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Montag. 24 Mai 1S4Z
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Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
Aos. Berlin, 23. Mai. Bereits das erste Echo aus die Meldung yon der Auslösung der Dritten Internationale zeigt, daß der Roßtäuschertrick Roojevelts und Stalins allzu plump angelegt ist, um nicht durchschaut zu werden. In der Tat suhlt man sich bei der Meldung wieder an jene dreiste Verneb- lungstaktik erinnert, mit der der Kreml nach dem Bekanntwerden des Massenmordes von Katyn der Welt vorzuspiegeln versuchte, es handele sich bei dem Massengrabs der polnischen Osfiziere um vorzeitliche Funde . . .
Die Reaktion der europäischen Welt bewegt sich von starken Vorbehalten gegen die Wahrheit der Meldung bis zur entrüsteten Ablehnung der mit der Bekanntgabe der Auslösung der Dritten Internationale an die Leichtgläubigkeit der Welt gemachten Zumutung. Ganz allgemein wird der Moskauer Schritt als ein politischer Schachzug bewertet, wobei lediglich die Gründe, die man hinter diesem Trick vermutet, verschieden beurteilt werden. Die Zeitungen entrüsten sich über das neue Maskenspiel des Bolschewismus, dem alle Mittel recht sind. „Wieviel Dummheit und Leichtgläubigkeit müssen die Sowjets den Völkern zutrauen", schreibt die spanische Zeitung „da", „wenn sie es wagen, ihnen nach den blutigen Erfahrungen, die die Welt mit dem Kommunismus machte, solchen Schwindel vorzusetzen. Hat man denn die unendliche Kette der Verbrechen, Betrügereien und Lerrätereien vergessen, die die Geschichte des Bolschewismus auf internationalem Gebiete in sich birgt?" „Arriba" verweist darauf, daß der neue Schritt Moskaus lediglich die Durchführung des bolschewistischen Grundsatzes darstellt, die kommunistische Taktik dem Augenblick anzupassen, um die letzten Ziele der Komintern um so leichter erreichen zu können. Als Beispiel wird dabei aus den Beschluß der Komintern von 1935 verwiesen, durch den die Zusammenarbeit der Kommunistischen Gruppen in den einzelnen Staaten mit bürgerlichen Parteien gestattet und damit die „Volksfront" geschaffen wurde. Unabhängig davon blieb jedoch der Artikel dreißig des Kominternstatutes bestehen, der den Kommunisten die geheime Wühlarbeit zur Pflicht machte. In Finnland verweist man darauf, daß die Sowjetregierung schön immer versicherte, daß sie mit der Tätigkeit der kommunistischen Internationale nichts gemein habe, aber stets im Gegensatz zu diesen Versicherungen handelte. „Hrvatski Narod" in Agram spricht von dem neuen „großen Schwindelmanöver", das die ganze
Schwäche Stalins nach der mißlungenen Winterosscnsive bloßstelle. „Stalin der Viel- gesichtige, wieder einmal als Nationalist!", schreibt die Zeitung und fügt hinzu, „schlau, wie der bolschewistische Diktator sei, habe er noch nicht einmal die Auflösungsorder unterschrieben.
Fast noch aufschlußreicher als diese Stimmen sind diejenigen, die zu dem Auslösungsbeschluß aus dem feindlichen Lager kommen, stellen sie doch eine vollinhaktliche Bestätigung des durch die Indiskretion gut informierter Amerikaner in Lissabon bekanntgewordenen Inhaltes des Rooseveltbriefes an Stalin dar. Elobereuter erklärt in einer Mitteilung aus London, daß „die Komintern immer der Reibungsgrund zwischen Sowjet- rußland und der kapitalistischen Welt sei und verrät damit, daß die neue Maßnahme Stalins auch den Zweck hat, den Bolschewismus vor allem in den USA. salonfähiger zu machen und die breite Kluft des Mißtrauens zu überbrücken, durch den er trotz aller Bündnisse bisher, wenn auch nicht von den Regierungen, so doch von den breiten Massen in den USA. und auch in England ent
fernt war. Die Stockholmer Zeitung „Afton- bladet" erfährt aus kommunistischen Kreisen Schwedens, daß Stalin mit der Auflösung ein Versprechen gegenüber Roosevelt und- Churchill erfüllt habe. um eine „Beruhigung der Hochfinanz" zu erzielen. Der Londoner „Observer" erweitert diese Meinung noch, wenn er schreibt, daß die sowjetische Maßnahme eine „Ermutigung für alle diejenigen in England und in den Vereinigten Staaten bedeute, die auf eine engere *Zusammen- arbeit mit . der UdSSR. hoffen. Unsere gestrige Vermutung, daß dieser Schritt auch als Plattform eines beabsichtigten Treffens Roosevelt—Churchill—Stalin zu gelten habe, wird von der „Newyork Times" bestätigt, die erklärt, daß die Auslösung der Dritten Internationale der Nachricht über die Einladung Churchills an Stalin, sich mit ihm und Roosevelt zu treffen, „zunehmende Bedeutung" gebe.
Eine ganze Reihe weiterer Stimmen aus dem Feindlager läßt die in dem Roosevelt- Brief fixierten Hoffnungen außenpolitischer Natur, die man sich von dem Schrij/e Mos
kaus verspricht, noch deutlicher erkennen So erklärt der Londoner Sender. Finnland und Bulgarien seien vor dem Aufireien der Komintern immer „Freunde und Brüber" der Sowjetrussen gewesen, eine Aeußerung, die recht deutliche Schlüsse auf die Hoffnungen zuläßt, die man sich von dem Bluff Stalins verspricht. Die Taß-Agentur n New dork erklärt, den Unterzeichnern des Anti- kominternpaktes seien nunmehr „ihre Pläne durchkreuzt" worden und „Spanien besitze jetzt eine Entschuldigung, sich zurückzuziehen, wenn es dies wünsche". „Dagsposten" verweist auf den merkwürdigen Umstand, „daß am Tage der Veröffentlichung des Auflösungsbeschlusses in der jüdischen , Dagens Nyheter" ein Artikel des amerikanischen Journalisten Clapper mit dem Titel „Die Furcht vor der Sowjetunion als Faktor der nordischen Politik" erschien. 2n diesem Artikel wurde der amerikanischen Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß es möglich sein würde, die „atavistische Sowjetfurcht der nordischen Länder zu heilen", wenn nur die sowjetischen Versprechungen weit genug gehen würden.
(Fortsetzung aus Seite 2)
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Aus dem Führerhauptquartier, 23. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „An der Ostfront keine wesentlichen Kampfhandlungen. Die Luftwaffe vernichtete mehrere sowjetische Nachschubschiffe vor der Kaukasusküste und führte schwere Bombenangriffe gegen Eisenbahntransporte und wichtige Ausladebahnhöfe der Sowjets. Leichte deutsche Kampfflugzeuge versenkten in den Gewässern des Hohen Nordens ein feindliches Handelsschiff von 3000 BRT. Im Mittelmeerraum wurden durch-deutiche Jäger und Flakartillerie der Luftwaffe am 22. Mai 20 feindliche Flugzeuge abgeschossen."
oscb. Bern, 23. Mai. Das groß aufgezogene bolschewistische Tarnungsmanöver mit der vorgespiegelten Auflösung der Komintern erfolgte interessanterweise kurz vor dem Pfingst-Kongreß der britischen Arbeiterpartei, die bei der Gelegenheit u. a. über den Antrag der kommunistischen Partei auf korporative Aufnahme zu beraten hat. Die Aussichten auf Erfolg dieses Antrages gelten nach Ansicht der britischen Presse bis jetzt als hofsnungslos. Nur 20 örtliche Gruppen der Labourpartei und zwei Gewerkschastsorgani- sationen, darunter die der Bergwerksarbeiter, haben sich für die kommunistische Auf- nahmefotderung ausgesprochen. Die geschäfts- führende Leitung der englischen Arbeiterpartei hatte schon vor Wochen den Antrag mit einem Hinweis auf die totale Abhängigkeit der englischen Kommunisten von der Komintern abgelehnt. — Den bolschewistischen Tarnungsschwindel hoffen die englischen Kommunisten jetzt ausnutzen zu können, zumal sich unter der Anhängerschaft der Arbeiterpartei eine immer größere Unsicherheit geltend macht.
Die britischen Kommunisten jubeln bereits über den ihrer Ansicht nach für sie höchst nützlichen Schachzug Moskaus, so wird der Genfer Zeitung „La Suisse" von ihrem Londoner Korrespondenten gemeldet. Unter den englischen Kommunisten herrsche die Meinung, die Maßnahme Moskaus werde die Aufrechterhaltung des Widerstandes der englischen Arbeiterpartei gegenüber dem kommunistischen Aufnahmeantrag sehr schwierig gestalten. Nach dem genannten Korrespondenten spekulieren die britischen Kommunisten jetzt auch auf die Möglichkeit einer Unterstützung der Metallarbeiterorganisation füx ihren Ausnahmeantrag.
2m Augenblick ist noch nicht zu überblicken, welche Gewinne die neue Taktik Moskaus den britischen Kommunisten auf dem Pfingst- kongreß der Arbeiterpartei bringen wird. Auf alle Fälle dürften sie die unsichere Stimmung dieser Partei schüren helfen. Mehrere Nachwahlen, bei denen die linksstehende
erfolge erzielen konnte, wie der starke Rückgang der Einzelmitglieder der Partei, haben vor allem die Unterführung unsicher werden lassen. Für eine Aufkündigung des Burgfriedens der Parteien liegen nur Anrräge von etwa 40 örtlichen Parteigruppen, aber keine eines der. angeschlossenen Gewerkschafts- vcrbände vor.
Einen ähnlichen Vorstoß wie die britischen Kommunisten unternehmen zur Zeit auch die australischen Kommunisten auf Aufnahme ist
die dortige Arbeiterpartei. In Australien liegen die Verhältnisse insofern noch etwas anders, als dort die Arbeiterpattei die ausschließliche Verantwortung für die Regierungsgeschäfte trägt. Auch in Australien haben sich in erster Linie die Bergwerksarbeiter für eine Begünstigung der kommunistischen Forderdng ausgesprochen.'während sich die Parteileitung genau wie in England, bisher mit dem Hinweis auf die Kominternbindungen ablehnend zu verhalten suchte.
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Drahtbericht unseres Vertreters ns. Lissabon, 23. Mai. Im „Philadelphia Record" veröffentlicht der bekannte USA> Journalist Drew Fearson interessante, Enthüllungen über das Zustandekommen der Zusammenkunft de Gaulles und Girands in Casablanca und die Mittel, die man in Washington und London anwendete, um die beiden französischen Rebellengencrale zusammenzubringen. Die Darstellung stammt vom USA-Präsidenten selbst, der sie vor Kon- greßabgeorbneten und hohen Offizieren der Marine und des Heeres bei einem Empfang im Weißen Haus gab.
Eiraud zeigte sich danach bereit, aus Anordnung Roo>evelts hin nach Casadlanca zu kommen de Gaulle dagegen lehnte es ab. Der USA.-Präsident schlug daraufhin eine sogenannte „Zwangshochzeit" mir vorgehaltenem Revolver zwischen beiden Generalen vor, worauf Churchill einging. Roosevelt versprach, die Braut — nämlich Giraud — beschaffen, Churchill verpflichtete sich, den Bräutigam — de Gaulle — heranzuholen. Aber als der vorgesehene Tag der „Hochzeit" herankam, wär de Gaulle nicht da. Churchill schüttelte traurig das Haupt und erklärte sich außerstande, sein Versprechen zu erfüllen., Der USA.-Präsident fragte ihn darauf
Lommenwealth"-Gruppe einige Achtungs- wer denn eigentlich de Gaulle bezahle. Der
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Limvurg a. d. Lahn, 23. Mai. Reichsleiter und Reichsminister Rosenberg sprach am Sonnabendnachmittag auf einer Kundgebung der NSDAP. in Limburg vor Tausenden von Volksgenossen aus dem Landgebiet und dem Westerwald. Verwundete Soldaten aus Lazaretten, Abordnungen sämtlicher Formationen und Gliederungen der Partei sowie zahlreiche Angehörige des Reichsarbeitsdienstes wohnten der Kundgebung bei und begrüßten den Minister mit stürmischen Heilrufen, als er mit Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger die Front der Ehrenformation abschritt. Nach Begrüßungsworten von Gauleiter Sprenger führte Reichsleiter Rosenberg u. a. aus:
„Das ganze deutsche Volk hat heute verstanden, daß wir in der entscheidenden Epoche der deutschen Geschichte, im Kampf für den inneren Bestand und für unsere eigene Revolution stehen. Es gilt für uns, innerlich Stellung zu nehmen zu den Fragen des Schicksals, die nunmehr an jeden herangetreten sind. Das deutsche Volk trägt die Folgen der vorhergegangenen Generationen. Der einen ist der Friede beschieden, einer anderen Generation der Kampf. Entscheidend ist aber nicht das, was aus der Vergangenheit übernommen ist, sondern wie wir uns dazu verhalten. Das Schicksal des deutschen Volkes hätte nach 1918 verschiedene Wege gehen können: Entweder mit der Novemberrepublik zu verfallen oder aber einen neuen Weg zu einem neuen Schicksal zu suchen." Reichsleiter Rosenberg kam dann auf die Folgen von 1918 zu sprechen: Ausbeutung der deutschen Nation, Beschimpfung alles dessen, was groß in der deutschen Vergangen
heit gewesen war. Die Juden hätten die Herrschaft in Deutschland angetreten und alles zerstört, was in Jahrhunderten aufgebaut worden war. So stand das deutsche Volk vor der Frage, entweder sich zu ergeben oder Widerstand zu leisten.
„Als 1933 Adolf Hitler zur Macht kam, da hat die nationalsozialistische Bewegung Deutschland vor dem unentrinnbaren Untergang gerettet. In dieser Zeit ist die Arbeit unserer alten Gegner in größter Stärke weitergegangen. Heute kämpft Großdeutschland um feine wohlerrungene Freiheit. In dieser Auseinandersetzung haben wir die Pflicht, nicht nur die Taten der Vergangenheit zu besingen, sondern uns ihrer in der Gegenwart würdig zu erweisen. Wir wissen, was die Gegner uns zugedacht haben. Es ist dasselbe, was sie schon 1918 tun wollten: Auslösung und Vernichtung des deutschen Volkes. Der Bolschewismus, der Weltkapitalfsmus und das Wcltjudentum haben sich zusammcn- getan, um Deutschland zu vernichten. In England finden sich konservative Minister und christliche Bischöfe zusammen, um unter den roten Fahnen für den Sieg des Bolschewismus zu beten.
Im Osten werden 300 Jahre europäischer Kultur verteidigt. Der größte Schildträger in diesem Kampf ist heute das nationalsozialistische Deutschland. Diesem Deutschland schlägt heute ein Haß entgegen, wie er schlimmer nicht gedacht werden kann. Aber auch im deutschen Volke wächst ein Gefühl heran, das es früher nicht kannte. Auch im deutschen Volke beginnt heute eine Welle des Hasses. Man kann seinem Gegner auch Achtung entgegenbringen, wenn er eine Größe hat.' Aber gegenüber solchen Gegnern, wie
wir sie jetzt vor uns haben/können wir keine Achtung aufbringen,-denn unser Haß ist heute mit Verachtung gepaart und mit Ekelgefühl. Es gab eistst eine Zeit in Deutschland, da die Staatsmänner zuviel Rücksicht auf das demokratische Paris und London nahmen. Heuts haben wir den Kampf gegen Demokratie, Marxismus und seine Zersetzungsteile siegreich bestanden. Zum ersten Male ist in der deutschen Geschichte Weltanschauung und staatliche Macht eine einzige Größe geworden. Deutschland, das stärkste und größte Volk in der" Mitte Europas, war in Gefahr, vom Osten überschwemmt zu werden. Wir aber werden es verhindern, uns noch einmal durch die jüdische Agitation aus Newyork und London im Innern zerreißen zu lassen.
Noch nie hat ein Krieg einen so positiven Sinn gehabt wie dieser Krieg im Osten. Die Nöte des Alltags sind in allen Dingen an uns herangetreten. Deshalb ist es Pflicht aller jener Menschen und Dienststellen die in irgendeinem Vorgesetztenverhältnis stehen, allen menschlichen Nöten Verständnis entgegenzubringen.
Heute bedeutet der Bolschewismus den letzten Versuch, Europa zu zersetzen und niederzuwalzen, und wir sehen die Geschichte der Vergangenheit und der Gegenwart so daß Deutschland unter Adolf Hitler nunmehr sein legitimes Erbe wieder antritt. Wenn das deutsche Volk den Sinn dieses Entscheidungskampfes begreift, dann wird auch die moralische Kraft der deutschen Nation nicht erlahmen, sondern im Bewußtsein ihrer Sendung erst recht alles mybilisieren, und der deutsche Soldat wird das Banner des Deutschen Reiches hochhalten, um diesen Krieg zu einem siegreichen Ende zu führen."
britische Premierminister gestand ein: „Ich." Der Vorschlag, den Roosevelt ihm daraufhin machte, wär, de Gaulle das Ultimatum zu stellen, sofort nach Casablanca zu kommen oder sich auf die Einstellung aller weiteren Zahlungen vorzubereiten. Innerhalb 24 Stunden war de Gaulle, so erklärte Roosevelt triumphierend, tatsächlich auch dort, aber aus der „Hochzeit" wurde nichts Rechtes, weil de'Gaulle, sich zu dickköpfig anstellte und. wie Roosevelt erklärte, eine dramatische Haltung einnahm. Er behauptete, er sei die neue Jungfrau von Orleans und vom Himmel entsandt worden, um den Franzosen ihren Weg zu weisen. Nur auf sehr energisches Drängen von Roosevelt war er bereit, in eine Versöhnung mit Eiraud einzuwilligen. die aber eine Farce blieb.
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Berlin» 23. Mai. In Montevideo find zur Zeit umfangreiche Besprechungen ehemaliger Parlamentsmitglieder Rotspaniens, die sich in Nord-, Mittel- und Südamerika befinden, im Gange. Zur Debatte steht die „Frage des Sturzes Francos" und der „Wiedererrichtung des Sowjetstaates auf der iberischen Halbinsel". Der ehemalige Präsident der rotspanischen Cortes, Martinen» Barrio, und der rote Parteigeneral Miaja sind die eigentlichen Drahtzieher, die in Zusammenarbeit mit weiteren rotspanischen Emigranten sowie besonders mit den in Südamerika äußerst aktiv arbeitenden Agenten der Komintern und mit den uruguayischen Radikalen die Zeit für reis halten, ihre Pläne der bolschewistischen Weltrevolution neuerlich vonvärts- zutreiben. Wieder einmal soll Spanien das Ziel des Angriffs sein.
Man darf bei dieser gefährlichen Tätigkeit von Anarchisten und Verschwörern nicht vergessen, daß sie diese in einem Lande ausüben, das wenigstens nach außen hin mit Spanien und dem Caudillo freundschaftliche Beziehungen ynterhält. Uruguay soll sogar ersucht werden, ganz offen >ein Einverständnis zur Veranstaltung einer offiziellen rotspanischen Konferenz in süns Monaten zu erteilen, die in Montevideo stattfinden und eine rotspanische Exilregierung wählen soll. Falls ein abschlägiger Bescheid Uruguays erfolgen sollte, wird die geplante Konferenz nach Mexiko verlegt werden, das keinerlei diplomatische Beziehungen zu Spanien unterhält. Das Bezeichnende an dem ganzen Vorgang ist aber die Befriedigung, die in offizielle» Washingtoner. Kreisen über das Zustandekommen einer neuen rotspanischen Verschwörung herrscht. vr. blt.
V8L. Isnäsn Isnks suk Lltu
rä. Tokio» 23. Mai. Der Sprecher der Presseabteilung des japanischen Hauptquartiers gab bekannt, die kleine japanische Trup- peneinheit auf der Insel Attu habe an der Ostküste der Insel feste Stellungen bezogen und greife von dort aus die zahlenmäßig weit überlegenen amerikanischen Landungstruppen immer wieder an. Die Amerikaner hätten seit dem 1K. Mai Tanks und schwere Artillerie gelandet und verstärkten ihre Einheiten ständig. Anscheinend planten sie eine Vereinigung ihrer im Norden und im Süden der Insel gelandeten Truppen Ihre Gesamtstärke beläuft sich nach japanischen Schätzungen auf etwa ein» Division.
Zu seinem 4VV. Todestag
Von Or, Hans 8 c k m s u c b
Am 24. Mai jährt sich zum 4lw Mal der Tag, an dem Nikolaus Kopernikus aus die? sem Leben schied. Mit dem klaren Recht der wirklichen Eigentümer können wir Deutsche und vor ollem der deutsche Lsten aus den großen Sohn unseres Botkstums stolz sein.
. Uns Menschen der Gegenwart ist es eine Selbstverständlichkeit, die Bewegungen der- Gestirne io zu erklären, wie sie Kopernikus dargelegt hat, daß nämlich die Sonne den ruhenden Mittelpunkt des gesamten Weltgebäudes bildet, um den sich die Gestirne einschließlich unserer Erde bewegen. Seit unserer Schulzeit ist uns diese Deutung der Himmelsvorgänge so in Fleisch und Blut übergegangen. daß wir uns kaum vorstellen können, es sei jemals eine andere Erklärung gang und gäbe gewesen. Und doch hat die Menschheit Jahrhundert und aber Jahrhunderte hindurch sich an das gehalten, was man mit den Sinnen am Himmelszelt wahrnimmt. Dieser Sinnenschein zeigt uns die Erde als feststehenden Mittelpunkt, um den sich Sonne, Mond und die anderen Gestirne tagaus, tag- ein drehen.
Von dieser Grundlage aus haben die Völker des Altertums, namentlich die griechischen Gelehrten, die Himmelsvorgänge im einzelnen zu erklären versucht. Ihre jahrhundertelange Arbeit gipfelte schließlich in dem Weltbild des Ptolemäus, der um 150 zu Alexan- dria in Aegypten gelebt und gelehrt hat. Sein System war bis ins Mittelalter hinein „verbrieft", und sein Lehrbuch, der Alma- gest, galt geradezu als die astronomische Bibel jener Zeit.
Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts nagten freilich bald hier bald dort Zweifel an der Wahrheit dieses ptolemäischen Weltbildes. Gleich so manchem seiner Zeitgenossen wurde auch Kopernikus von solchen Bedenken erfaßt. Er allein aber kam zu einem klaren Nein, und als einziger brachte er die Ent-
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schlußkraft auf, an die Stelle der alten Lehre eine neue wissenschaftliche Wahrheit zu setzen.
Auf einer ganz anderen Grundlage baute er sein Weltbild auf. indem er entgegen dem Sinnenschcin eine Bewegung der Erde und ein Stillstehen der Sonne zur Voraussetzung machte. Nicht in einem Wurf gestaltete er seine neue Lehre, sondern jahrelang, nahezu bis an sein Lebensende, mußte er beobachten und rechnen, er rechnete und beobachtete, bis nach mancherlei Wandlungen endlich sein neues Weltbild wuchs, das heute Gemeingut der gesamten Menschheit geworden ist, Erst in seinem Sterbejahr (1543) erschien sein Hauptwerk „Os ravotutionibus orbiurn cos- lsstium', d. h. „Ueber die Kreisbewegungen der Himmelsbahnen".
Kopernikus war ein Sohn" des deutschen Ostens, und gerade diese Tatsache wurde der Anlaß, ihn uns streitig zu machen. Seit rd. 140 Jahren versuchten die Polen ihn wie so manchen anderen großen Deutschen (z. B. den Bildschnitzer Veit Stoß) immer wieder für ihr Volkstum in Anspruch zu nehmen. Was sie an Beweisen anzuführen vermochten, brach bei Betrachtung unter der wissenschaftlichen Lupe restlos zusammen. Kopernikus war, darin setzt die exakte Forschung keinen Zweifel, nach Herkunft und Art ein Deutscher.
Seine Vaterstadt Thorn an der Weichsel, wo er am 11. Februar 1473 das Licht der Welt erblickte, galt damals auch nach der Meinung polnischer Historiker mindestens zu vier Fünftel deutsch und vor allem ip den maßgebenden Patriziergeschlechtern der Stadt herrschte immer ausschließlich -das Deutschtum. Zu diesen Kreisen gehörten nachweislich auch die Familien Koppernigk — der Astronom gab dem Namen nach Humanistenart die lateinische Form Kopernikus — und Watzenrode, denen er entstammte. Beide Fa- nnlien hatten ihren Ursprung im deutschen schlesten; und nichts berechtigte irgend jemand, an ihrer deutschen Volkszugehörigkeit zu rütteln. ^
tenschaft damals mindestens zur Half: anderen Berechnungen sogar zu ka Dritteln deutschen Geblüts war und zu jener Zeit zahlreiche deutsche Pros wirkten. Nach seiner Rückkehr in die fiel hier eine Entscheidung, die für de: reu Ablauf seines Lehens von aller Bedeutung wurde: Kopernikus trat geistlichen Stand ein und erhielt im