Ausgabe 
(6.11.1942) Nr. 306
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Erscheint 7mal wöchentlich

Monatsde^ug 2.30 RM einichi .-»usteNgebühr: PoUbk,»nsp»I» monatlich 2.30 RM letngchl. 30.1 Rpt P-ksettunn-n-bühH ,n,ügi 32 Rpf. Befiellgild vkzngspkkis ist im voraus zahl­bar Vokichock: Hambvrg 17 272 Ein« Be­hinderung vor Ltelerunq rechtferiint keinen Anspruch auf Rückzahlung des «ezuzspreifes. Verlag: NS-Eauverlag Weser-Em, EnibK., Bremen. Teeren S/S. Fernruf 21031, Nachtrus au» sonntags 23733. Sprechzeiten: verlagwerk- tägl. 12-13 Uhr. Schriftleitg. 12.30-13.30 Uhr.

VremeMlima

Parleiarntliciie Tayeszettung

vos flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der 5relen fjansestadt Bremen

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Anzeigenptiile unb üuinadmeveotngungen laut Pretslilie AuMavmetermine odne Berbindiich- iett. Seschckttskelien: Bremen: Keeren 3/8. Ruf 2 >0 31: Nachirn» und ionniags 2 37 33: Obere,ffrahe 88. Rn» 2 18 31! s,k«: Mühlen, dämm 2: Bremen-Hemeltngen: Bahnhofstr. I, Ecke Boffftrahe. Ruf 333 38: «remen-vegelack: Rohrftrah« 23. Ruf 3 a 8: Bremen-Blomen- thal: Navi -Dallmann-Str. 31/33. Ruf 88 n. 88

Her Nationalsozialisten Vreinens

flmiliches verkündungsbiatt des Beicht-statthalters in Oldenburg und Bremen

Nr. Z96 , 12. Jahrgang

Lreitag. 6. November 1942

Limeioreis 19 Nps.

Memraubende Steigerung der U-Voot krfolge

168000 VM. versenkt: erneuter schwerer Schlag gegen die alliierte versorgungsschiffakrt

Malfterle felndttche Angriffe in figvplen

U-Boot-Operationen vom Nördlichen Eismeer bis zu den Gewässern südlich von Madagaskar

Aus dem Führerhauptquartier, S. Nov. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Im westlichen Kaukasus erstürmte Infanterie nach Abwehr starker Gegenangriffe feindliche Stellungen. Kampf­flieger vernichteten im Hafengeviet von Tuapse drei Handelsschiffe mit zusammen 5800 BRT. Nahkamps- stieger griffen den feindlichen Nachschub an. Im Raum von Alagir sind erbitterte Amgriffskämpfe gegen den sich hartnäckig verteidigenden Feind im Gange. Truppenansammlnngen und Versorgungslager der Sowjets im Raume zwischen den Flüssen Kuma und Terek sowie Eisenbahnziige südlich von Astrachan wur­den von der Luftwaffe bombardiert. In Stalingrad wurden Stoßtruppunternehmen erfolgreich durchgeführt. Ein feindlicher Stützpunkt wurde ausgehoben, Vorstöße des Gegners abgewehrt. Sicherungen des Heeres an der Wolga versenkten einen größeren Flußdampfer. Schwere Luftangriffe richteten sich gegen Stützpunkte des Feindes westlich des Wolga-Knies und Vatteriestellungen ost­wärts des Stromes. An der Don-Front wiesen italienische Truppen Uebersetzversuche ab. Im mittleren und nördlichen Frontabschnitt vernichteten eigene Stoß­trupps eine größere Unzahl feindlicher Kampsstände mit ihren Besatzungen. Oeriliche Angriffe des Feindes schei­terten. Kampfflieger bombardierten trotz sehr schlechter Wetterlage einen wichtigen Nachschub- und Verkehrs­knotenpunkt der Sowjets. In der Zeit vom 18. bis 31. Oktober wurden an der Ostfront 815 feindliche Flug­zeuge vernichtet, hiervon 535 in Luftkämpfen und 61 durch Flakartillerie der Luftwaffe. Der Rest wurde am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen 58 eigene Flugzeuge verloren.

Die Schlacht in Aegypten ist an der ganzen Front weiter im Gange. Die deutsch-italienische Panzerarmee setzt den massierten feindlichen Angriffen äußersten Widerstand entgegen. In einzelnen Abschnitten wurde die eigene Truppe planmäßig in vorbereitete zweite Stellungen zurückgenommen. Kampffliegerkräfte führten lausend Bombenangriffe gegen die britischen Panzer­verbände und Artilleriestellungen. Am 3. und 1. Novem­ber schössen deutsche und italienische Jagdflieger in er­bitterten Luftkämpfen gegen zahlenmäßig überlegenen Feind dreißig Flugzeuge ab. Vier eigene Flugzeuge werden vermißt. Im Nordmeer versenkte die Luftwaffe ein Handelsschiff von 7888 BRT. und beschädigte zwei große Frachtschiffe.

Wie durch Sondermeldung bekanntgege­ben. haben deutsche Unterseeboote in weit ver­zweigten Operationen, die vom Nördlichen Eis­meer bis in die Gewässer südlich von Madagaskar reichten, nach den großen Erfolgen der letzten Tage in unermüdlichem Anarilfsgeilt den feind­lichen Transportflotten neue schwerste Verluste zu­gefügt. Zsm Nordatlantik erhielten sie in hart­näckiger Verfolgung erneut Fühlung an die Reste

Neue MtkerkreuztrSger

Berlin, 5. November. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Bern­hard Flachs, im Stäbe eines. Artillerie-Komman­deurs. Oberleutnant d. N. Franz Silzner, Kom­paniechef in einem Grenadier-Regiment. Oberfeldwebel Franke, Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader.

Oberfeldwebel Alfred Franke, am 28. S. 1918 in Jena geboren, hat sich als Jagdflieger im Kampf gegen Frankreich, England und besonders im Einsatz gegen die Sowjetunion hervorragend bewährt und in harten Lnftkämpfen gegen eine meist zahlenmäßige Ueberlegenheit 59 Lustsicge errungen. Auch in vielen schneidig durchgeführten Tiefangriffen schädigte er den bolschewistischen. Gegner. Der tapfere Oberfeldwebel ist von einem Fcindflug nicht zurückgekehrt. '

des mit Kriegsmaterial und Lebensmitteln nach England bestimmten Geleitzuges, aus dem bereits 16 Schiffe mit S4VVV BRT. herausgeschossen waren, versenkten aus ihm weitere sechs Schiffe mit 37 üvü BRT. und beschädigten zwei Dampfer durch Torpedotreffer. Andere Unterseeboote ver­senkten in Einzeljagd im Nördlichen Eismeer bei der Insel Jan Magen, im Nordatlantik bei St. Johns, im Aequatorgebiet bei der Insel Fernando Noronha, im Südatlantik, vornehmlich im See­gebiet um Kapstadt und in den Rakdgebieten des Indischen Ozeans südlich von Madagaskar 2V Schiffe mit 131VOÜ BRT. Eines von diesen ist mit fünf Dampserbesatzungen untergegangen, die von versenkten Schiffen an Bord genommen waren und in den verfügbaren Rettungsbooten keinen Platz fanden. Damit hat der Feind wie­derum 26 Handelsschiffe mit insgesamt 168 vvv

Berlin, 5. November. Aus dem nordafrikanischen Schlachtfeld führten der britische Großangriff und die Gegenstöße der Achsentruppen zu erbitterten Kämpfen. Nach den beim Oberkommando der Wehrmacht vor­liegenden Meldungen hatten die Briten in den letzten Tagen aus dem mittleren und südlichen Abschnitt der El-Alamein-Front alle verfügbaren Truppen und Pan­zer abgezogen und diese im Schutze der Landstürme an den Küstenabschnitt geworfen. Mit diesen frischen Trup­pen begannen die Briten in der Frühe des 31. Oktober ihren Angriff mit stärkstem Trommelfeuer. Dann fetzten sie massierte Jnsanteriekräfte aus schmalem Raum im Gebiet der Küstenstraße in Richtung aus Sidi el Rah- man zum Vorstoß an. Unter schwersten Opfern gelang es den Australiern, in die deutschen Stellungen an der Bahn einzudringen. Durch rücksichtslosen Einsatz weiterer Infanterie- und Panzerkräste versuchte der Feind, diesen örtlichen Erfolg auszuweiten, doch hielten die deutschen Grenadiere ihre Gräben rings um die Einbruchsstelle solange, bis um 12 Uhr mittags der deutsch-italienische Gegenstoß den Feind mit voller Wucht traf. Es kam zu mehrstündigen Panzerschlachten, in denen 18 britische Panzer zerschossen wurden und zahlreiche weitere schwer beschädigt im Wüstensand liegen blieben.

Am 1. November führte die deutsch-italienische Panzer­armee ihren Gegenangriff fort. 2n den breiten, mit zahllosen Stützpunkten besetzten Sanddünen zwischen Eisenbahn und Meer entbrannten erbitterte Kämpfe Hier schlugen sich die deutschen Truppen gegen britische Stoßkeile, die von zwei Seiten her unsere Grenadiere abzuschneiden versuchten. Diese Zange wurde im Gegen­stoß geöffnet. Mit zäher Verbissenheit wiederholten die Briten am 2. November ihre Angriffe. Nach schwer­ster Feuervorbereitung drangen die von zahlreichen Panzern unterstützten Kolonialiruppen vor und konn­ten, wenn auch unter schwersten Verlusten, erneut Boden gewinnen. Im Gegenangriff wurde dieser Stoß auf­gehalten. Wieder verloren die Briten an die 80 Panzer und einige hundert Gefangene. Ebenso erbittert waren die Kämpfe unserer Luftwaffe, deren Geschwader gegen britische Panzer und Fahrzcugansammlungen eingesetzt waren. Als starke Verbände britischer Jagdflieger er­schienen, drängten die deutschen Jäger den Feind aus dem Aiigrifssraum heraus und schössen in Verfolgungs­kämpfen elf britische Jagdflugzeuge ab. Vier weitere stürzten im Feuer italienischer Jäger ab.

Trotz ihrer ungeheuren Ausfälle an Truppen und Waffen am 10. Tage ihres Großangriffs setzten die Briten am 3. November unter Zusammenfassung aller verfügbaren Kräfte den Versuch fort, die deuisch- iialienische Front zu durchbrechen. Schon beim Aufmarsch dieser mehrerer hundert Panzerkampfwagen zerschlugen die Bomben unserer Sturzkampfflugzeuge viele schwere Panzer, während gleichzeitig unsere Jäger, die den An-

BRT. verloren. Ein Teil dieser Schiffe war mit Kriegsmaterial für die Nordafrika-Front be­stimmt."

Zu den neuen Erfolgen der deutschen Unterseehoot« teilt das Oberkommando der Wehrmacht mit: Seit Ende Oktober konnten trotz der schweren Wetterlage, die im Atlantik herrschte, in kürzesten Abständen immer neue Unterseebooterfolge durch Sondermeldungen bekanntge­geben werden. In gruppenweisem Einsatz gelangen ver­nichtende Schläge gegen feindliche Keleitzüge, bei denen sich die Hohe Schule des Unierseebootskrieges unter er­schwerten Bedingungen bewährte. Dies zeigt sich be­sonders daran, daß es den deutschen Booten jetzt ge­lang, mit den Resten des Neusundland-Eeleitzuges er­neut Fühlung zu bekommen. Obwohl sich der Aeind schon durch den Verlust von 16 Schiffen in höchster Alarmstufe befand und seine Sicherungsstreitkräfte auf die wenigen, übriggebliebenen Dampfer konzentrieren

(Fortsetzung auf Seite 2)

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griff der Sturzkampfflugzeuge sicherten, 21 britische Flugzeuge zum Absturz brachten. Als die britischen Kampfwagen nach dem Einbruch in das dsutsch- italisnlsche Stellungssystem südlich von Sidi Abd el Rahman versuchten, diese schmale Bresche zu erweitern, empfing sie das Abwehrfeuer der panzerbrechenden Waffen. Obwohl die erste Welle des britischen Panzer­keils durch die Granaten schwerer Flakgeschütze, durch Bomben der Sturzkampsflugzeuge und mitten in der tobenden Artillerieschlacht durch Minen und geballte Ladungen unserer Grenadiere zerfetzt worden war, rollten immer neue britische Panzer, aus allen Rohren feuernd, gegen die deutsch-italienischen Stellungen an. Als der Kampf seinen Höhepunkt erreicht hatte, traf der deutsch-italienische Gegenstoß die Flanke des Feindes. In härtestem Ringen gelang es, die Briten Meter um Meter zurückzudrängen. Wenn auch unter Verlusten, so behauptete die deutsch-italienische Panzerarmee doch am Abend des elften Tages des britischen Großangriffes das Schlachtfeld.

In der folgenden Nacht und am 1. November waren die Fronten völlig ineinander verkeilt. Aus den Stütz­punkten der deutsch-italienischen Panzerarmee und aus den Igelstellungen der Briten kämpfte man nach allen Seiten. Um diese Verkrampfung der Front zu lösen, wurden die eigenen Truppen aus einzelnen Abschnitten in die vorbereitete zweite Stellung zurückgenommen. Die Achsenluftwasse sicherte den Luftraum, so daß die britischen Bomber in ihrem Kampseinsatz gegen diese Operationen stark behindert wurden. Hierbei und im Verlaus weiterer Angriffe gegen die britische Aufmarsch- basis wurden von deutsch-italienischen Jägern weitere neun britische Flugzeuge vernichtet und die Kesamt- abschußzahl der letzten beiden Tage aus 38 britische Flugzeuge erhöht. »

Die Kämpfe in Aegypien haben in den letzten Tagen an Härte noch zugenommen. Die Briten greifen immer wieder mit ihren überlegenen Mitteln an Truppen, Panzern und Flugzeugen an und erzielten hier und dort trotz des heldenhaften Widerstandes der Verteidiger Eeländegewinne, ohne jedoch das operative Ziel ihrer Offensive erreicht zu haben. Wenn das deutsche Oberkommando meldet, daß die deutsch-italie­nischen Panzerkolonnen auf einigen Abschnitten plan­mäßig auf ihre zweite Stellung zurückgenommen wur­den, so bedeutet das im Hinblick auf die Erfahrungen der früheren Nordafrika-Offensiven der Engländer kei­neswegs eine Entscheidung zugunsten des Feindes. Ge­rade die Erinnerung an die früheren Offensiven der Briten in diesem Raume führt zu einer wichtigen Be­urteilung der gegenwärtigen Lage. Wie lange die Bri­ten ihre jetzigenharten Angriffe" bei den hohen Ein­bußen an Truppen und Material durchholten können, bleibt abzuwarten. d.

Me Schlacht in Nordafrika geht weiter

Veutsch-ttaiienische truppen in vorbereitete Slellungen zurückgenommen

Streit um die USfl -Waffenlittfe für Moskau

Deutsche Unterseekriegjührung macht Lieferungsoertröge unserer feinde illusorisch

b. Berlin, 5. November. Die Ncwyorker Zeitschrift News Week" bestätigt die Auffassung, daß der deutsche Kampf zur See ursächlich für die enormen Schwierig­keiten im Verkehr der Alliierten untereinander geworden ist. In dem Augenblick, in dem die sowjetische Regierung durch ihren Ausruf:Gebt der Front und dem Land unter allen Umständen mehr Lebensmittel und mehr Rohstoffe für die Industrie, strengt alle Kräfte für die Unterstützung der Front an" und die Dringlichkeit der Formulierung überzeugend darlegt, wie stark die Sowjetunion von den verbündeten Briten und Ameri­kanern im Stich gekästen wurde, liefert dieNews Week" neues Material zu diesem Thema der amerikanischen Waffenhilse für Moskau. Die Vereinigten Staaten haben sich nach diesen Informationen verpflichtet, vom Oktober des vergangenen Jahres bis zum 38. Juni in diesem Jahr für eine Milliarde Dollar Kriegsmaterial an die Sowjetunion zu liefern, wobei jedoch die Frage der Be- sürderungsmöglichkeit angesichts der deutschen U-Boot- Aktivität außerordentliche Sorge bereitete. Die Ameri­kaner, die bis Ende Juni lediglich achtzig Prozent des Solls bereitstellen konnten, versteiften sich auf dem Standpunkt, daß sie ihre Lieferungsverpflichtung durch Bereitstellung in einem USA.-Hafen erfüllt hätten. Die Sowjetunion dagegen machte geltend, daß als wirkliche Hilfe nur die Materialmengen anerkannt werden könn­ten, die tatsächlich in den sowjetischen Häfen ausgeladen würden. Man forderte daher in Moskau und Molotow unterstrich diese Forderung bei seinem Besuch in Wa­shington, daß die USA. und England gemeinsam die Gewähr für die sichere Auslieferung der versprochenen Krirasmaterialien in den sowjetischen Hasen übernehmen müßten.

Die gewaltig angewachsenen Forderungen der eigenen Fronten ließen den Anglo-Amerikanern jedoch nicht die

Möglichkeit, diese Garantie zu übernehmen. Man mußte selbst dazu übergehen, die Versorgung der eigenen Fronten nach Dringlichkeitsgraden zu unterscheiden und konnte lediglich die wichtigsten Transporte durchführen. Da sich inzwischen auch die bei einem solchen Verfahren namrlich ergebenden Reserven angebrochen werden mußten, können heute lediglich die allerwichtigsten Transporte durchgeführt werden, so daß jeder Verlust doppelt und dreifach schwer wiegt.

Die sowjetischen Zeitungen betonen, daß der am 30. Juni 1912 abgelaufene Lieserungsvertrag zwischen den USA. und der Sowjetunion bisher nicht erneuert worden sei. Auch hier wird die deutsche Unter-Seekrieg- führuNg entscheidend die amerikanischen Entschlüsse be­einflußt haben, wenn Roosevelt auch gleichzeitig durch die Nichterncuerung des Lseferungsvertrags andere Ziel verfolgte. WieNews Week" betont,.erklärte der amerikanische Präsident dem Sowjetkommissar Molotow, daß lediglich Stalins Eintritt in das System der glo­balen Kriegführung, seine Vertretung im pazifischen Kriegsrat und in den verschiedenen alliierten Büros, also praktisch seine Unterstellung unter das Oberkom­mando Roosevelts eine Weiterversorgung der Sowjet­union im Rahmen des Pacht- und Leihgesetzes möglich mache. Stalin hat nach dem Zeugnis der amerikanischen Zeitschrift diese Forderung Roosevelts abgelehnt und noch einmal seine Forderungen in unmißverständlicher Form präzisiert:Die Sowjets verlangen", so schreibt das Blatt,eine alliierte Invasion des euroväischen Kontinents in unmittelbarer Zukunft und ohne Rücksicht äuf die Möglichkeit eines Fehlschlages. Moskau betrach­tet alle Maßnahmen als gerechtfertigt, die den Druck auf die Sowjetarmee erleichtern könnten. Im Hinter­grund dieser Üeberlegungen spukt wahrscheinlich noch der Gedanke, daß beim Ausbleiben sofortiger Hilfe selbst

eine siegreiche Sowjetunion aus dem Kriege als eine stark geschwächte Macht im Vergleich mit den Verei­nigten Staaten und England hervorgehen würde. Die Meinung Washingtons und Londons über eine Zweite Front ist ebenso einfach. Sie betrachten die Invasion des Kontinents nicht als eine Hilfsaktion für die Sowjet­union, sondern als einen Eroßawgriff gegen Deutschland. Ein solcher Angriff darf aber nicht eher stattfinden, bis eine überwältigende militärische Macht bereit steht und der Erfolg tatsächlich gesichert ist. Das verlangt Zeit, und die Engländer haben sich niemals allein für eine solche Aufgabe für befähigt gehalten. Stalin ist sich über die Gründe für die Verzögerung des Angriffs auf Europa völlig im klaren. Wenn die augenblickliche sowjetische Agitation gegen die beiden Demokratien gerichtet zu sein scheint, so bietet sie in Wirklichkeit ein anderes Bild. Stalin hatte den Sowjets versprochen, daß der Krieg im Jahre 1912 beendet sein würde. Darin hat er sich getäuscht. Durch die Forderung einer Zweiten Front und dadurch, daß man die Sorgen der Sowjets mit dem Ausbleiben eines anglo-amerikamschen An­griffs begründete, wird die Idee verbreitet, daß für die Kriegsverlänaerung die Vereinigten Staaten und Großbritannien verantwortlich sind. Die Gründe für diesen Standpunkt werden in Washington und London verstanden und gewürdigt.

Die Tendenz der amerikanischen Stellungnahme ist unschwer zu erkennen. Der Bericht ist für das amerika­nische Publikum bestimmt und versucht in seinem Schluß die Unruhe der USN.-Bevölkerung über die ausblei­bende Waffenhilse für Moskau durch Hinweis auf hiniergrsindige Abmocknmoen" zu zerstreuen, vor allem auch. um nicht die Blicke auf die Besorgnis erregende und immer stärkere Ausweitung des deutschen U-Dootkrieges zu lenken.

Von

L. v. kkillppokk

Am 7. und 8. November 1917, also vor 25 Jahren, begann mit dem Sturz derProvisorischen Regie­rung" in Petersburg das bolschewistische Schreckens­regiment.

In den ersten Tagen des März 1917 brachen in Peters­burg Unruhen aus. Die Brotrationen waren erneut gekürzt und deshalb von einer aufgehetzten Menge mehrere Geschäfte gestürmt worden; die gegen die De­monstranten aufgebotenen Ersatzbataillone weigerten sich jedoch, gegen die Menge mit Gewalt vorzugehen. Diese an sich belanglosen Tatsachen gaben der Dumaopposition den willkommenen Anlaß, die Abdankung des Zaren zu fordern und eine provisorische Regierung zu bilden.

Die durch einen schwachen Herrscher unterschriebene Thronentsagung und Aufforderung an das Volk, Ruhe zu bewahren und seinen Nachfolgern Gehorsam zu lei­sten, raubte den konservativen Element«! des Heeres und des Verwaltungsapparates die Möglichkeit, der Provisorischen Regierung Widerstand zu leisten. Aber auch diese Regierung war unfähig, , die Entwicklung zu meistern; ihre Unsicherheit äußerte sich in ständigen Kursänderungen und häufigen Ministerwechseln. Vom März bis zum Oktober 1917 wurden die verschiedenen Ministerposten von nicht weniger als 144 Personen be­setzt. Man mutzte schließlich sogar die Bildung einer Nebenregierung dulden, des sogenannten Rates der Ar­beiter- und Soldatenräte, der fast ausschließlich aus Bol- schewisten bestand und von vornherein den Kampf gegen die offizielle Regierung proklamiert hatte. Allerdings gelang es noch, einen von den Bolschewisten im Juli in der Hauptstadt organisierten Aufstand niederzuringen und gegen die Haupirädelsführer Haftbefehle zu er­lassen. Lenin ergriff die Flucht.

Eine neue Gefahr für das schwankende Regime ent­stand jedoch der aus gemäßigten Sozialisten gebildeten Kerenskl-Regierung, als die Bolschewisten diese für ab­gesetzt erklärten. Der General Krasnow wurde an der Spitze der 3. Kosaken-Division gegen Petersburg ge­schickt. um die Hauptstadt zu besetzen. Allerdings kam Krasnow infolge eines Eisenbahnerstreiks nicht bis zur Hauptstadt, und Kornilow wurde darauf von Kerenski, der sich zum Diktator ausrufen ließ, verhaftet. Die Re­gierung verlor damit aber jede Unterstützung seitens des Offizierkorps.

Die Bolschewisten nützten diese erneute Schwächung der Regierung zur Organisation eines neuen Aufstandes. Während Kerenski, der frühere Rechisanwali, der vom Justiz- und Kriegsminister bis zum Ministerpräsidenten und Diktator emporgestiegen war, von einer Stadt zur anderen fuhr und Propagandareden hielt, trafen Lenin und seine Spießgesellen insgeheim alle Vorbereitungen. Die Regierung hatte nicht mehr die Kraft, sich der bol­schewistischen Flut enlgegenzustemmen; in einem am 7. Oktober zusammengetretenenVorparlament" be­geisterte man sich zwar an schönen Reden, sprach über Völkcrversöhnung und sozialen Frieden aber handelte nicht!

Vorsitzender des Generalstabs der bolschewistischen Revolution, des sogenanntenkrisgsrevolutionären Komitees", war Lenin, der damals um unerkannt zu bleiben glattrasiert und mit einer seine Glatze ver­deckenden Perücke auftrat. Dieser Rote Eeneralstab legte fest, zu welcher Stunde dieses oder jenes öffentliche Ge­bäude, ein wichtiger Betrieb oder eine Vcrkehrseinrich- iung von bewaffneten bolschewistischen Patrouillen be­setzt werden sollten. Die Stoßtrupps des Bolschewis­mus stellten damals die Matrosen und Werftarbeiter von Kronstadt, nachdem diese wichtige Festung bereits einige Monate vorher sich zu einem fast selbständigen Staaiswesen mit bolschewistischer Regierung erklärt hatte.

Die Kerenski-Regierung bekam allerdings rechtzeitig Wind von diesen Vorbereitungen Lenins. Sie wußte, daß die Kasernen der Petersburger Garnison von bol­schewistischen Hetzern verseucht waren, daß alle Regi­menter ihreNeutralität" erklärt hatten, soweit sie nicht offen an die Seite des Arbeiter- und Soldaien- rates Übergängen waren. Kerenski forderte treue Trup­pen vom Nordabschniit der Front an. Diese wurden jehoch unterwegs durch die Sabotage der bolschewistischen Eisenbahner aufgehalten. Kerenski konnte also nur auf die Zöglinge der Petersburger Kriegsschulen rechnen und lreß daher diese die wichtigsten Betriebe der Haupt­stadt besetzten in der Hoffnung, daß die versprochenen Fronttruppen Petersburg noch vor dem Losschlagen der Bolschewisten erreichen würden.

Am 6. November schlugen die Bolschewisten los. Das Haupttelegraphenamt, die Bahnhöfe, die Kraft- und Wasserwerke sowie andere wichtige Gebäude wurden be­setzt, die schwachen Wachabteilunaen überwältigt. Im­mer enger umschnürten sie das Winierpalais. in dem die Regierung tagte. Der KreuzerAurora" lief in die Newa ein und nahm neben der Peter-Pauls-Festuna Aufstellung. Drohend richteten sich die Geschützrohre gegen das Schloß. Die frühere ZarcnjachtPolarstern" und mehrere Torpedoboote taten das gleiche.

«NMIN»I»I»I»IIIIII»IN»I»I»»II»IIII»»II»IIN»N»IINMIMII»IIN»»INIMIMI

28 Schiffe mit zusammen 188 000 BRT. schickten unsere U-Boote in weitverzweigten Operationen erneut auf den Meeresgrund.

Bei äußerstem Widerstand der Achsentruppen gegen massierten seindlichon Angriff nimmt die schwere Schlacht in Aegypten ihren Fortgang.

Im westlichen Kaukasus sind unsere Truppen in heftigem Angriff.

Deutsche Unterscekriegsührung macht Licferungs- verträge unserer Feinde illusorisch.

In Reval und Riga wurden deutsche Lagerhaus- gesellschaften gegründet.

Die Atlas Levante-Linie trennt ihre Geschäfts­räume von denen der Argo Reederei.

Die Bremer Laienorchester haben sich zu einem Kreisorchester zusammengeschlossen.