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Montag, 1?. Mai 1S4Z
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Eigener Bericht der Bremer Zeitung
L. L. Oldenburg, 16. Mai.
Wenn Reichsleiter Alfred Rosenberg spricht, so ist das stets eine Art anthäischen Erlebnisses, das dem Zuhörer widerfährt: er wird an die Quellen seiner Kraft zurückgeführt und gewinnt von da aus die Kraft, größte Weiten spielend zu überwinden.
Es war auch heute wieder das Gleiche. An geweihter Stätte, am Grabe Carl Rovers, auf engstem Raum der geliebten oldenbur- gischen Heimaterde, fanden sich die Männer der Partei zu dem feierlichen Akte der von Gauleiter Wegener vorgenommenen Enthüllung der Eedächtnisplatte für Carl Rover zusammen, traten dann an zum Appell, um von dem aus in die Bezirke weltweiten Denkens entlassen zu werden; denn die Rede, die Alfred Rosenberg bei diesem Parteiappell hielt, gab nichte anderes als die Parole für ein Menschenleben europäischer Ausbauarbeit.
Vom Baterland sprach er wohl, dessen Los aus dem Jahre 1918 wir zum Heile gewandelt haben, aber er sprach weiter vom Kinderlande, dessen Grenzen wir heute abzustecken beginnen und dessen Sicherheit zu gewährleisten unsere noch zu lösende Zukunftsaufgabe sein wird. Hinter uns liegen dreitausend Jahre großer europäischer Kultur; es gilt, dafür Sorge zu trägest daß auch ' vor uns eine ähnliche Zeit machtvoller Entwicklung sich anzubahnen vermag. Darum geht dieser Kampf heute: um die Gewißheit, daß micht alle fünfundzwanzig Jahre wieder die besten Männer des Landes im Kampfe ihr Leben lassen müßen, weil mißgünstige Feinde uns unsere Ruhe nicht gönnen. Darum geht er, daß unsere schaffenden Menschen in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen dürfen, ungestört von jüdischer Profitgier. Darum geht er, daß die Quellen europäischen Reichtums allen zugute kommen, die ein natürliches Recht darauf haben.
Welch ein Verbrechen begehen jene, die heute Verrat an ihrer Geschichte und an ihrer Rasse, treiben, indem sie des Führers großzügigen Vermittlungsplan ablehnten und nun christliche Gebete zu.n Himmel schicken mit der Bitte, die Vorkämpfer abendländischer Kultur vernichten zu helfen! Aber Europa wird hellhörig, und die Selbstbesinnung ist im ständigen Wachsen begriffen: je mehr heute an altehrwürdigen Zeugen der europäischen Kultur zerstört wird, an Domen und Burgen, an Schlössern und Bürgerhäusern, um so klarer wird die Einsicht, wo das Recht und wo der Sinn dieses Kampfes zu Hause ist. Der deutsche Reichsgedanke war noch nie so lebendig wie in diesem Jahre, und er wird es, so sagte Alfred Rosenberg, von Tag zu Tag stärker. Wir wachsen unter den uns zugedachten Schlägen aus einer Viel- und Kleinstaaterei hinein in die große europäische Schicksalsgemeinschaft, die sich langsam, aber unaufhörlich ihre neue Staatsform selber gibt. ,
So standen wir vor einem Weltbild, das sich in seinen riesigen Konturen vor unserem geistigen Auge abzuzeichnen begann. Wir fanden rückwärts schauend die Gewißheit, daß der Weg bis hierher richtig gewesen war, und wir sahen vo- uns in weiter Ferne ein Ziel, so groß, daß es uns'stark und glücklich machte, so fern, daß wir alle Kraft daran zu geben gelobten, es zu erstreben und, wenn wir auf dem Wege abberufen würden, unsere Arbeit weiterzugeben an den Kameraden, der neben und hinter uns geht. Denn wir sind nicht allein. In dieser Stunde der Entscheidung ist ganz Deutschland im Aufbruch.
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Es war eine besonders stimmungsvolle Stunde, als sich am Sonntagvormittag die Eauamtsleiter, Kreisleiter (darunter die Kreisleiter Blanke und Busch), das
Führerkorps aus Staat, Wehrmacht und Wirtschaft, die Ortsgruppenleiter und die Kreisamtsleiter aus unserem Gau Weser- Ems zu der Feier am Grabe des vor einem Jahre verstorbenen Gauleiters zusammengefunden hatten.
Zu Häupten des von weiß blühenden Rhododendron eingehüteten Platzes standen die beiden SA.-Standarten „Carl Röver" und „Oldenburg", rings gesäumt von dem Fah- nenwald der 300 Örtsgruppenfahnen aus dem Gaugebiet und das Grab, über dessen geräumiger Platte noch das Fahnentuch lagerte, war in schlichtes Grün junger Tannenspitzen eingehüllt. Vier Kränze bildeten den einzigen Schmuck, der an diesem Tage neu herzu- getragen wurde: der unseres Gauleiters Paul Wegener. der des Leiters der Parteikanzlei, der von Heinrich Walkenhorst, früher einer der engsten Mitarbeiter des Verstorbenen, jetzt Dienstleiter in der Parteikanzlei, und der der Stiftung „Stedingsehre, Bookholzberg". In der ersten Reihe der Teilnehmer hatte Gauleiter Paul Wegener mit der Familie Carl Rövers Platz genommen. Die
Witwe und die nächsten Angehörigen des toten Gauleiters führte Stelln. Gauleiter Ministerpräsident Joel an. Läs Grab, während Reichsleiter Alfred Rosenberg von Gauleiter Wegener zu seinem Platz an der Seite der Witwe geleitet wurde.
Als Ehrengäste nahmen an der Feierstunde teil, die Führer der Gliederungen, SA.-Obergruppenführer Böhmcker. NS- KK.-Oberführer Luebke. ft-Sturmbann- führer Ahrens, als Vertreter der Wehrmacht Admiral Fleischer und Generalleutnant Wagner; Generalleutnant Graf Bassewitz und Generalmajor Schroers als Vertreter der Polizei, Eeneralarbeits- sührer Zur Loye. und der zur Zeit in unserem Gau »eilende Eichenlaubtrcgrr Hauptmann Baumgarten-Crusius sowie Ritterkreuzträger Oberleutnant Blume n t h a l.
Nachdem der Eaumusikzug einen der Aufgabe und der Stimmung der Stunde gemäßen Bläsersatz vorgetragen und ein Männerchor das stolze Bekenntnis und Feierlied der Bewegung „Nichts kann uns rauben" gesungen hatte, trat
Lsusckulungslsiter Sünder
an das Pult, um in tief eindrucksvoller Rede ein Bild des verstorbenen Gauleiters Carl Röver zu entwerfen, der dem Gau Führer und Vater zugleich gewesen sei. Er führte aus:
„Reichsleiter! Sehr verehrte Frau Röver!
Parteigenossen und Parteigenossinnen!
Im Namen und im Auftrage des Gauleiters Paul Wegener rufe ich Ihnen allen, die Sie sich am heutigen Tage am Grabe unseres alten und unvergeßlichen Gauleiters Carl Röver versammelt haben, dessen Losungswort zu: „Der Kampf geht weiter!" Ein Jahr erst ist es her, daß dieser alte Kämpfer und unermüdliche Streiter für immer die Augen schloß. Wir alle versammelten uns an seinem Abschiedstage vor den Augen des Führers im Mosaik-Saal. der Reichskanzlei und waren zutiefst ergriffen von den Worten, welche Sie, Reichslckiter Alfred Rosenberg, dem Verstorbenen zum Geleit, seinen alten Mitkämpfern zur Mahnung gaben. Ihre Worte — das spürte ein jedet von uns — kamen aus dem Herzen eines Mannes, der, in der frühesten Tagen in der Bewegung um den Führer stehend, heißen Glaubens und wahrhaften Mutes voll. unauslöschlich schon zu Lebzeiten in der Geschichte der Bewegung und darüber hinaus des gesamten deutschen Volkes verbunden, sich hier verneigte vor einem Einsamen, dem seine Kameradschaft und Freundschaft galt.
Kaum einer in Deutschland hat Carl Röver in seinem Stürmen und Drängen, seinem leidenschaftlichen Wollen, seinem wahrhaften deutschen Glauben und seinem, herrlichen deutschen Haß so verstanden, wie Sie. Reichsleiter Alfred Rosenberg. Sie, Reichsleiter, waren besonders in den Jahren des Aufbaues Gestalter und Zeuge vieler uns alle zutiefst bewegenden Stunden im Gau Weser- Ems, dem der Verstorbene ein Vater und Kamerad war. Sie waren es auch, der auf dem Bookholzberge, der Lieblingsstätte Carl Rövers, seinem Planungs- und Aufbauplatz die für den Kampf der weltanschaulichen Partei so bedeutunasvollen Worte prägte: Heiliges Land ist für uns nicht Palästina, sondern Deutschland. Heiliger Boden ist für uns immer dort, wo er von Deutschen mit dem Blute verteidiqt wurde, wo deutsche Bauernfäuste den Pflug durch die Muttererde führen. '
Unermüdlich fuhren Sie mit Carl Röver durch die Vielgestaltigkeit unseres Gaues zu den Ausgrabungsstätten der Ahlhorner Heide,
zu den Kirchenburgen und den verträumten Fischerhäfen Ostfrieslands. Ob Sie in Bremen vor den Männern der Wirtschaft und in Wilhelmshaven zu dem Führerkorps der neuen deutschen Kriegsmarine sprachen, immer war es, das durften /wir voll Stolz aus Ihrem eigene.. Munde hören, die Eigenart unserer Landschaft und die Klarheit un serer Menschen, die Sie besonders ansprach. Ueber allen aber stand ,Ahnen Carl Röver als echter Sohn und Kämpfer dieser Erde. Ihm gaben Sie Freundschaft und Herz.
Carl Röver aber, das wissen wir alle am besten», die wir in den hinter uns liegenden Jahren um ihn kein durften, Carl 'Rover verehrte in Alfred Rosenberg, um mit seinen eigenen Worten zu sprechen, den einmaligen Künder und Sehe per nationalsozialistischen Idee. Er riß seine Gefolgschaft zum Beispiel dieses Mannes empor und ward zum leidenschaftlichen Bekenner allen denen gegenüber, die wagten zu zweifeln und zu kritisieren.
Die Einheit des weltanschauliche« Bildes, die Stärke des Glaubens und die Kompro- mißlosigkeit der Idee waren für Carl Rover die Hochziele, die er seinem Führerkorps immer und immer wieder aufzuzeigen verstand. Nichts lag ihm darum mehr am Herzen, als die weltanschauliche Schulung und Ausrichtung seiner Gefolgschaft. Mit einer Leidenschaft ohnegleichen predigte er uns allen
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rüttelte und schüttelte er unsere Herzen. Man weiß nicht, was »ia» mehr bewundern soll an diesem einzigartigen Mann, die klare, tapfere und kämpferische Haltung, das Sich- einsetzen für seine Männer, das weise über den Dingen stehen, oder die beispiellose Lei denschast» die uns alle mitriß, wenn es galt. Großes zu gestalten oder Schlechtes und Er bärmliches zu zerschmettern.
Geboren in einer Landschaft unseres Gaues, welche in Urvätertagen von festen und tapferen Männerherzen und Händen gestaltet wurde, als es galt, die moorigen Niederungen der Weser zu einem blühenden Land zu machen, war er in seinen Jünglingsjahren jener Stadt am tiefsten verhaftet, die in ihrem weltweiten Handel Völker und Kontinente umfaßte.
Man ist versucht zu fragen, ist es Zufall oder Gesetz, daß in einem so kleinen Raume, wie das Stedinger-Land, drei Jahrhunderte vorher ein Mann geboren wurde, der als Ingenieur und Feldherr zum größten Ge
stalter in Rußland zur Zeit Peters des Großen und der Kaiserin Katharina werden sollte und den der alte Fritz als Prinz Eugen des Ostens bezeichnete,'Christian Münnich. In allen Schicksalsschlägen ausharrend, blieb dieser unermüdliche Kämpfer trotz Mjähriger sibirischer Verbannung Sieger über seine Gegner, der im hohen Alter nur noch eine Sehnsucht kannte, nämlich die, nach seiner Heimat. Carl Röver war wie dieser Große Sohn seines Stodinger-Lankes! Zwei urtümliche Eigenschaften; den Menschen unseres Gaues verkörperte er am stärksten auch in seinem eigenen Wesen.
Wenn Sie einmal, Reichsleiter, die Begriffe von Fernweh und Heimweh als echt germanische Charakterwerte bezeichneten, dann waren diese in Carl Röver wohl am stärksten vorhanden. Hierin lag seine heilige Unrast begründet, sein leidenschaftliches Drängen, sein zielstrebiges Wollen. Ob er in den tiefen Urwäldern Afrikas wirkte oder noch als Reichsstatthalter im Zeppelin nach Süd- amerika flog, auf der vorletzten Fahrt des unvergeßlichen Luftschiffes Hindenburg, oder ob er von Versammlung zu Versammlung durch das weite deutsche Land fuhr, überall aufrüttelnd, predigend, immer war es jene Eigenschafft die so oft schon als erste Pate an der Wiege vieler deutscher Menschen stand: Das Fernweh.
Es muß ein bestimmtes geschichtliches, unsichtbares Gesetz in unserem Raume wirksam sein, daß im Laufe der Jahrhunderte tausend und aber taufende nach Amerika auswanderten, um dort neue eigene Provinzen zu gründen, in denen sie noch heute ihre niederdeutsche Sprache sprechen, daß andere ostwärts zogen an die Newa, um von dort in einem großen Bauerntreck an der Wolga neue Heimstätten zu gründen. Nicht umsonst ist gerade das Friesenlied auch das Lieblingslied Carl Rövers gewesen. Vergessen wir nicht den Satz. der da heißt: „Sachen all min Sehnsucht nn min groot
streck llüaenberg vväkrenck seiner Hecks beim Lauappell,
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