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^vas^stmtsblatt^des Negierenden vürgermeisters der §relen Hansestadt vremen
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Nr. 164 , 1Z. Jalirgang
Mittwoch, 16. Juni 1S4Z
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flmltiches verkündungsblatt des Ncichsstaltfzalters in Oldenburg und vremen
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Und die englisch-amerikanischen Lustgangster
6r. k. Die englisch-amerikanische Publizistik bietet immer wieder neue Beispiele dafür, mit welcher Systematik die Terrorangrifse der englischen und amerikanischen Luftgangster gegen die Zivilbevölkerung des europäischen Festlandes vorbereitet und durchgeführt werden. Während aus den deutschen Aufstellungen über die mit brutaler Planmäßigkeit zerstörten Kulturdenkmäler die blutdürstige Lust deutlich wird, mit der die Luftgangster aus London und Washington Kirchen und alte Schlösser, Bibliotheken und alte Stadttore, Kinderheime und Krankenhäuser, Stätten der Kulturpflege und Wohn- bauten der Vernichtung überliefern, ist es nicht uninteressant, sich aus englischen Zeitschriften eine nähere Vorstellung von den Luftgangstern, die man gegen unsere wehrlosen Frauen und Kinder hetzt, zu machen. Besonders aufschlußreich sind z. B. Nummern der bekannten englischen Zeitschrift „Jllu- strated" vom 25. Juli 1942 und der „Pic- ture Post" vorn 12. September 1942. Diese Zeitschriften zeigen eine Zusammenstellung verschiedener Negerformationen der USA.- Armee, die zum Kampf gegen den Kontinent nach England befördert worden sind. Wenn man die grinsenden Gesichter der Neger- piloten der USA.-Luftflotte sieht, dann kann man sich eine gute Vorstellung davon machen, daß diese Menschen, denen jede Achtung vor den alten Ueberlieferungen der europäischen Kultur fremd ist, eine wahre Wonne daran empfinden, das, was europäische Baukunst, Malerei, Plastik, Dichtkunst in Jahrhunderten hervorgebracht haben, skrupellos der Vernichtung auszuliefern. Engländer und Amerikaner, die diese „Schwarze Schmach" gegen Europa loslassen, erreichen hierdurch nur, daß das.kontinentale Zusammengehörigkeitsgefühl immer mehr gestärkt wird aus dem Wissen heraus, daß der Kampf gegen Engländer und Amerikaner zugleich ein Ringen für die europäische Kultur gegen die Vernichte! aller Kunstwerte bedeuiet.
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Drabtbcricht unseres Vertreters
ürv. Stockholm, 15. Juni. In neutralen Kreisen spricht sich allmählich herum, daß die englische Terrorkriegführung das erstrebt« Ziel nicht erreicht, und daß sie sogar bedenklichste Risiken für England selbst heraufbeschwört. Die Stockholmer „Nya Dagligt Allehanda" veröffentlicht am Dienstag eine Studie ihres Luftwaffenmitarbeiters, in der es heißt: „Die Pläne des Luftmarschalls
Harris, in einem unglückseligen Augenblick des Vorjahres hinausposaunt, in denen er davon sprach, wie einfach es wäre. wenn er nur Vollmacht bekäme, Deutschland in ungefähr drei Monaten zusammenzuschlagen, gehörte nicht gerade zu den besonders glücklichen Offenbarungen." Der schwedische Sachverständige macht u. a. auf die organisatorischen Schwierigkeiten aufmerksam, die selbst bei planmäßigem Einsatz solcher Terrormethoden und der angehäuften enormen Kräfte auftreten, auf die Notwendigkeit gewisser Bomberpausen und auf ftne Problematik der Wirkungen selbst, wenn es sich um Angriffe gegen Jndustriebezirke handle: „Große Montagehallen zu zerstören, ist ein theatralisches Schauspiel, aber damit wird keine Kriegsindustrie ausgerottet." Zum Schluß wird auf die Möglichkeit großer deutscher Gegenmaßnahmen gleichen Stils vorbereitet. Dann erst werde man die Antwort bekommen, welchen strategischen Wert Jn- dustriebombardemenrs eigentlich haben könnten.
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Berlin, 15. Juni. Bei den Anariffskämpfen im Süden der Ostfront im Juli 1942 hatte Oberleutnant Klappich mit großem Schwung den Vorstoß seiner Kompanie auf einen wichtigen Bahnknotenpunkt vorgetragen und ihn im entschlossenen Zupacken genommen. Für diese Tat wurde ihm am 31. 7. 1942 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Immer wieder zeichnete er sich auch später in den Kämpfen um Armavir, um Maikop und in der Kalmückensteppe durch beispielhafte Tapferkeit aus. Am 22. Januar, fand dieser tapfere Soldat den Heldentod. Für seine hervorragenden Leistungen verlieh der Führer dem noch nachträglich zum Hauptmann beförderten Offizier das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes als 254. Soldaten der deutschen Wehrmacht.
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Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
goe. Berlin, 15. Juni. Schon in seiner denkwürdigen Antrittsrede im „Adrian»" erinnerte der Sekretär der faschistischen Partei, Minister Scorza daran, daß es nur eine Doctrin des Faschismus gibt, nämlich alle Energien für den Krieg und den Sieg anzuspannen. Diese Haltung findet erneute Bestätigung in der Entschließung, die Minister Scorza als Sekretär der faschistischen Partei dem Duce nach Beendigung der Arbeiten des Parteidirektoriums übergab und die den entschlossenen Willen aller Schwarzhemden ganz Italiens bekundet, mit allen Mitteln bis zum Siege zu kämpfen. Damit stellt sich, wie die nationalsozialistische Partei in Deutschland, so die faschistische in Italien an die Spitze aller jener Maßnahmen, die zur Erreichung des Sieges notwendig sind. Sie übernimmt für die Durchführung dieser Maßnahmen die volle Verantwortung und fordert damit für sich die höchste Ehre, wie sie gleichzeitig aber auch die schwersten Lasten zu tragen bereit ist.
Die Lebenskraft wirklich freier Völker wächst aus der Kraft ihrer Führung, die sich wiederum in dem Verantwortungsbewußtsein und in der Verantwortungsfreude dieser niederschlägt. Vergleicht man den Stolz, mit dem die faschistische Partei Italiens sich zu dieser Verantwortung bekennt, mit der Feigheit der internationalen jüdischen Kriegshetzer, die sich überall hinter allen möglichen Personen und Organisationen verstecken, meist aber nur anonym auftreten, so kann kein Zweifel darüber bestehen, auf welcher Seite in diesem Ringen die ursprünglicheren Kräfte stehen. Denn erst aus dem vollen Bekenntnis zu der Verantwortung erwächst die Kraft, das Notwendige im notwendigen Augenblick zu tun. Die Entschließung des Direktoriums jetzt denn auch ein Sofortprogramm der Härte und der totalen Mobilmachung gegen die immer neue Planung, die sich in London und Washington mit der
Improvisation politischer Manöver und militärischer Experimente beschäftigt und die trotz aller großen Warte die inner« Unsicherheit nicht zu verbergen vermag. Sie mündet in all ihren Anordnungen und Forderungen in das eine Ziel, das der Duce ein für allemal mit dem Worte umriß: „Vincexemo"! Wir werden siegen. Und die faschistische Partei bekräftigt dieses Wort in der dem Duce über- gebenen Botschaft mit dem erneuten Bekenntnis zu glauben, zu gehorchen und zu kämpfen.
Die Entschließung des faschistischen Parteidirektoriums stellt ein Neun-Punkte-Pro- gramm dar, mit dem das italienische Volk „vor die ganze Schwere der Stunde gestellt wird, damit alle sich direkt und persönlich eingesetzt fühlen, und damit die Anstrengungen eines jeden ohne Zersplitterung auf Widerstand und Sieg gerichtet sind. Im einzelnen fordert das Programm: 1. die strenge und wo nötig erbarmungslose Unterdrückung aller Versuche, die die moralische und materielle Gemeinschaft des Volkes gefährden; 2. die Einigung der industriellen Produktion; 3. Kontrolle der Versorgung unter unnachsichtiger Ausschaltung der Spekulation; 4. Beschränkung der wirtschaftlichen Institute aus ein Mindestmaß; 5. Ausschaltung jedes Bürokratismus; K. Unterdrückung des schwarzen Marktes; 7. Kontrolle und notfalls Schließung der groben Hotels. Pensionen und Luxusrestaurants, der Luxusschneider usw.; 8. Ausweisung aller Ausländer, die ihre Anwesenheit in Italien nicht rechtfertigen können; 8. strenge Anwendung des Gesetzes über die Pflichtarbeit.
Wenn in diesem Programm mit den Worten „erbarmungslos", „unnachsichtlich" und anderen immer wieder ein Aeußerstes an Entschlossenheit zum Ausdruck kommt, so darf gerade diese Härte als eine Beschwörung der historischen Fundamente Italiens geweitet werden, genau so wie im Reich der Nationalsozialismus insbesondere mit seinen Kriegsmaßnahmen an die vielleicht nicht
immer bequemste aber doch beste und stärkste Tradition der Deutschen anknüpfte. Aus diesem Programm des Faschismus, das vor allem Selbstzucht und Aufgehen in die Gemeinschaft sordert, spricht das alte Rom, das sich die Größe durch eiserne Pflichterfüllung, durch Härte gegen sich selbst und durch die Strenge seiner Sitten gab.
So stellt das Programm der faschistischen Partei in weitestgehender Uebereinstimmung mit den Maßnahmen der totalen Kriegführung innerhalb des Reiches nichts anderes dar, als den Entschluß, alle Kräfte in ihrem letztmöglichen Ausmaße zu mobilisieren und keine andere Parole mehr gelten zu lassen als einzig diejenige, den Gegner, wo er sich stellt, zu schlagen. Damit sind totaler Krieg und Sieg heute der alleinige Inhalt alles Tuns und Lassens der beiden Völker der Achse. Das faschistische Italien erneuert mit dieser Botschaft seines totalen Kriegswillens den Bund. den es mit dem nationalsozialistischen Deutschland schloß und der darin gipfelt, die Opfer des Kampfes ebenso gemeinsam zu tragen wie er gemeinsam die Früchte des Sieges pflücken will. Wenn das Direktorium in seiner Botschaft der auf dem Felde der Ehre Gefallenen gedenkt und ebenso der von dem feindlichen Terror gemarterten Städte, wenn es schließlich die alte Garbe der Revolution grüßt und gleichzeitig die i italienische Jugend, so drückt sich gerade in diesen Worten der Präambel und des Schlusses der Botschaft noch einmal das hohe nationale Ethos aus. in dessen Zeichen die faschistische Partei ihre Entschließung faßte und das einzig und allein dem Leben und der Zukunft der Nation dienen will. Wir Deutschen freuen uns angesichts dieses verantwortungsbewußten faschistischen Bekenntnisses zum gemeinsamen Kampf und zum gemeinsamen Sieg dieses Kameraden, mit dem wir uns heute in einem entscheidenden Augenblick dieses Krieges enger als jemals verbunden fühlen.
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Berlin, 15. Juni. Der Reichsminister für die besetzten Ostgebiete, Reichsleiter Alfred Rosenberg, besuchte im Verlauf seiner Dienstreise durch das Reichskomissariat Ukraine, gemeinsam mit dem Rdichskommissar für die Ukraine. Gauleiter Erich Koch, in deren Begleitung sich der Generalkommissar von Dnejpropetrowsk, Claus Selzner. der Smbs- leiter des Arbeitsbereiches Osten der N5- DAP., Hauptbefehlsleiter Schmidt und die Gauleiter Dr. Hellmuth und Uiberreitber befanden, das Volksdeutsche Besiedlungsgebiel Halbstabt, in dem etwa 25 000 Bauern geschlossen siedeln.
Nach dem Empfang des Reichsleiters No- senberg und seiner Begleitung durch den Gebietshauptmann, ft-Sturmbannführer Rogner, ließ sich Reichsleiter Rosenberg eingehend über die Lage der Volksdeutschen unterrichten. Daran anschließend wurden Schulen, Krankenhäuser, Sanitätsstationen und andere Einrichtungen in Halbstabt. Tomak und Prischib besucht. In der Volksdeutschen Lehrerbildungsanstalt in Prischib wohnte Reichsleiter Rosenberg einer Feierstunde bei, die Zeugnis für die Liebe der Volksdeutschen zum Führer und zum Eroßdeutschen Reich ablegte.
In Halbstabt überbrachte Reichsleiter Rosenberg auf einer Großkundgebung der NC- DAP., zu der Tausende von Volksdeutschen Bauern und Bäuerinnen, Volksdeutsche Jungen und Mädel in der Tracht der Hitler- Jugend und des BDM, sowie Abordnungen der Wehrmacht und des Volksdeutschen Ar
beitsdienstes erschienen waren, den Dank des deutschen Volkes für die Treue, die die Volksdeutschen Männer und Frauen gehalten hoben. Alfred Rosenberg kam dann auf einen großen Tag der Befreiung zu sprechen und erinnerte die Volksdeutschen daran, daß inmitten eines solchen großen Krieges nicht alle Werke des Aufbaues schon heute erledigt werden können. Die Volksdeutschen seien gleichberechtigte Kameraden aller Deutschen in der Welt geworden und würden sehr bald auch offiziell in den Verband des Groß-
deutschen Reiches aufgenommen werden. Wir kämpfen unter einer Fahne, die heute in Norwegen, am Atlantischen Ozean, im Mittelmeer und am Schwarzen Meer ebenso wehe wie am Asowschen Meer. Niemals in der Geschichte habe eine Reichsfahne an diesen vier Meeren auf einmal geweht. Zum Schluß ermähnte der Reichsleiter die Volksdeutschen, an die Arbeit zu gehen und davon überzeugt zu sein. daß niemals die Fahne von einer stärkeren Hand getragen worden sei, als von Adolf Hitler.
Meäer 20 Isrror-Somber sbgssekosseii
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Aus dem Führerhauptquartier, 15. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Nördlich des Kuban und im Raum von Velew scheiterten örtliche Angriffe des Feindes. — Im Seegebiet von Pantelleria erzielten schnelle Kampfflugzeuge Bombentreffer auf sieben Transportschiffen mittlerer Größe. Schwere deutsche Kampfflugzeuge bombardierten in der vergangenen Nacht die Hafenanlagen von B o n e. Bei bewaffneter Aufklärung über dem Atlantik beschädigten deutsche Kampfflugzeuge vor der portugiesischen Küste ein Handelsschiff schwer und schaffen in Luftkämpfen vier feindliche Flugzeuge ab.
Britische Bomber flogen in der vergangenen Nacht in westdeutsches Gebiet ein. Durch
Bombentreffer in Wohnvierteln, die erhebliche Zerstörungen zur Folge hatten, erlitt vor allem die Bevölkerung der Stadt O b e r- hausen Verluste. Bisher wurde der Abschuß von 20 Bombern festgestellt. In der Nacht zum 15. Juni griff die Luftwaffe Einzelziele im Raum von London und Ost- england mit Bomben schweren Kalibers an.
Bei dem gestern gemeldeten Angriff eines feindlichen Fliegerverbandes auf einen deutschen Geleitzug haben sich nach abschließenden Meldungen die Abschußerfolge auf insgesamt acht Bomben- und Torpedoflugzeuge erhöht. Ein eigenes Fahrzeug, dessen Besatzung zum größten Teil gerettet werden konnte, ist gesunken."
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Drabtberickt unteres VertreterS
rck. Stockholm, 15. Juni. Einer aus der USA.-Journaliftendelegation. die Schweden mit echt yankeehafter Hartnäckigkeit und Ueberheblichkeit heimgesucht hat, wurde gefragt, wie ihm Stockholm gefiele. Seine Antwort lautete: „Die Stadt ist nicht so groß wie der Friedhof von Chicago; aber verflucht viel langweiliger". Der Gute — er stammte nämlich selbst aus Chicago — vermißte natürlich seine heimatlichen Gangsters und Spielhöllen. Er fand die Stockholmer Mädchen, obwohl doch deit größte Teil so sehnlichst danach strebt, beinahe wie ein echtes Girl auszusehen, zu fade. Seinen Humor nennt „Svenska Dagbladet" (das sich das Verdienst erworben hat» jene kleine Schmeichelei für die schwedische Hauptstadt aufzubewahren) etwas anders geartet als den schwedischen. und die Gastfreiheit in Stoccholm sei anscheinend enorm.
Dem biederen Yankee aus Chicago ist seine Aeußerung eigentlich trotzdem nicht zu ver
übeln. Die Journalisten aus den USA. wurden von ihrer Ankunft in Schweden an so heftig aufgefordert, doch recht freimütig ihre Meinung über Schweden und ganz Europa zu sagen, bis sie es schließlich taten. Einer, der Clapper heißt, riß die Klappe natürlich am weitesten auf. Er erklärte unter anderem, daß Schweden nicht so viel an seine materielle Wohlfahrt, d. h. die Handelsbeziehungen mit Deutschland, sondern mehr an sein Seelenheil denken müsse, nämlich an gute Beziehungen zu den Sowjets und überhaupt an seine Einreibung in die sowjetilch- plutokratische Clique. Ein dritter sagte als Abschiedshuldigung, Schweden, das bekanntlich auf seinen greisen König stolz ist — er wird heute 85 Jahre — werde von zu alten Leuten regiert. .
Man sieht, die Schweden lieben Kritik aus englischem oder amerikanischem Munde. Da könne.» sie gar nicht genug kriegen! Kaum ging das erste Festessen für dit Gäste aus den USA. über die Bühne, da wurden
sie bereits von dem Vorsitzenden des schwel schen Publizistenklubs gebeten, der Reihe m zu sagen, was ihnen in Schweden nicht, fiele. Darin liegt System: Die Juden u ihre Freunde finden, daß viele Schweden n> auf einem hohen Roß sitzen. Falls vergleich gegen Deutschland oder andere Nachbarn I monstriert werden sollte, gut und schön; ak den Verbündeten und vornehmlich den „gi ßen" Demokratien gegenüber soll diese klei knieweich gemacht und zur Erkenntnis ih Unzulänglichkeit gebracht werden. Diese A maßung, die vom englisch-amerikanisch Standpunkt in dem Festhalten an der N e tralität oder gar guten Wirtschaf beziehungen zu Deutschland liegt, überhar diese — von den USA. aus gesehen! — u erträgliche schwedische Selbstgefälligkeit s zerstört werden .Bei der Kritik an inne politischen Verhältnissen — „nicht gen Offenheit der Regierung, zu wenig Berii sichtigung der Opposition" — fängt es c bei der Außenpolitik muß es münden, u
die verächtliche Kritik schwedischer Gewohnheiten. Einrichtungen usw. soll das ganze, nicht zuletzt nach Ansicht der einheimischen Juden unzulässige Selbstgefühl eines europäischen Volkes erschüttern.
Man glaube nicht an eine allgemeine Sitte. Ein Deutscher braucht bloß etwas über die Swingjatten, eine amerikanisierte Ausartung gewisser Jugendkreise, zu sagen eine durchreisende Journalistin bloß eine feuille- tonistische Bemerkung über gewisse weibliche Erscheinungen im Straßenbild zu tveröffent- lichen, und gleich entsteht ein Sturm im Blätterwald. Aber wenn die Yankees König Gustaf zu alt finden und Stockholm sür langweiliger erklären als den Kirchhof von Chikaqo, herrscht andachtsvolles, bewunderndes Schweigen!
Die meisten Besucher aus Mitteleuropa sagen was sie meinen, daß sie nämlich Stock- holm als eine schön gelegene, auch architektonisch reizvolle Stadt empfinden, die schwe- sFortsetzung auf Seite 2)
Die Aksiee eise K. Os-reNe
Von Vdi-dnrä Lvsrs
Der Franzose: „Warum habt ihr solche Rücksicht genommen?"
Der Deutsche: „Weil auch im Kriege nicht eine Fensterscheibe zuviel zertrümmert werben darf!"
Es ist jetzt fast auf den Tag ein Vierteljahr her, da stand ich. vor Enttäuschung nahezu überwältigt, auf dem steinernen Fußboden der Sainte Chapelle in Paris und konnte nur mühsam zurückfinden zu- dem Kern des Erlebnisses, das mir dort versprochen war:
Die „Heilige Kapelle" liegt, beinahe fugenlos eingemauert, inmitten des Justizpalastes im Herzen der Stadt, die das Herz ihres Landes ist, und die Jahrhunderte hindurch den Anspruch erhob, das Herz Europas, das Herz der Welt zu sein. Sie ist, 1246 bis 1248 erbaut, die Krönung der gotischen Baukunst nicht nur Frankreichs, sondern des gesamten Abendlandes, und die berühmtesten Handwerker aller Völker dieses Erdteils haben zu ihrer Zeit das beste Teil ihres Könnens beigesteuert. In dieser Königskapelle Ludwigs des Heiligen schläfst, Wahrheit gewordenes Märchen, das Herz Europas.
Zum ersten Male war es. und zwar sofort in vollendeter Weise, gelungen, dem Stein, der die romanischen Kirchen, schwer in Mauern und auf den Dächern lastend, so bedrückend und düster machte, all seine Schwere zu nehmen, die Wände durch mächtige Fenster aufzureißen und die Decke wie spielend zu heben, so daß der Raum dieser einzigartigen Kapelle von allen Seiten her vom Lichte der Sonne durchflutet wurde. Es gab nahezu keine Grenzen mehr nach draußen, so durchbrochen waren die Seiten, so aufgelöst der Chor; wie kostbare Spitzen rankte sich das Filigran der Steinmetzarbei- ten vom Grunde bis zum kunstvoll berechneten Schlußstein der oberen Wölbung. Aus steinernen Wänden waren Glasfenster geworden, deren Farbenorgien im Innern des Raumes ein Tedeum des Lichtes feierten, wie es ein zweites Mal so rauschend und sinnverwirrend niemals wieder Wirklichkeit geworden ist.
Zu diesem Schauspiel aus Glas und Licht war ich gereist, die Sehnsucht jedes Deutschen im Herzen, einmal am Urquell der Gotik zu trinken, die von Chartres bis nach Nischni-Nowgorod von der Einheit eines nordisch bestimmten europäischen Schöpfer- willens kündet — in einem Raum. der seit damals erst heute wieder in den Wirkungsbereich deutscher Ordnung und Machtentfaltung sinnvoll und fruchtbar hineingerückt ist. Was ich jedoch in Paris fand, war nur der Schatten einstiger Herrlichkeit: das nüchterne Gerippe des Wunderbaues, der, seiner Fenster und aller übrigen Kostbarkeiten entkleidet, sich im milchig-weißen Lichte des Frühlingshimmels der Cits darbot.
Die Franzosen treiben einen gewissen Kult mit ihren Invaliden. Auch in der Sainte Chapelle waltete ein einbeiniger Alter mit fuchsrotem Vollbart seines Amtes als Fremdenführer, und der Zufall wollte es. daß ich mich einer jugendlichen Schulklasse anschloß, der die Räume gezeigt wurden. Wir stiegen aus dem mystischen Dunkel der ebenerdigen Dienerkapelle die schmale Wendeltreppe aufwärts, und es war nicht nur das Licht, das uns schmerzte, als wir uns umblickten. Der humpelnde Rotbart ließ einige Zeit verstreichen; dann begann er seine Erklärungen mit dem Hinweis, daß er heute die Sainte Chapelle leider nicht in ihrer eigentlichen Gestalt zeigen könne. Wie man nämlich bereits bemerkt habe, fehlten vor allem die Fenster, die man geborgen habe. um ihre Zerbrechlichkeit vor den Zufälligkeiten des Krieges zu schützen. Es seien aber auch nahezu alle übrigen Schätze dieses Raumes, nickt zuletzt die Plastiken, an einen sicheren Ort gebracht worden, um sie nicht hier in diesem zarten Schrein edelster Gotik der Gefahr des Zerstörtwerdens preiszugeben. Er hoffe jedoch, daß die Zeit n'cht mehr ferne sei. in der man sie wieder an ihrem alten Platz und in ihrer alten Schönheit werde bewundern können.
Warum eigentlich, so hätte nun der deutsche Besucher fragen mögen, sind diese Schätze an einen sicheren Ort und die Fenstergläser in den Luftschutzkeller gebracht worden? Hatte Frankreich, hatte Paris, als es sich in den Krieg mit Deutschland einließ, jemals Anlaß, derartige Vorsichtsmaßnahmen zu treffen? Wer einmal durch das Kampfgebiet von Belgien und Nordfrankreich gefahren ist, der hat mit eigenen Augen sehen können, daß die Kultstätten und die Kulturdenkmäler des Landes von den e-.nrückenden Deutschen auch da unzweifelhaft und absichtsvoll geschont worden sind. wo der härteste Kampf getobt hat. Verbrannt ist die Universitätsbibliothek von Löwen — aber sie wurde von den Engländern in Brand gesteckt, als sie die Stadt kampflos den Deutschen überlassen mußten. Eingestürzt und verbrannt sind Denkmäler und Bürgerbauten nahe an den Brücken die die Engländer im Lande ihrer Bundesgenossen in die Luft gehen ließen, als sie feige der Küste von Dün- kirchen zustrebten. Erhalten sind die Kathedralen von Rouen und Amiens inmitten völlig pulverisierter Jnnenstadtviertel: hier bewiesen selbst im Brüllen des feindlichen Abwehrfeuers deutsche Sturzkampfflieger. daß sie die Grenzen ihrer Kampfaufgaben genau kannten und einzuhalten gewillt waren.
Angesichts solchen Befundes kann von Zufall nicht mehr die Rede sein. Die planmäßige Schonung unersetzlichen Kultur- besitzes auch und gerade des Feindeslandes lag lin Willen der deutschen Kriegführung, die beispielsweise den Gegner aus der Stadt Brügge so hinausmanövrierte daß innerhalb des Weichbildes dieses flandrischen