Ausgabe 
(20.6.1943) 169
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ParleianrtUctie Layeszettung

voS-flmtsblatt des Negierenden vürgcrmeist ers der §relen Hansestadt IZremen

Ur. 169 , tZ. Jahrgang

Montag, 21. Juni 194Z

der Nationalsozialisten. Vremens

flmtliches Uerkünöungsblatt des Ncichsstaktstalters in Oldenburg und IZremen

kinzelpreis 15 Upf.

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Nie letzten Lslsillone iveräen ivir ksben!

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Appell in Oläenburg

Eröffnung der Wanderschau „Betriebliches Vorschlagswesen"

Oldenburg, 2V. Juni. Reichsorgani- sationslciter Dr. Ley weilte am Sonntag zu seiner angekündigten Besichtigung im Gau Weser-Eins und sprach auf einem Appell der Politischen Leiter zum Führerkorps des Aordseegaues^und den verantwortlichen Par­teigenossen aus allen Kreisen. Die von fa­natischem Siegeswillen getragene Rede Dr. Leys wurde mit Begeisterung und dem festen Willen zu weiterem Kampf und unermüd­licher Arbeit bis zum sicheren Endsieg auf­genommen.

Vier Hauptamtsleiter aus der Dienststelle Dr. Leys sprachen am Sonntagmorgen zu den aus dem gesamten Gau versammelten Sach­bearbeitern über die Aufgaben der Partei in diesen Wochen. Dr. Ley selbst weilte in der von ''der DAF. veranstalteten Wanderschau „Betriebliches Vorschlagswesen" und über­zeugte sich von der auf diesem Gebiet ge­leisteten Arbeit.

Das Gesicht des Gaues Weser-Ems, der in diesem Krieg zum Frontgau geworden ist, hat der Luftkrieg, den der anglo-amerikanische Feind begann, sichtbar gezeichnet. Das Gesetz des Lebens ist in vielem ähnlich dem Gesetz der Front. Und die Partei, die in diesem schweren, opfervollen Ringen sich stets be­müht, Seele und Motor der Abwehrbereit­schaft, des Widerstandswillens und der immerwährenden Bereitschaft, zu- helfen und wieder aufzubauen, zu sein, ist von dem sol­datischen Lebensgefühl angepackt. Das Gesetz dieses Kampfes ist im Grunde genommen das gleiche von damals, als die kleine und um die Macht im Innern ringende Bewe­gung über alle Schwierigkeiten und Rück­schläge hinweg eine Bastion nach der anderen eroberte. Die Männer, die am Sonntag­mittag in der Festhalle der EEG. zu Olden­burg zu einem politischen Appell versammelt waren, erkannten dies sofort, als der Reichs­organisationsleiter Dr. Ley von dem grasten und immer bleibenden Gesetz des Kampfes

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Aus dem Führerhauptquartier, 20. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt: „Oertliche Vorstöste der Sowjets am Kuban-Brückenkopf nordostwärts Ssumy und im Raum von Kirow wurden abgewiesen. In den übrigen Abschnitten der Ostfront herrschte rege Stoßtruvptätigkeit. Schwere Artillerie des Heeres vekämpfte kriegswich­tige Ziele in Leningrad mit guter Wirkung. Bei einem erneuten Angriff der Luftwaffe auf die Schiffsziele in der Wolgamllndung erhielten vier weitere Frachter so schwere Bombentreffer, dast mit der Vernichtung eines Teils dieser Schiffe gerechnet werden kann. Andere deutsche Kampfflugzeuge be­kämpften Industrieanlagen tief im feind­lichen Hinterland. Ein Flugzeug kehrte von diesem Einsatz nicht zurück. Deutsche und italienische Kampfflugzeuge belegten die Ha­fenanlagen von Biser.ta und Pantelleria wirksam mit Bomben.

Wenige feindliche Flugzeuge führten in der vergangenen Nacht Störflüge über dem west­lichen Reichsgebiet durch, ohne Bomben ab­zuwerfen. Ueber den besetzten Westgebieten wurden vier feindliche Flugzeuge abgeschossen. Schnelle deutsche Kampfflugzeuge bombar­dierten in der Nacht zum 20. Juni Einzel­ziele im Raum von London und an der englischen Südostküste. Von schwimmenden Einheiten der Kriegsmarine, der Bordflak von Handelsschiffen und der Marineflak wur­den in der Zeit vom 11. bis 20. Juni 49 feindliche Flugzeuge abgeschossen."

der nationalsozialistischen Bewegung sprach. Die Eauamtsleiter, Eauhauptamtslsiter und Kreisleiter der NSDAP., die Eliederungs- führer und die vielen Politischen Leiter aus den Kreisämtern der Partei und aus den Organisationen bildeten eine begsisterungs- fähige Mannschaft für diesen schlichten und einfachen Appell.

Mit der Eaufahne und den Feldzeichen der SA.-Standarten „Carl Rover" und „Oldenburg" schmückten zahlreiche Ortsgrup- penfahnen die Halle der EEG., in der der Eaumusikzug des Reichsarbeitsdienstes, wie in alter Zeit, Märsche und Kampflieder er­klingen liest. Es waren fast alle versammelt, die in der Bewegung des Gaues Weser-Ems ein verantwortliches Amt haben. Als Ehren­gast sah man den schwerverwundeten Major von Hedemann, den alten Vorkämpfer der oldenburgischen SA. Ein dichtes Spalier der Oldenburger Jugend begrüstte den Reichs­organisationsleiter, als er zusammen mit dem Gauleiter das Werktor der GEE. mit seinem kleinen Volkswagen durchfuhr. Eau- organisationsleiter Denker meldete Dr. Ley die versammelten Politischen Leiter, und dann begrüstte Gauleiter Paul Wegener den Gast namens des Gaues und sagte, dast Weser-Ems entschlossen sei, durch die Partei nicht nur das fortzusetzen, was bisher getan wurde, sondern noch mehr zu leisten. Er und alle seine Kameraden seien glücklich, dast Dr. Ley das Bewuhtsein mitnehmen könne, dast Weser-Ems mit ganzer Kraft bis zum Endsieg die Fahne hochhalte.

In seiner mitreißenden Ansprache sagte Dr. Ley, daß 1933 so mancher der Ansicht gewesen sei, dast die Aufgabe der Partei Adolf Hitlers nunmehr erfüllt sei. Man könne aber eine Bewegung ebenso wenig abbremsen wie eine Revolution, denn beide seien nach eigenem Gesetz angetreten. „Wenn wir uns heute die Frage stellen: Ist unsere Idee eine dynamische Kraft?, so sagen wir ja und tausendmal ja, denn unsere Idee dient etwas Erostem: sie dient Deutschland und es gibt nichts Herrlicheres auf dieser

Welt als eben dieses Deutschland!" Es wird heute bei uns, so sagte Dr. Ley weiter, nicht für Gold gekämpft, auch nicht für Kon­zessionen. Wir haben die Genußsucht und die Triebhaftigkeit des einzelnen überwun­den und dafür die Disziplin gesetzt. Revo­lutionär ist es, aufzubauen und weiterzu­kämpfen für unsere Idee. Revolutionär war es, als wir Judo angriffen, diese Macht, die hinter allem steht, was die Ordnung und das Naturgewollte bekämpft.

„Ls kommt äsr las.. .1"

Darauf stellte Dr. Ley eine zweite Frag«: „Lohnt es sich. für diese revolutionären Ziele der Partei zu kämpfen? Soll die Zeit wie­derkommen, wo Lohn und Levi in Berlin regierten? Nein! Darum müssen wir diesen Krieg solange führen, bis Judo vernichtet ist. Diese Grundsätze stimmen, denn Deutschland hat recht, wenn es für sein Leben und für seine, ihm von der Natur verliehenen Recht« kämpft. Für den einzelnen Nationalsozialisten erhebt sich dann die Frage: „Glaubst du an die Richtigkeit der Idee? Wenn ja. so sei ge­horsam, denn der Gehorsam ist' der Aus­druck des Klaubens." Und auf die Frage, ob wir di« Kraft besitzen, antwortete Dr. Ley aus dem tiefen Wissen um die Richtig­keit seiner Antwort mit dem Hinweis darauf. da,ß heute im Gegensatz zum ersten Weltkrieg mit den 85 Mill. Deutschen die vielen Mil­lionen Arbeiter aus den anderen erwachen­den Nationen Europas arbeiten. Begeisterter Jubel umbrandete den Reichsorganisations­leiter. als er in seiner temperamentvollen Art die harte Gewißheit in den Saal schleu­derte:

„Die letzten Bataillone in diesem Kampf werden wir Deutschen haben. Wir haben ja auch eine Idee, für die es sich lohnt, zu kämpfen und zu opfern. Und wir haben eine Partei, der gerade im Bombenkrieg fo viel­fältige Aufgaben erwachsen, die sie auch in (Fortsetzung aus Seit« 2)

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lleicksorganisationsleitor Dr. 1.6z/ spracb in cker Oaukauptstsckt rum polltisckon llukrer- lorps ckes llrontgsuss Wo?"-- llins. Lukn.: TeM

f/om 21 lun/ 1940 rum 22 1941

Obwohl der weltgeschichtliche Tag von Compiegne ein Jahr und einen Tag vom Beginn des Krieges mit der Sowjetunion entfernt liegt, stehen beide Ereignisse doch in einem ursächlichen Zusammenhang mit­einander. OhnI jenen 21. Juni des Jahres 1940, wo der Führer den Bevollmächtigten Frankreichs im Wald von Compiegne die Wasfenstillstandsbedingungen mitteilen ließ, hätte es niemals einen 22. Juni 1941 geben

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Berlin. 2V. Juni. Im Rahmen eines feierlichen Appells wurde am 20. 6. der 60. Infanterie-Division (mot.) folgender Erlaß des Führers bekanntgegeben: „Ich verleihe in Anerkennung des hervorragenden Einsatzes meiner SA. im Kamps für das Grotzdeutsche Reich der 60. Infanterie-Division (mot.) mit dem Tage der Eingliederung des SA.-Regiments ..Feldherrn­halle" den Namen „Panzer-Grenadier-Dioision Feld­

herrnhalle". Ich würdige damit zugleich den helden­haften Kampf der bei Stalingrad gebliebenen Ange­hörigen der 60. Infanterie-Division (mot.) und bin ge­wiß. daß Offiziere. Unteroffiziere und Mannschaften der Grenadier-Division Feldherrnhalle, dem Vorbild ihrer gefallenen Kameraden getreu, alles daran setzen, um den Kampf für des Reiches Freiheit und Größe zum siegreichen Ende zu führen, gez. Adolf Hitler."

D^r Name „Feldherrnhalle", geweiht durch den Tod von 16 nationalsozialistischen Kämp­fern, die als erste ihr Leben für den Führer Hingaben, ist für die SA., wie für die ganze deutsche Nation zum Inbegriff aufopfernden Kampfes geworden. Auf dem Reichspartei­tag 1936 verlieh der Führer der EA.-Wach- standarte den Ehrennamen „Feldherrnhalle" Sie empfing damit zugleich den Auftrag, die kämpferische Gesinnung der SA. zu pfle­gen und vorbildlich zu verkörpern. Am 12. Januar 1937 ernannte der Führer den Reichsmarschall Hermann Eöring, den ersten Führer der SA., zum Chef der Standarte „Feldherrnhalle", deren Freiwillige fortan in die harte Schule militärischer und welt­anschaulicher Durchbildung genommen wur­den. Der Krieg brachte für die SA. die Stunde der Bewährung. Zu Hunderttausen­den, vom Sturmmann bis zum Obergruppen­führer, reihten sich ihre Männer in die Wehrmacht ein. Im feldgrauen Rock kämp-

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Oberst Wotr in einem lltakregiment erkält ckas kitterkrsur. vurck cien Kvininsuckieren äsn Osnersi unä öskeklsksder im lmkigsu XI, Oenersl cker Flieger Wollt, vurcke Obers' Wolr ckss kitterkreur überreickt. Oberst Wolr kst sick bei cken Xsmpksn in lunesien ckurck Tockesveracktung unck überlegene llükrung susgsrsicknet. b4it rüc-lrsicktslosei Tapferkeit trug'er ckurck sein Verteilen in äsn vordersten linier, unck im Mittelpunkt ckes Xainpkes. -um Wickerstancksv/illen cker Truppe bei. Xutn.: 82 Xrobiv.

fen sie seitdem an allen Fronten für Führer und Reich. Die SA. und mit ihr die Standarte „Feldherrnhalle" sind stolz auf die hohe Zahl von Tapferkeitsauszeichnungen an Soldaten, die aus ihren Reihen hervorgegan­gen sind. Zwei Männer der SA. erhielten das Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwer­tern, 15 das Eichenlaub und 192 das Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes. Ruhmvoll kämpften Männer der Standarte „Feldherrn­halle" als Kern der Fallschirmjäger- und Luftlandetruppen bei der Erstürmung des Forts Eben-Ema?l, in Rotterdam und aus Kreta, sowie als Sturmbataillon „Feldherrn­halle" vom Verband eines Infanterie-Regi­ments beim Durchbruch durch die Maginot- Linie und im Osten. In den schweren Ab­wehrkämpfen des Winters 1941/42 am Wol- chow erwarb sich eine ihrer Kompanien, die bis zum letzten Mann und bis zur letzten Patrone dem bolschewistischen Ansturm stand­gehalten hatte, bei ihren Kameraden den Ehrennamen „Horst-Wessel-Kompanie". Der Fronteinsatz der SA. wurde durch den Füh­rer zum ersten Mal am 9. August 1942 da­durch besonders gewürdigt, daß er das In­fanterie-Regiment 271, in dessen Reihen das Bataillon „Feldherrnhalle" kämpfte, zum Grenadier-Regiment „Feldherrnhalle" erhob.

Ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Regiments „Feldherrnhalle" beginnt nun­mehr durch eine Eingliederung in die 60. In­fanterie-Division. Diese Division ging aus der in Danzig aufgestellten Brigade „Eber­hard" hervorf in der ebenfalls freiwillige SA.-Männer dienten. Die Brigade war an der Verteidigung Danzigs und der Einnahme Gotenhafens hervorragend beteiligt. Im Krieg gegen die Sowjetunion reihte sie in ungestümem Angriff im Süden der Ostfront Sieg an Sieg, stürmte Rostow, durchstieß nach der Kesselschlacht bei Charkow im Mai 1942 den großen Donbogen, überschritt den Don und bildete dann gemeinsam mit an­deren Divisionen den Sperriegel zwischen Don und Wolga nördlich Stalingrad. In dem heldenhaften Kampf der 6. Armee hefteten auch die Regimenter der 60. Infanterie-Di­vision (mot.) unvergänglichen Ruhm an ihre Fahnen.

Neu aufgestellt trägt die Division jetzt nach dem Willen des Führers den Namen Panzer- Erenadier-Division „Feldherrnhalle". Die enge Verbundenheit zwischen der SA. und der Wehrmacht findet damit besonders sinnfällig ihren Ausdruck. Freiwillige aus den Reihen der SA. werden vorwiegend in den Regi­mentern der Division den grauen Rock tra­gen. Sie werden im Geists jener National­sozialisten, die vor 20 Jahren vor der Feld­

herrnhalle für Deutschlands Zukunft in den Tod gingen, und ihren Kameraden, die sich bei Stalrngrad dem Bolschewismus entgegen- warfen, im Kampf für Deutschlands Größe und Freiheit immer in vorderster Linie stehen, bis der Sieg errungen ist.

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Berlin, 20. Juni. Aus Anlaß der Namens- oerleihung „Panzer-Erenadier-Division Feld­herrnhalle" an die 60. Infanteriedivision rich­tete Reichsmarschall Hermann Eöring an SA.-Obergruppenführer Iuettner folgen­des Schreiben:

„Ich danke Ihnen für Ihre Meldung, wo­nach durch den Führer der 60. Infanterie- Division (mot.) in Anerkennung des hervor­ragenden Einsatzes der SA. im Kampf für das Großdeutsche Reich der Name „Panzer- Grenadier-Division Feldherrnhalle" verliehen wurde.

Als erster SA.-Führer und Chef der Stan­darte „Feldherrnhalle" erfüllt es mich mit besonderem Stolz, daß der Führer den be­dingungslosen Einsatz und vorbildlichen Kampfgeist aller in den Reihen der groß­deutschen Wehrmacht im heutigen Schicksals­kamps der Nation kämpfenden SA.-Männer in dieser Weise gewürdigt hat. In der Ge­wißheit, dast auch weiterhin die Mä/rner der SA. in letzter Einsatzbereitschaft unv beispiel­hafter Treue zum Führer und Reich im Kamps um Großdeutschlands Zukunft in vor­bildlicher Weise ihren Mann stehen, grüße ich an diesem Ehrentage die „Panzer-Erena­dier-Division Feldherrnhalle".

Heil Hitler!

gez.: Eöring, Reichsmarschall des Eroßdeutschen Reiches."

können, jenen Tag, da die deutschen Armeen in einem konzentrischen Aufmarsch von 2000 Kilometer Breite zur größten Offensive der Kriegsgeschichte antraten.

In Compisgne wurde nämlich nicht nur der Westfeldzug beendet, es wurde auch gleichzeitig eine grundlegende Entscheidung gegen den Zweifrontenkrieg gefällt, der von den Feinden der Achsenmächte als Voraus­setzung ihres llebergewichts sehnlichst herbei­gewünscht worden war. Damals neigte sich die militärische und politische Eesamtlage auf dem europäischen Kontinent so sehr zu un­seren Gunsten, daß man sich kontinentale Widerstände gegen die Absichten der Achse kaum noch vorstellen konnte. Die ganze Welt war nach dem Sieg der deutschen Waffen im Westen davon überzeugt, dast die neue Ord­nung in Europa alsbald Gestaltung finden würde. Wir konnten uns auch in dem Glau­ben wiegen, daß die Sowjetunion eine ge­wisse Achtung vor den nunmehrigen Macht­faktoren des Kontinents habe. Doch Stalin übersah Compisgne und glaubte nicht daran, dast die Ereignisse des° Juni 1940 Deutsch­land in den Stand setzten, jede auf dem Kon­tinent etwa noch anfallende Aufgabe sieg­reich zu erfüllen. Dies war nicht nur ein schwerer militärischer Fehler, sondern auch eine politische Dummheit, aus der für den Augenblick nur für die Engländer Vorteile erwuchsen.

Vom Juni 1940 bis zum Juni 1941 währte — während die Riesenarmeen aller Länder Gewehr bei Fuß standen — das bolsche­wistische Spiel mit der Gefahr. Deutschland hatte die Absicht, eine radikale Beendigung des Krieges gegen England mit einer einzig­artigen Aktion durchzuführen und hatte sich in diesem einen Jahr entsprechend hierauf vorbereitet. Das aber war es offenbar, was die Sowjetunion verhindern wollte, weil üe wahrscheinlich von einckr langen Zermür- bung Europas für sich selbst die Möglich­keit erhoffte, die abgekämpften Völker über­rennen und bolschewisieren zu können. Des­wegen war dieses Jahr ausgefüllt mit im­mer neuen Lanzenstichen der Bolschewisten gegen den Bestand Europas und die Geduld des die Zukunft dieses Erdteils garantieren­den Deutschland. Ueber Bessaradien hinaus wurde von den Sowjets auch die Nordbuko- wlna geraubt. Dast wir hierdurch nahezu in eine Vertrauenskrise gegenüber Rumänien hineingerieten, war den Sowjets nur recht. Immer frecher wurden die Forderungen, und immer schwerer wurde die Belastung der deutschen Geduld An der deutschen Grenze waren bis zumil. Mai 194l nach und nach 118 Schützendivisionen. 20 Kavalleriedivi­sionen und 40 motorisierte Panzerbrigaden aufmarschiert. Diese gewaltige militärische Macht stellte eine außergewöhnliche- Be­drohung Deutschlands dar Stützpunkte in Bulgarien wurden gefordert, Ansprüche auf den Rest von Finnland wurden angemeldet, die Inbesitznahme der Dardanellen und des Bosporus sollte die Bolschewisierung Euro­pas einleiten. Die vier Fragen Mölotows. durch die die Sowjetunion freie Hand in Rumänien, in Finnland, in Bulgarien und an den Dardanellen forderte, enthüllten die Absichten Moskaus und zeigten, daß es ein

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Rom, 20. Juni. Das Hauptquartier der italienischen Wehrmacht gibt bekannt' „Unsere Torpedoflugzeugverbände bereite­ten dem stärker gewordenen feindlichen Ver­kehr längs der nordafrikanischen Küste er­neut Hindernisse. Sie verrenkten vor Bone einen lOOOO-BRT.-Dampfer und erzielten Treffer auf zwei weiteren Dampfern von zu­sammen 17 000 BRT. Jtalienifche und deutsche ^Kampfflugzeuge griffen mit sicht­

lichem Erfolg die Häfen von Biserta und Pantelleria an. Der Kcklabrifche Küsten- streifen Mischen Villa Sän Giovanni und Reggio sowie die Stadt Messina wurden gestern von starken Verbänden viermotori­ger Flugzeuge angegriffen. Zwei Flugzeuge wurden von der Flak bei Messina und eines von unseren Jägern bei Reggio abgeschossen die ein weiteres feindliches Aufklärungs­flugzeug über Sardinien vernichteten."