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Vavleiamttictie Layeszettuny
vas flmtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Zielen Hansestadt vremen
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der Nationalsozialisten, vremens
flmtliches verkündungsdtatt de^ Neichsstattstalters in Oldenburg und vremen
Nr. 175 , 1Z. Zalirgang
Sonntag, 27. Juni 1S4Z
kinzelpreis 15 Npf.
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München, 26. Juni. Die Große deutsche Kunstausstellung 1943 im Haus der Deutschen Kunst in München hat ihre Tore aufgetan. Sie gibt am Ende des vierten Kriegsjahres, während unsere Feinde ihre ganze barbarische Unkultur durch Massenmorde an wehrlosen Kindern und Frauen und durch Verwüsten heiligster Kulturdenkmäler offenbaren, ein Bild von dem ebenso hohen wie unterschiit- terlichen Schassen unserer Künstler seit dem Sommer 1942.
Die Ehrengäste, unter ihnen Frau Pros. Trooft, die Gattin des genialen Erbauers des Hauses der deutschen Kunst, waren in dem weiten Raum versammelt. alH dvauhen unter den Klängen des Präsentiermarsches, angestimmt von einem Musik- und Spielmannszug der Waffen-ü, Reichsminister Dr. Goebbels und Gauleiter Paul Eiesler die Front einer Ehrenkompanie abschritten und hieraus am Portal vom Vorsitzenden des Vorstandes des Hauses der deutschen Kunst, August von Finck, empfangen wurden. In ihrer Begleitung befanden sich der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste Pros.
'Heinrich Hosfmann und Direktor des Hauses der deutschen Kunst und Ausstellungsleiter Karl Kalb,
Von der Empore herab erklang Beethovens „Weihe des Hauses", unter Generalintendanten Pros. Clemens Krank, vom Orchester der Bayerischen Staatsoper in meisterlicher Weise zum Portrag gebracht. In einer Begrüßungsansprache erinnerte August von Finck daran, daß sich in einigen Monaten zum zehnten Male der Tag jährt, an dem der Führer das Haus der deutschen Kunst gegründet hat. Mit Spannung verfolgte dann die Versammlung die
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Der Reichsminister führte aus: „Meine deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen! Man denke sich den Beitrag Deutschlands und Italiens aus der abendländischen Kunst und Kultur, weg, und ein gewisser Teil wird nur noch davon übrig bleiben. Man mutz diese Feststellung, so bin- senwahr sie auch sein mag, hin und wieder erneut treffen, um den überheblichen Redensarten unserer Feinde ein zwar knappes, dafür aber um so überzeugenderes Dementi entgegenzusetzen. Sie lieben es, sich vor der Welt als Beschützer und Verteidiger einer
Kunst und Kultur aufzuspielen, die sie selbst gar nicht geschaffen haben, oder zu der sie doch höchstens einen bescheidenen Zuschutz beisteuerten, der ohne weiteres entbehrlich erscheint. ohne datz ihr Gebäude gänzlich zusammenstürzt. Was sie an Kunstschätzen besitzen, das haben sie zumeist auf ihren Kriegszügen nach Europa oder in die ferne Welt geraubt und geplündert. Eigene kulturelle Leistungen haben sie kaum zustandegebracht, oder wenn ja, dann nur aus dem Geiste und aus dem seelischen Bewußtsein eines Erdteiles heraus, den sie heute zu zerstören oder zu vernichten suchen.
Städte wie Nürnberg und München oder Florenz und Venedig enthalten mehr an ewigen Ausdrucksformen des abendländischen Kulturgeistes als der ganze nordamerikani- sche Kontinent zusammengenommen; und welchen Musiker können die Engländer Beethoven oder Richard Wagner, welchen bildenden Künstler die Amerikaner Michelangelo oder Leonardo da Vinci entgegenstellen? Sie reden nur von der Kultur de^ Menschheit; wir aber besitzen sie und sind auch heute ihre Hüter. Treuhänder und Beschützer.
(Fortsetzung auf Seite 2)
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Borliit: 26: Juni. Die Tagung der Union nationaler Journalistenverbande in Wien hat in ganz Europa und weit darüber hinaus einen ihrer außergewöhnlichen Bedeutung zukommenden Widerhall gefunden. Wie an dresem großen politischen Ereignis im Leben des europäischen Kontinents Vertreter aller Völker dieses Erdteils teilgenom- men haben, so ist auch die Presse des gesamten Europa erfüllt von dem Erleben dieser Tagung, das sie als eine einzigartige Manifestation des Willens zu einem neuen Europa und einer Neugestaltung der Welt auf der Grundlage der Gerechtigkeit bezeichnet. Die vor dem internationalen Forum gehaltenen Reden stehen im Mittelpunkt der Presse, wobei die Reden von Reichsminister Rosenberg und Reichspressechef Dr. Dietrich als Höhepunkt der Tagung besondere Beachtung finden.
Die von Reichspressechef Dr. Dietrich auf der Wiener Tagung entwickelten Postulate dm: Kultur, des nationalen Selbstbewußtseins, der sozialen Gerechtigkeit und der Gedankenfreiheit, so schreibt z. V. die rumänische Zeitung „Ordines", hätten Orgeltönen in einer Kathedrale geglichen. Darum hätten sie auch den begeisterten Widerhall gefunden. Die Hoffnung aller verantwortungsbewußten Europäer müsse es sein, daß diese erhabenen Gedanken durch den Sieg
Visävr verlor vor koinä 86 Lomdsr
Aus dem Führerhauptquartier, 26. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be- Lmnt: „An der Ostfront führten deutsche und rumänische Truppen an verschiedenen Stellen erfolgreiche Stoßtruppunternehmen durch. Mehrere von Panzern unterstützte Angriffe der Sowjets im Abschnitt von Orel wurden blutig abgewiesen.
Gestern vormittag versuchten starke USA.- Bvmderverbände unter dem Schutz einer dichten Wolkendecke norddeutsches Gebiet anzugreifen. Sie wurden von deutschen Jagdslie- gerkräften frühzeitig zum Kamps gestellt, zersprengt und zum Notabwurf ihrer Bomben aus offener See und über den Küstengebieten gezwungen. Im Verlause heftiger Luftkämpfe schössen unsere Jäger 25 schwere feindliche Bomber ab. Durch Sicherungssahrzeuge eines deutschen Eeleitzuges wurde ein weiteres Flugzeug vernichtet.
Britische Kampfflieger griffen in der ver- gansen-en Nacht westdeutsches Gebiet, be- stmders die Stadt Bochum, an. Durch Spreng- und Brandbombentreffer in den Wohnvierteln erlitt die Bevölkerung Verluste. Nach bisher vorliegenden Meldungen wurden dreißig feindliche Bomber abgeschossen. Der Vernichtung von insgesamt 56 feindlichen Bombenflugzeugen bei den Tag- und Nachtangriffen steht der Verlust von acht eigenen Jägern gegenüber."
Bei dem Angrifssversuch amerikanischer Bombenflugzeuge auf das norddeutsche Küstengebiet in den Vormittagsstunden des 25. Juni stieß, wie -ergänzend mitgeteilt wird, der USA.-Verband schon vor Erreichen der Küste auf den Widerstand starker Jagd- verbände, die den Feind in harten Kämpfen zur Aufgabe-seiner geschlossenen Formation und zum Notwurf seiner Bomben, zum Teil schon über See oder auf freies Feld, zwangen In den betroffenen Landgemeinden entstand nur unbedeutender Sachschaden. Militärische oder kriegswichtige Anlagen wurden überhaupt nicht berührt.
Bis zum 28. Juni hat die Zahl der allein i« diesem Monat über dem Reich und den besetzten Gebieten vernichteten feindlichen Flugzeuge fast ein halbes Tausend erreicht. Das sind sechs kriegsstarke Kampfgeschwader it mindestens 3999 langjährig ausgebildeten lixgern.
der Ordnungsmächte zur Verwirklichung gelangen. AIs eine Huldigung an den Genius Europa bezeichnet „Prunca Vremii" die Erklärungen des Reichspressechess, eine feste Grundlage für alle die, die für Europa kämpfen. „Wir kämpfen," so unterstreicht die bulgarische Zeitung „Sora^ „für die gemeinsame Kultur der Menschheit. Wir stehen im Kamps um Sein oder Nichtsein unseres sozialen Fortschritts; unser Kampf ist 'der Kampf für Europa, für all das, was Europa der ganzen Welt gegeben hat, für alles, was unserem Leben einen Sinn gibt. Unter der Ueberschrift „Ewiges Europa" schreibt die serbische Zeitung „Obnova", Dr. Dietrich habe in klassischer Weise die Pflichten unserer Zeit umschrieben. Ziel der internationalen Journalistentagung in Wien nennt die türkische Zeitung „Tasviri Efikiar" die Schaffung eines geistigen Europa, nachdem die militärischen Linien zur Verteidigung Europas bereits gezogen worden seien.
Auch in Norwegen werden die Reden und Verlautbarungen des Journalistenkongresses stärkstcns beachtet und ausführlich wiedergegeben. „Friit Folk" nimmt die Wiener Tagung zum Anlaß, um sich mit dem Wandel im europäischen Presseleben zu befassen. In der neuen Zeit sei die Presse von den Einflüssen des Geldes befreit und stehe ausschließlich im Dienste der Gemeinschaft des Staates. „Die europäische Zivilisation wird sich als mächtiger erweisen als die Barbarei", so lautet die Schlagzeile von „Aftenposten".
Die spanische Oefsentlichkeit verfolgte die Tagung gleichfalls mit größtem Interesse. Die Blätter unterstreichen besonders die Worte des spanischen Delegierten, der Spanien als einen aktiven Bestandteil des neuen Europa und als überzeugten Kämpfer gegen den Bolschewismus charakterisiert. Auch der Rede Dr. Dietrichs aus der Schlußsitzung des Kongresses widmen die Zeitungen besondere Aufmerksamkeit. Die tschechische Presse befaßt sich u. a. mit den Ausführungen Knut
Hamsuns, dessen Anklage gegen England und aufrechtes Bekenntnis zum Reich eingehend gewürdigt werden.
In der französischen Presse findet die Rede des Reichspressechess besonderen Widerhall. Der „Petit Parisien" überschreibt sie über drei Spalten gehend: „Die Verbindung von Plujokratie und Bolschewismus hat die Vernichtung Europas zum Ziele". Der „Mattn" unterstreicht: „Das Ziel der „Alliierten" ist die Zerstörung Europas".
Wenn auch verständlicherweise das Schwergewicht der italienischen Blätter aus den Vortragen ihrer eigenen nationalen Vertreter liegt, so finden die Worte des Reichspressechefs doch eine ausführliche Würdigung, wobei der besondere Nachdruck aus den Schlußworten liegt, dast die auf dem Wiener Kongreß vertretene Presse der Achsenmächte und ihrer Verbündeten eine ungeheuer geistige Kraft darstellt, die in den Dienst der großen Sache gestellt werden muß, d. h. für den Endsieg und den Triumph der Wahrheit und der Gerechtigkeit. >
Das europäische Ereignis der internationalen Journalistentagung in Wien, an der auch außerhalb der militärischen Front stehende Völker vertreten waren, kann selbst dort nicht ohne tiefen Eindruck geblieben sein, wo man als Gegner Deutschlands und der neuen europäischen Ordnung sich sonst an Haß und Verleumdung nicht genug tun kann, um des deutschen Volkes und seiner Führung kristallklares Recht und geschichtliche Sendung in den Staub zu ziehen.
Es ist des Reichspressechess Dr. Dietrichs lichteiffüllte Rede vor allem, die auch aus der Gegenseite keinerlei Widerlegung erfahren kann. Ja, mehr noch. Sie hat, soweit es dort noch nachdenkliche üüd von Verantwortungsbewußtsein für die europäische Kultur beseelte Menschen gibt, zweifellos (wenn vielleicht auch nur vorübergehend) manches Gewissen geweckt, und manchen hellsichtig gemacht gegen die wilde Zerstörungswut und den barbarischen Haß einer kulturell völlig minderwertigen und im Bewußtsein dieser ihrer Minderwertigkeit gegen die einmalige „strahlende und alles umfassende europäische Kulturleistung" nihilistisch eingestellten Welt. Weil diese Rede aus ehrlichem Herzen, aus heiliger Ueberzeugung floß. konnte sie auch so tief zu Herzen gehen und so überzeugend wirket:.
Niemand, der folgerichtig denkend, im feindlichen Lager des Reichspressechess Ausführungen vernahm, kann leugnen, daß
Lriliskiivr Liiläsrmorä in Locdum
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Berlin, 26. Juni. Es ist bekannt, daß die britischen Terrorflieger bei ihren Angriffen auf deutsche Städte es immer wieder aus zivile Objekte abgesehen haben, die sie planmäßig bombardieren. Ein neuer Beweis hierfür wurde bei dem letzten Angriff auf Bochum erbracht. Bei diesem lleberfall sind dem organisierten britischen Mord viele deutsche Kinder zum Opfer gefallen, die bei Bombenwürfen auf ein Waisenhaus im Keller verschüttet wurden. Nach bisher vorliegenden Meldungen wurden 59 der 199 verschütteten Kinder tot geborgen.
Nach den zynischen Vernichtungsgeständnissen englischer Geistlicher und den Auffor
derungen zum Mord. die britische Agenturen und der Londoner Nachrichtendienst wiederholt ausgesprochen haben, ist der Kindermord von Bochum ein weiteres Glied in der Kette der britischen Schandtaten an Wehrlosen. Wie sagte der englische Nachrichtendienst doch: „Man ertappt sich immer wieder dabei, daß man sich freut, wenn Männer, Frauen und Kinder gezwungen werden, so schrecklich zu leiden." Wir werden jeden britischen Mord gewissenhaft verzeichnen, um dann, wenn der Tag der Abrechnung kommt, genau aufzurechnen. Wir werden dann mit diesen britischen Barbarenmethoden endgültig ein Ende machen.
Käser neuer Linvsdrscliiss im Lombenlerrorkrieg
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Drahtbericht unserer Berliner Schriftlcitung
6r. w. scsi. Berlin, 26. Juni. Wieder stellen der deutsche und der italienische Wehrmachtsbericht den Abschuß von mindestens 74 schweren feindlichen Bombern fest. Allein den Versuch des Angriffes gegen Nordwestdeutschland mußten die Amerikaner mit dem Verlust von 25 viermotorigen Bombern bezahlen. Aus den bisher vorliegenden Darstellungen des englischen und amerikanischen Nachrichtendienstes ergibt sich eindeutig, daß man auf der Gegenseite vollkommen konsterniert über den Mißerfolg des am Freitagvormittag unternommenen Versuches ist. Zwar hatten die amerikanischen Luftgangster schon bei ihrer Antrittsvorstellung im deutschen Luftraum am 17. April eine für sie sehr bittere Lektion einstecken müssen, als ihnen nämlich beim Angriff auf Bremen zwanzig Bomber aus ihrem angreifenden Verband herausgeschossen wurden. Sie gaben sich aber doch noch d-er Hoffnung hin, daß es sich dabei um ein einmaliges Pech gehandelt haben könnte. Als sie am Pfingstsonntag wiederum bei dem Angriff gegen Bremen und Kiel 31 Bomber einbüßten, da war der Nimbus der Unverwundbarkeit der im gelassenen Verband angreifenden sogenannten „fliegenden Festungen" ganz erheblich angeknaxt. Nach dem Verlauf der Dinge am Freitagvormittag kann er ruhig als weitgehend zerstört bezeichnet werden, de-nm diesmal sind die angreifenden amerikanischen
Zielpunkten gelangt. Sie waren gezwungen^ ihre Aufmerksamkeit so gut wie restlos au
Verbände dank der Wirksamkeit der starken Jägerabwehr überhaupt nicht mehr zu ihren
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den Kampf mit den deutschen Jägern zu konzentrieren. Auch di-e Briten mußten bei ihrem Einflug in der Nacht zum Sonnabend die Wirkung der gesteigerten deutschen Abwehr verspüren. Wir sind. uns klar darüber, daß sich in solchen Ereignissen noch nicht die entscheidende Wende ankündigt. Sie wird erst kommen, wenn die Vorbereitungen zum großen und vernichtenden Gegenschlag vollendet sind; aber wir sehen doch, wie die Hoffnungen des Feindes, daß er lins in der Zeit bis dahin durch verbrecherischen Terror zermürben könnte, unter der Wirkung der verstärkten Abwehr langsam dahinzuschwinden beginnen.
Wie schon die erste den Amerikanern im April erteilte Lektion in den Vereinigten Staaten ernüchternd gewirkt hat, das erkennen wir nachträglich aus einem Bericht des Londoner Vertreters der „New York Herald Tribune", der Anfang Mai in diesem Blatt erschien. Es wurde dort die Frage ausgeworfen, warum nach dem 17. April in einer Zeit, in der die englische Luftwaffe dauernd Nachtangriffe durchgeführt habe, keine USA.- Flieger in diesem Monat mehr aufgestiegen seien. Ein Grund, so wurde gesagt, sei wohl die Abzweigung von Flugzeugen nach Nordafrika gewesen, als zweiter Grund aber wären die schweren Verluste auf Vremen zu verzeichnen. „Schmerzlich war nicht nur der
Verlust zahlreicher viermotoriger Bomber, sondern vor allem der Verlust so vieler erfahrener Besatzungen". Wenn solche Stimmungen bereits als Folge der Lektion vom 17. April laut wurden, so kann man sich vorstellen. wie groß die Bestürzung heute sein muß, nachdem es unseren Jägern gelungen ist. ein groß angelegtes Unternehmen der amerikanischen Bomber im wesentlichen schon beim Anflug zu zersplittern. ,
Daß der Plan der feindlichen Luftwaffe nicht so sehr auf militärische als auf moralische Wirkungen zielt, das wird uns auf der Gegenseite wirklich jeden Tag in neuen Formulierungen bestätigt. So meldet sich jetzt auch der übel berüchtigte Wickham Steed am Londoner Rundfunk. Es sei, so suchte er den Bombenterror zu rechtfertigt, im Kriege ein althergebrachtes Prinzip und eine bewährte Taktik, Schrecken in das Herz des Gegners zu jagen und so seinen Widerstandsgeist zu zerbrechen. Wenn falsche Stimmungen aufkommen sollten, so müsse man die Bombenangriffe auf die deutsche Zivilbevölkerung mit Schreckschüssen der Polizei gegen Verbrecher vergleichen. Gerade wenn der Feind uns so täglich erneut zeigt, wohin seine Spekulationen zielen, macht er es uns leichter, seinen Plan durch die Anspannung unserer moralischen Widerstandskraft. zu durchkreuzen, zumal wenn wir zu erkennen vermögen, daß ihm selbst durch den Verlauf der Ereignisse in der jüngsten Zeit immer stärkere Zweifel am Gelinaen seines Planes aufgedrängt werden.
daraus die lauterste Wahrheit sprach und daß seine, auf unumstößliche Tatsachen sich stützende Ueberzeugung ebenso wie der aus gerechter Empörung fließende Zorn ehrlich der Sorge um die ewigen Werte der Menschheit gilt, die vor dem Untergang zu bewahren im Grunde genommen auch im gegnerischen Lager alle Menschen abendländischen Geistes und Gesittung allen Anlaß hätten. Wenn diese Menschen dennoch der Suggestion ihrer moralischen „Quacksalber und weitzhäutigen Medizinmänner" unterliegen, so eigentlich nur darum, weil sie beeindruckt von der unseligen Sucht nach Geld und ewig auf der Jagd nach solchem, sich jener, dereinst auch bei ihnen oder vielmehr bei ihren Ahnen gültig gewesenen ehrenwerten Gesinnung entschlagen haben, die wir Deutsche, als Fackelträger der menschlichen Sittlichkeit wohl immer am reinsten in uns bewahrt und von jeher am leidenschaftlichsten vertreten haben, die aber nichtsdestoweniger abendländische Gesinnung schlechtweg ist.
Das Rechte lisben, das Schlechte hasten, die Tugend erstreben und den Frevel bekämpfen, darin liegt das Geheimnis der erhabenen Macht des menschlichen Lebens, die zu jenen Ergebnissen abendländischen Kulturschaffens führte, vor welchem wir, obwohl es uns insgesamt natürlich vertraut, bei der Aufzählung im einzelnen durch den Reichspressechef fast wie vor einer neuen Erkenntnis ehrfürchtig bewundernd standen un!l wovor jene das Antlitz schamvoll verhüllet müßten, die da als die Repräsentanten der Entartung der europäischen Kultur, als die Handlanger des Bolschewismus, kurz, als vom Judentum Verblendete und Geknechtete dessen Geschäfte besorgen.
Und wenn wir der aus jüdischem Denken und Fühlen geflossenen, die Gesinnung und Gesittung von Millionen Abendländern vevseuchenden und verderbenden kapitalistischen Unmoral und einem verbrecherischen Materialismus, als Kämpfer für die höchsten menschlichen und damit auch sozialen Ideale, jene oben bezeichneten deuW-abendländi- schen Gesinnung entgegenstellen, so möchten wir es in Erinnerung an Ulrich von Hütten, einem der edelsten Deutschen aller Zeiten tun. Mit gewaltigen Fanfarenstötzen rief er damals in Deutschland zur Besinnung, als nicht weniger wie heute, das Abendland in höchster Not gewesen und Gefahr lief. sein Ureigenstes, nämlich die Gewissensfreiheit zu verlieren: „Rettet die bedrängte Freiheit!" rief er. „Wagt es kein-er, mir beizuspringen? Ist kein wahrhaft Freier da? Keiner, der nach Tugend strebt? Das Gute liebt? Den Trug haßt? Das Recht in Ehren hält? Den Frevel verabscheut? Mit einem Wort: Ist kein echter Deutscher da?" So gellten seine Rufe damals durch di-e deutschen Lande.
Die Männer aus allen; europäischen Nationen aber, die bei der internationalen Journalistentagung in Wien des Reichspreste- chefs Appell an die Gewissen vernommen haben, mögen sich heute klar darüber sein. wie sehr die geschichtliche Fanfare Ulrich von Huttens wiederum aktuell geworden ist. Und wenn es diesmal gottlob nicht mehr zu heißen braucht: „Ist kein echter Deutscher da?", so mutz es nichtsdestoweniger immer noch heißen: Warum steht nicht der letzte Mann des Abendlandes in diesem Kampf um das ewige Europa an der Seite Deutschlands? Daß schon ein Großteil Euro- pas in diesem Lager steht, hat Wien gezeigt, und daß dabei die besten Männer Europas sind, bewies nicht zuletzt Knut Hamsuns Anwesenheit. In unvergeßlichen Worten hat dieser Dichter und Seher dem Geiste Ausdruck verliehen, der mehr und mehr von unserem Kontinent Besitz nimmt, wo diesem die Aufgabe wurde, unter Deutschlands Führung seinen Kampf um Sein oder Nichtsein zu füh- »Mehr und mehr", so sagten wir und müssen hinzufügen: leider noch nicht völlig' Das Echo von Wien aber zeigt wenigstens das Fortschreiten einer Erkenntnis in Europa die wir die abendländische Offenbarung nen- nen mochten. Im Lager, wo die Fackel der Wahrheit, des Rechtes und der Freiheit in der Schicksalsstunde der Menschheit lodert kann man der Frevler am erhabensten Besitz d-er Menschheit, der Horden entarteter Kultur