Ausgabe 
(8.11.1942) Nr. 308
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parteiamtliche Layeszeitung

Das flmtsdlatt des legierenden lürgermeisters der freien Hansestadt lremen

üer NationalldziaMea. vremens

flmtlicstes verkündungsbtatt des Ncichsstatttzalters in cildenburg und lremen

Nr. Z08 ,12. Jahrgang

Sonntag, 6. November 1842

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jkv. Bremen, 8. November

Längst ist es dem gesamten deutschen Volke zur Herzenssache geworden, alljährlich in Erinnerung an den 9. November 1923 mit besonderer Ehrfurcht jener zu gedenken, die an diesem Tage als Blut­zeugen der Bewegung starben, aus daß Deutschland

Zuerst waren es sechzehn, die ihr Leben Hin­gaben. Es geschah an den Stufen der Feldherrn­halle, auf dem geschichtlich gewordenen Marsch des Führers und seiner Getreuen durch München, auf dem Marsch, der nach dem schändlichen Wortbruch und dem schwarzen Verrat der reaktionären Ca­naille im Bürgerbräulkeller, Glaube, Ehre und An­sehen der deutschen Freiheitsbewegung rettete. Wo alles verloren schien, galt es zu wahren: den Glauben der nationalsozialistischen Kämpfer an die Heiligkeit ihrer Idee, ihr unbändiges Ver­trauen auf die trotz allen Unheils der verhäng­nisvollen Nacht den schließlichen Sieg gewähr­leistende innere Kraft der Bewegung und endlich die Hochachtung der Umwelt vor der National­sozialistischen Deutschen Arbeiter-Partei. Diese Hochachtung muhte nach dem, was über Nacht über die in handgreiflicher Nähe des Sieges ge­standenen Kämpfer Adolf Hitlers hereingebrochen war, um jeden Preis erhalten werden, wenn die Zukunft der Bewegung gerettet werden sollte.

Was als Idee rasch zündend um sich gegriffen, was als Bewegung so schön begonnen und so herr­lich sich entfaltet hatte, durfte nicht rühmlos «er­stechen in den Wirrnissen jenes furchtbaren Mor­gens. Es mußte sich behaupten und neuerdings Wurzeln schlagen in den Herzen aller, die auf ein ehrenhaftes Deutschland hofften. Darum formierte der Führer in jenen nebelverhangenen Stunden die Reihen seiner Anhänger, und darum führte er sie, Tod und Teufel verachtend, mitten durch die Stadt; und noch im Feuer der Reaktion legten die Opferbereiten Zeugnis ab für die Lauterkeit ihres Wollens und die Redlichkeit ihres Weges. So wurde die Hochachtung der Umwelt ertrotzt. Denn angesichts der heroischen Haltung der Män­ner in dem historischen Zuge und angesichts der sechzehn Opfer, die dabei für Deutschland starben, konnte sie denen nicht versagt werden, die sich stär­ker als ihr Schicksal erwiesen.

Und es wurde der Bewegung gerettet jene ur- gewaltige und geheimnisvolle Kraft, die jeden, den sie beseelt, dazu treibt, über sich selbst hinaus den höchsten Einsatz zu wagen: derGlaube. Der Glaube an den Führer, der Glaube an die eigene Kraft, der Glaube an das kommende große, herr-

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liche Reich und damit an die .deutsche Zukunft schlechtweg. Indem die Tapferen an jenem Mor­gen keinen Aügenblick wankten in dem Entschluß, nach dem Befehl Adolf Hitlers zu marschieren, be­dingungslos dem Führer, wohin es auch gehe, zu folgen, wurden sie zum» ewigen Vorbild dem deutschen Menschen schlechtweg, und indem sech­zehn davon mit dem Opfer ihres Lebens für die innere Größe der Bewegung zeugten, wurden diese sechzehn Blutzeugen zu Samenkörnern der heraufziehenden großen deutschen Zukunft.

Nie konnte der Gedanke, Deutschland aus seiner tiefsten Erniedrigung zu erretten, falsch sein. Nie der Weg unredlich, der der Verwirklichung dieses Gedankens galt. Wenn es aber damals noch eines Beweises bedurft hatte, daß auch die Kraft ge­sund war, die als Träger der Idee jenen Weg be- schritt, so haben ihn jene ersten Blutzeugen er­bracht, denen, im Laufe des Kampfes bis zur Uebernahme der Macht, dem Tage des Triumphes, noch über vierhundert weitere Opfer folgten.

Nun halten die sechzehn an der Feldherrnhalle Gefallenen auf dem Königlichen Platz zu München symbolhaft die Ewige Wache über die Reinheit der Idee und für das wiederauferstandene Deutsch­land. Mit ihnen wachen die übrigen Opfer der Be­wegung, und indem wir ihrer aller heute ehr­furchtsvoll gedenken, steigt neben heißem Dank­empfinden und Bewunderung für ihre Haltung und ihr Tun der feste Vorsatz in uns auf, ihrer würdig zu werden, würdig gerade in der heu­tigen, neuerdings schicksalgestaltenden Zeit.

Noch stärker als unser war jaihr Glaube, noch größer als unseres ihr Tun. Und selbstloser als ihr Opfer kann kein Opfer sein. Wir glauben heute an den Sieg und den Triumph Großoeutsch- lands, zu dem erst s i e den Grund legen konnten. Wir kämpfen heute in geschlossener Phalanx einer (vorher niemals gewesenen) ehernen deutschen Volksgemeinschaft, die erst sie zu schmieden be­gannen, und wir opfern uns,'wenn es hart aüf hart geht, für den Bestand des herrlichsten Reiches, das je gewesen, das aber s i e nur in ihrer Sehn­sucht kannten. Selbstverständlich stand ihnen so wie uns heute die ganze erhabene Größe der Sache, der sie dienten, vor Augen, und sie wußten genau, wofür sie kämpften und starben; aber noch war es nicht handfeste Wirklichkeit gewor­den, wofür sie ihr Leben einsetzten, sondern nur Ideal, und wenn sie ihrem Vaterlande treu alles, auch das Leben Hingaben, so war es immerhin erst das Vaterland, das sie schaffen wollten, das wir aber dank ihrer Opfer heute schon besitzen.

Abseits standen sie damals und isoliert in der Masse des Volkes, oie ihr Heldentum nicht begrei­fen und ihr hohes Ziel nicht sehen wollte. Sie waren, ach, so wenige und ihre Umwelt nicht reif, ihr Handeln zu verstehen. Wir aber sind heute das ganze Volk, und keinen gibt es unter den 85 Millionen Deutschen, die leben, der verkennen könnte, um was es in unserem Kampfe geht. Das, was diewenigen damals beseelte» erfüllt heute die von ihnen gewallte und erkämpfte große, herr­liche. Volksgemeinschaft, und der deutsche Soldat, der, wie übrigens auch wir in den luft­gefährdeten Gebieten (wenngleich in weit gerin­gerem Ausmaße), täglich dem Tode ins Auge schaut, vermag das in dem hochgemuten Bewußt­sein zu tun, daß sein Einsatz verstanden und ge­würdigt wird von seinem ganzen Volke, und sein Handeln geehrt und ewig unvergessen bleibt bei allen kommenden Geschlechtern.

„Was groß sein will und groß werden soll, mutz hart und schwer erkämpft werden", sagte der Füh­rer, „und die Größe des Opfers wird die Größe des Sieges offenbaren", setzte er aus der sehe­rischen Gewißheit des vorausschauenden Staats­mannes hinzu, aus der seherischen Gewißheit, daß noch niemals eine neue Herrlichkeit, aus eitel Glück geboren ward und daß somit auch die Schwelle zu einem neuen, glücklicheren Europa nicht ohne opfervolle Kämpfe überschritten wer­den könnte. Und so stehen denn, wie die Sarko­phage der Ehrentempel zu München zu Anfang des erst richtig das ganze Deutschland erfassenden Aufstiegs der Bewegung, heute, beim Beginn einer schöneren europäischen Ordnung die Opfer des gegenwärtigen Krieges, die berührt vom giganti­schen Flügelschlag des ewigen deutschen Schicksals auserlesen wurden, für des ewigen Deutschlands Größe mit ihrem Blute zu zeugen und gehorsam dem Führer, für Volk und Vaterland zu sterben.

Und wie jener, deren heiliges Andenken wir heute — nicht trauernd und betrübt, sondern stolz

erhoben — feiern, gedenkt jetzt und in aller Zu­kunft das ewige Deutschland erhabenen Stolzes auch seiner anderen Söhne, die auf dem W§ge des Dienstes am Volke durch Glauben, Wollen und Tat bewußt die Erfüllung ihres Lebens im Tode fanden und der Krone des Sieges teilhaftig wur­den, noch bevor die Lebenden den Sieg vollenden konnten. Aber indem wir zum 9. November somit des Opferganges aller Tatbereiten der großen deutschen Volksgemeinschaft gedenken, des Todes der Blutzeugen der Bewegung, des Todes der zwei Millionen Kämpfer im Weltkriege, des To­des der vielen Tapferen im gegenwärtigen Kriege, wollen wir nicht vergessen des Todes der Volks­genossen in der Heimat, die den britischen Terror- angriffen auf deutsche Städte und Siedlungen er­lagen. Aller, die für Deutschland starben und deren Leben und Handeln uns für alle Zukunft Vorbild und Verpflichtung sein kann, gilt unser heiligstes Fühlen. Ihrer aller erinnern wir uns zum heutigen Tage mit besonderer Innigkeit, und wie könnte ihr Andenken schöner geehrt und ge­würdigt werden, als durch das Gemeinschafts­empfinden ihres gesamten Volkes, das ihnen im Augenblick des Todes als höchstes Kleinod vor Augen stand.

Die höchste Ehrung ihres Opfers aber liegt in der Bejahung der Verpflichtung, ihrem Vorbild nachzueifern in Treue zum Führer, im ehernen Willen, mit ihm zu siegen und unsere Pflicht zu erfüllen, wie sie es taten bis zum letzten Atemzug. Dann wird das Vermächtnis der Toten auch die­ses. Krieges sich herrlich erfüllen wie jenes der Toten bei der Feldherrnhalle sich erfüllt hat, und in Erfüllung wird gehen glorreich das Wort des Führers, das er im Vorjahr zum 9. November sei­nem Volke mit auf den Weg in die Zukunft gab, das Wort: „Das, was wir einst vor der Feldherrn­halle aussprachen, das werden wir noch mit einem tausendmal größeren Recht vor den Gräbern un­serer Weltkriegssoldaten einst verkünden können: Kameraden, ihr habt gesiegt!"

feierlicher Slaalsakl für Ludwig Siebert

Neschsstatchalter öeneral Mtter von kpp legte an der valire den Kran; des sichrers nieder

München, 7. November. Es berührte wie ein Sym­bol, datz dem bayerischen Ministerpräsidenten und Prä­sidenten der Deutschen Akademie, SA.-Obergruppenfiihrer Ludwiq Siebert, der sein ganzes Leben hindurch unermüdlich für Deutschland wirkte, das nationalsozia­listische Deutschland am Vorabend der Tage, die dem Andenken an das höchste Opfer seiner ersten Blutzeugen gewidmet sind, die letzte Ehre erwies. Der Führer hatte für diesen hochverdienten Nationalsozialisten und Staats­mann einen Staatsakt angeordnet, bei dem Reichsstatt^ Halter Reichsleiter General Ritter von Epp im großen Saale des Deutschen Museums in Gegenwart vieler Reichsminister und Reichsleiter, Gauleiter und Dienststellenleiter, führender Männer der Deutschen Akademie, der Wehrmacht, der Wirtschaft, der Wissen­schaft und Kunst den Kranz des Führers niederlegte.

Um die Mittagsstunde war die sterbliche Hülle Ludwig Si-eberts aus dem Maximilianeum in das Deutsche Museum geleitet worden. Den mit Dienstmütze und SA.-Ehvendolch bedeckten und mit samtenem Haken­kreuzbanner umhüllten Sarg flankierten die Ordens­träger und als letzte Ehrenposten zwei SA.-Eruppsn- führer, zwei höhere Beamte und zwei RAD.-Oberst- arbeitsführer.

Männer der Waffen-)) trugen den mit weißen und roten Nelken geschmückten großen Lorbeerkranz des Füh­rers in den Saal und nahmen zur Seite des Katafalks Aufstellung, dann geleiteten Reichslsiter Oberbürger­meister Fiehler und Gauleiter Paul Eiesler Frau Siebert, der die Leiden Söhne und die Schwiegertöchter folgten, zu ihrem Ehrenplatz.

Nach dem Vorspiel zu „Parsifal" von Richard Wag­ner, vorgetragen vom Orchester der bayrischen Staats­oper unter Generalmusikdirektor Clemens Krauß, nahm Reichsleiter Oberbürgermeister Fiehler, bewegten Herzens und von tiefer Trauer ergriffen, Abschied von Ludwig Siebert. Er führte vor Augen, wie außer­ordentlich reich an unermüdlichem Schaffen, an unver­

gänglichem Verdienst und stolzen Erfolgen sich das Le­ben dieser makellosen Persönlichkeit gestaltete, schil­derte Ludwig Sieberts verdienstvolle Tätigkeit als Bürgermeister iiz Rothenburg und Oberbürgermeister jn Lindau.

Ein glühender Drang zur Arbeit an der Gemeinschaft habe diesem deutschen Mann den Weg in den Gemein­schaftsdienst finden lassen, wo er seine hohe Verwal- tungsbcfähigung und seine Führereigenschaften bewiesen habe. Die Machtübernahme habe Ludwig Siebert die Erfüllung einer alten Sehnsucht gebracht, dereinst an verantwortlicher Stelle mithelfen zu können an dem Aufbau eines geeinten Eroßdeutschen Reiches.

Der Reichsleiter schilderte weiter, wie Ludwig Sie­bert durch sein hervorragendes Können und seinen un­bändigen Fleiß Bayern bei der Bekämpfung der Ar­beitslosigkeit, der Ordnung der Staatsfinanzen, der Landflucht und durch sein „Ludwig-Siebert-PiograMm" auch aus der Wohnungsnot voranbrachte. „Was Siebert bei seinem Amtsantritt in programmatischen Ausfüh­rungen versprochen hatte, das hat er während der neun Jahre seines aufopfernden Wirkens getreulich einge­löst." Er habe es weiter als unsere Aufgabe bezeich­net, durch die Entwicklung unserer Kultur zu bewei­sen, daß dieses Deutschland zu Recht die ihm gebüh­rende Stellung fordert. Die Betreuung der Deutschen Akademie, um die er sich unschätzbare Verdienste er­worben habe, sei Ludwig Siebert eine wirkliche Her- enssache gewesen. Ihm sei es zu danken, datz sich die- es hervorragende Kulturinstitut heute im In- und Auslande gleich hohen Ansehens erfreut. Wo immer dieser Meister des Wortes und der Tat im öffentlichen Leben in Erscheinung getreten sei, habe er sich als echter und vorbildlicher Nationalsozialist erwiesen.

Zum Schluß schilderte der Oberbürgermeister Ludwig Siebert als das Vorbild eines deutschen Beamten, wie ihn der Nationalsozialismus vor Augen habe. Der Jdea- (Fortsetzung auf Seite 2),

Naumgewmn im Westkaukasus

Wetter schwere kämpfe in figppten — Starke pan;erverluste des seindes

Aus dem Führerhauptquartier, 7. Nov. Das Obcrlommando der Wehrmacht gibt belannt: „Im Westkaukasus warf ein überraschender örtlicher Angrifs den Feind aus einer Höhenstellung. Deutsche Infanterie- verbände gewannen bei starken Regenfällen in zähen Kämpfen auch nördlich Tuapse Boden. Bei der Abwehr feindlicher Gegenangriffe ostwärts Alagir wurden in hartem Kampf Sv Sowjctpanzer und durch die Luft­waffe ein Panzerzug vernichtet. Truppenbewegungen aus der georgischen Heerstraße wurden von Aufklärungs­flugzeugen mit Bomben belegt. Im Raum von Stalin­grad fanden nur örtliche Kämpfe statt. Kamps- und Sturzkampfflugzeuge griffen Batteriestellungen und Ort­schaften ostwärts der Wolga an. Im mittleren Front­abschnitt wurden durch Stoßtrupps zahlreiche Bunker des Feindes mit den Besatzungen vernichtet. Truppen- bereitstellungen und Transportbewegungen der Sowjets im Quellgebiet der Dwina und Wolga wurden von der Lastmasse bekämpft. Aus einem Flugplatz nord­westlich Moskau entstanden »ach einem Nachtangrisf

starke Brände. SUdostwärts des Jlmensees wurde eine feindliche Kräftegruppe In mehrtägigen Kämpfen unter besonders schwierigen Geländeverhältnissen eingeschlos­sen und vernichtet. Schwere Artillerie des Heeres schoß das Elcktrizitätswerk von Kronstadt in Brand.

In Aegypten dauern die schweren Kämpfe an. Eigene Gegenangriffe fügten den feindlichen Panzerverbänden schwere Verluste zu. Deutsche und italienische Luststreit- kräf.te griffen in rollendem Einsatz motorisierte Kräfte des Feindes zwischen Marsa-Matruk und El Alamein an. Im Mittelmeer schoß Bordslak der deutschen Kriegs­marine in den letzten Tagen fünf seindliche Flug­zeuge ab.

Einzelne britische Flugzeuge flogen am Tage unter Wolkenschutz in das nordwestdentsche Gebiet und in die Deutsche Bucht ein. Die Bevölkerung hatte geringe Verluste. Hierbei und über den besetzten Westgebictcn wurden sechs feindliche Flugzeuge zum Absturz ge­bracht." "