Ausgabe 
(26.6.1943) 175
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

s7. ^

- "«»>

>tzM7A

.) "> I^M

-.^'^.l k>MK

-- -/«:

it ^ i iÄch j

v-

" A ».! /

- /^'!k'k-./'

-

''

-!^ ,!^ dildi,

' ">I j ! >!>k»

^ >»>,M

» Elis,! k >» iiiMs.

2 A,!!Uk-.

Kss M !dlMIlM l-s-ck ^ '

^iWc-i - ' -A

--»«'.' ^ ?

>,«

>«!

^>!»l«>

d-s«

j«, iii«

,,t>tät--'.

l

1 MI»j->

,!I«W

IMÜÄ-'

id««^

iLNüim

Erscheint 7mal wS chentUch

Monat«bez»g r.sv SiM «tnlchl <juftellg«rühr; Paftie-ugsprel, monatlich 2,8V RM («tnlchl. «l.I Pps. Psstzrttllngsgibühr) »«»ügl. 42 Sl,s. v«stsllgeld. Postscheck: Samburg 17272. Snzei- S«Npr«is» und «usnastmededingunge» lt. Prel,. Nst» Lufnahmetermln» ohn» verLlndlichkelt.

1

vrem er Zeitung

Geschäftsstellen:

Bremen: Leeren 6/8. !liut Ü 18 31. -tachiruf U. sonntags 2 47 6b Obernstr 86. Rat 2 18 81: Sqle: Mühlendamm 2: Br -Semeltngen Bahn- tzofstratz, 6. Ecke Poststr. Rat «3468: Sr.- P-gel-ck: Röhrst, 24 Ras 4 a 8: Br-Blume«. Ihal: Hapt.-Dallmann-Str. 41/43, Ruf 83 ». SS

Vavleiamttictie Layeszettuny

vas flmtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Zielen Hansestadt vremen

M

der Nationalsozialisten, vremens

flmtliches verkündungsdtatt de^ Neichsstattstalters in Oldenburg und vremen

Nr. 175 , 1Z. Zalirgang

Sonntag, 27. Juni 1S4Z

kinzelpreis 15 Npf.

steut8cde öuliurlst mitten im krieg

'--M pt/ - 7^ - -' A

/?/c^tun§ivs/5snc/s5 Os/s/tvvort Or. Oos^^s/r' rur ^^nung c/sr 6ro6sn Osutsc^sn Z(un5tckU55ts//u/i9 7942 m ^lünc/isn^u§ clsm Os/'sts un5srs§ ^o//es5 gssclioZ/sn"

München, 26. Juni. Die Große deutsche Kunstausstellung 1943 im Haus der Deutschen Kunst in München hat ihre Tore aufgetan. Sie gibt am Ende des vierten Kriegsjahres, während unsere Feinde ihre ganze barbarische Unkultur durch Massenmorde an wehrlosen Kindern und Frauen und durch Verwüsten heiligster Kulturdenkmäler offenbaren, ein Bild von dem ebenso hohen wie unterschiit- terlichen Schassen unserer Künstler seit dem Sommer 1942.

Die Ehrengäste, unter ihnen Frau Pros. Trooft, die Gattin des genialen Erbauers des Hauses der deutschen Kunst, waren in dem weiten Raum versammelt. alH dvauhen unter den Klängen des Präsentiermarsches, angestimmt von einem Musik- und Spiel­mannszug der Waffen-ü, Reichsminister Dr. Goebbels und Gauleiter Paul Eiesler die Front einer Ehrenkompanie abschritten und hieraus am Portal vom Vorsitzenden des Vorstandes des Hauses der deutschen Kunst, August von Finck, empfangen wurden. In ihrer Begleitung befanden sich der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste Pros.

'Heinrich Hosfmann und Direktor des Hauses der deutschen Kunst und Ausstellungsleiter Karl Kalb,

Von der Empore herab erklang Beethovens Weihe des Hauses", unter Generalinten­danten Pros. Clemens Krank, vom Orchester der Bayerischen Staatsoper in meisterlicher Weise zum Portrag gebracht. In einer Be­grüßungsansprache erinnerte August von Finck daran, daß sich in einigen Monaten zum zehnten Male der Tag jährt, an dem der Führer das Haus der deutschen Kunst ge­gründet hat. Mit Spannung verfolgte dann die Versammlung die

^N8prscke 6e8 Keicii8mini8ter8 Dr. Ovedbel8

Der Reichsminister führte aus:Meine deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen! Man denke sich den Beitrag Deutsch­lands und Italiens aus der abendlän­dischen Kunst und Kultur, weg, und ein gewisser Teil wird nur noch davon übrig bleiben. Man mutz diese Feststellung, so bin- senwahr sie auch sein mag, hin und wieder erneut treffen, um den überheblichen Re­densarten unserer Feinde ein zwar knappes, dafür aber um so überzeugenderes Dementi entgegenzusetzen. Sie lieben es, sich vor der Welt als Beschützer und Verteidiger einer

Kunst und Kultur aufzuspielen, die sie selbst gar nicht geschaffen haben, oder zu der sie doch höchstens einen bescheidenen Zuschutz bei­steuerten, der ohne weiteres entbehrlich er­scheint. ohne datz ihr Gebäude gänzlich zu­sammenstürzt. Was sie an Kunstschätzen be­sitzen, das haben sie zumeist auf ihren Kriegs­zügen nach Europa oder in die ferne Welt ge­raubt und geplündert. Eigene kulturelle Lei­stungen haben sie kaum zustandegebracht, oder wenn ja, dann nur aus dem Geiste und aus dem seelischen Bewußtsein eines Erdteiles heraus, den sie heute zu zerstören oder zu vernichten suchen.

Städte wie Nürnberg und München oder Florenz und Venedig enthalten mehr an ewigen Ausdrucksformen des abendländischen Kulturgeistes als der ganze nordamerikani- sche Kontinent zusammengenommen; und welchen Musiker können die Engländer Beethoven oder Richard Wagner, welchen bildenden Künstler die Amerikaner Michel­angelo oder Leonardo da Vinci entgegen­stellen? Sie reden nur von der Kultur de^ Menschheit; wir aber besitzen sie und sind auch heute ihre Hüter. Treuhänder und Be­schützer.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Xsmpkklisgor starten Zogen llnZIanck. Die övrnbon rnr H.ukkänZunZ am XsinpkklnZrsnZ vsrclon fertig geinacbt. t?L-L,ukii. Xriessdsr. I,ubso 83

Die AtttAres E k/»e«

^b6nc//önc//5c/is Oiisnborung / ^nn^^o^irlob

Live Uuläigung sv äeu Kevins Lurops

Oos kf/sdn/5 c/s5 W/SNS5 lagung t'm Hpt'sgs/ c/s5 sukopäirc/isn ?kS55s

Borliit: 26: Juni. Die Tagung der Union nationaler Journalistenverbande in Wien hat in ganz Europa und weit darüber hin­aus einen ihrer außergewöhnlichen Bedeu­tung zukommenden Widerhall gefunden. Wie an dresem großen politischen Ereignis im Leben des europäischen Kontinents Vertre­ter aller Völker dieses Erdteils teilgenom- men haben, so ist auch die Presse des ge­samten Europa erfüllt von dem Erleben die­ser Tagung, das sie als eine einzigartige Manifestation des Willens zu einem neuen Europa und einer Neugestaltung der Welt auf der Grundlage der Gerechtigkeit bezeich­net. Die vor dem internationalen Forum gehaltenen Reden stehen im Mittelpunkt der Presse, wobei die Reden von Reichs­minister Rosenberg und Reichspressechef Dr. Dietrich als Höhepunkt der Tagung besondere Beachtung finden.

Die von Reichspressechef Dr. Dietrich auf der Wiener Tagung entwickelten Postulate dm: Kultur, des nationalen Selbstbewußt­seins, der sozialen Gerechtigkeit und der Ge­dankenfreiheit, so schreibt z. V. die rumä­nische ZeitungOrdines", hätten Orgel­tönen in einer Kathedrale geglichen. Darum hätten sie auch den begeisterten Widerhall gefunden. Die Hoffnung aller verantwor­tungsbewußten Europäer müsse es sein, daß diese erhabenen Gedanken durch den Sieg

Visävr verlor vor koinä 86 Lomdsr

Aus dem Führerhauptquartier, 26. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be- Lmnt:An der Ostfront führten deutsche und rumänische Truppen an verschiedenen Stellen erfolgreiche Stoßtruppunternehmen durch. Mehrere von Panzern unterstützte An­griffe der Sowjets im Abschnitt von Orel wurden blutig abgewiesen.

Gestern vormittag versuchten starke USA.- Bvmderverbände unter dem Schutz einer dich­ten Wolkendecke norddeutsches Gebiet anzu­greifen. Sie wurden von deutschen Jagdslie- gerkräften frühzeitig zum Kamps gestellt, zer­sprengt und zum Notabwurf ihrer Bomben aus offener See und über den Küstengebieten gezwungen. Im Verlause heftiger Luftkämpfe schössen unsere Jäger 25 schwere feindliche Bomber ab. Durch Sicherungssahrzeuge eines deutschen Eeleitzuges wurde ein weiteres Flugzeug vernichtet.

Britische Kampfflieger griffen in der ver- gansen-en Nacht westdeutsches Gebiet, be- stmders die Stadt Bochum, an. Durch Spreng- und Brandbombentreffer in den Wohnvierteln erlitt die Bevölkerung Verluste. Nach bisher vorliegenden Meldungen wurden dreißig feindliche Bomber abgeschossen. Der Vernichtung von insgesamt 56 feindlichen Bombenflugzeugen bei den Tag- und Nacht­angriffen steht der Verlust von acht eigenen Jägern gegenüber."

Bei dem Angrifssversuch amerikanischer Bombenflugzeuge auf das norddeutsche Kü­stengebiet in den Vormittagsstunden des 25. Juni stieß, wie -ergänzend mitgeteilt wird, der USA.-Verband schon vor Erreichen der Küste auf den Widerstand starker Jagd- verbände, die den Feind in harten Kämpfen zur Aufgabe-seiner geschlossenen Formation und zum Notwurf seiner Bomben, zum Teil schon über See oder auf freies Feld, zwan­gen In den betroffenen Landgemeinden ent­stand nur unbedeutender Sachschaden. Mili­tärische oder kriegswichtige Anlagen wurden überhaupt nicht berührt.

Bis zum 28. Juni hat die Zahl der allein i« diesem Monat über dem Reich und den besetzten Gebieten vernichteten feindlichen Flugzeuge fast ein halbes Tausend erreicht. Das sind sechs kriegsstarke Kampfgeschwader it mindestens 3999 langjährig ausgebildeten lixgern.

der Ordnungsmächte zur Verwirklichung ge­langen. AIs eine Huldigung an den Genius Europa bezeichnetPrunca Vremii" die Er­klärungen des Reichspressechess, eine feste Grundlage für alle die, die für Europa kämpfen.Wir kämpfen," so unterstreicht die bulgarische ZeitungSora^für die gemein­same Kultur der Menschheit. Wir stehen im Kamps um Sein oder Nichtsein unseres so­zialen Fortschritts; unser Kampf ist 'der Kampf für Europa, für all das, was Eu­ropa der ganzen Welt gegeben hat, für alles, was unserem Leben einen Sinn gibt. Unter der UeberschriftEwiges Europa" schreibt die serbische ZeitungObnova", Dr. Dietrich habe in klassischer Weise die Pflichten un­serer Zeit umschrieben. Ziel der internatio­nalen Journalistentagung in Wien nennt die türkische ZeitungTasviri Efikiar" die Schaffung eines geistigen Europa, nach­dem die militärischen Linien zur Verteidi­gung Europas bereits gezogen worden seien.

Auch in Norwegen werden die Reden und Verlautbarungen des Journalistenkongresses stärkstcns beachtet und ausführlich wieder­gegeben.Friit Folk" nimmt die Wiener Tagung zum Anlaß, um sich mit dem Wandel im europäischen Presseleben zu befassen. In der neuen Zeit sei die Presse von den Ein­flüssen des Geldes befreit und stehe aus­schließlich im Dienste der Gemeinschaft des Staates.Die europäische Zivilisation wird sich als mächtiger erweisen als die Barbarei", so lautet die Schlagzeile vonAftenposten".

Die spanische Oefsentlichkeit verfolgte die Tagung gleichfalls mit größtem Interesse. Die Blätter unterstreichen besonders die Worte des spanischen Delegierten, der Spa­nien als einen aktiven Bestandteil des neuen Europa und als überzeugten Kämpfer gegen den Bolschewismus charakterisiert. Auch der Rede Dr. Dietrichs aus der Schlußsitzung des Kongresses widmen die Zeitungen besondere Aufmerksamkeit. Die tschechische Presse be­faßt sich u. a. mit den Ausführungen Knut

Hamsuns, dessen Anklage gegen England und aufrechtes Bekenntnis zum Reich eingehend gewürdigt werden.

In der französischen Presse findet die Rede des Reichspressechess besonderen Widerhall. DerPetit Parisien" überschreibt sie über drei Spalten gehend:Die Verbindung von Plujokratie und Bolschewismus hat die Ver­nichtung Europas zum Ziele". DerMattn" unterstreicht:Das Ziel derAlliierten" ist die Zerstörung Europas".

Wenn auch verständlicherweise das Schwer­gewicht der italienischen Blätter aus den Vor­tragen ihrer eigenen nationalen Vertreter liegt, so finden die Worte des Reichspresse­chefs doch eine ausführliche Würdigung, wo­bei der besondere Nachdruck aus den Schluß­worten liegt, dast die auf dem Wiener Kon­greß vertretene Presse der Achsenmächte und ihrer Verbündeten eine ungeheuer geistige Kraft darstellt, die in den Dienst der großen Sache gestellt werden muß, d. h. für den Endsieg und den Triumph der Wahrheit und der Gerechtigkeit. >

Das europäische Ereignis der internatio­nalen Journalistentagung in Wien, an der auch außerhalb der militärischen Front ste­hende Völker vertreten waren, kann selbst dort nicht ohne tiefen Eindruck geblieben sein, wo man als Gegner Deutschlands und der neuen europäischen Ordnung sich sonst an Haß und Verleumdung nicht genug tun kann, um des deutschen Volkes und seiner Führung kristallklares Recht und geschichtliche Sendung in den Staub zu ziehen.

Es ist des Reichspressechess Dr. Dietrichs lichteiffüllte Rede vor allem, die auch aus der Gegenseite keinerlei Widerlegung er­fahren kann. Ja, mehr noch. Sie hat, soweit es dort noch nachdenkliche üüd von Verant­wortungsbewußtsein für die europäische Kul­tur beseelte Menschen gibt, zweifellos (wenn vielleicht auch nur vorübergehend) manches Gewissen geweckt, und manchen hellsichtig ge­macht gegen die wilde Zerstörungswut und den barbarischen Haß einer kulturell völlig minderwertigen und im Bewußtsein dieser ihrer Minderwertigkeit gegen die einmalige strahlende und alles umfassende europäische Kulturleistung" nihilistisch eingestellten Welt. Weil diese Rede aus ehrlichem Herzen, aus heiliger Ueberzeugung floß. konnte sie auch so tief zu Herzen gehen und so überzeugend wirket:.

Niemand, der folgerichtig denkend, im feindlichen Lager des Reichspressechess Aus­führungen vernahm, kann leugnen, daß

Lriliskiivr Liiläsrmorä in Locdum

Isffor///sgs7 HomHc>fc/»srtsn ^/crinsn/isur 700 vsrrc/iültst

Berlin, 26. Juni. Es ist bekannt, daß die britischen Terrorflieger bei ihren An­griffen auf deutsche Städte es immer wieder aus zivile Objekte abgesehen haben, die sie planmäßig bombardieren. Ein neuer Be­weis hierfür wurde bei dem letzten Angriff auf Bochum erbracht. Bei diesem lleberfall sind dem organisierten britischen Mord viele deutsche Kinder zum Opfer gefallen, die bei Bombenwürfen auf ein Waisenhaus im Keller verschüttet wurden. Nach bisher vor­liegenden Meldungen wurden 59 der 199 ver­schütteten Kinder tot geborgen.

Nach den zynischen Vernichtungsgeständ­nissen englischer Geistlicher und den Auffor­

derungen zum Mord. die britische Agenturen und der Londoner Nachrichtendienst wieder­holt ausgesprochen haben, ist der Kindermord von Bochum ein weiteres Glied in der Kette der britischen Schandtaten an Wehrlosen. Wie sagte der englische Nachrichtendienst doch: Man ertappt sich immer wieder dabei, daß man sich freut, wenn Männer, Frauen und Kinder gezwungen werden, so schrecklich zu leiden." Wir werden jeden britischen Mord gewissenhaft verzeichnen, um dann, wenn der Tag der Abrechnung kommt, genau aufzu­rechnen. Wir werden dann mit diesen bri­tischen Barbarenmethoden endgültig ein Ende machen.

Käser neuer Linvsdrscliiss im Lombenlerrorkrieg

kms H/ttsrs i.skt/crn E c//s VonkssL (-/54.-6omtrsf Line/ n/ckt unvsiivuncibcif

Drahtbericht unserer Berliner Schriftlcitung

6r. w. scsi. Berlin, 26. Juni. Wieder stellen der deutsche und der italienische Wehrmachts­bericht den Abschuß von mindestens 74 schwe­ren feindlichen Bombern fest. Allein den Versuch des Angriffes gegen Nordwestdeutsch­land mußten die Amerikaner mit dem Ver­lust von 25 viermotorigen Bombern bezah­len. Aus den bisher vorliegenden Darstel­lungen des englischen und amerikanischen Nachrichtendienstes ergibt sich eindeutig, daß man auf der Gegenseite vollkommen konster­niert über den Mißerfolg des am Freitag­vormittag unternommenen Versuches ist. Zwar hatten die amerikanischen Luftgangster schon bei ihrer Antrittsvorstellung im deut­schen Luftraum am 17. April eine für sie sehr bittere Lektion einstecken müssen, als ihnen nämlich beim Angriff auf Bremen zwanzig Bomber aus ihrem angreifenden Verband herausgeschossen wurden. Sie gaben sich aber doch noch d-er Hoffnung hin, daß es sich dabei um ein einmaliges Pech gehandelt haben könnte. Als sie am Pfingstsonntag wiederum bei dem Angriff gegen Bremen und Kiel 31 Bomber einbüßten, da war der Nimbus der Unverwundbarkeit der im ge­lassenen Verband angreifenden sogenann­tenfliegenden Festungen" ganz erheblich angeknaxt. Nach dem Verlauf der Dinge am Freitagvormittag kann er ruhig als weit­gehend zerstört bezeichnet werden, de-nm dies­mal sind die angreifenden amerikanischen

Zielpunkten gelangt. Sie waren gezwungen^ ihre Aufmerksamkeit so gut wie restlos au

Verbände dank der Wirksamkeit der starken Jägerabwehr überhaupt nicht mehr zu ihren

..'i

den Kampf mit den deutschen Jägern zu konzentrieren. Auch di-e Briten mußten bei ihrem Einflug in der Nacht zum Sonnabend die Wirkung der gesteigerten deutschen Ab­wehr verspüren. Wir sind. uns klar darüber, daß sich in solchen Ereignissen noch nicht die entscheidende Wende ankündigt. Sie wird erst kommen, wenn die Vorbereitungen zum großen und vernichtenden Gegenschlag voll­endet sind; aber wir sehen doch, wie die Hoffnungen des Feindes, daß er lins in der Zeit bis dahin durch verbrecherischen Terror zermürben könnte, unter der Wirkung der verstärkten Abwehr langsam dahinzuschwin­den beginnen.

Wie schon die erste den Amerikanern im April erteilte Lektion in den Vereinigten Staaten ernüchternd gewirkt hat, das erken­nen wir nachträglich aus einem Bericht des Londoner Vertreters derNew York Herald Tribune", der Anfang Mai in diesem Blatt erschien. Es wurde dort die Frage ausgewor­fen, warum nach dem 17. April in einer Zeit, in der die englische Luftwaffe dauernd Nachtangriffe durchgeführt habe, keine USA.- Flieger in diesem Monat mehr aufgestiegen seien. Ein Grund, so wurde gesagt, sei wohl die Abzweigung von Flugzeugen nach Nord­afrika gewesen, als zweiter Grund aber wä­ren die schweren Verluste auf Vremen zu verzeichnen.Schmerzlich war nicht nur der

Verlust zahlreicher viermotoriger Bomber, sondern vor allem der Verlust so vieler erfah­rener Besatzungen". Wenn solche Stimmun­gen bereits als Folge der Lektion vom 17. April laut wurden, so kann man sich vor­stellen. wie groß die Bestürzung heute sein muß, nachdem es unseren Jägern gelungen ist. ein groß angelegtes Unternehmen der amerikanischen Bomber im wesentlichen schon beim Anflug zu zersplittern. ,

Daß der Plan der feindlichen Luftwaffe nicht so sehr auf militärische als auf mora­lische Wirkungen zielt, das wird uns auf der Gegenseite wirklich jeden Tag in neuen Formulierungen bestätigt. So meldet sich jetzt auch der übel berüchtigte Wickham Steed am Londoner Rundfunk. Es sei, so suchte er den Bombenterror zu rechtfertigt, im Kriege ein althergebrachtes Prinzip und eine bewährte Taktik, Schrecken in das Herz des Gegners zu jagen und so seinen Wider­standsgeist zu zerbrechen. Wenn falsche Stim­mungen aufkommen sollten, so müsse man die Bombenangriffe auf die deutsche Zivil­bevölkerung mit Schreckschüssen der Polizei gegen Verbrecher vergleichen. Gerade wenn der Feind uns so täglich erneut zeigt, wohin seine Spekulationen zielen, macht er es uns leichter, seinen Plan durch die Anspannung unserer moralischen Widerstandskraft. zu durchkreuzen, zumal wenn wir zu erkennen vermögen, daß ihm selbst durch den Ver­lauf der Ereignisse in der jüngsten Zeit immer stärkere Zweifel am Gelinaen seines Planes aufgedrängt werden.

daraus die lauterste Wahrheit sprach und daß seine, auf unumstößliche Tatsachen sich stützende Ueberzeugung ebenso wie der aus gerechter Empörung fließende Zorn ehrlich der Sorge um die ewigen Werte der Mensch­heit gilt, die vor dem Untergang zu be­wahren im Grunde genommen auch im gegnerischen Lager alle Menschen abendlän­dischen Geistes und Gesittung allen Anlaß hätten. Wenn diese Menschen dennoch der Suggestion ihrer moralischenQuacksalber und weitzhäutigen Medizinmänner" unter­liegen, so eigentlich nur darum, weil sie be­eindruckt von der unseligen Sucht nach Geld und ewig auf der Jagd nach solchem, sich jener, dereinst auch bei ihnen oder vielmehr bei ihren Ahnen gültig gewesenen ehren­werten Gesinnung entschlagen haben, die wir Deutsche, als Fackelträger der menschlichen Sittlichkeit wohl immer am reinsten in uns bewahrt und von jeher am leidenschaftlich­sten vertreten haben, die aber nichtsdesto­weniger abendländische Gesinnung schlecht­weg ist.

Das Rechte lisben, das Schlechte hasten, die Tugend erstreben und den Frevel be­kämpfen, darin liegt das Geheimnis der er­habenen Macht des menschlichen Lebens, die zu jenen Ergebnissen abendländischen Kul­turschaffens führte, vor welchem wir, obwohl es uns insgesamt natürlich vertraut, bei der Aufzählung im einzelnen durch den Reichspressechef fast wie vor einer neuen Er­kenntnis ehrfürchtig bewundernd standen un!l wovor jene das Antlitz schamvoll verhüllet müßten, die da als die Repräsentanten der Entartung der europäischen Kultur, als die Handlanger des Bolschewismus, kurz, als vom Judentum Verblendete und Geknechtete dessen Geschäfte besorgen.

Und wenn wir der aus jüdischem Den­ken und Fühlen geflossenen, die Gesinnung und Gesittung von Millionen Abendländern vevseuchenden und verderbenden kapitalisti­schen Unmoral und einem verbrecherischen Materialismus, als Kämpfer für die höchsten menschlichen und damit auch sozialen Ideale, jene oben bezeichneten deuW-abendländi- schen Gesinnung entgegenstellen, so möchten wir es in Erinnerung an Ulrich von Hütten, einem der edelsten Deutschen aller Zeiten tun. Mit gewaltigen Fanfarenstötzen rief er damals in Deutschland zur Besinnung, als nicht weniger wie heute, das Abend­land in höchster Not gewesen und Ge­fahr lief. sein Ureigenstes, nämlich die Ge­wissensfreiheit zu verlieren:Rettet die be­drängte Freiheit!" rief er.Wagt es kein-er, mir beizuspringen? Ist kein wahrhaft Freier da? Keiner, der nach Tugend strebt? Das Gute liebt? Den Trug haßt? Das Recht in Ehren hält? Den Frevel verabscheut? Mit einem Wort: Ist kein echter Deutscher da?" So gellten seine Rufe damals durch di-e deut­schen Lande.

Die Männer aus allen; europäischen Na­tionen aber, die bei der internationalen Jour­nalistentagung in Wien des Reichspreste- chefs Appell an die Gewissen vernommen haben, mögen sich heute klar darüber sein. wie sehr die geschichtliche Fanfare Ulrich von Huttens wiederum aktuell gewor­den ist. Und wenn es diesmal gottlob nicht mehr zu heißen braucht:Ist kein echter Deutscher da?", so mutz es nichtsdestoweniger immer noch heißen: Warum steht nicht der letzte Mann des Abendlandes in diesem Kampf um das ewige Europa an der Seite Deutschlands? Daß schon ein Großteil Euro- pas in diesem Lager steht, hat Wien gezeigt, und daß dabei die besten Männer Europas sind, bewies nicht zuletzt Knut Hamsuns An­wesenheit. In unvergeßlichen Worten hat dieser Dichter und Seher dem Geiste Ausdruck verliehen, der mehr und mehr von unserem Kontinent Besitz nimmt, wo diesem die Auf­gabe wurde, unter Deutschlands Führung sei­nen Kampf um Sein oder Nichtsein zu füh- »Mehr und mehr", so sagten wir und müssen hinzufügen: leider noch nicht völlig' Das Echo von Wien aber zeigt wenigstens das Fortschreiten einer Erkenntnis in Europa die wir die abendländische Offenbarung nen- nen mochten. Im Lager, wo die Fackel der Wahrheit, des Rechtes und der Freiheit in der Schicksalsstunde der Menschheit lodert kann man der Frevler am erhabensten Besitz d-er Menschheit, der Horden entarteter Kultur