Ausgabe 
(14.6.1943) 163
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Par^eiarntliclie Layeszettung

Has Amtsblatt des legierenden Lllrgermeistcrs dcr Zielen Hansestadt vremen

der NationalfoziaMen. Vremens

flmiiiches verkündungsbiatt des Nelchsstattlialters in Oldenburg und vremen

Nr. 16Z, 1Z. Jahrgang

Vienstag, 15. Juni 1945

kinzeipreis 15 Npf.

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Am Morgen des Pfingstsonntags griff ein feindlicher Bomberverband das Gebiet von Bremen und dessen Umgebung an. Die aus großer Höhe abgeworfenen Sprengbomben richteten in verschiedenen Vierteln der Stadt beträchtliche Zerstörungen an Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden an. Leider sind auch hohe Personenverluste zu beklagen. Die Zahl der Gefal­lenen beträgt 218 (davon 13 Ausländer), der Schwerverwundeten 88 (da­von 5 Ausländer), der Leichtverwundeten 162. Zur Zeit der Ausgabe die­ser Meldung werden noch etwa 15 Personen vermißt.

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Feindliche Flugzeuge haben, wie auch der ^ Wehrmachtbericht gemeldet hat, am Pfingst- ^ sonntag Bremen und Kiel angegriffen. ' Vormittags setzte der Terrorangriff bei uns ein. Das; es sich auch diesmal wieder üm die eindeutige Absicht handelte, die Zivilbevölkerung zu terrorisieren, wird — abgesehen voi^ der Wahl des Zeitpunktes des Angriffs — charakterisiert durch die offen zutage liegenden Schäden, die bei dem An­griff die Gangster mit ihren Wurflasten wie­der an Wohnungen und Krankenhäusern, Schulen und Kunststätten angerichtet haben. Was sonst hat ein Kettenwurf von Spreng­bomben in einem dicht besiedelten, aber von jedweder kriegswichtigen Anlage entfernten Stadtteil zu bedeuten, wenn nicht den Wunsch

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Berlin, 11. Juni. Focke-Wulf-Jäger stell­ten am Morgen des 13. Juni einen unter starkem Jagdschutz die Kanalküste anfliegen­den britischen Bomberverband vom Muster „Ventura" zum Kampf. Nach heftigen Luft­gefechten stürzten zwei „Ventura"-Bomber, in Rumpf und Motor schwer getroffen, bren­nend ins Meer. Auch einer der begleiten­den „Mustang"-Jäger erhielt so schwere Tref­fer, dah er in der Luft auseinanderbrach und völlig zerfetzt abstürzte. Auf deutscher Seite traten keine Verluste ein.

Britische «nd Nordamerikanische Bomber griffen in den Vormittagsstunden des 13. Juni das norddeutsche Küstengebiet so­wie Ziele in den besetzten Westgebieten an. Deutsche Jäger und Flakartillerie waren bei der Abwehr dieser feindlichen^ Unternehmen sehr erfolgreich. Sie schössen nach bisher vor­liegenden Meldungen insgesamt 46 Flug­zeuge ab, davon 29 viermotorige Bomber über dem norddeutschen Küstenraum. Bei einem Vorstoh schneller britischer Kampf- -flugzeuge am späten Nachmittag des 13. Juni -Ese, 'gegen die bretonische Küste fielen sämtliche E" v angreifenden feindlichen Flugzeuge deutschen Jägern zum Opfer.

!«> l«! :' Am Morgen des Pfingstsonntags, kurz nach 9 Uhr, griffen zwei Verbünde von je sechs nordamerikanischen Mitchell-Bombern unter starkem Jagdschutz die holländische Stadt Vlissingen in mittlerer Höhe an. Bevor der erste Verband in die für das Schutzobjekt gefährliche Abwurfzone kam, schlugen ihm die ersten Salven einer Batterie entgegen, die der Feind durch Bombentreffer außer Gefecht zu setzen versucht hatte. Bereits die erste Salve lag gut in dem Verband, dessen Spitzenmaschine in Brand geriet und in die Scheide stürzte. Bei der zweiten und dritten Salve erhielt ein weiterer Bomber einen Volltreffer, der die Explosion seiner gesam­ten Bombenlast zur Folge hatte. Zur Erde trudelnde Teile des Leitwerks waren das einzige, was von ihm übrig blieb. Gleich­zeitig geriet ein dritter Bomber in Brand und scherte aus dem Verband-laus, er wurde von den begleitenden Jägern aufgenommen, stürzte aber wenige Augenblicke später, einer riesigen Fackel gleich, ins Meer. Das kon-

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zentrische Feuer aller Abwehrwaffen zwang den feindlichen Verband zur Auflösung und um ungezielten Abwurf seiner Bomben, von »enen die Mehrzahl ins Wasser fiel. Ge­ringer Sachschaden war das einzige Ergeb­nis des für den Feind verlustreichen und erfolglosen Angriffes.

und den Willen, der zivilen Bevölkerung Verluste zuzufügen? Auch öffentliche Ge­bäude, die lediglich kulturellen Zwecken dienen, sind in grotzer Anzahl getroffen wor­den. Zwei Kirchen und ein Gemeindehaus sind schwer beschädigt. Sechs Schulen weisen außerdem teils schwere Schäden auf. Ein Krankenhaus und die Kunsthalle wurden ebenfalls beschädigt. Die Zahl der total 'zer­störten und schwer beschädigten Wohnhäuser ist beträchtlich.

Dank der gutgeleiteten Abwehrmatznahmen konnten Gefahrenstellen rasch abgeriegelt und die Bevölkerung vor weiterem Schaden ge­schützt werden.

Als Folgen des schweren Terrorangriffes standen über der Stadt bald die Rauch­

säulen der Brände, gegen die alle verfüg­baren Kräfte eingesetzt wurden, so daß man noch im Lause des Vormittags Herr der Lage war. Die Linienführung der Straßen­bahn mutzte in den betroffenen Stadtteilen umgeleitet werden, doch ist der Verkehr bald ohne empfindliche Unterbrechung weiterge­gangen.

Bremen hat damit das gleiche Schicksal zu tragen wie kurz zuvor Wilhelmshaven. Aber dort wie hier erweist sich der Wille zum Leben stärker als der Wunsch unserer Feinde, die Moral der Bevölkerung zu bre­chen. Jedermann in Bremen hat am Pfingst- sonntag gewußt, daß er, wenn er Hilfe braucht, sich auf den anderen verlassen kann. Sofort nach den ersten Auswirkungen des Angriffes setzte auch schon die Abwehr ein. Polizeistreifen halfen, wo es nottat, zu ber­gen. Die Amtsträger des RLB. standen an ihrem Posten. Feuerlöschzüge setzten ihre Schlauchleitungen und sonstigen Geräte an. Die Männer der Partei und ihrer Gliede­rungen fanden sich an den Schadensstellen ein, um mit Rat und Tat zur Verfügung zu sein.

Die- erste Aufgabe hieß Hilfe für die Ver­wundeten und Rettung der Verschütteten. Schnell war Gelegenheit geschaffen, daß Ob­dachlose ein Unterkommen für den Rest des Tages und die erste Nacht bekamen. Die Mitglieder der NS.-Frauenschaft bewiesen hier, wie so oft, ihre opferwillige Einsatz­bereitschaft. In den heute stets voll belegten Krankenhäusern, besonders den bombenge- schädigten, leisteten die Schwestern einen wahrhaft aufopfernden Dienst.

Das aller geschieht ohne viel Worte. Jeder­mann weiß, daß das Leben weitergehen muß. daß wir heute wieder arbeiten werden, wie wir gestern geschafft haben. Es klagt auch niemand laut über das Unheil, das ihn getroffen hat. Hinter jedem Deutschen steht heute ein Kamerad, der ihm die Hand reicht, stumm, hart und kampfesbewutzt. Wir wissen, worum es geht. Wir wissen, daß wir viel ertragen müssen. Aber wir sind alle der sicheren Gewißheit, daß kein Opfer umsonst gewesen ist. Die ganze Bevölkerung Bremens fühlt mit den Hinterbliebenen der Gefallenen und nimmt Anteil an dem Schmerz der Ver­wundeten. Das Reich wird ihrer nicht ver­gessen! k. k.

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Zweifel unterliegen, daß auch die gegen­wärtig zu verzeichnende Verschärfung der angloamerikanischen Luftüberfälle dieses Ziel nicht erreichen wird. Die Haltung, mit der die Menschen in den luftbedrohten Gebieten sich dem Vernichtungswillen des Feindes entgegenstemmLn, ist über jeden Zweifel er­haben, sie bietet die endgültige und feste Gewähr dafür, daß trotz aller Leiden und Verluste die Frist überstanden wird, die uns noch von dem Augenblick trennt, der den Angloamerikanern die verhängnisvollen Fol­gen ihrer Verbrechen in der gebührenden Form zum Bewußt>ein bringt.

Aber schon heute können wir feststellen, daß die Verluste der britischen und amerika­nischen Luftwaffe bei ihren letzten Angriffen sehr erheblich gestiegen sind. Der Wehrmachts­bericht vom Pfingstsonntag verzeichnet den Abschuß von 46 feindlichen Flugzeugen, die einen Tagesangriff auf Bremen und Kiel und gegen die besetzten Westgebiete unter­nommen hatten. Insgesamt wurden mit wei­teren Abschüssen über dem Atlantik und vor der Westküste 57 feindliche Flugzeuge ver­achtet. Die Einbußen des Feindes in den beiden vorausgegangenen Tagen waren nicht weniger schwer. Bei ihren Terrorangriffen in der Nacht zum Sonntag verloren die Angloamerikaner 29 Bomber, während in der Nacht zum Sonnabend sogar 61 Feindflug­zeuge von der deutschen Abwehr vernichtet wurden. Der Totaloerlust des Gegners be­trägt damit allein in drei Tagen nicht we­niger als .147 Flugzeuge. Das ist jedoch erst das Ergebnis der vorläufigen Ermittlungen. Mit einer Erhöhung des Abfchußergebnisses, vor allem bei den Tagesanarisfen gegen das norddeutsche Küstengebiet, ist zu rechnen. Der Feind hat also die neue Welle seiner Lust­überfälle aus das Reichsgebiet sehr bitter be­zahlen müssen und vor allem an seinen schwersten viermotorigen Flugzeugen beträcht­liche Einbußen erlitten. Hinter allem aber steht für den Gegner die in seinen Aeuße­rungen nicht mehr zu verbergend« Unsicher­heit über die Art und den Umfang der Ver­geltung, die eines Tages mit Sicherheit über die Urheber des Mordens unter der Zivil­bevölkerung hereinbrechen wird. ckr. sebn.

Aus dem Fiihrerhauptquartier, 13. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt: „Von der Ostfront wird nur örtliche Kampftätigkeit, am Kuban-Brückenkopf und im Raume von Belew gemeldet. Die Luft­waffe führte wirkungsvolle Angriffe gegen kriegswichtige Betriebe an der mittleren Wolga und bombardierte den bedeutenden Verschiebebahnhof Jelez. Vor der Fischer­halbinsel wurden zwei Handelsschiffe mitt­lerer Tonnage durch Bombenwürfe schwer beschädigt.

Bei den- Landungsoperationen des Geg­ners gegen die Insel P a n t e l l e r i a und Lampedusa griffen deutsche, und ita­lienische Fliegerkräfte trotz starken feindlichen Jagdschutzes taufend die See- und Landungs­streitkräfte an und versenkten einen Trans­porter von 8600 BRT. und 14 Landungs­boote. Drei Kreuzer, 14 kleinere Kriegsfahr­zeuge, darunter mehrere Zerstörer und sechs Transportschiffe wurden so schwer beschädigt, daß mit weiteren Totalverlusten gerechnet werden kann.

Britische Bomber griffen in der vergan- enen Nacht westdeutsches Gebiet an. Durch

ombenwürfe hatte besonders die Bevöl­kerung der Stadt Bochu in Verluste. Es ent­standen erhebliche Zerstörungen, an Wohn­häusern und öffentlichen Gebäuden, darun­ter an zwei Krankenhäusern. Bisher wurde der Abschuß von 29 feindlichen Bombern ge­meldet. Ein starker Verband schwerer deut­scher Kampfflugzeuge bombardierte in der letzten Nacht Stadt und Kriegshasen P l y- mouth. In den Zielräumen entstanden ausgedehnte Brände. Gleichzeitig wurden in Südostengland kriegswichtige Anlagen bombardiert.

Aus dem Fiihrerhauptquartier, 14. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt: „An der Ostfront wurden örtliche Angriffe der Sowjets im Raum Bjel- aerod und Velew abgewiesen. In der Nacht zum 14. Juni bombardierten schwere deutsche Kampfflugzeuge Industrieanlagen weit hinter der sowjetischen Front. Zwei Flugzeuge werden vermißt.

Deutsche und Italienische Flugzeuge setzten gestern die Angriffe gegen die feindlichen Schiffsansammlungen bei Pantelleria fort. Ein Transporter mittlerer Größe wurde versenkt, drei weitere erlitten schwere Be­schädigungen.

Britisch-nordamerikanische Fliegerverbände stießen am gestrigen Tage gegen die besetz­ten Westgebiete und das norddeutsche Kü­stengebiet vor und warfen Bomben, vor allem auf Wohnviertel der Städte Bremen und Kiel. Es entstanden Verluste unter der Be­völkerung und Schäden an Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden. 46° der feindlichen Flugzeuge, darunter mindestens 29 vier­motorige USA.-Bomber wurden vernichtet. Der Abschuß weiterer feindlicher Bomben­flugzeuge ist wahrscheinlich. Ferner wurden aus einem feindlichen Fliegerverband, der einen deutschen Geleitzug vor der holländi­schen Küste anzugreifen versuchte, von den Geleitfahrzeugen vier Flugzeuge vernichtet. Deutsche Unterseeboote schössen endlich im Atlantik sieben feindliche Flugzeuge, darun­ter mehrere viermotorige Bomber ab. In der vergangenen Nacht flogen einzelne feind­liche Flugzeuge in das Reichsgebiet ein und warfen vereinzelt Bomben, durch die unwesentlicher Schaden angerichtet wurde. Schwere deutsche Kampfflugzeuge griffen in. der Nacht zum 14. Juni Stadt und Hafen Grimsby an. Spreng- und Brandbom­ben verursachten zahlreiche Brände im Ziel­gebiet. Ein zweiter Luftangriff richtete sich gegen kriegswichtige Anlagen in Südost- england. Zwei eigene Flugzeuge gingen verloren."

*

Die Terrorangriffe der Angloamerikaner haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Vor allem die westdeutsche Bevölkerung, die schon bisher erheblich unter der totalen Krieg­führung des Feindes zu leiden hatte, hat weitere schwere Opfer zu verzeichnen. In Bremen wie Düsseldorf und Bochum, immer hat der Feind Wohnviertel heimgesucht und damit erneut bewiesen, daß es ihm auf die Zermürbung des Widerstandswillens der Be­völkerung ankommt. Es kann jedoch keinem

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Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung ckr. v. seii. Berlin, 14. Juni. Die Reden von Speer und Sauckel haben tatsächlich ins Schwarze getroffen. Man erkennt es täglich er­neut an der Reaktion auf der Gegenseite. Bis Ende Mai war es eine Einzelerscheinung, wenn etwa der „Economist" das Zugeständ­nis machte, daß der Arbeitseinsatz Europas für die Achsenmächte eine Tatsache sei, daß die Mobilisierung der fremden Arbeitskräfte einen Erfolg für die Deutschen bedeute und daß sie heute über das Arbeitspotential ver­fügten, das sie brauchten, während die Wir­kung der Bombenangriffe in der britischen Oeffentlichkeit übertrieben werden, weil das Ruhrgebiet heute nur einen Bruchteil der industriellen Kapazität Deutschlands dar­stelle, so daß das europäische Festland sehr viel stärker sei, als viele der Antiachsen- mächte annähmen. Heute kann man nach­denkliche Betrachtungen dieser Art in wei­teren Bereichen der britischen und amerikani­schen Oeffentlichkeit verzeichnen.

Jedem nüchternen Beurteiler im Feind­lager hätte sich längst die Frage nach dem Zusammenhang zwischen dem Verhältnis der. Kriegspotentiale und dem weltpolitisch- strategischen Dilemma der Antiachsenmächte aufdrängen müssen, das in der Frage ge­geben ist, ob man die gesamte Kraft zunächst

gegen Europa konzentrieren, oder ob gleich­zeitig der Kampf im Pazifik geführt werden soll, wo man die Gefahr der endgültigen Niederlage für den Fall zugeben muß daß Japan weitere Zeit-zum Aufbau der gewon­nenen großostasiattschen Kampfbasis gewin­nen sollte. Um diese Frage haben sich offen­bar auch auf der letzten Konferenz in Wa­shington leidenschaftliche Diskussionen er­hoben, wie der bekannte englische Militär- kritiker Cririll Falls jetzt ausdrücklich in den „Jllustrated London News" bestätigt. Aus seinen Ausführungen ergibt sich einwandfrei, daß die strategischen Entscheidungen auf der Gegenseite keineswegs auf der Grundlage der astronomischen Ziffern getroffen werden können, mit denen man die Weltöffentlich­keit zu bluffen sucht. Würde das so sein, wie es die amerikanische Agitation darzustellen sucht, daß nämlich drüben die Bäume ein­fach in den Himmel wachsen, so brauchte von britischer Seite aus nicht beschwörend darauf verwiesen werden, daß die Abzweigung von Kräften vom atlantisch-europäischen Kriegs- schauplatz nach dem Pazifik hin geradezu eine Katastrophengefahr in sich schließe. Um das einzusehen, so erklärt Cyrill Falls, brauche man sich nur einmal zu vergegenwärtigen, über wieviel gewaltige und kompakte Hilfs­quellen Deutschland verfüge. Die Basis, auf

der Deutschland heute Krieg führe, sei ganz Europa. Wenn man dagegen nicht alle Kräfte auf alliierter Seite ins Feld führe, dann könne das Ringen um Europa fatal für die westlichen Verbündeten, vor allem aber für die Sowjets, ausgehen.

Man erkennt ohne weiteres die Wirkung der Ausführungen, mit denen der Reichs­minister Speer und Gauleiter Sauckel das renommistische Agitationsgebäube der Geg­ner zum Einsturz gebracht haben. Zunächst hat man sich drüben geradezu krampfhaft ver­zweifelt bemüht, den Sinn und den Inhalt dessen, was Speer und Sauckel mitgeteilt ha­ben. gegenüber der eigenen Oeffentlichkeit und gegenüber Neutralen durch Verdrehun­gen und Verschleierungskünste herabzumin­dern. Das ist offenbar nicht gelungen,, konnte auch angesichts der Wucht der unangreifbaren Zahlen niemals gelingen. Aus diesem Grunde mußte jetzt Noofevelts Produktions- chef Nelson wieder einmal persönlich antan­zen und den Versuch machen, durch eine posi­tive Darstellung der amerikanischen Rü­stungserfolge die Wirkung des deutschen Ee- genschlages herabzumindern.

Nelson hat jetzt einen Bericht an Roosevelt über die Kriegsproduktion im Jahre 1942 und die Aussichten im Jahre 1943 veröffent­licht. Was er da mitteilt, ist aber wirklich

nicht geeignet, angesichts der ganz konkreten und unerschütterlichen Mitteilungen über den Erfolg unserer eigenen Anstrengungen und über die Höhe unseres tatsächlichen Kriegs­potentials unsere unbedingte Siegeszuver­sicht zu erschüttern und sollte auch denjenigen Teil der Weltöffentlichkeit, der'nüchtern zu vergleichen weiß, wenig beeindrucken können, im Gegenteil sehr nachdenklich stimmen müssen. Wenn man den Dingen auf den Grund geht. so muß Roosevelts Produktionschef Nelson bestätigen, was Gauleiter Sauckel über unse­ren gewaltigen Md niemals einholbaren Vorsprang gesagt hat, der dadurch gegeben ist, daß wir auf organisatorischem Gebiete viele Jahre früher als die Gegner ange­fangen haben und daß die Ergebnisse der weltanschaulich-politischen Schulung und der entsprechenden Einstellung des Volksbewußt­seins aus der Gegenseite überhaupt nicht aus­geglichen werden können. Nelson prophezeite, daß am Ende des Jahres 1943 die Lieferun­gen für den Zivilbedarf um zwanzig Prozent niedriger sein würden als im Vorjahr. Wir können daraus folgern, daß die Umstellung auf den totalen Krieg in den Vereinigten Staaten angesichts der Mentalität der Ba- bitts nicht annähernd in dem Ausmaße durch­geführt werden kann, wie das bei uns be- (Fortsetzung auf Seite 2)

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Von HZelmut 8 ü n cl s r m a n n Ztsbsleiter ckes ksickspressscksks

Das deutsche Volk führt einen Kampf um seine Existenz; seine Feinde kündigen ihm offen eine völlige nationale Vernichtung an, sie haben Deutschland den Krieg aufgezwun- gen, um es auszulöschen aus dem Kreise der Völker. Unlstr solchen Umständen ist die Tat­sache verständlich, daß das Thema der „Kriegsziele", mit dem die Oeffentlichkeit in den uns gegnerischen Ländern von ihrer jüdischen Presse ununterbrochen beschäftigt wirb, bei uns in keinem Augenblick der nun bald vier Kriegsjahre Gegenstand allgemei­ner Diskussion oder besonderen Interesses ge­wesen ist. Nur der bedarf eines solchen Nar- kotikums, dem ein Sinn des Kampfes ohne dieses nicht erkennbar wäre. In diesem Um­stand erkennen wir den psychologischen Hin­tergrund für die so unterschiedliche Behand­lung der sogenannten „Nachkriegsfragen" in den Ländern der Achse und in denen ihrer Gegner.

Mit der Aussicht auf Weltherrschaft und Dollarsegen wird der amerikanische Bürger, mit der Perspektive eines neu zerstückelten Europa wird der britische Lord, mit der Hoffnung auf freie Raub- und Mordjagd in den Ländern des kontinentalen Westens wird der Bolschewik von den jüdischen Drahtzie­hern dieses Weltkrieges bei Stimmung für einen Arieg gehalten, der weder für das amerikanische, noch für das englische Volk, noch auch für die unter dem bolschewistischen Regime lebenden Völkerschaften Sinn besitzt. Das deutsche Volk ist unter ganz andern Voraussetzungen in den Krieg getreten: es wollte weder das englische noch das fran­zösische Volk „ausrotten", noch dachte jemand an Eroberungen, wie sie Herr Roosevelt als seine Kriegsabsicht schon ganz offen prokla­miert. Deutschland hatte nichts anderes im Auge als die Revision eines der dunkelsten Punkte des Versailler Diktates — dunkel nicht nur für uns, sondern für ganz Europa, weil durch die Danzig- und Korridorfrage eine offene Wunde bestand, die die Vertei­digungsbereitschaft des Kontinents gegen­über dem drohenden bolschewistischen Osten lähmte.

Daß gerade diefe Frage von den Briten zum Anlaß ihrer Kriegserklärung gewählt wurde, hat für das deutsche Volk von der ersten Minute* des Krieges an jeden Zwei­fel darüber beseitigt, daß dieser Kampf eine Wiederaufnahme des Ersten Weltkrieges be­deutete und damit um Sein oder Nicht­sein unserer Nation ging.

War dergestalt damals die Frage nach dem deutschen Kriegsziel müßig, da es um die Selbstbehauptung des Üeberfallenen ging, so hat doch der Verlauf des grüßen Kampfes so viele - Ursachen und Hinter­gründe unseres so harren Schicksals und un­serer so schweren Lebensbedingungen offen zutage treten lassen, daß dem deutschen Volk daraus klare Vorstellungen erwachsen sind über die Entscheidungen und Entwicklungen, die es als notwendiges Ergebnis dieses Krieges erwartet und für die es aus einer höheren Einsicht heraus bis zum Letzten zu kämpfen entschlossen ist.

Im Vordergrund solcher Gedanken steht für uns alle die so überaus eindrucksvolle B e - Währung der großen sozialistischen Prin­zipien, deren erste Anfangsentwicklung in den Jahren 1933—1939 noch nicht abge­schlossen war, als bereits die eiserne Faust des Krieges sich erhob, um unser Volk auf seine neugewonnene Kraft zu prüfen. Wir wissen heute schon — und das ist bei aller Härte des Krieges ein glücklicher Gedanke für uns alle —, daß die sozialistische Volks­gemeinschaft, die einst melen noch ein Ex­periment erschien, wirklich dem deutschen Volk den Weg zu härtester Widerstandskraft und zu ungeahnter leistungsmäßiger Entfal­tung geöffnet hat. Wir haben uns davon überzeugt, was alles geschaffen werden konnte, welche wahren Wunder aus dem Boden ge­stampft wurden, wenn sich die gesammelte nationale Energie unter einer entschlossenen Führung aui große Eemeinichaftswerke kon­zentrierte. Wir haben erlebt, wie riesige Schutzwälle von Tausenden von Kilometern aus solchem Geist entstanden sind, und unsere Phantasie vermag sich vorzustellen, welche gewaltigen Werke zur Wiedererrichtung und Emporentwicklung des nationalen Lebens­standards uns.eine neue Zukunft eröffnen werden, wenn einmal diese nationalsoziali­stischen Prinzipien wieder auf Friedenstaten angewandt werden -können.

Soldat, Arbeiter und Bauer führen in verjchworener Gemeinschaft den deutschen Lebenskampf, sie werden als die Sieger den großen geschichtlichen Gewinn aus der Wand­lung ziehen, die wir heute ebenso verteidi­gen wie weiter erkämpfen. Aus dem Er­lebnis der Kriegsbewährung des National­sozialismus wächst eine solche große und be- griindetss Erwartung für die sozialistische Nachknegsvollendung im deutschen Volke empor; aber nicht nur nach innen richtet stch der Zukunftsblick des deutschen Volkes. In nicht geringerem Maße hat es sich in sei­ner Gesamtheit durch die Entstehung und den Verlauf des Krieges davon überzeugt, daß nur die Herbeiführung geordneter und gesicherter Verhältniß? in Europa, nur dre Ausschaltung fremder politischer Einflüsse und dre bleibende Beendigung chaotischer Gleichgewichtssysteme eine Gewähr für den werteren Bestand unseres Kontinents und aller ferner Völker bietet, und daß dieser neue Zustand durch den gegenwärtigen Krieg erkämpft werden muß, wenn die großen blu­tigen Opfer, die wir Deutsche seit Jahr­hunderten in immer neuen gegen uns ge­richteten Koalitionskriegen bringen mußten endlich ein Ende finden sollen.