Ausgabe 
(8.6.1943) 157
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vas Amtsblatt des Negierenden IZürgermeistcrs der Zreien Hansestadt Nremen

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7lr. 15?, 15. Jahrgang

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der Nationalsozialisten. Vreinens

flmtNches verkündungsbiat» des Ncichsstattstalters in Oldenburg und lZremen

Dienstag, S. Juni 1S4Z

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ri>. Berlin, 7. Juni. Die von nüch­ternem Tatiachensinn und entschlossenem fanatischen Willen gleichzeitig bestimmten Reden der beiden Reichsminister Dr. Goeb­bels und Speer sind in den befreundeten Ländern als Bestätigung des Vertrauens aus Deutschland aufgenommen worden. Die von Reichsminister Speer genannten Zahlen haben aber auch die gesamte neutrale und feindliche Welt aufhorchen lassen. In den feindlichen Ländern hat man bislang noch nicht den Agitationsdreh gefunden, mit dem man die gewichtigen, ebenso exakten wie erstaunlichen Zahlen dem eigenen Publikum gegenüber als verdächtig erscheinen lassen könnte. Daher wagte man bis jetzt weder die Veröffentlichung der Zahlen, noch eine Kritik an ihnen; eine Haltung der feind­lichen Agitation, die für sich spricht.

In den Deutschland befreundeten und ver­bündeten Ländern lösten die Reden höchste Befriedigung und offene Begeisterung aus. Gegenüber dem nordamerikanischen Zahlen- bluff wurden die bewunderungswürdigen Leistungen der deutschen Rüstungsindustrie als gesunde, klare Antwort eines fleißigen und entschlossenen Volkes geweitet, und der Glaube an Deutschland, der ungebrochen in den verbündeten und befreundeten Ländern die Stellungnahme zu dem Zeitgeschehen be­dingte, hat durch die Kundgebungen des deutschen Willens zum Sieg, wie es sich in den Leistungen der Rüstungsindustrie doku­mentiert, eine spürbare Verstärkung erhal­ten. Vor allem erkennt man auch den hohen Stand der deutschen Kampfmoral an und ist überzeugt, daß eine Nation, die sich so mit allen verfügbaren Kräfften für den Endsieg einsetzt, das gegenwärtige Weltringen er­folgreich beenden wird. Aus dem vorliegen­den Material an Auslandsstimmen seien einige bezeichnende Beispiele ausgewählt:

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/ rck. Tokio: In dem nüchternen Zahlen­material, das den Berliner Reden zugrunde lag, sehen die japanischen Zeitungen einen neuen Beweis der hohen Kampfmoral der deutschen Nation, die ihr eine klare Ueber- legenheit über vie Feinde verleiht. Die Zei­tungNippon Sanqyo Keizai" schrieb am Dienstag z. B. in einem Leitartikel, die japanische Öffentlichkeit sei immer über­zeugt gewesen, daß die deutsche Rüstungs­industrie trotz mancher ungünstigerer Be­dingungen materialmäßigen oder geogra­phischen Charakters der amerikanischen Rü­stungsindustrie weit überlegen sei. Diese Auffassung sei durch die Reden von Dr Goebbels und Speer eindeutig bestätigt und bekräftigt worden. Es werde in Japan als besonderes Zeugnis der Leistungsfähigkeit der deutschen Rüstungsindustrie gewertet, daß die Forderungen des Führers an die Produktion die Ergebnisse der industriellen Anstrengungen Englands und Nordamerikas, bei weitem überholt habe und dazu er­kenne man in den Resultaten sowohl wie auch in deren Ankündigung die Bedeu­tung der Verschiedenheit der weltanschau­lichen Haltung der beiden Völker für die Durchführung der ihnen gestellten Kriegs- aufgaben. Der rückhaltlose und zu jedem Opfer bereite Einsatz der Bevölkerung der totalitären Nationen beweise, wie sehr bei ihnen die Ziele der Regierung und der Be­völkerung übereinstimmten. Während des­halb Dr. Goebbels mit stolzer Genugtuung den uneingeschränkten Einsatz eines jeden deutschen Arbeiters für das Wohl der Ge­meinschaft habe feststellen können, müsse sich Roosevelt überlegen, wie er mit den Streiks und den Sabotageakten der amerikanischen Rüstunasarbeiter fertig werden könne.

Dokument 6er Neuigkeit <ler -Vckse"

-. Rom: Die Rede des Reichsministers Speer wird in Italien besonders beachtet, weil man in ihr auch eine außerordentlich

wertvolle Aufklärung der italienischen Öffentlichkeit über den Stand der Rüstungs­produktion in Deutschland erblickt. In aus­führlichen Berichten wird deshalb die Stärke der Rüstungen der Achsenmächte auch weiter­hin betont. Ebenso wird die Rede, von Dr. Goebbels als ein Dokument der Festigkeit der Achse gewertet. In allen Kommentaren wird die Siegesgewißheit und die wachsende Macht der Achfe aufs stärkste betont.

^Ilo Vorstellungen übersteigende

Vorbereitung Deutseblsnüs"

am. Budapest. Das ungarische Regie­rungsblattHetfoe" stellt fest, hinter der verhältnismäßigen Ruhe der letzten Zeit steht die Spannung einer alle Vorstellungen über­steigenden Vorbereitung und Entschlossenheit Deutschlands. Das rechtsradikale Blatt Wirradat" bezeichnet die Rede von Reichs- minister Goebbels als ein Zeugnis der Ein­heit des deutschen Volkes und der Kraft des Reiches. Die Rede Reichsminister Dr. Goeb­bels sei aber nicht nur eine deutsche Stel­lungnahme, sondern der Ausdruck der euro­päischen Kraft, Europa habe freiwillig den Kampf an der Seite Deutschlands auf sich genommen. Während es von feiten der USA. einer langjährigen Wühlarbeit bedurft hätte, um südamerikanische Staaten in den Krieg gegen die Achse zu zwingen, habe sich. so stelltWirradat" fest, die Lage in Europa sozusagen mit Ausbruch des Krieges geklärt und die einzelnen europäischen Staaten hät­ten sich sofort für oder gegen Deutschland und damit Europa entschieden. Das Blatt weist abschließend darauf hin. in den Reden der Reichsminister habe sich nicht nur die ma­terielle Kraft des deutschen Volkes mani­festiert, sondern auch sein Glaube, seine Ent­schlossenheit und seine Siegesgewißheit seien offenbar geworden.

Orsnüioses vekenntnis kies Kampfeswillens"

ds. Sofia: Die Reben der Reichsminister

ßer Aufmachung wiedergegeben. Einige Zei­tungen brachten gleichzeitig Bildberichte von der Arbeit in den deutschen Rüstungswer­ken. Die Zahlenangaben und der stolze Rechenschaftsbericht des Reichsministers Speer über den Stand der deutschen Rüstungspro­duktion riefen Bewunderung und Freude im ganzen bulgarischen Volk hervor. Auch die Rede von Dr. Goebbels, in der die Bul­garen ein grandioses Bekenntnis des Kampf­willens der deutschen Heimatfront sehen, hat einen tiefen Eindruck in allen Kreisen des bulgarischen Volkes hinterlassen. Jubelnde Zustimmung spricht aus allen Kommentaren über die Ankündigung der Vergeltung für die ruchlosen britisch-amerikanischen Terror­angriffe.

Das 8i6A6sbrsosen cker Ileimstlroni"

rck. Oslo: Die norwegische Zeitung

Fritt Folk" schreibt:Norwegens National­sozialisten dürfen feststellen, daß die überwäl­tigend exakten Zahlen etwas bestätigen, von dem wir gerade in der Zeit der härtesten Prüfungen am unverrückbarsten überzeugt waren, die Tatsache, daß das nationalsozia­listische Deutschland alle Schwierigkeiten, wie turmhoch sie auch erscheinen mögen, zu über­winden vermag. Zwischen den Reden yon Speer und Dr. Goebbels hindurch hörten wir die rollenden Räder und die klopfenden Hämmer wie ein Siegesbrau­sen aus der Heimatfront emporsteigen. Die Waffen werden geschmiedet, die für die un­abwendbare und gerechte Vergeltung ge­braucht werden, welche die verjudeten Gang­sternationen treffen wird."

ksrskls üer inneren krönt"

. Preßburg. Die slowakische Presse hebt die Gewißheit des Sieges hervor, die in den Reden der Reichsminister zum Ausdruck kam und weist auf die einmaligen Leistungen der deutschen Rüstungsindustrie hin.Grenz- bote" bezeichnet die Kundgebung als eine Parade der inneren Front".Slovak" schreibt, die Parole Deutschlands sei:Die

wurden von der bulgarischen Presse in gro- besten Waffen in die Hände der besten Sol

Vs» llitterkreur cke« Kriegsverckienstkreures. llrsts lleiks von links: ^.Ibin Lsvrstrki, Obermeister ckoksnne» ktollme^er. OT.-llrontorbeiter llosepb tkinksrboe. Zweite lleike: Karl Lckmick. Obermeister Lkristisn vsvickskover, Direktor Dr.-Ing. Walter llob- lanck. --- Dritte keike: Direktor Dr. Werner, tksuptckienstleiter Karl Otto Lauer.

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baten."Magyar Hirlap" betont, die Kraft der deutschen Waffen werde unüberwindlich sein.

in Lnglanü Wirkung niclrt verketilt

Stockholm. Selbst in England haben die Roden ihre Wirkung nicht verfehlt. Man kann sich auch dort ihrer unerbittlichen Logik nicht entziehen. So erklärt« z. B. ein Kom­mentator des Londoner Nachrichtendienstes zum Vergleich der Lage Deutschlands von heute mit der von 1918, den Reichsminister Dr. Goebbels anstellt«.Deutschlands Lag« ist heute nicht so, wie sie Anfang 1918 war. Abgesehen davon, daß wir beide Male das vierte Jahr eines Weltkrieges haben, Sann ich sehr wenig ähnliches zwischen 1918 und 1943 sehen. 1918 wurde die Ernährungslage in Deutschland außerordentlich schwierig, wahrend Deutschland 1943 aus Millionen Hektar eroberten. Gebieten sein« Nahrungs­mittel beziehen kann und die deutsche Er­nährung noch immer sehr reichlich ist." Pat­rick Lacy erklärte im Londoner Nachrichten­dienst, Goebbels behaupte, die deutschen U- Boote hätten England 1917/18 an den Rand des Abgrundes gebracht. Es stimmt, daß die U-Boote uns in eine akute Krise brachten. England dürfe sich heute nicht einen Augen­blick einbilden, daß es mit den U-Boöten fertig sei.

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Drabtbcricht unseres Vertreters

liw. Stockhplm, 7. Juni. DieTimes" verkündet wieder einmal mit einem deut­lichen Seufzer als Unterton, alle Hoffnungen auf einen Zusammenbruch der Achse seien irrig. Allzu neu erscheint diese Erkenntnis eigentlich nicht. Aber sie ist die Frucht der immer neuen Anschläge im Nervenkrieg, die sowohl auf eine Terrorisierung der deutsch­italienischen Bevölkerung wie auf Störung des Einvernehmens zwischen den Achsenmäch­ten abzielen wollte. DieTimes"-Feststellung bedeutet das Eingeständnis, daß der Fehl­schlag dieser Spekulation immerhin weit­

gehend begriffen wird. Damit aber ge­winnen die Drohungen mit dem Versuch zu einer militärischen Entscheidung noch keine größere Aktualität. Die Londoner und Wa­shingtoner Agitation bemüht sich, täglich neue Argumente zu finden, mit denen siebe­weisen" möchte, daß der bisherige Zeitverlust seine Bedeutung habe und die bisher ver­säumten Ereignisse nun baldigst kommen würden.

DieTimes" sucht es so hinzustellen, als ob die Antiachsenmächte jetzt bereit wären, den Krieg in Europa und im Pazifik gleich­zeitig mit voller Kraft zu führen. Die Ant-

Lcdversle Voivbea suk kork!

ZZ Hoiv/stl/ugrsugs in rwsi Togsn verflichtst

Aus dem Führerhauptquartier, 7. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Feindliche Angriffe am Kuban- Brückenkopf und südlich des Jlmensees wur­den erfolgreich abgewehrt. In der vergan­genen Nacht griffen starke Kampffliegerver­bände erneut die Jndustriewerke der Stadt Eorki an. Bei guten Sichtverhältnissen wurden zahlreiche Vombenvolltreffer in den Werkanlagen des bedeutenden Rüstungs- zentrumb erzielt. Ein Flugzeug wird ver­mißt. Die Luftwaffe versenkte vor der Kau­kasusküste zwei feindliche Schnellboote und einen Unterseebootjäger. Am 5. und 6. Juni wurden an der Ostfront 83 Sowjetflugzeuge vernichtet. Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen gestern im Tiefflug kriegswichtige Ziele der südenglischen Hafenstadt East- öourne mit sichtbarem Erfolg an."

Starke Verbände deutscher Kampfflug­zeuge starteten in der Nacht zum 7. Juni er­neut zum Angriff gegen das Panzerwagen­werkMolotow" in Eorki. Während der späten Abendstunden bis kurz vor Mitter­nacht fielen Bomben- aller Kaliber in den Zielraum, der durch Leuchtbomben so er­hellt war, daß man alle Einzelheiten klar erkennen konnte. Zudem erleichterte auch'das ausgezeichnete Flugwetter bei völlig wolken­losem Himmel die Orientierung. Verschie­dene Montagehallen erhielten wieder schwerst« Bombentreffer. Wirkungsbilder' von den bei­den ersten Angriffen auf das Panzerwagen- werk zeigen, daß zwei große Montagehallen und eine Schmiedewerkstatt völlig ausge­brannt sind, während andere Werkhallen und Gebäude ebenfalls zahlreiche schwere Bom­bentreffer ausweisen.

In llllunlerdrocdöllSll Vellsn gegen Kursk

kin5citz UN565S5 /(ompigsschwoc/sx bei 7og unc/ flocht übsr c/sm ?/s/

Von X>-!e»sUsrieiitsr OsrUrn-ck Usueiivkliei-

pk.ck. Im Osten, im Juni 1943. Es ist ein erhebendes Gefühl, in diesen ersten Juni- tagen seinen Blick über die Flugplätze der südlichen Ostfront schweifen zu lassen. Die starken und einsatzkräftigen Verbände unse­rer Kampfslieger, Jäger, Nah- und Fern­aufklärer, Sturzkampf- und Schlachtflieger und anderer Tpezialwafsen, die überall im täglich ablaufenden Flugbetrieb dem Feind Ttiche und Schläge versetzen, geben das zu­versichtliche Bild geballter Kraft.

Die Lücken, die der Winter auch hier schlug, sind restlos,wieder geschlossen. Die ulte Kampfkraft der Männer und Maschinen ist wiederhergestellt. Wenn es auch im eirp- -elnen manchmal ein tragisches Erlebnis ist,

heute einen Verband zu sehen, den man vor einem oder Zwei Jahren gekannt hat und dort nicht mehr Kameraden des fliegenden Personals von damals antrifft, so fliegen und kämpfen doch diese Verbände heute ebenso, wie sie es vor ein oder zwei Jahren getan haben. Die harten Opfer aus ihren Reihen bestimmen den Geist und die Hal­tung derer, die jene Lücken geschlossen haben. So sind es eigentlich nur die Menschen und ihre Maschinen, die sich erneuert haben. Ihr Kampfgeist und Einsatz sind gleich ge­blieben, doch haben sie das Gewicht einer zwar jungen, aber desto schwerer wiegenden Tradition als innere Gesinnung hinzu- erhalten.

Die schweren Einzelkämpfe und langen Winterschlachten, in der oft jede Besatzung

ganz allein dem Feind gegenüber war, hatt« wohl den alten Kampfflieger an jene Tage denken lassen, als sie aus riesenhaften, maje­stätisch daherfliegenden Verbänden den Feind anpacken durften. Jene Tage von Warschau, Dünkirchen, London. Belgrad oder Kreta find für immer in ihrem Erleben verankert. So sind gerade für die Alten in der Kampf­fliegerei die. Einsätze dieser Täge, die mit geballten Verbünden oft in mehreren Wellen gegen wichtige Verkehrsknotenpunkte der So­wjets geführt wenden, eine lebende Erinne­rung an ejne ersten Tage der jungen Luft­waffe. In dieser Reihe der schweren Schläge gegen empfindliche und wichtig« Nach schuh- und Verkehrsbasen der Sowjets ist es uns heute vergönnt, die F ndaufklärerbesatzung (Fortsetzung auf Seit« 2)

wart ist in der bemerkenswerten Erklärung des australischen Ministerpräsidenten Curtin vom Sonntag gegeben worden, die, wie ihr voller Wortlaut zeigt, noch viel aufschluß­reicher war als die erste von englischer Seite verbreitete Lesart. Eurtin erklärte rund heraus, die Politik des Vorranges der Kriegsuhrung gegen Europa mache eine um­fassende Ofsensive zur Besiegung Japans un­möglich. Er widerlegte damit die Londoner Lügenparole von der Doppclkriegiiihrung mit voller Kraft und kennzeichnet auch seinen eige­nen Appell an sie plutokratischen Kriegslei­ter, den Krieg im mzifik mit gleicher Stärke zu führen wi« den gegen Europa, als wenig begründet.

Curtin sagte ferner, die Vorstellungen MacArthurs und der australischen Regie­rung nach Verstärkung der amerikanischen Luftstreitkräfte seien hauptsächlich dadurch hervorgerufen worden, daß die amerikani­schen Jagdverbände die Zahl der australi­schen nur geringfügig überstiegen habe. Also die angeblich so gewaltige Hilfe der Vereinig­ten Staaten wäre selbst in Australien be. reits hinter den Versprechungen soweit zu­rückgeblieben. daß es erst dringender Mah­nungen sogar von feiten des amerikanischen Oberbefehlshabers bedurfte, um die Ver­säumnisse einigermaßen auszugleichen.

Wi« stark die ptutokratischen Politiker und Militärs ihre Oeffentlichkeit über die Folgen der Passivität im Pazifik und Ostasien zu be­täuben versuchen müssen, zeigt anschaulich eine Rede des llSA.-Marinechefs im Pazifik Admiral Niemitz. der den Kampf gegen Ja­pan alsbloße Arithmetik" hinzustellen be­liebte. Die amerikanische Produktion an Schiffen und Flugzeugen übertreffe die japa­nische derart, daß man die Auswirkungen dieses Mißverhältnisses nur abzuwarten brauche. Niemitz. der sich nach dem Muster sei­nes Chefs Knox schon oft der abenteuerlich­sten ^ Fehlrechnungen schuldig gemacht hat. Icheint >n der hohen Mathematik erst recht wenig beschlagen zu sein.'

, Daß bei dem Beschluß der englisch-ameri­kanischen Machthaber, dem Kampf gegen Europa weiterhin den Vorrang zuzubilligen, die Rücksichtnahme auf den Zustand Sowjet- rußlands im Vordergrund gestanden hat wird beispielsweise aus einem Bericht des englischen Rundfunkreporters Winterton aus Moskau ersichtlich. Winterton, der gegen­wärtig seinen Urlaub in London verbringt, spricht von einer ernsten Phase, die Sowjet­rußland gegenwärtig durchmesse. Das Leben der Sowjetarbeiter bestehe nur noch aus Arbeit und Schlaf. Nach dem Kriöge werde die Sowjetunion zweifellos einen unge­heuren Einfluß gewinnen und nur gute Be­ziehungen zu ihr könnten eine Grundlage für die Nachkriegswelt abgeben.

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ckr. m. Berlin, 7. Juni. Von den Kämpfen in der Rüstungsschlacht haben wir Deutsche bisher nur sehr wenig gesprochen. Wir haden gehandelt und unseren Gegnern das Reden überlassen, wovon sie aus ihrer inneren Un­sicherheit heraus auch sehr fleißig Gebrauch machten. Je weniger sie an Taten auszuwei­sen hat^n, desto mehr flüchteten sie sich in Traumzahlen hinein. Sie überschütteten sich selbst mit den Zahlen über ihre gewaltigen Leistungen, die sie auf allen Gebieten der Kriegserzeugung erreicht haben wollten. Und wie das bei den Amerikanern so ist, sie nah­men den Mund dabei so voll, daß ihre ein­zelnenSachverständigen" zueinander in Widerspruch gerieten. Wenn der eine von zehntausend sprach, dann sprach der andere von hunderttausend: wenn der eine schwarz sagte, meinte der andere weiß, so daß sich selbst ihre gläubigsten Zuhörer in diesem Durcheinander nicht mehr zurechtfinden konn­ten und die darüber hinaus vielleicht be­absichtigte Wirkung in dem Nervenkrieg ge­gen das deutsche Volk vollständig ins Lächer­liche abrutschte. Denn es ließ sich nun ein­mal nicht vermeiden, daß hin und wieder durch allerlei Hintertüren auch richtige Zah­len zum Vorschein kamen, und die standen zu dem, was Roosevelt und Churchill be­hauptet hatten, in einem, man kann nur sagen so grotesken Gegensatz, daß die ganze Propaganda wirkungslos verpuffte. Dabei haben es doch zumal die Amerikaner ver­hältnismäßig einfach gehabt; ihre E.rzeugung war immer noch erst im Anlaufen. Das ging sehr langsam, weil ja in jedem Falle der Kampf der Ressorts untereinander erst ausgefochten werden mußte. Immerhin, es war für sie einfach, von dem Ausgangspunkt null eine Vervielfachung ihrer Leistungen herauszurechnen. Nur daß sie sich eben in ihrem Eifer vergaloppierten.

Bei uns in Deutschland lief die Kriegs­maschine, so glaubten wir wenigstens, seit 1939 auf vollen Touren. Es wäre also immer­hin schon eine beträchtliche Leistung gewesen, wenn es gelang, diese Produktion durch vier Kriegsjahre zu halten. Wir wissen heute, daß der Führer und seine Mitarbeiter sich damit bei weitem nicht begnügt haben, daß wir vielmehr gerade auf dem Gebiete der Rü­stungsschlacht einen Sieg von unfaßbaren Ausmaßen errungen haben, der alle Hoffnun­gen unserer Gegner au; denGeneral Zeit" endgültig zunichte macht. Es gibt kein Ge­biet, auf dem nicht innerhalb der letzten Mo­nate noch erstaunliche Fortschritte herausge­holt wurden. Ganze Armeen an deutschen Männern sind aus den Waffenschmieden herausgeholt worden.

Trotzdem ist es gelungen, in weniger als einem halben Jahr dreieinhalb Millionen neue Arbeitskräfte einzusetzen, zum großen Teil Neulinge und Frauen, die sich an die Arbeit erst gewöhnen müssen. Trotzdem aber hat der Strom von Waffen für die Fronten keine Unterbrechung erfahren, im Gegenteil, er hat sich ein neues sehr viel breiteres Bett geschaffen und schaffen müssen, weil durch das Zusammenwirken aller die Erzeu­gung eine Rekordhöhe erreicht hat. An Mu­nition ist mehr als das Sechsfache, an schwe­ren Panzern das Dreifache aus den Werk-

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Nom, 7. Juni. Das Hauptquartier der italienischen Wehrmacht gibt bekannt:Im Mi"elmeer versenkten Fahrzeuge der ita­lienischen Kriegsmarine ein ' feindliches U-Boot. Mehrmotorige feindliche Flugzeuge belegten Messina, Reggio Calabr-a und weitere kleinere Ortschaften in der Straße von Sizilien mit Bomben. Unsere Jäger stellten den feinlichen Verband zum Kampf und schössen vier viermotorige Bomber ab Ein fünftes Flugzeug wurde vom Feuer der Abwehrbatterien getroffen und stürzte ab. Auch gestern war Pantelleria das Ziel wiederholter Fliegerangriffe, bei denen von Jägern und Flakartillerie sieben Flvqzeuqe vernichtet wurden. Der Feind verlor im Kampf mit deutschen Jägern weitere zwßi Kampfflugzeuge südlich von Sizilien sowie ein Spliftreflugzeug über der Insel Linosa (Lampedusa). Drei unserer Flugzeuge sind vom Tageseinsatz nicht an ihre Stützpunkt: zurückgekehrt."