Ausgabe 
(24.5.1943) 142
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Nr. 142 , 1Z. Zaisryang

Montag. 24 Mai 1S4Z

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Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

Aos. Berlin, 23. Mai. Bereits das erste Echo aus die Meldung yon der Auslösung der Dritten Internationale zeigt, daß der Roßtäuschertrick Roojevelts und Stalins allzu plump angelegt ist, um nicht durchschaut zu werden. In der Tat suhlt man sich bei der Meldung wieder an jene dreiste Verneb- lungstaktik erinnert, mit der der Kreml nach dem Bekanntwerden des Massenmordes von Katyn der Welt vorzuspiegeln versuchte, es handele sich bei dem Massengrabs der pol­nischen Osfiziere um vorzeitliche Funde . . .

Die Reaktion der europäischen Welt be­wegt sich von starken Vorbehalten gegen die Wahrheit der Meldung bis zur entrüsteten Ablehnung der mit der Bekanntgabe der Auslösung der Dritten Internationale an die Leichtgläubigkeit der Welt gemachten Zu­mutung. Ganz allgemein wird der Moskauer Schritt als ein politischer Schachzug bewertet, wobei lediglich die Gründe, die man hinter diesem Trick vermutet, verschieden beurteilt werden. Die Zeitungen entrüsten sich über das neue Maskenspiel des Bolschewismus, dem alle Mittel recht sind. „Wieviel Dumm­heit und Leichtgläubigkeit müssen die So­wjets den Völkern zutrauen", schreibt die spanische Zeitung „da", „wenn sie es wagen, ihnen nach den blutigen Erfahrungen, die die Welt mit dem Kommunismus machte, solchen Schwindel vorzusetzen. Hat man denn die un­endliche Kette der Verbrechen, Betrügereien und Lerrätereien vergessen, die die Geschichte des Bolschewismus auf internationalem Ge­biete in sich birgt?" „Arriba" verweist dar­auf, daß der neue Schritt Moskaus lediglich die Durchführung des bolschewistischen Grund­satzes darstellt, die kommunistische Taktik dem Augenblick anzupassen, um die letzten Ziele der Komintern um so leichter erreichen zu können. Als Beispiel wird dabei aus den Beschluß der Komintern von 1935 verwiesen, durch den die Zusammenarbeit der Kommu­nistischen Gruppen in den einzelnen Staa­ten mit bürgerlichen Parteien gestattet und damit die „Volksfront" geschaffen wurde. Unabhängig davon blieb jedoch der Artikel dreißig des Kominternstatutes bestehen, der den Kommunisten die geheime Wühlarbeit zur Pflicht machte. In Finnland verweist man darauf, daß die Sowjetregierung schön immer versicherte, daß sie mit der Tätigkeit der kommunistischen Internationale nichts gemein habe, aber stets im Gegensatz zu die­sen Versicherungen handelte. „Hrvatski Narod" in Agram spricht von dem neuen „großen Schwindelmanöver", das die ganze

Schwäche Stalins nach der mißlungenen Winterosscnsive bloßstelle. „Stalin der Viel- gesichtige, wieder einmal als Nationalist!", schreibt die Zeitung und fügt hinzu, „schlau, wie der bolschewistische Diktator sei, habe er noch nicht einmal die Auflösungsorder unter­schrieben.

Fast noch aufschlußreicher als diese Stim­men sind diejenigen, die zu dem Auslösungs­beschluß aus dem feindlichen Lager kommen, stellen sie doch eine vollinhaktliche Bestäti­gung des durch die Indiskretion gut infor­mierter Amerikaner in Lissabon bekannt­gewordenen Inhaltes des Rooseveltbriefes an Stalin dar. Elobereuter erklärt in einer Mitteilung aus London, daß „die Komintern immer der Reibungsgrund zwischen Sowjet- rußland und der kapitalistischen Welt sei und verrät damit, daß die neue Maßnahme Sta­lins auch den Zweck hat, den Bolschewismus vor allem in den USA. salonfähiger zu machen und die breite Kluft des Mißtrauens zu überbrücken, durch den er trotz aller Bünd­nisse bisher, wenn auch nicht von den Re­gierungen, so doch von den breiten Massen in den USA. und auch in England ent­

fernt war. Die Stockholmer Zeitung „Afton- bladet" erfährt aus kommunistischen Kreisen Schwedens, daß Stalin mit der Auflösung ein Versprechen gegenüber Roosevelt und- Churchill erfüllt habe. um eine „Beruhigung der Hochfinanz" zu erzielen. Der Londoner „Observer" erweitert diese Meinung noch, wenn er schreibt, daß die sowjetische Maß­nahme eine „Ermutigung für alle diejenigen in England und in den Vereinigten Staa­ten bedeute, die auf eine engere *Zusammen- arbeit mit . der UdSSR. hoffen. Unsere gestrige Vermutung, daß dieser Schritt auch als Plattform eines beabsichtigten Treffens Roosevelt—Churchill—Stalin zu gelten habe, wird von der „Newyork Times" bestätigt, die erklärt, daß die Auslösung der Dritten Internationale der Nachricht über die Ein­ladung Churchills an Stalin, sich mit ihm und Roosevelt zu treffen, „zunehmende Be­deutung" gebe.

Eine ganze Reihe weiterer Stimmen aus dem Feindlager läßt die in dem Roosevelt- Brief fixierten Hoffnungen außenpolitischer Natur, die man sich von dem Schrij/e Mos­

kaus verspricht, noch deutlicher erkennen So erklärt der Londoner Sender. Finnland und Bulgarien seien vor dem Aufireien der Komintern immer „Freunde und Brüber" der Sowjetrussen gewesen, eine Aeußerung, die recht deutliche Schlüsse auf die Hoffnun­gen zuläßt, die man sich von dem Bluff Sta­lins verspricht. Die Taß-Agentur n New dork erklärt, den Unterzeichnern des Anti- kominternpaktes seien nunmehr „ihre Pläne durchkreuzt" worden und „Spanien besitze jetzt eine Entschuldigung, sich zurückzuziehen, wenn es dies wünsche". „Dagsposten" ver­weist auf den merkwürdigen Umstand, „daß am Tage der Veröffentlichung des Auflö­sungsbeschlusses in der jüdischen , Dagens Nyheter" ein Artikel des amerikanischen Journalisten Clapper mit dem Titel „Die Furcht vor der Sowjetunion als Faktor der nordischen Politik" erschien. 2n diesem Ar­tikel wurde der amerikanischen Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß es möglich sein würde, die „atavistische Sowjetfurcht der nordischen Länder zu heilen", wenn nur die sowjetischen Versprechungen weit genug gehen würden.

(Fortsetzung aus Seite 2)

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Aus dem Führerhauptquartier, 23. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt: „An der Ostfront keine wesentlichen Kampfhandlungen. Die Luftwaffe vernichtete mehrere sowjetische Nachschubschiffe vor der Kaukasusküste und führte schwere Bomben­angriffe gegen Eisenbahntransporte und wichtige Ausladebahnhöfe der Sowjets. Leichte deutsche Kampfflugzeuge versenkten in den Gewässern des Hohen Nordens ein feindliches Handelsschiff von 3000 BRT. Im Mittelmeerraum wurden durch-deutiche Jäger und Flakartillerie der Luftwaffe am 22. Mai 20 feindliche Flugzeuge abgeschossen."

oscb. Bern, 23. Mai. Das groß aufgezogene bolschewistische Tarnungsmanöver mit der vorgespiegelten Auflösung der Komintern er­folgte interessanterweise kurz vor dem Pfingst-Kongreß der britischen Arbeiterpartei, die bei der Gelegenheit u. a. über den An­trag der kommunistischen Partei auf korpo­rative Aufnahme zu beraten hat. Die Aus­sichten auf Erfolg dieses Antrages gelten nach Ansicht der britischen Presse bis jetzt als hofsnungslos. Nur 20 örtliche Gruppen der Labourpartei und zwei Gewerkschastsorgani- sationen, darunter die der Bergwerksarbei­ter, haben sich für die kommunistische Auf- nahmefotderung ausgesprochen. Die geschäfts- führende Leitung der englischen Arbeiter­partei hatte schon vor Wochen den Antrag mit einem Hinweis auf die totale Abhängig­keit der englischen Kommunisten von der Komintern abgelehnt. — Den bolschewisti­schen Tarnungsschwindel hoffen die englischen Kommunisten jetzt ausnutzen zu können, zu­mal sich unter der Anhängerschaft der Ar­beiterpartei eine immer größere Unsicherheit geltend macht.

Die britischen Kommunisten jubeln bereits über den ihrer Ansicht nach für sie höchst nützlichen Schachzug Moskaus, so wird der Genfer Zeitung „La Suisse" von ihrem Lon­doner Korrespondenten gemeldet. Unter den englischen Kommunisten herrsche die Mei­nung, die Maßnahme Moskaus werde die Aufrechterhaltung des Widerstandes der englischen Arbeiterpartei gegenüber dem kommunistischen Aufnahmeantrag sehr schwie­rig gestalten. Nach dem genannten Korrespon­denten spekulieren die britischen Kommuni­sten jetzt auch auf die Möglichkeit einer Un­terstützung der Metallarbeiterorganisation füx ihren Ausnahmeantrag.

2m Augenblick ist noch nicht zu überblicken, welche Gewinne die neue Taktik Moskaus den britischen Kommunisten auf dem Pfingst- kongreß der Arbeiterpartei bringen wird. Auf alle Fälle dürften sie die unsichere Stim­mung dieser Partei schüren helfen. Mehrere Nachwahlen, bei denen die linksstehende

erfolge erzielen konnte, wie der starke Rück­gang der Einzelmitglieder der Partei, haben vor allem die Unterführung unsicher werden lassen. Für eine Aufkündigung des Burg­friedens der Parteien liegen nur Anrräge von etwa 40 örtlichen Parteigruppen, aber keine eines der. angeschlossenen Gewerkschafts- vcrbände vor.

Einen ähnlichen Vorstoß wie die britischen Kommunisten unternehmen zur Zeit auch die australischen Kommunisten auf Aufnahme ist

die dortige Arbeiterpartei. In Australien liegen die Verhältnisse insofern noch etwas anders, als dort die Arbeiterpattei die aus­schließliche Verantwortung für die Regie­rungsgeschäfte trägt. Auch in Australien haben sich in erster Linie die Bergwerks­arbeiter für eine Begünstigung der kommu­nistischen Forderdng ausgesprochen.'während sich die Parteileitung genau wie in England, bisher mit dem Hinweis auf die Komintern­bindungen ablehnend zu verhalten suchte.

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Drahtbericht unseres Vertreters ns. Lissabon, 23. Mai. Im „Philadelphia Record" veröffentlicht der bekannte USA> Journalist Drew Fearson interessante, Ent­hüllungen über das Zustandekommen der Zusammenkunft de Gaulles und Girands in Casablanca und die Mittel, die man in Washington und London anwendete, um die beiden französischen Rebellengencrale zusam­menzubringen. Die Darstellung stammt vom USA-Präsidenten selbst, der sie vor Kon- greßabgeorbneten und hohen Offizieren der Marine und des Heeres bei einem Empfang im Weißen Haus gab.

Eiraud zeigte sich danach bereit, aus An­ordnung Roo>evelts hin nach Casadlanca zu kommen de Gaulle dagegen lehnte es ab. Der USA.-Präsident schlug daraufhin eine sogenannte „Zwangshochzeit" mir vorgehal­tenem Revolver zwischen beiden Generalen vor, worauf Churchill einging. Roosevelt versprach, die Braut — nämlich Giraud — beschaffen, Churchill verpflichtete sich, den Bräutigam — de Gaulle — heranzuholen. Aber als der vorgesehene Tag der „Hochzeit" herankam, wär de Gaulle nicht da. Churchill schüttelte traurig das Haupt und erklärte sich außerstande, sein Versprechen zu erfüllen., Der USA.-Präsident fragte ihn darauf

Lommenwealth"-Gruppe einige Achtungs- wer denn eigentlich de Gaulle bezahle. Der

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Limvurg a. d. Lahn, 23. Mai. Reichsleiter und Reichsminister Rosenberg sprach am Sonnabendnachmittag auf einer Kundgebung der NSDAP. in Limburg vor Tausenden von Volksgenossen aus dem Landgebiet und dem Westerwald. Verwundete Soldaten aus Lazaretten, Abordnungen sämtlicher For­mationen und Gliederungen der Partei so­wie zahlreiche Angehörige des Reichsarbeits­dienstes wohnten der Kundgebung bei und begrüßten den Minister mit stürmischen Heil­rufen, als er mit Gauleiter und Reichsstatt­halter Sprenger die Front der Ehrenfor­mation abschritt. Nach Begrüßungsworten von Gauleiter Sprenger führte Reichsleiter Rosenberg u. a. aus:

„Das ganze deutsche Volk hat heute ver­standen, daß wir in der entscheidenden Epoche der deutschen Geschichte, im Kampf für den inneren Bestand und für unsere eigene Re­volution stehen. Es gilt für uns, innerlich Stellung zu nehmen zu den Fragen des Schicksals, die nunmehr an jeden herange­treten sind. Das deutsche Volk trägt die Fol­gen der vorhergegangenen Generationen. Der einen ist der Friede beschieden, einer anderen Generation der Kampf. Entscheidend ist aber nicht das, was aus der Vergangen­heit übernommen ist, sondern wie wir uns dazu verhalten. Das Schicksal des deutschen Volkes hätte nach 1918 verschiedene Wege gehen können: Entweder mit der November­republik zu verfallen oder aber einen neuen Weg zu einem neuen Schicksal zu suchen." Reichsleiter Rosenberg kam dann auf die Folgen von 1918 zu sprechen: Ausbeutung der deutschen Nation, Beschimpfung alles dessen, was groß in der deutschen Vergangen­

heit gewesen war. Die Juden hätten die Herrschaft in Deutschland angetreten und alles zerstört, was in Jahrhunderten aufge­baut worden war. So stand das deutsche Volk vor der Frage, entweder sich zu erge­ben oder Widerstand zu leisten.

„Als 1933 Adolf Hitler zur Macht kam, da hat die nationalsozialistische Bewegung Deutschland vor dem unentrinnbaren Unter­gang gerettet. In dieser Zeit ist die Arbeit unserer alten Gegner in größter Stärke wei­tergegangen. Heute kämpft Großdeutschland um feine wohlerrungene Freiheit. In dieser Auseinandersetzung haben wir die Pflicht, nicht nur die Taten der Vergangenheit zu besingen, sondern uns ihrer in der Gegen­wart würdig zu erweisen. Wir wissen, was die Gegner uns zugedacht haben. Es ist das­selbe, was sie schon 1918 tun wollten: Aus­lösung und Vernichtung des deutschen Volkes. Der Bolschewismus, der Weltkapitalfsmus und das Wcltjudentum haben sich zusammcn- getan, um Deutschland zu vernichten. In Eng­land finden sich konservative Minister und christliche Bischöfe zusammen, um unter den roten Fahnen für den Sieg des Bolschewis­mus zu beten.

Im Osten werden 300 Jahre europäischer Kultur verteidigt. Der größte Schildträger in diesem Kampf ist heute das national­sozialistische Deutschland. Diesem Deutschland schlägt heute ein Haß entgegen, wie er schlim­mer nicht gedacht werden kann. Aber auch im deutschen Volke wächst ein Gefühl heran, das es früher nicht kannte. Auch im deut­schen Volke beginnt heute eine Welle des Hasses. Man kann seinem Gegner auch Ach­tung entgegenbringen, wenn er eine Größe hat.' Aber gegenüber solchen Gegnern, wie

wir sie jetzt vor uns haben/können wir keine Achtung aufbringen,-denn unser Haß ist heute mit Verachtung gepaart und mit Ekelgefühl. Es gab eistst eine Zeit in Deutschland, da die Staatsmänner zuviel Rücksicht auf das de­mokratische Paris und London nahmen. Heuts haben wir den Kampf gegen Demokra­tie, Marxismus und seine Zersetzungsteile siegreich bestanden. Zum ersten Male ist in der deutschen Geschichte Weltanschauung und staatliche Macht eine einzige Größe geworden. Deutschland, das stärkste und größte Volk in der" Mitte Europas, war in Gefahr, vom Osten überschwemmt zu werden. Wir aber werden es verhindern, uns noch einmal durch die jüdische Agitation aus Newyork und London im Innern zerreißen zu lassen.

Noch nie hat ein Krieg einen so positiven Sinn gehabt wie dieser Krieg im Osten. Die Nöte des Alltags sind in allen Dingen an uns herangetreten. Deshalb ist es Pflicht aller jener Menschen und Dienststellen die in irgendeinem Vorgesetztenverhältnis stehen, allen menschlichen Nöten Verständnis entge­genzubringen.

Heute bedeutet der Bolschewismus den letz­ten Versuch, Europa zu zersetzen und nieder­zuwalzen, und wir sehen die Geschichte der Vergangenheit und der Gegenwart so daß Deutschland unter Adolf Hitler nunmehr sein legitimes Erbe wieder antritt. Wenn das deutsche Volk den Sinn dieses Entscheidungs­kampfes begreift, dann wird auch die mora­lische Kraft der deutschen Nation nicht er­lahmen, sondern im Bewußtsein ihrer Sen­dung erst recht alles mybilisieren, und der deutsche Soldat wird das Banner des Deut­schen Reiches hochhalten, um diesen Krieg zu einem siegreichen Ende zu führen."

britische Premierminister gestand ein: „Ich." Der Vorschlag, den Roosevelt ihm daraufhin machte, wär, de Gaulle das Ultimatum zu stellen, sofort nach Casablanca zu kommen oder sich auf die Einstellung aller weiteren Zahlungen vorzubereiten. Innerhalb 24 Stunden war de Gaulle, so erklärte Roose­velt triumphierend, tatsächlich auch dort, aber aus der „Hochzeit" wurde nichts Rechtes, weil de'Gaulle, sich zu dickköpfig anstellte und. wie Roosevelt erklärte, eine dramatische Hal­tung einnahm. Er behauptete, er sei die neue Jungfrau von Orleans und vom Him­mel entsandt worden, um den Franzosen ihren Weg zu weisen. Nur auf sehr ener­gisches Drängen von Roosevelt war er be­reit, in eine Versöhnung mit Eiraud einzu­willigen. die aber eine Farce blieb.

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Berlin» 23. Mai. In Montevideo find zur Zeit umfangreiche Besprechungen ehemaliger Parlamentsmitglieder Rotspaniens, die sich in Nord-, Mittel- und Südamerika befinden, im Gange. Zur Debatte steht die „Frage des Sturzes Francos" und der „Wiedererrichtung des Sowjetstaates auf der iberischen Halb­insel". Der ehemalige Präsident der rotspa­nischen Cortes, Martinen» Barrio, und der rote Parteigeneral Miaja sind die eigent­lichen Drahtzieher, die in Zusammenarbeit mit weiteren rotspanischen Emigranten so­wie besonders mit den in Südamerika äußerst aktiv arbeitenden Agenten der Komintern und mit den uruguayischen Radikalen die Zeit für reis halten, ihre Pläne der bolsche­wistischen Weltrevolution neuerlich vonvärts- zutreiben. Wieder einmal soll Spanien das Ziel des Angriffs sein.

Man darf bei dieser gefährlichen Tätigkeit von Anarchisten und Verschwörern nicht ver­gessen, daß sie diese in einem Lande ausüben, das wenigstens nach außen hin mit Spanien und dem Caudillo freundschaftliche Beziehun­gen ynterhält. Uruguay soll sogar ersucht werden, ganz offen >ein Einverständnis zur Veranstaltung einer offiziellen rotspanischen Konferenz in süns Monaten zu erteilen, die in Montevideo stattfinden und eine rotspa­nische Exilregierung wählen soll. Falls ein abschlägiger Bescheid Uruguays erfolgen sollte, wird die geplante Konferenz nach Mexiko verlegt werden, das keinerlei diplo­matische Beziehungen zu Spanien unterhält. Das Bezeichnende an dem ganzen Vorgang ist aber die Befriedigung, die in offizielle» Washingtoner. Kreisen über das Zustande­kommen einer neuen rotspanischen Verschwö­rung herrscht. vr. blt.

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rä. Tokio» 23. Mai. Der Sprecher der Presseabteilung des japanischen Hauptquar­tiers gab bekannt, die kleine japanische Trup- peneinheit auf der Insel Attu habe an der Ostküste der Insel feste Stellungen bezogen und greife von dort aus die zahlenmäßig weit überlegenen amerikanischen Landungs­truppen immer wieder an. Die Amerikaner hätten seit dem 1K. Mai Tanks und schwere Artillerie gelandet und verstärkten ihre Ein­heiten ständig. Anscheinend planten sie eine Vereinigung ihrer im Norden und im Sü­den der Insel gelandeten Truppen Ihre Gesamtstärke beläuft sich nach japanischen Schätzungen auf etwa ein» Division.

Zu seinem 4VV. Todestag

Von Or, Hans 8 c k m s u c b

Am 24. Mai jährt sich zum 4lw Mal der Tag, an dem Nikolaus Kopernikus aus die? sem Leben schied. Mit dem klaren Recht der wirklichen Eigentümer können wir Deut­sche und vor ollem der deutsche Lsten aus den großen Sohn unseres Botkstums stolz sein.

. Uns Menschen der Gegenwart ist es eine Selbstverständlichkeit, die Bewegungen der- Gestirne io zu erklären, wie sie Kopernikus dargelegt hat, daß nämlich die Sonne den ruhenden Mittelpunkt des gesamten Weltge­bäudes bildet, um den sich die Gestirne ein­schließlich unserer Erde bewegen. Seit unse­rer Schulzeit ist uns diese Deutung der Him­melsvorgänge so in Fleisch und Blut überge­gangen. daß wir uns kaum vorstellen können, es sei jemals eine andere Erklärung gang und gäbe gewesen. Und doch hat die Mensch­heit Jahrhundert und aber Jahrhunderte hindurch sich an das gehalten, was man mit den Sinnen am Himmelszelt wahrnimmt. Dieser Sinnenschein zeigt uns die Erde als feststehenden Mittelpunkt, um den sich Sonne, Mond und die anderen Gestirne tagaus, tag- ein drehen.

Von dieser Grundlage aus haben die Völ­ker des Altertums, namentlich die griechischen Gelehrten, die Himmelsvorgänge im einzel­nen zu erklären versucht. Ihre jahrhunderte­lange Arbeit gipfelte schließlich in dem Welt­bild des Ptolemäus, der um 150 zu Alexan- dria in Aegypten gelebt und gelehrt hat. Sein System war bis ins Mittelalter hin­ein „verbrieft", und sein Lehrbuch, der Alma- gest, galt geradezu als die astronomische Bi­bel jener Zeit.

Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts nag­ten freilich bald hier bald dort Zweifel an der Wahrheit dieses ptolemäischen Weltbil­des. Gleich so manchem seiner Zeitgenossen wurde auch Kopernikus von solchen Bedenken erfaßt. Er allein aber kam zu einem klaren Nein, und als einziger brachte er die Ent-

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schlußkraft auf, an die Stelle der alten Lehre eine neue wissenschaftliche Wahrheit zu setzen.

Auf einer ganz anderen Grundlage baute er sein Weltbild auf. indem er entgegen dem Sinnenschcin eine Bewegung der Erde und ein Stillstehen der Sonne zur Voraussetzung machte. Nicht in einem Wurf gestaltete er seine neue Lehre, sondern jahrelang, nahezu bis an sein Lebensende, mußte er beobachten und rechnen, er rechnete und beobachtete, bis nach mancherlei Wandlungen endlich sein neues Weltbild wuchs, das heute Gemeingut der gesamten Menschheit geworden ist, Erst in seinem Sterbejahr (1543) erschien sein Hauptwerk „Os ravotutionibus orbiurn cos- lsstium', d. h. „Ueber die Kreisbewegungen der Himmelsbahnen".

Kopernikus war ein Sohn" des deutschen Ostens, und gerade diese Tatsache wurde der Anlaß, ihn uns streitig zu machen. Seit rd. 140 Jahren versuchten die Polen ihn wie so manchen anderen großen Deutschen (z. B. den Bildschnitzer Veit Stoß) immer wieder für ihr Volkstum in Anspruch zu nehmen. Was sie an Beweisen anzuführen vermochten, brach bei Betrachtung unter der wissenschaft­lichen Lupe restlos zusammen. Kopernikus war, darin setzt die exakte Forschung keinen Zweifel, nach Herkunft und Art ein Deutscher.

Seine Vaterstadt Thorn an der Weichsel, wo er am 11. Februar 1473 das Licht der Welt erblickte, galt damals auch nach der Meinung polnischer Historiker mindestens zu vier Fünftel deutsch und vor allem ip den maßgebenden Patriziergeschlechtern der Stadt herrschte immer ausschließlich -das Deutsch­tum. Zu diesen Kreisen gehörten nachweis­lich auch die Familien Koppernigk — der Astronom gab dem Namen nach Humanisten­art die lateinische Form Kopernikus — und Watzenrode, denen er entstammte. Beide Fa- nnlien hatten ihren Ursprung im deutschen schlesten; und nichts berechtigte irgend je­mand, an ihrer deutschen Volkszugehörigkeit zu rütteln. ^

tenschaft damals mindestens zur Half: anderen Berechnungen sogar zu ka Dritteln deutschen Geblüts war und zu jener Zeit zahlreiche deutsche Pros wirkten. Nach seiner Rückkehr in die fiel hier eine Entscheidung, die für de: reu Ablauf seines Lehens von aller Bedeutung wurde: Kopernikus trat geistlichen Stand ein und erhielt im