Ausgabe 
(30.12.1942) Nr. 358
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Var^etanrtUche Layeszeillung

vas flmtsblatt des Negierenden vürgermeistrrs der Zielen Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten, vreinens

flmtliüies verkündungsblatt des Ncichsstatttialters in Oldenburg und Bremen

Nr. Z5S , 12. Jahrgang

Mittwoch, Z0. Vezemder 1842

Einzelpreis 15 Npf.

vritischer öeleitzug von U-Vooten zerschlagen

15 Schiffe mit SSSSS SM. auf dem weg von England nach Süden oom Schicksal ereilt

Zerttkaeei Xskkee s««

Sowjet-Kräflegruppe vermchm

Die harten Abwehrkämpfe zwischen Wolga und Don dauern an

Aus dem,Führerhauptquartier, 29. De­zember. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt: „Im Terek-Eebiet scheiterten örtliche Angriffe der Sowjets. Deutsche und rumänische Truppen warfen den Feind, sofort zum Gegenstoß antretend, aus seinen Stellungen und vernichteten dabei mehrere Panzer. Zwischen Wolga nnd Don und im großen Don- Bogen scheiterten erneute feindliche Angriffe in harten Abwehrschlachten. Eine seit mehreren Tagen einge­schlossene feindliche Kräftegruppe wurde vernichtet. Seit dem 24. Dezember wurden hier, unterstützt durch die Luftwaffe, 65 Panzer, 3« Geschütze, zahlspiche schwere und leichte Infanteriewaffen und weiteres Kriegsgerät vernichtet oder erbeutet und eine große Zahl Gefange­ner eingebracht. Die blutige» Verluste des Feindes übertrafen diese um ein Vielfaches. In den Abwehr­schlachten im großen Donbogen hat sich die italienische Division „Julia" besonders ausgezeichnet. Südostwäris des Jlmensees setzte der Feind seine von starkem Ar­tilleriefeuer nnd zahlreichen Panzern unterstützten An­griffe fort. Sie wurden unter hohen Verlusten abge­wehrt. 34 Sowjetpanzer wurden abgeschossen. Im hohen Norden bombardierte die Lastmasse wichtige Auslade- bahnhöse der Murman-Strecke. In Tunesien wur­den örtliche Vorstöße feindlicher Auskliirnngsverbände abgewiesen. Verbände der Luftwaffe vernichteten zahl­reiche Panzer und Kraftfahrzeuge. Fünf britische Flug­zeuge wurden in Lufikiimpfen abgeschossen, ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Wie durch Sonde rmeldung bekanntgegeben, wurde ein von England nach Süden auskaufender Ee- leitzug seit zwei Tagen von deutschen Unterseebooten verfolgt und in der vergangenen Nacht in wiederholten Angriffen zerschlagen. 15 Schisse mit 85 969 BRT. sowie ein Zerstörer und eine Korvette der Geleitsicherung wur­den versenkt, drei weitere Schisse torpediert.

Nach der dritten Sondermeldung vom U-Boot-Krieg im Dezember stellt sich die Ausbeute immerhin schon auf beinahe das Dreifache dessen, was unter den gleich un­günstigen Wetterbedingungen des vorjährigen Dezember versenkt weiden konnte. Im vergangenen Jahre kam das Ergebnis des U-Boot-Krieges im Dezember auf wenig über 190 000 BRT, Bereits nach der letzten Sondermeldung vor elf Tagen waren diesmal 206 000 BRT. erreicht. Heute wird ein besonders schöner Einzel­erfolg im Kampf unserer Unterseeboote gegen einen Eeleitzug herausgehoben. Der Wehrmachtsbericht hat außerdem laufende Erfolge von geringerem Ausmaß im Mittelmeer verzeichnet, und darüber hinaus dürfen wir annehmen, daß sich nach der Zählüng dessen, was einzelne U-Boote oder auch Rudel von ihnen in den weiten Räumen des Atlantik vom Eismeer bis zum Kap der Enten Hoffnung erreicht haben, das Gesamt­bild bis zum Ende des Monats noch ganz wesentlich günstiger gestalten wird als es nach den drei bisherigen Sondermeldungen dieses Monats sich abzeichnet.

Mit einem Absinken des Versenkungstempos gerade im ungünstigsten Monat Dezember haben wir nach dem Rekordergebnis im November gerechnet. Zunächst ein­mal ist anzunehmen, daß die November-Katastrophe den Gegnern so in die Glieder gefahren ist, daß sie sich bei ihren weiteren, Ueberseetransporten der größten Vorsicht befleißigt haben. Es ist denkbar, daß sie einzelne Trans­portwege abgeändert und vielleicht aüch den einen oder anderen Geleitzug zunächst einmal zurückgehalten haben. Wenn die „Newhork Times" gerade jetzt bewegt dar­über klagt, daß „die amerikanische Armee in Nordafrika am Ende einer sehr langen und gefährlichen Nachschub­linie steht", so könnte das schon nach dieser Richtung gedeutet werden. Jedenfalls ist es ausfallend, daß die gegnerische Agitation das vorübergehende Absinken des Bersenkungstempos durchaus nicht zum Anlaß nimmt, um in ein Jubclgeschrei auszubrechen und es so dar­zustellen, als ob die Schlacht auf den Weltmeeren, von der man die Entscheidung des Krieges prophezeit hat,

bereits gewonnen wäre. Ein Frage-und-Antwort-Spiel, das in diesen Tagen zwischen einem Vertreter der Ilni- t'ed Preß und den Marinebehörden in Washington ver­anstaltet wurde, macht umgekehrt den Eindruck, als ob die Oesfentlichkeit in England und in den Vereinigten Staaten noch auf böse Ueberraschungen vorbereitet wer­den sollen. Auf die Frage, ob mit einer Verschärfung des U-Boot-Krieges seitens der Achse zu rechnen sei, wurde kleinlaut erklärt, daß man damit rechnen müsse, daß die Deutschen sich weiterhin auf diese Art der Krieg­führung konzentrieren würden. Wenn man auch den Wersten der Achse Schläge versetze, so seien doch die feindlichen U-Boote auf hoher See noch sehr stark ver­treten. Vor, allem an den Versorgungslinien nach Eng­land und nach Afrika suchten sie ihre Ziele und sie würden in Zukunft vor allem wohl überall da zuschla­gen, wo eine -Versorgungslinie aufrechterhalten werden müsse. Churchill hat bekanntlich schon im ersten Krwgs- sghr kühn behauptet, daß die deutsche Unterseeboot- Drohung endgültig erledigt sei. Heute erklären die Ma­rinebehörden in Washington, daß zwar die gesteigerten Abwehrmaßnahmen „augenscheinlich" die Aufgabe der U-Voote schwieriger und gefährlicher machten, doch wür­den trotz der Bombenangriffe auf die Stützpunkte und Werften „zweifellos U-Boote in großer Anzahl gebaut". Darüber herrscht heute in der ganzen Welt, auch im Feindlagcr, volle Klarheit, daß bisher im Wettlauf zwischen Versenkungen und Neubauten unsere Unter­seeboote Sieger geblieben sind und einen Notstand im

Hinblick -auf den verfügbaren Schiffsraum der Gegner geschaffen haben, der von der Katastrophengrenze nicht sehr weit entfernt ist. Was die Neubauten betrifft, so haben sich Roosevelt und seine Leute nach den Er­fahrungen des zurückliegenden Jahres gezwungen ge­sehen, das astronomische Bauvrogramm für die kom­mende Zeit in wesentlich engeren Grenzen zu halten als das ursprünglich der staunenden Mitwelt verkündet wurde. Die programmatischen Ziffern für 1043 über­schreiten das Ergebnis nicht, das die Unterseeboote miß. Bombenflugzeuge der Dreierpaktmächte im zurückliegen­den Jahr im Kamm gegen-den feindlichen Schiffsraum erzielen konnten. Wenn'man das bedenkt, so wird man schon erkennen, worauf man in Washington mit der Feststellung zielen wollte, daß „zweifellos neue U-Boote in großer Zahl gebaut werden" Selbst wenn das amerikanische Programm der Ersatzbauten eingehalten werden könnte, was im höchsten Maße fraglich erscheint, so würde das die gegenwärtige Notlage unserer Gegner nicht im geringsten mindern, wenn nämlich unsere Unter­seeboote weiterhin mit der gleichen Wirksamkeit wie im zurückliegenden Jahr am Feind bleiben. Und sie fürchten eben drüben die „neuen U-Boote in großer Zahl", Wenn, die Feinde den gegenwärtigen Notstand des Schiffsraumes nicht mindern können, so bleibt ihnen nach ihrem eigenen Geständnis keine Möglichkeit, die größeren strategischen Pläne in Angriff zu nehmen und durchzunehmen, von denen sie so gern renommieren.

är. v. soll.

Her glänzende U-Voot-Aeg bei den ffzoren

Berlin, 29. Dezember. Zu dem durch Sondermeldung bekanntgegebenen Erfolg deutscher Unterseeboote teilt das Oberkommando der Wehrmacht noch folgende Ein­zelheiten mit: Der in der Nacht vom 28, zum 29. De­zember auf der Höhe der Azoren fast vollständig ver­nichtete Eeleitzug war unter stärkster Sicherung von England offenbar nach Westäfrjka unterwegs. Er wurde schon feit dem 26, Dezember von unseren Unterseebooten verfolgt. Wiederholt ging die Fühlung infolge plötz­lich auftretenden Nebels verloren. Wenn sie kaum wie­dergewonnen war, wurden die Fllhlungshalter erneut durch Zerstörer und Korvetten abgedrängt, unter Wasser gedrückt und bekämpft. Immer aber klebten einige Boote zäh an dem Eeleitzug, unsichtbar für die Aus­guckposten der Dampfer und Zerstörer, bei Tage fern hinter den Stcherungsfahrzeugen, bei Nacht als schlanke niedrige Schatten kaum auszumachen in den hohen Wellenbergen der Atlantikdünung, Wurde ein Boot von einem sichernden Zerstörer gesichtet und verfolgt, stieß sogleich ein anderes aus dem Dunkel der Nacht

heran, um die feindliche Schtffskavnwane zu begleiten und zu beschatten.

Am Abend des 28. Dezember standen die Rudel rings um den Geleitzug bereit und stießen aus dem Dunkel der Nacht zum Angriff vor. Von allen Seiten krach­ten die Torpedodetonationen, stiegen Leuchigranaten und Notsignale in die Nacht. Manche Schisse, die mit einem Torpedoirefse« beschädigt- liegenblieben oder seit­lich oom Eeleitzug absetzten, wurden von nachdrängen­den U-Booten durch Fangschuß erledigt oder durch Ar­tilleriebeschuß vernichtet. In einzelnen Fällen wurden Dampfer von zwei Booten zugleich angegriffen, brachen im Doppeltrefser auseinander und versanken innerhalb weniger Sekunden. Als -sich der Eeleitzug in den Mor­genstunden teilte, um mit verschiedenen Kursen zu ent­kommen, blieben die Nudel den beiden Geleitzuggrup­pen in anhaltenden Angriffen aus den Fersen. Nach den bisher vorliegenden Meldungen ist der Eeleitzug säst völlig zerschlagen: die restlichen Dampfer versuchen ein­zeln zu entkommen.

Neue kichenlaudkräger

Berlin, 29. Dezember. Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an folgende Angehörige der Kriegsmarine, des Heeres und der Wafsen-il: Kapitän zur See Helmuth von Ruck­te s ch e l l, Kommandant eines Hilfskreuzers als 158.; 44-Eruppenführer und Generalleutnant der Wasfen-44 Felix Steiner, Kommandeur einer 44-Panzer- Grenadier-Dlvision als 159.; Generalleutnant Hubert Lanz, Kommandeur einer Gebirgs-Division, als 160.: Generalmajor Helmuth Schlömer, Kommandeur einer mot. Infanterie-Division als 181.: Oberst

Maximilian Reichsfreiherr von Edelsheim, Kom­mandeur eines Panzer-Grenadier-Regiments, als 182.; Oberst Hartwig von Ludwi «her, Kommandeur eines Jäger-Regiments, als 183.; Hauptmsnn Harald von Hirschfeld, Bataillonskommandeur in einem Ge- birgsjägcr-Negiment, als 164.; Oberleutnant d. R. Josef Bremm, Kompaniechef in einem Grenadier- Regiment, als 185.; Oberst Helmuth Thumm, Kom­mandeur eines Jäger-Negiments, als 188.: Oberst Hsl- muth von Pannwitz, Führer einer Kampsgruppe, als 187. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Der Führer sandte an die Velichencn folgendes Telegramm: „In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kamps für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich

Ihnen das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, sgez.j Adolf Hitler."

Am 29. Dezember 1942 hat der in Veilngries (Ober- psalzj geborene, in München wohnhafte Träger des Eichenlaubes zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, Oberstleutnant Hermann Seitz, bei den Kämpfen zwischen Wolga und Don im Nahkamps an der Spitze seines Panzer-Grenadier-Regiments den Heldentod ge­funden.

Als 148, Soldaten der deutschen Wehrmacht hatte diesem hervorragend bewährten Regiments-Kommandeur erst vor wenigen Wochen der Führer für seine großen Kampscrsolge, die er durch seine kühne Entschlußkraft und mitreißende Tapferkeit mit seinen Panzer-Grenadieren errungen hatte, das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ver­liehen, Im Angriff und in der Verteidigung der erste Kämpfer seines Regiments, hatte Oberstleutnant Seih wesentlichen An­teil an den Erfolgen seiner Division im August dieses Jahres im Raum nördlich von Orcl, wo starke Teile dreier bolsche­wistischer Divisionen vernichtet wurden. In den anschließenden schweren Abwchrkämpscn war es wieder der vorbildlichen per­sönlichen Haltung und der überlegenen Führung des Oberst­leutnants Seih zu danken, daß allein in seinem Regimcnts- Abschnitt innerhalb dreier Tage zwanzig Massenangrisse der Bolschewisten erfolgreich abgeschlagen wurden. Das Soldaten- lcben dieses tapferen Eichcnlaubträgers sand nun sein« höchste Erfüllung, Der Geist seines immer bewährten Kämpsertums wird bei seinen Panzer-Grenadieren fortleben und ihnen weiterhin Ansporn und Verpflichtung sein.

Verräter viraud soll „nur veneral" sein

wie kngianö und 0e öaulle rns öesckiilt kommen wollen — Noosevelt kat schon einen neuen öegenzug

Drahtbericht unseres Vertreters

brr. Stockholm, 29. Dezember. Hinter den Ku­lissen des imperialistischen Konkurrenzkampfes zwi­schen England und den Vereinigten Staaten herrscht eine fieberhafte Tätigkeit, die ihren Stempel vor allem durch den Drang der Engländer erhält, aus der Lage, die man durch die Ermordung Darlans selbst geschaffen hat, trotz aller unerwartet eingetretenen neuen Erschwerungen doch noch möglichst viel Kapital zugunsten der eigenen Einschaltung in N-rdasrika zu schlagen. Nach der Ueberraschung. die durch die beschleunigte „Wahl" Girauds zum Nachfolger Darlans geschaffen wurde, ist man jetzt in London aus einen neuen Dreh verfallen, der gestern abend in einer Rundfunkrede de Gaulles seinen Ausdruck gesunden hat. De Gaulle war bekanntlich vorher mit seinem Komplicen, General de la Vigerie, zum Frühstück bei Churchill und anschließend zur Jnstruktionsstunde bei Eden. Dort wurde ein neuer Plan ausgehechelt. Man scheint in London erkannt zu haben, daß man angesichts der Hartnäckigkeit Roosevelts und Eisenhowers nicht mit dem Kopf durch die Wand kann, daß es vielmehr bester erscheint, die Verbindung mit Giraud zu suchen, um dann sozusagen durch die Hintertür wieder ins Ge­schäft zu kommen.

Darum sand es de Gaulle im Auftrage Edens zweck­mäßig, zunächst ein Loblied aus den General Giraud anzustimmen. Die Lobesworte blieben allerdings aus­fallend auf die militärischen Leistungen beschränkt. Die damalige französische Regierung, so beteuert de Gaulle, hätte in den schlimmsten Augenblicken des Kampfes gerne Giraud zum Generallissimus ernannt, wenn er nicht gefangen gewesen wäre. Dem Rivalen de Gaulle

und dem neuen Handlanger Roosevelts gegen Churchill wird bescheinigt, daß er für den Kamps in Nordafrika außerordentlich wichtig sei, aber darüber hinaus, so be­hauptet de Gaulle, brauchten die Franzosen „eine Auto­rität mit erweiterten Machtbefugnissen", ünter der alle französischen Streitkräste vereint werden könnten. Das wäre dann der richtige Posten für den Schützling Chur­chills, der nunmehr auf diesem Wege seine eigenen Vollmachten im Auftrage Englands zu erweitern sucht.

Inzwischen ist aber eine neue Gefahr in Gestalt eines weiteren amerikanischen Eegenzuges sichtbar ge­worden. Wenn Giraud auch von Roosevelts Staats­sekretär Hüll zwar wohlwollend begrüßt, aber ebenfalls nur in militärischer Hinsicht gefeiert wurde, wenn er also auch von den Yankees offensichtlich nur als Schat­tenkönig in Ermangelung von etwas Besserem angesehen wird, so deutet das auf einen Plan, der die ameri­kanischen Ansprüche in Nordafrika zwar auch personell anders als durch Giraud, aber ganz gewiß auch nicht im britisch-gaullistischen Sinne fundieren soll. Hier steht vor allem der amerikanische Vorschlag zur De­batte, Giraud auf die rein militärischen Funktionen zu beschränken und ihm als Stellvertreter, aber zugleich als Inhaber der politischen und Ve-rwaltungsbeftigniffe mit dem Titel „Beauftragter für die zivilen Angelegen­heilen" den Gencralresidenten von Marokko, Nogues, vor die Naie zu sehen. Dies ist der Mann, auf den Roosevelt offenbar nunmehr setzt, und zwar aus guten Gründen.

Der halbjüdische General Nogues ist ja einer der Hauptschuldigen am ganzen Krieg. Bereits zu Zeiten des spanischen Bürgerkrieges hat er. der stets nach Ein­verleibung Spanisch-Marokkos in seinen Herrschaftsbe­

reich strebte, eine äußerst üble Rolle gespielt. Stets hat er hinter den Kulissen gehetzt und geschirrt, sich aber jüdisch geschickt im Hintergrund gehalten und die Rolle des scheinbar rein technisch-kolonisatorisch eingestellten „Fachmannes" gespielt. In Wirklichkeit aber hat er unter der Decke umschichtig mit Engländern und Ameri­kanern zusammen gewirkt. Er scheint sich jetzt endgültig zu Roosevelt zu schlagen und dürfte vielleicht der wirk­liche Nachfolger Darlans werden — dann verdienter­maßen, denn an Verräterei und Heimtücke übertrifft er wahrscheinlich jenen und die meisten seiner Kon­kurrenten.

De Gaulle hat die neue Eesahr, die ihm von dieser Konkurrenz erwächst, erkannt und bemüht sich fieberhaft um Roosevelts Gunst. Außer dem bekannten Rciseplan hat er bereits vor Darlans Ermordung durch Botschafter Winant ein Memorandum nach Washington geschickt. Aber dort ist bereits eine Eiraud-Kommission unter Leitung des Generals Bethouard eingetroffen, zu Leih­und Pachtverhandlungen mit mutmaßlich ebenfalls po­litischem Hintergrund. D« Gaulle will jetzt versuchen, mit General Eisenhower persönlich zusammenzutreffen. Nogues hat aber einen Trumpf, der stärker wiegt als alles andere: nämlich die Verfügungsgewalt über die marokkanischen Häfen und Nachschublinien. De Gaulle? Zusammentreffen mit Giraud wird sich vielleicht nach Londoner Ansicht noch etwas hinauszögern. Die eng­lischen Anstrengungen richten sich inzwischen vor allem auf die Auflösung des in London als besonders un­liebsam betrachteten sogenannten französischen „impe- rialen Rates", der ja noch von Darlan geschaffen wurde und sich nach englischer Ansicht unzulässigerweise die (Fortsetzung aus Seite 2)

Der nationalsozialistische Kämpfer wäre heute Kv Jahre alt geworden

In allen Gauen des Großdeutschen Reiches gedenken wir heut« des 60. Geburtstages des im April 1939 auf der Höhe seines Schaffens verstorbenen Leiters der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP., Partei­genossen Bernhard Köhler. Seinen Eauwirtschaftsbera- term und deren engeren Mitarbeitern war Bernhard Köhler der beste Kamerad, der immer wieder Gelegen­heit nahm, in kleinerem Kreise die Probleme national» sozialistischer Wirtschaftspolitik aufzuzeigen. Darüber hinaus wurde Bernhard Köhler in allen Gauen als gern gesehener, gewandter Redner begrüßt, der es ver­stand, die Männer der Wirtschaft einem überalteten wirtschastspolilischem Denken zu entrücken und sein« Hörer davon zu überzeugen, dag die Wirtschaft niemals ein Spielball fremder Kräfte sein darf, sondern daß eine Wirtschaft in unserem Sinn« mit dem Sittlichen und Völkischen aufs engste verknüpft sein muß, und daß nur so eine starke Volkswirtschaft denkbar ist.

Wie in jedem Jahre versammelt« Bernhard Köhler auch im Januar 1939 sämtliche Teilnehmer des Großen Lehrgangs am Mahnmal der 16 Gefallenen der Be­wegung auf dem Königsplatz zu München', Niemand ahnt« damals, daß wir wenige Monate darauf den alten Kämpfer Bernhard Köhler zu Grabe tragen sollten. Viele Parteigenossen, die jährlich an dem Par­teitag in Nürnberg teilnahmen, besuchten regelmäßig den Vortrug Bernhard Köhlers. Unzählige Schriften von Bernhard Köhler fanden ihre Verbreitung im deutschen Volk. Seine Reden füllten lange Spalten der Tagespresse und erschienen in zahlreichen Broschüren. Die „Wirtschaftspolitische Parole" wurde in allen Gauen und in zahlreichen Betrieben gelesen.

Bernhard Köhlers Ausführungen wiesen den Weg zur politischen Gestaltung der Wirtschaft auf lange Sicht. Mancher stand den Darlegungen des großen Wirtschafts­politik,-rsarerständnislos gegenüber, weil er die rich­tunggebenden Ausführungen auf den augenblicklichen Stand der Wirtschaft abgestimmt sehen wollte. Wir er­innern uns einer im Anschluß an die Rede auf dem Großen Lehrgang der Kommission für Wirtschaftspolitik im Jahre i935 geführten Diskussion. Bernhard Köhler hatte das Problem der Maschinisierung und Technisie­rung im Rahmen eines Vortrags über die Rationali­sierung der Wirtschaft in den Vordergrund gestellt und zwar in einem Augenblick, als noch einige Millionen Arbeitslose auf Einreihung in den Wirtschaftsprozeß warteten. Wie kann man, so meinten einige Teilneh- ister, solche Gedanken in einem Augenblick aussprechen, wo wir noch Massen von Arbeitslosen haben. Nur zu bald bewiesen Tatsachen die Folgerichtigkeit der For­derungen Bernhard Köhlers. Es sei noch verwiesen auf eine Bemerkung in einem Vortrug vor der Wirt­schaftsgruppe Maschinenbau am 14. Februar 1936 in Berlin: „Ein weitsichtiger Betriebssichrer wird sogar darauf sehen, daß er sich rechtzeitig eine anhängliche und sehr gut ausgebildete, bei ihm eingewöhnte und eingearbeitete Belegschaft erbält, denn eines Tages kommt der Augenblick - die. die jetzt lächeln, bitte ich, sich den Tag zu merken: es ist heute der 14, Februar 1936 —, es wird der Tag kommen und zwar in nicht allzuferner Zeit, wo nicht nur Facharbeiter, sondern Arbeitskräfte überhaupt selten und kostbar werden: und ich freue mich schon von Herzen auf den Tag, an dem dann kurzsichrigc Betriebsführer dafür bestraft werden, daß sie geglaub« haben, auf anhängliche Belegschafts­mitglieder ohne weiteres verzichten zu können, weil sie einmal am Lohnkonto etwas sparen konnten. Ich freue mich herzlich darauf. Und diejenigen, die mir jetzt nicht glauben wollen, wollen so gut sein, sich dann dieses Tages zu erinnern."

Mancher führende Wirtschaftler hat uns damals allen Ernstes gefragt, was man denn zu tun -gedenke, wenn die großen vom Führer in Angriff genommenen öffent­lichen Aufgaben beendet sind, womit dann weiter die Menschen beschäftig: werden sollten. Damals noch glaubte niemand daran, daß das „Recht auf Arbeit" auch tatsächlich verwirklicht werden könnte. Bor der Machtergreifung waren vergeblich so viele, allerdings kapitalistische, liberalistjsche. oder marxistische Methoden zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit angewandt worden, daß mancher auch in den ersten Jahren nach dem Siege Adolf Hitlers glaubte, es handele sich um nichts an­deres als ein Experiment, die Propaganda einer nichts­sagenden Parole. Diese Männer hatten nicht begriffen, daß die Politik des Führers, die in der Anwendung der politischen Grundsätze auf die Wirtschaft in Bern­hard Köhler ihren besten Propagandisten hatte, alles was faul und morsch war im Leben des Volkes alles fremde und unnatürliche hinwegfegt« und sämtliche Ge­biete des Lebens unseres Volkes, so auch der Wirtschaft, auf einer schöpferischen, natürlichen Grundlage neu formte.

Von den vielen von Bernhard Köhler behandelten Problemen stehen heute im Kriege diejenigen über „Ra­tionalisierung der Wirtschaft", „Sparen heißt reich wer-

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Wieder zerschlugen unsere U-Boote einen von Eng­land nach Süden auskaufenden Geleitzug und ver­senkten dabei 15 . Schiffe mit 85 999 BRT. sowie einen Zerstörer und eine Korvette.

Zwischen Wolga und Don sind weiterhin harte Abwehrkämpfe im Gange; eine eingeschlossene sowjetische Krästegruppe wnrde vernichtet. Noosevelt bereitet in der „Darlan-Assiire" bereits einen neuen antibritischen Zug vor.

Am 4. Opsersonntag für das Kriegs-WHW. 1942/43 spendete das deutsche Volk über 44.5 Millionen NM. I» der kommenden Lebensmittelkartenperiodc gibt es Sonderzuteilungen von Hlllscnsriichtcn und Reis. Der Eauvergleichskamps im Fußball zwischen Hamburg und Weser-Ems findet nun doch statt und zwar in Bremen.

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