Ausgabe 
(19.11.1942) Nr. 319
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parreiamtlicliL ^ayeszeirung

vas flmtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zielen Hansestadt vremen U. Z1S , 12. Jahrgang

üev Nationa.lsdzicl>.isten. Vremens

flmtlicffes Nerkündungsblatt des Ncictisstatttzalters in Oldenburg und Nremen

Donnerstag, 1g. November 1S42

kinzelpreis 15 Dps.

kßackspisl rur Vv^soiHlcung eines amerikanisckvn klugrvugträgors

Noosevelt entlarvt sich als Watzlschieber

Unterdrückung von Verlustnachricklen bleibt plulokratiscke Praxis

Drahtbericht unseres Vertreters

dv. Stockholm, 18. November. Noosevelt unter­nahm in der Nacht zum Mittwoch einen in der jetzigen Afrika-Situation besonders bezeichnenden Versuch, die offizielle Eeheimhaltungspolitik in bezug aus die Kriegs- verlnste gegenüber der Erbitterung breiter Kreise des amerikanischen Volles zu rechtfertigen. Er muhte bei dieser Gelegenheit zugeben, daß er einen besonders schwerwiegenden Verlust, den eines Flugzeugträgers, bis nach der Wahl geheimgehalten habe, angeblich aus rein militärischen Gründen.

Noosevelt begann mit der Redensart, es bestehe ein Unterschied zwischen Nachrichtengebunz in Friedens- und in Kriegszeiten. Im Frieden, so behauptete er, könne jedes Problem zum Gegenstand öffentlicher Diskussion gemacht werden, in Kriegszeiten aber müsse das ameri­kanische Volk vor allem wissen, was am wichtigsten sei: Kampf- und Siegeswille. Noosevelt ist also in bezug auf die blinde Unterstützung seiner Kriegspolitik durch die Massen so unsicher, dah er, wie er selber offen zugibt, eine Taktik für dringend nötig hielt in Gestalt von Lügen über Kriegsverluste.

Roüsevelt behauptete, um den Anschluß an die „demo­kratische" Kulässenwelt. wiederzugewinnen, die überwie­gende Mehrheit des amerikanischen Voltes verstehe die Handhabung, die sich auf den Kriegserfahrungen aus­baue. Als Beispiel erwähnte er folgenden Vorgang: „Zehn Tage vor der letzten Wahl verloren wir einen unserer Flugzeugträger. Er wurde im Südwestpazifik torpediert. Er sank nicht sofort, aber es war offen­sichtlich, dah er nicht wieder kampfklar gemacht werden konnte. Er wurde dann durch unsere eigenen Kräfte versenkt. Wir waren nicht sicher, ob der Feind davon Kenntnis hatte. Jedenfalls sah ihn kein japanisches Schiff untergeben. Ich stellte die Bekanntgabe des Ver­lustes bis nach den Wahlen zurück. (!!) Das war als solches keine Unterdrückung der Nachricht, es geschah lediglich in Berücksichtigung der Folgen, die dieser Ver-

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Noosevelt bringt es also fertig, die nach seiner eige­nen Darstellung offensichtlich aus «ahlpolitischen Er­wägungen erfolgte Vertuschung eines schweren Verlustes als Bestandteil zielbewuhter Kriegspolitik hinzustellen. Wohlweislich verschweigt er den Namen des betreffen­den Flugzeugträgers, sonst würde sich nämlich ergeben, dah die Japaner durchaus in der Lage gewesen sind, diese Versenkung bekanntzumachen, und zwar rechtzei­tig, lange ehe das amerikanische Volk davon erfuhr — und zur Wahlurne schritt.

Um aber seine Praxis auch für künftige ähnliche Vor­gänge zu „rechtfertigen", auf die sich Noosevelt aus guten Gründen schon jetzt in großem Stil einzurichten sucht, tischte er seinen Hörern weiter folgendes auf: Nachdem man sich entschlossen habe, nach der Wahl den Verlust bekanntzugeben, sei sofort ein Protest des kom­mandierenden Admirals der Hawai-Flotte eingelaufen, der sich darauf gründet, dah die Japaner aller Wahr­scheinlichkeit nach keine sicheren Informationen über die Versenkung des Flugzeugträgers gehabt hätten und aus der jetzigen llnterrichtung einen militärischen Vorteil erzielten. Noosevelt schloß mit der Mahnung, diese Ee-

Ans dem Führerhauptquartier,18. Nov. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Berggelände yordostwärts Tuapse wurde eine kleine eingeschlossene Kampfgruppe des Feindes nach mihlun- genen Ausbruchsversuchen ausgerieben. Rumänische Truppen warfen die Sowjets im Raum von Alagir ins Gebirge zurück. Deutsche Panzer wehrten heftige feindliche Angriffe ab und vernichteten an anderer Stelle feindliche Kräfte in einer Vorpostenstellung. Ueber 3VV Gefangene und zahlreiche Beute wurden einge­bracht. Im Kafpischen Meer versenkte die Luftwaffe drei Schiffe, darunter einen Tanker.

Die Panzerarmee Afrika führte Nachhutgefechte gegen feindliche Panzerverbände und vernichtete eine Anzahl von Panzerspähwagen. Hafenanlagen und Vetriebs- stofslager inVone sowie der Flugplatz Maison Planche bei Algier wurden erneut bombardiert. In Luftkämpfen an der tunesischen und libyschen Küste verlor der Feind fünf Flugzeuge, drei eigene Flugzeuge werden vermiht.

Einzelne feindliche Flugzeuge flogen in der vergan­genen Nacht in das deutsche und dänische Küstengebiet ein. Bei einem Angriff feindlicher Bomber aus eine

Tokio, 18. November. Zu den Kämpfen bei der Insel Euadalcanär gibt das japanische Hauptquartier am Mittwoch bekannt, daß in Fortsetzung.der am 12. No­vember begonnenen Kampfhandlungen am 13. Novem­ber feindliche Luftbasen angegriffen und die militäri­schen Einrichtungen stärkstens beschädigt wurden. Ein feindlicher Angriff am 14. November auf einen von japanischen Kriegsschiffen beschützten Eeleitzug wurde zurückgewiesen. In der Nacht des gleichen Tages griff die japanische Flotte nordwestlich von Guwdalcanar eine verstärkte Feindflotte an. der u. a. zwei Schlachtschiffe und vier Kreuzer angehörten. Nach heftigen Kämpfen

schichte müsse dem Volk veranschaulichen, dah in Kriegs­zeiten die Führung einzig und allein auf den absoluten Sieg abgestellt sein müsse. Er vergaß zu sagen: zunächst auf den Sieg über einen innerpolitischen Gegner, denn um den Republikanern nicht einen Trumpf in die Hand zu spielen, hat er den für Japan längst feststehenden Flugzeugträgerverlust eine Weile verschwiegen.

vr. v. I-. Rom, 18. November. Die der mexikanischen Eitelkeit, als Großmacht mit den Plntokratien ins Feild ziehen zu dürfen, entsprungene Erklärung des mexika­nischen Botschafters in Rio de Janeiro. sein Land werde zur Bekämpfung der Achsenmächte ein Heer von 25 000 Mann aufstellen, hat augenscheinlich in den ReAeruwgs- kreisen in Mexiko nicht geringe Verlegenheit hervor­gerufen. Da England und die USA. auf ihrer bestän­digen Suche nach Kanonenfutter diese Erklärung alles andere, als platonisch nähmen werden, stellt man in Mexiko rasch fest, es habe sich bei dieser Erklärung um eine Köpenicktabe des Botschafters gehandelt. Die Struk­tur der mexikanischen Wehrmacht sei nicht f», um ein solches Heer zu entsenden. Dementsprechend hat der mexikanische Außenminister Padilla seinen Botschafter in Rio, da er als Diplomat unbrauchbar ist. des Postens enthoben.

Stadt an der französischen Atlantikkiiste hatte die Be­völkerung Verluste. Nachtjäger schössen einen, Marine­artillerie zwei britische Bomber ab."

Mit dem kichenlaub ausgereichner

Berlin, 18. November. Der Führer verlieh dem Korvettenkapitän Karl Friedrich Vierten, Kommandant eines Unterseebootes, das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und sandte ihm folgendes Tele­gramm: „In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Polkes verleihe ich Ihnen als 147. Soldaten der deutschen Wehr­macht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, (gez.) Adolf Hitler."

Neue Mterkreuzträger

Berlin, 18. November. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberleutnant Eenrich, Flugzeugführer in einer Fernausklärerstaffel; Feldwebel Helmuth Völkel, Zugführer in einem Ge­birgsjäger-Regiment; Gefreiten Harry Mirau, Richt­kanonier in einer Panzerjäger-Abtcilung.

wurde der größte Teil der feindlichen Schiffe vernichtet und zwei Schlachtschiffe schwer beschädigt.

Das Gesamtergebnis der Kampfhandlungen bei Eua- dalcanar vom 12. bis 14. November ist folgendes: Ver­senkt: 8 Kreuzer, 4 oder 5 Zerstörer und ein Transport­schiff. Schwer beschädigt: 3 Kreuzer, 3 oder 4 Zerstörer und 3 Transportschiffe. Mittelschwer beschädigt: zwei feindliche Schlachtschiffe. Außerdem verlor der Feind 73 Flugzeuge.

Die japanischen Verluste betragen: Gesunken: ein Schlachtschiff, ein Kreuzer und 3 Zerstörer. Schwer be­schädigt: ein Schlachtschiff. 7 Transporter. Außerdem gingen 41 Flugzeuge verloren.

liafenairlagen von vone bombardiert

feindliche Kampsgruppe nordostwSrts kuapse ausserieben

Sie USfl.-Mederlage bei öuadalcairar

ergänzende Mitteilungen des japanischen Hauptquartiers

Lurusschiffe als letzte Nachschubreserve

Noosevelts suktritt für den Verräter Varlan — Wettstreit um die Ursteberschast des nordofrikanischen stbenteuers

DrahtberiKt unserer Berliner Schriftleitung

d. Berlin, 18. November. Die militärischen und politischen Konsequenzen des Nordafrika-Abenteuers der Anglo-Amerikaner haben die Bemühungen der bei­den Beteiligten, ihre gegenseitige Urheberschaft an dem Unternehmen hervorzukehren, mit einer deutlich sicht­baren Tendenz erfüllt. Die amerikanische Presse, die in den ersten Tagen zur Unterstreichung der amerikanischen „Ofsensivkraft" den Anteil der Vereinigten Staaten an dieser Aktion für besonders bemerkenswert hielt und General Eisenhower als ein „taktisches Panzergenie" erklärte, hält jetzt den britischen Einsatz für beson­ders rühmenswert. In London hingegen spürt man in zunehmendem Maße Neigung, die Aktion als hauptsäch­lich amerikanisches Unternehmen darzustellen. Churchill habe lediglich, wie er selber gesagt habe, als „zweiter Mann" fungiert, betont der „Manchester Guar­dian", und gibt damit die Generallinie der britischen Agitation um Nordasrika zu erkennen. Vielleicht mag es zu weit gehen, diese Nachrichtenmanöver als rein vor­bereitend aufzufassen, auf jeden Fall aber ist man be­müht, jeweils die Gegenseite für die erreichten kleinen Erfolge und damit auch für die mit stärkster Drastik aus­gesprochenen und angekündigten „Schwierigkeiten" ver­antwortlich zu machen.

Die prononcierte Herausstellung des amerikanischen Einsatzes hatte zweifellos den politischen Sinn, die fran­zösischen Gefühle weitgehend zu schonen, um sie nicht aus der sichtbaren englandfeindlichen Haltung zu einem Widerstand anzustacheln, der dann schließlich doch er­folgte. auch als die „amerikanischen Freunde" erschienen und ihre Äaubabsichten zeigten-Diese von Noosevelt so oft zitierte Freundschaft als reines Zweckmanöver zu enthüllen, blieb dem amerikanischen Präsidenten bei der Behandlung des Beispiels Darlan vorbehalten An dem gleichen Tage, an dem er in einer Rede vor dem soge­nannten Forum der „Herald Tribune" das Eingeständ­nis des Verlustes des Flugzeugträgers „Wasp" damit

erklärte, daß sein „Fuß einmal ausgeglitten" sei, da er sonst lieber die Taktik des Verschweigens von Verlusten einhalten wolle (siehe den Bericht unseres Stockholmer Korrespondenten!), versetzte Noosevelt vor der Presse­konferenz dem von Pötain als Verräter gebrandmarkten Darlan auch seinerseits den Fußtritt nach dem alten Rezept: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen. General Eisenhower habe mit Dar­lan Abmachungen treffen müssen, doch verstehe er als Präsident der Vereinigten Staaten vollkommen die Ge­fühle der Briten und der Amerikaner, daß mit Darlan keine dauernde Abmachung getroffen werden könne. Man müsse aber einsehen, daß dieser „Trick" mit Darlan not­wendig gewesen sei, um den amerikanischen Truppen den Kampf mit den Waffen zu ersparen und damit die Fran­zosen zu betrügen. „Darlans Proklamation-verhalf uns dazu, die Säuberungsperiode in Algerien und Marokko, die einen oder zwei Monate hätte dauern können, über­flüssig zu machen. Es fei natürlich, daß, nachdem dies erreicht worden sei, alle Abmachungen mit Darlan nur lokale und zeitweilige Bedeutung hätten. Dieses Ge­ständnis gewährt einen sehr »kenntnisreichen Blick in die Tiefen einer schönen Seele.

Auch die „Times" greift jetzt in' diesen Streit ein und befaßt sich mit der Vergangenheit Darlans. Die frühere Haltung Darlans/ die im krassen Gegensatz zu der heu­tigen stehe, müsse jedermann sagen, daß Darlan für die Engländer eine völlig ungeeignete Persönlichkeit sei. Zu­gleich greift die „Times" die amerikanische Maßnahme direkt an, indem sie erklärt, die Ernennung Darlans sei erfolgt, weil man geglaubt habe. man müsse der öffent­lichen Meinung in Französtsch-Nordafrika entgegenkom­men. Der Verrat General Eirauds hat in vielen franzö­sischen Ofsizierskreisen Empörung ausgelöst. In Algerien weigerten sich vielfach französische Offiziere, dem Ex- General Eiraud, den Noosevelt zum Oberbefehlshaber er­nannt hat. Gehorsam zu leisten. Um die offizielle USA.- Memung bezüglich der amerikanischen Wünsche zum Aus­

druck zu bringen, wurden in Algier mehrere französische Offiziere von den Amerikanern standrechtlich erschossen, weil sie sich geweigert hatten, dem Verräter Giraud mi­litärischen Gehorsam zu leisten.

Die Situation in Tunis selbst wird als „sehr undurch­sichtig" bezeichnet. Es fehlt nicht an warnenden Hin­weisen, die möglicherweise auftauchenden Schwierigkeiten zu überschätzen. Das Bombardement Bones mit seinen Hafenanlagen und Betriebsstofflagern hat offensichtlich das angelsächsische Publikum schockiert, zumal die Nach­richten über das Vordringen General Andersons von Bone aus noch sehr spärlich sind. Um hier Optimismus zu schaffen, gab man bekannt, in einem gewagten Unter­nehmen seien beträchtliche Mengen englischer Fallschirm­truppen tief im Innern des Landes angesetzt worden, wo sie den vorrückenden alliierten Truppen den Weg zu bahnen hätten. Ueber Eefechtsberührungen wird kein Wort gesagt, der englifche Nachrichtendienst prophezeit jedoch, daß die Schlacht um Tunis die entscheidende Auseinandersetzung um die Vormacht in Nordasrika werden könne. Vorsicht fei jedoch weiterhin das Stich­wort, denn die Dinge seien noch zu sehr im Fluß, als daß man bereits endgültige Voraussagen machen könne. . Dieses Wort von der „Vorsicht" ist übephaupt das do­minierende Schlagwort der anglo-americkanchschon Agi­tation geworden. Es wird sowohl Lei Lagübetrachtuvgen der schwierigen Nachschuboerhältmsse. wie bei den Mel­dungen über die Truppen Montgomerys in der Mar- marica und den Ausblicken über Tunis angewandt Ge­rüchte in London, wonach Marschall Rommel in Tunis eingetroffen sein soll, helfen mit, dieser Nachrichtenstra­tegie unter dem Stichwort „Vorsicht" besondere Dämpfer zu versetzen. Die Nachrichten aus der Marmarica lassen erkennen, daß es Romme-l gelungen ist. seine deutschen und italienischen Panzerdivisionen in der Masse vom Feind abzusetzen. Die Berichte der 8. britischen Armee beklagen sich über starke Negenfäll«. Wege- und Brücksn- (Fortsetzuug auf Seite^ 2 )

Litt Lmsfts»

Der Mittelmeerraum im Laufe der Jahrtausende

k. tckü. Nachdem Noosevelt der Parole seiner Amts­vorgänger „Amerika den Amerikanern!" durch eine kleine Korrektur die Form „Amerika den Nordameri­kanern!" gegeben hat. lautet sein neuer imperialistischer Schlachtruf: „Afrika und das Mittslmeer den Ameri­kanern!" Es ist wohl die größte bisher beobachtete Vermessenheit der jüdffch-plutokratischen . Drahtzieher jenseits des Atlantik, den jüngsten anglo-amerikanischen RauLzug in Nordasrika agitatorisch mit erfundenen „wirrschäftlichen und kulturellen Ansprüchen" der USA. auf die Beherrschung des Schwarzen Kontinents

und des Mittelmeeres zu verkoppeln. Im beson­

deren haben sich die Washingtoner Reklamecheps zu der dreisten Behauptung verstiegen, die südlichen Gestade des Mittel-meeres seien nicht zuletzt aus histori­schen Gründen in den Machtbereich der Vereinigten Staaten von Amerika einzubsziehen. Lassen wir gegen­über dieser wahnwitzigen Argumentation dieEeschichte des Mittelmeerraumes selber sprechen:

Schon mehrere tausend Jahre v o r der Entdeckung und Kultivierung Amerikas erlebte die im Mittelmeerbereich verwurzelte Kultur ihre erste Entfaltung, eine Blüte, die von den kolonisatorischen Gründungen der Phöni­ziers der Griechen und der Römer nicht zu trennen ist. Ohne Uebertreibung darf sogar gesagt werden, daß sich die Frühgeschichte der Menschheit zeitweilig aus, den Mittelmeerraum konzentrierte. Als souveräner Herr des westlichen Mittelmeetbeckens trat zuerst der Hwridelsstaat Karthago, aus einer iviedlunq unweit des heutigen Tunis hervorgegangen, auf den Plan. Zu den Besitzungen der Karthager gehörte fast der gesamte Küstensaum von den Syrten bis Tanger; auch Sizilien, Sardinien. Korsika und die spanischen Valenren standen unter ihrem unmittelbaren Einsluß. Etwa 200 Jahre vor der Zeitwende erlag Karthago seinem größeren Ri­valen, dem Römischen Reich, das in der unbeschränk­ten Beherrschung der nordafrikanischen Küstengebiete durch die eigenen Legionen eine Lebensfrage des Im­periums sehen mußte. Die Vernichtung der Seemacht Nordasrikas, mit der dieser erbitterte Zweikampf en­dete. machte den Weg zu einem universalen römi> scheu Imperium frei; bis in die britischen Inseln- und bis weit nach Asien stießen seine Bollzugsgewalten vor.

Im Verlauf der Völkerwanderung, also im 4. bis 6. Jahrhundert nach der Zeitwende, traten vorübergehend mehrere germanische Exotzreiche die Nachfolgeschaft der römischen Weltherrschaft an: Das.Westmittelmeer stand unter dem Einsluß der Westgoten; Nordafvika war im Besitz der Vandalen; in Italien selbst hielt nacheinander eine ganze Reihe staatenbildender germanischer Stämyre Wacht. Der Stauser-Zeit, die um 1250 die unbestrittene Vormachtstellung des Römisch-Deutschen Kaiserreichs von der Eider bis zur Straße von Sizilien brachte, ging die Eroberung des östlichen und südlichen Mittelmeer­raumes durch den Islam voraus, dessen Ausläufer im Westen die Pyrenäen erreichten. Später, nach dem Zer­fall des islamitsch-arabischen Großreiches, war der Ee- samtraum des Mittelmeeres im wesentlichen zunächst so aufgeteilt, daß die italienischen Stadtstaaten die mitt­lere Sphäre, das osmanische Reich den Osten und Nord­afrika und die aufstrebende Großmacht Habsburg von Spanien aus den Westen mehr oder weniger zielstre- bend beherrschten. Das Fehlen einer einheitlichen staatenordnenden Macht an den Gestaden dieses großen Binnenmeeres machte sich der Polyp vor dem nordwest­lichen Tor Europas, Britannien, zunutze: Seit der Weg­nahme Gibraltars zu Beginn des 18. Jahrhunderts riß England auf seinem Wege nach Indien einen strategisch wichtigen Punkt nach dem andern an sich, womit es der Mi-ttelmeerirage eins ihr geopolitisch 'völlig wesens» fremde Struktur gab. Die von den ' Londoner Imperialisten vorbereitete Zerstörung des Türkenreiches leitete sodann die letzte Phase dieser destruktiven, den Lebensimteresfen der Anrainer des Mittslmeeres zu­widerlaufenden Politik Britanniens ein.

Inzwischen aber war der „dunkle Erdteil" selbst zum Aufmarschgebiet kontinental-europä­ischer Kräfte geworden. An der Spitze wagemutiger Forscher und weitblickender Organisatoren, die erstmalig ins Innere der Wüstengebiete vorstießen, standen neben italienischen Kulturträgern Deutsche wie Gerhard Rohlfs (dessen Leistungen in Nord-afrika gevade-Bremen zu wür­digen vermag), Gustav Nachtigal, Georg Schweinfurt, Hermann Wißmann — um hier nur einige der vielen, mit der Geschichte Afrikas verbundenen Namen deutscher Männer zu nennen. Zur germanischen Forscherini­tiative trat «ns dem gleichen Kraftfeld der von euro­päischem Verantwortungswillen getragene koloniale Un­ternehmungsgeist nationalbewußter Kaufleute. Die noch im vorigetz Jahrhundert eingeleitete wirtschaftliche Erschließung Afrikas ist von der opferreichen kolonisato­rischen Tätigkeit der kulturschöpferischen Völker Europas überhaupt nicht zu trennen. Die Errungenschaften der deutlchen Tropenmedizincr, die Errichtung besonderer Kolonialinstitut« und sonstige Kulturtaten seien nur im Bopbeigehen erwähnt. Welche Leistungen haben die Nord- amerikaner demgegenüber auszuweisen? Man sucht

Nordostioärts Tuapse wurde eine feindliche Kampf­gruppe ausgerieben.

Die Hafenanlagen von Vone waren dem Bom­bardement der Achse ausgesetzt.

Franco traf Vorsichtsmaßnahmen zur Aufrechterhal­tung der spanischen Souveränität.

Italien beging den 7. Jahrestag der Sanktionen im Zeichen unbeugsamen Sicgeswillens.

Noosevelt versetzte dem Verräter Darlan bereits einen Fußtritt.

Der USA.-Präsident wurde auf einem Wahlman'över ertappt, das er im Zusammenhang mit der Versen­kung eines amerikanischen Flugzeugträgers insze­nierte.

Reichsminister Dr. Goebbels sprach im rheinisch- westfälischen Industriegebiet.

Die deutsche Industrie hat eine Fördcrergemeinfchast zur Lösung des wissenschaftlich vorgebildeten Nach­wuchses ins Leben gerufen.

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrü­chiger in Bremen kann über verschiedene Fälle der Rettung aus Seenot berichten.

Senator Bernhard verlieh im Rathaus das 1000. Rerchsfportabzeichen dieses Jahres.