Ausgabe 
(6.5.1943) 124
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parteiamtliche Tageszeitung

Dos Amtsblatt des Negierenden Bürgcrmeiftcrs der freien Hansestadt Bremen

öer Nationalsozialisten Vremens

pmllidics De'rhünDungsblatt des Beichsstattstalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 124 , 13. Jahrgang

Donnerstag, 6. TU di 1943

kinzelpreis 15 Rpf.

Anglo-amerikanische

Schiffsraumhonkurrenz

Eigener Drahtbericht

m(. Berlin, 5. Mai. Die führenden Kreise der USA.-Jndustrie bereiten sich auf einen erbitterten Konkurrenzkampf mit England nach Kriegsende vor. Wie der frühere süd­amerikanische Vertreter der „Allied chemical and dyne corporation" Allen R. Edwarts, in einem Artikel des „Commercial and finan­cial Ehronicle", einem führenden Organ der Interessen Wallstreets, mitteilt, mutz die USA.-Jndustrie etwa 18 Prozent ihrer Pro­duktion im Ausland absetzen, wenn sie eine ungeheure Arbeitslosigkeit in den Vereinig­ten Staaten vermeiden soll. Vor dem Kriege gingen nur acht Prozent der Erzeugung der USA. ins Ausland. Den gleichen Standpunkt vertrat der Präsident der Export» und Jm- portbank in Washington, Warten L. Pier­son, der in einem Vortrag'in Detroit erklär­te, die USA. würden bei Kriegsende eine derartig erhöhte Erzeugungskraft besitzen, datz sie ohne grohe Auslandsmärkte in der Fülle ihrer Produktion ersticken mühten.

Als solche Auslandsmärkte werden neben Europa, wo man sich in amerikanischen Krei­sen einen riesigen „Wiederaufbau-boom" ver­spricht, vor allem Jbero-Amerika, China und Afrika genannt. Auf allen diesen Märkten tritt England als Hauptkonkurrent auf. Ed­wards erklärte in seinem bereits erwähnten Artikel, England halte mit grotzer Hari- näckigkeit an seinen Handelsverbindungen in Südamerika fest. Es verteidige seine Stel­lung verzweifelt und versende immer mehr' Warenproben, Versuchsmaschinen usw., um nach dem Kriege dem amerikanischen An­sturm einigermaßen gewächsen zu sein. Die USA.-Jndustrie müsie infolgedessen schon jetzi ihren Ausfuhrhandel auf solide Grundlage» stellen und vor allem in Südamerika Füh­lung mit allen mahgebenden Wirtschafts­schichten halten, damit die britische Konkur­renz ihr das Geschäft nicht im entscheidende» Augenblick wegschnappe. Der Südamerikaner, der bis zum Kriege stärker mit Europa zu­sammengearbeitet habe, sei jetzt besondeis infolge des Ausfalles englischer Fabrikutt verhandlungsgeneigter als früher, und die USA. mühten diesen sich ihnen bietenden Vorteil unter allen Umständen ausnützen, um die englische Industrie-Konkurrenz hier ein für allemal aus dem Felde zu schlagen

Doch, nicht nux auf rein industriellem Ge­biet treibt schon jetzt die NachkriegsRivalität Englands und der USA. immer üppigere Blüten. Die Wochenschrift „News Week" weist darauf hin, datz die USA.-Reeder fest entschlossen seien, ihre führende Stellung in der Weltschiffahrt auch nach Kriegsende bei­zubehalten. „Unter diesen Umständen ist eine Konkurrenz auf Leben und Tod" zu befürch­ten. Deswegen bemüht sich London, mit Washington einen Zeitpunkt zu vereinbaren, an dem die Vereinigten Staaten ihre jetzige Massenerzeugung von Handelsschiffen wieder einstellen. Außerdem verlangt man in Lon­don, datz die USA.-Reedereien auf die ihnen heute zuteil werdenden staatlichen Unter­stützungsgelder verzichten und sich an inter­nationalen Abmachungen zum Zwecke einer gerechten Verteilung der Seehandelswege be­teiligen. Das Blatt lätzt aber deutlich, durchblicken, datz es wenig Hoffnung auf die Einsicht amerikanischer Reederkreise hat.

Bei Kriegsausbruch besah Erotzbritannien etwa zweieinhalb mal soviel Hochseeschiffe wie die USA. Nach Ansicht matzgebender Fachmänner ist infolge der schweren Verluste der britischen Handelsflotte und der Massen­fabrikation auf den USA.-Werften nach dem Kriege mit dem umgekehrten ziffernmätzigen Verhältnis zu rechnen, genau so wie der Industrieexport Englands lick, im aleichen Verhältnis zugunsten der USA.-Trusts ver­schieben mutz, ohne datz England hieran das geringste zu ändern in der Lage sein wird.

Deutsch-spanische Zusammenarbeit

Madrid, 5. Mai. Im Madrider Gebäude der Nationalleitung der Falange-Syndikate erfolgte am Mittwoch die feierliche Unter­zeichnung eines Abkommens -zwischen der RS.-Eemeinschaft „Kraft durch Freude" und der spanischen „Odra Syndical Educacion Descanso", der entsprechenden Untergliede- rung der Falange-Syndikate, über einen kulturellen, künstlerischen und sportlichen Austausch im Rahmen des Aufgabengebie­tes beider Organisationen.

De r tote Stabschef Viktor Lutze in der Mitte seiner SA.

Feierliche Aufbahrung bei der Standarte „Feldherrnhalle“

Berlin, 5. Mai. Die SA. hat ihren toten Stabschef in ihre Obhut genommen, um ihm die letzte soldatische und kameradschaftliche Ehre zuteil werden zu lassen. Aus dem Kran­kenhaus in Potsdam wurde der verstorbene Stabschef nach Küterfelde geleitet und dort inmitten seiner SA., der sein Leben gehörte, aufgebahrt.

Inmitten eines blühenden und grünenden märkischen Frühlings liegt das stille Dorf GüterfelÄe. Rings um eine wuchtige Kirche und seine Toten, die bei ihr die letzte Ruhe gefunden haben, rund um das einstige Her­renhaus, auf dem Preußens Waffenschmied, der Generalseldmarschall von Roon von sei­

nem Schaffen Erholung suchte, ist reges sol- i rung in diesem grotzen Kriege, der gleichen datisches Leben. Die Standarte Feldherrn- Bewährung, die ihnen ihr Stabschef vorgelebt halle hat hier ihre Heimat, und inmitten hat. ihres Alltags, des Kommens und Gehens, des '

Aufziehens der Wache findet der tote Stabs­chef seinen letzten Schstaf, und der Rhythmus alter Marschlieder klingt bis an das stille Lager im Herrenhaus.

Schwarz verhangen das Rund der Mitiel- diele, frisches Grün wächst darin empor, und eine Fülle von Blumen umkränzt den offenen Sarg, an dem je zwei Offiziere der Stan­darte und des Grenadierregiments Feld- herrnhalle^die Ehrenwache halten. An ihren Uniformen glitzern die Zeichen der Bewäh-

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Die Aufbahrung des tödlich verunglückten Stabschefs der SA., Viktor Lutze, in der Führer-Messe in Güterfelde bei Berlin. Angehörige des Regiments „!Feld- herrnhalle" stellten die Ehrenwache. Scherl Bilderdienst (SA. Werner)

In kleinen Trupps — zu vieren und zü sechsen — treten dann drauhen die Männer der Standarte an, treten in die Diele und stehen mit erhobener Hand schweigend und ergriffen an der Bahre und grützen zum letzten Mal ihren Stabschef, der jäh aus ihrer Mitte gerissen wurde. Dann treten sie wieder zurück vor das Portal, wo die letzten Strahlen der scheidenden Abend­sonne auf den Waffen und Abzeichen des Doppelpostens funkeln.

Ausländische Stimmen zum Tode Viktor Lukes

am Budapest, 5. Mai. Die Kunde vom Tode des Stabschefs der SA. ist in der ungarischen Oeffentlichkeit mit grotzer Be­stürzung ausgenommen worden. In einem Artikel der „Budapester Nachrichten", einer dem ungarischen Außenministerium nahe­stehenden Pressekorrespondenz, wird er als eine auch in Ungarn bekannte und beliebte Persönlichkeit bezeichnet, die in der Ge­schichte der deutschen nationalsozialistischen Bewegung eine bedeutende Rolle aespielt hat. „Viktor Lutze hat mit seiner SA. ein wertvolles Instrument für die Festigung Deutschlands geschaffen, das in steter Treue und Einsatzbereitschaft zum Führer steht", schlietzen die „Budapester Nachrichten" ihren Nachruf.

js. Kopenhagen, 5. Mai. Die Nachricht von dem jähen Tode des Stabschefs der SA., Viktor Lutze, wurde von der gesamten dänischen Presse zusammen mit Aufnahmen des verstorbenen Stabschefs an hervor­ragender Stelle veröffentlicht. Die Blätter erinnern in ihren redaktionellen Kommen­taren daran, datz Viktor Lutze zu den älte­sten Mitkämvfern des Führers gehörte, und datz seine grotze Aufgabe während des jetzi­gen Krieaes die vormilitärische Ausbildung gewesen sei.

verlor die Feindschiffahrt 102000 BRT.

Hohe Panzerverluste der Sowjets bei den Kämpfen am Kuban-Brückenkopf - Krymskaia planmäßig geräumt

Aus dem Führerhauptquartier, 5. Mai. Dys Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt: „An der Ostfront des Kuban-Brücken­kopfes lietzen die schweren Angriffe der So­wjets gestern vorübergehend nach. Bei den Kümpfen am 3. und 4. Mai wurden allein im Abschnitt einer deutschen Division 38 feindliche Panzer vernichtet. In den frühen Morgenstunden des 4. Mai wurden unsere im vorspringenden Frontbogen von Krym- skaja stehenden Truppen auf eine seit langem vorbereitete und ausgebaute Verteidigungs­stellung hart westlich des Ortes zurückgenom­men. Krymskaja selbst wurde nach Zerstörung aller wichtigen Einrichtungen geräumt. Süd­lich des Ilmensees wurden mehrere, von star­kem Artillerie- und Ealvengeschützfeuer unter­stützte Angriffe abgewiesen. Die Luftwaffe setzte ihre Angriffe gegen den feindlichen Nachschub bei Tage und bei Nacht fort und schütz am 3. und 4 . Mai 75 Sowjetflugzeuge ab.

Im mittleren Abschnitt der tunesischen Front griff der Feind mit Panzerunterstützung die deutsch-italienischen Stellungen an. Er wurde nach kleineren Einbrüchen im Gegenstoß zu- rllckgeworfen. In den übrigen Frontabschnit­ten nur geringe örtliche Kampftätigkeit.

Bei militärisch wirkungslosen Tagesangrif­fen britischer und nordamerikanischer Flieger- freifte auf zwei Orte im französischen und belgischen Küstengebiet wurden fünf feind­

liche Flugzeuge ohne eigene Verluste ab­geschossen. Zwei weitere britische Zerstörer­flugzeuge wurden vor der norwegischen Küste im Lustkamps vernichtet. Britische Bomber griffen in der vergangenen Nacht westdeut­sches Gebiet an und warfen zahlreiche Spreng- und Brandbomben, hauptsächlich auf Wohnviertel der Stadt Dortmund. Die Bevölkerung hatte Verluste. In der Stadt entstanden grötzere Gebäudeschäden. Nacht­jäger und Flakartillerie der Luftwaffe schossen nach bisher vorliegenden Meldungen 36 der angreifenden, vorwiegend viermotori­gen Bomber ab. Ein starker Verband schwe­rer deutscher Kampfflugzeuge belegte in der Nacht zum 5. Mai Ziele in Siidostengland mit zahlreichen Spreng- und Brandbomben.

Wie durch Sondermeldung bekanntgege­ben, versenkten deutsche Unterseeboote in mehrtägigen schweren Kämpfen in der lRitte des Nordatlantik aus einem vollbeladenen Amerika-England-Geleit und einem nach Amerika zurückfahrenden Geleitzug 16 Schiffe mit zusammen 102 000^ BRT. Vier weitere erhielten Torpedotreffer."

*

Nach einer Pause, die Gelegenheit zu einer Neuaufstellung und Neugruppierung unse­rer Unterseeboote gab, wurden also wieder zwei Geleitzüge in der Mitte des Nord­atlantik erfaßt und angegriffen. Der eine,

Englische Militärverdienstkreuze für die Sowjets

Georg VI. „ehrt" die Nachfolger der Zarenmörder durch Verleihung seiner höchsten Kriegsauszeichnung

Lrahtbericht unseres Vertreters

hw. Stockholm, 5. Mai. Gleichzeitig mit der Unterhausrede zur Ehrenrettung der bolschewistischen Katyn-Mörder fand im Kreml in Moskau eine bezeichnende englisch­sowjetische Feierlichkeit statt, die ebenfalls Englands restlose Uebereinstimmung mit dem bolschewistischen Regime und seinem ver­brecherischen Kampf qegen Europa dartun sollte: Der englische Botschafter Clark-Kerr begab sich in die Hochburg der Sowjets, um dort in Gegenwart Molotows zwölf sowjeti­schen Offizieren das englische Militärver- dienstkrenz. eine der höchsten englischen Kriegsauszeichnungen, zu überreichen.

Bisher hatten die Engländer immer noch gezögert, die von sowjetischer Seite erfolgte Verleihung des Leninordcns und anderer Eowjetchrungen an englische Flieger und Seeleute mit einer gleichartigen Geste zu be­antworten. Gerade in englischen Adels- und Hofkreisen waren wohl gewisse Nestbestände an Reserve noch vorhanden. Sie wurden

jetzt, dem höheren politischen Zweck zuliebe, der gerade in der gegenwärtigen Lage alles erheischt, um die Sowjets bei guter Laune zu erhalten, geopfert. Georg VI.' selbst hatte die Urkunden über die Ehrung von Nachfol­gern der Zarenmörder durch englische Orden ausgefertigt.

Der englische Botschafter hatte vorher be­reits eine andere Zusammenkunft >m Kreml gehabt: Er hatte mit Molotow über die Möglichkeiten einer Beilegung des aus Ka- tyn erwachsenden sowjetischen Zwistes mit den polnischen Emigranten in London ver­handelt, wofür Edens Unterhauserklärung goldene Brücken zu bauen versuchte. Edens Erklärung wirkte zwar bei Berücksichtigung des vorher lautgewordenen Moskauer Ver­langens nach voller Berücksichtigung sowjeti­scher Forderungen für eine ganz neue pol­nische „Regierung" mehr wie ein Verzmcif- lungsakt und eine Flucht in die Oeffent- lichkeit. Seine Mahnungen zur unbedingten Einigkeit unter den Verbündeten scheinen

einstweilen nicht einmal bei den polnischen Emigranten eine nennenswerte Wirkung ge­habt zu haben. Diese forderten erneut die Freigabe der in der Sowjetunion zurück­gehaltenen Polen, von denen doch so viele bereits getötet und daher nicht mehr in der Lage sind, sich nach Edens Wunsch tut die Wiederherstellung guter Beziehungen zu ihren Mördern einzusetzen.

In der Sowjetunion selbst aber wird man zwar den guten Willen des Stalinlchwär- mers Eden anerkennen und ihm vielleicht demnächst den Leninorden verleihen, doch von einem Einlenken ist auch dort bisher nicht die Rede. Die Sowjetpresse veröffent­licht vielmehr einen an die „Newyork Herald Tribüne" gerichteten Brief eines pol­nischen Emigranten in den USA., der auf antisowjetische Tendenzen in der Londoner Emigrantengruppe schimpft. Der Brief schließt mit einem Appell zur Schaffung einer ..jüdisch-polnischen Regierung" gemäg den Söwjetwünschen.

von Nordosten kommend, fuhr nach USA. zurück, während der zweite, der mit Kriegs­material und Gütern aller Art beladen war, die britische Insel ansteuerte.

Diese doppelte Jnmarschsetzung zweier Ge- leitzüge durch das gleiche Seegebiet bezweckte offenbar eine Ablenkung und Zersplitterung defim Nordatlantik stehenden Unterseeboote. Dieser Versuch des Feindes ist mißlungen. Beide Eeleilzügc wurden von je einem Un­terseebootrudel erfaßt und angegriffen. Wie­der hatte der Gegner sehr starke Sicherungs­kräfte eingesetzt, denen es oblag, die Unter­seeboote abzudrangen und daran zu hindern, zum Schutz zu kommen. Auch dies mißlang, obwohl neben den Zerstörern, Fregatten, Korvetten und anderen Sicherungsfahrzeugen auch Flieger zur Fernaufklärung und Ueber- wachung eingesetzt waren. Die Flugzeuge wurden von Bord größerer Handelsschiffe katapultiert und umkreisten die Eeleitzllge nach allen Richtungen.

Diese starke Zusammenfassung aller Ab­wehrkräfte des Feindes stellte an das Kön­nen unserer Unterseebootskommandanten und ihrer Besatzungen die höchsten Anforderun­gen. Es gelang ihnen, solange unbemerkt zu bleiben, bis sich die Gelegenheit ergab, über die Geleitzüge herzufallen und mit gut gezielten Torpedoschllssen den Angriff zu er­öffnen. Der harte Kampf erstreckte sich über mehrere Tage.

Reben dem Verlust lebenswichtiger Ver­sorgungsgüter und Materialien hat der Feind mit den 16 bzw. 20 Schiffen wiederum wertvollen Frachtraum eingebützt. Wieder­holt schon ist darauf hingewiesen worden, datz die verlorenen Schiffe, die Transportzwecken dienten für den auf Rachschub und die Ver­sorgung über See schlechthin angewiesenen Feind, also England, nicht nur auf der einen Fahrt, die zur letzten wurde, sondern für alle künftig vorgesehenen Fahrten ausfallen. So gesehen, ist die Einbuße an Frachtraum noch schmerzlicher als der Untergang der La­dung. Frachtraum ist ungleich schwerer zu er­setzen. Datz dem Schiffsneubau, wie über­haupt der Kriegsproduktion in den USA.. Grenzen gesetzt sind, ist soeben erst von maß­gebender nordamerikanischer Stelle feftge- stellt worden.

Die kämpfende Slowakei

Pretzburg. 5. Mai. Bei Gelegenheit der Ausmusterung des dritten Jahrganges der slowakischen Militärakademie hielt Staats­präsident Dr. Tiso als oberster Befehlshaber der slowakischen Wehrmacht eine Rede, in der er feststcllte. datz die slowakische Armee durch ihre Teilnahme am gegenwärtigen Kampf für Volk und Staat einen Dienst von wahrhaft geschichtlicher Bedeutung leiste.

JmeU „Stad"

Von Ararat bis Palästina

R. Mii. Man schrieb das Jahr 1825, als die Bevölkerung der Stadt Buffalo auf Grand Island im Staate Newyork in den Strudel eines seltsamen Geschehens gezogen wurde. Inmitten der überfüllten Sankt-Paul- Kirche des Ortes hatte ein Jude namens Mordechaj Jmmanel Noah die erwartungs­frohen Blicke der Puritaner auf sich und sei­nen Kaftan gelenkt. Nach Wochen fieberhaf­ter Agitation war dieser aus Tunis zurück­gerufene amerikanische Konsul nämlich so weit, unter alttestamentarisch-zeremoniellem Tamtam den von ihm projektierten Juden- st a a t auf Grand Island buchstäblich aus der Taufe zu heben. Mit triumphierender Miene betrachtete er den soeben enthüllten Grundstein seines verheißungsvollen Staats­gebildes, sich an der hebräischen Inschrift berauschend: „Ararat, Freistätte der Juden. Gegründet von M. I. Noah im Monat Tischri 5586, September 1825, im Jahre 50 der amerikanischen Freiheit!"

Es gab im „Jahre 50 der amerikanischen Freiheit" keinen mündigen Bürger des Ortes Buffalo, der nicht zuvor den Aufruf Noahs gelesen hatte, die Proklamation des Inhalts: Unter dem Protektorat der Vereinigten Staa­ten solle hier am Niagara der Traum aller talmudtreuen Juden in Erfüllung gehen, die Errichtung eines nur von Hebräern regier­ten Staatswesens. Ararat solle das Terri­torium der Auserwählten heißen, genau so wie der Berg, aus dessen Kuppel einst die Sintflut des alten Noahs Arche nieder­setzte. Wo in der ganzen Welt Israeliten Verwaltungsstellen innehatten, war ihnen von Mordechaj die Auswanderung nach Ära­rat ans Herz gelegt, waren sie zu Banner­trägern Zions ausersehen worden. Die höch­sten Regierungsäm.ter Neujerusalems aber hatte Noah jun. für den Erotzrabbiner von Paris, Abraham de Kologne, den jüdischen Würdenträger Aron Numez Kardora in Gibraltar, sowie den Berliner Professor Gans reserviert. Der Startakt in der Sankt- Paul-Kirche zu Buffalo war die festliche Ouvertüre für den erhofften Aufbruch der Juden in das zweite Paradies . . .

Doch wer nunmehr Tag für Tag erfolg­los von den Zinnen der jungen Metropole Hosianas nach dem Zustrom seiner Rasse- gekiossen Ausschau hielt, das war Mordechaj Immanuel Roah. Sie dachten gar nicht daran, die aufgerufenen Hebräer, im gelob­ten Land Ararat auf eigenen Füßen zu stehn! Mochte der ehemalige Konsul von Tunis allein Staat mit seinem Staate treiben! Ahasver wollte Ahasver bleiben, für immer der Zerstreuung und dem wurzellosen Händ- lerium hingegeben. Statt der Beteiligung an dem Unternehmen auf amerikanischem Ter­rain drangen Schreie der Empörung aus den europäischen 'Judenzentren herüber: Die an­gesprochenen Israeliten französischer und eng­lischer Zunge lietzen das Projekt ihres „Wohltäters" von gekauften Blättern in Grund und Boden verdammen. Der Erotz­rabbiner von Paris griff in ungezügelter Entrüstung selbst zur Feder. Im „Journal des Debats" gab er seinem- Zorn über das vermessene Beginnen auf Grand Island freien Lauf: jeder politische Versuch, einer gewaltsamen Auswanderung der Juden nach einem bestimmten Gebiet, so schrieb er, sei als eine „Lästerung der göttlichen Majestät" (lies: Lästerung des Götzen Gold) zu ver­urteilen. Dieser aufgeregten Opposition der Talmudisten in Paris und London entsprach die Verschweigetaktik der Newyorker Presse hinsichtlich der „Staatsgriindung" innerhalb ihres Verbreitungsgebietes. Man wollte die Börse im Reich des Sternenbanners vordem Abgang größerer Geldsummen bewahren, be-

Ein Schicksal, das mich nicht umbringt, macht mich härter. Nietzsche

merkte treffend die „Wiener Allgemeine Zei­tung" am 1. November 1825 zu dem Ver- steckspiel der Wallstreet-Blätter.

Der. blamierte „Präsident von Ararat" aber schlich tief gekränkt in die schon zur Synagoge umgewandelte Paul - Kirche, klemmte sich den voreilig geweihten Grund­stein zwischen die Arme und entfleuchte mit jenem unersetzlichen Erinnerungsstück der von den Rabbinern so heftig verschmähten Insel. „Wer gibt mir meine in das Verlust-Geschäft von Ararat gesteckten Gelder zurück?" — mit diesen Worten dürfte der Gescheiterte schließ­lich den Weg zur Jerusalemer Klagemauer angetreten haben.

Weshalb wir hier die tatsächlich erfolgte „Staatsgründung" des Juden M. I. Noah historisch getreu nachgezeichnet haben? Um die widerliche Scheinheiligkeit zu kennzeich­nen, die das Schmarotzer-Volk heute mit dem hysterischen Ruf nach einem eigenen Staat an den Tag legi. Der fast vergessene Fall Ararat unterstreicht als ein besonders ein­drucksvolles Beispiel die notorische Unfähig­keit und unüberwindliche Abneigung der He­bräer, sich eine verbindliche Gemeinschaft§ord- nung zu schaffen, auf selbstverwaltetem Ter­ritorium primitivste Pflichten zu erfüllen und die internationale Aasgeiertätigkeit mit bodenständiger ehrlicher Arbeit zu vertau- Ichen. „Die Israeliten begannen zu wandern als noch niemand sie trieb, vor der Zerstö­rung ihres Staates" stellten die Juden Birn­baum und Ruppin übereinstimmend fest: allein dorthin drängt es sie. „wo sie einen wirtjchaitlichen Aufschwung wittern" wie der Zionist Margulies hinzufügte. Auch fein Rassegenosse Rappeport traf den Nagel auf den Kopf, als er mit bemerkenswerter Offen-, heit versicherte, das Exil sei dem jüdischen)