Ausgabe 
(25.6.1943) 174
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PavreianrtUclie Tageszeitung

Das Amtsblatt des^Negicrcnüen v ürgcrmcistcrs ücr §rcien fjansestaüt Oremen

Nr. 1/4 , 1Z. Zalirgang

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der Nationalsoziaiisten Vreinens

flmtliches verkünDungobiatt des Ncichsstattlialters in Oldenburg und vremen

Sonnabend, 26. Juni 1S4Z

tinzetpreis 15 Nps.

31 keinädamder

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Aus dem Führerhauptquartier, 25. Juni. Las Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt:An der Ostfront verlief der Tag bis auf örtliche Kämpfe im Raume von We- likije Luki ruhig. Die Luftwaffe versenkte im Lagunengebiet des Kuban 17 Landungs­boote und bekämpfte Stellungen, Truppen- unterkünfte und Nachschubverbindungen des Feindes. Im Mittelmeerraum wurden ohne eigene Verluste 33 britische und nordameri- kanische Flugzeuge abgeschossen, davon allein 23 von deutschen Jägern. Britische Bomber­verbände flogen während der letzten Nacht in westdeutsches Gebiet ein und griffen mehrere Städte, darunter besonders Wup- pertal-Elberfeld und Remscheid, mit zahlreichen Spreng- und Brandbomben an. Die Verluste der Bevölkerung der an­gegriffenen Städte sind schwer. Bisher wurde der Abschutz von A feindlichen Bombern fest­gestellt. Weitere acht Flugzeuge verlor -der . Feind bei Tagesangriffen gegen die besetz­ten Westgebiete. Schnelle deutsche Kampf­flugzeuge'bombardierten in der Nacht zum 25. Juni Einzelziele an der englischen Südküste. Deutsche Unterseeboote versenk­ten im Mittelmeerraum in schweren Kämp­fen aus stark gesicherten Eeleitzügen drei Schiffe mit 15 000 BRT."

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Rom, 25. Juni. Das Hauptquartier der italienischen Wehrmacht gibt bekannt:In wiederholten nächtlichen Angriffen gegen feindliche Eeleitzüge der nordafrikanischen Küste haben unsere Torpedoflugzeuge neue Erfolge erzielt. Drei feindliche Dampfer von 31 000 BRT. wurden versenkt und drei wei­tere beschädigt. Die Hafenanlagen von Bi- zerta und im Hafen liegende Dampfer rbur- den von unseren Bombenflugzeugen ange­griffen. Ortschaften in Sardinien wurden im Laufe des gestrigen Tages und in der ver­gangenen Nacht von Verbänden der feind­lichen Luftwaffe bombardiert, denen deutsche und italienische Jäger und k Flakabwehr schwere Verluste zufügten. Sieben feindliche Flugzeuge wurden von italienischen Jägern, 23 von deutschen Jägern und drei weitere Flugzeuge von der Flak abgeschossen, von de­nen zwei in der Nähe von Macomer und eines bei Olbia abstürzten. Opfer unter der Bevölkerung und Schaden von einigem Aus­maß werden nur aus der Provinz von Sas- sari, aus Chilivani nud dem Golf Aranci gemeldet. Zwei unserer Flugzeuge kehrten nicht auf ihren Stützpunkt zurück."

Islsgrsmms

ÜS8 kükrsrs unä äe8 Lucs

Wien, 25. Juni. Der Führer hat das ihm vom Präsidenten der Union nationaler Jour­nalistenverbände von der Wiener Tagung übersandte Vegrüßungstelegramm mit herz­lichen Worten erwidert und dabei seine Wünsche für die publizistische Arbeit im Kampf für das neue Europa ausgesprochen. Ebenso hat der Duce das an ihn gerichtete Telegramm erwidert und der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß die Presse des neuen Europa ein leuchtendes Beispiel des Glau­bens und der Tat für den Sieg und für eine neue Aera der Gerechtigkeit unter den Völkern ablegen wird.

Neichsminister Dr. Goebbels richtete an das Präsidium der Union nationaler Jour­nalistenverbände folgendes Telegramm: Dem zu seiner Jahresversammlung in Wien versammelten europäischen Journalistenkon­greß übermittle ich meine herzlichen Grüße mit dem Ausdruck besonderer Anerkennung für die auf der Tagung geleistete Arbeit. Die auf dem Kongreß gehaltenen Reden haben wesentlich zur Klärung der Probleme beigetragen, die heute die europäische Oesfentlichkeit bewegen. Möge aus dieser Tagung für die Zukunft der europäischen Zusammenarbeit reicher Segen erwachsen. Neichsminister Dr. Goebbels."

Dom italienischen Minister für Volkskultur Polverelli traf folgendes Telegramm ein: Den Vertretern der Presse der Dreierpakt­mächte und der angeschlossenen Länder, die sich in Wien versammelt haben, sende ich meinen kameradschaftlichen Glückwunsch und den des faschistischen Italien. Minister für Volkskultur Gaetano Polverelli."

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Drahtbericht unserer Berliner Schristlcitung

Dr. geb. Berlin, 25. Juni. Presse und Rundfunk in England suchen nach außen hin den Eindruck zu erwecken, als ob man dort die letzten Warnungen und Ankündigungen des Reichsministers Dr. Goebbels überhört habe und weiterhin überhören könne. Es wird jetzt, sei es zur Beruhigung der eigenen Oesfentlichkeit oder zu Zwecken der Tarnung, die These propagiert, daß man sich mit den Angriffen gegen die Erenzwälle Europas durchAmphibien-Operationen", mit See- und Landstreitkräften, ruhig ^Zeit lassen könne, bis die Widerstandskraft der Achsen­mächte durch den Bombenterror genügend ge­schwächt sei. Daß diese nach außen hin ver­tretene Auffassung in Wirklichkeit in den weitesten Kreisen der englischen Oesfentlich­keit, auch an verantwortlichen Stellen, nicht ernsthaft geglaubt wird, das erführt man jetzt aus den Berichten neutraler Korrespon­denten in London, darunter auch solcher, de­nen man in der britischen Oesfentlichkeit be­stimmt nicht den Vorwurf einer gegen Eng­land gerichteten Einstellung machen wird.

Tatsächlich sieht man sich in England, wie sich aus dem Bericht des LondonerPa"- Vertreters Assia ergibt, je länger je mehr vor die Frage gestellt, wie lange der Atem für die Fortführung der gegenwärtigen Me­thoden des Bombenterrors noch ausreichen wird, wenn die Verluste der Angreifer das Ausmaß der letzten Zeit behalten oder sich gar noch steigern sollten. Daß die Verlust- ziffern, die im deutschen und im italieni­schen Wehrmachtbericht genannt werden, kei­neswegs übertrieben sind, das muß der spa­nische Korrespondent in London ausdrücklich

bestätigen, wenn er von einem durchschnitt­lichen Tagesverlust von hundert Flugzeugen und fünfhundert Mann fliegenden Perso­nals spricht. Zum ersten Mae auch können wir in einem direkten Bericht aus England den Hinweis darauf feststellen, daß die Ter­rorangriffe nicht mehr ausreichend von der Produktion gespeist werden können, sondern dauernde Eingriffe in die Reserven notwen­dig machen. Wörtlich heißt es in dem Bericht von Assia:Vor allem ist es der Mann auf der Straße, der sich die Frage vorlegt, ob die englische und amerikanische Rüstungsindustrie tatsächlich in der Lage ist, Verluste wie in den letzten Wochen auf die Dauer zu ertra­gen, ohne daß die Reserven ernhaft gefährdet werden. Englische Fachleute stehen auf dem Standpunkt, daß die Alliierten zur Durch­führung von Dauerangriffen bei Tag und Nacht in der Lage sein müssen, einen täg­lichen Verlust von achtzig Bombern uns zwanzig Jägern auszuhalten. Doch ist nach ihrer Meinung sehr zweifelhaft, ob die In­dustrie heute bereits in der Lage ist, außer der Produktionssteigerung auch noch hundert Apparate täglich zu ersetzen, abgesehen da­von, daß auch die Fliegerschulen kaum fünf­hundert Mann täglich als Besatzung für hundert Maschinen ersetzen können."

Solche und ähnliche Feststellungen in der neutralen Presse stehen in einem auffälligem Gegensatz zu den schwülstig-sadistischen Be­trachtungen in englischen Zeitungen, die sich angesichts derneuen Phase des Luftkrieges" geradezu triumphierend zu überkugeln schei­nen. Irgendwie scheint sich hinter solchen ge­steigerten Ausbrüchen des scheinbar triumphie­renden Hasses die Angst vor dem zu ver­

stecken, was kommen könnte und was kom­men muß und wird, wenn die Steigerung der deutschen Abwehrkraft durch die Rech­nung einen Strich machen sollte, nach der durch Bombenterror die innere Widerstands­kraft Europas gebrochen werden sollte, ehe die Vorbereitungen zum entscheidenden Ee- genschlag vollendet sein würden. Aus dieser Sorge, daß man sich furchtbar verrechnet haben könnte, ist bereits das Schlagwort von demneuen Engpaß im Luftkrieg" geboren worden. Heute, so berichtet derPa"-Vertre- 1er, hänge die weitere Entwicklung der anglo-amerikanischen Luftoffensive von der Beantwortung der gestellten Fragen ab. und man gebe sich nicht mehr der Illusion hin, daß die Luftangriffe den Krieg entscheiden könnten.Die deutsche Luftwaffe hat ihre Defensivkraft stark erhöhen können und gibt in dieser Beziehung in keiner Weise An­zeichen von Schwäche, weder bei Tage noch bei Nacht. Die Regelmäßigkeit. °das gute Funktionieren und die Mittel, über die die deutsche Luftwaffe verfügt, haben zur Folge, daß die Alliierten weder am Tage noch in der Nacht die deutsche Abwehr überrennen können. Das ist aus der Tatsache abzulen­ken, daß die anglo-amerikanischen Verluste neuerdings immer in einem feststehenden Ver­hältnis zu der Zahl der angreifenden Appa­rate stehen."

Offenbar besonders schwer wird in Eng­land die Enttäuschuüg darüber empfunden, daß die Legende von der Unverwundbarkeit der schweren amerikanischen Bomber seit dem letzten Tagesangrisf auf Bremen und Kiel zerstört ist.Noch vor drei Monaten", so be-

sFortsetzung auf Seite 2s

Vier kreidelten Ä8 As! imrrerer» Vsmpks8

O/s krgskni'rss c/sr V^/snsr »ntsrncrl/Ona/sn ^ournosirtsntrrgung

Wien, 25. Juni. Am Freitagmittag fand die 2. internationale Journalistentagung der Union- nationaler Journalistenverbände einen eindrucksvollen Abschluß. Der geschäfts- führende Präsident der zweiten internatio­nalen Journalistentagung, Stabsleiter S ü n- derman, würdigte zusammenfassend die umfangreiche Arbeit der denkwürdigen Ta- ung, an der über 400 Journalisten aus 21 kationen teilgenommen haben und stellte fest, daß die Tagung das erste politische Er­eignis im Leben des europäischen Kontinents gewesen sei, an der Vertreter aller Völker dieses Erdteils Anteil genommen und damit einen Beitrag geleistet hätten zu einer De­monstration, die sowohl der Vergangenheit wie der Gegenwart und der Zukunft Euro­pas gilt. Pg. Sündermann bezeichnete es als den Zweck der Tagung, vor dem Forum und aus dem Kreis der europäischen Jour­nalisten heraus jene Gedanken und Ueber­zeugungen zu erkennen und auszusprechen, die den Völkern dieses Kontinents gemein­sam seien. Es sei die eindrucksvollste Er­kenntnis der Tagung gewesen, daß Europa in seinem heutigen größten. Lebenskampf auch von einer klaren kontinentalen Idee erfüllt sei. '

Europa sei nicht nur ein geographischer, nicht nur ein politischer Begriff, es sei nicht nur Geschichte und Vergangenheit, sondern es stellte ein Programm dar, es sei eine Mission.

Noch ein weiteres habe man in Wien er­kannt: Wenn unsere Gegner von vier Frei­heilen phantasieren, die in ihrem eigenen Hause bisher völlig unbekannte Größen wa­ren, so hätte man aus den Erklärungen auf der Tagung ebenfalls vier Freiheiten er­kannt, die die notwendige Grundlage jeder menschlichen Zukunftsentwicklung seien. Un­sere vier Freiheiten seien freilich keine nebel­haften Propagandasprüche für das leichtgläu­bige Publikum, sondern sie seien die Parole für reale Befreiungstaten, das Ideal für den kämpferischen Einsatz von Millionen tapferer

Soldaten. Unter anhaltenden stürmischen Bei­fallskundgebungen der Tagungsteilnehmer faßte Stabsleiter Sündermann diese vier Freiheiten zu folgenden Formulierungen zu­sammen:

Die Befreiung der Völker von der Geißel der jüdischen Weltvergiftung das ist die erste der Befreiungstaten, die uns aus den Erkenntnissen dieser Tagung als Forderung emporleuchtet. Die Befreiung der Welt vom Alpdruck des bolschewistischen Mordsystems das ist die zweite Freiheit, für die wir mit dem Mute dessen kämpfen, der erfahren hat und weiß, daß jeder menschliche Wert in die­sem Kampf auf dem Spiele steht. Die Be­freiung der schaffenden Menschen von der kapitaiistischen Ausbeutung das ist uns nach den Bekenntnissen dieser Tagung die dritte Freihcitstat, die im Dienste der schöpferischen Entfaltung aller Tüchtigen er­rungen werden muß und wird. Schließlich wurde uns die Befreiung der Welt vom angloamerikanischen Imperialismus als not­wendige Voraussetzung jedes friedlichen Zu­sammenlebens der Völker überzeugend dar­gebracht."

Diese großen Freiheitsfovderungen seien, wie Pg. Sündermann weiter darlegte, das Bekenntnis der Tagung, aber sie seien nicht, ihre Entdeckung: denn seit Jahren kämpften und stürben unsere Soldaten für die Ver­teidigung gegenüber dem Weltkampf, den das internationale Judentum mit seinen Trabanten gegen die schöpferische Kraft des europäischen Kontinents entfesselt habe.

In einer Rede, die der Hauptschriftleiter desLavoro Fascista", Nationalrat Luigi Fontanelli, hielt, besprach er die faschistische Sozialpolitik, wobei er einen Vergleich zwi­schen ihr und den Absichten der Plutokratie und des Bolschewismus zog.

Der Vizepräsident des ungarischen Ab­geordnetenhauses, Vitez Tibor Teers, behan­delte das Problem der Stellungnahme der kleinen Staaten zum Bolschewismus vom Grundsätzlichen aus. Er verwies darauf, daß

das bolschewistische System mit seiner rück­sichtslosen imperialistischen Ideologie vor allem auf die Kleinstaaten ein Auge gewor­fen habe.

*

Es kann niemand einfallen, das Bekennt­nis des europäischen Journalismus in Wien mit dem Vorbehalt verkleinern zu wollen, daß es doch vonMännern der Feder" stamme, zwischen deren Reichtum an Worten und Taten eine bezeichnende Lücke klaffe. Die Ehrentafel der im europäischen Be­freiungskampf gefallenen, den Verbänden der Union der nationalen Journalistenverbände angehörenden Journalisten, die Hunderte von Namen unserer Kameraden ausweist, ist Denkmal und Bürge zugleich für jene neue Form des europäischen Journalismus, dem Feder und Schwert eins und bei dem Ge­sinnung, Tat und Wort eine Einheit sind. Die Worte aber, die im Zeremoniensaal der Wiener Hofburg von den publizistischen Aktivisten für Europa in den verschiedensten Zungen, aber in einem Geiste fielen, wur­den von Männern gesprochen, die mittels ihrer Taten die Feinde Europas auch mit den Waffen bestanden haben. In der Geschlossen­heit der Kampfgemeinschaft Europas aber, ist ein Wunder enthalten. Die Tatsache, daß hier die Sprecher der meisten europäischen Völker sich rückhaltlos einig für ein einziges Zi-l bekannten, verdeutlicht dies Wunder, wenn man bedenkt, daß allein die Annahme, eine auch nur einigermaßen ähnliche Willens­äußerung der Publizistik Europas hätte vor vier Jahren stattfinden können, in das Ge­biet der Utopie verwiesen werden mußte. Gerade in dieser vom Stabsleiter des Neichspressechefs Helmut Sündermann. auf das Wirksamste unterstrichenen Manifestation des europäischen Journalismus in Wien wurde klar, welche ungewöhnlichen Fort­schritte in der Klärung der innereuropäischen Problematik seit Kriegsbeginn gemacht wor­den sind.

Der Aktivist und der Versager

Von

Hans 14 e r t s l

Die Kampfzeit der Bewegung ist gewiß nicht ohne weiteres mit dem Krieg vergleich­bar. Die Zielsetzung dieses Krieges, seine Ausmaße und Forderungen sind ungleich gewaltiger als diejenigen des Kampfes um die Macht. Durchaus vergleichbar aber sind die inneren Fragen, vor die jeder einzelne von uns und unser gesamtes Volk in solchen Kämpfen gestellt werden. In jedem Kampf gibt es Aktivisten, Mitgerissene und Ver­sager. Zu unserem großen Glück ist die Zahl der Versager im deutschen Volk immer ge­ringer geworden. Trotzdem müssen wir sie, und wäre es nur eine Handvoll, im Auge behalten, weil sie. wenn auch ungewollt, die Geschäfte des Feindes besorgen.

Solange alles gut geht, kann man stets den Versager sehr schlecht erkennen, höchstens an der etwas auffälligen Lautstärke seiner Begeisterung. Er überschlägt sich dann in Lobhudeleien und macht den Aktivisten da­durch mißtrauisch, denn die Tat ist stumm! Wir haben das in der Kampfteit der Partei erlebt, wenn wir sichtbare Erfolge hatten. Dann drückten uns diestillen Teilhaber" unseres Vormarsches verstohlen die Hände und versicherten uns mit Verständnis suchen­dem Augenblinzeln, daß sie natürlich genau so dächten wie wir. Aber leider, leider . . . Und dann kamen die vielen Ausreden, die der Schwächling immer für sich selbst findet. Kaum hatten wir den geringsten Rückschlag, dann gingen diese Schlappschwänze ohne Gruß an uns vorüber und bemühten sich, in jeder Weise auszudrücken, daß sie mit uns überhaupt nichts zu tun hätten. Als wir dann an die Macht kamen, riefen diese Ver­sager am lautestenHeil Hitler".

Im Krieg erleben wir nun ähnliche Er­scheinungen. Es handelt sich um die gerade im Scheinwerferlicht des totalen Krieges in ihren Mauselöchern sichtbar werdenden schwa­chen Seelen, die nur durch Bestrahlungen mit zahlreichen Sondermeldungen wie Treib­hauspflanzen kraftvoll in die Höhe schießen. Sie reden dann so laut vonunseren Hel­den", daß dem Frontsoldaten in diesem Ge­wölk von Phrasen übel wird. Es ist sicher kein Zufall, daß dort am wenigsten das Wort Sieg" gebraucht wird, wo die Siege er­kämpft werden. Wenn an der Front ein An­griff bevorsteht, dann heißt es nicht:Mor­gen werden wir zu einem neuen Siege schrei­ten", sondern:Morgen um soundsoviel Uhr tritt das Bataillon mit allgemeiner Richtung auf soundso an." Dann weiß jeder Mann, vom Kommandeur bis zum letzten Grena­dier:Morgen rauscht der Wald!" Man weiß auch, daß es dabeieins auf den Zünder geben kann". Dann muß eben Widder ange­treten werden, und zum Schluß sagt keiner: Wir haben gesiegt", sondern ganz lakonisch: Das Ding haben wir mal wieder gedreht."

So ist das. Sehr nüchtern und ohne jede Phrase. Der Versager rechnet inzwischen mit Hilfe von Karten, möglichst Maßstab 1:3 000 000 aus, wann der Ural erreicht sein wird. Draußen sieht die Sache schon auf der Karte, Maßstab 1:100 000, wesentlich anders aus. Die Maßstäbe sind eben verschieden ...

Sobald es an der Front einen Rückschlag gibt, verstummt das Siegesgeschrei des Ver­sagers und geht in einen dumpfen Chor düsterer Prophezeiungen über, in dem die alte Dame Kassandra mit ihrer schwächlichen' Altstimme glatt untergehen würde. Je wei­ter vom Schuß entfernt^ um so genauer weiß dann dieser törichte Schwätzer, was falsch ge­macht worden ist. Er kennt jeden General, der angeblich versagt hat, mit Namen: er redet mit der größten Unbefangenheit über Dinge, die er nicht übersehen und vor allem auch niemals verstehen kann undbegründet" seine Schwarzmalerei oft mit nebensächlichen Schwierigkeiten, die möglicherweise tatsäch­lich vorhanden waren und ihm vielleicht auch dienstlich zur Kenntnis kamen, aber nicht, um in einer dummen Meckerei preisgegeben zu werden. Um persönlich wichtig genommen zu werden, übertrumpft er jeden Zweifel über das Gesagte mit neuen Behauptungen, die in manchen Fällen nichts anderes sind als glatter Landesverrat. Um sich selbst in-- teressant zu machen, schwätzt dieser Versager

verrück bei erbeuteten Vlitepsureru

/rcmräs/Lclisri llbsr c/sn sng//5clisn uncl omsn'1ccmt5c/isn rum 5ovv/st/5ckisn

Berlin. 25. Juni. Der Reichsminister füx Bewaffnung und Munition. Speer. gab. >m Einvernehmen mit der Presseabteilung der Reichsregierung, deutschen Zeitungsvertre­tern Gelegenheit, eine ganze Anzahl Beute- panzer französischen, englischen, nordameri- kanischen und sowjetischen Ursprungs zu be­sichtigen. um auch hieraus eine Möglichkeit zu gewinnen, die deutsche Bevölkerung über den Kampfwert der Feindpanzer zu unter­richten. Der Schrei nach Sicherheit hat den französischen Panzerwagenbau maßgebend bestimmt. Abgesehen von praktisch unbrauch­baren Monstrekonstruktionen. die durch wahr­haft gigantische Ausmaße bis zum Gewicht von 79 D Furcht und Schrecken erregen fäll­ten haben sie die starke Panzerung voran­gestellt und dafür die Nachteile geringere Feuerkraft. Beweglichkeit und Schnelligkeit in Kauf genommen. Auch herrschte bei ihnen der Zweimannpanzcr vor, der niemals in der Lage ist, einen praktisch errungenen Durch­bruch operativ auszuwerten. 2m übrigen ist die Entwicklung durch den schnellen S-.eg der deutschen Waffen steckengeblicben. so daß alle vorhandenen französischen Typen praktisch

überholt sind. Wesentlich fortgeschrittener sind die Engländer im Panzerwagenhau. Für sie ist der Kampswagen in erster Linie Mittel zum operativen Einsatz. Diesem Zwecke dient ihre Kreuzerklasse Marke 1 und H und VI. Zur Verstärkung der Beschußsicherheit haben sie den Schottpanzer eingeführt. Neben den Kreuzertypen wurden auch Jnfanteriepanzer entwickelt, deren größte Vertreter, darunt-r das DaumusterChurchill", nach dem miß­glückten Landungsversuch bei Dieppe zusam- mengeschpssen wurden und in deutsche Hände fielen.

Im Osten und in Afrika erbeuteten wir auch zahlreiche nordamerikanische Panzer, die in ihren modernsten Konstruktionen eine recht beachtliche Kampfkraft besitzen. Sie verfügen über elektrischen oder hydraulischen Antrieb zum Herumschwenken des runden drehbaren Geschiitzturmes und benötigen für eine Um­drehung zum Teil nur 15 Sekunden. Inter­essant ist der Versuch, die Kanone durch ein Kreiselsystem in der Schußrichtung zu stabi­lisieren, um. ungestört durch die Erschütte­rungen und Unebenheiten des Bodens, wäh­rend der Fahrt schießen zu können. Am be­

kanntesten ist der 30-T-Kampfwagen mit der TypenbezeichnungGeneral Sherman",: der sehr stark gepanzert und bestückt ist, ein, Panzer, dem man uneingeschränkt das Prü-> dikatgut" zusprechen inuß. Die Sowjets haben mit der ihnen eigenen grundsätzlichen Nichtachtung vor fremdem. geistigen Eigen­tum in der Welt zusammengestöhlen, was sie an brauchbaren Lösungen für den Panzer­wagenbau vorfanden. Dabei wurden auch unbedenklich deutsche Motore und Einzelteile nachgebaut. Nach eingehenden Studien an fremden Typen haben sie diese allerdings folgerichtig weiter entwickelt und vor allem imT 34" einen brauchbaren Typ heraus­gebracht.

Wenn man nach alledem aber den neuen deutschen PanzergigantenTiger" anrollen sieht, so genügt ein Blick, um zu erkennen, daß ihm keiner der vorhandenen Feindpanzer gewachsen ist. Die Feuerkraft seiner Kanone mit dem auffallend langen Rohr erfaßt und vernichtet den Gegner bereits auf Entfer­nungen. in denen dieser noch nicht wirksam zum Schuß kommen kann. und seine starke Panzerung macht denTiger" so gut w?d unverwundbar.

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