Ausgabe 
(9.4.1943) 99
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VavleiaintUciie Tayeszettnng

vos flmtsblatt des Negierenden vürgermeistcrs der 5reicn fzanscslavr vremen

öev NationalsoziaUsteri. Vremens

flmtiiches verkündungsbiait des Ncichsstatttialkers in Oldenburg und lZremen

Nr. 99 , 1Z. )alirr?ang

Freitag, 9 flpril 194Z

kinzelpreis 15 Npf.

Lekren unseres Kerlen Hsmnkes

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ÜS8 Vi886N vom 8iss

Von IZelrrnil Lüncleririunn,

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Es liegen Monate hinter uns, in denen die Blicke des ganzen Volkes sich fast ausschließ­lich aus die unmittelbare Gegenwart und ihre dringendsten Forderungen richteten. Als die Sowjethovden in Bewegung waren und die deutsche Front zu erschüttern suchten, war keine Zeit und keine Stimmung, weiter zu denken als an die Bedürfnisse des Tages oder sich umständlicheren Gedanken hinzugeben als der einfachen Entschlossenheit, dem Sowjet- ansturm durch den Einsatz aller Kräfte von Front und Heimat Halt zu gebieten.

Der Winter ist nun vorbei und was viele nur hoffen konnten, ist reale Wirklichkeit ge­worden; die Kraft des bolschewistischen Än- sturmes ist weit im Osten gebrochen worden, manches wurde verloren, aber vieles, unend­lich vieles ist gehalten oder bereits wieder­gewonnen. Das deutsche Volk aber hat eine Bewährungsprobe bestanden und eine Krisen­festigkeit an den Tag gelegt, die denen zu denken geben wird, die immer noch so töricht sind, ihre Hoffnungen auf den Wunfchtraum einer inneren Zermllrbung des Reiches auf­zubauen.

Die vergangenen Monate haben uns nicht nur bewiesen, wie elementar und lebenswich­tig der Kamps ist, den wir führen, sondern daß es auch einen festen und sicheren Weg zu unserem Siege gibt, den Europa braucht, wenn es als Basis menschlicher Kultur wei­terbestehen will, daß dieser Weg nicht ge­glättet und bequem, sondern hart und gefahr­voll ist, und daß er über manche Brücke führt,

, Dieser Erunderkenntnis steht manche wich-laicht nur die Erinnerung an die Welt von

tige Einzelfeststcllung ge daß die Sowjets fast alle

^egenüber: es scheint, les, was sie im Laufe des vergangenen Sommers an Reserven auf­zubieten halten, in den-Kampf geworfen ha­ben. von dem sie sich die Entscheidung erhoff­ten. Ihr Fiasko macht den Traum unserer Feinde von der Unüberwindlichkeit der so­wjetischen Macht zunichte, so sehr die Wucht ihres Anstürme? auch die Größe der Gefahr gezeigt hat. Die bolschewistische Pest ist nicht unausrottbar! Sie kann ausgeräuchert wer­den. unh sie wird es!

Die Juden von der anderen Couleur aber haben sich nun auch versammelt und die Truppen ihrer plutokratischen Vasallenstaa­ten aufmarschieren lassen, um ihrem bolsche­wistischen Bundesgenossen vom Süden oder Westen her zu Hilfe zu eilen. Die große Ent­scheidung werden sie freilich ebensowenig zu ändern vermögen, wie sie Aussicht haben, selbst ihren Fuß auf den Boden der Achsen­mächte und ihrer Verbündeten zu setzen. Wer die massierte Angriffsmacht des Bolschewis­mus aufgehalten und gebrochen hat, wird auch die Mittel und die Kraft besitzen, aben­teuernden britisch-amerikanischen Divisionen eine blutige Lektion zu erteilen, falls sie von ihren jüdischen Antreibern den Festungs­werken Europas entgegengehetzt werden.

Der Bolschewismus aber wird auch von seinen britisch-amerikanischen Trabanten nicht gerettet werden. Und ihr gemeinsamer Wunschtraum, Europa in ein blutiges Chaos zu verwandeln, wird in Tunesien und an den Küsten des Kontinents keine andere Antwort erfahren, als es im Osten geschehen ist.

Dies find nicht Worte ohne Hintergrund: Deutschland und Europa haben in diesem Winter nicht nur erfahren, was ihnen droht, sondern auch was sie an Kraft zu entfalten

die nur durch die Anspannung aller Kräfte ,—.-... -.,. .

errichtet werden kann: das ist die sichere vermögen, wenn sie zum Aeußersten entschlos-

ters. Isen sind. Zu dieser Entschlossenheit haben

Lehre dieses Winters.

1918, nicht nur die nüchterne Einschätzung des Bolschewismus, sondern auch die frei­mütigen Erklärungen beigetragen, mit denen unsere-Feinde nicht zurückgehalten haben, als sie — berauscht von den Cowjeterfolgen — glaubten, diesen Krieg schon gewonnen zu haben.

Das alles war nützlich, um das geistige und materielle Potential des Kontinents so zu entfalten und weiterznentwickeln, daß es nicht nur Ausreichen wird, uns sicher und zielbewußt zu verteidigen, sondern auch jene innere Haltung und äußere Stärke vorzube­reiten, die im Zeitpunkt der großen Ent­scheidung den Ausschlag des Sieges geben wird.

Große Entscheidungen werden bestimmend beeinflußt durch große Ideen, die die gewal­tige Antriebskraft aller charakterlichen und leistungsmäßigen Energien der Völker sind. Diese Ideen stehen auf unserer Seite und erfüllen uns alle. Die gewaltige Wieder- erhebung der großen Nationen des Konti­nents steht auf unserer Fahne. Das Recht zum Leben für tüchtigste Völker der Mensch­heit ist der Sinn unseres Kampfes. Eine große Zukunft tut sich vor unseren Augen auf. während auf der Gegenseite die bolsche­wistische Doktrin der Vernichtung der Tüchti­gen und die jüdische Lehre der materiellen Versklavung den Pesthauch des Todes auch durch die Schwulst ihrer Phrasen nicht zu vertreiben vermögen.

Diese Erkenntnis des großen Sinnes unse­res Kampfes ist der stärkste Motor unseres Handelns, und unsere Entschlossenheit, in dieser gewaltigen Entscheidung voll unseren Mann zu stellen, gibt uns die Gewähr, daß wir es schaffen werden und uns den Ein­tritt in ein glücklicheres Leben, durch dessen Tor wir schon einen Blick zu werfen vermoch­ten, erzwingen werden.

kolssllreicksr Lieg äsr ^spsner in Lurms

kng/i'sc/is /-1oupt5t5S»'til5ö/ts St'ngs5c/i/o556n unc/ vsrn/c/itst — knt5c/iu/c//gung5gs5kcrmms/ c/sr ör/tsn

Drahtbcrlcht unseres Vertreters

ep. Tokio. 8. April. Am Donnerstag wurde eine Meldung des japanischen Haupt­quartiers bekanntgegeben, wonach den ja­panischen Streitkrästen in Burma ein großer Erfolg beschicken worden ist. Die dort ope­rierenden japanischen Truppen waren vor ungefähr vier Wochen zu großen offensiven Aktionen übergegangen, die, wie nun von amtlicher japanischer Stelle mitgeteilt wird, zur Einschließung und völligen Vernichtung der britischen tskiuptstreitkräfte am Maya- Fluß in Burma geführt haben.

Die Meldung des kaiserlichen Hauptquar­tiers hat folgenden Wortlaut: „Die nördlich von Akyab nahe der indisch-burmanifchen Grenze stehenden japanischen Truppen, die seit Ende Dezember verschiedene Angriffe anglo-indischer Truppen zurückgeschlagen hatten, sind seit Anfang März selbst zum Angriff übergegangen. Als Resultat groß angelegter Einkreifungsoperationen wurde die Hauptstreitmacht des Feindes an den Ufern des Maya-Flusses abgeschnitten und vernichtet. Die Operationen gegen die rest­lichen Feindtruppen in diesem Abschnitt gehen weiter. Der Oberbefehlshaber der ja­panischen Streitkräfte in Burma ist Ge­neralleutnant Masakazu Kawabe.

Mit dieser Wendung der militärischen Er­eignisse an der Nordostgrenze Indiens ist die groß angekündigte und von General Wa- vell gewiß sorgfältig vorbereitete sowie mit Energie betriebene Aktion zur Wiederge­winnung der Burmastraße und zur Erleich­terung der Versorgung Tschungkings zu­sammengebrochen. Wie der japanische Be­

richt jetzt meldet, ist die britische Offensive sogar zu einer Katastrophe für einen größe­ren Teil der britischen Verbände geworden, die eingeschlossen und vernichtet wurden. Wieder einmal bricht eine Hoffnung Tschungkings zusammen, wieder einmal müssen die Briten sehen, daß sie es mit einem rasch zupackenden und jede günstige Situation geschickt ausnutzenden Gegner zu tun haben.

Der Sprecher der japanischen Armee, Ge­neralmajor Pahagi, erklärte im Einzelnen: Es gelang japanischen Einheiten unter un­sagbaren Schwierigkeiten, in einem Um­gehungsmanöver das hohe Arakangebirge zu überqueren und in den Rücken des Feindes zu gelangen. Diese Gruppe war, von jeder Rückverbindung abgeschnitten, völlig auf sich

selber gestellt. Als sie Anfang März das vorgesehene Ziel im Rücken des Feindes, erreicht hatte, begannen die nördlich Akyab stehenden Hauptkräfte am 8. März die Offensive, kreisten zunächst eine über 1000 Mann starke Feindgruppe 60 Kilometer nördlich Akyab ein und vernichteten sie. Nach diesem Schlage wandten sich die Ja­paner gegen zwei feindliche Brigaden, die 50 Kilometer nordwestlich Akyab gepackt, eingeschlossen und gleichfalls aufgerieben wurden.

Unter Ausnutzung der bedeutenden Erfolge wurde am 25. März der Maya-Fluß auf eroberten Feindbooten überquert. Diese Ein­heiten trafen auf der Ostseite des Maya- Flusses auf starke gegnerische Kräfte, die sie (Fortsetzung auf Seite 2)

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„V^c>5 mcrc/it si'gskit/icli c/c> oksn?"

Von KcisgsbsricbtSc lcksinricd kocismsc, PX.

Am 9. April sind es drei Jahre her, seit, Norwegen dem englischen Zugriff entzogen wurde. Viele Einzelheiten dieses kühnen Feldzuges sind noch in frischer Erinnerung. Was in der Zeit nach dem Kampf geschah, ist weit weniger bekannt. Zwar weiß man in der Heimat: von hier aus starten Kriegs­schiffe und Flugzeuge vernichtende Angriffe auf feindliche Geleitzüge. Aber die stillen Leistungen der Heerestruppen sind selten in die Öffentlichkeit gedrungen. Und wenn ein Landser aus Norwegen nach Hause kömmt, wird er bestimmt gefragt r Was macht ihr eigentlich da oben?

Sein Leben liegt im Schatten der großen Schlachten, die anderwärts geschlagen wer­den. Und doch sind diese drei Jahre nicht um­sonst gelebt. Was er in dieser Zeit getan hat und wie er sein Schicksal trügt, ist wert, ge­würdigt zu werden. Auch sein Einsatz ent­scheidet über den Sieg.

Wer kann auch nur annähernd abschätzen, wieviel Kopfzerbrechen, Schweiß und Entbeh­rung es gekostet hat und immer noch kostet, eine wildzerklüftete Front zu befestigen, die sich — alle Fjordein>chnitte mitgerechnet — über eine Länge von 17 000 Kilometern hin­zieht? Am Ansang war — von den wenigen norwegischen Batterien abgesehen — nichts da außer sprödem Fels und saugendem Moor.

(Heute liegt über der Küste eine lange, lange

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k/ns Ks/Ks w/clit/gS5 ösgsgnuligsri in Osutrcli/cmc/ unc/ /to/i'sn

0er gestrige OKV.-Ssrickt

Aus dem Führcrhauptquartier, 8. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt: „An der Ostfront herrschte im allge­meinen Ruhe. Einzelne feindliche Angriffe am Kuban-Brückenkopf und am mittleren Donez wurden abgewiesen. An der tunesischen Südfront leisten deutsche und italienische Truppen dem mit großer Ucberlegenheit an­greifenden Feind zäh Widerstand. Durch­gebrochene feindliche Panzerkräfte wurden :n erbitterten Kämpfen zum Stehen gebracht und Umsassungsversuche vereitelt. Neue Stel­lungen wurden planmäßig bezogen. Im mitt­leren und nördlichen Frontabschnitt scheiter­ten mehrere feindliche Vorstöße verlustreich für den Gegner. Schnelle deutsche Kampf­flugzeuge griffen am gestrigen Tage kriegs­wichtige Ziele auf der Insel Wight und an der englischen Südostküste an." >.

Die weitere Verschlechterung des Wetters und die hohen Verluste des Feindes bei sei­nem Angriff am 4. April gegen die Ostslanke des Kuban-Brückenkopfes, bei dem die an­stürmenden acht Sowjetdivisionen und vier Brigaden rugd' 8000 Mann an Toten und Verwundeten verloren, hielt die Bolsche- wisten in den letzten drei Tagen davon ab, ihre Vorstöße in größerem Umfange fortzu- jetzcn. Vor allem verhinderten die durch den tagclangen Regen entstandenen Verschlam­mungen des Geländes und des Hochwassers der aus dem Gebirge kommenden Nebenflüsse des Kuban großräumige Kampfhandlungen. Nur an den festeren Landbrücken führten die Bolschewisten örtliche Vorstöße, die erkennen ließen, daß sie an ihren Angriffsabsichken wei­terhin festhalten. ;

Dralitvcricht unserer Berliner Schriftleitung

ckr. vv. scb. Berlin, 8. April. Wenn Clause- witz den Krieg als die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln bezeichnete, so sollte das gewiß nicht heißen, daß das „letzte Beweis­mittel der Könige" nur auf die äußere Ge­walt gestützt bleibe und ohne die geistig­politische Gestaltungskraft zur vollen Geltung gebracht werden könne. Die Höhepunkte der Weltgeschichte sind vielmehr immer da zu er­kennen, wo sich Feldherrngenie und Etaats- kunst in einer Person, wie in Alexander, in Caesar, und in Friedrich dem Größen, ver­einten. Die Weltöffentlichkeit ist sich, ob nun auf der Grundlage des dankbaren Glaubens oder des wilden Hasses, darüber klar, daß der Führer des neuen Deutschland wiederum eine solche übersäkulare Gestalt ist, die mit neuen Erkenntnissen, mit kühnen Ideen und mit genialer Gestaltungskraft dem militäri­schen Geschehen in gleicher Weise wie der politischen Entwicklung die Richtung zu wei­sen vermag. Die Auswirkungen des strate­gischen und des politischen Genies gehen hier dauernd ineinander über. Das ist der Grund dafür, daß auch im Lärm der Warfen die politische Aktivität im Wirkungsbereich der Dreierpaktmächte niemals zum Ermatten kommt.

Diese politische Strategie hat sich mcrnch- mal ähnlich lähmend auf die Geistesver­fassung unserer Gegner ausgewirkt wie mili­tärische Schläge. In der ersten Kriegszeit. als sich die politische Aktivität der Feindseite im wesentlichen noch durch die üblichen diplo­matischen Kanäle entfaltete, wollte die geg­nerische Agitation die persönlichen Zusam­menkünfte europäischer Staatsmänner als „melodramatische Angelegenheiten" abtun, um über die eigene tatsächliche und erschreckte Sorge hinwegzutäuschen. In Wirklichkeit fragte man sich stets angsterfüllt: Was kommt darnach? Und die Entwicklung hat dieser be­sorgten Frage fast immer recht gegeben. In­zwischen sind auch die anderen darauf ge­kommen, daß unsere Methoden des direkten persönlichen Meinungsaustausches unter bestimmten Voraussetzungen die stärkere Ge­währ des Erfolges in sich tragen. Diese Vor­aussetzungen sind allerdings in der welt­anschaulichen Verbundenheit der politisch und militärisch zusammenarbeitenden Völker und in der Kongenialität ihrer führenden Staatsmänner zu erblicken. Wo diese Vor­

aussetzungen entfallen, da mag Churchill ge­meinsam mit Roosevelt auf der „Potomac" den Choral vom „christian saldier" anstim­men, in Moskau sich mit der „Barschheit" Stalins auseinandersetzen und wieder in Casablanca gemeinsam mit seinen ameri­kanischen Kumpanen die Ablehnung der Ein­ladung durch Stalin beweinen, es kommt dann tatsächlich überwiegend auf „melodra­matische Szenen" hinaus, die den jüdischen Schmocks Stoff für schwülstige Berichte liefern konnten. Gerade im gegenwärtigen Stadium, der interalliierten Diskussion, nach dem Ab­schluß der Amerikareise Edens, ist es wieder besonders deutlich geworden, daß sich die Partner der gegnerischen Koalition zwar im sadistischen Vernichtungswillen gegenüber den Trägern einer vernünftigen und natürlichen europäischen Neuordnung und in der Ver­ratsbereitschaft zugunsten des Bolschewismus restlos einig sind. daß aber jenseits dieses Zieles im Hinblick auf alle Gestaltunspläne für die künftige Welt die schärfsten Inter­essengegensätze und das stärkste gegeyseitige Mißtrauen beginnen.

Daß das im Lager der Dreierpaktmächte ganz etwas anderes ist, braucht man nicht einmal unseren Feinden meht zu versichern. Interessengegensätze zwischen der japanischen Führungsmacht im Fernen Osten und den tragenden Mächten der europäischen Achse sind überhaupt nicht vorstellbar, und was Deutschland und Italien betrifft, so sind sie in ihrem Kampf um Leben und Raum und in den verwandten weltanschaulichen Grund­lagen des staatlichen Aufbaues so unlöslich schicksalhaft verbunden, daß jedes zwischen den Achsenpartnern auftauchende Problem mit unmittelbarer Selbstverständlichkeit eine freundschaftliche Lösung finden muß.

Während also die Gegenseite es gar nicht einmal mehr zu bestreiken versucht, daß es sich in den interalliierten Diskussionen dar­um handelt, die Tatsache der „getrennten Kriege" zu tarnen, kann die politische Akti­vität der Achse immer wieder von der Grund­lage der gleichen politischen Lebensnotwen­digkeit und Zielsetzung ausgehend zu frucht­barer politischer Gestaltung und zu einheit­lich geballter militärischer Schlagkraft ge­langen. In Zeiten, in denen die Schwelle von einer Kriegsphase zur anderen über­schritten wird, treten die Erscheinungen der politischen Aktivität, scheinbar eine zeitliche Cäsur füllend, in Wirklichkeit jedoch als

Symptome der schöpferischen Pause, stärker in Erscheinung. Sie wurde auch zu Beginn dieses Frühjahres durch eine Reihe wichtiger Begegnungen in Deutschland und in Ita­lien gekennzeichnet. Als den Ausgangspunkt dieser neuen Phase der politischen Strategie nach Ueberwindung der Winterkrise an der Ostfront wird man die Zusammenkunft des Reichsaußenministers von Ribbentrop mit dem Duce in den vier letzten Februartagen zu erkennen haben. In der abschließenden Mitteilung über den Verlauf der Begegnung konnte Mit Lberzeugungsstarker Betonung festgestellt werden, daß die Aussprache über alle europäischen Probleme und über die Kriegführung noch einmal die Einigkeit Deutschlands und Italiens in dem Beschluß bekräftigt hat, den Krieg bis zur Vernich­tung >der feindlichen Streitkrqfte und zur Errichtung einer sicheren und gerechten Ord­nung in Europa im Sinne der Zusammen­arbeit der Völker unseres Kontinents zu führen. Es ist natürlich, wenn man, wie unser römischer Or.-v.-ll.-Vertreter berichtet, in den politischen Kreisen Italiens mit be­sonderem Interesse die Auswirkungen und weiteren Etappen dieser politischen Aktivi­tät verfolgt. Der Begegnung des Reichs­außenministers mit dem Duce ist in diesen Tagen der Besuch des König Boris von Bul­garien beim Führer gefolgt, während in Rom die Aussprache zwischen dein Duce und dem ungarischen Regierungschef stattfand. Die Reihe der Begegnungen, so heißt es in dem Bericht aus Rom weiter, wurde.im Rahmen der diplomatischen Aktivität der Achse damit nicht abgeschlossen, vielmehr ist es nicht unwahrscheinlich, daß weitere be­deutende Besprechungen folgen,-die den ge­genwärtigen Meinungsaustausch unter der Achse und ihren Verbündeten fortsetzen und krönen.

In der italienischen Presse wird dazu im Gegensatz zu der Klarheit und Zusammen­arbeit. die diese Besprechungen auf- feiten der Achse beherrschen, auf die Verworrenheit und Gegensätzlichkeit der Interessen auf der Feindseite verwiesen, wofür als kleines, aber aufschlußreiches Beispiel der Fall de Gaulle- Giraud genannt wird, der nach wie vor un­gelöst ist, obwohl er nur ein kleiner Aus­druck der starken Meinungsverschiedenheit ist, die hinter den Kulissen der sogenannten Ver­einigten Nationen herrscht.

Kette ausgebauter Stellungssysteme und schwer bewaffneter Stützpunkte. Ihre Zahl hat vor allem im letzten Jahr erheblich zu­genommen. Immer neue Batterien wurden herausgebracht. Abteilungen schwollen zu Re­gimentsstärke an. Aber auch Größe und Stärke der Befestigungen wuchsen. Festungs­pioniere und Männer der Organisation Todt haben gewaltige Anlagen errichtet, und neue sind im Bau. Hohe Portalkrane wurden montiert, um die hierfür bestimmten schwer­sten Geschütze an Land zu heben.

Zahlreiche Batterien haben sich anfangs mit primitiven Werkzeugen behelfen müssen. Sie wurden an gottverlassenen Punkten längs der Küste oder auf Inseln abgesetzt und hatten zunächst ihre Not, Baracken zu zimmern,, Zufahrtswege und Landungsstege zu bauen, damit der Nachschub nicht mehr erst vom Schiff in Ruderboote umgeladen und dann auf dem Buckel in die geplante Stel­lung geschleppt zu werden brauchte. Wer keine Kompressoren hatte, blieb auf Hammer und Meißel angewiesen. Da haben zwei Mann schon hart und unermüdlich zuschlagen müssen, um in zwei Stunden zwei Zentimeter tiefer zu stoßen. Drei Jahre lang, zeitweise Tag und Nacht, brach sich das Echo Hundert­tausender von Sprengungen an den Berg­wänden.

Während Pioniere und Kanoniere die Ge­schützbettungen in den Granit meißelten, die Nachrichter sich abmühten, das dünnmaschige Leitungsnetz zu verdichten, zogen Gebirgs­jäger- und Ercnadierregimenter, Bau- und Festungsbataillone noch während des Baues ihrxr bescheidenen Quartiere breite Straßen- bänder in zahllosen Windungen über Hänge und Fjelle. Tausende von Kilometern wert, bis an das Dach Europas. Und wenn man heute von Oslo nach Kirkenes im Kraft- wagen fahren kann, dann ist es ihr Verdienst.

Auch was der Nachschub, besonders im hohen Norden, geleistet hat, kann erst später einmal erschöpfend berichtet und geweitet werden. Wer dieses Land nicht kennt, hat keine Vorstellung von seinen Entfernungen. Norwegen, so meint , man, ist doch nicht weit von Deutschland. Man braucht nur über das Skagerrak zu fahren. Wer aber weiß, daß droben am Eismeer Regimenter in öden Stellungen Hausen, die von der Reichsgrenzs weiter entfernt sind, als die Grenze Aegyp- tens? Wer weiß, daß sich nördlich Narvik Stellung an Stellung reiht auf einer Strecke, die größer ist, als die gesamte Westfront war?

Dieser Vergleich der Luftlinie besagt noch wenig. Es gibt ja längs der Poiarküst» keine Eisenbahn, und die Polarstraße ist

bcksckt unck Ickee, kreikeit unck kklickt

sollen bei uns eine untrennbare llinkeit

ergeben, unck ckte grolle 8tuncke ckes

Oeutscken soll üsinit rugleick ckie

8tuncke cker Wieckergeburt kür ckie sncke-

ren scköpkeriscken dlationen Lurvpas

rvercken. streck kosenberg

nirgends eben oder gerade, dafür aber von zahlreichen Fjorden unterbrochen. Und wenn der Sturm schäumende Wogen in die Fjorde peitscht, muß man manchmal tagelang war­ten, bis die Fähre übersetzt. Nur wer ge- jehen hat, wie selbst die Schneepflüge unter der weißen Decke verschwinden, kann Raum und Zeit in dieser Front einschätzen. Auch der Seeweg ist tückisch und oft voll ge­fährlicher Minen. Da kann man nicht nach der Uhr rechnen, sondern allenfalls nach dem Kalender. Was im Reich in einer Woche be­wältigt werden kann, braucht hier einen Monat und manchmal noch länger. Unter iolchen Umständen mußte alles, aber auch alles nordwärts geschafft werden: Nicht nur Waffen, Munition und Verpflegung, son­dern auch Kohle, Holz, Zement und vieles, vieles mehr. Jede Karbidlampe, jeder Na­gel hat eine Weltreise hinter sich.

Schon das alles wäre genug zum Be­weis, daß das Leben des Soldaten in Nor­wegen so hart äst wie der Fels. den er zur Festung formte. Aber es ist noch nicht alles. Hinzu kommt etwas sehr Wichtiges,