Ausgabe 
(8.1.1945) 6
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Parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatl des Reichsstatihalters in Oldenburg und Bremen

Nummer 6 15. Jahrgang

Moniag, 8. Januar 1945

Einzelpreis 15 Rpf.

Treu, gehorsam, diszip

Parole Gauleiter Wegeners für Weser-Ems — Richtungweisender und mitreißender Appell

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Oldenburg, 7. Jan. Wie im Vorjahr versammelten sich auch diesmal wieder am ersten Sonntag des neuen Jahres die in der Gauhauptstadt tätigen Führungskräfte aus dem Bereich von Partei, Verwaltung, Wehr­macht und Wirtschaft sowie Kunst und Wissenschaft zusammen mit den obersten Spitzen von Partei und Staat des Nordsee­gaues Weser-Ems zu einem Appell vor dem Gauleiter. Es beginnt sich in dieser Form eine Tradition anzubahnen, die, gerade weil sie im Kriege begann, von besonderer Be­deutung nicht allein für den Kreis der Teil­nehmer, sondern darüber hinaus wegen der Worte des Gauleiters für den Gesamtgau ist. So war auch dieser Appell am Jahres­beginn ein Auftakt, den zu beachten unser Baum allen Anlaß hat, zumal der Gauleiter in seiner großen und wohldurchdachten Bede für jedermann beherzenswerte Formulierun­gen fand.

Diese Gauleiterrede sagt dem politisch wachen Menschen des Nordseegaues deshalb so viel, weil sie sich weit über das Niveau,

das im allgemeinen reine Neujahrsanspra­chen zu haben pflegen, durch die Wucht ihrer Gedanken und die zwingende Logik ihrer Beweisführung hinaushob und so un­serem Heimatgau eine Parole gab — eine Parole, die in ein Jahr hinaus weist, das zu- kunfts- und entscheidungsträchtig auf unser Reich und uiisere engere Heimat anstür- men wird.

Der Kreis der geladenen Gäste entbot dem Gauleiter beim Betreten des Saales einen herzlichen Gruß. Man sah u. a. die an ver­antwortungsvoller Stelle stehenden politi­schen Persönlichkeiten des Raumes Weser- Ems, hohe Offiziere der Wehrmacht und leitende .Beamte des staatlichen Bereichs — alles Männer, deren Zusammenhalten auch im eben begonnenen Jahr wie bisher für das Gelingen der gemeinsamen Sache von ausschlaggebender Bedeutung sein wird. Da man in Anbetracht des Ernstes der Zeit auf jedes ausschmückende Wort und jeden musikalischen Auftakt verzichtet hatte, nahm sofort der Gauleiter das Wort zu seiner Rede.

Rede des Gauleiters

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Die ersten Worte des Gauleiters galten einer Rückschau auf die 600 Jahre städti­scher Entwicklung Oldenburgs, der am Vortag die, Gedanken der Gaühauptstadt gelten konnten. Die besondere -Aufgabe Oldenburgs als Gauhauptstdat verpflichte diese Stadt für die Zukunft zu einem be­sonderen Weg. Seine und der Führerschaft des Gaues beste Wünsche begleiteten daher den zukünftigen Weg der Gauhauptsta^t Oldenburg, wenn sich das alte Gesunde und Gewachsene der Stadt mit dem Geist und Wollen unserer Zeit vermählten.

Als wir Neujahr 1944 zusammengekommen waren, so fuhr Gauleiter Paul Wegener dann fort, sprachen wir die Hoffnung auf baldige siegreiche Beendigung des Krieges und die damit gegebene Möglichkeit zu ruhiger Aufbau­arbeit aus. Wir glaubten schon damals nach den harten Kriegsschiägen den Bogen der Forderungen und ■ Entbehrungen kaum noch straffer spannen zu können und doch hat uns die Wirklichkeit eines anderen belehrt, hoch härtefe Bedingungen hat sie uns ge­stellt, noch stärker ist der Boden, auf dem die deutsche Saat einst aufgehen soll, vom Blut unseres Volkes durchtränkt worden. Front und Heimat haben in einem noch nie gekannten Maße ihre Kräfte anspannen müssen. Wären wir- vofher um die zu er­wartenden Anforderungen befragt worden, hätten wir wohl kaum den Mut gehabt, zu­zugeben, daß die materiellen und seelischen Kräfte ausreichen würden. Jetzt liegt nicht nur diese schwere Zeit hinter uns, sondern die letzten Wochen haben uns durch das in aller Stille vorbereitete und inzwischen an­gelaufene Unternehmen im Westen neue Kraft gegeben.

Nun sei es mir gestattet, eine das Gau­geschehen des vergangenen Jahres gerecht werdende Schilderung zu geben:

Es darf, ja muß uns alle mit Stolz erfül­len, daß der Nordseegau Weser-Ems die ver­gangenen zwölf Monate im gleichbleibenden Vertrauen zum Führer meisterte. Zwar haben wir harte Schläge des Feindes hinnehmen müssen, die, gemessen an denen der Vor­jahre, ungleich schwerer und verlustreicher waren. Ganz besonders wieder Bremen, Wil­helmshaven, Emden und Osnabrück sind das Ziel feindlicher Bomberverbände gewesen. Alte, durch viele Generationen unseren Vä­tern und uns liebgewordene Stadtbilder sind teilweise ganz verschwunden. Unerbittlich hat der Krieg seine Fronten weiter in die Heimat getragen und ungleich schmerzlicher als der Verlust später wieder ersetzbarer Sachwerte ist die erneute Zahl von gefalle­nen Frauen, Männern und Kindern.

Trauernd in verbissenem Zorn haben wir die Gefallenen als einen imlösbaren Teil von uns zu Grabe getragen. Und wieder ist uns zur Gewißheit geworden, daß wir dem Tode näher als je zuvor gerückt sind. Keiner weiß, was uns die nächsten Stunden oder kommen­den Tage bringen. Mit ehrlicher Be - wunderung schaue ich-heute auf die vom Schicksal so überaus schwer Getroffenen. Noch wollen die Worte nicht verstummen, um das hohe Lied, getragen vom Schmerz der Väter und Mütter, der Zeit gerecht werdend er­klingen zu lassen. Der Führer hat in seiner Neujahrsansprache der stülen deutschen Größe gedacht und an. uns wird es liegen, das Wollen auch unserer im Gau Gefallenen durch erneuten Einsatz wabrzu- machen.

Ernster und gefaßter ordnen wir unser Le- ten und unabhängig von der Zukunft glaube ich, eines heute schon feststellen zu können: daß sie kaum mehr Schwierigkeiten und Sorgen aufkommen lassen kann, als es in den vergangenen Monaten der Fall war! Wir haben die berechtigte Hoffnung, daß die stählerne Zeit uns so hart gemacht hat, um allen Weiterungen dieses mörderischen Krie­ges mit zuversichtlicher Gelassenheit begeg­nen zu können.

Dank an dir Bevölkerung

Ich darf heute erneut allen Frauen und Männern, den Jungen und Mädeln dieses Be­

reiches meinen tief empfundenen Dank sagen für ihre mehr ais einmal tapfer zutage ge­tretene Haltung. Ich weiß k daß die unbekann­ten und auch nie gekannten aber still und selbstverständlich mit dem Schicksal fertig werdenden Menschen heute wieder nur durch diesen allgemeinen Dank angesprochen wer­den können. Gerade_»ie sollen aberi von der nationalsozialistischen Führung wissen, wie sehr wir uns darüber im klaren sind, daß nur durch die tadellose Haltung der Unge­nannten das große Geschehen zu einer sieg­reichen Wende geführt werden kann.

Wenn ich das Jahr 1944 überblicke, dann hahen die schweren und verlustreichen Bran­dungen im Osten und Westen nicht zuletzt die Ereignisse des 20. Juli auch ihren tiefen und breiten Schatten über unseren Gau ge­worfen. Nach diesen Ereignissen .aber wurde mehr denn je-klar, daß ungeachtet der von uns getragenen Uniformen, Deutschlands Führungskräfte auf Gedeih und Verderb in einer unzerbrechlichen Kameradschaft Zu­sammenhalten müssen. .Deutlich zeigte uns das Schicksal die um uns lebende Gefahr. Nun, wo die Läuter u n g vollzogen ist, ist ein Alpdruck von uns genommen und immer klarer und vorurteilsloser zeichnet sich die zu neuer Kraft anlaufende Kameradschaft der Gutwilligen ab.

Es scheint nur natürlich, daß aus dem un­geheuren Blutstrom dieser Zeit und den unterschiedlichen Auffassungen vom Leben und seinem Wert das über viele Jahrhunderte gequälte Deutschland eine Saat vor sich gibt, die über , eigene Grenzen hinweg eine Welt mit neuem Leben erfüllt. Keine Prüfung bleibt uns erspart, Unmögliches nicht mehr fremd, und wenn dereinst dieses Ringen sein Ende findet, dann werden wir aus den harten Prüfungen der jetzigen Zeit frei an die neue die Menschen umfassende und beglückende Aufbauarbeit herangehen können.

Dieses Neue wird ausstrahlen wie keine Zeit zuvor. Es wird uns die Möglichkeit geben, die Spuren des Krieges zu verwischen und aus dem bewahrten, teils sogar neu er­standenen Leben zwischen den Ruinen wird sich ordnend das Neue emschiebto. Kom­menden Generationen wird ein sichtbares Zeichen des einmaligen Lebenswillens der jetzt kämpfenden Generation vor Augen ge­führt. Ich bin des festen Glaubens, daß aus der deutlich gewordenen Lebens­behauptung unseres Volkes viele nach uns kommende Generationen zehren werden. Das zum Sinnbild Gewordene wird Jahr­hunderte überdauern und wir wollen nur hoffen, daß in den Tagen der erneuten Prü­fungen für unser Volk die dann lebende Ge­

neration ebenso in der Lage sein wird, sich zu behaupten wie die heutige.

Aus den Anforderungen des Krieges wur­den die Maßnnahmen für den totalen Krieg geboren. Männer und Frauen aller Stände und jeden Alters wurden ob ihres möglichen Einsatzes überprüft. „Soldaten und Waffen“ hieß die eindringliche Forderung am Ende des fünften Kriegsjahres, und die seit dem Inkrafttreten der Maßnahmen für den totalen Krieg emberufenen .Volksgrena­dierdivisionen haben im Osten und Westen nicht nur den Beweis des Haltens unserer Fronten^ erbracht, sondern wir haben zu un­serer großen Freude den Anfang der Wende durch die ersten Of.fensivbewegun- g e n erlebt. Mag heute der eine oder andere als letzter in der Reihe seiner Brüder auch zur Waffe greifen müssen, so ist für die An­gehörigen bei aller Schwere des Tragenden die Bestätigung durch 'das inzwischen wieder- sichtbar gewordene Erstarken unserer Fron­ten. eingetreten.

In den letzten Wochen des Jahres haben wir, alle zu vielen Tausenden mit einem Stellungsbau begonnen, der vorsorglich auch unserem Raum Sicherung gegen den viel­leicht einmal .anstürmenden Feind gehen sollte.

Wenn ich rückblickend des Einsatzes der- vielen tausend Männer und Jungen und, nicht zu vergessen, der helfenden Frauen und Mädel, gedenke, dann bleibt im großen, trotz der für alle sichtbar gewordenen Im­provisation, meine uneingeschränkte Aner­kennung. Was in diesen Wochen von den Verantwortlichen und den mit dem Spaten Arbeitenden geleistet worden ist, bleibt ein­malig. Trotz aller Erschwernisse ,, ist mit einem Eifer gearbeitet worden, der über jedes Lob erhaben ist.

Abt alle Fälle weiß ich, daß auch ein er- neute^Aufruf zur Mithilfe im Stellungsbau mit Erfolg verbunden sein würde. Neben dem Schaffen der Ältesten, teilweise siebzig­jährigen, verdient besonders der unermüd­liche Einsatz der Hitler-Jugend) er­wähnt zu werden. Was die Jungen tagaus tagein gegraben und in der Fertigstellung, unzähliger Kilometer Drahthindernisse ge­leistet haben, gereicht ihnen zur höchsten Anerkennung. Die helfenden Hände bei der Pflege der Kranken sowie beim Zubereiten des Essens seitens ..der Frauenschaft, des BDM. und der NSV. verdienen gleich lobende Erwähnung.

Um die letzten noch vorhandenen Kraft­reserven unseres" Volkes in soldatischer Weise zu erfassen, hat der Führer zum Deutschen Volkssturm aufgerufen. Jeder Mann vom 16. bis 60. Lebensjahr wird darin erfaßt und der Gau 1 Weser-Ems hat in flei­ßiger Ausbildung bereits begonnen, viele tau­send Männer mit den neuesten Waffen ailer Art vertraut zu machen. Ich weiß sehr wohl, daß der Aufbau und die. Aufstellung der Volkssturmbataillone noch nicht allen Er­fordernissen entsprechen kann. Es' bleibt aber die bemerkenswerte Tatsache der aus­giebigen Hilfe durch das Heer, die Waffen- Vi, Luftwaffe und Kriegsmarine zu verzeichnen. Mit' vielem Fleiß hat sich die Wehrmacht der Ausbildung angenommen.

. Da es sich im Volkssturm um eine Massen­organisation handelt, ist es erforderlich, daß jeder, der die Fähigkeiten in sich fühlt, aus sich heraus die hier und dort zutage .treten­den Fehler oder Schwierigkeiten behebt. Es kommt darauf an, jede freiwillige Bereit­willigkeit auszuschöpfen und nicht erst auf den Augenblick des Ansprechens von oben her zu warten. Ganz allgemein darf ich hier einflechten, vertrete ich die Auffassung, daß in einer mit normalen Maßstäben nicht zu vergleichenden Zeit jeder Mann und jede Frau aus eigenem inneren Antrieb heraus versuchen muß und soll, das ordnend zu bereinigen, was sie als Fehler der Un­schönheit vor' Augen- haben. So wenig es in Friedenszeiten eine Führung geben kann, auch gar nicht soll, die bis in Letzte alle Lebensprobleme zu ordnen und zu meistern Weiß, so notwendig bleibt es für die Führung, die freiwillige ehrenamtliche Mit­arbeit, die aqs eigenem Antrieb formende Kraft zu fördern. Nur so kann endlich auf die Dauer von einer wahren Volksführung die Rede seih.

Wie in der Partei üblich, darf njcht jeder Posten und jede Tätigkeit an -klingende Ent­lohnung geknüpft sein, sondern das tragende Element unseres Volkes muß die einsatz­bereite, auf Pflicht und Ehre abgestellte frei­willige Mithilfe aller sein. Besonders im Volkssturm muß diese Einstellung vorherr­schend sein und höchste Ehre die sein, alles vorzubereiten, was die Kompanie oder das Bataillon zu einer kampffähigen Truppe alt- preußischer Disziplin und Dienstauffassung macht.

Unsere Frauen helfen mit!

In diesem Zusammenhang darf ich des in letzter Zeit groß angelaufenen Einsatzes der W ehr,m acht h elf er innen erwähnen. Wenn schon in den ersten Jahren des Krie­ges die deutschen Frauen und Mädel in im­mer stärkerem Maße für die Arbeit in der Rüstung eingesetzt werden mußten, dann ist durch die Bildung des Wehrmacht­helferinnenkorps in einem bis dahin unbe­kannten Ausmaß ein Austausch von kv.- Männern durch Frauen in Gang gesetzt wor­den. Durch den Reichsarbeitsdienst der weib­lichen Jugend ist bereits der Schein- werfereinsatz neu geordnet' und das Wehrmachthelferinnenkorps wird bisher von Männern ausgefüllte Plätze einnehmen, die dem Fraueneinsatz zuträglich sind.

Immer klarer zeichnet sich durch diese Maßnahme die Totalität des Krieges ab. Keine Familie, kein Mann und keine Frau bleiben dem Geschehen entrückt, der Krieg ist tatsächlich auf jeden zugekommen. Und wenn ich den Einsatz der Frauen auf dem Lande, in der Rüstung oder auf der Eisen- und Straßenbahn überschaue, dann vermag man erst Voll die Größe dieser Zeit zu wür­digen. Auch sind unzählige Lücken in den Haushaltungen ohne Aufhebens geschlossen

worden und vor Ende des Krieges wird an eine Schließung dieser Lücken aüch nicht zu denken sein.

Lauter denn je habe ich Grund, die in der Rüstung und Wehrmacht tätigen Frauen und Mädel hervorzuheben, wie sie mit einer kaum glaublichen Hingabe ihre Pflicht tun. Auch die Frauen und Mädel, die sich oft noch neben ihrer Kriegsarbeit in der Frauenschaft, in dem BDM., der NSV., dem Luftschutz und dem Deutschen Boten Kreuz betätigen, lei­sten Hervorragendes und ich bin stolz darauf, mich im Gau Weser-Ems auf ein helfendes Frauenkorps von vielen tausend Händen verJ lassen zu können. Unzählbar sind ihre Ein­sätze, vor allem während und nach den Bombenangriffen!

Dank und Mahnung für das Landvolk

Besondere Anerkennung verdienen die Leistungen der Bauern, Landwirte und deren Frauen. Sie haben es erneut unter immer schwieriger werdenden Bedingungen fertig gebracht, nicht nur unseren Gau, sondern auch die alten Absatzgebiete zu versorgen, die durch ihre Rüstung für das Reich von

(Fortsetzung auf der nächsten Seite)

Neue Erfolge unserer Truppen in Lothringen und im Elsaß

In Ostholland deutscher Brüc kenkopf über die Maas gebildet

Führerhauptquartier, 7. Jan. Das Oberkom­mando der Wehrmacht gibt bekannt:

Bei Wanssum in Ostholland haben unsere Truppen in den letzten Tagen einen Brücken­kopf über die Maas gebildet und alle Gegen­angriffe der 3. englischen Division unter hohen feindlichen Verlusten zerschlagen. — In den nördlichen Ardennen ließen gestern die Angrilte der Amerikaner unter dem Ein­druck ihrer schweren Verluste an den Vor­tagen nach. Im Baum von Bastogne gelang es unseren Verbänden trotz zäher feindlicher Gegenwehr weitere Stützpunkte aus dem feindlichen Frontbogen im Umkreis der Stadt heranszubrechen. — Die Kämpfe in Lothringen und im Elsaß brachten unsere Truppen neue Erfolge. Gegenangriffe der in­zwischen herangeführten amerikanischen Verbände scheiterten nordwestlich Bohrbach ebenso wie an den Talausgängen der unteren Vogesen. Bei Philippsburg kapitulierte ein Werk der Maginot-Linie mit der gesamten amerikanischen Besatzung. In der Rhein- Ebene nördlich des Hagenauer Forstes be­freiten unsere Truppen zahlreiche Ortschaf-

’ ten und befestigten ihren Brückenkopf nörd- I lieh Straßburg trotz feindlicher Gegen- ’[ angriffe. Im Westen wurden gestern 73 feind­liche Panzer abgeschossen, zahlreiche Ge­schütze und Panzerabwehrwaffen erbeutet. Lüttich urid Antwerpen liegen unter unserem Fernfeuer.

In Mittelitalien führten die Briten gestern einzelne vergebliche Vorstöße in der Ro- magna. Zwischen dem Comacchio-See und der adriatischen Küste halten schwere Kämpfe an.

In Ungarn schlug die tapfere Besatzung von Budapest heftige Angriffe , der Bolsche­wisten ab. Nördlich der Donau ist der Feind an der Gran-Front mit starken Kräften zum Angriff angetreten. Die Mehrzahl der An­griffe blieb in unserem Feuer liegen. Bei den erbitterten Kämpfen um die Abriegelung eines tieferen Einbruchs hart nördlich der Donau wurden nach den bisherigen Meldun­gen 23 feindliche Panzer abgeschossen. Im südlichen Grenzgebiet der Slowakei setzten die Bolschewisten ihre Angriffe mit örtlich zusammengefaßten Kräften, vor allem bei Pukanso, Blauenstein und Lucenes fort. Sie

brachten ihnen keine nennenswerten Erfolge. In Kurland brachen- unsere Truppen nördlich Dohlen tief in das feindliche Hauptkampf- feld ein. Die Kämpfe dort sind in' vollem Gange.

Nordamerikanische Kampfflugzeuge, die am gestrigen Tage ihre Terrorangriffe gegen Westdeutschland und das Rhein-Maingebiet fortsetzten, warfen Bomben besonders in die Innenstadt von Mannheim und Worms. In den Abendstunden trafen die Briten vorwie­gend Wohnviertel von Hanau und Neuß. Durch Luftverteidigungskräfte wurden 25 anglo-amerikanische Flugzeuge, in der Masse viermotorige Bomber, abgeschossen.

Der Großraum von London liegt dauernd unter unserem Vergeltungsfeuer.

Im Kampf gegen den feindlichen Nach­schubverkehr versenkten unsere U-Boote in den ersten Tagen des Januar fünf Schiffe mit zusammen 36 400 RBT. sowie fünf Zer­störer und Geleitfahrzeuge. Ein weiterer Dampfer wurde torpediert. Unter den ver­senkten Schiffen befand sich ein II 000 BRT. großer Truppentransporter. Er ist vor Cher­bourg gesunken.

Das Volksopfer

Von

Dr. R. Platow

In den vergangenen Jahren ist unter der Führung der Partei schon so manche Spinn­stoff- und Kleidersammlung veranstaltet worden, und der Reichsbeauftragte der NSDAP, für Altmaterialerfassung konnte noch jedesmal Erfolge vorweisen, die für die Ver­sorgung von Front und Heimat mit Klei­dungsgegenständen einen stattlichen Beitrag lieferten. Die neue Sammlung -nun, die in diesen Wochen durchgeführt wird, unter­scheidet sich ganz wesentlich von ihren Vor­gängern. Das kommt schon in ihrem Namen zum Ausdruck: Volksopfer für Wehrmacht

und Volkssturm. In diesen Worten wird jedem deutschen Volksgenossen klar und eindeutig gesagt, um was es geht, nämlich darum, auch in der Zukunft die Versorgung der Front mit Kleidungsgegenständen in der bewährten Weise sicherzustellen und dlfc Männer des Volkssturms so auszustatten, daß sie neben der schweren Arbeit in der Rüstung und in der Kriegswirtschaft ihre Volks­sturmaufgaben ohne Beeinträchtigung durch Kleidersorgen erfüllen können. Die Spende, um die es diesmal geht, ist dringlicher als je zuvor; denn neben den neu-ausrückenden Volksgrendadierdivisionen, neben den tausen­den Einheiten’des Volkssturms steht die im­mer stärker anwachsende Zahl der Flieger­geschädigten, die oft das Allernotwendigste entbehren. Die Textilwirtschaft steht also vor einer gewaltigen Aufgabe, aber das deutsche Volk ist, in der Lage, diese Aufgabe zu er­leichtern. Altspinnstoffe sind rascher einsatz­fähig als neue Zellwolje oder Kunstseide. Ge­brauchte, gut erhaltene Kleidung und Wäsche, die schon nach der Reinigung und Reparatur ausgegeben werden kann, hilft schnell über den Mangel an Spinnstoffwaren hinweg. So wie es uns gelungen ist, die Rüstungsproduktion tro.z aller Schwierig­keiten im vergangenen Jahre weiter zu stei­gern, genau so muß es uns gelingen, den dringlichen Bedarf an Kleidungsgegenstän­den aller Art, der gleichfalls beträchtlich ge­stiegen ist, schnell zu decken. Das aber wie­derum ist nur möglich, wenn jeder Deutsche Ausrüstungsgegenstände und Uniformen, die gegenwärtig nicht gebraucht werden, die irgendwo ungenützt liegen, als Volksopfer für Wehrmacht und Volkssturm zur Verfügung stellt.

Gewiß, nach fünfeinhalb Jahren Krieg sind die Kleidungsreserven mancher Familie stark zusammengeschrumpft, besonders die Wäsche- und Kleiderschränke der Fliegerge­schädigten, die ohnehin oft nur noch über das Nötigste verfügen. Aber es gibt doch auch viele Haushaltungen und Familien, in denen, wenn auch keine Reserven an Klei­dungsgegenständen, wohl aber Spinnstoffer­zeugnisse vorhanden sind, die in diesem Augenblick nicht gebraucht werden. Gerade darin aber unterscheidet sich diese Samm­lung für das Volksopfer von den voraufge­gangenen Sammlungen, daß es jetzt nicht nur auf Altspinnstoffe, auf Lumpen, an­kommt, auch nicht nur auf Reserve Vorräte, sondern daß es jetzt gilt, das zu opfern, was nicht täglich gebraucht wird. Von den Alt­spinnstoffen, ^Kleidungsstücken, Uniformen und Ausrüstuhgsgegenständen soll also nicht nur das abgeliefert werden, was der Volks­genosse’ nicht mehr braucht oder nicht mehr verwenden kann, sondern es soll ein jeder ehrliche Inventur abhalten und das spenden, was er jetzt nicht notwendig braucht.

Gerade darum hat diese Sammlung den Namen Volksopfer erhalten. Vielleicht wird es manchem, der nun vor der Entscheidung steht, was er abgeben soll und was nicht, schwer fallen, sich von diesem oder jenem Gegenstand Zu trennen, der nach seiner Meinung später einmal noch manche nütz­liche Verwendung finden kann. Bei dieser ■ Überlegung aber steht der deutsche Mann und steht die deutsche Frau vor der Tat­sache, die alles Leben heute im Reiche be­herrscht und beherrschen muß, daß nämlich der Feind an den Grenzen steht, daß darum schnell gehandelt werden muß und daß nunmehr jeder Deutsche so tun und han­deln muß, als ob von ihm das Schicksal des Volkes und seiner Heimat abhinge. Es geht in der Tat um die Existenz jedes einzelnen von uns und für jeden muß es eine Genug­tuung sein, zu wissen, daß er mit seiner Spende für das Yolksopfer der Front und Heimat zugleich dient, daß die Spinnstoff- waren, die er abliefert, den Vätern, Brüdern und Söhnen an der Front zugute kommen und all den Menschen, die durch Flieger­schaden ihre Habe verloren haben.

Deshalb muß jedes Stück Altspinnstoffe, jeder entbehrliche Anzug, jede . unbenutzte Uniform und alle sonstigen textilen Aus­rüstungsgegenstände dem Volksopfer ge­spendet werden. Anders als hei den früheren Sammlungen soll es diesmal ein wirkliches Opfer sein, das der einzelne bringt. Unter den Volkssturmsoldaten finden sich vieie Tausende, die im Bombenterror alles ver­loren haben, was als Kleidung, Wäsche und Schuhwerk unentbehrlich ist. .Unsere Solda­ten an der Front sollen auch in der Zu-