Ausgabe 
(28.5.1943) 146
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N^chsstakkljalkers in Oldenburg und Vremen

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§reitag, 28. Mai 194Z

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- ' L. R. Bremen, 27. Mai. Die Eaukulturtage Weser-Ems 1943 haben mit dem fünften Tage ihren Höhepunkt erreicht in einer Kundgebung, bei der den erstmalig zur Ver­teilung kommenden Kunstpreis des Gaues im Namen des Gauleiters ausgehändigt er­hielten Professor Bernhard Winter, Oldenburg, als Vertreter der Bildenden Künste, August Hinrichs, Oldenburg, als Vertreter des Schrifttums und Musikdirektor Karl Schäfer, Osnabrück, als Vertreter der Musik.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine groß angelegte Rede des Leiters des Hauptkulturamtes in der Reichspropaganda­leitung -Brigadeführer Carl Cerff, die tn unserem bodenverbundenen Gau auf be­sonderes Verständnis stieß, schon insofern als der Redner darauf hinwies, alle unsere künftige Kulturübung, auch die städtische, müsse stets von neuem zurückgeführt werden aus ihre Wurzeln, die im fruchtbaren Bo­den des Volkstums stecken: auf den Heimat­klang der Sprache und des Dialektes, auf das edle Gut des Volksliedes, auf das ge­meinsame Mittun aller, das wertvoller ist als die Teilung in Darbietende und Auf­nehmende auf das Gesetz des Abstandes und der Seltenheit beim Gebrauch von Wort und Symbol und auch darauf, dass die Kultur­güter nicht an jedermann herangetragen werden wollen, sondern daß sie danach ver­langen, erstrebt erarbeitet und durch persön­liche Opfer errungen zu werden.

„Wer die Welt gestalten will", so zitierte der Redner den großen Lyriker Lenau, „der darf sie nicht ge­nießen". Und er stellte in Fortführung dieses Gedankens das Wort eines großen Soldaten an den Schluß seines VortrageS, indem er mit Llausewitz ausrief: „Euer ist die Zeit, und was sie sein wird, das wird sie durch Euch sein!"

Der Höhepunkt der Eaukulturtage 1943

Am Donnerstagoormittag 11 Uhr war der mit sparsamer Würde stimmungsvoll ge­schmückte große Saal der Glocke dicht besetzt, als unser Gauleiter mit seinen Gästen aus --Partei, Staat, Wehrmacht sowie den Ver­tretern der Künste den Raum betrat. Das Orchester der Hansestadt Bremen unter sei­nem Dirigenten Fritz Rieger spielte ein­gangs Carl Maria von Webers „Coriolan"- Ouvertüre und leitete damit über zu der Be­grüßungsansprache des k. Eaupropagandalei- ters Georg Seiffe, der von den Kultur­tagen unseres Gaues als einem trotzigen Be­kenntnis gegenüber allem feindlichen Terror sprach. Die heimischen Künste seien hier in ^kraftvollem Selbstbewußtsein zusammengefaßt worden, nicht, um damit eine repräsentative Geste auszuüben, sondern um an jeden ein­zelnen Volksgenossen herangetragen zu wer­den, damit er sie als sein eigen empfinde. Die Fülle der in diesen Tagen veranstalteten Dorfgemeinschaftsabende beweise mehr als Worte, daß es mit der Parole „An alle und mit allen" ernst sei. Habe doch die Künstler­schaft des Osnabrücker Deutschen National- theaters sich bereit erklärt, auf einem Flak­kreuzer in der Nordsee aufzutreten, oder spiele beispielsweise das Ensemble des Wil- helmshavener Theaters in der Nachbarstadt Emden — kurz, es sei allerortens eine be­glückende Aktivität und Einsatzfreudigkeit zu spüren. Fünf Uraufführungen und sechs Erst­aufführungen würden von den Theatern im Gau herausgebracht, und neuüzia Prozent aller Veranstaltungen trage die Partei mit ihren Gliederungen: ein Zeichen, daß sie ge- . willt sei, die von ihr ausgegebenen Parolen

- auch selbst in die Tat umzumünzen.

ss-Vrigadeführer Carl Cerff ging in seiner Rede von der Beobachtung auss daß Front und Frontgaue heute mehr denn je den Ruf nach kulturellen Gütern erklingen ließen. Dieser Kulturhunger sei zugleich die beste Legitimation unseres deutschen Füh­rungsanspruches, denn wir sind ein Volk, das ohne Kultur nicht zu leben vermag. Unser Kulturbewußtsein gibt uns zugleich die Kraft, gegen die Völker der Kultur- losigkeit und der Unkultur das Letzte einzu­setzen. In unserer heutigen Lage kommt es, nach einem Wort von Reichsminister D*- Goebbels, nicht so sehr auf die Stimmung, sondern auf die Haltung des Volkes an. Das Programm der Gaukulturtage Weser-Ems 1943 ist ein gültiger und vorbildlicher Be­weis für eine Haltung, die Beispiel zu geben vermag für alle. Die mobilisierenden Kräfte der Kunst stellen politische Kampf­werte dar: das ist eine Erfahrung, die sich die Staatsführung im ersten Weltkrieg nicht zunutze gemacht hatte. Im totalen Krieg

aber, der nach General Ludendorffs Wort „buchstäblich die gesamte Kraft eines Vol­kes beansprucht, wie er sich gegen sie richtet", müssen mir stark sein gegen jede Schwäche und jeden Zweifel, wie er mit der Dauer des Krieges nur zu leicht erwächst. Darum treten nunmehr neben die materiellen und die militärischen Werte unserer Kraftreser­ven auch und vor allem die seelischen, so wie unsere Soldaten wissen, daß sie nicht nur die Menschen und das Land, sondern auch das Erbe eines Beethoven, eines Dürer und Eriinewald verteidigen.

„Die Kunst ist kriegswichtig geworden, und die Kulturarbeit gehört zu unseren wert­vollste» Waffen. Wir stärken damit unsere Soldaten, wir erfreuen unsere Verwundeten, wir stützen die Hinterbliebenen der Gefalle­nen, wir ehren die toten Helden. Hier liegt ein weites Aufgabengebiet für die Partei, die als Willensträgerin dieser Zeit alles auf den Plan rufen wird, was mitzutun in

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Aus dem Führerhauptquartier, 27. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt: „Gegen die Ostfront des Kuban- Brückenkopfes traten die Sowjets ge­stern mit mehreren Divisionen zu heftigen Angriffen an. Unsere Truppen, von Kampf­und Nahkampffliegergeschwadern der Luft­waffe unterstützt, schlugen den Feind im Ge­genangriff zurück und brachten die immer wiederholten Durchbruchsversuche des Geg­ners zum Scheitern. Die Bolschewisten er­litten hohe blutige Verluste und verloren mehr als 40 Panzer. Im Finnischen Meerbusen lief ein sowjetisches Unterseeboot

auf eine deutsche Minensperre und sank. In den Gewässern der Fischerhalbinseln versenkten schnelle deutsche Kampfflugzeuge ein feindliches Frachtschiff von 1500 BRT. und warfen ein Küstenfahrzeug in Brand. An der Ostfront wurden gestern 63 Sowjet­flugzeuge bei fünf eigenen Verlusten abge­schossen. Im M i t t e l in e e r r a u m vernich­tete die Luftwaffe am 25. und 26. Mai 29 britische und nordamerikanische Flugzeuge, darunter 13 viermotorige Bomber. Vor der nordafrikanischen Küste wurde ein feindlicher Zerstörer in der Nacht vom 25. auf 26. Mai durch Bomben schwer getroffen."

der Lage ist. Denn die Kunst bedeutet nicht Flucht aus der Zeit, sondern Krastquell für sie. Nur der darf an ihr teilhaben, der be­reit ist, auch ein Opfer zu bringen. Wir werden dafür sorgen, daß die Rechnung un­serer Feinde, die mit den Maßstäben des vorigen Krieges arbeiten, der größte Trug­schluß der Weltgeschichte wird! Denn wir wissen, daß es der Geist ist, der entscheidet. Ihn aber wollen wir hier in der Heimat hoch und heilig halten, damit wir von der Kraft, die er ausstrahlt, abgeben können an die Front, die gerade jetzt die meiste Kraft nötig hat."

Der Redner gab nun aus der Fülle seiner Erfahrung als Jugendführer und kämpfender Soldat eine Reihe von Hinweisen für die praktische Kulturarbeit in der Heimat. Vor allem betonte er den Charakter jeder Kultur (Fortsetzung auf Seite 2)

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Von llsioksleiisr llraim Xaver Lctivvarr:

Es muß mit aller Deutlichkeit gesagt wer­den: Nicht der Nationalsozialismus hat den Bolschewismus auf den Plan gerufen und die Ursache für die gegenwärtige Auseinan­dersetzung auf Leben und Tod gegeben, son­dern mit dem Nationalsozialismus ist gerade noch zur rechten Zeit der ideenmäßige und militärische Damm gegen die Sturz­flut der Zerstörung aus dem Osten errichtet worden. Der Bolschewis­mus hat seinen Gegner und — das ist unser Glaube — auch seinen Ueberwinder gefun­den. Zwei Welten stehen sich gegenüber, auf der einen Seite die. Welt des art- und na­turgemäßen Lebens der Völker, auf der an­deren der Inbegriff der Zerstörung.

Wenn ein Teil im Körper eines Volkes seinem Egoismus und seinen niedrigsten In­stinkten durch eine Revolution unter Ab- schlachtung der anderen Teile dieses Volkes Geltung verschafft, so kann dieser Egoismus keineswegs ein Prinzip des Aufbaues, son­dern nur der Zerstörung sein. Wenn dazu noch die „Diktatur des Proletariats", das von den geistigen Urhebern dieses Begriffes erwiesenermaßen bereits mit dem Fluch des Minderwertigen beladen und aus dem Pöbel rekrutiert wurde, zur Herrschaft gelangt wie im bolschewistischen Regime, dann kann diese Minderwertigkeit nur eine Raserei ge­gen alles Höherstehende entfesseln, die bis zur Selbstvernichtung geht. Denn es ist das Kennzeichen des Minderwertigen im Leben sowohl des einzelnen wie einer Ge­meinschaft, erst dann zur Wirksamkeit kom­men zu können, wenn der leistungsmäßig und moralisch Üeberlegene ausgeschaltet ist.

Im Bolschewismus haben sich zwei Ele­mente der Äerneinung zur höchsten Potenz vereinigt: Der östlich-nomadische, zerstörungs- selige, jeglicher kulturtragenden Eigenschaft bare Nihilismus und der egoistisch-materia­listische jüdische „Geist". Zu ihrer Erhaltung und Herrschaft müssen diese Elemente alles Höherstehende bekämpfen und ausrotten: die kulturbildende Rasse, die Einzelpersönlichkeit als Träger des hochwertigen Lebens, das Prinzip des gesamtvolklichen Bestehens und die staatenbildende Vernunft.

Unsere Revolution dagegen umfaßte von Ansang an in ihrer Zielsetzung ein Staats- wesen, in dem allen Einzelwesen des Volkes Lebensberechtigung und Entfaltung gewährleistet sein sollte. Der umfassende Wertbegriff der gesellschaftlichen Ordnung im nationalsozialistischen Staat ist nicht eine Gruppe, etwa das „Proletariat", das bei uns immer nur ein fiktiver Begriff war son-

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Aus dem Führerhauptquartier, 27. Mai. Der Führer hat.an den Tenno das nachfolgende Telegramm gerichtet: „Eure Majestät! Unter dem tiefen Eindruck des hel­denhaften Einsatzes Ihres Flottenchefs des Großadmirals Jsoroku Pamamoto und in Würdigung feiner geschichtlichen Verdienste in dem gemeinsamen Kampf unserer Waffen habe ich dem gefallenen Helden das Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern verliehen."

Durch die Verleihung des Ritterkreuzes mit Eichenlaub und Schwertern für den im heldenhaften Einsatz gefallenen japanischen Flottenchef, Großadmiral Jsoroku Pamamoto, hat der Führer nicht nur eine besondere Ehrung für diesen hervorragenden japani- ichen Soldaten vollzogen, sondern gleich­zeitig damit auch dem Empfinden des qe- lamten deutschen Volkes Ausdruck verliehen. Nur mit Erschütterung vernahm das deutsche ^olk vor wenigen Tagen die Kunde von dem Heldentode Pamamotos, mit dessen Namen stch für alle Zeiten die Erinnerungen an me großen Erfolge der japanischen Marine im gegenwärtigen Kriege verbinden. Die

glänzenden Siege von Pearl Harbour. -die zahlreichen Seeschlachten in allen Teili,: des Pazifik, die Versenkungen der briiischeu Schlachtschiffe „Prince of Wales" uno „Re- pulse" waren fein Werk. So symbolisieren sich für uns in Pamamoto alle Tugenden des japanischen Soldatentums, die durch die gleiche Härte und Kühnheit, durch gleiche Einsatzbereitschaft und Hingabe, ebenso wie durch dieselbe Disziplin und dem gleichen ehernen Siegeswillen über alle Räume hin­weg ein ganz besonderes Band der Freund­schaft zwischen dem deutschen und japanischen Volke, zwischen unserer Wehrmacht und der­jenigen unseres japanischen Verbündeten knüpfen. Diesen Gefühlen hat auch Groß­admiral Dönitz mit seiner Botschaft zum Gedenktag der japanischen Kriegsmarine noch einmal Ausdruck gegeben.

Das Verdienst Pamamotos wurde vom Tenno mit der Anordnung eines Staatsbe­gräbnisses sowie mit der Ernennung zum tzroßadmiral und der Verleihung der ersten Klasse des hohen Ordens vom goldenen Geier gewürdigt. Darüber hinaus stand je­doch der Gedenktag der jäpanischen Kriegs­marine in diesem Jahre überhaupt im Zei­chen des Heldentodes Pamamotos. „Nippon

Times" schrieb aus diesem Anlaß, daß nichts besser geeignet sei, den unbezwingbaren Charakter der japanischen Flotte zu' kenn­zeichnen als der Lebenslauf des gefallenen Großadmirals. Um ihn zu rächen und seinen Geist zu befriedigen, werde die japanische Flotte und das ganze japanische Volk zu neuer Entschlossenheit angespornt werden. Aehnlich schrieb „Ascihi Schimbun" von der feierlichen Verpflichtung des gesamten japa- nischen Volkes, im Geiste Ycnnamotos alle Kräfte für, den Endsieg einzusetzen, „Ob an der Front oder in der Heimat, wir sind heute alle Soldaten", war in diesem Sinne das Leitwort, mit dem Japan den Ehrentag seiner Marine beging. Die Veranstaltungen zu diesem Tag gipfelten in der Auszeichnung von 75 bei Pearl Harbour, Diego Suarez, Port Sydney und anderen Pazifikope­rationen bewährten Offizieren und Ma­trosen der kaiserlichen Marine durch den Tenno, sowie in großen Tempel­feiern am Mein-, am Pasukuni und am Togo-Schrein. An dem letzteren wurde die historische Signalflagge „2" gehißt, mit der Admiral Togo die historische Seeschlacht von Tsuschima eröffnete. Gleichzeitig fand in Tokio eine Parade junger Marineflieger auf

dem Platz vor dem kaiserlichen Palaste statt, die besonderen Eindruck erweckte, weil die Marinefliegerei eine Spezialwaffe Groß­admiral Yamamotos war, der ja bekanntlich den Namen der „Vater der Seeadler" führte.

Gleichzeitig zieht die japanische Presse auch die Parallele von dem Tag bei Tsu- schima zu unserer Zeit. Der Sieg bei Tsu- jchima über die russische Flotte am 27. Mai 1905 glich, so heißt es hier. der Aussaat der Ernte, die jetzt geborgen wird. Aber schon jener Machtzuwachs Japans war für die USA. und England ein Dorn im Auge. Von diesem Augenblick an trafen sie ihre Vor­bereitungen gegen Japan. „Wenn unsere Gegner heute", so schreibt das japanische Blatt „Mainichi", „in diesem Kriege eine schnelle Entscheidung wünschen, dann sind wir jederzeit bereit, ihnen den Todesstoß zu geben. Wollen sie aber einen Dauerkrieg, so werden wir beliebig viele Flottentage durchholten, Sie dürfen dann nur nicht ver­gessen, daß wir jeden neuen Flottentag mit größer und größer werdenden Erfolgen be­grüßen werden, und daß jeder Flottentag sie näher an ihr Ende heranbringen wird,"

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dern das Volk in allen seinen Gliedern. Der höchste Wertbegriff des Einzelwesens dieses Volkes ist die Ehre. Der Nationalsozialis­mus hat die Ehre zum Allgemeingut jedes Trägers dieser Volksgemeinschaft erhoben. Es gibt keinen Stand, der mehr Ehre hätte als der andere. Der mit der Hand schaffende, Volksgenosse nimmt den gleichen Anteil an Ehre für sich in Anspruch wie der Geistes­schaffende, der Soldat den gleichen wie der Offizier.

Durch die Ehre wird die Erfüllung eines Befehls zum Auftrag der Gemeinschaft zur Freiheit. Die Ehre ist der Inbegriff des freien Willens zur Leistung und zur Notwen­digkeit der Pflichterfüllung als Dienst an der Gemeinschaft. Der Bolschewist kennt diesen Begriff der Ehre nicht wenigstens nicht in der Praxis. Die Überzeugung zur .Pflicht' wird dem Bolschewisten mit der Pistole des Kommissars beigebracht oder man bindet ihn in seinem Schützenloch fest. Die Ehre unter­scheidet auch den Soldaten vom Verbrecher. Der Soldat kämpft, der Verbrecher mordet, wie dies die Bolschewisten mit System tun.

An der Ehre scheiden sich die beiden Wel­ten, aber auch an dem Wertbegriff der Lei­stung. Die Leistung erfordert höchste Ent­faltung der Persönlichkeit im Dienste des Gemeinwesens. Der Nationalsozialismus erhebt zur Forderung: Je stärker die Ein­zelwesen seines Staates physisch und geistig entwickelt werden können, um so stärker ist das Staatswesen. Der Bolschewismus muß zur Ausrottung des Eigenwillens der Glie­der seines „Staalswesen's" schreiten, um nicht durch Wachrufen der Vernunft die Unnatur seines Systems erkennen zu lassen. Schöpfe­risch kann der Bolschewismus nur im Spezia­listentum enden, und da auch nur insoweit, als das Geschaffene wiederum der Zerstörung dient.

Vernichtung der Persönlichkeit oder bestenfalls Zwangserziehung zum Spe­zialgebiet, zur Funktion, das ist der Bolsche­wismus. Dieser Tendenz werden alle Aeuße­rungen des Lebens unterworfen. Es dient ihr die Beseitigung des Privatbesitzes ebenso wie die Auflösung der Familie. Bei uns alles Natürliche als Ableitung seiner Ge­setze auch auf die Gemeinschaft, ein Auf- wärtsentwickeln und ein „Hinaufpflanzen" mit dem Grundsatz der Auslese, dort Zwangs­konstruktion des Gemeinschaftslebens und der Staat um seiner selbst willen. Hier Teilhaben aller Glieder des Volkes an den Gütern der Kultur. Heraufziehen aus der Niederung, dort Nivellierung auf die Ebene der Unter­welt des Verbrechers. Die Inkarnation des deutschen Inbegriffs vom Bösen, der Me­phisto erscheint als ein galanter Abenteurer mft Etikette und geradezu als notwendiger Schatten zum Licht des Guten gegenüber dem dortigen ungeheuerlichen nackten Prinzip des absolut Bösen. Unser Begriff vom Bösen ist aus unserem Wesen heraus geradezu harmlos und läßt keinen Vergleich zu mit dem dortigen System des Mordes und des entfesselten Chaos.

Dem Zwang auf der anderen Seite steht die Freiheit des deutschen Geisteslebens gegenüber. Es ist in seiner langen Entwicklung so souverän in seiner Wirksamkeit, daß es die Grundlage unjeres Wesens überhaupt ausmacht. Wir bauen Tanks, denken an die totale Durch­führung dieses Krieges und handeln da­nach. Wir denken aber immer universell, wir schöpfen unsere Kraft aus der Tiefe und dem unermeßlichen Reichtum des deut­schen Wesens, dessen Inbegriff die Großen unseres Geistes sind: Goethe. Beethoven,

Hölderlin, Kant und Friedrich der Große Jeder hat da seinen eigenen geistigen Halt. Der Bolschewist denkt nur an Tanks, weil er der Maschine als Materie dienen muß.

Es ist unser deutsches Wesen, wie es Dietrich Eckart dichterisch zum Ausdruck ge­bracht hat: „Zur Einheit will der

Deutsche, will heraus aus Trug undSchein.einTanzeswiller Dieses Universelle im deutschen Wesen' ist seine Größe und seine Stärke. Es ist zugleich der stärkste Gegensatz zur Dumpfheit des