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ParleianirUclie Layeszettung
vas flmtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zielen fjansestadt vremen
üer Nationaildziattsten. Vremens
flmlliches verkündungsblat» des Ncichsstatllfalters in cildenburg und Nremen
Nr. ZU? , 12. Jahrgang
Sonnabend. ?. November 1 §42
kinzelpreis 15 Npf.
Lvstscklickes 5ukjvlct an eler Lpitrv «Isr krilisekvn Lertungssckrvikvr
englischer „loumalismus " d emaskiert
knlliüttungen aus Präger Vokumentenfunden des fluswärligen flmres
Berlin, 6. November. Offenbar unter dem Eindruck des vor Jahresfrist erfolgten und während des Vene- diger Journalistenkongresses im April d. I. bekräftigten Zusammenschlusses des europäischen Journalismus zu einer Kampffront gegen die kapitalistische Pressevergewaltigung und gegen die moralische Verkommenheit der bezahlten publizistischen Handlanger internationaler Machthaber tagte vor einigen Tagen in London eine Versammlung von Journalisten der sogenannten „Vereinigten Nationen". Es ist für den europäischen Journalismus belanglos, daß dieses seltsame Gremium lächerliche Drohungen gegen die in Europa für ihre. Ideale kämpfenden Journalisten zu „Beschlüssen" erhob — für die in der „Union nationaler Journalistenverbände" zusammengeschlossenen Journalisten der jungen europäischen Nationen ist nur die Person des Organisators jener „Versammlung", des britischen Journalisten Wickham Steed, von Interesse.
Die Ehre des journalistischen Berussstandes gebietet es dem Präsidium der „Union nationaler Journalistenverbände", mit allem Nachdruck aus die Tatsache hinzuweisen, dah bei den von der deutschen Reichsregierung bei der Uebernahme des ehemaligen tschechoslowakischen Auhenministeriums in Prag vorgefundenen Akten sich Dokumente befinden, die diesen Herrn Wichham Steed, ehemaligen Hauptschriftleiter der Londoner „Times" und heutigen Initiator eines sogenannten „internationalen Journalistenverbandes" einwandfrei als käufliches und gekauftes Subjekt des ehemaligen tschechoslowakischen Präsidenten und heutigen Emigranten Ve- nesch entlarven.
Das Auswärtige Amt veröffentlicht aus den Akten des ehemaligen tschechoslowakischen Auhenministeriums auf Grund von Originalunterlwgen die folgenden Tatsachen:
Vom Jahre 1823 beginnend bis zum Jahre 1838 hat der britische Journalist Henry Wickham Steed (London Landsdowne Hourfe 7, Holland Park W), zuerst in wechselnden Abständen, vom Jahre 1828 ab regelmäßig bedeutende Beträge aus den Mitteln des tschechoslowakischen Staates erhalten.
Der erste feststellbare Vorgang dieser Art ist die Akte des ehemaligen tschechoslowakischen Autzswministeriums
Mebe, rolschlSger und Längster als Patrioten
Berlin, 6. November. Der Vostoner Rundfunksender, der den Roosevelt-Krieg besonders eifrig unterstützt, glaubt wieder einmal für den Eintritt in das USÄ.- Heer Stimmung machen zu müssen. In seinem lleber- eifer und mangels zugkräftiger Beispiele führt er seinen Hörern die „vorbildliche" Haltung der Insassen des Gefängnisses in Eolumbus.im Staate Ohio vor Augen, die mit Zustimmung der Eefängnisleitung den militärischen Drill eingeführt hätten und täglich auf dem Ee- sängnishof Wehrübungen veranstalteten. Sie hätten sogar einen Namen für ihre Einheit gefunden und nennten sich stolz das „Geistesgegenwärtige Bataillon". Datz Diebe, Totschläger und Gangster, denn aus solchen Subjekten rekrutieren sich ja die Insassen der USA.- Gefängnisse über eine gewisse „Geistesgegenwart" verfügen, ist nicht von der Hand zu weisen, und wir sind überzeugt, daß sie, wenn man ihnem, wie der Sender berichtet, mehrfach geäußertem Wunsche, geschlossen mit der ÜSA.-Wehrmacht Dienst tun zu können, stattgeben würde, diese Eigenschaft. durch geistesgegenwärtiges „Ausbllchsen" unter Beweis stellen würden. Was aber mag das USA.-Bolk empfinden, wenn man ihm Gefängnisinsassen als patriotische Vorbilder hinstellt?
vom 18. 11. 1923, aus dxr hervorgeht, daß ein Betrag von 8900 Pfund für „Geheimzwecke" im London auszuzahlen sei. Wie sich später herausstellt, war der Empfänger Henry Wickham Steed. Der seinerzeitige tschechoslowakische Gesandte in London, Dr. Mastny, wurde angewiesen, die genannte Summe gegen persönliche Quittung an Henry Wickham Steed auszuhändigen. , Aus einem vertraulichen Schreiben vom 21. 11. geht hervor, daß Steed durch Vermittlung eines gewissen Leipnlk einen großen Vertrag Mit Prag bezüglich Veröffentlichungen in der „Review of Reviews" für die Jahre
flm oberen lerek
Unverminderte steltigkel
Aus dem Fiihrerhauptqnartier, 6. Nov. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Frontabschnitt von Tuapse wurden in schweren von der Luftwaffe wirksam unterstützten Angrifsskämpfen zahlreiche feindliche Kampsanlagen genommen und Gegenangriffe abgewiesen. Im Raum des oberen Terek find deutsche und rumänische Truppen im Zusammenwirken mit Nahkampfsliegerkriiften gegen verbissenen Widerstand des Feindes weiter im Angriff. Allein in diesem Abschnitt wurden gestern 38 Sowjetflugzeuge abgeschossen. Die Kampftätigkeit in Stalingrad beschränkte sich am 3. November auf rege beiderseitige Stoßtrupptätigkeit und Abwehr einzelner Vorstöße des Feindes. Die Bahnen ostwärts der Wolga wurden den ganzen Tag von Kampffliegern angegriffen. An der Don-Front setzten ungarische Stoßtrupps über den Fluß und vernichteten auf dem Ostufer mehrere feindliche Stützpunkte und 31 Erdbunker. Mehrere Geschütze sowie schwere und leichte Infanteriewaffen wurden erbeutet. Die Luftwaffe griff feindliche Stellungen und Fahrzeugkolonnen südlich Ostaschkow an. Der Bahnhof Ostaschkow wurde bei Tag und Nacht bombardiert. Siidostwärts des Jlmensees wurden bei einem örtlichen Angriff gegen starken feindlichen Widerstand 37 Kampsstände vernichtet und neun Geschütze und 68 Maschinengewehre und Granatwerfer als Beute eingebracht. Auf dem Ladogasee versenkte die Luftwaffe einen Dampf-Schlepper und zwei Frachtkähne. Ein Kanonenboot, ein Flakschiss und sechs Versorgungsfahrzeuge wurden beschädigt. Kampf- und Sturzkampfflieger setzten die Bombardierung von Murmansk und der
1921 und 1923 abgeschlossen hat, wofür das ehemalige tschechoslowakische Alißsnmillistsrium 19 000 Pfund zu zahlen hatte. Ein Scheck über 8000 Pfund, der eine Anzahlung auf den Publikationsvertrag darstellt, wurde von Dr. Mastny für Wickham Steed persönlich überreicht (Schreiben an Ja« Hajek, Prag, vom 28. 11 1923). Hajek war ein hoher Beamter des Aichennnmisteriunls, der über den.Geheimfonds verfügte.
Eine Abrechnung der Zeitschrift „Review of Reviews" über das 2ahr 1921 besagt, daß außerdem für Annoncen (Fortsetzung auf Seite 2)
wetter im Angriff
der Schlacht in Hgtlpten
Murmanbahn mit guter Wirkung fort. In den Gewässern des Nordmeeres wurde e,n Handelsschiff von 6880 BRT. durch Bombentreffer versenkt, ein zweites größeres Frachtschiff schwer beschädigt.
Deutsche und italienische Verbände haben gestern in heftigen Kämpfen die Panzerformationen des Feindes im Gebiet von Fuka und Mars« Matruk angegriffen. Gegen Abend war die Schlacht mit unverminderter Heftigkeit gegen den anhaltenden Druck des Feindes im Gange. Kampfflugzeuge führte» Tagesangriffe gegen verschiedene Orte in Südostengland durch."
*
Heftige britische Flakahwehr und ein von starken britischen Jagdoerbänden gebildeter Sperriegel konnten im Laufe des 8. November ausgedehnte Angriffe deutscher Kampfflugzeuge gegen militärische Ziele und kriegswichtige Anlagen im Süden Großbritanniens nicht verhindern. In den Mittagsstunden durchbrachen unsere Kampfflugzeuge im Tiefflug die britische Abwehr und warfen Bomben aus etwa 80 Meter Höhe auf militärische Anlagen der Stadt Sandwich. In Brigh- ton stürzten nach einem Tiefangriff mehrere Häuserblocks zusammen. Im Laufe des Nachmittags waren britische Truppenlager in Süd-England das Ziel deutscher Kampfstafseln. Mehrere größere Baracken, in deinen schwere Bomben detonierten, wurden zerstört. Ostwärts des Truppenlagers Longmoore-Camp schössen unsere Flieger die Hallen eines Flugplatzes in Brand. Auch die Flugplatzanlagen in Ramster erlitten durch gutliegendes Bordwaffenfeuer Beschädigungen.
Vor italienische welirmachtsbericht
Rom, 8. November. Das Hauptquartier der italienischen Wehrmacht gibt bekannt: „Italienische und deutsche Abteilungen lagen am 5. November im Abschnitt Fuka—Marsa Matruk in heftigem Kamps mit feindlichen Panzerverbänden. Am Abend ging der Kampf mit unverminderter Härte weiter."
Amtlich wird folgende Ergänzung zum italienischen Wehrmachtsbericht vom Donnerstag ausgegeben: Unser Wehrmachtsbericht ist im der gegenwärtigem Phase der Kämpfe an der Aegyptenfront wie immer durchaus authentisch und objektiv, dagegen sind in der vom Hauptquartier der alliierten Strettkräfte im Mittleren Osten ausgegebenen Sondermeldung zahlreiche Uebertreibungen und Fälschungen enthalten. Nur die darin enthaltene Angabe über die Zahl der Gefangenen, die seit Beginn der Schlacht auf 9000 geschätzt wird, kann als ungefähr richtig betrachtet werden. Es handelt sich izl der Tat bei einem Kampf, der großenteils durch
Panzer ausgesuchtem wird und durch das rasche Hin- und Herfluten der Operationen gekennzeichnet ist, um einen unvermeidlichen Anteil an Gefangenen, die Infanterie-Divisionen angehören. Es kann hinzugefügt werden, daß ein nicht ünbeträchtlichxr Teil der Gefangenen erst gemacht wurde, nachdem sie verwundet waren. Die übrigen Angaben über die Vernichtung von 268 Panzern, die Vernichtung bzw. Außerkwmpssetzung von 600 Flugzeugen, die Versenkung von 100 000 Tonnen Schiffsraum sind dagegen völlig willkürlich und weit von oen Tatsachen entfernt, die unendlich viel bescheidener sind. Die Truppen der Achsenmächte kämpften und kämpfen prachtvoll, alles übrige, d. h. das unvermeidliche Hin- und Herfluten der Operationen, gehört zum Charakter des Wüstenkrieges, der nunmehr dem italienischen Volk wohlbekannt ist. Das italienische Volk folgt mit tiefer Anteilnahme, aber mit gelassener Ruhe dem Gang" der Ereignisse in Nordafrika und weiß inmitten der grotesken Entstellungen und Uebertreibungen der Feindagitation die Wahrheit zu erkennen.
Fortgang der erbitterten wüstenfchlachl in flfrika
Masse und Naum im wüstenkrieg — ll
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitunq är. V. sck. Berlin, 8. November. Wie im November des vergangenen Jahres stehen auch jetzt wieder die deutschen und italienischen Truppen in Nordafrika in einem schweren und erbitterten Abwehrkampf gegen eine gewaltige Anhäufung der gegnerischen Kräfte. Im vergangenen November konnte festgestellt werden, daß das Ergebnis einer Jahresproduktion der amerikanischen Rüstungsindustrie beinahe ausschließlich nach Aegypten verschifft worden war, um dort Churchill noch einmal den Versuch zu ermöglichen, seine strategische fixe Idee zur Durchführung zu bringen. Schon bei dem ersten englischen Angriff in Nordafrika, der Ende des Jahres 1918 gegen die Truppen des Marschalls Era- ziani eingeleitet wurde, bekannte sich Churchill prahlerisch zu dem Ziel, vom Mittelmeer aus zunächst Italien „aus dem Kriege zu boxen" und anschließend die Front der Achsenmächte von der südlichen Flanke her aufzurollen. Aber an der südöstlichen Ausbuchtung der Großen Syrte ging dem General Wavcll der Atem aus, und von den Stellungen südlich von Agedabia aus trat Anfang April des vergangenen Jahres General Rommel zum Gegenschlag an, durch den die Briten wieder über die libysch-ägyptische Grenze zurückgeworfen wurden.
Vor nunmehr einem Jahre wollte es Churchill dann ganz genau wissen. Wie er sich nun einmal stur. auf feine strategischen Ideen verbeißt, lenkte er fast die gesamte Materialhilfe der Amerikaner auf den afrikanischen Kriegsschauplatz. General Rommel machte den Plan des Gegners, ihn durch die große zahlenmäßige Üeberlegenheit zu erdrücken, zuschanden, indem er elastisch auswich und den Angriff an der gleichen Stelle auffing, von der seine eigene Apriloffensive ausgegangen war. Wiederum plusterte sich Churchill gewaltig auf. Am 26. Dezember des vergangenen Jahres, als er sich gerade zum Besuch in Washington befand, hielt er dort vor dem Vundeskongreß eine Rede und sagte wörtlich: „General Auchinleck macht sich daran, die
feindlichen Strcitkräfte in der Cyrenaika vollständig zu vernichten. Ich habe allen Grund zur Annahme, daß er sein Ziel vollständig erreichen wird." Wenige Wochen später wurden im Gegenteil die Truppen Auchinlecks
as bedeutet die elastische Verteidigung! -
in ein paar Tagen bis über Derna hinaus in die Flucht geschlagen, um im zweiten Abschnitt des deutsch-italienischen Angriffes in den Sommermonaten dieses Jahres bis unmittelbar vor das Nildelta zurückgetrieben zu werden. Es ist angesichts dieser Erfahrungen — gerade im Hinblick auf die erwähnte Rede Churchills in Washington — verständlich, wenn die amerikanische Öffentlichkeit diesmal etwas vorsichtiger auf die Fan- farentöne reagiert, mit denen die Briten die letzten Ereignisse auf dem afrikanischen Kriegsschauplatz begleiten. Reuter muß aus Newyork berichten, daß in den Vereinigten Staaten „wegen der früher in Nordafrika festgestellten überraschenden Schwankungen" der Optimismus im Hinblick auf die Schlacht in Afrika „gemildert" sei.
Aus den Berichten des Oberkommandos der Wehrmacht ergibt sich. daß unsere Truppen unter dem Druck der zahlenmäßigen und materialmäßigen Üeberlegenheit des Gegners auf vorbereitete rückwärtige Linien zurückgenommen wurden, und daß zur Zeit die erbitterte Schlacht im Raum von Fuka und Marsa Matruk andauert. Die Zurücknahme ist vor allem auch deshalb erfolgt, weil sich im Kampf um die Alamein-Stellung eine gegenseitige Verzahnung der Fronten ergeben hatte, in der der Feind sein materielles Uebergewicht schließlich in gefährlicher Weise für uns hätte zur Geltung bringen können. Im Wüstenkrieg kommt der Masse dann entscheidende Bedeutung zu. wenn es mit ihrer Hilfe gelingt, die gegnerischen Kräfte zu vernichten. Wiederholtes elastisches Ausweichen kann den Angreifer in arge Verlegenheit bringen, weil er einmal in den Durchbruchsschlachten mit gewaltigen Verlusten rechnen muß, .und weil ferner der räumliche Fortschritt mit erhöhten Nachschubschwierigkelten verbunden ist, die sich vor allem dann schmerzlich auswirken müssen, wenn es dem Verteidiger immer wieder gelingt, sich in neuen vorbereiteten Stellungen zu setzen und dem Gegner weitere schwere Opfer in wiederholten Frontalangriffen abzuverlangen. Wir haben das ja selbst mit umgekehrten Vorzeichen irgendwie an der Alameinfront zu spüren bekommen.
An sich spielt der Raum im Wüstenkrieg so wenig eine Rolle wie in der Sesschlacht. In der Wüste ist es
Heldenhafter Ansah der Alhfentruppen
nicht wie im Osten, wo auf jedem Quadratkilometer Weizen wächst oder Erze, Kohle und Holz zu finden sind. Hier spielt der Besitz von Räumen, in denen keine Städte existieren und kein Halm wächst, kaum eine Rolle. Worauf es allein ankommt, das ist das strategische Ziel jenseits des Wüllenraumes, also je nach der Angriffs- richtung, Alexandrien, Suez und das Nilbelta auf der einen und Tripolis auf der anderen Seite. In den Kämpfen, die zwischen diesen Zielen geführt werden, kann ein durchschlagender strategischer Erfolg nur durch Vernichtung der gegnerischen Kräfte oder wenigstens durch ihre entscheidende Schwächung erzielt werden.
So hatten es sich die Generale Alexander und Mont- gomery, wenn man nach den renommistischen Kommentaren der englischen Presse schließen darf, diesmal offenbar auch gedacht. Sie haben nicht mit dem Marschall Rommel und mit der beispiellosen Tapferkeit der deutschen und italienischen Truppen in Afrika gerechnet. Mit unerhörter Einsatzbereitschaft haben unsere Soldaten und die Verbündeten, von ihnen besonders die wiederholt erwähnte Division „Arriete", dem überlegenen Druck des Gegners Widerstand geleistet, ihn fast zwei Wochen im Kamps um die erste Stellung gebunden, ihm schwerste Verluste zugefügt und schließlich die elastische Zurücknahme der Linien ermöglicht, ohne dem Feind die Möglichkeit zu geben, seine Üeberlegenheit in erdrückender und damit entscheidender Weise zur Geltung zu bringen. Von dem angestrebten strategischen Ziel ist der Gegner heute nicht sehr viel weniger weit entfernt als beim Beginn des Angriffs, zumal sich, wie wir ja aus eigenen Erfahrungen wissen, die Nachschubschwierigkeiten für Massen in der Wüste mit der Entfernung von der,Operationsbasis verstärken, solange nicht die eine oder die andere der kämpfenden Parteien die unumschränkte Herrschaft über das Mittelmeer hat. Die Engländer täten gut daran, sich der bisherigen Erfahrungen und großen Schwankungen im afrikanischen Wüstenkrieg zu erinnern, ehe sie den Mund zu voll nehmen. Es muß sich ja erst noch zeigen, welche Möglichkeiten und Pläne Rommel und seine tapferen Truppen im Hintergründe bereithalten.
itee Leerte« Askt
Der sowjetische Diktator Stalin benutzte die an sich stark beschnittenen Feierlichkeiten zur Glorifizierung der bolschawistifchen Revolution am 28. Jahrestag dieses von Mord und Blut gekennzeichneten Regimes zu einer Ansprache, in der er. nach Mitteilung des Moskauer Rundfunks fünfzig Minuten lang über die Zweite Front und die aus dem Ausbleiben dieser sowjetischen Hoffnung entstandene Situation sprach. Stalins Worte waren in dem üblichen Jargon bolschewistischer Parteideklarationen gehalten und sparten nicht mit Anerkennung für die Errungenschaften des bolschewistischen Regimes, die er als „Erfüllung konstruktiver Aufgaben im größtem Ausmaß und als Musterleistungen einer friedvollen Arbeit" bezeichnet«. Die Mitglieder des Ehrenpräsidiums der feierlichen Sitzung der Moskauer Sowjets — Mo- lotow, Woroschtlow, Kaganowitsch, Kalinin und andere Partetgröhen — gaben die Claqueure ab, um den Beifall in die richtigen Bahnen zu lenken.Der kurze innenpolitische Rückblick war Grundlage der Auseinandersetzung mit den Verbündeten, deren Leistungen in scharfen Gegensatz zu dem Einsatz der sowjetischen Bevölkerung gestellt wurden. Nach dem Winterkampf sei ein „Umbruch zugusten der Deutschen" erfolgt, erklärte Stalin, um dann den Hieb gegen London und Washington zu versetzen: „Die Deutschen nutzten das Fehlen der Zweiten Front und gingen in südwestlicher Richtung mit allen Reserven vor. Sie sind stark und können den Angriff weiterhin in dieser Richtung vortragen." Stalin verglich die gegenwärtigen deutschen Operationen gegen die Sowjetunion mit denen des ersten Weltkrieges und wählte auch hier wieder als bestimmendes Faktum den Hinweis, daß damals die Deutscheg auf zwei Fronten hätten kämpfen müssen, jetzt aber durch die Untätigkeit der Alliierten im Rücken völlig sicher seien. Den afrikanischen Kriegsschauplatz streifte der sowjetische Diktator nur in einem Nebensatz, als er seine Schätzungen über die Verteilung der deutschen Kräfte vortrug und die dort eingesetzten deutschen Divisionen als „außerordentlich gering in ihrer Anzahl" bezeichnete. Die Sowjetunion habe immer noch den hauptsächlichsten deutschen Druck auszuhalten. „Es wird oft die Frage gestellt", so sagte er in diesem Zusammenhang, „ob eine Zweite Front errichtet wird. 2a, sie mutz errichtet weiden, nicht nur, weil wir sie brauchen, sondern weil das Fehlem der Zweiten Front «in schlimmes Ende nehmen kann." Auch der Schlußsatz der Rede enthielt die hier deutlich werdende Forderung. Stalin sagte unter dem besonderen Beifall seines Publikums, daß die Sowjetunion den Krieg nicht weiter allein führen wolle, sondern mit den Verbündeten gemeinsam! b.
AsÄseM
Was die Alliierten verloren
Für den modernen motorisierten Krieg sind Treibstoff und Kautschuk so bitter nötig wie das tägliche Brot zum Leben. Es gibt viele Gebiete auf der Erde, in denen Kautschuk wächst. Anderwärts wird Kautschuk auf synthetischem Wege künstlich gewonnen. Die wichtigsten Kautschukpflanzen der tropischen Gegenden — es sind meist große Bäume — sind Hevea, Picus elastica, Manihot, Euayule und Landolphia. Auf europäischem Boden — und zwar in Transistrien zwischen Dnjestr, Bug und Schwarzem Meer — gedeiht die Kok-Sagys- Pflanze, aus deren Wurzel Kautschuk fließt. In Ostasien ha: man fast nur Hevea-Plantagen. Der Hevea-Baum stammt ursprünglich aus dein Amazonas-Gebiet. (Hevea brasiliensis). Die stattlichsten Exemplare werden bis zu 30 Meter hoch, während der Stamm gut 2 Meter Durchmesser erreicht. Bis der Baum genügend „erwachsen" ist und Kautschukmilch liefern kann vergehen viele Jahre. Weniger Bedeutung hat der auch in Europa bekannte „Eummibaum" Ficus elastica, in Ostasien „Assam-Kaut- schuk" genannt. Ficus und Landolphia sind Schlingpflanzen von mitunter riesigem Ausmaß. Sie kommen auch in Afrika vor. Manihot findet man im tropischen Amerika ebenso wie im trockenen subtropischen Afrika.
Der Euayule-Strauch ist ein Wildgewächs Mittelamerikas, wie überhaupt ein großer Teil der Kautschukpflanzen wild wächst. Man findet Euayule vor allem in den mexikanischen Steppen. Die Vereinigten Staaten hoffen, nach dem Verlust ihres Ostasten-Vcptzes und des ihrer Verbündeten, hier auf eine gewisse Milderung ihres Kautschukmangels. Kok-Sagys stammt aus Mittel- asien. Es ist eine dem Löwenzahn ähnliche Pflanze. Vorteilhaft ist, daß man bereits nach einem Jahr ernten kann und daß die ziemlich anspruchslose Pflanze in Gegenden mit dem Klima Südosteuropas und Südrußlands gedeiht.
Die Welt-Kautschuk-Erzeugung stieg von weniger als 29 909 To. im Jahre 1899 allmählich — innerhalb 30 Jahren — auf über 1,1 Mill. To. im Jahre 1910. Davon entfiel der allergrößte Teil auf Britisch-Malaya und Niederländisch-Jndien, beides Gebiete, die sich jetzt in japanischer Hand befinden. Britisch-Malaya hatte 1910 eine Kautschukgewinnung von 839 009 To., Niederländisch-Jndien von 816 600 To. Ceylon erreichte nur 90 900 To., Jndo-China 66 600 To, Thailand 11000 To., Britisch-Jndien nur 11000 To., Burma annähernd
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Am oberen Terek und bei Tuapse bleiben unsere Truppen im Angriff.
Die Schlacht in Aegypten geht mit unverminderter Heftigkeit bei anhaltendem Druck des Feindes weiter.
Das Auswärtige Amt enthüllt aus Grund von Präger Dokumentenfunden die Käuflichkeit des britischen Journalismus.
Die Kesselschlacht bei Euadalcanar dauert an; die Japaner gehen von drei Seiten gegen die amerikanischen Stellungen vor.
Ein Bevollmächtigter für die Binnenschiffahrt wird d,e Rangordnung für Reparaturen und Instandsetzungen festsetzen.
Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz hat eine Anordnung über die diesjährige Ausschüttung von Weihnachts- und Abschlußgratifikationen erlassen.
Die „Wittheit" hielt die alljährliche Smidt-Sitzunq rm Beisein von Krcisleiter Blanke und Reg. Bürgermeister SA.-Obergruppenführer Böhmckcr ab.