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PavreianrtUclie Tageszeitung
Das Amtsblatt des^Negicrcnüen v ürgcrmcistcrs ücr §rcien fjansestaüt Oremen
Nr. 1/4 , 1Z. Zalirgang
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der Nationalsoziaiisten Vreinens
flmtliches verkünDungobiatt des Ncichsstattlialters in Oldenburg und vremen
Sonnabend, 26. Juni 1S4Z
tinzetpreis 15 Nps.
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Aus dem Führerhauptquartier, 25. Juni. Las Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „An der Ostfront verlief der Tag bis auf örtliche Kämpfe im Raume von We- likije Luki ruhig. Die Luftwaffe versenkte im Lagunengebiet des Kuban 17 Landungsboote und bekämpfte Stellungen, Truppen- unterkünfte und Nachschubverbindungen des Feindes. Im Mittelmeerraum wurden ohne eigene Verluste 33 britische und nordameri- kanische Flugzeuge abgeschossen, davon allein 23 von deutschen Jägern. Britische Bomberverbände flogen während der letzten Nacht in westdeutsches Gebiet ein und griffen mehrere Städte, darunter besonders Wup- pertal-Elberfeld und Remscheid, mit zahlreichen Spreng- und Brandbomben an. Die Verluste der Bevölkerung der angegriffenen Städte sind schwer. Bisher wurde der Abschutz von A feindlichen Bombern festgestellt. Weitere acht Flugzeuge verlor -der . Feind bei Tagesangriffen gegen die besetzten Westgebiete. Schnelle deutsche Kampfflugzeuge'bombardierten in der Nacht zum 25. Juni Einzelziele an der englischen Südküste. Deutsche Unterseeboote versenkten im Mittelmeerraum in schweren Kämpfen aus stark gesicherten Eeleitzügen drei Schiffe mit 15 000 BRT."
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Rom, 25. Juni. Das Hauptquartier der italienischen Wehrmacht gibt bekannt: „In wiederholten nächtlichen Angriffen gegen feindliche Eeleitzüge der nordafrikanischen Küste haben unsere Torpedoflugzeuge neue Erfolge erzielt. Drei feindliche Dampfer von 31 000 BRT. wurden versenkt und drei weitere beschädigt. Die Hafenanlagen von Bi- zerta und im Hafen liegende Dampfer rbur- den von unseren Bombenflugzeugen angegriffen. Ortschaften in Sardinien wurden im Laufe des gestrigen Tages und in der vergangenen Nacht von Verbänden der feindlichen Luftwaffe bombardiert, denen deutsche und italienische Jäger und k Flakabwehr schwere Verluste zufügten. Sieben feindliche Flugzeuge wurden von italienischen Jägern, 23 von deutschen Jägern und drei weitere Flugzeuge von der Flak abgeschossen, von denen zwei in der Nähe von Macomer und eines bei Olbia abstürzten. Opfer unter der Bevölkerung und Schaden von einigem Ausmaß werden nur aus der Provinz von Sas- sari, aus Chilivani nud dem Golf Aranci gemeldet. Zwei unserer Flugzeuge kehrten nicht auf ihren Stützpunkt zurück."
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Wien, 25. Juni. Der Führer hat das ihm vom Präsidenten der Union nationaler Journalistenverbände von der Wiener Tagung übersandte Vegrüßungstelegramm mit herzlichen Worten erwidert und dabei seine Wünsche für die publizistische Arbeit im Kampf für das neue Europa ausgesprochen. Ebenso hat der Duce das an ihn gerichtete Telegramm erwidert und der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß die Presse des neuen Europa ein leuchtendes Beispiel des Glaubens und der Tat für den Sieg und für eine neue Aera der Gerechtigkeit unter den Völkern ablegen wird.
Neichsminister Dr. Goebbels richtete an das Präsidium der Union nationaler Journalistenverbände folgendes Telegramm: „Dem zu seiner Jahresversammlung in Wien versammelten europäischen Journalistenkongreß übermittle ich meine herzlichen Grüße mit dem Ausdruck besonderer Anerkennung für die auf der Tagung geleistete Arbeit. Die auf dem Kongreß gehaltenen Reden haben wesentlich zur Klärung der Probleme beigetragen, die heute die europäische Oesfentlichkeit bewegen. Möge aus dieser Tagung für die Zukunft der europäischen Zusammenarbeit reicher Segen erwachsen. Neichsminister Dr. Goebbels."
Dom italienischen Minister für Volkskultur Polverelli traf folgendes Telegramm ein: „Den Vertretern der Presse der Dreierpaktmächte und der angeschlossenen Länder, die sich in Wien versammelt haben, sende ich meinen kameradschaftlichen Glückwunsch und den des faschistischen Italien. Minister für Volkskultur Gaetano Polverelli."
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Drahtbericht unserer Berliner Schristlcitung
Dr. geb. Berlin, 25. Juni. Presse und Rundfunk in England suchen nach außen hin den Eindruck zu erwecken, als ob man dort die letzten Warnungen und Ankündigungen des Reichsministers Dr. Goebbels überhört habe und weiterhin überhören könne. Es wird jetzt, sei es zur Beruhigung der eigenen Oesfentlichkeit oder zu Zwecken der Tarnung, die These propagiert, daß man sich mit den Angriffen gegen die Erenzwälle Europas durch „Amphibien-Operationen", mit See- und Landstreitkräften, ruhig ^Zeit lassen könne, bis die Widerstandskraft der Achsenmächte durch den Bombenterror genügend geschwächt sei. Daß diese nach außen hin vertretene Auffassung in Wirklichkeit in den weitesten Kreisen der englischen Oesfentlichkeit, auch an verantwortlichen Stellen, nicht ernsthaft geglaubt wird, das erführt man jetzt aus den Berichten neutraler Korrespondenten in London, darunter auch solcher, denen man in der britischen Oesfentlichkeit bestimmt nicht den Vorwurf einer gegen England gerichteten Einstellung machen wird.
Tatsächlich sieht man sich in England, wie sich aus dem Bericht des Londoner „Pa"- Vertreters Assia ergibt, je länger je mehr vor die Frage gestellt, wie lange der Atem für die Fortführung der gegenwärtigen Methoden des Bombenterrors noch ausreichen wird, wenn die Verluste der Angreifer das Ausmaß der letzten Zeit behalten oder sich gar noch steigern sollten. Daß die Verlust- ziffern, die im deutschen und im italienischen Wehrmachtbericht genannt werden, keineswegs übertrieben sind, das muß der spanische Korrespondent in London ausdrücklich
bestätigen, wenn er von einem durchschnittlichen Tagesverlust von hundert Flugzeugen und fünfhundert Mann fliegenden Personals spricht. Zum ersten Mae auch können wir in einem direkten Bericht aus England den Hinweis darauf feststellen, daß die Terrorangriffe nicht mehr ausreichend von der Produktion gespeist werden können, sondern dauernde Eingriffe in die Reserven notwendig machen. Wörtlich heißt es in dem Bericht von Assia: „Vor allem ist es der Mann auf der Straße, der sich die Frage vorlegt, ob die englische und amerikanische Rüstungsindustrie tatsächlich in der Lage ist, Verluste wie in den letzten Wochen auf die Dauer zu ertragen, ohne daß die Reserven ernhaft gefährdet werden. Englische Fachleute stehen auf dem Standpunkt, daß die Alliierten zur Durchführung von Dauerangriffen bei Tag und Nacht in der Lage sein müssen, einen täglichen Verlust von achtzig Bombern uns zwanzig Jägern auszuhalten. Doch ist nach ihrer Meinung sehr zweifelhaft, ob die Industrie heute bereits in der Lage ist, außer der Produktionssteigerung auch noch hundert Apparate täglich zu ersetzen, abgesehen davon, daß auch die Fliegerschulen kaum fünfhundert Mann täglich als Besatzung für hundert Maschinen ersetzen können."
Solche und ähnliche Feststellungen in der neutralen Presse stehen in einem auffälligem Gegensatz zu den schwülstig-sadistischen Betrachtungen in englischen Zeitungen, die sich angesichts der „neuen Phase des Luftkrieges" geradezu triumphierend zu überkugeln scheinen. Irgendwie scheint sich hinter solchen gesteigerten Ausbrüchen des scheinbar triumphierenden Hasses die Angst vor dem zu ver
stecken, was kommen könnte und was kommen muß und wird, wenn die Steigerung der deutschen Abwehrkraft durch die Rechnung einen Strich machen sollte, nach der durch Bombenterror die innere Widerstandskraft Europas gebrochen werden sollte, ehe die Vorbereitungen zum entscheidenden Ee- genschlag vollendet sein würden. Aus dieser Sorge, daß man sich furchtbar verrechnet haben könnte, ist bereits das Schlagwort von dem „neuen Engpaß im Luftkrieg" geboren worden. Heute, so berichtet der „Pa"-Vertre- 1er, hänge die weitere Entwicklung der anglo-amerikanischen Luftoffensive von der Beantwortung der gestellten Fragen ab. und man gebe sich nicht mehr der Illusion hin, daß die Luftangriffe den Krieg entscheiden könnten. „Die deutsche Luftwaffe hat ihre Defensivkraft stark erhöhen können und gibt in dieser Beziehung in keiner Weise Anzeichen von Schwäche, weder bei Tage noch bei Nacht. Die Regelmäßigkeit. °das gute Funktionieren und die Mittel, über die die deutsche Luftwaffe verfügt, haben zur Folge, daß die Alliierten weder am Tage noch in der Nacht die deutsche Abwehr überrennen können. Das ist aus der Tatsache abzulenken, daß die anglo-amerikanischen Verluste neuerdings immer in einem feststehenden Verhältnis zu der Zahl der angreifenden Apparate stehen."
Offenbar besonders schwer wird in England die Enttäuschuüg darüber empfunden, daß die Legende von der Unverwundbarkeit der schweren amerikanischen Bomber seit dem letzten Tagesangrisf auf Bremen und Kiel zerstört ist. „Noch vor drei Monaten", so be-
sFortsetzung auf Seite 2s
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Wien, 25. Juni. Am Freitagmittag fand die 2. internationale Journalistentagung der Union- nationaler Journalistenverbände einen eindrucksvollen Abschluß. Der geschäfts- führende Präsident der zweiten internationalen Journalistentagung, Stabsleiter S ü n- derman, würdigte zusammenfassend die umfangreiche Arbeit der denkwürdigen Ta- ung, an der über 400 Journalisten aus 21 kationen teilgenommen haben und stellte fest, daß die Tagung das erste politische Ereignis im Leben des europäischen Kontinents gewesen sei, an der Vertreter aller Völker dieses Erdteils Anteil genommen und damit einen Beitrag geleistet hätten zu einer Demonstration, die sowohl der Vergangenheit wie der Gegenwart und der Zukunft Europas gilt. Pg. Sündermann bezeichnete es als den Zweck der Tagung, vor dem Forum und aus dem Kreis der europäischen Journalisten heraus jene Gedanken und Ueberzeugungen zu erkennen und auszusprechen, die den Völkern dieses Kontinents gemeinsam seien. Es sei die eindrucksvollste Erkenntnis der Tagung gewesen, daß Europa in seinem heutigen größten. Lebenskampf auch von einer klaren kontinentalen Idee erfüllt sei. '
Europa sei nicht nur ein geographischer, nicht nur ein politischer Begriff, es sei nicht nur Geschichte und Vergangenheit, sondern es stellte ein Programm dar, es sei eine Mission.
Noch ein weiteres habe man in Wien erkannt: Wenn unsere Gegner von vier Freiheilen phantasieren, die in ihrem eigenen Hause bisher völlig unbekannte Größen waren, so hätte man aus den Erklärungen auf der Tagung ebenfalls vier Freiheiten erkannt, die die notwendige Grundlage jeder menschlichen Zukunftsentwicklung seien. Unsere vier Freiheiten seien freilich keine nebelhaften Propagandasprüche für das leichtgläubige Publikum, sondern sie seien die Parole für reale Befreiungstaten, das Ideal für den kämpferischen Einsatz von Millionen tapferer
Soldaten. Unter anhaltenden stürmischen Beifallskundgebungen der Tagungsteilnehmer faßte Stabsleiter Sündermann diese vier Freiheiten zu folgenden Formulierungen zusammen:
„Die Befreiung der Völker von der Geißel der jüdischen Weltvergiftung — das ist die erste der Befreiungstaten, die uns aus den Erkenntnissen dieser Tagung als Forderung emporleuchtet. Die Befreiung der Welt vom Alpdruck des bolschewistischen Mordsystems— das ist die zweite Freiheit, für die wir mit dem Mute dessen kämpfen, der erfahren hat und weiß, daß jeder menschliche Wert in diesem Kampf auf dem Spiele steht. Die Befreiung der schaffenden Menschen von der kapitaiistischen Ausbeutung — das ist uns nach den Bekenntnissen dieser Tagung die dritte Freihcitstat, die im Dienste der schöpferischen Entfaltung aller Tüchtigen errungen werden muß und wird. Schließlich wurde uns die Befreiung der Welt vom angloamerikanischen Imperialismus als notwendige Voraussetzung jedes friedlichen Zusammenlebens der Völker überzeugend dargebracht."
Diese großen Freiheitsfovderungen seien, wie Pg. Sündermann weiter darlegte, das Bekenntnis der Tagung, aber sie seien nicht, ihre Entdeckung: denn seit Jahren kämpften und stürben unsere Soldaten für die Verteidigung gegenüber dem Weltkampf, den das internationale Judentum mit seinen Trabanten gegen die schöpferische Kraft des europäischen Kontinents entfesselt habe.
In einer Rede, die der Hauptschriftleiter des „Lavoro Fascista", Nationalrat Luigi Fontanelli, hielt, besprach er die faschistische Sozialpolitik, wobei er einen Vergleich zwischen ihr und den Absichten der Plutokratie und des Bolschewismus zog.
Der Vizepräsident des ungarischen Abgeordnetenhauses, Vitez Tibor Teers, behandelte das Problem der Stellungnahme der kleinen Staaten zum Bolschewismus vom Grundsätzlichen aus. Er verwies darauf, daß
das bolschewistische System mit seiner rücksichtslosen imperialistischen Ideologie vor allem auf die Kleinstaaten ein Auge geworfen habe.
*
Es kann niemand einfallen, das Bekenntnis des europäischen Journalismus in Wien mit dem Vorbehalt verkleinern zu wollen, daß es doch von „Männern der Feder" stamme, zwischen deren Reichtum an Worten und Taten eine bezeichnende Lücke klaffe. Die Ehrentafel der im europäischen Befreiungskampf gefallenen, den Verbänden der Union der nationalen Journalistenverbände angehörenden Journalisten, die Hunderte von Namen unserer Kameraden ausweist, ist Denkmal und Bürge zugleich für jene neue Form des europäischen Journalismus, dem Feder und Schwert eins und bei dem Gesinnung, Tat und Wort eine Einheit sind. Die Worte aber, die im Zeremoniensaal der Wiener Hofburg von den publizistischen Aktivisten für Europa in den verschiedensten Zungen, aber in einem Geiste fielen, wurden von Männern gesprochen, die mittels ihrer Taten die Feinde Europas auch mit den Waffen bestanden haben. In der Geschlossenheit der Kampfgemeinschaft Europas aber, ist ein Wunder enthalten. Die Tatsache, daß hier die Sprecher der meisten europäischen Völker sich rückhaltlos einig für ein einziges Zi-l bekannten, verdeutlicht dies Wunder, wenn man bedenkt, daß allein die Annahme, eine auch nur einigermaßen ähnliche Willensäußerung der Publizistik Europas hätte vor vier Jahren stattfinden können, in das Gebiet der Utopie verwiesen werden mußte. Gerade in dieser vom Stabsleiter des Neichspressechefs Helmut Sündermann. auf das Wirksamste unterstrichenen Manifestation des europäischen Journalismus in Wien wurde klar, welche ungewöhnlichen Fortschritte in der Klärung der innereuropäischen Problematik seit Kriegsbeginn gemacht worden sind.
Der Aktivist und der Versager
Von
Hans 14 e r t s l
Die Kampfzeit der Bewegung ist gewiß nicht ohne weiteres mit dem Krieg vergleichbar. Die Zielsetzung dieses Krieges, seine Ausmaße und Forderungen sind ungleich gewaltiger als diejenigen des Kampfes um die Macht. Durchaus vergleichbar aber sind die inneren Fragen, vor die jeder einzelne von uns und unser gesamtes Volk in solchen Kämpfen gestellt werden. In jedem Kampf gibt es Aktivisten, Mitgerissene und Versager. Zu unserem großen Glück ist die Zahl der Versager im deutschen Volk immer geringer geworden. Trotzdem müssen wir sie, und wäre es nur eine Handvoll, im Auge behalten, weil sie. wenn auch ungewollt, die Geschäfte des Feindes besorgen.
Solange alles gut geht, kann man stets den Versager sehr schlecht erkennen, höchstens an der etwas auffälligen Lautstärke seiner Begeisterung. Er überschlägt sich dann in Lobhudeleien und macht den Aktivisten dadurch mißtrauisch, denn die Tat ist stumm! Wir haben das in der Kampfteit der Partei erlebt, wenn wir sichtbare Erfolge hatten. Dann drückten uns die „stillen Teilhaber" unseres Vormarsches verstohlen die Hände und versicherten uns mit Verständnis suchendem Augenblinzeln, daß sie natürlich genau so dächten wie wir. Aber leider, leider . . . Und dann kamen die vielen Ausreden, die der Schwächling immer für sich selbst findet. Kaum hatten wir den geringsten Rückschlag, dann gingen diese Schlappschwänze ohne Gruß an uns vorüber und bemühten sich, in jeder Weise auszudrücken, daß sie mit uns überhaupt nichts zu tun hätten. Als wir dann an die Macht kamen, riefen diese Versager am lautesten „Heil Hitler".
Im Krieg erleben wir nun ähnliche Erscheinungen. Es handelt sich um die gerade im Scheinwerferlicht des totalen Krieges in ihren Mauselöchern sichtbar werdenden schwachen Seelen, die nur durch Bestrahlungen mit zahlreichen Sondermeldungen wie Treibhauspflanzen kraftvoll in die Höhe schießen. Sie reden dann so laut von „unseren Helden", daß dem Frontsoldaten in diesem Gewölk von Phrasen übel wird. Es ist sicher kein Zufall, daß dort am wenigsten das Wort „Sieg" gebraucht wird, wo die Siege erkämpft werden. Wenn an der Front ein Angriff bevorsteht, dann heißt es nicht: „Morgen werden wir zu einem neuen Siege schreiten", sondern: „Morgen um soundsoviel Uhr tritt das Bataillon mit allgemeiner Richtung auf soundso an." Dann weiß jeder Mann, vom Kommandeur bis zum letzten Grenadier: „Morgen rauscht der Wald!" Man weiß auch, daß es dabei „eins auf den Zünder geben kann". Dann muß eben Widder angetreten werden, und zum Schluß sagt keiner: „Wir haben gesiegt", sondern ganz lakonisch: „Das Ding haben wir mal wieder gedreht."
So ist das. Sehr nüchtern und ohne jede Phrase. Der Versager rechnet inzwischen mit Hilfe von Karten, möglichst Maßstab 1:3 000 000 aus, wann der Ural erreicht sein wird. Draußen sieht die Sache schon auf der Karte, Maßstab 1:100 000, wesentlich anders aus. Die Maßstäbe sind eben verschieden ...
Sobald es an der Front einen Rückschlag gibt, verstummt das Siegesgeschrei des Versagers und geht in einen dumpfen Chor düsterer Prophezeiungen über, in dem die alte Dame Kassandra mit ihrer schwächlichen' Altstimme glatt untergehen würde. Je weiter vom Schuß entfernt^ um so genauer weiß dann dieser törichte Schwätzer, was falsch gemacht worden ist. Er kennt jeden General, der angeblich versagt hat, mit Namen: er redet mit der größten Unbefangenheit über Dinge, die er nicht übersehen und vor allem auch niemals verstehen kann und „begründet" seine Schwarzmalerei oft mit nebensächlichen Schwierigkeiten, die möglicherweise tatsächlich vorhanden waren und ihm vielleicht auch dienstlich zur Kenntnis kamen, aber nicht, um in einer dummen Meckerei preisgegeben zu werden. Um persönlich wichtig genommen zu werden, übertrumpft er jeden Zweifel über das Gesagte mit neuen Behauptungen, die in manchen Fällen nichts anderes sind als glatter Landesverrat. Um sich selbst in-- teressant zu machen, schwätzt dieser Versager
verrück bei erbeuteten Vlitepsureru
/rcmräs/Lclisri llbsr c/sn sng//5clisn uncl omsn'1ccmt5c/isn rum 5ovv/st/5ckisn
Berlin. 25. Juni. Der Reichsminister füx Bewaffnung und Munition. Speer. gab. >m Einvernehmen mit der Presseabteilung der Reichsregierung, deutschen Zeitungsvertretern Gelegenheit, eine ganze Anzahl Beute- panzer französischen, englischen, nordameri- kanischen und sowjetischen Ursprungs zu besichtigen. um auch hieraus eine Möglichkeit zu gewinnen, die deutsche Bevölkerung über den Kampfwert der Feindpanzer zu unterrichten. Der Schrei nach Sicherheit hat den französischen Panzerwagenbau maßgebend bestimmt. Abgesehen von praktisch unbrauchbaren Monstrekonstruktionen. die durch wahrhaft gigantische Ausmaße bis zum Gewicht von 79 D Furcht und Schrecken erregen fällten haben sie die starke Panzerung vorangestellt und dafür die Nachteile geringere Feuerkraft. Beweglichkeit und Schnelligkeit in Kauf genommen. Auch herrschte bei ihnen der Zweimannpanzcr vor, der niemals in der Lage ist, einen praktisch errungenen Durchbruch operativ auszuwerten. 2m übrigen ist die Entwicklung durch den schnellen S-.eg der deutschen Waffen steckengeblicben. so daß alle vorhandenen französischen Typen praktisch
überholt sind. Wesentlich fortgeschrittener sind die Engländer im Panzerwagenhau. Für sie ist der Kampswagen in erster Linie Mittel zum operativen Einsatz. Diesem Zwecke dient ihre Kreuzerklasse Marke 1 und H und VI. Zur Verstärkung der Beschußsicherheit haben sie den Schottpanzer eingeführt. Neben den Kreuzertypen wurden auch Jnfanteriepanzer entwickelt, deren größte Vertreter, darunt-r das Daumuster „Churchill", nach dem mißglückten Landungsversuch bei Dieppe zusam- mengeschpssen wurden und in deutsche Hände fielen.
Im Osten und in Afrika erbeuteten wir auch zahlreiche nordamerikanische Panzer, die in ihren modernsten Konstruktionen eine recht beachtliche Kampfkraft besitzen. Sie verfügen über elektrischen oder hydraulischen Antrieb zum Herumschwenken des runden drehbaren Geschiitzturmes und benötigen für eine Umdrehung zum Teil nur 15 Sekunden. Interessant ist der Versuch, die Kanone durch ein Kreiselsystem in der Schußrichtung zu stabilisieren, um. ungestört durch die Erschütterungen und Unebenheiten des Bodens, während der Fahrt schießen zu können. Am be
kanntesten ist der 30-T-Kampfwagen mit der Typenbezeichnung „General Sherman",: der sehr stark gepanzert und bestückt ist, ein, Panzer, dem man uneingeschränkt das Prü-> dikat „gut" zusprechen inuß. Die Sowjets haben mit der ihnen eigenen grundsätzlichen Nichtachtung vor fremdem. geistigen Eigentum in der Welt zusammengestöhlen, was sie an brauchbaren Lösungen für den Panzerwagenbau vorfanden. Dabei wurden auch unbedenklich deutsche Motore und Einzelteile nachgebaut. Nach eingehenden Studien an fremden Typen haben sie diese allerdings folgerichtig weiter entwickelt und vor allem im „T 34" einen brauchbaren Typ herausgebracht.
Wenn man nach alledem aber den neuen deutschen Panzergiganten „Tiger" anrollen sieht, so genügt ein Blick, um zu erkennen, daß ihm keiner der vorhandenen Feindpanzer gewachsen ist. Die Feuerkraft seiner Kanone mit dem auffallend langen Rohr erfaßt und vernichtet den Gegner bereits auf Entfernungen. in denen dieser noch nicht wirksam zum Schuß kommen kann. und seine starke Panzerung macht den „Tiger" so gut w?d unverwundbar.
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