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(10.1.1945) 8
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Parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

Nummer 8 15. Jahrgang

Mittwoch. 10. Januar 1945

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungeblatt des Reichseftttthallers in Oldenburg und Bremen

Einzelpreis 15 Rpf.

Abwehr und Angriff erfolgreich

In den Ardennen ■■ Weiterer Bodengewinn im Elsaß — Vordringen in Ungarn

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/ns demFührerhauptquartier, 9 . Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

In den nördlichen Ardennen standen un­sere Truppen auch gestern in harten, aber erfolgreichen Abwehrkämpfen gegen die seit Mittag zwischen Salm und Ourthe erneut zum Durchbruch antretenden Amerikaner. Bei Gegenangriffen wurden vorübergehend entstanderie Frontlüeken geschlossen und zahlreic"; Gefangene gemacht; "n einzelnen heiß umstrittenen Ortschaften eingeschlossene eigene Kräfte kämpften-sich wieder frei. Der Versuch der Amerikaner, südöstlich Ba- stogn p unseren dort vorspringenden Stellungs­bogen abzuschneid'-n, ist durch die Angriffs- erfo’ge der letzten Tage zerschlagen. — An den Bergabhängen der unteren Vogesen und im Gebirge selbst scheiterten feindliche Ge­genangriffe unter hohen Verlusten für den Gegner. In der Rheinebene südlich und süd­östlich im Elsaß haben unsere Truppen das gesamte Vorfeld der Maginotlihie genommen und ihren Einbruch in die Befestigungen in harten Bunkerkämpfen erweitert und ver­tieft. Erneute Angriffe -feindlicher Panzer gegen unseren Brückenkopf nördlich Straß­burg wurden abgewiesen. Raum südlich Erstein wird das gewonnene Gelände vom Feinde gesäubert. .

Durch einen schweren Luftangriff auf den bekannten Badeort Royan an der Gironde­mündung wurde, der größte Teil der Stadt dem Erdboden gleichgemacht, sämtliche Krankenanstalten zerstört, etwa 1000 Fran­zosen, die Hälfte der zurückgebliebenen Ein­wohner. fielen dem anglo-amerikanischer, Terrorangriff zum Opfer. Die Überlebenden sind der Nahrung und Kleidung beraubt.. Die deutschen Trnppen verloren 13 Gefallene.

In Mittelitalien trifft die 8. britische Armee neue Vorbereitungen znm Angriff an der

adriqtischeq Küste, _ _ .

In Südostkroatien wurde der südlich Vukovar an der Donau ängreifende Feind unter hohen Verlusten abgewiesen. — In Ungarn sind un­sere Verbände südlich des Vertesgebirges gegen zähen sowjetischen Widerstand bis in den Raum nördlich Stuhlweißenburg vorge- drimgen. Zwischen dem Vertesgebirge und der Donau zerschlugen sie heftige feindliche Gegenangriffe. Die Tag und Nacht gegen die Ostfront von Budapest gerichteten bolsche­wistischen Angriffe scheiterten am verbisse­nen Widerstand der Verteidiger.. Beiderseits der Donau wurden hei der Abwehr zahlreicher Angriffe erneut 99 bolschewistische Panzer abgeschossen iind 98 Geschütze erbeutet. Deutsche Schlachtfliegerverbände vernichte­ten, trotz schlechten Wetters und Schnee­schauer in die Erdkämpfe eingreifend, außer­dem 27 sowjetische Panzer. Flakartillerie der Luftwaffe schoß weitere 10 ah. Im ganzen

verloren die Bolschewisten gestern in Ungarn : " Panzerkampfwagen. — Im Westteü des Brückenköpfe- von Baranow an der Weichsel herrschte lebhafte beiderseitige Gefechts­tätigkeit. - • In Kurland wurden bei örtlichen Angriffs- und Abwehrkämpfen nördlich Doh­len eine größere Anzahl Panzer vernichtet.

Unter dem Schutz einer geschlossenen Wolkendecke warfen am gestrigen Tag nord- amerikanische Terror- bände Bomben auf Orte in West-, Südwest- und Südost­deutschland.

Großiondon liegt weiter unter unserem Ver­geltungsfeuer.

, Einheiten der Kriegsmarine schassen über deim Golf von Genua und vor der norwegi­schen Küste neun feindliche Bomber ab.

Zwischenphase im Westen

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleiturig

bm. Berlin, 9. Jan. Der Schwerpunkt der riordamerikanischen und in der jüngsten Entwicklung auch britischen Angriffe im Westen liegt weiterhin am Nordflügel des deutschen Einbruchsraumes.. Die Angriffe

werden auf einer Frontbreite von rund 40 km geführt. An der tiefsten Stelle im Salmtal konnte der Gegner unter außergewöhnlich schweren Verlusten die deutsche Linie etwa 10 km zurückdrängen, während an der übri­gen Angriffsfront der schwer erkaufte Ge­ländegewinn durchschnittlich 3 bis 5 km be­trägt. Die von der 3. TJSA-Armee im Ab­schnitt Bastogne von Süden nach Norden geführten korrespondierenden Angriffe brach­ten' dem Gegner in -den letzten Tagen kei­nerlei Geländegewinne, vielmehr vermochten die deutschen- Truppen bei Bastogne und südlich Wiltz dem Gegner an zahlreichen Stellen in Gegenangriffen verschiedene Höhen- und Ortschaften zu entreißen. Ins­gesamt gesehen brachte die große Material­schlacht in den Ardennen bisher keinerlei Entscheidung.

Die anderen Einbruchsräume, in denen die deutschen Truppen ihre Fronten in das vom Feind besetzte lothringische und elsässische Land weiter nach Süden und Südwesten vor­verlegten, liegen südwestlich Saarbrücken zwischen Saargemünd und Dambach mit dem Mittelpunkt Bitsch sowie südlich der Lauter

zwischen Weißenburg und Lauterbürg. Sie werden ergänzt durch die Brückenköpfe um Selz (westlich von Rastatt) sowie nördlich von Straßburg bei Bischweiler. An all -diesen Einbruchsräumen versteifte sich der feind­liche Widerstand ebenso, wie der Gegner den nordöstlich von Schlettstadt in Richtung Straßburg vorgehenden deutschen Kräften durch heftige'Gegenangriffe Einhalt zu ge­bieten versucht. Die' deutschen Verbände,

vornehmlich Panzereinheiten, erreichten bis­her den Raum von Erstein.

Nach der letzten Zusammenstellung, die den Zeitraum bis zum 5. Januar umfaßt, ver­lor der Gegner in den ersten 30 Tagen der Ardennenschlacht über 90 000 Tote und Ver­wundete, annähernd 25 000 Gefangene, über 1350 Panzer, 350 Geschütze mittleren und schweren Kalibers und eine noch nicht über­sehbare Menge an Pak- und Flakgeschützen, an Granatwerfern und Maschinengewehren sowie an leichten Infanteriewaffen.

Außerdem wurden im gleichen Zeitraum 240 ' Flugzeuge mit ErdkampfwaffeH abge­schossen. Gerade die letzten Tage wirkten sich' für die anglo-amerikanischen Artneen als besonders kräfteverschleißend aus, weil das zwischen Nebel und Schneefällen wech­selnde Wetter die Entlastung durch Nah­kampffliegerversorgung stärk erschwerte.

Ehre und Pflicht — wahre Volkspoliiik

Von Erich Beck

Gauleiter Paul W e g e n e r hat in seiner großen Rede vom Sonntag unter den vielen Fragen, die er behandelt hat, eine besonders in den Vordergrund seiner Betrachtungen gerückt, die in der Tat die wichtigste ’ von allen ist. Es handelt sich um das Problem der Menschenführung, um die un­erhört schwere Aufgabe, das Volk durch alle Krisen hindürchzuleiten.und zu lenken und ihm dabei den seelischen Halt zu geben, des-

Äudi im Osten gesteigerte Hktivitüt

Wachsende Kraft unserer Ostfront — Sowjets mußten Truppen von Budapest abziehen

Von unserem militärischen v. W.-Mitarbeiter Seit den Weihnachtstagen befindet sich Budapest in der Lage einet eingeschlossenen Festung, die von Osten und Westen her be- rannt wird, ihrer rückwärtigen Verbindungen verlustig gmg und völlig isoliert wäre, wenn es nicht den Weg durch die dritte Dimension gäbe, über den viel in die eingeschlossene Stadt gebracht werden kann, was 2 *ur Auf­rechterhaltung der Widerstandskraft ihrer --(-Besatzung dient.,Der sowjetische Drucke der. ursprünglich einmal von Südosten heran­getragen worden war, wurde nach dem Ein­bruch in die Stuhlweißenburger Enge von ■^Vesten her ausgeübt, während die Masse der feindlichen Kräfte, soweit sie westlich der Donau vorangekommen waren, nach Westen eindrehte, um zwischen der Nordecke des Plattensees und der Donau vor dem Donau­knie von Waitzen ihren Druck nach Westen und südlich des großen Stromes gegen die südöstlichen Teile des Reiches durch die ober­ungarische Tiefebene vorzütragen, gleichzei­tig aber auch nördlich der Donau die gleiche Vormarschrichtung einzunehmen, die hier auf £reßburg bzw. die dorthin führende Straße zielte.

Der Gegner tat damit seinen Willen kund, einmal Budapest weiter zu herennen und sodann noch zur gleichen Zeit die südöst-

Bnfische Sioßseufzei über die deutschen V-Wuflen

Trotz Zensur Berichte über verheerende Auswirkungen

bericht unseres Vertreters

hw. Stockholm. 9. Jan. In neutralen Be­richten.aus England kommt von neuem zum Ausdruck, wie nachhaltig die deutschen V- Waffen wirken. In einem Londoner Bericht der „Goeteborgs Händelstidningen“ heißt es über die Einstellung der englischen .Öffent­lichkeit zu der „beschwerlichen“ Frontlage: Trotz Montgomerys Optimismus flöße die Kriegslage weiten englischen Kreisen weiter­hin Unbehagen ein, und wenn Frontkorre- spondenten gewisse günstige Zeichen- an­führen wollten, „so sprechen die Offensiv- stöße des deutschen Oberkommandos sowie die Wirksamkeit der deutschen V-Waffen ge­gen England mindesteifs für den Mann auf der Straße eine andere Sprache“.

Richardson berichtete in der „London Illu- strated“, er habe von einem Flugzeug aus beobachten können, wie V 2 als glänzefader Gegenstand in den blauen Abendhimmel ge­stiegen sei und gleichzeitig sanft und maje­stätisch in die Stratosphäre gestrebt habe.

. In fünf Minuten sei das Geschoß über Süd­england und wahrscheinlich habe inzwischen der Luftdruck dieses Geschosses seine Wir­kungen gehabt.

Die trüben Vorahnungen dieses englischen Kriegsberichters bestätigt die englische Presse. Ein V-2-Geschoß hat in einer öffent­lichen Bibliothek in Südengland eingeschla­gen und diese völlig zerstört, in den umlie­genden Straßen wurden die Häuser schwer mitgenommen. Stundenlang wurde nach Ver­schütteten gegraben.

Im „Daily Expreß" berichtet Guant, daß nach einem Einschlag einer V-Bombe sein Haus noch minutenlang geschwankt habe und die Luft mit Staub gefüllt gewesen sei.

Holz und Wellblech, die Baustoffe für Er-: satzstädte, gehören in und um London zu den gefragtesten Artikeln. Täglich nehmen die Zerstörungen durch die Femwaffen ln der britischen Hauptstadt zu und täglich wächst das Heer der Wohnungsuchenden. Dm diesem Notstand einigermaßen zu be­gegnen, sind jetzt in und um London große Lager von Wellblech und Holz errichtet wor­den. mit dem der serienweise Bau von Holz- und Wellblechbaracken sofort'in Angriff ge­nommen werden kann.

Die täglich anwachsenden Ersatzstädte aus Wellblech sind alles andere als beliebt. Der Londoner friert in ihnen. Es gibt selbstver­ständlich keinen Kamm. Die hygienischen. Einrichtungen sind fürchterlich, und wer eben kann, sucht Sich eine Holzbaracke zu er­stehen, die kaum größere Vorteile bietet, aber wärmer ist. Der in England ohnehin empfind­liche Mangel an Holz wird durch die fort­dauernde Beschießung noch erhöht. Die An­spannung des Holzmarktes durch’ die Liefe­rung von Baumaterial und Standardmöbeln für die ausgebombten londoner hat auch eine unheilvolle Wirkung auf die Kohlenproduk­tion. Es fehlt an Holzstützbalken für die Berg­werke, bei den Eisenbahnen an Holzmaterial für neue Schwellen. Die steigenden Preise für Holz, die täglich größer werdende, Verknap­pung dieses Rohmaterials zeigt, daß die Wir­kung der deutschen Femwaffen bis weit in den entlegensten Bergwerksstädtchen von Wales empfunden werden.

Aus einem Rcuterbericht für New York geht hervor, daß sich die Zahl der V-Ge­schosse von Tag zu Tag erhöht. Der deutsche Fembeschuß beschränke sich nicht bloß auf London und Südengland, sondern auch auf Nordengland wurden V-Geschosse abgefeu­ert. Der V-Beschuß bedeute eine ungleich stärkere Nervenprobe als ein gewöhnliches Bombardement. Jeder Mensch müsse bei Tag und Nacht gewärtig sein, daß er von der Explosion eines V-Geschosses getroffen werde.

In der fatalen Notwendigkeit, sich weiter täglich mit der Wirksamkeit von V 1 und V 2 befassen zu müssen, ist der Durchschnitts­engländer nach neutralem Zeugnis geneigt, die Schuld an der zu langsamen und ungün­stigen Kriegsentwicklung auf viel zu große Kriegszersplitterung bei den Alliierten zu schieben, besonders auf den Pazifikkrieg, des­sen Aktivierung unter amerikanischem Druck nach seiner Ansicht eine erfolgreichere Krieg­führung in Europa verhindert hat. Der Kampf gegen Japan verlange offenbar mehr und mehr Truppen und Material, während die Europafront nicht genug bekomme. Aus alle­dem entwickele sich, so sagen die neutralen Beobachter, Krijak an der all gen:' '"in Krieg­führung der Alliierten, wobei oft gesagt werde, England lasse sich allzu sehr von amerika­nischen oder sowjetischen Einflüssen leiten.

liehen Reiehsgaue zu bedrohen. Der Feind hatte sich zu- solchen Zwecken sehr stark gemacht und ständig'frische Kräfte nächge- schoben. Zum direkten Angriff gegen Buda­pest’ hatte er schon beim ersten' Sturmver­such gegen die ungarische Hauptstadt vor allem starke Artillerieverbände zusammen- gez-agen und an deren Ostfront angefahren. Er.mußte also überzeugt sein, einen schweren Kampf um die Großstadt und. ihr Häuser­meer auszutrajen. der eben nur mit starken artilleristischen ?ÜTfctelh' öürcSzüfiaK'en war. Die Hauptstadt selbst, die niemals Festungs- Charakter hatte, war von der Bevölkerung zur Verteidigung eingerichtet worden. Sie wird von deutschen und ungarischen Truppen ver­teidigt, die zahlenmäßig stark genug sind, sich lange zu halten; sofern es weiterhin'mög­lich ist, sie mit Kampfmitteln und anderen Notwendigkeiten zu versehen. Der Schwer­punkt des Kampfes um die Stadt liegt aber seit vielen Tagen schon wieder im ursprüng­lichen Angriffsraum, also im Osten, wo süd­östlich der Vorort Kispest als Kampfplatz genannt wurde. Nur mühsam kommen die Sowjets voran. Sie finden immer heue, von uns gut verteidigte Häuserblocks vor sich, die den Kampf verzögern, eine Erscheinung, die jetzt überall gemacht wird, wo Großstädte in den Mittelpunkt von Angriff und Verteidi­gung gestellt sind. Geschickt verteidigte Wohnblocks und selbst Ihre Trümmer berei­teten dem Gegner heute oft längeren Aufent­halt als spezielle Verteidigungshauten, die vielleicht schon einige Jahrzehnte alt sind.,

Die feindliche Unternehmung nördlich der Donau, die zunachrt gegen Komorn am Waag zielt, hat die Führung der in diesem ungari­schen Raume stehenden deutschen Heeres­gruppe nicht verhindert, selbst eine aktive Bewegung einzuleiten, die bei weiterer Ent­wicklung nicht nur die feindlichen Raum­gewinne Innerhalb des am Donauknie ent­standenen Dreiecks in Frage stellt, sondern auch Einfluß auf die Lage im Budapester Raum gewinnen kann.

Vor mehreren Tagen schon sind deutsche Truppen, vor allem Panzerverbände, zwischen

der Donau und der Stadt Mor versammelt worden und sofort zum Gegenangriff ange­treten, er erreichte einen glatten Durchbruch durch d: _ selbst noch in der Bewegung be­findlichen Sowjets. Er erstreckte sich auf eine Tiefe von etwa 40 km und wird nördlich des Vertesgebirges' weitergeführt. Dabei konnte Gran, in dessen Nähe bei Beginn der Unter­nehmung einige Brückenköpfe von Norden her errichtet waren, wiedergenommen

den. Die' feindliche Füfirung hat inzwischen ’^® 3 leidet" ln vielen "Punkten mit dem

die Möglichkeiten erkannt, die in dieser star­ken Störung ihrer eigenen Operation stecken, und darauf reagiert. Sie hat Kräfte von der Budapester Westfront abgezogen und in den Durchbruchsraum geworfen, so daß sich west­lich und nordwestlich der ungarischen Haupt­stadt heftige Kämpfe aus diesem Anlaß er­geben haben. Der Feind hat in diesen Begeg­nungen mit unserer Angriffsgruppe, die unter besonders bewährter Führung steht, hohe Verluste erlitten. Dabei sind die Geschütz- Verluste viermal so. hoch wie die Panzerver­luste, ein Zeichen, daß auch Artilleriever­bände in erheblichem Umfang von der Buda­pester Westfront abgezogen wurden, um eine RUckbedrohung des westlichen Sowjetringes ifan die Hauptstadt zu verhindern. Es ist eine natürliche Folge, wenn der feindliche Druck von Westen gegen die Stadt infolge der eiligen Truppenabzüge zum Durchbruchsramh nach­gelassen hat und die Verteidiger bereits jetzt eine gewisse Entlastung verspüren. Jedenfalls wird die noch in Gang befindliche Ent­lastungsbewegung den Gegner davon über­zeugen, daß das letzte Wort über Budapest noch keineswegs gesprochen ist, unter Um­ständen ganz anders ausfallen kann, als der Feind erwartet.

Im Westen von Budapest bekommt der Feind jetzt eine erhöhte Aktivität zu spüren, die ihn ebenso stört wie den Feind im Westen unser Angriff und seine Fortsetzun­gen. Auch an anderen Abschnitten bekam der Feind einen ganz bestimmten Eindruck vom Kampfgeist deutscher Divisionen.

USA-Angrifl auf Philippinen-Haupiinsel

Die große Sens ation in London

Drahtbericht unseres Vertreters

klrStockholm, 9. Jan. Der Angriff der Amerikaner gegen die Philippineninsel Luzon gilt in London als die größte militärische Sensation , des neuen Jahres, wenn auch durchaus in negativem Sinne. Die englische Presse läßt durchblicken, daß die Philippinen in Zukunft noch weit mehr als bisher wie ein Sog wirken und den Häuptstrom der amerikanischen Kriegsmaterialproduktion auf sich ziehen werden. Auch die Reaktion in den USA läßt erkennen, daß Luzon ln den kommenden Monaten der Hauptkriegsschau­platz der Amerikaner sein wird. Damit, so wird in London festgestellt, sei eine weitere Zersplitterung der Kriegführung herbeige­führt worden.

Schon Mitte November v. J. erklärte der Chef der USA-Intendantur, General Som­merwell, daß vom gesamten USA-Kriegs- material 80 v. H. nach Europa und 40 v. H. in den Pazifik gingen. Damals beschränkten sich die Kämpfe im Pazifik auf die unbedeu­tende Fhilippineninsel Leyte, auf der von beiden Seiten nur kleinere Truppenkontin­gente eingesetzt worden waren. Falls jetzt Luzon zum Schlachtfeld werden sollt?, müßte voii amerikanischer Seite mindestens die dreifache Anzahl von Menschen und Ma­terial eingesetzt werden, um eine Entschei­dung zu erzwingen. Die japanischen Streit­kräfte auf Luzon werden von USA-Sachver- ständigen auf 150 000 bis 200 000 Mann ge­schätzt.

Niemand in' den USA ist — laut Bericht des New' Yorker Korrespondenten von „Svenska Dagbladet“ — der Meinung, daß Luzon in "wenigen Wochen erobert werden kann. Man macht sich darauf gefaßt, daß Admiral Nimitz und MacArthur sich eine der härtesten japanischen Nüsse zum Kampfe ausgesucht haben. Der Name Luzon habe jetzt für jeden Amerikaner eine Bedeutung, die nur mit der Bedeutung von Pearl Har- bour verglichen werdeh könne.

Die Meinung der Briten über den USA- Vorstoß gegen Luzon faßt „Observer“ so zu­sammen: „Die Alliierten begingen den

schweren strategischen Fehler, ihre Streit­kräfte allzu sehr zu zersplittern. Jede Akti­vierung des Krieges im Pazifik bedeutet, daß eine massive Kriegführung in Europa er­schwert oder unmöglich gemacht wird. Nichts hat die öffentliche Meinung (offen­kundig ist nur die britische, nicht aber die USA-Öffentlichkeit gemeint) mehr schockiert als die Tatsache, daß die Alliierten an der Westfront weniger als 80 Divisionen einge­setzt haben oder nur ein Zehntel der anglo- amerikanischen Streitkräfte. Wenn es sich hier auch um eine der typischen Übertrei­bungen handelt, denn niemals verfügen die Anglo-Amerikaner über 800 Divisionen, so läßt der gallige Erguß des „Observer“ doch erkennen, wie wenig man mit der allgemei­nen Kriegslage in London zufriedert ist.

(Siehe nächste Seite: flotten vor Luzon".)

„Drei USA-Lande-

sen es zur siegreichen Durchführung des Krieges bedarf. Hier liegt das Grund­problem, und aus seiner Bewältigung heraus ist auch nur das zu verstehen, was wir jetzt erleben. Die Entschlossenheit, die Sieges­zuversicht und der unerschütterliche Glaube, der jeden einzelnen von uns beseelt — das alles ist nichts anderes als das Ergebnis einer wahrhaft großartigen Anstrengung der vom Führer damit beauftragten Stellen und ein neuerlicher Beweis für die. ungebrochene Kraft der Bewegung und ihre Bewährung.

Wir wissen, daß unsere Gegner für das „Phänomen“ der NationalsozialistischenDeut- schen Arbeiterpartei niemals haben ein Ver­ständnis aufbringen können. Sie haben über­haupt nicht begriffen, um was es sich dabei handelt. Sie sind genau so wie die »Ewig­gestrigen in Deutschland stecken geblieben in ihren parlamentarischen Lehren. Sie haben. Partei mit Partei gleichgesetzt und unter dem Einfluß emigrierter Juden noch bis in die jüngste Zeit hinein davon gefaselt, daß sich in Deutschland eben eine „Partei“ die Macht angemaßt habe und sie „diktatorisch“ ausübe. Solche Auffassungen sind typisch für das rein liberalistische Denken der führenden Oberschicht in England und in den USA,

mancher Kreise im Reich gedeckt hat und zum Teil sogar noch deckt. Daß das Wort „Partei“ nur eine Äußerlichkeit ist, die sich aus der Entstehungsgeschichte der Bewegung herleitet, ist ihnen nie aufgegangen, und sie haben sich aueh nie vorstellen können, daß es eine Bewegung geben kann, die ein Volk zutiefst aufrüttelt und in ihm alle seine guten und gesunden Kräfte weckt, die also all­umfassend und total wird. Total nicht aus Zwang, sondern aus einem seelischen Vorgang heraus, der zunächst wenige, dann Tausende, Hunderttausende, schließlich Millionen er­greift.

Natürlich gibt es auch in^England und in den Vereinigten Staaten Menschen, bei denen es langsam zu dämmern begonnen hat, daß hier etwas Neues und zugleich Gewalti­ges entstanden ist, dem man nicht mit den kleinlichen Betrachtungsformen parlamen­tarischer Art beikommen kann und bei dem auch die ganze demokratische Phraseologie versagen muß. In einem anderen Zusammen­hang schrieb, vor einigen Wochen die eng­lische Zeitschrift „Nineteenth Century and After“ u. a.: „Die einzige bestehende deut­sche Ordnung ist die der nationalsozialisti­schen Partei... Bilden wir uns ein, daß wir den Nationalsozialismus als revolutionäre Idee zerstören, wenn wir ihnen Professor Laskys Aussprüche über Revolution bringen?“ Professor Lasky ist jener linksradikale jüdi­sche „Sozialreformer", der sich krampfhaft bemüht, die Labour Party in das bolsche­wistische Fahrwasser zu bringen. Aber die Zeitschrift denkt nicht an diese Tendenz seiner agitatorischen Bemühungen, sondern sie hat ganz zweifellos aus einer höheren Er­kenntnis heraus verstanden, daß der Natio­nalsozialismus in der Tat eine revolutionäre Idee ist, die durch nichts, aber auch durch gar nichts zerstört werden kann, und daß ihr Kräfte innewohnen, die weitaus stärker sind, als etwa die schwächlichen kommu­nistischen Theorien Laskyscher Prägung oder erst recht die verwaschenen* Gedankengänge irgendeines der führenden Tories. Sie hat eben auf Grund aller Erfahrungen in den letzten Jahren die für sie zunächst über­raschende, aber doch gleiche Feststellung machen müssen wie so viele Kriegsbericht­erstatter der englischen und amerikanischen Presse, die die unerhörte Tapferkeit des deutschen Soldaten ausschließlich aus seiner leidenschaftlichen Hingabe an den National­sozialismus erklären.

Es gibt dafür vielleich keinen besseren Beweis als den Bericht des USA-Korrespon- denten William Shyrer, in dem folgender Satz enthalten ist: „Ein Gespräch mit deut­schen Gefangenen war mir eine Erleuchtung (enlightning experience): AID waren Mitglie­der der Nazipartei und glaubten an Hitler!“ Es ist nicht die einzige Stimme dieser Art. Sie gehört in das gleiche Kapitel wie die Mitteilung des Berichterstatters Gallagher,- der für eine amerikanische Nachrichten­agentur arbeitet, und der' über deutsche Kriegsgefangene sagte: „Alle waren warm gekleidet und sahen gut ernährt aus.“ „Wir haben vielleicht eine Schlacht verloren, aber wir kämpfen jetzt für einen gerechten Frie­den und fü» den Führer!“ So erklärte einer von ihnen.“ Das ist es eben! der deutsche Soldat glaubt an den Führer! „Die Hitler­jugend ist von der. nationalsozialistischen Lehre völlig durchdrungen, je jünger die Soldaten, desto überlegener benehmen sie