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INittMoch. 26. Mai 194Z
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ckr. mt. Berlin, 25. Mai. Der Sender in Tschungking ist Tag und Nacht in Bewegung, u«i Hilferufe nach Washington und London zu funken. Eine Hiobsbotschaft sagt die andere. Die Tschungking-Chinesen melden, daß ihre Hauptstadt Tschungking in stärkstem Mähe bedroht sei, denn die Japaner hätten, wie bereits gemeldet, eine grotz angelegte Offensive mit schnellen Truppen im Dangtsetal begonnen, sie bewegten sich sehr rasch nach Westen in Richtung auf Tschungking. Die Stadt Jtu zwischen Jtschang
Usus killsrkreurlrLger
Berlin, 25 Mai. Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Eöring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generalleutnant Eotthard Frantz, Kommandeur einer Flakdivision. — Ferner verlieh der Führer das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an folgende Infanterie-Offiziere: Oberst Busso von Wedel, Kommandeur eines Grenadier-Regiments, Major Otto Ernst Reiner, Bataillonskommandeur im Grenadier-Regiment ..Großdeutschland", Oberleutnant d. R. Dr. Wolfgang Meinhold, Kompaniechef in einem Grenadier-Regiment.
Der Führer verlieh ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Großadmiral Dönitz, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an den Korvettenkapitän Eianfranco Gazzana, der als Kommandant des italienischen Unterseebootes „Archimedes" 12 feindliche Handelsschiffe mit 101 929 BRT. versenkt und einen Kreuzer der Pensavola- Klasse torpediert hat.
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Der 10jährige Rudolf Polivka auBDortmund
rcl. Hagen, 25. Mai. Bei der Bekämpfung der Notstände der durch die britischen Ter- rorangriffe auf deutsche Städte hervorgerufenen Katastrophen zeichnet sich die Hitler- Jugend durch eine besondere Einsatz- und Tatbereitschaft aus. Noch während die Briten ihre feigen Angriffe auf Frauen und Kinder richten, noch während Bomben krachen und Flaksplitter aufschlagen, steht die Jugend bereits im Einsatz und rettet, was zu retten ist. Wieviele Frauen und Kinder und wieviel wertvolles deutsches Volksgut ist schon durch die Jugend gerettet worden. Kaum ist der Tag gekommen,, dann geht die Jugend daran, die Bombenschäden zu beseitigen, Möbel zu bergen und den Obdachlosen zu helfen.
Symbolisch für die gesamte Hitler-Jugend im Gau Westfalen-Süd wurde jetzt einer d'er Jüngsten ausgezeichnet, der tapfer als lOiäh- riger Pimpf seine Pflichl getan hat: Rolf Polivka aus Dortmund. Der Führer hat ihm für sein tapferes Verhalten in einer Angriffsnacht auf Dortmund das Kriegsver- dienstkreuz 2. Klaffe mit Schwertern überreichen lassen. Damit ist Rolf Polivka der jüngste Schwertträger des deutschen Volkes.
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Rom, 25. Mai. Der italienische Wehrmacht- bericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut: „Das Hauptquartier der Wehrmacht
gibt bekannt: Italienische Flugzeuge erreichten wach einem langen, schwierigen Flug, militärische Ziele im Sudan und in Jtal.enisch- Ostafrika, die sie wirksam angriffen. Die Häfen von Djidjelli und Bone wurden von Verbänden der deutschen Luftwaffe bombardiert. Ein Handelsdampfer, der schwer getroffen wurde, kann als versenkt betrachtet werden. Feindliche Luftangriffe auf die beiden Küsten der Meerenge von Messina, auf Castania und auf verschiedene Ortschaften :n Sardinien verursachten einige Schäden. In Reagio Calabria waren die Schäden empfindlicher. Unsere Jagdflugzeuge schössen in erbitterten Luftkämpfen über Sizilien und Sardinien acht Bomber ab. Zehn weitere Flugzeuge wurden von der Bodenabwehr vernichtet.
und Shasho ist bereits von den Japanern erobert worden.
Das Schwergewicht der Kämpfe scheint auf dem Südufer des Jangtse-Flusses zu liegen, dann aber auch in der Nähe des Tungting- sees, südwestlich von Jtschang. Die Japaner sind in diesem Raum am weitesten vorgedrungen. Sie haben einen riesigen Halbbogen um Schanghai herum gelegt, der etwa bis zum Tungting-See reicht, während die Gebiete im Süden längs der Küste nur auf einige hundert Kilometer Entfernung von den Japanern besetzt sind. Die Ausgangsstellungen für die japanischen Truppen sind günstig. Sie haben in den letzten Wochen an allen Frontteilen ihre Stellungen wesentlich verbessert und vor allem durch die Ab- splitterung von Tschungking-Formationen die Front ihrer Gegner geschwächt. Dabei haben sie nicht nur mit der Waffe, sondern auch mit der Propaganda gekämpft und erreicht, daß zahlreiche hohe Offiziere, darunter mehrere Heerführer mit ihren Truppen, zu den Japanern übergegangen sind. Diese A.rmee- führer haben Erklärungen zugunsten der Nankingregierung und damit Japans abgegeben und vor allem auch durch ihre Berichte einen interessanten Einblick in die Verhältnisse im tschungking-chinesischen Lager gewährt. Hier stehen sich vor allein die Tschungking-Truppen und die Kommunisten feindselig gegenüber. Tschiangkaischek selbst besitzt zwar noch überall Autorität, aber die Verhältnisse kann er längst nicht mehr meistern. Im Lande herrscht eine unbeschreibliche Teuerung und'eine rapide anwachsende Verarmung. Tschungking selbst wird nach ausländischen Berichten als ein Heerlager bezeichnet. Die Hauptstadt befindet sich unge
fähr 100 Kilometer von der Front entfernt. 400 Kilometer sind in einem Feldzuge keine auffallend lange Strecke, besonders wenn die Offensivtruppen sehr rasch die gegnerische Verteidigung durchstoßen und sich vorwärts bewegen können. Die englischen und amerikanischen Korrespondenten in Tschungking scheinen jedenfalls damit zu rechnen, daß die Japaner in absehbarer Zeit einen ganz großen Erfolg erringen werden, der seine Krönung durch einen Einmarsch in Tschungking finden wird.
Der Raum, der der Tschungkingregierüng zur Verfügung steht, ist, gemessen mit asiatischen Maßstäben, nicht sehr grob, wenn auch noch die riesige Provinz Singkiang (Ost- turkestan) zur Verfügung steht. Aber diese Provinz ist im Laufe der chinesischen Bürgerkriege, dann aber während des jetzt sechs Jahre währenden Kampfes Tschungkings gegen Japan mehr und mehr unter sowjetische Vormundschaft geraten und wohl heute praktisch schon ein Teil der Sowjetunion.
Daß d-e Stimmung bei den Tschungking- Chinesen alles andere als rosig ist, geht schon seit Monaten aus allen einlaufenden Berichten hervor. Frau Tschiangkaischek arbeitet noch immer in Washington mit den Mitteln der Ueberredung. Sie hat jedoch- bisher ebenso wenig Glück gehabt wie eine militärische Mission der Tichungking-Regierung, die monatelang in Washington herumsaß und nicht einmal beachtet wurde. Immerhin ist es nicht ausgeschlossen, daß die Amerikaner eine Schwergewichtsverlagerung ihrer Kriegführung vornehmen nachdem sie den Hebel zunächst bei Attu angesetzt haben. Ihnen gefällt es natürlich nicht, daß die Japaner sehr ^ (Fortsetzung auf Seite 2)
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Von Hans Henning Freiherr Grate *
Am 26. Mai 1923 starb Avert Leo Tchiia- geter unter den Kugeln der Franzosen, die mitten im Frieden in deutsches Land einge- iallcn waren. ' .
Nun sind zwei Jahrz'ehnte vergangen, daß Albert Leo Schlageter am Opferpfahl auf der Eoizheimer Heide bei Düsseldorf unter französischen Kugeln sein junges Leben für Deutschland dahingab. und wenn jemals die
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Rom, 25. Mai. Ueber den im italienischen Wehrmachtbericht bekanntgegebenen Angriff italienischer Flugzeuge auf militärische Ziele im Sudan und in Italienisch-Ostafrika veröffentlicht die Stefani-Agentur folgende interessanten Einzelheiten:
Im Laufe der Nacht zum 24. Mai haben italienische Langstreckenbomber wirksam militärische Ziele in Port Sudan am Roten Meer und in der Zone von Asmara in Eritrea angegriffen. Dieser von weit vorgeschobenen Stützpunkten aus erfolgte Feind- flug richtete sich gegen zwei feindliche Stützpunkte, die für die feindliche Nachschubversorgung im Mittleren Osten von außerordentlicher Bedeutung sind. Ein bedeutender Teil des gesamten engbischen Nachschubs trifft heute auf dem Seewege in Port Sudan ein. während die nordamerikanischen Lufttransporte auf der transafrikanischen Strecke sowie die britischen Luftverbindungen nach dem Mittleren Orient heute auf dem Flughafen Eoura zusammentreffen.
Die italienischen Langstreckenbomber verließen den im östlichen Mittelmeer gelegenen Stützpunkt im Morgengrauen des 23. Mai. Angesichts der Länge der Strecke war eine vorhergehende Feststellung der atmosphärischen Flügbedingungen nicht möglich. Die Navigation war daher außerordentlich schwierig. Nach IIV 2 Stunden erreichten die italienischen Flugzeuge Port Sudan. Trotz leichten Nebels konnten die Angriffsziele eindeutig festgestellt werden. Der Angriff wurde aus einer Höhe von 300 Metern durchgeführt. Abgeworfen wurden Spreng- und Brandbomben, die Depots und Lagerhäuser trafen.
Die zweite Angriffsaktion richtete sich gegen militärische Ziele in der Zone von Asmara in Ostafrika. Nach einem Flug von 11 Stunden und 45 Minuten erreichten die italienischen Flugzeuge den Lufthafen Goura. Der Angriff erfolgte für den Feind völlig überraschend. Bei Hellem Licht bot er ein günstiges Angriffsziel. Aus einer Höbe von 1000 Metern wurden die Bomben aus den' Flughafen geworfen. Die Platzeinrichtungen und eine daneben liegende Fabrik wurden getroffen. Eine schwere Explosioit, der ein ausgedehnter Brand folgte, zeigte die durchschlagende Wirkung des Angriffs. Sämtliche Flugzeuge, die an den beiden Angriffsoperationen teilnahmen, kehrten am 25. Mai
früh wieder zu ihren Ausgangsstützpunkten zurück. Die Flugdauer betrug 23 bzw 24 Stunden.
Die in Rom abgegebene Erklärung, daß die- militärische Führung Italiens nicht daran cdnke, den italienischen Luft- und Seestreitkräftcn nur defensive Aufgaben zu stellen, sondern Luftwaffe, 'U-Voote und Sturmkampfmittel der Kriegsmarine zu Offensiv zwecken einsetzen würde, ist sehr schnell durch den Angriff italienischer Langstreckenflugzeuge auf militärische Ziele des Sudans und Lstafrikas bestätigt worden. Die militärischen Ziele, wie die Hafenanlagen des Port Sudan, die Eisenbahnknotenpunkte von Atbara und Berger sowie die Flugplätze um Karthum. hatten nach der lleberwältigung des italienischen Widerstandes in Ostafrika (November 1941) verhältnismäßig lange Zeit Ruhe. Jetzt aber wurden sie aus ihrer trügerischen Sicherheit wieder geweckt.
In Italien - herrscht über die Leistungen der italienischen Langstreckenbomber, die Ziele in über 3000 Kilometer Entfernung von Italien erreichten, große Genugtuung. Die Unternehmung erinnert an den An
griffsflug italienischer Langstreckenbomber unter der Führung von Major Muti am 20. Oktober 1941 gegen die Oelgebiete und Raffinerien auf den Bahrein-Inseln und am Peröschen Golf. Zugleich wird in der italienischen Oeffentlichkeit die Häufung von Luftangriffen aus den algerischen Hafen Djedjelli, 96 Kilometer westlich von Bougie, vermerkt. Während Bone, Philippeville, Algier und auch Oran im Verlauf des Tune- sien-Feldzuges wiederholt von der Achsen- luftwaffe angegriffen wurden, tauchte der Name des Hafens Dj^jelli kürzlich erstmalig in Am deutschen und italienischen Wehrmachtsberichten auf, so daß die Vermutung berechtigt erscheint, daß von britisch-amerikanischer Seite Djidjelli zu einer Ar? von Ausweichhafcn für die immer wieder bombardierten Häfen von Bone und Bougie ausgebaut wurde. Djidjelli, das seinen eigentümlichen Namen von dem wichtigen Handelsplatz der Karthager Eilgili ableitet, war früher ein unbedeutendes Hafenstädtchen mit etwa 9000 Einwohnern, darunter 1800 Europäern, das bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts als Piratenhafen einen gefürchteten Klang an den nordafrikanischen Küsten hatte.
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i/on 11 Ongpst/snclsn ^Oiv/stmoscliinsD ivurc/sn 10 akys5c1i055sn
Fiihrcrhauptquartirr, 25. Mai. Das Ober-,zeuge der Kriegsmarine sieben mehrmotorige britische Flugzeuge zum Absturz und beschädigten vier weitere fchwer.
kommando dev Wehrmacht gibt bekannt: „Von der Ostfront wird nur aus einigen
Abschnitten erfolgreiche eigene Stoßtrupp- tätigkeit gemeldet. Die Luftwaffe rührte schwere Angriffe gegen stark belegte Ausladebahnhöfe ded Feindes und bombardierte an der mittleren Wolga ein großes Werk der Flugrllstungsindust'rie. Bei einem Angriffsversuch eines Verbandes feindlicher Schlachtflugzeuge auf einen deutschen Frontflugplatz wurden von den elf angreifenden Sowjetflugzeugen zehn noch vor Erreichen des Zieles abgeschossen.
Bei einem erfolglosen Angriff eines starken Verbandes britischer Kampfflugzeuge gegen ein deutsches Geleit vor der niederländischen Küste brachten Sicherungsfahr
Schwere deutsche Kampfflugzeuge bombardierten in der vergangenen Nacht die Häfen Bone und Djiojelli. Ein Handelsschiff erhielt so schwere Treffer, daß mit seiner Vernichtung gerechnet werden kann. Flakartillerie der Luftwaffe schoß im Mittelmeerraum neun feindliche Flugzeuge ab. Nach abschließenden Feststellungen verlor die britische LiNtwaffe bei dem Anariff auf westdeutsches Gebiet in der Nacht zum 24. Mai vierundvierzig Bomber. Rumänische Jagdverbände an der Ostfront zeichne-^ ten sich in letzter Zeit besonders aus. Sie schössen in kurzem Zeitraum 31 Sowjetflugzeuge im Luftkampf ab und zerstörten fünf weitere Flugzeuge am Boden."
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rä. Bukarest, 25. Mai. Unter den Strömen Europas ist die Donau lange Zeit im Schatten des allgemeinen Interesses geflossen. Auch als in der Mitte des vorigen Jahrhunderts der Südostraum wieder Bestand- teil Europas wurde, blieb dieses Interesse schwach, obwohl es wirtschaftlich doch verlockend erscheinen mußte, den mächtigsten Wasserweg des westlichen zivilisierten Kontinents nutzbar zu machen. Ueberall in der Welt tauchte der europäische Unternehmer auf, zu Investitionen und Risiken bereit — aber der Donauraum blieb spröde. Die Orientbahn nach Saloniki und Istanbul kam zustande, die Bagdaddahn wurde beschlossen, doch der Schiffsverkehr auf der Donau belebte sich wenig. Es fehlte nicht an Häfen: Wien, Preßburg. Budapest, Belgrad — aber
dann kam das eiserne Tor und die Einsamkeit der rumänisch-bulgarischen Strecke, bis erst nahe der Mündung Galatz noch einmal kaufmännifche Geschäftigkeit an sich zog.
Ein Strom, der als Handelsstraße etwas taugen soll, muß gut organisiert sein, Was nützt es, wenn in Regensburg und Wien die Umschlaghäfen für einen flotten Schiffsverkehr eingerichtet sind, aber näher der Mündung die Einrichtungen für Verladung, Lagerung und Transport der Güter ständig abnehmen und wenn der gegebene End- hafen, Constanza, gar nicht an der Donau liegt und auch nicht durch einen Kanal mit dem Strom verbunden ist, sondern ein isoliertes Dasein am Schwarzen Meer führt? Zweimal hatte sich die Donau der Schiffahrt versagt: Am Eisernen Tor und im Delta.
Wenn die Schiffe das Eiserne Tor! bei Sulina. Sie gegenüber den unaufhörlich passiert haben'und an der prächtig gelege-,aus den Ebenen und Bergen Europas hörnen Insel Ada-Kalch vorbei Stadt und ausgeschwemmten Schlickmassen offen zu hal- Hafen Crsova anlaufen, steht ihnen erst noch ten, ist frühzeitig als eine europäische Auf- die Sperre von Kasann bevor, wo sich der gäbe erkannt worden. Seit der Entstehung zuvor noch zwei Kilometer breite Strom zu des rumänischen Staates gibt es eine inter- einem schmalen Wasserarm verengt und die ^ nationale Kommission für die Donau-Mün- Wassermassen eine Tiefe von 150 Meter er-,düng. Trotz der ewigen politischen Spannun- reichen. Noch heute ist die Strecke am Eifer- gen, trotz der Zeiten völliger Gleichgültigkeit nen Tor ein nicht vollkommen überwundener gegenüber der Donau, trotz mancher Schi- Engpaß, so viel auch dauernd zur Erleich- kauen und wiederkehrenden Geldforgen 'ver> terung der Schiffahrt gebaut wird. Nunmehr mochte die Kommission für eine freie Fahrt liegen verschiedene deutsche und rumänische durch die Donaubarriere zu sorgen aber die Pläne vor, um nach dem Kriege der Ka- Passage ist mühselig und langwierig ge-
tarakte Herr zu werden.
Nicht viel besser sieht es an der Donau- mündung aus. In dem gewaltigen Delta gibt es eine Hauptausfahrtstraße, diejenige
blieben.
Der über 2400 Kilometer schiffbare Strom könnte ein politischer und wirtschaftlicher Fak- (Fortfetzung auf Seite 2) ,
Allmacht des Schicksals den Deutschen in schwärzester Not ein Beispiel aufrichtete, daß das Leben des Einzelnen nichts bedeutet und erst in der Verbundenheit mit der Gesamtheit seinen unsterblichen Sinn erhält, so ist es den Menschen von heute der Weg Schla- geters.
Unter den Schwarzwaldtannen, dort wo das Wiesental seine schwellenden Matten an Berglehnen und dunkle Wälder schmiegt, stand sein Elternhaus. Der unbekümmerte, fränkische Bauernfohn war Anführer bei allen luftigen Knabenstreichen, und die Dorfjungen nannten ihn „Kommandeur". Nach dem Wunsch der Eltern, die seit dreihundert Jahren im gleichen Häuschen auf kärglicher Scholle saßen wie ihre Ahnen, siedelt der Junge schließlich nach Freiburg über. Er soll etwas lernen, und wenn dem erden- schweren Denken des Landmenschen das Gymnasium auch schwerfällt, Albert Leo schafft es, wie er noch jedes Schwere in feinem kurzen Leben zwingen wird. Als im August 1914 der Weltkrieg ausbricht, legt der Gymnasiast sein Notabitur ab und rritt als Freiwilliger in das Feldartillerie-Regiment Nr. 76 ein.
Unnütz zu sagen, daß Schlageter voll und ganz im Felde seine Pflicht tut. Schon mit dreiundzwanzig Jahren wird er Leutnant, untz bald gehört Schlageter zu den tapfersten und zuverlässigsten aller Frontoffiziere. Doch wenn ein Nuhmeskranz schon jetzt unsichtbar seine Stirne ziert, so krönt dieser zugleich auch sein ganzes heldenhaftes Geschlecht, das schweigend, selbstverständlich überall, wo an den Fronten Deutsche kämpfen, sein Leben einsetzt, um dafür ein höheres, das einmal einer neugeborenen Gesamtheit gehören soll, zu gewinnen: diese aber wird endlich sich deutsche Nation nennen dürfen! Auf den Schlachtfeldern des großen Krieges wird sie gehämmert, und was danach an Irrungen und Wirrungen auch kommen mag, dieses letzte und höchste Ziel wird dennoch erreicht werden; das Opfer der Millionen hat sie gesichert. Und welchen Weg Albert Leo Sch'la- getcr auch ferner beschichten mag bis zu jenem todestraurigen Moraen des 26. Mai 1923. er bleibt noch als Märtyrer und c n- lamer Nachfahre jener tapferen Scksill'chen Elf in Wesel bis zuletzt der stärkste Ausdruck für die Sendung der Kriegsgeneration, die kein Weltkrieg hat zerbrechen kön-ren: fort und fort verschwendete sie sich für Deutschland. Saat und Einsaat für eine reiche Ernte, die heute eingebracht werden soll.
An der Spitze seiner Batterie, mit der ihn bis zum letzten Kanonier eine unlösbare Kameradschaft verbindet, erlebt Schlageter die traurigen Stunden de^ Waffenstillstandes und kehrt mit den Seinen als Hort im Chaos der meuternden belgischen Etappe über den Rhein in die Heimat zurück. Ihr Gesicht scheint ihm seltsam verändert; es hat nichts zu/tun mit jener Vorstellung von einem neuen und besseren Deutschland, für das er und alle Kameraden gefochten haben. Im stillen Schwarzwaldtal versucht der Heimkehrer die aufgewühlten Gedanken -zu beruhigen und weiß'doch: für Ruhe ist
keine Zeit. Kaum ertönt aus den baltischen Landen der Notruf, wo deutsche Stammesbruder unter der Geißel der Bolschewiken leiden, meldet sich Schlageter von den Bänken der Freiburger Universität zur Stelle. Im Freikorps Modem tritt er mit seiner Batterie den Marsch nach Kurland an.
Da ist die alte Stadt Riga. Seit den Zeiten des Schwertritterordens zeugt hier jeder Stein, jeder Kirchturm vom deutschen Wesen. Jetzt Hausen die Roten in ihren Mauern und halten Balten jeden Alters und Standes, vom gebrechlichen Greis bis zum lallenden Kind, als Geiseln in ihrer Hand Am 22. Mai 1919 tritt die Abteilung von Medem durch Sümpfe und Wälder den überraschenden Vormarsch zur Befreiung der unglücklichen Opfer an. Mit seinem Geschütz ist Schlageter einer der ersten -an der Dllna- brücke vor Riga und öffnet die Gasse. Mit eigenen Händen hat er sorgsam das Rohr gerichtet. Das Unglaubliche wird Wahrheit die Deutschen in Riga sind befreit '