Ausgabe 
(1.12.1942) Nr. 331
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vos flmtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zreien fjansestadt vremen

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üer Nationcrisdzial.isten. Vremens

flmtliäies verkündungsbiatt des Ncichsstatttialters in Oldenburg und vremen

M- ZZ1 » 12. Jahrgang

LNenstag, 1 . Dezember 1942

kinzelpreis 15 Npf.

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9er Aderlaß der feindlichen Iransportflotte

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Aus dem Führe »'Hauptquartier, 3V. No- pember. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be- lannt: „Im Ostkaukasus brachen mehrfache sowje­tische Angriffe unter schweren Verlusten für den Feind zusammen. Seit 27. November wurden bei diesen Ab- wehrkämpsen KÜ feindliche Panzer vernichtet. Jagdflie­ger schössen 18 feindliche Flugzeuge ab. In der Kal­mückensteppe stiehen motorisierte deutsche Kräfte gegen rückwärtige Verbindungen der Sowjets vor, ver­nichteten Trosse und Versorgungsvorräte und rieben eine versprengte Kampsgruppe aus. Zwischen Wolga und Don schlugen die Truppen des Heeres in engem Zusammenwirken mit, starken Luftstreitkrästen erneut heftige Panzer- und Jnsanterieangrisfe ab. In Stalin­grad nur örtliche Kampstätigkeit. Eigene Gegenangriffe im grohen Donbogen waren erfolgreich. Die Luftan­griffe gegen Eisenbahnanlagen am mittleren Don wur­den fortgesetzt und dabei mehrere Transportzüge schwer getrossen. An der mittleren Ostfront und im Gebiet des Jlmensees scheiterten wieder alle feindlichen Angriffe. 135 Panzerkampswagen wurden abgeschossen.

In der Cyrenaika wiesen die deutsch-italienischen Kuppen Vorstöße feindlicher Panzer ab. Lustangrifse ächteten sich bei Tag und Nacht gegen britische Zelt­lager und motorisierte Kräfte. Kampfflieger belegten aus tunesischem Gebiet Kolonnen des Feindes mit Bomben und sägten ihm erhebliche Verluste an schwe­ren Massen, Fahrzeugen und Panzern zu. Im östlichen Mittelmeer versenkte ein deutscher Unterseeboot- jäger unter dem Kommando des Oberleutnants zur See Kleiner durch Rammstoß das von den Englän­der« übernommene ehemals griechische Unterseeboot „Triton" und nahm die Besatzung gefangen. In den besetzten Westgebieten und über dem Kanal wurden siebe« britische Flugzeuge zum Absturz gebracht. Deut­sche Jäger setzten die Tagesvorstöße zur Siidkiiste Eng­lands fort und beschossen Eisenhahnziele mit guter Wirkung.

Seitdem am 18. November über die großen Erfolge der italienischen und deutschen Luftwaffe und der ita­lienischen und deutsche» Marine im Kampf gegen die amerikanisch-britische Jnvasionsslotte vor den Küsten Nordafrikas durch Sondermeldung berichtet worden war, haben sich die Erfolge noch beträchtlich erhöht. Insgesamt wurden in der Zeit vom 7. bis 25. Novem­ber in den Häfen und Kiistengewässern Französisch- Nordasrikas 23 Handels- und Transportschiffe mit zu-

Vas kichenlaub zum Mtterkreur

verlin, 30. November. Der Führer hat dem Haupt­mann Lang und Oberleutnant Boerst, Staffelkapi­täne in Sturzkampfgeschwadern, das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und ihnen folgende Schreiben übermittelt: „In dankbarer Würdi­gung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampse um die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 14i8. bzw. 149 . Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, gez. Adolf Hitler."

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Ferner verlieh der Führer das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberst Louis Tronnier, Kommandeur eines Grenadier-Regiments. Oberst I. G. Siegfried Westphal, in der deutsch-italienischen Panzerarmee. Oberleutnant Wippermann, Zugsührer in einem tzlakregiment. Kapitänleutnant Günther MuelIer und Kapitänleutnant Carl Emmermann.

sammen 165 MG VRT. versenkt. Els Handels- und Transportschiffe mit zusammen 100 066 VRT. so schwer beschädigt, daß sie aller Voraussicht nach gesunken sind. 85 Schisse mit zusammen 398 666 VRT. beschädigt, da­von ein Teil so schwer, daß mit seinem längeren Aus- fall zu rechnen ist. An Kriegsschissseinheiten wurden zwei Schlachtschiffe beschädigt, drei Träger beschädigt,

davon einer sehr schwer. Fünf Kreuzer vernichtet, fünf Zerstörer und Geleitboote vernichtet. 28 Kreuzer, Zer­störer und andere Eeleiteinheiten beschädigt. Außerdem wurden in den Hasenanlagen an der nordasrikanischen Küste in fast täglichen Angriffen schwere Zerstörungen und starke Brände hervorgerufen, durch die weiteres wertvolles Nachschuvgut vernichtet wurde."

Italiens widerstand nicht zu erschüttern

vomben sotten Moskau imponieren — Nie drei gründe der briiischen Luftangriffe gegen Italien

DrabtberiLt unseres Vertreters rct. Rom, 30. November. Die seit einigen Dagen mit erhöhter Brutalität aufgenommenen "Terrorangrisse englischer Flieger gegen die mit kostbarsten Kultur- erinnerungen erfüllten italienischen Städte haben nach einem Kommentar des italienischen Publizisten Gayda drei Zielei' 1. will Churchill mit diesen Attacken dem sowjetischen Verbündeten vormachen daß England be­reits die wirkliche „Zweite Front" in Europa vor­bereite. Man habe Anhaltspnnkte dafür, daß die bri­tische Regierung in Moskau andeuten ließ, es handle sich tatsächlich bereits um die Präparierung des neuen europäischen Schlachtfeldes und um die erste Phase einer Invasion auf dem Kontinent. In 2. Linie versucht Chur­chill, die Bevölkerung Englands mit marktschreierisch aufgemachten Meldungen über verwüstet« italienische Städte von den eigenen Schwierigkeiten und den Ge­fahren des tödlichen U-Boot-Krieges abzulenken. Der Tonnagekrieg werde aber, so meint Gayda, unerbittlich weitergehen und werde selbst durch Schilderungen von apokalyptischen Grausamkeiten, die das Sensations­bedürfnis und den Rachewunsch der britischen Massen befriedigen sollen, nicht aus der Welt geschasst werden

können. Das 3. und wichtigste Ziel der Angriffe sieht Gayda in der Hoffnung der Briten, Italien, das an den militärischen Fronten nicht geschlagen werden konnte, zu einem inneren Zusammenbruch zu bringen. Eroßbri- tannnien glaub«, so schreibt Gayda, daß die heldenhaf­ten italienischen Soldaten in ihrem Widerstand erlah­men werden, wenn sie von den Verwüstungen hören, denen ihre Heimat ausgesetzt ist, und sie erwarten, daß die „innere Front" Italiens Sprünge bekommen werde, weil Mütter, Greise und Kinder hingemordet, Kirchen, Schulen, Krankenhäuser, herrliche Paläste und derglei­chen mehr zerstört werden.

Aber die Italiener unterwerfen sich niemals dem Terror, sie reagieren auf alle derartigen Versuche mit heiligem Zorn. Die Schwere der Angriffe beweise dem italienischen Volt das Gewicht und die Bedeutung, das ihm der Gegner innerhalb der allgemeinen Kriegs­komödie beimißt. Das italienische Volk werde alle Hoff­nungen des Gegners zunichte machen und die Angriffe gegen die italienischen Städte mit um so verbissenerem Widerstand an den Fronten beantworten und werde weiterhin alle Kräfte zur Niederringnng des Gegners anspannen.

Line 7at gerechten Ausgleichs

Nr ersten Verleihungen des Neichssporkabseichens jür Versehrte

Berlin, 30. November. Im Kuppelsaal des Reichs­sportfeldes vollzog der Reichssportführer von Tschammer und Osten am Montag in der Reichshauptstadt mit der Verleihung der ersten, neu für den Versehrten ge­schaffenen Reichssportabzeichen einen Akt, der die Stellung des verwundeten Soldaten im deutschen Volke in strahlendstem Licht erscheinen ließ. Die Schaffung

des Versehrten-Sportabsteichens ist nicht nur eine Tut gerechten Ausgleichs und wirksamster Fürsorge, sondern

auch der Ausdruck eines hohen Gefühls dem Soldaten gegenüber und ein Zeichen dafür, wie gut das Empfin­den des Soldaten vom deutschen Volk verstanden wird. Symbol all dieser Beweggründe ist schon die äußere Form des neuen Versehrten-Sportabzeichens: Das

Reichssportabzeichen in Silber mit goldenem Kranz.

Der Führer gab dieser Auszeichnung ein Geleitwort mit, das seine Bedeutung kennzeichnet: „Der Reichs- sportsührer hat mit meiner Zustimmung für ver­wundete und sonstige körperbehinderte Männer eine besondere Klasse des ReichssportaSzcichens geschaffen. Möge diese Auszeichnung jeden ermutigen und an­spornen, die von ihm mannhaft getragenen Schäden zu seinem Besten und zum Nutzen unserer Volkskraft zu überwinden. Adolf Hitler."

58- verwundete Offiziere und Mannschaften sowie körperbehinderte Volksgenossen dursten die Auszeich­nung — denn eine solche ist es und mehr als ein Ab­

zeichen — als erste in Empfang nehmen. 2m Kuppel- saal des Hauses des Deutschen Sports bildete die Ver­leihung den Mittelpunkt einer stimmungsvollen Feier­stunde, die mit dem Vorspiel zu Verdis „Macht des Schicksals" vom Musikzug des Wachbataillons Eroß- deutschland eingeleitet wurde. Der Film „Verwundete treiben Leistungssport" machte augenfällig, was Pros. Dr. Eebhardt einleitend über Sinn und Zweck des Ab­zeichens gesagt hatte. Die Worte des Reichssport- fllhrers zeigten, welch großes Verständnis man der Mentalität des Versehrten entgegengebracht hat, dessen Lebenskraft und Schaffensdrang durch die Verwundung meist um ein Vielfaches gesteigert, ja oft erst geweckt wird, und dessen Energie oft die der Gesunden weit in den Schauen stellt. Auf dieser Erkenntnis wurden auch die Verleihungsbedingungen aufgebaut, die davon aus­gehen, daß der Versehrte nichts geschenkt haben, sondern eine besondere Leistung vollbracht haben will. An der Fllnfzahl der Uebungen und damit am Gedanken der Vielseitigkeit wurde grundsätzlich festgehalten. Erste Forderung: Jeder Versehrte muß schwimmen können! Es ist die für jeden Körperbehinderten am leichtesten erlernbare und dabei die am meisten die körperlichen und organischen Fähigkeiten fördernde Sportart. Die Bedingungen sind nach jahrelangen Erfahrungen der Sportheilstätte Hohenlychen und der Lazarette entstan­den und für bestimmte Körpereigenschaften wie für Ge­sunde festgelegt.

krste Wucht -es Sowjets-Wintersturmes aufgefangen

Ver gewaltigen zaAlenmößigen Überlegenheit des feindes steht der harte kamplwille deutscher Inkanteristen gegenüber

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Von LribAsderLolitSr WIINsIm VIolcmsnn

lrS.) An der Frontmitte, Ende November.

Der bolschewistische Wintersturm kam erwartet. Jeder Erenadier im vorderen Graben und jeder Troßsahrer aus den Wegen im Hinterland wußte, daß er kommen Mtzte, und sie waren darauf vorbereitet und eingestellt. Wo sich unter der erbarmungslos brennende« Sonne des Sommers die Schützenlöcher vereinzelt und verstreut übn die aufgerissene grau-gelb-braune Erde erstreckten, sich jetzt in Schnee und Eis die ausgebauten Stel­lagen. Hinter den Brustwehren und in den Kamps- bunkttn stehen neben den Grenadieren mit dem roten Band der Ostmedarüe und dem Panzervermchtungsav- Zeichen auf dem Aermel die jungen, die noch keine Aus­zeichnung tragen, der Ersatz. Auch sie werden bald mrt den besonderen Bedingungen des Ostens verbaut uns "> die große Kampfgemeinschaft hineiilgewachien sein. Vorn weiß jeder, daß er hinter sich genügend Re>erven dat, das stärkt das Rückgrat. Die Ausrüstung mit alle» Massen ist gut. Eine der Hauptsorgen galt und gilt dem Nachschub. Für ihn und seine Sicherung unter allen Umständen ist alles bedacht und vorgekehrt. Es geht nach dem Wort Friedrich des Großen: „Wenn der Pro- viant fehlt, kann man auch mit der tüchtigsten Armee nichts ansangen." , ,

^Dieser R-mm um Rschew steht-.schon seit langem für LMppe und Fühvumg von uns unter dem Zeichen der Abwehr. Als di^e Bslscheavdsten von En!de Änli ab sort-

Mit P,ii7o>v ijpib'errinlaäkt dior angoiiss'LN.

zu entlasten versuchten, verfang «en,chen- und Material Massen und fiährte doch zu !«nsm Erfolg Es war klar daß sie alles daransetzen wurden, dieses Ergebnis mit Hilfe bes Winters zu kor- «Mnen. Das ist die Jahreszeit, die sie für M zur Kriegführung vorbestimmt glaubten. Wenn der Boden Äraren W und der Schnee noch nicht so hoch liegt, im Euhwinter, halten sie ihre Operationen von vornhercin - gelungen. Noch immer werden sie unter der Cinlnb

«jungen. Noch immer werden sie unter ^ing leben, bei Kälte und Frost von Natur aus. durch Wohnung und Erfahrung, unüberwtndlich und nn-

überstehlich zu sein. So mußte ihnen jetzt wieder der Augenblick gekommen erscheinen, einen Wendepunkt des Krieges herbeizuführen. Darum machen sie nochmals gewaltsame Anstrengungen. Aber auch das Massenauf­gebot dieses Winters wird zerschlagen, wird zerschellen an dem fest um Rschew geschlossenen Block, dem Bollwerk der deutschen Abwöhrfronl. Die winterbowährtem und abwehrerprobten Rschew-Kämpfer wissen, worauf es ankommt und um was es geht. Der gewaltigen zahlen­

mäßigen Uoberlegenheit setzen sie ihren harten und snt- 1s ^...

schlosssnen Kampswillen entgegen.

Diese selbstsichere, wachsame und gut gerüstete Front wurde durch die bolschewistische Winteroffensive am 25. November nicht überrascht. AIs die bolschewistischen Batterien in den frühen Morgenstunden zur Einlei­tung und Vorbereitung des Angriffs bis zu zwei Stun­den an den Schwerpunkten trommelten, antwortete die eigene Artillerie mit verstärktem Störungs- und Ver­nichtungsfeuer. Die Schwärme der bolschewistischen Panzer und die Massenpulks der Infanterie walzten darauf heran und wurden mit vernichtendem Feuer empfangen. So blieben zum großen Teil die Angriffe bereits im Abwehrfeuer liegen oder wurden schon in der Bereitstellung geschlagen. Immer von neuem aber drangen die Wellen der Sowjets vor. Ihrer Ueberzahl gelang es dann, trotz der erbitterten Abwehr, stellen­weise in die Hauptkampflinie einzubrechen. Diese Ein­brüche an den Brennpunkten des Kampfes wurden so­fort in Gegenstößen abgeriegelt. In Kämpfen Mann gegen Mainr wurde der Feind wieder zurückgetrieben. Dort gelang es den Volschewisten über einen Fluß zu

kommen. Sie wurden im zusammengefaßten Feuer aller

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Waffen wieder zurückgeworfen. Da rannten sie wieder und wieder eine Ortschaft an. Die Verteidiger

schlugen sie jedesmal ab und brachten ihnen schwere blutige Verluste bei. Einmal drangen sie drei Kilometer tief ein. in sofortigen Gegenmaßnahmen konnte die Einbruchsstelle bereiniqt weiden. Dann wieder ging es um einen Wald. Im Laufe des Vormittags ging er ver­loren. Im Gegenangriff wurde er in den frühen Nach­mittagsstunden wieder gewonnen. Darauf geriet er nach langen wiederholten Angriffen wieder in den Be­sitz der Volschewisten und abermals traten unsere Gre­

nadiere zum Gegenstoß an ustd eroberten ihn zurück. Die gesamte Bedienung einer Pak wurde tot an ihren Geschützen aufgefunden, um sie herum aber sechs ver­nichtete feindliche Panzer.

Da die Luftwaffe infolge der Wetterlage nicht ein­greifen konnte — es herrschte oft ein, undurchdring­liches Schneegestöber — mußte die Infanterie den ersten wütenden Ansturm der Sowjets ohne ihre Unterstützung ausfochten. Entlastet wurde sie nur durch die Artillerie, die weiterhin erfolgreich feindliche Panzerbereitstellun­gen und den Anmarsch von Verstärkungen bekämpfte, die die Volschewisten durch Einnebelung der Beobach­tung zu entziehen versuchten.

Auf der ganzen Front im Raum von Rschew griffen die Volschewisten an, aus der ganzen Front aber stan­den und hielten unsere Grenadiere. Die Hauptkampf­linie blieb fest in eigener Hand. Dem bolschewistischen Wintersturm in der Mitte der Ostfront wurde so der erste Schwung genommen, er wurde überall aufgefan­gen, seine Gewalt ist damit noch nicht gebrochen. Schwere Belastungen für Truppe und Führung werden folgen. Die zahlenmäßige Ueberlegenheit der Bolsche- wisten ist sehr groß. Die kommenden Tage und Wochen werden noch schwer. Aber wenn auch der Wintersturm noch so schlimm tobt, er trifft immer aus eine entschlos­sene deutsche Abwebrfront. Es wird hier Außerge­wöhnliches geleistet. Der Feind ist rücksichtslos und bie­tet noch einmal alles auf, um seine vermeintliche Chance zu nützen. Aucki diesmal wird Rschew feine Menschen- und^ Materialmassen aufbrauchen, einen Er­folg kann es ebensowenig wie früher hier für ihn geben. Der Block von Soldaten bei Rschew, in langen Oftwin­tern und opferfreudiger Verteidigung zusammenge- stbweißt, der hält. Es ist ein Block einer auf Tod und Leben verichworenen Kampfgemeinschaft von unerschüt­terlicher Siegeszuversicht.

Portugal mutz Alkohol als Treibstoff verwenden. Wie aus Lissabon gemeldet wird, hat sich die portugiesische Regierung infolge der ständigen Navycertvcrweigerunaen Großbritan­niens sür Bensinverschissung nach Portugal gezwungen ge­

sehen, in zunehmendem Maße Alkohol sür industrielle Zwecke ^ »--- -—

und all Treibstoff PI verwenden.

Von

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„1910 eroberten die Deutschen die Maginotliuie. Jetzt scheinen sie den Maginotkomplex annektiert zn haben." So schrieb der Londoner „Economist" bei Beginn der Operationen in Nordwest-Afrika. Genauer gesagt,: Vor Beginn. Denn nach der blitzschnellen Besetzung Süd-, frankreichs, nach den Aktionen gegen Tunesien und Ton- Ion, sieht die Sache wohl etwas anders aus. Mr. Chur­chill in.seiner neuesten, noch mehr denn je von Agi­tation statt von Tatsachen bestimmten Kriegsübersicht, sprach ganz und gar nicht von Passivität seiner Gegner oder gar bald zu erwartenden eigenen Siegen im Stil des deutschen Blitzsieges über bie Maginotlinie. Er be­reitet fern Volk statt dessen lieber auf neue Ströme von Blut, Schweiß und Tränen vor. In einem Stadium des Krieges, da die Plutokratien endlich von Stalin dahin gebracht worden sind, es ihrerseits einmal mit Jni- tiative und Offensive zu versuchen, da sie endlich mit ihren Kühlschrankarmeen in die Hitze des Nahkampfes

müssen, da ihre kapitalistisch knauserige Kriegführung .sei

nunmehr Menschen- und Materialmassen voll ansspie len und Risiken eingehen muß, ist es in der Tat zweck­mäßiger, die angelsächsische Oeffentlichkeit auf harte Opfer statt auf leichte Siege gefaßt zu machen.

Angriff des einen bedeutet für den anderen Bereit­schaft zur Verteidigung. Aber „Maginotkomplex"? — „denkste", würde der Berliner dem biederen Mann im „Economist" antworten, wenn Deutschland hier und da — schwerlich im grohen den Krieg einmal defensiv führt, so hat das nichts mit erzwungenem Stillstand, Passivität oder gar jener Komfortbunker-Psychose zu tun, die den Franzosen 1910 zum Verderben wurde, wohlgemerkt nicht, weil wir angriffen, sondern weil sie in ihrem schlechten Gewissen, mit mangelnden Kriegs­zielen und blinder Ueberschätzung des Betons (sowie der englischen Blockade) wahrhaftig wähnten, den Krieg durch Abwarten gewinnen zu können.

Nichts von alledem trifft auf Deutschland zu. Wenn es, aus eigenem Entschluß, um den Feind, der bisher aus seinen Löchern nicht hervorkommen wollte, unter für ihn besonders verlustreichen Umständen zu schlagen, in Afrika vorübergehend in die Verteidigung übergehen sollte, wo wird es der Llausewitz-These eingedenk blei­ben, daß auch ein defensiver Feldzug offensiv geführt werden kann. Die Engländer haben das — der strate­

gisch beflissene „Economist" zitierte sogar den sonst so srha"'

verhaßten preußischen Krieysphilosophen — ihrerseits versucht. Aber für so schwierige Dinge muß man Talent haben. Vom Strategischen versteht, wie beispielsweise die Sache mit der Maginotlinie erwiesen hat, von der mißglücktest englischen Wäschetrocken-Aktion gegen die „Siegfried-Linie" ganz zu schweigen, der Führer sicher mehr als die Engländer. Er kennt auch seinen Clause- witz besser und wird bereits von den neutralen Jour­nalisten, die auf einmal Clausewitz als großen Lehr­meister der bolschewistischen Rückzüge feiern, gewußt haben, daß zuweilen, wenn Raum genug zur Verfüaung ist, auch ein Rückzug zur Offensive werden kann. Siehe Charkow tm Frühsommer dieses Jahres. Die sowjetischen Rückzüge haben gewiß einen Teil der Armeen Stalins retten können, unter Preisgabe wertvollsten Raums. Aber in der Abnutzung von Offensivkraft eines an Men­schen und Material schier unerschöpflichen Gegners ist die deutsche Strategie im Osten in jedem Falle einwand­frei überlegen gewesen.

Wenn nun aus dringendes Anmahnen ihres sowjeti­schen Verbündeten die angelsächsischen Seemächte endlich ebenfalls ins Volle greifen und, da sie uns weder durch Blockade-, noch durch Nerven-, noch durch Luftkrieg kleinkriegen, zu Offensiven übergehen müssen, die nach Lage ihrer bedenklich exponierten Seeverbindungen für sie ähnlich verlustreich werden dürften wie die Sowjet- offensiven für Stalin, so steht eins fest, und der Ablauf der Ereignisse seit jener kühnen Behauptung im .Eco­nomist" hat es bestätigt: Von Maginotkomplex kann wohl auf deutscher Seite wirklich nicht die Rede sein.

Auf der Gegenseite, und auch bei vielen Neutralen, spukt freilich jener gröblich mißverstandene Begriff von der „Festüng Europa", der in einem Sinne gedeutet wird, als wollten wir uns auf den bisher errungenen Gebieten zur Ruhe setzen und geduldig abwarten, wann und wo die andern angreifen. Richtig ist folgendes — auch wenn es von unseren Feinden uni> gewissen Neu­tralen falsch ausgelegt wird —, daß die Führung der Achjenstrategie es offenbar für richtig befunden hat im Jabre 1912 etliches Pulver trocken zu halten. Wir haben in diesem Jahre nicht allen Erwartungen unserer Feinde entsprochen. Sie wollten, wir sollten uns ausbluten und auch materiell verausgaben, ehe sie selber zum stürm anträten. Das hätte ihnen so passen können' Heute fragen sie nervös, wo denn die deutsche Luft-

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insgesamt verlor die feindliche Transportslotte vor Französisch-Nordafrika vom 7. bis 25. November mit Sicherheit 23 Handels- und Transportschiffe mit 165 666 VRT.; außerdem wurden 2 Schlacht­schiffe und 3 Träger beschädigt, 5 Kreuzer sowie 5 Zerstörer vernichtet.

Zwischen Wolga und Don unternahmen die So­wjets erneut heftige Panzer- und Infanterie- angriffe.

Der italienische Journalist Gayda rechnet mit Churchills Terrorpolitik gegenüber Italien ab.

Der Reichssportsührer verlieh die ersten der für Versehrte geschaffenen Reichsfportabzeichen. Verbrecher am Volksgut erfuhren erneut die Härte des Gesetzes.

Der Reichsgesundhcitsführcr Hai unserem Gau einen Besuch abgestattet.

Gestern wurde der neue Londgerichtspräsident in Bremen in sein Amt eingeführt.