Ausgabe 
(8.5.1943) 126
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VremerWuny

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Varletaintkclie Layeszettung

Dos flmlsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien Hansestadt lZremen

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Nr. 12 k, 1 Z. Mrgang

Sonnabend, 8 . Mai 194 Z

der NationaildziaUsten. Vremens

flmtliches verkündungsbiatt des Ncichsstattlialters in Olde nburg und vremen

kinzelpreis 15 Npf.

vs§ kükrers Ldscbieä von seinem 8tsd§ckel

s^acsi cksm tsisr/i'ciisn ?c>rtsi'<Mt Obsrsüsirung»Vi's;tok' s.utzs§ in ssins ivsLtsä/iscsis s-ssi'mot Osf-Ircrusficonc/uict trsivsgk 5ic/i c/uecsi clas Ossiist c/sr 5/^.-6rupps /^orülsss

vr. lloebdsls vürckigte liss Verb äss iksinpkers

Drohtbcricht unserer Berliner Schriftleitung

ckr. V. sclr. Berlin, 7. Mai. Die Stunde, in der mit dem Führer die Männer der Partei, des Staates und der Wehrmacht an der Bahre des auf tz> tragische Weise ums Leben gekommenen Stabschefs der SA., Vik­tor Lutze, versammelt waren, wurde eine ganz außergewöhnlich starke Kundgebung der Kameradschaft und Freundschaft. Die sieghaft strahlende Persönlichkeit und unbeirrbar tapfere Männlichkeit des verstorbenen Stabs­chefs hat über die schicksalhafte Verbunden­heit in der sachlichen gemeinsamen Arbeit ein so enges persönliches Band zwischen Vik­tor Lutze und all seinen alten Kameraden und allen führenden Männern der Partei und des Staates und der Wehrmacht ge­schaffen, daß in der Stunde des letzten Ab­schieds nicht einer fehlen mochte, dem nicht unentrinnbare Pflicht oder Krankheit das Erscheinen unmöglich gemacht hätte. Das gesamte Führerkorps der SA., Feldmar- schälle, Reichweite?, Reichsminister, Gaulei­ter, Staatssekretäre, Generale, Admirale waren in großer Zahl gekommen, um dem verstorbenen Kameraden Viktor Lutze den letzten Gruß zu entbieten, unter ihnen aus unserem Nordseegau Gauleiter Paul Wege- ner und SA.-Obergruppenfiihrer Böhmcker.

Am frühen Vormittag war der Sarg durch ein motorisiertes Geleit der SA.-Ständarte „Feldherrnhalle" von Eüterfelde nach der Neichshauptstaldt übergeführt worden. Hier wehten die Flaggen halbstock, und bei der Durchfahrt durch die Straßen der Innen­stadt, in der viele Kameraden im großen Dienstanzug der SA. in der Richtung zum Wilhelmplatz strebten, hoben sich bei der Durchfahrt der Lafette mit dem Sarge die Hände zum stillen Gruß. Im Ehrenhof der Reichskanzlei präsentieren ein Ehrensturm der Standarte „Feldherrnhalle" und eine Ehrenkompanie der Wehrmacht. Langsam wird der Sarg vordeigetragen an einer ge­waltigen Fülle von Kranz- und Blumen- spenden im Vorraum des Mosaiksaales. Dann ruht der Sarg, überdeckt von der Haken­kreuzfahne und von Mütze und Dolch des Toten, auf dem Katafalk an der Stirnseite des Mofa-iksaales, von dessen Lichthostdecke das Tageslicht hereinstrahlt. Links und rechts vom Sarge, an dem SA.-Führer Wache hal­ten, tragen.schwarzumflorte Pylonen silbern­glänzende Hoheitsadler. Vor dem goldgefaß­ten Hakenkreuz hinter dem Katafalk recken sich Standarten und Fahnen der SA. das Feldzeichen der Standarte ..Feldherrnhalle", und Fahnen der Wehrmacht und der Waf- fen-ss aus. Neben einem gewaltigen Lor­beerkranz des Duce stehen SA.-Führer, die die Ordenskissen des Verstorbenen tragen. Die gekreuzten brennenden Fackeln und die fackeltragenden Adler auf den großen Mosai­ken des Raumes wirken in dieser Stunde eindrucksvoll symbolisch.

Der Raum hat sich gefüllt. Alle Kamera­den, Freunde und Mitarbeiter des Ver­storbenen sind erschienen, und nach der letz­ten Fabnenablösung kurz vor der Mittags­stunde findet der letzte Wechsel der Ehren­wache statt. Zwei Gauleiter, unter ihnen Gauleiter Paul Wegener, zwei Obergrup­penführer, ein General des Heeres, ein Ge­neral der Luftwaffe, ein Admiral und ein General der Waffen-ff nehmen links und rechts vor dem Sarge als letzte Ehrenwache für den verstorbenen Stabschef Viktor Lutze Platz. Dann geleitet Reichsminister Dr. Goebbels die Witwe und die Angehörigen in den Mosaiksaal, wo sie in der ersten R^ihe Platz nehmen. Die Mittagsstunde schlägt, und

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von der Trauerversam.mlu.ng schweigend mit erhobenem Arm begrüßt.

Der Führer schreitet nach vorn: tritt vor den Sarg und grüßt den Toten noch einmal mit dem deutschen Gruß. Der Händedruck. den er mit der Witwe des Toten wechselt,

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Die letrke llskrt cke8 8tsbsckeks cker 8H.. ckurck ckie 81rsüen Lerlins, Im Lkreirgsleit neben 6er bakstts (lin Stick links an -rveiter 8teIIe Snüen) unser Qauleiter kaut Wegener. , Sokei-I gilkierUixnst

schuft gegenüber dem Toten und seiner Fa­milie.

Dumpfe leise Paukenschlüge leiten dann den Trauermarsch aus Richard Wagners Götterdämmerung ein. Nachdem die heroi­schen Töne verklungen sind, nimmt Reichs­minister Dr. Goebbels als einer der ältesten Kameraden und Freunde des verstorbenen Stabschefs das Wort zu einer Gedenkrede, die alle Anwesenden und alle Hörer zutiefst ergreifen mußte. So wie Dr. Goebbels das Leben, Wesen und Wirken des Toten auf­zeichnete, mußte sich jedem die zwingende Er­kenntnis aufdrangen, daß ein böser Schick­salsschlag dem deutschen Volke einen seiner besten Volksgenossen zu früh geraubt hat, einen Mann, der sich als schöpferischer Ar­beiter, als soldatische Kämpfernatur, ass Kamerad und als Freund die Herzen aller zu erobern vermochte, mit denen er in Be­rührung kam. Im einzelnen führte

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aus: „Mein Führer! Liebe Familie Lutze! Meine alten Parteigenossen und Kameraden! Werte Trauergäste! Wenn ich in dieser Ab­schiedsstunde als einer der ältesten Freunde und Weggenossen unseres Stabschefs vor sei­ner Bahre stehe, um ihm im Namen d?s Führers, seiner Kameraden aus. den Reihen der Reichsleiter, Gauleiter, Obergruppen- und Gruppenführer der SA., vieler Millio­nen SA.-Männer und Parteigenossen, ja, ich kann wohl sagen im Namen des ganzen deut­schen Volkes unser letztes Lebewohl zuzu­rufen, so tue ich das in dem Gefühl eines aufrichtigen und. tiefen Schmerzes.

"Als am vergangenen Sonnabend, am frühen Nachmittag die Nachricht von dem Autounglück des Stabschefs kam. da habe ich mich noch mit all seinen Freunden und Kameraden fest an die Hoffnung geklam­mert, daß er uns doch erhalten bleiben würde. Wir wollten es einfach nicht glau­ben, daß die Stunde des Abschiednebmens

ist Ausdruck der tiefen persönlichen Freund- nahe sei. Ein schweres Unglück hatte ih i und

seine Familie betroffen. Stundenlang schweb­ten wir zwischen Furcht und Hoffnung, ver­nahmen zuerst.mit Freude, daß es vielleicht doch noch eine Rettung für den Schwerver­letzten geben könnte, waren dann unglücklich über die traurige Nachricht, daß seine acht­zehnjährige T»chter Inge. die auch von dem Unglück betroffen rpurde, ihm schon im Tode vorausgeeilt war, ersparten ihm noch, der so heiß um ihr Schicksal bangte, die Gewiß­heit von ihrem jähen Hinscheiden und kämpf­ten dann im Geiste mit ihm den Kampf ge­gen einen unerbittlichen Tod, dem er so oft lchon in seinem Leben in den Schützengrä­ben des Weltkrieges und in den Stellungen des politischen Kampfes furchtlos ins Auge blickte.

Auch da stand er ja manchmal an der schmalen Grenze zwischen Sein und Ver­bleichen: aber immer noch hatte er im letz­ten Augenblick den Schritt zurückgefunden. Wir hofften, daß es auch diesmal so sein werde. Unsere Hoffnung war vergeblich.

Nur selten zeigen Menschen dem Tod ein so freies Gesicht, wie er es getan hat. Man hatte fast den Eindruck, als könnte er ihm nichts anhaben. Mit einem Scherzwort trat er ihm bis zuletzt entgegen. Als wir schon alle Hoffnung aufgegeben hatten, stritt er noch mutig und tapfer weiter, bis er seinem härteren Zugriff erlag. Keiner unter seinen alten Freunden, den die Nachricht von seinem Sterben dann nicht auf das tiefste erschüt­tert hätte. Ich brauche nicht zu sagen, .in welcher tiefen Trauer ich an diesem Abend seine Familie antraf. Sie war ja sein ein und alles und nächst dem'Führer und der Partei sein kostbarer Besitz auf Erden. Sie hatte ihren Mann und Vater verloren, den treuesten und besorgtesten Freund, den man sich nur wünschen kann. Ich stand dann um die Mitternachtsstunde ein letztes mal vor dem toten Stabschef: ich schaute noch einmal in sein liebes, vertrautes Freundesgesicht, blickte noch einmal lange auf seine Hände, die ich so oft in meinem Leben in warmer Kameradschaft gedrückt hatte, sah darunter

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99 ?crnrs5 unc/ 272 ^/ugrsugs am Kukan-örücksnkops... / Os/sktrug bs/ t.sm'ngrc>c/ rur Omks/ir gsrwungsn

Berlin, 7. Mai. An der Ostfront des Ku-i gebiet und schössen zusammen mit ihren ru-

ban-Brückenkopfes erneuerten die Bolsche-! mimischen und kroatischen Kameraden 57

wisten am 6. Mai ihre starken, von zahlrei-s Sowjetflugzeuge ab. Somit verloren die

chen Flugzeugen unterstützten Infanterie-§ Bolschewisten seit Beginn ihrer Offensive gr­

ünd Panzerangriffe. Nach heftigen Gegen-" gen den Ostabschnitt des Kubanbrückenkopfes stößcn scheiterte der Ansturm unter Abschuß insgesamt 272 Flugzeuge.

10 Sowjetpanzern. Damit erhöhte sich Am Wolchow versuchten die Bolschewisten -Ä dem Beginn der Ab- ji, die teilweise noch vom Hochovasser überflu-

zlchchmtt Krymskaja, ver-, teten Stellungen rheinisch-westfälischer Erena- nrchtetcn feindlichen Panzerkampfwagen >j,jere einzudringen. Im zusammengefaßten "us 99. . Abwehrfeuer brach das Unternehmen jedoch

Im Küstenstreifen des Asowschen Meeres! rasch zusammen. Härtere Kämpfe kostete unse- versuchte der Fei'nd mit zwei Kolonnen von ren Truppen südlich des Ilmensees das je 200—309, Mann einen unserer vorgescho- Schließen einer in den letzten Tagen entstan­denen Stützpunkte von Norden und Osten denen Einbruchsstelle. Nach Bereinigung der her zu überfallen. Kampfflugzeuge über- Hauptkampflinie von feindlichen Resten flau­wachten die feindlichen Bewegungen im La- ten auch hier die Gefechte ab.

gunengebict nördlich Temrjuk, bestätigten er­neut ihre Luftherrschaft über dem Kuban-

Die vor Leningrad stehende Schwere Artil­lerie des Heeres und Küstenbatterien der

Kriegsmarine beschossen wirksam Jndustrie- und Schiffsziele. Ein Elekrizitäts- und Rüstungswerk wurde mehrfach getroffen, so daß Brände mit starker Rauchentwicklung ent­standen. In den späten Abendstunden ver­suchte ein sowjetischer Wachbootverband, der ein großes Fahrzeug im Geleit hatte, durch den Seekanal aus Leningrad auszulaufen. Trotz Vernebelung. wurde das Vorhaben rechtzeitig erkannt. Marineküstenbatterien vernichteten zwei Fahrzeuge und beschädigten zwei weitere so schwer, daß sie mit starker Schlagseite ins Schlepp genommen werden mußten. Infolge des künstlichen Nebels konn­te ihr weiteres Schicksal nicht beobachtet wer­den. Das gutliegende Artilleriefeuer zwang den ganzen Verband zur Umkehr und Rück­fahrt nach Leningrad.

Dolch und Mütze, die stolzen Zeichen seiner SA., deren unvergeßliches Vorbild er war. Ich schäme mich nicht zu gestehen, daß mich eine tiefe Rührung überkam, als in diesen stillen Minuten noch einmal meine Gedanken die vergangenen zwanzig Jahre durchliefen, da ich sein Freund und Kamerad sein durfte.

Ich sah ihn wieder in den dunklen Kellern und Hintcrhöfen von Elberseld, wo wir zwi­schen 1923 und 1926 zusammen mit Karl

Kaufmann die Partei in Gau Ruhr be­gründeten und ausbauten, wir beiden an­deren die Redner und politischen Leiter, er unser SA.-Führer. Es gab keine Sorge, die wir nicht teilten, und keine Freude und kei­nen Erfolg, der nicht unser gemeinsames Besitztum gewesen wäre. Wieder marschierte er vor meinem geistigen Auge drei Schritte vor uns bei den ersten SA.-Ausmärschen in Essen, da wir eine Bresche in die marxistische Front des Ruhrgebietes schlugen, furchtlos und treu, wie er immer war, fast zehn Jahre älter als wir anderen und doch für uns alle das Sinnbild einer ewig kämpsenden deut­schen Jugend.

Nie werde ich vergessen, wie er uns all­abendlich begleitete, wenn wir nach Hattin- gen, Bochum, Düsseldorf oder Gelsenkirchcn in die kommunistischen Versammlungen fuhren. Er sprach nicht darüber, aber wir wußten doch, daß er uns zur Seite stehen wollte, wenn es hart auf hart ging. Wie wir uns dann um Mitternacht in irgend einem verrauchten Wartesaal dritter Klasse wieder alle zusammenfanden, er die strah­lendste Heiterkeit unter uns, gleich als ob das Leben ihm nur seine lichten Seiten zeigte und seine Schattenseiten vorenthielte; und dabei kämpfte er genau wie wir nicht nur den

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sondern auch den gleich schweren um das eigene Weiterleben, das ihm mehr noch als uns in seiner Familie anvertraut war. Wis schön waren die Tage, da wir im Revier den Führer erwarten durften. Da saßen wir bis in die tiefen Nächte, planten und debattier­ten, steckten unsere Fahnen an den hohen und höchsten Zielen des Vaterlandes in der Ferne auf, waren alle ein Herz und eins Seele und erlebten dabei das Kostbarste, was ein Mann auf Erden überhaupt finden kann! Freundschaft.

Nur wir können verstehen was es dann heißt, einen aus diesen Runde zu entlassen. Das ist so, als würde einem ein Stück aus dem Herzen geschnitten. Man muß Abschied nehmen von einem liebgewordenen Menschen und, was fast ebenso schlimm ist, mit ihm von einem ganzen Zeitabschnitt des eigenen Lebens. Er sinkt dahin und verblaßt lang- . sam zu einer Erinnerung. Mit beiden Hän­den möchte man ihn halten, aber die lauts -Gegenwart rauscht darüber hinweg. Das ist es auch, was uns, die nächsten beim Führer, und ihn wohl auch selbst am tiefsten in dieser Stunde bewegt, daß Viktor Lutze jn seinem Hinscheiden einen Teil unserer eigenen stür-

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Oonnsrstog 155 5ozv/st1/ugrsugs oüdg6Lc/iO556N

Aus dem Fiihrerhauptquartier, 7. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt: „An der Ostfront des Kuban-Brücken­kopfes hielten die harten Abwehrkämpfe an. Die Sowjets, die unter Einsatz zahlreicher Panzer gegen unsere Stellungen anrannten, wurden erneut blutig abgewiesen. In zahl­reichen heftigen Luftkämpfen und durch Flak­artillerie wurden gestern 140, durch Infan­teriewaffen neun weitere, Sowjetflugzeuge abgeschossen. Dywon wurden allein 50 von insgesamt 70 angreifenden Flugzeugen bei einem gescheiterten Anfing auf Orel ver­nichtet. Die eigenen Verluste an der gesamten Ostfront betrugen fünf Flugzeuge. Marine- Küstenbatterien versenkten im Seekanal bei Leningrad zwei sowjetische Wachboote und beschädigten zwei weitere schwer.

In Tunesien griff der Feind mit vielfach überlegenen Inzanterie- und Panzerverbän- denfdie von starken Fliegerkrästen unterstützt wurden, die deutsch-italienischen Stellungen im nördlichen und mittleren Frontabschnitt an. Trotz heldenhaften Widerstandes der deutschen und italienischen Truppen und trotz Abwehr zahlreicher Angriffe, bei denen 12 Panzer abgeschossen und einige Hundert Ge­fangene eingebracht wurden, gelang dem Feinde an einer Stelle ein tiefer Einbruch. Die Schlacht dauert in erbitterten Kämpfen an. — Vor der westfranzösischen Küste schoß ein einzelnes deutsches Hafenschutzboot aus einem angreifenden Bomberverband zwei bri­tische Flugzeuge ab."

*

Die schweren Kämpfe in Tunesien sind mit dem tiefen Einbruch, der dem Feinde trotz heldenhaften Widerstandes der deutschen und italienischen Truppen an einer Stelle gelang, in einen neuen Abschnitt eingetreten. Der Feind verfügt, in diesen Kämpfen über eine außerordentliche zahlenmäßige Ueberlegen- heit an Menschen und Material, die nach der Räumung von Mateur notwendigerweise zu einxr stärkeren Auswirkung kommen mußte. Der italienische Wehrmachtsbericht läßt erkennen, daß die Schlacht mit-dem An­sturm mächtiger feindlicher Infanterie- und Panzerkräfte erneut außerordentlich heftig entbrannt ist. Noch ist hier nichts entschieden. Unsere Soldaten und ihre italienischen Ka­meraden haben in den vergangenen Monaten wahre Wunder an Tapferkeit verrichtet, so daß über die Weiterentwicklung der Kämpfe nur das eine gesagt werden kann, daß auch fernerhin alle Versuche des Feindes auf eipe

zum letzten entschlossene Abwehr stoßen werde. Der Brückenkopf Tunis hat jedoch selbst wenn er aufgegeben werden müßte, seine Aufgabe voll und ganz erfüllt. Seine Bedeu- deutung liegt in erster Linie in dem strate­gischen Zeitgewinn, den die Achse im Mittel­meerraum durch ihn erzielen konnte. Als die Amerikaner vor nunmehr genau sechs Mo­naten in Nordafrika landeten, war man auf der feindlichen Seite fest davon überzeugt, daß es sich nur um Wochen,, ja nur um Tags handeln könne, bis die deutsch-italienischen Truppen aus Nordafrika von der feindlichen Uebermacht hinweggefegt sein würden. Diese Hoffnung wurde an der Tapferkeit der deutsch-italienischen Verbände zuschanden. In einem nunmehr sechsmonatigen Ringen müht sich der Feind unter Einsatz aller Kräfte, die deutsch-italienische Stellung in Tunis aufzu-' lösen. Diese sechs Monate stellen einen in seinen Wirkungen nicht hoch genug einzu­schätzenden Zeitgewinn für die Achsenmächte dar. Der Feind hat bei den Kämpfen in Tunis schwerste Verluste erlitten. Erst die abschließende Darstellung über die Kette schwerer Schlachten, die hier geschlagen wur­den, wird der Welt volle Kenntnis der un­geheuren Einbußen geben, die den Englän­dern und Amerikanern in dieser verhältnis­mäßig geringen Zeit zugefügt wurden. Tat­sache bleibt, daß Nordafrika und Tunis die gesamte Kraft sowohl Englands wie der USA., also zweier Weltmächte, auf sich zog, die sonst in anderer Weise hätte eingesetzt werden können. Hier liegt das historische Verdienst, das der Heldenmut und die Zähig­keit der deutsch-italienischen Truppen in Tu­nesien für sich errangen.

Durch die Ereignisse in Tunis wird unser Achsenpartner Italien in ganz besonderer Art berührt. Der zeitweilige Verlust ihres afrikanischen Imperiums ist für die Italiener zweifellos besonders schmerzlich. Der Duce sprach soeben erst in seiner Rede Som Palazzo Venezia über diese Dinge. Mit dem Wort' „Wir werden nach Afrika zurückkehren" aab er der harten Entschlossenheit Ausdruck, dem italienischen Volke die ihm gemäße Ergän­zung ,eines Lebensraumes auf afrikanischem durch den Einsatz aller Kräfte zu Ichaffen. Wie immer das Schicksal'Tunesiens nächsten Kämpfe gestalten Ee bleibt für uns die Gewißheit, daß die Stunde des Endsieges kommen wird, in der auch ;ene afrikanischen Räume von der anglo- Elikanischen Vergewaltigung befreit