Ausgabe 
(29.4.1943) 118
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Parleramtticlie Layeszettuny

Vas flmtsblatk des Negierenden Viirgermeistcrs der §relen fjansestadt vremen

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üer Nationalsozialisten, vreinens

flmtliches verkündungsbiatt des Ncichsstatttialters in Oldenburg und vremen

Nr. 118, 1Z. Jahrgang

Donnerstag. 29. flpril 194Z

Linzelpreis 15 Npf.

Lm öudsll-örückenllolik Lciieileriell kemäsugrikke

Der gestrige Wehrmachtsbericht

Aus dem Führerhauptquartier» 28. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt: „Am Kuban-Brückenkopf wur­den zahlreiche Angriffe des Feindes im Zu­sammenwirken mit der Luftwaffe abgewiesen. An der übrigen Ostfront fanden nur Kampf­handlungen von örtlicher Bedeutung statt. Ueber dem Südabschnitt der Ostfront wurden am 27. April 44 Sowjetflugzeuge abge­schossen, hiervon sieben durch slowakische und sechs durch kroatische Jäger. Drei eigene Flugzeuge gingen verloren. In Tunesien führte der Feind gegen einige Abschnitte der Westfront örtliche Angriffe, die in harten Kämpfen zurückgeschlagen wurden. In den schweren Kämpfen der vergangenen Tage hat sich ein Kraftradschützen-Vataillon unter Führung seines mit dem Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz ausgezeichneten Komman­deurs, Major Drewes, erneut bewährt. Kampf- und Nahkampsfliegeroerbände grif­fen in die Kämpfe ein und bekämpften Be­reitstellungen und Kolonnen des Feindes. Die Häfen Bone und Philippeville wurden erneut bombardiert."

Die britischen Fluggeugverluste in der Nacht zum 27. April bei dem Angriff auf westdeutsches Gebiet haben sich durch noch ein­gelaufene Nachmeldungen auf einundzwanzig erhöht.

Usus killerkreurtrLgsr

Berlin, 28. April. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberst­leutnant d. R. Dr. Rudolf Kalb eck, Kom­mandeur eines Grenadier-Regiments; Ober­leutnant Werner Reich, Kompaniechef in einem Pionier-Bataillon; Oberleutnant Jmmo Fritz sche, Staffelkapitän in einem Sturzkampfgeschwader; Oberleutnant Man­fred Meurer, Staffelkapitän in einem Nachtjagdgeschwader; Feldwebel Rudolf Berger, Zugführer in einem Pionier-Ba­taillon; Gefreiter Willi Hackbarth, Fun­ker in einem Artillerie-Regiment.

vor ItsUsnisüis IVetirmsclilsberiikI

Rom, 28. April. Das Hauptquartier der italienischen Wehrmacht gibt bekannt: „Auch am gestrigen Tage scheiterten die vom Feinde mit starken Artillerie- und Panzerkrästen in Tunesien unternommenen Angriffe. Von den in den vorhergehenden Wehrmachtberichten erwähnten Verbänden verdient die von Major Pisciselli Taeggi aus Neapel be­fehligte Panzer-Abteilung für ihren tapferen Einsatz besondere Anerkennung. Italienisch^ und deutsche Flugzeugverbände griffen wei­terhin wirksam feindliche auf dem Marsch und in Stellung befindliche Kolonnen an. Vier englisch-amerikanische Flugzeuge wur­den zerstört, eines von deutschen Jägern über Tunesien, eines von der Bodenabwehr an der Küste des Peleponnes, zwei von einem unserer Torpedoboote über deip Kanal von Sizilien. Ein Angriff amerikanischer viermotoriger Bomber auf die Umgebung von Cagliari verursachte unbedeutende Schä­den. Unter der Zivilbevölkerung gab es keine Opfer. Drei unserer Flugzeuge kehrten nicht zu ihren Stützpunkten zurück."

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Aus dem Führerhauptquartier, 29- April. Der Führer hat dem Tenno an- lählich seines Geburtstages ein in herzlichen Worten gehaltenes Glückwunschtelegramm übermittelt.

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Nanking, 28. April. Aus dem Hungergebiet der chinesischen Provinz Honan trafen Abge­sandte in Nanking ein, um Hilfe zu erbitten. Sie legten Berichte über die dort herrschen­den Zustände vor, aus denen hervorgeht, daß aus vielen Distrikten die jungen Menschen auswandern, während die älteren den Hun­gertod sterben. Baumrinde und Pflanzen- wurzeln dienen als Nahrung.

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Drahtbcricht unserer Berliner Schriftleitung

xoe. Berlin, 28. April. Wenn schon die ersten feindlichen Presfestimmen zu dem Ab­bruch der Beziehungen zwischen der Sowjet- uniön und der polnischen Emigrantenregie­rung die starke Betretenheit in England und Amerika auherordentlich deutlich zeigten, so verstärken die neuesten Aufsätze noch den Ein­druck der peinlichen Reaktion, den das Vor­gehen Moskaus in London und Washington auslöste.

Wie sehr man in London bemüht ist, die Krise zu überwinden, zeigt ein Vorschlag, den Außenminister Eden machte und der da­hingeht, eine neue polnische Emigranten­regierung zu bilden, die die an Moskau ge­stellten Fragen zurückziehen und außerdem aber auch auf polnische Gebiete zugunsten der Sowjets Verzicht leisten soll. Dieser von Eden vorgeschlagene Ausweg ist um so be­merkenswerter, als Eden selbst einmal er­klärte. daß Polen der „Lieblingsverbündete" Englands sei. Heute scheint die Zeit aller­dings sehr weit zurückzuliegen, in der Eng­land Polen garantierte. Heute ist man in London bereit, Herrn Sikorski ohne Gnade und Erbarmen fallen zu lassen, um den An­sprüchen des größeren Bundesgenossen gerecht zu werden.

Das Verhalten Englands gegenüber der polnischen Exilregierung erscheint gerade im Lichte der historischen Betrachtung besonders bemerkenswert. Bekanntlich war es Polen, das schon vor Ausbruch des Krieges durch seine anmaßende Territorialpolitik an der Zuspitzung der Lage mitschuldig war. Polni­

sche Chauvinisten erklärten damals im Be­wußtsein ihrer Londoner Rückendeckung, auf Berlin marschieren zu wollen. Es wird bei der Betrachtung der Entstehung dieses Krie­ges immer wichtig sein, daß London und Washington die polnische Frage zum Bor- wand benutzten, um den neuen Weltkrieg vom Zaune zu brechen. Damals bedrohte nie­mand die Existenz Polens. Der polnische Starrsinn im Zusammenhang mit den Fra­gen des Korridors und der deutschen Stadt Danzig löste auf der Basis der britischen Ga­rantie für Polen diesen Krieg aus. Nunmehr liefert England kaltblütig' dieses Werkzeug seiner Politik an den Bölschewismus aus. Gerade weil Polen im Gesamtrahmen des Krieges für die Anglo-Amerikaner sicherlich keine nebensächliche Karte darstellte, ist ihr heutiges Verhalten gegen Polen von so außerordentlicher Bedeutung. Es läßt Rück­schlüsse daraus zu, welche Behandlung andere Länder von England zu gewärtigen hätten, wenn schon der Lieblingsverbündete Eng­lands in dieser Weise von London behandelt wird.

Andererseits stellt der Abbruch der er­wähnten Beziehungen ein Musterbeispiel der sowjetischen Politik dar. Besonders bemer­kenswert ist die Tatsache, daß nach neutra­len Korrespondenten sowjetische Kreise in London durchblicken lassen, daß die polnische „Regierung" zu Kreuze kriechen und um Ent­schuldigung bitten müsse. Man weist darauf hin, daß Moskau auf die Bildung einer neuen polnischen Regierung bestehen werde, die aber aus polnischen Kommunisten zu­

sammengesetzt sein müsse. Mit weniger könne sich die Sowjetunion wohl kaum zufrieden geben. Die amtliche sowjetische Note rührt darüber hinaus an gewisse heikle Erenzfra- gen und deutet an, daß hinter dem jetzigen Bruche grundlegende Auseinandersetzungen stehen. Schwedische Zeitungen erklären denn auch offen, daß der angegebene Grund für den Abbruch der Beziehungen durch den Kreml lediglich ein Vorwand sei. Der Be­schluß dazu sei schon früher gefaßt worden. Auch „New Hork Herald Tribune" gibt zu, daß die polnisch-sowjetischen Beziehungen be­reits seit dem Augenblicke schlechter geworden seien, als die Sowjetunion ihre Absicht, Teile des polnischen Gebietes zu behalten, offen verkündet *>abe. Auch aus einem Ausspruch der „Jswestjia" leitet der Londoner Korre­spondent von „Soenska Dagbladet" die Fol­gerung ab, daß die Grenzprobleme die Haupt­schwierigkeiten bilden. Die Volschewisten ver­folgen also mit ihrem Schritt das klare Ziel eines weiteren Raubzuges an ihren West­grenzen. Der „Bester Lloyd" bezeichnet das Vorgehen der Bolschewiken als ein Schul­beispiel für die Art. wie pch die Sowjets ihr Verhältnis zu den Nachbarstaaten vorstellen. Der ganze Fall sei auch aufschlußreich für die Beurteilung jener sogenannten Regelung in Osteuropa, die die Sowjetunion in den Be- ratun""n mit ihren Verbündeten für sich reklamierte.

Ruch „Popolo di Roma" zeigt sich hier der entschlossene Wille der Sowjets, den Krieg zur Vernichtung der geistigen und mate- (Fortsetzung auf Seite 2)

Lke» Keines

Heute weilt der Staatssekretär im Reichs­justizministerium. Dr. Rothenberger, der engste Mitarbeiter des Neichsministers der Justiz, zu wichtigen Besprechungen im Gau Weser-Ems und spricht aus Einladung des Gauleiters zu den führenden Männern des Rordfcegaues.

„Eine starke Rechtspflege ist eine tragende Säule des Eroßdeutschen Reiches." Diesen Satz schrieb Staatssekretär Dr. Rothenberger wenige Tage nach seiner Ernennung zum Staatssekretär im vorigen Jahre. Er bekun­det damit jene Ueberzeugung, die sich mit dem grundlegenden Erlaß des Führers vom 20. Äugust 1942 an die Spitze der neuen Grundsätze deutscher Rechtsführung gesetzt hat und seitdem die ersten Anfänge des end­gültigen Aufbaues einer nationalsozialisti­schen Rechtspflege bestimmte. Nächst dem Reichsjustizminister selbst ist der heutige Gast des Nordseegaues — Staatssekretär Dr. Curt Rothenberger — diejenige Persönlichkeit, der

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Führerhauptquartier, 28. April. Der Führer empfing am 27. April den Staatssührer des unabhängigen Staates Kroatien» Dr. Ante Pavelic, zu einem Besuch im Führerhauptquartier. Der Führer hatte mit dem Poglavnik Besprechungen über die politische und militärische Lage des gemein­samen Kampfes der Achsenmächte gegen den Bolschewismus und die englisch-amerikani­schen Plutokraten. Die Unterredungen, an denen der Reichsminister des Auswärtigen von Ridbentrop und der kroatische Außen­minister Dr. Bndak, sowie Generalseldmar- schall Keitel und General Begic teilnahmen, verliefen im Geiste des herzlichen Einverneh­mens und der Freundschaft des Reiches zu dem jungen kroatischen Staat und seinem tapferen Volle. Dr. Pavelic brachte die Ent­schlossenheit des kroatischen Volkes zum Aus­druck, an der Seite der Achsenmächte die Freiheit des unabhängigen Kroatiens zu ver­teidigen und alle Kräfte für den kompromiß­losen Sieg der Dreierpaktmächte über die gemeinsamen Feinde einzusetzen.

An der Zusammenkunft im Führerhaupt- quartier nahmen auch der deutsche Gesandte in Agram, Kasche, und der deutsche bevoll­mächtigte General in Kro-^ien, Glaise von Horstenau, teil.

*

Das Kommunique über den Empfang des kroatischen Staatsführers beim Führer weist die gleichen Formeln des gegenseitigen Ein­vernehmens und der harten Entschlossenheit, diesen Kampf bis zum Endsiege durchzu- fechten, auf, wie die amtlichen Bekannt­

machungen zu den vorangegangenen Besuchen der verbündeten Staatsmänner im Führer- hauptquartier. In diesen Besprechungen zu­sammengenommen rundet sich schon heute aus dem politischen Sektor das Bild des kämpfenden Europa. Das in der harten Aus­einandersetzung mit den bolschewistisch-pluto- kratischen Mächten und ihren jüdischen Hin- tcrmännern um seine Gestaltung und Zu­kunft ringt. Die Einigkeit der in dem Drei­mächtepakt verbündeten Nationen zeigt sich so einmal im Kampfe selbst, wie auf der anderen Seite in dem Ziel dieses Kampfes.

Der Empfang des Poglavnik beim Füh­rer verweist im übrigen nochmals in be­sonderer Art auf die epochale Bedeutung des historischen Bündnisses, in dem sich die jun­gen und aufstrebenden Kräfte des National­sozialismus und des italienischen Faschis­mus miteinander verbanden. Der kroatische Staat ist mit Italien durch besonders freundschaftliche und innige Bande ver­knüpft. Er anerkennt eben darum in seinem Verhältnis zum Reich dieselben Leitsätze einer unverbrüchlichen Waffenbrüderschaft und einer durch nichts zu zerbrechenden Kameradschaft, die auch für das Verhältnis zwischen Deutschland und Italien gelten. Darüber hinaus ist diese Bündnisgemein­schaft, die ursprünglich nur der Behauptung des Lebensrechtes der deutschen und der italienischen Nation galt, aber zu dem Grund­stock einer europäischen Liga geworden, die heute mit der Waffe in der Hand maß­gebend den Selbstbehauptungswillen Euro­pas gegenüber bolschewistischer Bedrohung und plutokratischem Verrat vertritt. Zusam­

men mit ihren europäischen Verkündeten repräsentiert heute die Achse, wie auch das Kommunique über den Besuch des kroati­schen Ctaatsführers erneut ausweist, Europa gegenüber den ihm feindlichen Mächten.

Kroatien ist bereit, in diesem Ringen s.inen vollen Beitrag zu leisten wie es auch bisher schon diesen Willen durch den Einsatz der kroatischen Freiwilligen in überzeugen­der Art nachzuweisen vermochte. Kroatische Verbände haben Seite an Seite mit den Männern der sechsten Armee an dem Helden­kampf um Stalingrad teilgenommen. Deutsch­land wird diesen Beitrag Kroatiens nie ver­gessen. Aus dieser Kampfgemeinschaft er­wächst zwischen dem Reich und Kroatien eine Vertiefung der gegenseitigen Beziehun­gen. die das Kommunique zum Ausdruck bringt, indem es von dem „Geiste des herz­lichen Einvernehmens und der Freundschaft des Reiches zu dem jungen kroatischen Staat und seinem tapferen Bolle" spricht. Die Frei­heit des unabhängigen Kroatien ist das hohe Ziel, für das sich kroatische Freiwillige an der Ostfront heute mit ihrem Blute' ein­sehen. Sie werden diese Freiheit erringen und darüber hinaus einmal mit Stolz darauf verweisen dürfen, einen vollen Beitrag zur Verteidigung und Befreiung Eesamteuropas geleistet zu haben. goe.

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in dieser Richtung schon in den wenigen Monaten seiner Amtsführung vieles an grundsätzlichen Bemerkungen zur Rechts­pflege unseres Reiches von heute zu danken ist. Mit der Konsequenz, die nun einmal alte Nationalsozialisten auszeichnet, hat Dr. Rothenberger immer wieder darauf hinge­wiesen, daß der nationalsozialistische Rechts- wahrer unlösbar.mit der Revolution des Führers verbunden ist und aus diesem engen Verhältnis zur Weltanschauung Adolf Hit­lers die Kraft zur Rechtsprechung schöpfen muß.

Zweifellos ruht auf diesem Mitarbeiter des mit weitgehenden Vollmachten ausgestat­teten Reichsjustizministers eine große Ver­antwortung, und eine gewaltige Aufgaben- fülle lastet auf, seinen Schultern. Seine in der weiteren Öffentlichkeit bekanntgeworde­nen Darlegungen zur Frage des Richters im nationalsozialistischen Reiche und seine Worte an den Rechtswahrernachwuchs haben jedoch erkennen lassen, daß Staatssekretär Dr. Ro­thenberger nicht der Mann ist, der von dem Beharrungsvermögen einer Rechtsanschauung

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Berlin, 28. April. Von den bei den siebentägigen Abwehrkämpfen in Tunesien vernichteten 193 britischen und nordamerika- nischen Panzern hat eine kleine Kampfgruppe von „Tiger"-Panzern in der Zeit vom 29. bis 24. April allein 75 abgeschossen sowie meh­rere weitere schwer beschädigt und damit von neuem die artilleristische und technische Ueber- legenheit des „Tiger" gegen die modernsten feindlichen Panzer bewiesen. Ganz gleich, ob es nordamerikanische Panzerkampswagen vom Typ „Pilot", „General Graut", „Lee" oder „Sherman" oder ob es die schwergepanzerten britischen der neuesten „Marc"-Typen waren» alles, was vor die Rohre des „Tiger" kam, zerbrach im Feuer seines Geschützes, dessen Granaten auch die dicksten Panzerplatten der feindlichen Stahlkolosse zerschlugen.

Nicht weniger eindrucksvoll waren aber auch die Kampferfolge der anderen Truppen­teile, wenn es darauf ankam, der feindlichen Infanterie im Ringen Mann gegen Mann die Stirn zu bieten. Zu Beginn der harten Abwehrkämpfe war es zum Beispiel dem Feind gelungen, an einer Stelle durch seine lleberlegenheit an Menschen und Waffen in die südliche Verteidigungslinie einzubrechen. Er hatte sich einer Höhe bemächtigt, die für die weitere Kampfführung in dem gesamten Abschnitt von entscheide.nder Bedeutung war. Um die Lage wiederherzustellen, wurde eine Panzeraufklärungsabteilung zum Gegenstoß angesetzt. Obwohl der Feind Las zerklüftete.

unübersichtliche Berggelände fortgesetzt schwer beschoß, führte der Kommandeur persönlich die Erkundung durch, um den günstigsten An­satzpunkt für den Gegenangriff zu finden. Als er erkannte, daß der Gegner in starken, fast uneinnehmbaren Stellungen saß und. ein Sturm bei Tage wenig Äussicht auf Erfolg bot, entschloß er sich zum Nachtangriff. Nach­dem die Kompanien angesetzt und alle An­ordnungen bis ins kleinste getroffen waren, begann der Stoß, der planmäßig abrollte.

Da der Kommandeur seine Führungsauf­gaben im Augenblick als erfüllt ansah, begab er sich selber zur Kompanie, die den entschei­denden Einbruch in die britischen Stellungen erzwingen sollte, um selbst als Eewehrschütze bei der Spitzengruppe mitzukämpfen. Er war es dann auch, der als erster in die feindlichen Gräben eindrang und gemeinsam mit den nachstürmenden Panzerschützen in erbittertem Nahkampf den sich hartnäckig wehrenden Feind aus den Stellungen hinauswarf. Kaum hatte sich die Abteilung auf der wie­dergewonnenen Höhe zur Perteidigung ein­gerichtet, als drei nordamerikanische Ba­taillone mit ihren Gegenstößen begannen. Drei- bis viermal täglich bekannten sie meh­rere Tage lang die Bergstellung, wurden aber jedesmal blutig abgeschlagen. Am vier­ten Tage des erbitterten Kampfes gelang es, einen der Gegenstöße so geschickt und energisch ju führen, daß eines der nordamerikanischen Bataillone vollständig vernichtet werden

konnte. Unter den 190 Gefangenen, die dabei in die Hände der Aufklärungsabteilung fie­len, befanden sich auch der Regiments- und Bataillonskommandeur der zerschlagenen feindlichen Einheit.

An anderer Stelle war ein deutscher Ge­genangriff in schwerem feindlichen Artillerie- feuer liegen geblieben, und auch der nächt­liche Angriff eines Panzergrenadier- Bataillons vermochte zunächst nicht, die britische Sperrfeuerzone zu durchstoßen. Als das feindliche Feuer noch immer an Stärke zunahm und die Lage bedrohlich wurde, raffte der Bataillonskommandeur, ein Kauptmann aus Wien, die in seiner Nähe liegenden Panzergrenadiere zusammen und riß sie mit sich vorwärts. An der Spitze von nur 40 Mann brach er mit der blanken Waffe in die britischen Bergstellungen ein. Von hieraus sah er, daß sich in dem hinter den Gräben liegenden, versumpften Wadi mehrere feindliche Panzer festgefahren hat­ten. Sofort stießen die Panzergrenadiere weiter vor. noch während sie mit Nahkampf- mtttsln die ersten feindlichen Panzer ver­nichteten. wurde schnell eine Panzerabteilung herangezogen, mit deren Hilfe sämtliche im Flußtal befindlichen Britenpanzer zerschla­gen wurhen. Nach Ausräumung des Wadis gewann der eigene Angriff weiter an Boden, so daß noch im Laufe der Nacht die alte Hauptkampflinie in vollem Umfange wie­derhergestellt werden konnte.

int. Berlin, 28. April.

Die Washingtoner Regierung hat, wie der Finanzminister Morgenthau mitteilte, einen der argentinischen Regierung in Aussicht ge­stellten Kredit in Höhe von 50 Mill. Dollar zurückgezogen. Mit Hilfe dieser Summe sollte der Warenaustausch zwischen den Vereinig­ten Staaten und Argentinien belebt werden. Von nordamerikanischer Seite ist aber den Argentiniern gegenüber bis heute nichts ge­tan worden, um deren wirtschaftliche Wünsche zu erfüllen. Washington benutzt die Schwie­rigkeiten Argentiniens, um schließlich doch noch sein politisches Ziel, den Kricgseintritt dieses südamerikanischen Staates zu erzwin­gen, zu erreichen. Aber die Argentinier brau­chen nur in Mittel- und Südamerika Um­schau zu halten, dann wissen sie, daß die Ver­einigten Staaten alle gemachten Versprechun­gen, sie würden im Austausch gegen den Ab­bruch der Beziehungen der Mittel- und süd­amerikanischen Staaten zu den Achsenmäch­ten Waren aller Art in vermehrtem Um­fange liefern, damit diese Staaten keinen wirtschaftlichen und finanziellen Schaden er­litten, nicht halten. Stattdesien hat die Nordamerikanische Union an Rohstoffen an sich gezogen, was sie greifen konnte, jedoch Bedarfsgüter nicht bereitgestellt. Natürlich dürfen die Staaten, die sich in die politische Gefolgschaft Nordamerikas begeben haben, die wahrheitsgemäßen Angaben über den ge­genseitigen Güteraustausch nicht veröffent­lichen. Es genügen jedoch die fortgesetzten Klagen aus den verschiedensten Ländern, die beweisen, wie es in Wirklichkeit mit der Er­

füllung der nordamerikanischen Versprechun­gen aussieht.

Den besten Beweis liefert aber Argen­tinien, das, frei und unabhängig, sehr gute Zahlen über den Schiffsverkehr in seinen Häfen veröffentlicht hat. Gegenüber dem Vor­jahre ist das Ein- und Auslaufen nordameri- kanischer Schiffe' auf ein Sechstel gesunken. Im Januar und Februar vorigen Jahres wurden in Buenos Aires 30 USA.-Dampfer gezählt, im Januar und Februar 1943 waren es nur noch 5 Dampfer. Auch der sonstige Ueberseeoerkehr ist zurückgegangen, das gilt besonders für Großbritannien. Die Englän­der hatten sich verpflichtet, 700 000 Tonnen argentinischen Fleisches abzunehmen und mit eigenen Schiffen nach England zu bringen. Es wurden jedoch im Januar und Februar dieses Jahres nur 19 englische Fracht- und Passagierdampfer in Buenos Aires gezählt. Dagegen hat der Schiffsverkehr der süd- amerikanisechn Staaten untereinander zuge­nommen.

Aus der Tatsache, daß die Nordamerikaner weitgehend aus den sehr wichtigen Häfen Ar­gentiniens verschwunden sind, lassen sich Rück­schlüsse auf den erheblichen Mangel an Schiffsraum bei den USA. ziehen. Dann aber spricht aus dieser Zurückhaltung auch dre betonte Absicht der Nordamerikaner, ins- bejondere den Argentiniern das vorzuent­halten, worauf sie besonderen Wert legen, aljo Güter des täglichen Bedarfs und Ver- brauchs. Aber auch die übrigen südamerika- nischen Staaten sind nicht besser daran, ob­wohl sie sich den Nordamerikanern mit Haut und Haaren verschrieben und die Beziehun­gen zu den Achsenmächten abgebrochen haben in einem Fall sogar zur Kriegserklärung ae- Ichntten waren. " "