Erscheint 7mal wöchen tlich
MElrbrjiig 2.30 RM einxqi Zustellgebühr; Postbezugsprei» monatlich 2,80 RM (einlcht 80,l Rpf Postzettungsgebühr) »uzügl 42 Rpf. SestellgelL Postscheck: Hamburg 17272 Anzei» g-nmeise und Aufnahmebedingungen lt. Preisliste. Aufnahmetermine ohne Verbindlichkeit.
GeschSft-stellen?
Sremen: S-er-n 6/8. Ruf 2 19 81; Nachtruf L sonntags 2 47 66: Obernstr 88. Ruf 219 31; Eyke: Mühlendamm 2: Br -Hemelingsn: Bah«» hofstraste 6. Ecke Poststr.. Ruf «34 58; Br.- V-g-Iack: Röhrst, 24. Ruf 4 u 8; Br -Blumen- thal: K-pt.-D°llmann.Str. 41/43. Ruf 88 -. 89
parteiamtliche Layeszeitung
^ Hos flmtsblatt des Negierenden Nürgernicistcrs der Zielen Hansestadt Nrenien
M»W
der Nationalsozialisten Vreinens
flmtiiches verKündungsblatt des Ticichsstatttialters in Oldenburg und Vremen
M Nr. 160 , 1Z. Zatsrgang
. - -
Zreitag, I I.Zum 1S4Z
kinzelpreis 15 Npf.
! W
kurops ein ^enscdenreservoir
.Oau/s/tS5 Houcksf 5pfocli in ^^6ktL6t5i5atz unc/
llstkemslilcke LielierlLett
l-.
st »i !V! Schlitz dar >
Älichln > t! NI«
!>ch I«ÜD !I sich I
s M K» ir'M! Wl DWr
ti
Wchstst
! r
ll-f
.<1
vldl
Ist
,I>1
Drahtbcricht unserer Berliner Schriftlcitung
är. >v. svli. Berlin, 10. Juni. Im Zusammenhang mit dem Weltecho auf die letzte Kundgebung im Berliner Sportpalast wurde der Versuch unternommen, in groben Zügen eine Menschenbilanz der in diesem Kriege gegenüberstehenden Mächtegruppen aufzustellen. Die gegnerische Agitation möchte in der Weltöffentlichkeit den Eindruck schaffen, als ob sich die zahlenmäßigen Verhältnisse gegenüber dem Weltkrieg auch heute nicht wesentlich verschoben hätten. Damals verfügten nach den Zahlenangaben Sauckels Deutschland und seine Verbündeten, die sich auf Oesterreich-Ungarn, Bulgarien und die Türkei beschränkten, über ein Menschenreservoir von 13K Millionen, dem auf der feindlichen Seite in Europa, Asien, Amerika und Australien 1422 Millionen gegenüberstanden. Das Menschenverhältnis stellte sich also im ersten Weltkrieg zuungunsten Deutschlands und seiner Verbündeten auf eins zu zehn. Wenn trotzdem unsere Feinde nach ihrem eigenen Eingeständnis damals dem Rande der Niederlage nahe waren, wie sicher müssen dann unsere Erfolgsaussichten heute gegen
über allen Methoden des feindlichen Nervenkrieges eingeschätzt werden, wenn sich das Verhältnis von eins zu zehn nach der zahlenmäßig begründeten Darstellung von Gauleiter Sauckel nun in das Verhältnis von neun zu elf gewandelt hat! Wenn Sauckel auf die rund 350 Millionen Menschen in Kontinentaleuropa und auf die 500 Millionen im gro'gostasiatischen Machtbereich, zusammen auf 850 Millionen Menschen verweist. so sind darin die großen Gebiete noch nicht eingeschlossen, die wir der Sowjetunion entrissen und für uns nutzbar gemacht haben. Wenn umgekehrt den Gegnern ein Menschenreservoir von 1200 Millionen zugebilligt wird, so folgen wir hier sogar der feindlichen Rechnung, die nicht nur Mittelamerika und weite Teile Südamerikas, sondern selbst alle Neger und andere Eingeborene in uner- schlossenen Kolonialgebieten einschließt.
Das Bild wird noch deutlicher und beweiskräftiger, wenn eine Bilanz gezogen wird, in der nur die Erwerbstätigen auf beiden Seiten Berücksichtigung finden. Wir verfügen in Europa ganz knapp gerechnet über das Arbeitspotential von 190 Millionen Menschen, von denen 56 Millionen auf Deutschland. 19 Millionen auf Italien und
I-uktsngritt suk beckeuleiiäes 8oivjet-kü8lung8«erk
^/sc/sr 16 ionc/ungslzoots cm c/sk OrtlcüLts c/s§ ^5Ovv§c1isn ..
Aus dem Führerhauptquartier, 10. Juni. Kraftwerk. Die Anlagen wurden durch Bom-
dm «
-»K8
»M !S P!>l >
Willi Ist
st!»ck>! st sestm! rie «Äi wle Ali!«
MI P
üM § ^
ebjm >>«
liest V.
nie!"
r der W l ich! hier, ^
i ststö
S,"
g',
dülik".
lst 1
Das Oberkommando der Wehrmacht'gibt bekannt: „An der Ostfront verlief der gestrige Tag ruhig. Im rückwärtigen Gebiet. des mittleren Frontabschnittes wurde ein weiteres Unternehmen gegen starke bolschewistische Banden abgeschlossen. In unwegsamem Waldgelände wurden die Bandengruppcn unter Mitwirkung ungarischer Verbände und einheimischer Kräfte eingeschlossen und vernichtet. 207 Lager, zahlreiche Waffen und große Mengen an Versorgungsgütern fielen in unsere Hand. Leichte deutsche Seestreitkräfte versenkten an der.Kaukasusküste zwei Nachschubfahrzeuge des Feindes mit zusammen 800 BRT. Die Luftwaffe vernichtete an der Ostküste des Asowschen Meeres wieder 16 Landungsboote, versenkte im Finnischen Meerbusen ein sowjetisches Vorpostenboot und schoß im Hohen Norden ein feindliches Transportschiff in Brand. Verbände schwerer deutschem Kampfflugzeuge führten in der Nacht zum 10. Juni einen zusammengefaßten Angriff auf ein bedeutendes sowjetisches Rüstungswerk in Jaroslawl an der oberen Wolga durch. In den ausgedehnten Werkanlagen entstanden große Flächen- brände.
Bei Luftkämpfen im Mittelmeer schössen deutsche und italienische Jäger 11 feindliche Flugzeuge ab. Im Atlantik wehrte ein deutsches Unterseeboot in zweistündigem Kampf wiederholte Angriffe von insgesamt acht Flugzeugen erfolgreich ab. Eines der feindlichen Flugzeuge wurde abgeschossen,- vier weitere erhielten Treffer und drehten ab. Das Boot setzte seine Operation fort."
Starke Verbände deutscher Kampfflugzeuge unternahmen, wie vorstehender OKW.-Bez richt meldet, in der Nacht zum 10. Juni bei guten Sichtverhältnissen einen schweren Angriff auf das Werk „Jaraksk", eine Produk- tionsstätte für snnthetischen Kautschuk in Jaroslawl, 250 Kilometer nordwärts von Moskau. Das bedeutende Werk, das eine bebaute Fläche von etwa 55 000 Quadratmetern umfaßt, liegt in einer nördlichen Vorstadt von Jaroslawl, am Wolga-Ufer in der Nähe der Eisenbahnbrücke, über die die Linie Moskau—Wologda führt. Zum Werk „Jaraksk" gehören das Asbestwerk, Bereifungswerk und die Regenerationsabteilung,
ben schwerster Kaliber vernichtend getroffen. Große Explosionen und zahlreiche Flächen- brände konnten festgestellt werden. Die Brände vergrößerten sich so stark, daß sie von den abfliegenden Besatzungen noch in einer Entfernung von 250 Kilometer gesehen wurden. Wie hoch die Sowjets die. Bedeutung des Werkes einschätzen, ist an der starken Abwehr zu erkennen, die sie hier zusammengezogen haben. Die deutschen Kampfflieger beobachteten am Ziel zahlreiche Scheinwerfer und Sperrballone. Flakartillerie aller Kaliber und Nachtjäger versuchten di?"Angriffe der Bomber abzuwehren, jedoch ohne Erfolg. Aus der großen Zahl der eingesetzten Flugzeuge kehrten nur dxei nicht zu ihren Abflughäfen zurück. «
vie 8Änvsrl8r kür Oberst Korn
Aus dem Führerhauptquartier, 10. Juni. Der Führer verlieh am 8. Juni das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst Walter Gorn, Kommandeur eines Panzer- Erenadier-Regiments als 30. Soldaten der deutschen Wehrmacht.
Bereits im April 1941 wurde der damalige Major ^orn mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet, und am
115 Millionen auf unseren machtpolitischeir Einflußbereich auf diesem Kontinent entfallen. Ebenso viel Erwerbstätige vermag Japan in seinem großostasiatischen Einflußbereich zu stellen. Die Vereinigten Staaten und England haben zusammen etwa soviel Erwerbspersonen einzusetzen wie Deutschland und Italien. Es erscheint also als ein ganz großzügiges Entgegenkommen an die Rechnung der Eegiier, wenn ihnen Gauleiter Sauckel ein Potential von Erwerbspersonen in Höhe von 536 Millionen gegenüber 380 Millionen der Dreierpaktmächte zubilligt. Dabei ist nicht nur das Reservoir der unbesetzten Sowjetunion mit dem Eineinhalb- fachen des deutschen Reservoirs eingesetzt, es wird vielmehr noch ein Vierfaches der Erwerbspersonen der Vereinigten Staaten, nämlich 200 Millionen, außer dem Menschenreservoir im ganzen Empire angerechnet. Alle Wahrscheinlichkeit spricht also dafür, daß diese Bilanz für die Gegner günstiger erscheint, als sich die Wirklichkeit darstellt. Jedenfalls sind bei dieser Rechnung der Gegenseite Menschenkräfte in wenig oder (Fortsetzung auf Seite 2)
17. 8. 1942 erhielt Oberst Gorn das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Oberst Walter Gorn wurde am 24. 9. 1898 als Sohn des Landwirts G. in Viegamin (Kreis Pleschen, Wartheland) geboren. 1916 trat er als Kriegsfreiwilliger in das 2. westpreußische Grenadier-Regiment Nr. 7 ein. 1919 wurde er als Unteroffizier aus dem Heeresdienst entlassen und ein Jahr später in die Schutzpolizei Breslau übernommen. 1935 wurde Oberst Gorn als Hauptmann der Landespolizei in das Heer übergeführt und zum Kompaniechef im Kradschützen-Bataillon 3 in Bad Freienwalde" ernannt. 1943 wurde er Oberst.
Ferner verlieh der Führer am 8: Juni das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberstleutnant Karl Gäbe!, Kommandeur eines Grenadier-Regiments, als 251. Soldaten; Major Friedrich Höhne, Bataillonskommandeur in einem Jäger-Regiment, als 253.' Soldaten; Oberleutnant Günter Klappich. Bataillonsführer i n einem (mot.) Eren.-Regt. als 254. Soldaten der deutschen Wehrmacht. — Oberleutnant Klappich ist am 22. Januar 1943 in den Kämpfen am unteren Don gefallen.
Außerdem verlieh der Führer das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Leutnant d. R. Georg Schmid. Bataillons-Adjutant in einem Jäger-Regiment; Leutnant Wolf Ettel, Staffelführer in einem Jagdgeschwader.
Am 7. 3. 43 wurde Generalleutnant Ernst Rupp, seinerzeit noch Generalmajor, als Kommandeur einer oberbayrisch-schwäbischen
Line b1i>A>lel>ui ^e> lleeckei'ei «teilte kürrlieb cla« erste Labr-ieuz einer Laureibe von liubl- seliissen lur «len Linnenverlrelir in Dienst. Ls ist (las erste seiner /irt auk europäiseben Linnen-e^vässern. Diese Leliille, bestimmt kür (len Transport >värnieemplinckliclier 6üter (vie Lütter, Lleiseb, Lisclie usw., baben eine b-xlelsbißbeit von 650 Tonnen, dlit 2 bialte- inasebinen wird eine Temperatur von —18" in den Laderäumen erreicbt. — Dbr. oben: Llirb in einen der Laderäume. — Unten: Der blasebinenraum mit der Zebillsinssebine und dem Vlotor für die Lekriersnlaxe. (8ebsrl Liläerdisustj
Jätzerdivision, mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Nun ist dieser tapfere General auf seinem Gefechtsstawd am 30. Mai gefallen. Mit dem Heldentod dieses Divisionskommandeurs erfüllte sich das tatenreiche Leben eines vorbildlichen Trup- pensührers, eines tapferen Soldaten und eines väterlichen Freundes seiner Jäger.
lllllösbsrkeil äe§ Lckseildüllämssök
/to/isn c»m ^o/i7S5tog c/s§ Kt/sgrs/ntr/ttsr — Würdigung c/sr k.s/stungsn c/sp s/nrs/nsn V^s/i/-mcrckit8tsi/s
lDrahtbcricht unseres Vertreters rd. Rom, 10. Juni. Italien stand am Donnerstag völlig im Zeichen des vierten Jahrestages seines Kriegseintritts, der zugleich der Ehrentag der italienischen Kriegsmarine ist. Die Städte trugen Flaggenschmuck, und die italienische Presse beschäftigte sich nahezu ausschließlich mit diesem Thema. In den Leitaufsätzen wurde die Bedeutung der Kriegsteilnahme Italiens gewürdigt und die Unlosbarkeir des Achsenbiindnisses gleichzeitig mit der Siegesgewißheit des italienischen Volkes unterstrichen. In ausführlichen Aufsätzen würdigten die Blätter ferner die Leistungen der einzelnen italienischen Wehr-
-__ „..machtteile in diesem schwersten Kampf der
söwre"auch "die Cordfabrik und das eigene' Geschichte des italienischen Nationalstaates.
In den ausländischen Meldungen wurde der! betont, daß Italien durchaus nicht das tote
Widerhall verzeichnet, den das Ereignis des Eintritts Italiens in ein viertes Kriegsjahr in den verschiedenen Zentren der internationalen Politik gefunden hat. Selbstverständlich wurden die deutschen Stimmen besonders beachtet.
Mit aufrichtiger Freude verzeichnete man die Worte herzlicher Kameradschaft und Wertschätzung, die die deutsche Presse bei diesem Anlaß für den italienischen Waffenkame- raden gefunden hat. „Giornale d'Jtalia" bezeichnete in seinem Leitaufsatz die Sprache der deutschen Zeitungen als neuerliche Abfuhr für die britische Agitation und ihre vergeblichen Bestrebungen, Zwietracht zwischen den beiden Achsenmächten zu säen, und
vie sllüsrle Strategie im 8üäkvs§tosÄük
6s5P5Sc/lUDgSN Hrtkur — Vs58uc/is SMS8 „/Vs7vsnil5l'sgs5" gsgsn
llltt
S-Ä
s*'-
!- st :
dv«. Stockholm. 10. Juni. Mitten im wildesten „Nervenkrieg" gegen Europa sehen die Alliierten sich genötigt, den Scheinwerfer auf den Südwestpazifik zu richten. In Australien haben in den letzten Tagen, wie plötzlich enthüllt wird. Verhandlungen zwischen Ministerpräsident Currin und dem USA.-Ober- befehlshaber MacArthur stattgefunden, denen jetzt eine öffentliche Erklärung Curtins folgen soll. An diesen Vorgängen ist eigcnl- lich nur bemerkenswert, daß von australischer Seite ausdrücklich hervorgehoben wird. es handle sich um das erste Zusammentreffen zwischen den beiden Männern seit Monaien. Das spricht nicht gerade für sonderlich enges Einvernehmen zwischen den Australiern und ihren amerikanischen „Beschützern". Zwar bat MacArthur den australischen Warnrufen vor dem Fortbestand der japanischen Gefahr allmählich mix zunehmender Schärfe eigene folgen lassen; aber die strategischen Wünsche der Australier und die Moglichkeuen des AEA.-Oberbefehlshabers scheinen noch immer beträchtlich auseinanderzugehen. Beide sollen sich nun auf Grund der Ergebnisse der Washingtoner Besprechungen über die wertere Strategie im Südwestpazifik ausgesprochen haben. Die Aussprache dürfte freilich
dadurch erschwert worden sein, daß auch die Washingtoner Ergebnisse ein Kompromiß darstellen, das vor allem auf dem Blust beruht, die Hauptkriegsührung gegen Eurev.r - die nach Forderung der Juden weiter den Vorrang haben soll — könnte dur'i eine „gleichzeitige" offensive Kriegführun.z im Pazifik kompensiert werden
Dem gleichen Ziel, einen derartigen Eindruck cheroorzurufen, diente eine Tagung des Pazifikkriegsrates in Washington am Mittwoch, ferner Äußerungen des USA.- Marineministers Knox auf dem Washingtoner diplomatischen Kränzchen, das sich als Krieqsrat aufspielte, obwohl die kleineren Verbündeten einschließlich Englands bezüglich der amerikanischen Strategie genau so wenig zu sagen haben wie die amerikanische Öffentlichkeit. Bezüglich der Hauptrichtung des durch die Juden dekretierten Krieges soll man sich Lord Halifax zufolge über die japanischen Handelsschiffsverluste unterhalten haben, die Halifax als „nicht übel" bezeichnete. Ueber die eigenen Einbußen äußert er sich nicht. Knox versicherte, daß die USA. gegenwärtig die stärkste Flotte, die ihnen je zur Verfügung stand, an der Pazifikfront eingesetzt hätten.
Im krassen Gegensatz zu diesen anmaßenden Behauptungen steht die Kritik, die
der Korrespondent des Londoner „Daily Herald" an den Heeresberichten Mac Arthurs übt. Er betont, von Timor bis Neu- britannien und Neuirland bauten sich in schnell wachsender Zahl japanische Stützpunkte auf. Im April 1942 war Rabaul der einzige Punkt von Neubritan- nien, der von den Alliierten bombardiert wurde, während jetzt nicht weniger als 20 japanische Stützpunkte auf dieser Insel die Aufmerksamkeit der alliierten Flieger in Anspruch nehmen. Das beste Beispiel dieses Anwachsens liefert Juak im Norden von Neuguinea. Erst letzte Weihnachten besetzt, rangiert Juak nun an zweiter Stelle hinter Ra- baul als Schlüsselpunkt für Japans Vorstoß nach Süden.
Gemessen an ihren Anstrengungen, die Welt ein gewaltiges Offensivbemühen glauben zu machen, beschränkt sich praktisch die ganze Südwestpazifiktätigkeit der Verbündeten auf den Versuch, die feindlichen Stützpunkte, Flotten- und Truppenbewegungen zu überwachen; aber mit Rücksicht auf die Stimmung der amerikanischen und der australischen Öffentlichkeit ist zweifellos mit einer Vermehrung der agitatdrischen Versuche zu rechnen, auch im Pazifik einen „Nervenkrieg" nach dem Muster des gegen Europa geführten zu inszenieren.
Gewicht in der Achsenkriegführung sei, als das es der Feind darstellen möchte. Im Gegenteil leiste es einen wertvollen Beitrag zu der gemeinsamen Kriegführung: durch die Bindung und Abnützung großer feindlicher Streitkräfte im Mittelmeerraum und durch die Sperrung der Durchfahrt für die feindliche Schiffahrt nach dem Osten. Durch das Festhalten des Krieges im Mittelmeer habe Italien obendrein dazu beigetragen, daß die Festung Europa in jeyen Zustand der Verteidigungsfähigkeit versetzt werden konnte, der jeden Angriff fast unmöglich macht.
Nach vierjährigem Krieg sei der Feind immer noch in den Anfangsstadien der Kriegführung steckengeblieben. Die italienische Landwirtschaft und die italienische Industrie arbeiteten tatkräftig an der Erzeugungsschlacht für das neue Europa mit, und die günstige Lage des italienischen Clearings zeige, daß Italien dabei durchaus nicht etwa ein Schmarotzer sei.
0 ömt 2 sn kiccsräl
Berlin, 10. Juni. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Dönitz, sandte dem Unterstaatssekretär im. italienischen Marineministerium und Admiralstabschef der italienischen Kriegsmarine, Generaladmiral Riccardi, zur Feier des Jahrestages der italienischen Marine folgendes Telegramm: Euer Exzellenz und der Kameraden der verbündeten Königlich-Italienischen Marine gedenkt mit mir die deutsche Kriegsmarine in treuer Waffenbrüderschaft am Tage der Ehrung ihrer gefallenen Helden und am Tage der Erinnerung an ruhmvolle Taten und opferbereiten Einsatz. Im vergangenen Jahr ist die tapfere Haltung der im Nachschubkampf um Tunis eingesetzten Besatzungen italienischer Kriegs- und Handelsschiffe ein unvergängliches Blatt höchster Opferbereitschaft und Treue. Der unbeugsame Wille und der entschlossene Kampfgeist, den diese Männer gezeigt haben, wird ans Ende des historischen Ringens Italiens und unseres Kampfes gegen den gemeinsamen Gegner die Freiheit und Größe des faschistischen Imperiums setzen, gez. Dönitz. Großadmiral und Oberbefehlshaber der deutschen Kriegsmarine.
I/o« 4iee Htäelt Leiste»
dr. m. Berlin, 10. Juni.
In der Wochenzeitschrift „Das Reich" befaßt sich Reichsminister Dr. Goebbels mit dem Artanteil der deutschen Wissenschaftler am Kriege und rechnet gleichzeitig mit denen ab, die auf Grund ihrer intellektuellen Halbbildung sich ein maßgebliches Urteil über die Dinge erlauben wollen. Die Beurteilung einer politischen oder militärischen Lage, so betont Dr. Goebbels, ist nicht nur eine Sache der Intelligenz, sondern auch eine solche des Temperaments. Die allgemeine charakterliche Veranlagung des Menschen ist die Hauptantriebskraft der allgemeinen Meinungsbildung. Der Krieg ist ein großer Umformer auch in der Urteilsbildung. Er zwingt die Menschen, seine dramatischen Begebenheiten nach den von ihm aufgestellten Maßstäben zu messen, und wer hier nicht die geistige Spannkraft besitzt, sich auf die durch ihn gegebenen Dimensionen umzustellen, der wird in seinen Urteilen immer fehlgreifen. Es gibt heute noch vielfach Menschen, die nicht verstehen wollen, daß der Krieg nicht nur zeitlich, sondern auch dimensional eine gewaltige Ausdehnung erfahren hat. Er ist für alle beteiligten Völker ein Ringkämpf auf Leben und Tod und verläuft schon aus diesem Grunde nicht in einer gleichgerichteten geraden Linie, sondern in Wellenform. Bei keinem seiner Vorgänger hat die moderne Technik eine so ausschlaggebende Rolle gespielt wie bei ihm. Er wurde ebenso in den Laboratorien unserer Wissenschaftler und Forscher ausgefochten wie auf den Kriegsschauplätzen. Das gilt vor allem für die modernen technischen Waffen, also für die Luftwaffe, die U-Boot-Waffe und die Pan- zerwaffe. Hier geht die Entwicklung in einem ewigen Auf und Ab vor sich. Der Kampf, der auf diesem Gebiet ausgefochten wird, findet nie eine endgültige Entscheidung. Man darf kaum hoffen und braucht nicht zu befürchten, daß eine kriegführende Seite für die weitere Dauer des Krieges eine Waffe besitze, die ihr bis an sein Ende einen unernholbaren Vorsprung gibt. Ist eine solche nämlich einmal im Kampf eingesetzt, dann kommt sie auch bald zur Kenntnis des Feindes, und nach verhältnismäßig kurzer Zeit hat dieser dann meist eine Eegenwaffe entwickelt. Der Krieg ist also nicht nur eine Auseinandersetzung der Kräfte der Gewalt Andern auch der Kräfte der Intelligenz. Die Nation weiß gar nicht, was sie an militä- rnchen Erfolgen, der Ersindungs- und Forschungsarbeit unserer Physiker. Chemiker Ingenieure und Konstrukteure zu verdanken hat. Sie sind die Bahnbrecher der modernen Kriegstechnik, und so wenig von ihrer Tätigkeit öffentlich die Rede ist. so bedeutend ist ihr Verdienst am Erfolg.
Wenn hin und wieder mit wegwerfender Kritik gegen gewisse intellektuelle Degene-