entsprechend ernster auf gefaßt wgrden muß als. die gewiß schon erstauplich ergiebigen Spinnstoff- sammlungep früherer KriegS'ahre. Es wird sich von diesen vor allem dadurch unterscheiden müssen, daß wir uns nun rnc^f nur mehr oder weniger leichten Herzens von Ent-
Hinlergriinde eineä Kommtmdowechsels
Wie Montgomery zu seinem neuen Posten kam
Drahtbericht unseres Vertreters tt. Genf, 10. Jan. Die Unterstellung zweier amerikanischer Armeen unter den Oberbefehl des britischen Feldmarschalls Montgomery beschäftigt noch immer die amerikanische Öffentlichkeit. Trotz der Erklärung des Generalstabschefs des , USA- Heeres, Marshall, hat der Befehlswechsel die Eigenliebe und das Selbstbewußtsein der Nordamerikaner schwer getroffen. Zur Beruhigung der öffentlichen Meinung hat Roosevelt in seiner Botschaft an den Kongreß General Eisenhower seines vollsten Vertrauens versichert. Aber auch Roosevelt kann die Tatsache nicht aus der Welt schaff|p, daß Verbände zweier starker amerikanischer Armeen englischem Oberbefehl unterstellt wurden, weil die von den Deutschen geschaffene Lage für die Alliierten „verwirrend“ zu werden drohte. Als Befehlshaber über vier Armeen hat Montgomery den militärischen Ruf General Eisenhowers stark beschattet.
Besonders sensationell haben aber in den Vereinigten Staaten die näheren Umstände gewirkt, unter denen dieser Kommandowechsel zustandegekommen ist. Bekanntlich stehen alle Berichte von der Front unter scharfer Zensur, die in Paris im Hauptquartier des General Eisenhower von einigen, in der Presse der USA bereits des öfteren heftig angegriffenen Presseoffizieren ausgeübt wird. Diese Leute hatten auch diesmal — offenbar auf besondere Anweisung Eisenhowers hin — mit allen Mitteln zu verhindern versucht, daß Meldungen über die Unterstellung amerikanischer Heeresverbände unter die Befehlsgewalt Montgomerys in die USA-Presr-e
dringen. Wie erst nachträglich bekannt wird, sind Einzelheiten hierüber aber durch Indiskretionen bekannt geworden, die in einer Meldung des Frontberichters von United Preß enthalten waren.
Dieser Bericht gibt aufschlußreiche Einzelheiten über die Hintergründe der Ernennung Montgomerys. Er besagt, daß General Eisenhower kurze Zeit nach der Eröffnung der deutschen Offensive im Hauptquartier Montgomerys in Brüssel erschienen sei, um von ihm den Einsatz britischer Reserven an den am meisten gefährdeten Frontstellen zu verlangen. Montgomery lehnte zwar nicht rundweg ab, suchte aber Zeit zu gewinnen, indem er erklärte, sich zuvor mit London in Verbindung setzen zu müssen. Das Ergebnis einer Unterredung Montgomerys mit Churchill ist dann die Forderung Englands gewesen, die gefährdeten Frontabschnitte unter seine, Monfgomerys, Befehlsgewalt zu stellen. Weil die Zeit drängte, mußte Eisenhower einwilligen, ohne zuvor die Zustimmung Roose- velts einholen zu können.
Eichenlaub nach dem Heldentod
Berlin, 10. Jan. Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an {lf -Sturmbannführer Fritz Bier- meier, Abteilungskommandeur in der jj- Panzer-Division „Totenkopf“, als 685. Soldaten der deutschen Wehrmacht. -Sturmbannführer Biermeier fand am 11. Oktober 1944 den Heldentod.
Seit der Kapitulation Italiens hat sich i toller,'sehe Staatsschuld um 50 v.' H. erhöht.