Ausgabe 
(9.6.1943) 158
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Vai^keicmrtBclie Layeszettung

Vas flmtsbiatt des Begierenven Bürgermeisters der Zielen fianfcftaöt Bremen

Tlt. 158 i 13. Jahrgang

TTlittmodi, 9. Juni 1943

der Tlat(onalfo3ialiptßn Bremens

pmtlldies DerhünDungsblatt Des Ncicstsstattlialkers in Oldenburg und Bremen

kmzetpreis 15 npf.

Im Sewuülseiu unserer Kraft

?fr%üsygjs

Wir haben es nicht nötig, uns jede dumme Schwatzerei und jede plumpe Prahlerei

der Gegner im einzelnen vorzuknöpfen

Die Sporlpalastreden ziehen weitere Kreise

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

vr. w. sch. Berlin, 8. Juni. Die Aus­führungen, die die Reichsminister Dr. Goeb­bels und Speer am Ende der vergangenen Woche über den deutschen Sieg in der RL- stungsschlacht gemacht haben, ziehen in der Weltöffentlichkeit immer weitere Kreise. Die Wirkung ist diejenige eines befreienden Ge­witters gewesen. Die Gegner fühlen sich, wie man in manchen Symptomen feststellen kann, wie vor den Kopf geschlagen. Sie können sich der Erkenntnis nicht ganz entziehen, daß wir ihnen auch auf dem Gebiet des Nervenkrieges überlegen sind. Im Bewußtsein unserer Kraft haben wir es nicht nötig, uns jede dumme Schwatzerei und jede plumpe Prahlerei der Gegner im einzelnen vorzuknöpfen oder jede alberne Drohung für sich ins Lächerliche zu ziehen. Aber sobald wir nur einmal die Klinge unseres scharf geschliffenen Schwertes aufblitzen lassen, zerfliegt der ganze Spuk, mit dem die Feindagitarion die Weltöffent­lichkeit vernebeln und uns bange machen möchte. Die Grundlagen, von denen aus die Gegner ihren Nervenkrieg führen, sind ja in

der Tat so schwankend und brüchig, daß das ganze Eebäude sofort zusammenbrechen muh, wenn dagegen das Geschütz unangreifbarer Tatsachen ausgefähren wird. Die japanische Presse drückt das so aus, dah die Reden von Dr. Goebbels und Speer den agitatorischen Rüstungszahlen der Bereinigten Staaten eine ungeheure tatsächliche Produktion ent­gegengesetzt haben.

Was ist das — mit Verlaub — für ein blöder Quatsch, wenn die Gegner heute so tun, als ob« sich eine ganze Welt gegen ein paar Außenseiter vereinigt habe. Sie reden hochtrabend von den „vereinigten Nationen der Welt", und wie ist das Kriegsbild in Wirklichkeit? Es stehen drei Erohmächte, die Vereinigten Staaten, England und die So­wjetunion, die letztere als ein arg verstüm­melter Torso, den drei Großmächten Deutsch­land. Italien und Japan gegenüber, unter Berücksichtigung der Verstümmelung der So­wjetunion etwa 300 Millionen Menschen ge­gen rund 250 Millionen der Achsenmächte und Japan, wobei auf unserer Seite die tat­sächlich voll im Kriege eingesetzten europäi­schen Verbündeten, die Finnen, die Rumä­nen, die Ungarn, die Kroaten, die Slowaken noch gar nicht einmal mitgerechnet sind. Daß die auch von den Gegnern anerkannte gewal­

tige Ueberlegenheit der soldatischen Tradi­tion, der militärischen Führungskraft, der politisch-weltanschaulichen Einheit, der grö­ßeren Tapferkeit der Herzen und der organi­satorischen Fähigkeiten, aller moralischen Werte überhaupt, über die zahlenmäßigen menschlichen Einsatzmöglichkeiten in der direk­ten militärischen Auseinandersetzung schließ­lich den entscheidenden Ausschlag geben müsien, ist und bleibt uns felsenfeste und unerschütterliche Gewißheit.

Aber, so plustern sich dann die andern auf, sie würden es mit einer ungeheuerliches ma- terialmäßigen Ueberlegenheit und mit ihrem vielfach größeren Rüstungspotential schaffen. Mit den Ausführungen von Dr. Goebbels und Speer erscheint auch in den Augen der ganzen Weltöffentlichkeit dieser jämmerliche Bluff geplatzt. Die Reden der beiden deut­schen Minister, so schreibt „Gazetta bei Po- polo", hatten „den unwiderleglichen Beweis für die Nutzlosigkeit der Feindagitation er­bracht". „Man hat den Eindruck", so urteilt das „Popolo d'Jtalia". „daß die beiden Reden trotz ihrer erschöpfenden zahlenmäßigen An­gaben doch nichts anderes waren als kleine Hinweise auf das, was gegenwärtig in Wirk­lichkeit das wahre Kriegspotential Deutsch­lands ist." „Die besten Waffen in die Hände

Angriff auf Lampedusa abgeschlagen

Gepanzertes sowjetisches Kanonenboot in Brand geschossen

Aus dem Führerhauptquartier, 8. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt: „An der Ostfront verlief der Tag ruhig. Die Luftwaffe belegte in der ver­gangenen Nacht ein Jndustriewerk wirksam mit Bomben. In der östlichen Ostsee schossen Fahrzeuge der Kriegsmarine ein gepanzertes sowjetisches Kanonenboot in Brand. Der Feind versuchte gestern die Mittelmeevinsel Lampedusa im Handstreich zu nehmen. Die italienische Besatzung schlug den Angriff ab, versenkte einige Landungsboote und ver­nichtete die gelandeten feindlichen Gruppen. Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen einen feindlichen Flugstützpunkt in Tunesien mit gutem Erfolg an."

*

Kleine Fahrzeuge der Kriegsmarine ver­wickelten, wie der Wehrmachtsbericht meldet, in der östlichen Ostsee ein großes, stark ge­panzertes bolschewistisches Kanonenboot in ein Gefecht, in dessen Verlauf das feindliche Boot beschädigt wurde. Das artilleristisch stark überlegene Boot des Gegners eröffnete das Feuer, lange bevor die Bewaffnung un­serer Kleinfahrzeuge zum Einsatz gebrach« werden konnte. Durchwein geschicktes Ma­növer unseres Vootsverbandes wurde das Kanonenboot eingekreist und seine Waffen­wirkung zersplittert. Im Verlauf des Gefechts stießen unsere Fahrzeuge mit äußerster Kraft gegen den sich verzweifelt wehrenden Feind vor und konnten so nach kurzer Zeit ihre eigenen Waffen zum Tragen bringen. In­zwischen hatte das Kanonenboot infolge des Beschusses an mehreren Stellen Feuer ge­fangen, so daß unsere Kleinboote bis auf we­niger als zwanzig Meter herankommen konn­ten. Diese Nahkampfentfernung war das Sig­nal zur Verwendung von Handgranaten, die in mehreren geballten Ladungen auf das nun stark brennende bolschewistische, Boot geworfen wurden und unter dessen Besatzung schwere Ausfälle sowie am Boot selbst um­fangreiche Schäden zur Folge hatten. Ledig­lich dem Umstand, daß schwerer Seegang herrschte, ist es zuzuschreiben, daß der geplante Enterversuch nicht durchgeführt werden konnte. Unjere Fahrzeuge sind nach Durch­führung ihrer Aufgaben mit nur geringfügi­gen Schäden in ihre Stiizpunkte eingelausen.

> Auf halbem Wege zwischen der tunesischen j Küste und der britischen Jnselsestung Malta «heben sich die pelaskischen Inseln aus den 'Wogen des Mittelländischen Meeres. Lam- ' pedusa , die größte der drei Jnselchen, ist 10,8 Kilometer lang und 3,6 Kilometer breit. Das Kalkriff hebt sich an einer Stelle bis zu 133 Meter aus dem Blaugrün, des Mee­res hervor. Etwa 50 Kilometer nördlich von der Hauptinsel liegen die wesentlich kleine­ren und niedrigeren Inseln Linisa und Vel Lampedus. Die Fischer auf der Hauptinsel und der kleineren Nebeninsel leben von reichlichen Sardellenfänqen. und das Tau­chen nach Schwämmen ist ebenfalls ein tra­ditioneller Erwerbszweig. Auf Lampedusa befindet sich über dem Cteilstrand, 16 Meter über dem Meer, das Fischerstädtchen gleichen Namens, das rund 3600 Einwohner zählt.

Seit Januar dieses Jahres etwa haben die Briten und Amerikaner von ihren afrika­nischen Stützpunkten aus versucht, durch Bom­benangriffe den Widerstand der italienischen Besatzung zu brechen. Mehrfach wurden im italienischen Wehrmachtbericht die Abschüsse von angreifenden Flugzeugen gemeldet. Der Nachschub zu den einsamen italienischen Posi­tionen gestaltet sich natürlich äußerst schwierig und deshalb glaubten die Anglo-Amerikaner wohl, die Insel sei zu einem Handstreich reif. Doch die Besatzung des vorgeschobenen Stütz­punktes ließ sich nicht überraschen, der An­griff wurde abgeschlagen, mehrere Landungs­boote versenkt, und die gelandeten feindlichen Truppen vernichtet. Wie die italienische Zei­tung „Tribuns" am 4. Juni meldet, würben in die steilen Felsenwände der Küste sichere Stellungen eingebaut, die durch die Luft­angriffe nicht ausgeschaltet werden können. Die beabsichtigte Ueberraschung wurde so eine Reue Pleite der Anglo-Amerikaner, die des­halb besonders peinlich ist, weil sie im Kampf gegen ein Vorposten eingesteckt werden mußte, der zwischen der tunesischen Küste und Malta in exponierter Lage dem britischen Zugriff fast wehrlos ausgeliefert schien. rä.

Der italienische Wehnnachtsbericht

Rom, 8. Juni. Das Hauptquartier der ita­lienischen Wehrmacht gibt bekannt: „In den Gewässern von Bone wurde ein gesicherter

feindlicher Eeleitzug von unseren Torpedo flugzeugen angegriffen, die einen 5000-VRT.- Handelsdampfer in Brand warfen und eine weitere große Einheit trafen. Ein von bri­tischen Verbänden unternommener Landungs­versuch auf der Insel Lampedusa wurde von unserer Verteidigung abgewiesen, die einige feindliche Schiffe versenkte. Die Garnisonen von Pantelleria, die den ununterbrochenen feindlichen Angriffen mit unbeugsamer Tap­ferkeit standhalten, vernichteten gestern sechs Flugzeuge. Weitere drei Flugzeuge wurden von deutschen Jägern im Luftkampf über der Insel abgeschossen. Angriffe feindlicher Bom­ber auf Messina und die Umgebung von Tra- pani verursachten empfindliche Schäden. Die Opfer werden zur Zeit festgestellt. Die Bodenabwehr schoß ein Flugzeug über Mes­sina und vier über Trapani ab, von denen zwei beim Leuchtturm von St. Teodora und zwei südlich der Insel Favignana ins Meer stürzten."

*

Vom Tag des italienischen Kriegseintritts (10. Juni 1940) bis zum 27. Mai d. I. haben deutsche und italienische Luft- und Seestreit' kräfte sowie die Flak insgesamt über dem Mittelmeerraum und an der Nordafrikafront 5972 feindliche Flugzeuge vernichtet.

Neuer Eichenlaubträoer in der Waffen-ff

Führerhauptquartier» 8. Juni. Der Füh­rer verlieh ff - Sturmbannführer Georg B o ch m a n n , Bataillonckkommandeur in der ff-Panzergrenadier-Division „Totenkopf", als 246. Soldaten der Deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

Ferner verlieh der Führer das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Hauptmann Wal­ter N e i tz e l. Bataillonsführer in einem Grenadier-Regiment; Oberleutnant d. R. Hans-Werner D e v e r s. Schwadronschef in einer Aufklärungs-Abtla.; Feldwebel Franz L e h n e r, Kampfbeobachter in einem Kampf­geschwader.

der besten Soldaten!" so'folgert die Zeitung „Slowak". Tschechische Blätter kommen nach der Sportpalast-Kundgebung zu der Feststel­lung, daß Deutschland alle Trümpfe und Ga­rantien für den Endsieg in seiner Hand habe. Die Tatsachen, die Reichsminister Speer im einzelnen hekanntgegeben hat, konnten in ihren großen Zügen demjenigen gar nicht überraschend kommen, der sich auf ganz einfachen Grundlagen die kriegspoten­tiellen Verhältnisziffern hüben und drühen schon einmal selbständig an den fünf Fin­gern einer Hand auszurechnen versucht hatte Kriegspotential ist schließlich eine Sache nicht nur der Rohstoffe, sondern in erster Linie der industriellen Organisationskraft und der menschlichen Einsatzmöglichkeiten. In dem europäischen Raum, den wir heute militä- risch und ma Moolitiick beherrschen, stehen uns zehnma^DRel Menschen für die indu­strielle ProdtzMaGund die Ernährungswirt- schaft zur Ve'rDfung. wie das in England der Fall ist, und immerhin noch das Dop­pelte der für diese Zwecke verfügbaren Men­schen in ganz Nord- und Südamerika zusam­men. Man muß einmal solche ganz einfachen Tatsachen aufzeichnen, und die Schleier, die die Feindagitation im gegenwärtigen Sta­dium des Nervenkrieges vor die nackten Tat­sachen ziehen möchte, sind sofort und ganz gründlich zerrissen. Hinzu kommt das riesige Potential, das sich Japan mit wuchtigen mi­litärischen Schlägen in seinem neuen groß­ostasiatischen Reich geschaffen hat. Das wagt auch die gegnerische Agitation heute nicht mehr, dieser Tatsache etwa Tschungking- China als ausqleichenden Faktor gegenüber- zustellen. Me sich die Dinge dort in der letz­ten Zeit entwickelt haben, erscheint der Aus­gleich schon bald durch Mandschukuo und Nationalchina allein gegeben.

Nein, es <jteht weiß Gott nicht eine ganze Welt gegen die Achsenmächte und Japan. Die Achsenmächte und unser japanischer Verbün­deter verfügen vielmehr in Europa und in Großostasien über zwei gewaltige in sich ge­schlossene Kampf- und Operationsbasen, deren zahlenmäßige Einsatzmöglichkeiten denjenigen unserer Feinde durchaus gleichwertig sind. Wir haben diese Kampf- und Operationsbasen militärisch erobert und damit eine strategische Lage geschaffen, die den Sieg bereits ein­schließt. So ist das wahre Gesicht des Krieges entgegen allen Lügen und Drohungen und allen plumpen Methoden des gegnerischen Nervenkrieges, und so muß es nach der letzten Sportpalastkundgebung von Lissabon bis nach Stockholm, von Ankara bis nach Schanghai und schließlich auch von London bis nach Newyork und Buenos Aires gesehen werden. Das vorliegende Echo aus der ganzen Welt unterstreicht mit, großer Eindruikskraft diese unabweisbare Notwendigkeit.

Auch in England und in den Vereinigien Staaten beginnt man sich nach dem. was Dr. Goebbels über die feindlichen Pläne und das Gerede über die Invasion in Europa ausge- führt hat. neue Gedanken zu diesem Thema zu machen. Dr. Goebbels konnte bereits in seiner Rede auf die Bedenken und Warnun­gen des Kommandeurs der amerikanischen Legion, Roane Waring, und des britischen Militärkritikers Cyrill Falls Hinweisen. Die Gedanken, die von diesen beiden Männern auf der Gegenseite zum Ausdruck gebracht wurden, werden heute durch Ausführungen in der Londoner und in der Newyorker „Times" außerordentlich vertieft. Das Newyorker Blatt bezeichnet es beinahe als einen tragi­schen Zwang, daß unsere Feinde sich zu dem Jnvasionsversuch bequemen müßten. Das Wort von Dr. Goebbels klingt ihnen furcht­bar in den Ohren, daß der Feind mit dem Kampf gegen unsere Nerven mit List. Tücke und Bosheit nichts erreichen werde: „Er muß schon mit den Waffen antreten."

Die augenblickliche Spannung, so sagt die „Newyork Times", müsse sich schnellstens in der Tat entladen. Man kVnne es sich nicht leisten, zu warten. „Die Alliierten müssen vorwärtsgehen!" Das Newyorker Blatt tut zwar so, als ob es fraglich fei, für wen die Zeit heute arbeite. In Wirklichkeit ist man sich besten ganz klar bewußt, daß die Achsen­mächte und Japan den Sieg errungen haben, als sie sich die europäischen und großostasia­tischen Kampfbasen auf breitestem Raum und auf der strategischen inneren Linie (Fortsetzung auf Seite 2)

U-Boot vernichtet viermotorigen Feindbomber

U.. . drehte hart aber der schon brennende Bomber drehte mit und flog stur seinen Angriff weiter

Von Kriogsberichter Arno^Prdkop

(PK ) .. 8. Juni. ,»Flugzeug in 18»

Erad.'" Die ganze Besatzung des U-Bootes wartete geradezu auf diesen Alarmrus, denn sie befanden sich noch in der Biskaya und mußten daher in diesem Gebiet besonders damit rechnen. In 1»0»0 Meter Entfernung flog die Maschine quer zur Vormarschrich­tung. U ... war offenbar noch nicht erkannt worden. Langsam drehten sich alle Gläser der Brückenwache mit, damit der Vogel nicht verlorenging, solange er in Sichtweite war. Man glaubte schon, die Tommies filzten, als plötzlich der Bomber abkippte und genau das U-Boot anflog. Tauchen konnte U .... nicht, es mußte also den Gegner mit seinen Massen annehmen. Riesig schnell wurde der winzige Punkt größer, bald erkannte man, daß es ein schwerer Viermotoriger war.

„Es ist eine Sunderland"! schrie ein Mann am ME. Die Rohre waren auf das Flugzeug gerichtet. Im großen Abstand um­kreiste der Stahlkoloß das U-Boot und war­tete wahrscheinlich auf das Wegtauchen, um dann seine Bombenlast in die Tauchstelle zu werfen, da dies ihm wohl am meisten Erfolg versprach. Noch feuerte keiner. Der Bomber

umkreiste weiterhin das Boot, kam dabei aber langsam niedriger. Er versuchte immer, das Boot von achtern anzufliegen. „Steuer­bordmaschine äußerste Kraft voraus! — Back­bordmaschine halbe Fahrt zurück!" befahl der Kommandant. Wie auf dem Teller drehte das Boot. Aber auch das riesengroße Flug­boot drehte rrfit und zog immer kleinere Kreise „Frage Feuererlaubnis?" fragen die Geschützführer immer wieder. Der Komman­dant wartete noch, er wollte den Tommy die stählernen Grüße aus größtmöglichster Nähe senden. Dem dickbäuchigen Flugzeug gelang es auch schließlich, in achterliche Position zu kommen.

„F e u e r e r l a u b n i s !" Im gleichen Augenblick, als die Sunderland zum Angriff ansetzte, schlug ihm der Feuerhag-l entgegen! Keine 600 Meter war der Riese mehr weg und schon auf 100 Meter herunter! Da, plötz­lich feuerten auch seine MGs. Das U-Boot erhielt Treffer, die meisten Salven aber gin­gen Gott sei Dank zu kurz. Die U-Boot-Män- ner hämmerten pausenlos währ»nd des An­flugs zum Bombenwurf auf den Bomber ein. Viele Schüsse prallten ab, viele durchschlugen aber auch den Stahlpanzer Auch die Motore und Tragflächen erhielten Treffer, das fünf Zentimeter dicke Panzerglas der Führer­

kanzel wurde durchschlagen! Die MGs. schwiegen im Augenblick -des Angriffes.

„Er brennt, er brennt!" schrien die Männer auf der kleinen U-Boot-Brücke. Tat­sächlich, aus dem Backbordmotor schoß eine Helle Flamme heraus. Alles spielte sich in Bruchteilen von Sekunden ab, die brennende Sunderland war noch etwa 3üv Meter weg und auf 5» Meter Flughöhe heruntergegan­gen. U . . . drehte hart, aber der schon bren­nende Bomber drehte mit und flog stur sei­nen Angriff weiter, es war ein ganz zäher Bursche! MEs. spien weiter aus allen Knopf­löchern. aber das Flugzeug schien sich über­haupt nicht darum zu kümmern. Da fallen die Bomben! Aus jeder Tragfläche purzeln einige schwere Koffer heraus! Die Männer feuern und feuern, blitzschnell werden die leeren Magazine ausgewechselt, es entsteht kaum eine Feuerpause! Auch an anderen Stellen schlagen jetzt Flammen und Rauch­fahnen heraus aus dem Flugzeug, insbeson­dere aus den Tragflächen. In Turmhöhe sau­sen die Bomben an Steuerbord- und Back­bordseite ins Master, die nächste liegt fünf Meter von der Bordwand weg! Sauber hat der schwervermundete Bursche noch geworfen, wie leicht hätte dabei ein Volltreffer sein können!

Dann wird es Nacht über dem U-Boot, in 50 Meter Höhe rast das riesige Flugboot, das eine Spannweite von über 34 Meter hat, über das Boot hin. Die Luft brummt, dröhnt und zittert. Unendlich lang ist der Rumpf, die vielen Einschläge waren nun mit bloßem Auge zu sehen. Gleichzeitig wuchteten haus­hohe Wassersäulen das Boot unter sich, es sackt? wie ein Fahrstuhl plötzlich weg! Wenn die Männer nicht angeschnallt wären, hätte sich keiner halten können, alle wurden an Deck geschleudert. Unten im Boot krachte und klirrte es höllisch. Luft zischt. Wasser stürmt, es wurde stockfinster im Boot, Alles kegelte durcheinander. Das Wasser stieg über die Flutklappen. Plötzlich in das Dunkel der Zentrale von ohen Hurra-Rufe! Die Männer unten ahnten das Schlimmste, sie glaubten sich verloren! Als die Fontänen zusammen­sackten, kam das Boot wieder hoch. Es schwamm also doch noch! „Er liegt im Bach, er ist abgestiirzt" jauchzen die ME-Schützen Das beschädigte aber miverwüstliche U-Boot fuhr hin,-nach zwei Minuten war von dem Feindbomber nichts mehr zu sehen. Außer einigen Trümmerresten schwammen dort nur noch sieben Mann der Besatzung, die zum Teil stark verbrannt, tot im Master trieben.

DeäiMhe JinaHzett 19*13

Von Fritz Seidenzahl

Das Finanzjahr 1942/43 ist abgeschlossen, vom neuen Haushaltsjahr haben wir den ersten Monat zurückgelegt. Die finanzielle Stärke, des Deutschen Reiches blieb unbe­stritten, weder Zwangsanleihen noch andere Kunststückchen, deren sich unsere Gegner be­dienen müssen, gehören zum Programm des Reichsfinanzministeriums Die Grundsätze der deutschen Finanzpolitik stehen fest und konn­ten sich in jeder Phase des Wirtschaftskrie­ges bewähren. Das oberste Gesetz. lautet, weitestgehende Ausschöpfung der Steuerkraft, während jeder weitere Geldbedarf durch die umsichtige, seit einem Jahrzehnt erprobte Lenkung des Kapitalmarktes um so leichter beschafft werden kann, als für die fortlau­fend anfallenden Neukapitalien nur geringe Jnvestitionsmöglichkeiten bestehen. Diese Flüssigkeit auf dem Geldmarkt hat das Reichsfinanzministerium aber nie verlei­tet das Geld gering einzuschätzen und die Mühe einer 'ordentlichen Finanzgeba­rung etwa auf den Sektor Anleihe abzu­wälzen, vielmehr wird eisern an dem Prin­zip einer weitestgehenden Finanzierung des Krieges aus laufenden'Einnahmen festgehal­ten. Staatssekretär Reinhardt äußerte erst jüngst in einer Unterhaltung, daß jede echte, vorhandene und heute abgefchöpste Steuer­kraft viel segensreicher ist als eine Verschie­bung steuerlicher Möglichkeiten auf die Zeit nach dem Krietze.

Das Ergebnis dieser straffen, wenn auch für die Bevölkerung nicht immer becemen Politik, die der Staatssekretär ausfii- 'ch in

Gauleiter Kaufmann im Gau Weser-Ems

Gauleiter und Reichsstatthalter Karl Kaufmann, Hamburg weilt heute in seiner Eigenschaft als Reichskommissar für die Seeschiffahrt mit einigen Herren seiner Dienststelle auf Einladung von Gauleiter Paul Wegener zu wichtigen Besprechungen im Gau Weser-Ems.

seiner viel erörterten Schrift „Was geschieht mit unserem Geld?" dargelegt hat. zeitigte im Vergleist> zum ersten- Weltkrieg sensa­tionelle Ergebnisse. Damals wurden nur 13 v. H. der Kriegskosten aus Steuern und anderen echten Einnahmen bezahlt, wogegen 87 v. H. auf dem Kreditwege beschafft wer­den mußten. Heute ergibt sich ein Verhält­nis von ungefähr 50:50, und es ist durch­aus kein Geheimnis, um welche Beträge es sich dabei handelt. Für das abgelaufene Etatjahr waren die Steuereingänge auf rund 35 Milliarden RM. geschätzt worden. Diese Ziffer ist auch erreicht worden. Hinzu kamen 8 Milliarden RM. aus der Haus­zinssteuerablösung, so daß die gesamten un­mittelbaren steuerlichen Einnahmen des Reiches rund 43 Milliarden RM. ausmach­ten. Ergänzt wurde dieser schon sehr statt­liche Betrag durch die Verwaltungsmaßnah­men (Reichsbankabgabe, Reichspost, Gebüh­ren, Tilgungen usw.)> durch die Kriegsbei­träge der Länder und Gemeinden, die des Protektorats sowie des Generalgouverne­ments, vermehrt schließlich um den Beitrag der besetzten Länder zur Erstattung der Be­satzungskosten. Ursprünglich erwartete man, daß dem Reich aus diesen fünf verschiedenen, zum Teil nichtdeutschen Gauen 14 Milliar­den RM. zufließen würden, tatsächlich aber sind, wie wir erfahren, insbesondere die Ver­waltungseinnahmen erheblich höher gewesen, so daß dem Reich im letzten Haushaltsjahr wahrscheinlich über 61 Milliarden RM. or­dentliche Einnahmen zur Verfügung standen.

Dieser gewaltige Betrag ist zustande ge­kommen, ohne daß die deutsche Bevölkerung ungebührlich belastet worden wäre. Fußhüte'r der deutschen Kaufkraft sagen sogar, zuviel Geld „vagabundiert" noch im Lande, unter gar keinen Umständen dürfe Geldtreiberei entstehen. Von großer Wirksamkeit ist dieses Argument, dem sich niemand, d?r wirtschaft­lich verantwortlich zu handeln hat, verschlie­ßen kann, zählt es doch unbestritten zur Stärke der deutschen Kriegswirtschaft, daß die Preise fest unter Kontrolle gehalten werden. Nur die Torheit anderer, die nicht wissen, wo­hin sie mit ihrem Geld sollen, führt dazu, daß delangloser Kram bezahlt wird, als eh es sich um Raritäten handest..Noch schärfer muß die zweite Rückwirkung beanstandet werden: Jede Eeldvergeudung beeinträchtigt das^ deutsche Preisgefüge, es verwischt sich das^ wahre Bild des Preisstop und der stabilisier­ten Kaufkraft durch den Leichtsinn Deshalb kann nicht oft genug zur Preis- und Kauf­disziplin ermahnt werden. In Kriegszeiten, schrieb Staatssekretär Reinhardt, muß jeder besonders bestrebt sein, von seinem Einkom­men einen möglichst großen Teil zurückzu­legen, für die Zeit,Tn der die Schranken auf dem Warenmarkt gefallen sein werden. In der Heimat trage jeder bei, die Schlagkraft der Soldaten an der Front durch Einschrän­kungen seines Verbrauches und durch Svaren zu erhöhen. Wie wir erfahren, war im ersten Vierteljah-r 1943 der Svareinlagenzuwachs wiederum 1 Milliarde RM. höher als in der oleichen Vorjahrszeit.

Eine hohe Spartätigkeit würde solche steuerlichen Maßnahmen erübrigen, die le­diglich zur Abschöpfung von Kaufkraft die­nen. wie sie Reichsminister Funk in seiner Eigenschaft als Reichsbankpräsident gefor­dert hatte. Jede steuerliche Leistungskraft ist begrenzt. Hier sehr sorgfältig ein erträgliches Mag einzuhalten. ist immer das Ziel der nationalsozialistischen Etatpolitik gewesen, und der Erfolg ist gut gewesen. Da« Reich vermgte bereits zu Beginn des Krieaes worauf Staatssekretär Reinhardt in der' er­wähnten. nach wie vor richtunggebenden Brofchure hinwies, über gut entwickelte

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