Ausgabe 
(11.6.1943) 160
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parteiamtliche Layeszeitung

^ Hos flmtsblatt des Negierenden Nürgernicistcrs der Zielen Hansestadt Nrenien

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der Nationalsozialisten Vreinens

flmtiiches verKündungsblatt des Ticichsstatttialters in Oldenburg und Vremen

M Nr. 160 , 1Z. Zatsrgang

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Drahtbcricht unserer Berliner Schriftlcitung

är. >v. svli. Berlin, 10. Juni. Im Zu­sammenhang mit dem Weltecho auf die letzte Kundgebung im Berliner Sportpalast wurde der Versuch unternommen, in groben Zügen eine Menschenbilanz der in diesem Kriege gegenüberstehenden Mächtegruppen aufzustel­len. Die gegnerische Agitation möchte in der Weltöffentlichkeit den Eindruck schaffen, als ob sich die zahlenmäßigen Verhältnisse gegen­über dem Weltkrieg auch heute nicht wesent­lich verschoben hätten. Damals verfügten nach den Zahlenangaben Sauckels Deutsch­land und seine Verbündeten, die sich auf Oesterreich-Ungarn, Bulgarien und die Tür­kei beschränkten, über ein Menschenreservoir von 13K Millionen, dem auf der feindlichen Seite in Europa, Asien, Amerika und Au­stralien 1422 Millionen gegenüberstanden. Das Menschenverhältnis stellte sich also im ersten Weltkrieg zuungunsten Deutschlands und seiner Verbündeten auf eins zu zehn. Wenn trotzdem unsere Feinde nach ihrem eigenen Eingeständnis damals dem Rande der Niederlage nahe waren, wie sicher müssen dann unsere Erfolgsaussichten heute gegen­

über allen Methoden des feindlichen Nerven­krieges eingeschätzt werden, wenn sich das Verhältnis von eins zu zehn nach der zah­lenmäßig begründeten Darstellung von Gau­leiter Sauckel nun in das Verhältnis von neun zu elf gewandelt hat! Wenn Sauckel auf die rund 350 Millionen Menschen in Kontinentaleuropa und auf die 500 Millio­nen im gro'gostasiatischen Machtbereich, zu­sammen auf 850 Millionen Menschen ver­weist. so sind darin die großen Gebiete noch nicht eingeschlossen, die wir der Sowjetunion entrissen und für uns nutzbar gemacht haben. Wenn umgekehrt den Gegnern ein Menschen­reservoir von 1200 Millionen zugebilligt wird, so folgen wir hier sogar der feindlichen Rechnung, die nicht nur Mittelamerika und weite Teile Südamerikas, sondern selbst alle Neger und andere Eingeborene in uner- schlossenen Kolonialgebieten einschließt.

Das Bild wird noch deutlicher und beweis­kräftiger, wenn eine Bilanz gezogen wird, in der nur die Erwerbstätigen auf beiden Seiten Berücksichtigung finden. Wir verfü­gen in Europa ganz knapp gerechnet über das Arbeitspotential von 190 Millionen Menschen, von denen 56 Millionen auf Deutschland. 19 Millionen auf Italien und

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Das Oberkommando der Wehrmacht'gibt be­kannt: „An der Ostfront verlief der gestrige Tag ruhig. Im rückwärtigen Gebiet. des mittleren Frontabschnittes wurde ein wei­teres Unternehmen gegen starke bolschewisti­sche Banden abgeschlossen. In unwegsamem Waldgelände wurden die Bandengruppcn unter Mitwirkung ungarischer Verbände und einheimischer Kräfte eingeschlossen und ver­nichtet. 207 Lager, zahlreiche Waffen und große Mengen an Versorgungsgütern fielen in unsere Hand. Leichte deutsche Seestreit­kräfte versenkten an der.Kaukasusküste zwei Nachschubfahrzeuge des Feindes mit zusam­men 800 BRT. Die Luftwaffe vernichtete an der Ostküste des Asowschen Meeres wie­der 16 Landungsboote, versenkte im Finni­schen Meerbusen ein sowjetisches Vorposten­boot und schoß im Hohen Norden ein feind­liches Transportschiff in Brand. Verbände schwerer deutschem Kampfflugzeuge führten in der Nacht zum 10. Juni einen zusammen­gefaßten Angriff auf ein bedeutendes sowje­tisches Rüstungswerk in Jaroslawl an der oberen Wolga durch. In den ausgedehn­ten Werkanlagen entstanden große Flächen- brände.

Bei Luftkämpfen im Mittelmeer schössen deutsche und italienische Jäger 11 feindliche Flugzeuge ab. Im Atlantik wehrte ein deutsches Unterseeboot in zwei­stündigem Kampf wiederholte Angriffe von insgesamt acht Flugzeugen erfolgreich ab. Eines der feindlichen Flugzeuge wurde ab­geschossen,- vier weitere erhielten Treffer und drehten ab. Das Boot setzte seine Operation fort."

Starke Verbände deutscher Kampfflugzeuge unternahmen, wie vorstehender OKW.-Bez richt meldet, in der Nacht zum 10. Juni bei guten Sichtverhältnissen einen schweren An­griff auf das Werk „Jaraksk", eine Produk- tionsstätte für snnthetischen Kautschuk in Jaroslawl, 250 Kilometer nordwärts von Moskau. Das bedeutende Werk, das eine bebaute Fläche von etwa 55 000 Quadrat­metern umfaßt, liegt in einer nördlichen Vorstadt von Jaroslawl, am Wolga-Ufer in der Nähe der Eisenbahnbrücke, über die die Linie Moskau—Wologda führt. Zum Werk „Jaraksk" gehören das Asbestwerk, Berei­fungswerk und die Regenerationsabteilung,

ben schwerster Kaliber vernichtend getroffen. Große Explosionen und zahlreiche Flächen- brände konnten festgestellt werden. Die Brände vergrößerten sich so stark, daß sie von den abfliegenden Besatzungen noch in einer Entfernung von 250 Kilometer gesehen wur­den. Wie hoch die Sowjets die. Bedeutung des Werkes einschätzen, ist an der starken Ab­wehr zu erkennen, die sie hier zusammen­gezogen haben. Die deutschen Kampfflieger beobachteten am Ziel zahlreiche Scheinwerfer und Sperrballone. Flakartillerie aller Kali­ber und Nachtjäger versuchten di?"Angriffe der Bomber abzuwehren, jedoch ohne Erfolg. Aus der großen Zahl der eingesetzten Flug­zeuge kehrten nur dxei nicht zu ihren Ab­flughäfen zurück. «

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Aus dem Führerhauptquartier, 10. Juni. Der Führer verlieh am 8. Juni das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst Wal­ter Gorn, Kommandeur eines Panzer- Erenadier-Regiments als 30. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

Bereits im April 1941 wurde der dama­lige Major ^orn mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet, und am

115 Millionen auf unseren machtpolitischeir Einflußbereich auf diesem Kontinent ent­fallen. Ebenso viel Erwerbstätige vermag Japan in seinem großostasiatischen Einfluß­bereich zu stellen. Die Vereinigten Staaten und England haben zusammen etwa soviel Erwerbspersonen einzusetzen wie Deutsch­land und Italien. Es erscheint also als ein ganz großzügiges Entgegenkommen an die Rechnung der Eegiier, wenn ihnen Gauleiter Sauckel ein Potential von Erwerbspersonen in Höhe von 536 Millionen gegenüber 380 Millionen der Dreierpaktmächte zubilligt. Dabei ist nicht nur das Reservoir der unbe­setzten Sowjetunion mit dem Eineinhalb- fachen des deutschen Reservoirs eingesetzt, es wird vielmehr noch ein Vierfaches der Er­werbspersonen der Vereinigten Staaten, nämlich 200 Millionen, außer dem Men­schenreservoir im ganzen Empire angerech­net. Alle Wahrscheinlichkeit spricht also da­für, daß diese Bilanz für die Gegner gün­stiger erscheint, als sich die Wirklichkeit dar­stellt. Jedenfalls sind bei dieser Rechnung der Gegenseite Menschenkräfte in wenig oder (Fortsetzung auf Seite 2)

17. 8. 1942 erhielt Oberst Gorn das Eichen­laub zum Ritterkreuz. Oberst Walter Gorn wurde am 24. 9. 1898 als Sohn des Land­wirts G. in Viegamin (Kreis Pleschen, Wartheland) geboren. 1916 trat er als Kriegsfreiwilliger in das 2. westpreußische Grenadier-Regiment Nr. 7 ein. 1919 wurde er als Unteroffizier aus dem Heeresdienst entlassen und ein Jahr später in die Schutz­polizei Breslau übernommen. 1935 wurde Oberst Gorn als Hauptmann der Landes­polizei in das Heer übergeführt und zum Kompaniechef im Kradschützen-Bataillon 3 in Bad Freienwalde" ernannt. 1943 wurde er Oberst.

Ferner verlieh der Führer am 8: Juni das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eiser­nen Kreuzes an Oberstleutnant Karl Gä­be!, Kommandeur eines Grenadier-Regi­ments, als 251. Soldaten; Major Friedrich Höhne, Bataillonskommandeur in einem Jäger-Regiment, als 253.' Soldaten; Ober­leutnant Günter Klappich. Bataillons­führer i n einem (mot.) Eren.-Regt. als 254. Soldaten der deutschen Wehrmacht. — Oberleutnant Klappich ist am 22. Januar 1943 in den Kämpfen am unteren Don ge­fallen.

Außerdem verlieh der Führer das Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes an Leutnant d. R. Georg Schmid. Bataillons-Adjutant in einem Jäger-Regiment; Leutnant Wolf Ettel, Staffelführer in einem Jagdge­schwader.

Am 7. 3. 43 wurde Generalleutnant Ernst Rupp, seinerzeit noch Generalmajor, als Kommandeur einer oberbayrisch-schwäbischen

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Jätzerdivision, mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Nun ist die­ser tapfere General auf seinem Gefechtsstawd am 30. Mai gefallen. Mit dem Heldentod dieses Divisionskommandeurs erfüllte sich das tatenreiche Leben eines vorbildlichen Trup- pensührers, eines tapferen Soldaten und eines väterlichen Freundes seiner Jäger.

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lDrahtbcricht unseres Vertreters rd. Rom, 10. Juni. Italien stand am Don­nerstag völlig im Zeichen des vierten Jah­restages seines Kriegseintritts, der zugleich der Ehrentag der italienischen Kriegsmarine ist. Die Städte trugen Flaggenschmuck, und die italienische Presse beschäftigte sich nahe­zu ausschließlich mit diesem Thema. In den Leitaufsätzen wurde die Bedeutung der Kriegsteilnahme Italiens gewürdigt und die Unlosbarkeir des Achsenbiindnisses gleichzei­tig mit der Siegesgewißheit des italienischen Volkes unterstrichen. In ausführlichen Auf­sätzen würdigten die Blätter ferner die Lei­stungen der einzelnen italienischen Wehr-

-__ „..machtteile in diesem schwersten Kampf der

söwre"auch "die Cordfabrik und das eigene' Geschichte des italienischen Nationalstaates.

In den ausländischen Meldungen wurde der! betont, daß Italien durchaus nicht das tote

Widerhall verzeichnet, den das Ereignis des Eintritts Italiens in ein viertes Kriegs­jahr in den verschiedenen Zentren der inter­nationalen Politik gefunden hat. Selbstver­ständlich wurden die deutschen Stimmen be­sonders beachtet.

Mit aufrichtiger Freude verzeichnete man die Worte herzlicher Kameradschaft und Wertschätzung, die die deutsche Presse bei die­sem Anlaß für den italienischen Waffenkame- raden gefunden hat. „Giornale d'Jtalia" bezeichnete in seinem Leitaufsatz die Sprache der deutschen Zeitungen als neuerliche Ab­fuhr für die britische Agitation und ihre vergeblichen Bestrebungen, Zwietracht zwi­schen den beiden Achsenmächten zu säen, und

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dv«. Stockholm. 10. Juni. Mitten im wil­desten „Nervenkrieg" gegen Europa sehen die Alliierten sich genötigt, den Scheinwerfer auf den Südwestpazifik zu richten. In Australien haben in den letzten Tagen, wie plötzlich ent­hüllt wird. Verhandlungen zwischen Minister­präsident Currin und dem USA.-Ober- befehlshaber MacArthur stattgefunden, de­nen jetzt eine öffentliche Erklärung Curtins folgen soll. An diesen Vorgängen ist eigcnl- lich nur bemerkenswert, daß von australischer Seite ausdrücklich hervorgehoben wird. es handle sich um das erste Zusammentreffen zwischen den beiden Männern seit Monaien. Das spricht nicht gerade für sonderlich enges Einvernehmen zwischen den Australiern und ihren amerikanischen „Beschützern". Zwar bat MacArthur den australischen Warnrufen vor dem Fortbestand der japanischen Gefahr all­mählich mix zunehmender Schärfe eigene folgen lassen; aber die strategischen Wünsche der Australier und die Moglichkeuen des AEA.-Oberbefehlshabers scheinen noch im­mer beträchtlich auseinanderzugehen. Beide sollen sich nun auf Grund der Ergebnisse der Washingtoner Besprechungen über die wer­tere Strategie im Südwestpazifik ausgespro­chen haben. Die Aussprache dürfte freilich

dadurch erschwert worden sein, daß auch die Washingtoner Ergebnisse ein Kompromiß darstellen, das vor allem auf dem Blust be­ruht, die Hauptkriegsührung gegen Eurev.r - die nach Forderung der Juden weiter den Vorrang haben soll — könnte dur'i eine „gleichzeitige" offensive Kriegführun.z im Pazifik kompensiert werden

Dem gleichen Ziel, einen derartigen Ein­druck cheroorzurufen, diente eine Tagung des Pazifikkriegsrates in Washington am Mittwoch, ferner Äußerungen des USA.- Marineministers Knox auf dem Washing­toner diplomatischen Kränzchen, das sich als Krieqsrat aufspielte, obwohl die kleineren Verbündeten einschließlich Englands bezüg­lich der amerikanischen Strategie genau so wenig zu sagen haben wie die amerikanische Öffentlichkeit. Bezüglich der Hauptrichtung des durch die Juden dekretierten Krieges soll man sich Lord Halifax zufolge über die japanischen Handelsschiffsverluste unterhal­ten haben, die Halifax als „nicht übel" be­zeichnete. Ueber die eigenen Einbußen äußert er sich nicht. Knox versicherte, daß die USA. gegenwärtig die stärkste Flotte, die ihnen je zur Verfügung stand, an der Pazifikfront eingesetzt hätten.

Im krassen Gegensatz zu diesen anmaßen­den Behauptungen steht die Kritik, die

der Korrespondent des Londoner „Daily Herald" an den Heeresberichten Mac Ar­thurs übt. Er betont, von Timor bis Neu- britannien und Neuirland bauten sich in schnell wachsender Zahl japanische Stützpunkte auf. Im April 1942 war Rabaul der einzige Punkt von Neubritan- nien, der von den Alliierten bombardiert wurde, während jetzt nicht weniger als 20 japanische Stützpunkte auf dieser Insel die Aufmerksamkeit der alliierten Flieger in An­spruch nehmen. Das beste Beispiel dieses An­wachsens liefert Juak im Norden von Neu­guinea. Erst letzte Weihnachten besetzt, ran­giert Juak nun an zweiter Stelle hinter Ra- baul als Schlüsselpunkt für Japans Vorstoß nach Süden.

Gemessen an ihren Anstrengungen, die Welt ein gewaltiges Offensivbemühen glau­ben zu machen, beschränkt sich praktisch die ganze Südwestpazifiktätigkeit der Verbünde­ten auf den Versuch, die feindlichen Stütz­punkte, Flotten- und Truppenbewegungen zu überwachen; aber mit Rücksicht auf die Stimmung der amerikanischen und der australischen Öffentlichkeit ist zweifellos mit einer Vermehrung der agitatdrischen Ver­suche zu rechnen, auch im Pazifik einen „Nervenkrieg" nach dem Muster des gegen Europa geführten zu inszenieren.

Gewicht in der Achsenkriegführung sei, als das es der Feind darstellen möchte. Im Gegenteil leiste es einen wertvollen Beitrag zu der gemeinsamen Kriegführung: durch die Bindung und Abnützung großer feind­licher Streitkräfte im Mittelmeerraum und durch die Sperrung der Durchfahrt für die feindliche Schiffahrt nach dem Osten. Durch das Festhalten des Krieges im Mittelmeer habe Italien obendrein dazu beigetragen, daß die Festung Europa in jeyen Zustand der Verteidigungsfähigkeit versetzt werden konnte, der jeden Angriff fast unmöglich macht.

Nach vierjährigem Krieg sei der Feind immer noch in den Anfangsstadien der Kriegführung steckengeblieben. Die italieni­sche Landwirtschaft und die italienische In­dustrie arbeiteten tatkräftig an der Erzeu­gungsschlacht für das neue Europa mit, und die günstige Lage des italienischen Clearings zeige, daß Italien dabei durchaus nicht etwa ein Schmarotzer sei.

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Berlin, 10. Juni. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Dönitz, sandte dem Unterstaatssekretär im. italieni­schen Marineministerium und Admiralstabs­chef der italienischen Kriegsmarine, General­admiral Riccardi, zur Feier des Jahrestages der italienischen Marine folgendes Tele­gramm: Euer Exzellenz und der Kameraden der verbündeten Königlich-Italienischen Ma­rine gedenkt mit mir die deutsche Kriegs­marine in treuer Waffenbrüderschaft am Tage der Ehrung ihrer gefallenen Hel­den und am Tage der Erinnerung an ruhm­volle Taten und opferbereiten Einsatz. Im vergangenen Jahr ist die tapfere Haltung der im Nachschubkampf um Tunis eingesetz­ten Besatzungen italienischer Kriegs- und Handelsschiffe ein unvergängliches Blatt höchster Opferbereitschaft und Treue. Der un­beugsame Wille und der entschlossene Kampf­geist, den diese Männer gezeigt haben, wird ans Ende des historischen Ringens Italiens und unseres Kampfes gegen den gemein­samen Gegner die Freiheit und Größe des faschistischen Imperiums setzen, gez. Dönitz. Großadmiral und Oberbefehlshaber der deut­schen Kriegsmarine.

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dr. m. Berlin, 10. Juni.

In der Wochenzeitschrift „Das Reich" be­faßt sich Reichsminister Dr. Goebbels mit dem Artanteil der deutschen Wissenschaftler am Kriege und rechnet gleichzeitig mit denen ab, die auf Grund ihrer intellektuellen Halb­bildung sich ein maßgebliches Urteil über die Dinge erlauben wollen. Die Beurteilung einer politischen oder militärischen Lage, so betont Dr. Goebbels, ist nicht nur eine Sache der Intelligenz, sondern auch eine solche des Temperaments. Die allgemeine charakterliche Veranlagung des Menschen ist die Haupt­antriebskraft der allgemeinen Meinungs­bildung. Der Krieg ist ein großer Umformer auch in der Urteilsbildung. Er zwingt die Menschen, seine dramatischen Begebenheiten nach den von ihm aufgestellten Maßstäben zu messen, und wer hier nicht die geistige Spannkraft besitzt, sich auf die durch ihn ge­gebenen Dimensionen umzustellen, der wird in seinen Urteilen immer fehlgreifen. Es gibt heute noch vielfach Menschen, die nicht verstehen wollen, daß der Krieg nicht nur zeitlich, sondern auch dimensional eine ge­waltige Ausdehnung erfahren hat. Er ist für alle beteiligten Völker ein Ringkämpf auf Leben und Tod und verläuft schon aus diesem Grunde nicht in einer gleichgerichte­ten geraden Linie, sondern in Wellenform. Bei keinem seiner Vorgänger hat die mo­derne Technik eine so ausschlaggebende Rolle gespielt wie bei ihm. Er wurde ebenso in den Laboratorien unserer Wissenschaftler und Forscher ausgefochten wie auf den Kriegs­schauplätzen. Das gilt vor allem für die modernen technischen Waffen, also für die Luftwaffe, die U-Boot-Waffe und die Pan- zerwaffe. Hier geht die Entwicklung in einem ewigen Auf und Ab vor sich. Der Kampf, der auf diesem Gebiet ausgefochten wird, findet nie eine endgültige Entscheidung. Man darf kaum hoffen und braucht nicht zu befürchten, daß eine kriegführende Seite für die weitere Dauer des Krieges eine Waffe besitze, die ihr bis an sein Ende einen unernholbaren Vorsprung gibt. Ist eine solche nämlich einmal im Kampf eingesetzt, dann kommt sie auch bald zur Kenntnis des Feindes, und nach verhältnismäßig kurzer Zeit hat dieser dann meist eine Eegenwaffe entwickelt. Der Krieg ist also nicht nur eine Auseinandersetzung der Kräfte der Gewalt Andern auch der Kräfte der Intelligenz. Die Nation weiß gar nicht, was sie an militä- rnchen Erfolgen, der Ersindungs- und For­schungsarbeit unserer Physiker. Chemiker Ingenieure und Konstrukteure zu verdanken hat. Sie sind die Bahnbrecher der modernen Kriegstechnik, und so wenig von ihrer Tä­tigkeit öffentlich die Rede ist. so bedeutend ist ihr Verdienst am Erfolg.

Wenn hin und wieder mit wegwerfender Kritik gegen gewisse intellektuelle Degene-