Ausgabe 
(7.4.1943) 97
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Varteiaintkclie Layeszettung

Dos flmtsblatt des legierenden viirgermeisters der §reien kjansestadk vremen

der NarionaildziaMen. Vremens

flmiliches verkündungsblatt des leichsstaktiialters in Oldenburg und Vremen

7lr. S? , 1Z. Mrgang

Mittwoch, flprU i S4Z

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DrahtLerlKt unserer Berliner Schriftleitung goe. Berlin, 6. April. Einen bemerkens­werten Beitrag zur Kriegsschuldfrage gibt auf einem ganz besonderen Gebiete der frü­here amerikanische Konsul in Dakar, Thomas Washon, in einem Aufsatz, der sich mit der Lage in Französisch-Westafrika in der Zeit zwischen dem deutsch-französischen Waffenstill­stand und der Landung der Amerikaner dort beschäftigt. Bekanntlich gehört es zur Poli­tik Roosevelts, vor jeder Besetzung eines Landes die Behauptung von einer angeb­lichen Bedrohung durch Deutschland aufzu­stellen, also immer wieder dieselbe Methode zu befolgen, mit der er auch das amerika­nische Volk in den Krieg hetzte. Die Be­hauptung von einer deutschen Bedrohung ging jedem einzelnen amerikanischen lleber- fttll voraus, gleichgültig, ob es sich dabei um Island und Grönland, um Syrien oder um Französisch-Nordafrika handelte. Bekannt ist auch die Methode, die Roosevelt Südamerika gegenüber anwendete, wo er mit dem Ge­spenst der Fünften Kolonne arbeitete. Im­mer wieder hat die politische Lüge dem ame­rikanischen Imperialismus als Feigenblatt dienen müssen. Eben darum verdienen Fest­stellungen wie diejenigen des Konsuls Wa­shon eine um so größere Beachtung.

Der Aufsatz des Konsuls ist in demFor- eigne Office Journal" veröffentlicht. Der Verfasser schildert, daß es seine besondere Aufgabe gewesen sei, eitte etwaige deutsche Einflußnahme auf Französisch-Westafrika zu beobachten und darüber nach Washington zu berichten. Er erhielt zu diesem Zweck von den französisPen Behörden größte Be­wegungsfreiheit. In seinem Aufsatz stellt Washon fest, daß es ihm trotz eifriger Nach­forschungen nicht möglich gewesen sei, auch nur das leiseste Anzeichen einer deutschen Infiltration in Französisch-Westafrika festzu­stellen. Er schreibt:Es gab in ganz Fran­zösisch-Westafrika keinen Deutschen. Weder in Dakar, noch in irgendwelchen anderen west- afrikanischen Häfen waren deutsche Unter­seeboote stationiert. Ebenso gah es keine Schiffe in diesen Häfen, um deutsche Unter­seeboote zu versorgen."

DasForeigne Office Journal" ist das interne Organ des auswärtigen Dienstes der Vereinigten Staaten. Es erscheint in be­schränkter Auslage und ist nur einem Kreis privilegierter Bezieher zugänglich. Seine Veröffentlichungen tragen amtlichen Charak­ter. Sie sind in diesem Falle so wichtig, daß dieNewyork Times" sie wörtlich ab­druckt. Das hat seinen guten Grund, denn die Feststellungen enthalten unschätzbares historisches Material.

Nachdem amerikanische Truppen in Fran- zösisch-Nordafrika gelandet waren, veröffent­lichte Präsident Roosevelt eine Erklärung, in der er diese Maßnahme mit der Notwen­digkeit Legtündete, Französisch-Nord- und Westafrika vor dem Zugriff der Achse zu schützen. Vor allem hätte verhindert werden

müssen, daß Dakar sich in eine Pistole der Achse gegen den amerikanischen Kontinent verwandele. Der amerikanischen Regierung, so hieß es weiter, ständen Unterlagen zur Verfügung, aus denen hervorgehe, daß die Deutschen Französisch-Westafrika seit langem als Basis benutzten. In den Monaten, die der Landung vorausgingen, erschienen sowohl in der englischen wie in der amerikanischen Presse offiziös inspirierte Aufsätze mit der gleichen Tendenz. Der Artikel des Konsuls Washon beweist nicht nur, daß diese Behaup­tungen unwahr waren, sondern auch, daß die Regierung der Vereinigten Staaten Berichte aus erster Hand besaß, die jede Besorgnis in dieser Richtung zerstreute. Wenn einmal die Geschichte dieses Krieges geschrieben wird, kann kein Historiker an dem Aufsatz von Tho­mas Washon vorbeigehen.

Mrionellknverrärer

. Stockholm, 6. April., Wie Reuter meldet, hat General Eisenhower de Gaulle aufge­fordert, seine Reis? nach Französisch-Nord­afrika zuverschieben". De Gaulle bedauere diese Verzögerung, dienicht ohne ernste Nachteile" durchgeführt werden könne. Wie der diplomatische Korrespondent Reuters hierzu schreibt, schlug die dringende Bitte General Eisenhowers, de Gaulle solle seinen Besuch in Algier verschieben,wie eine Bombe" im Londoner Hauptquartier de Gaulles ein, wo alles für die unmittelbar bevorstehende Abreise des Generals bereit war. Auf einer Sondersitzung wurde der Beschluß gefaßt, daß der Bitte Eisenhowers, wenn auch mit Bedauern, Rechnung getragen werden müsse. Die von Eisenhower gegebe­nen Gründe seien nicht bekanntgegeben, doch nehme man an, daß es zwingende Gründe sind.

Verräter vom Schlage eines de Gaulle oder Eiraud sind für Washington und auch für London gerade gut genug, um sie als. Lie­feranten von Kanonenfutter und für Pa­radeaufnahmen nach dem Muster von Casa- blanca zu gebrauchen. Im übrigen aber

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Aus dem Führerhauptquartier, 6. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt:Am Kuban-Brückenkopf setzte der Feind seine Angriffe infolge der am Vortage erlittenen Verluste nicht mehr fort. Von der übrigen Ostfront wird nur örtliche Eefechts- tätigkeit gemeldet. Auch an der tunesischen Front verlief der Tag im allgemeinen ruhig. Bei einem eigenen Angriffsunternehmen in Südtunesien wurde eine wichtige Höhe ge­nommen. Im Mittelmeerraum griff die Luft­waffe Flugplätze und Schiffsziele mit gutem Erfolg an. Jäger und Flakartillerie sowie llnterseebootjäger der Kriegsmarine vernich­teten 18 feindliche Flugzeuge. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. Britisch-nord- amerikanische Fliegerverbände griffen am gestrigen Tage die besetzten Westgebiete, vor allem die Stadt Antwerpen an. Die Be­völkerung hatte erhebliche Verluste. In einer Schule wurden 180 Kinder getötet. Jäger und Flakartillerie der Luftwaffe schössen 19 feindliche Flugzeuge ab. In Nordnorweg'en wurde ein feindlicher Sabotagetrupp bei der Annäherung an die Küste zum Kampf ge­stellt und vernichtet."

In den frühen Montag-Nachmittagsstun- den stieß ein nordamerikanischer Bomber­verband, begleitet von britischem Jagdschutz, gegen die besetzten Westgebiete vor. An der deutschen Abwehr, die schlagartig einsetzt? waren wiederum Focke-Wulf- und Messevschmitt-Jäger in hervorragendem Maße beteiligt. Die in großen Höhen an­fliegenden britisch-nordamerikanischen Bom­ber und Jagdflugzeuge wurden sofort von den deutschen Jägern gestellt. Es entwickel­ten sich schwere Luftgefechte. Von den Bord­kanonen eines deutschen Jagdflugzeuges ge­troffen, stürzte ixm 15.12 Uhr der erste vier­motorige Bomber in der Nähe von Ostende in einer Steilspirale nach unten und schlug brennend auf. Der achtköpfigen Besatzung gelang es nicht mehr, sich zu retten. Eine Viertelstunde später erhielt in 8000 Meter Höhe eine weitere viermotorige Maschine Treffer in Kabine, Rumpf und Flächen.

Usus MltsrkrsurlrLssr

Berlin, 6. April. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an jj- Oberführer Herbert Ernst Vahl. Führer der sj-Panzergrenadier-DivisionDas Reich".

-Sturmbannführer Joachim Peiper - Ba- taillons-Kommandeur in der jf-Panzer- grenadier-DivisionLeibstandarte Adolf Hitler", sj-Sturmbannführer Christian Tychsen, Abteilungs-Kommandeur in der Panzergrenadier-DivisionDas Reich". Oberstleutnant Friedrich Carl von Stein- keller, Kommandeur eines Panzer-Erena- dier-Regiments. Major Alfred Meinigke, Kommandeur eines Grenadier-Bataillons. Hauptmann Karl Hübbe. Kommandeur eines Grenadier-Bataillons. Rittmeister Jo- chem Meyer. Kommandeur eines Panzer- Erenadier-Bataillons. Oberleutnant Walter Löß, Führer eines Grenadier-Bataillons. Oberleutnant Erich Stumpe, Flugzeug­führer in einer Fernaufklärungsstaffel.

Die linken Motoren lösten sich ab, worauf der Bomber senkrecht herunterstürzte. Nun folgten in Abständen von fünf Minuten Abschüsse von weiteren nordamerikanischen Bombenflugzeugen. Sie erhielten von den deutschen Jägern so schwere Treffer, daß sie zum Teil in der Luft auseinanderplatzten oder nach dem Abmontieren beider Flächen ebenfalls brennend am Boden aufschlugen. Auch die britischen Jäger, die den Bomber­verband nach allen Seiten hin zu decken ver­suchten, hatten durch die unaufhörlich an­greifenden deutschen Jäger empfindliche Ver­luste. Nach schweren Treffern in Motor und Kabine stürzte eine Spitfire steuerlos ab, eine andere überschlug sich in der Luft, bevor sie wie ein Stein zur Erde fiel. Die dritte brach sofort nach dem Treffer in zwei Teile auseinander. Der britisch-nordamerikanische Verband wurde von den deutschen Jägern nach seinem Abflug noch weit über See hin­aus verfolgt. Insgesamt büßten die Briten und Nordamerikaner damit bei ihren Unter­nehmungen über den besetzten Westgebieten am Montag und vor allem bei dem Angriff auf Antwerpen 19 Flugzeuge ein, von denen 16 in Luftkämpfen abgeschossen und drei von Flakartillerie zum Absturz gebracht wurden. Alle deutschen Jäger kehrten zu ihren Einsatz­häfen zurück.

haben diese traurigen Marionetten, die ihr eigenes Land verrieten, hübsch nach der plu- tokratischen Pfeife zu tanzen und den egoisti­schen Wünschen der Nordamerikaner und Bri­ten als simpler Spielball entgegengesetzter Jnte^ssenRechnung zu tragen".

Nach aus Tanger einlaufenden Meldungen breitet sich in Nordafrika der jüdische Ein­fluß immer mehr aus. Besondere Aktivität entwickelten in letzter Zeit die Kommunisten, die schon eine Reihe von Zwischenfällen ver­ursacht haben. Sie gehen jetzt daran, Häuser mit Sichel und Hammer zu bemalen. Es ist vorgekommen, daß die Hausmauer des spa­nischen Konsulats mit der AufschriftEs leben die Sowjets" bemalt worden ist.

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Lsuleiter Wegener bei unseren Luktvaktenkelkern. llinsatrbersit tzteken ckle lan­gen aus cksn ^.ckolk-11itlsi-8cbulsn -vor Qaulsitsr ?aul 1/Vegener aulsülicli einer Lssicbtignngsksbrt ckurcb Klarstellungen im 6au V^eser-llms. dlit inilitsriscker llxsrtlisit geben ckie kOslekelker cksm Lanleiter /^ntv/ort suk seine kragen. (Siebe unsern Lsrickt auk Leite 3.) Luka.: SclnvsNinA

» Srunci/ogsn cisutsc/isr (V)

Wir Deutsche sind in der ganzen Welt be­kannt für unsere Gründlichkeit. Es liegt uns picht, irgend eine Arbeit oberflächlich hinzu­hauen, wir tun sie vielmehr so gründlich, daß sie vor jeder Kritik bestehen kann. Das ist schon im Frieden eine sehr lobenswerte I Eigenschaft, die sich im internationalen Wirt-

IMenäebslle im Oberbaus

Vs^tfäslungsn" c/s^/nc/sr aul ci/s k/oc/iknsg 5 rskt

Drahtbericht unseres Vertreters

rck. Stockholm, 6. April. Im englischen Oberhaus wurde am Dienstag durch den bri­tischen Ilnterstaatssekretär für Indien und Burma, Lord Munster, die angekündigte Jn- diendebatte eröffnet. Lord Munster begann mit Komplimenten über den Beitrag In­diens zu den Kriegsanstrengungen der Al­liierten und Lobesworten für die indischen Prinzen, die der englischen Bestechung er­legen sind und Kanonenfutter für die Tom- mies zusammentrommelten. Er sagte: der Vizekönig hoffe bald die Namen der Ersatz­männer für die vier Inder nennen zu können, die seinerzeit aus Protest gegen die Nichtfreilassung Gandhis bei seinem jüngsten Fasten ihr Regierungsamt zur Verfügung stellten. Zur politischen Lage Indiens er­klärte der Unterstaatssekretär, es seien keine Fortschritte erzielt worden und auch nicht

vorauszusehen. Er bediente sich der schon oft gehörten britischen Phrase, Großbritannien sei selbstverständlich gewillt. Indien seine volle Selbständigkeit zurückzugeben, sobald die der Verwirklichung dieses Zieles zur Zeit noch im Wege stehenden Hindernisse beseitigt sein würden. Alle von der britisch-indischen Regierung unternommenen Anstrengungen, auf diesem Weg vorwärts zu kommen, seien jedoch bisher fehlgeschlagen. Lord Munster schloß mit der unverbindlichen Bemerkung, trotzdem sei es sicher noch nicht zu spät. die großen politischen Probleme in Indien einer Lösung zuzuführen. Er vertröstete die indi­schen Freiheitsforderungen auf die Nach­kriegszeit ab und tarnte die englische Aus-, beutungspolitik mit den scheinheiligen Wor­ten: Solange der richtige Tag nicht ge­kommen lei, könne England nicht nachgeben und müsse sich fortgesetzt für dieWohlfahrt" dieses großen Landes verantwortlich fühlen.

Heute Irsuerlss in krankreicti

Paris, 6. April. Der anglo-amerikanische Terrorangriff auf Paris beschäftigt nach wie vor die französische Öffentlichkeit und Presse. Die Zahl der Toten beträgt jetzt bereits 311, wird sich aber noch weiter erhöhen, da unter den Trümmern immer noch Leichen gebor­gen werden und sich auch in den Kranken­häusern noch Schwerverletzte in Lebensgefahr befinden. Im ganzen zählt man jetzt rund 700 Verletzte. In dem Departement Seine- et-Oise forderte der englisch-nordamerika- n-ische Luftangriff nach bisherigen Fest­stellungen 17 Tote.

Die Aufräumungsarbeiten werden mit aller Kraft fortgesetzt. Ihrer Schnelligkeit ist es zu verdanken, daß hier und da noch einige Ueberlebende aus den Kellern ein­

gestürzter Häuser hervorgezogen werden konnten. Eine Reihe von Ministern weilte am Montag an den Stätten der Zerstörung.

Die französische Regierung hat den 7. April zum nationalen Trauertag erklärt, da an diesem Tage das Staatsbegräbnis für die bei dem Mordanschlag der anglo-amerikani- schen Flieger ums Leben gekommenen Ein­wohner stattfinden wird. An diesem Tage bleiben sämtliche Vergnügungsstätten ge­schlossen. Auch alle Veranstaltungen im Freien sind untersagt.

Im Zusammenhang mit dem neuen Luft­angriff auf französisches Gebiet ist die Er­nennung des Eenerälmajors Eastin zum Ge­neralsekretär für die französische Luftverteidi­gung erwähnenswert, die am Dienstag im französischen Staatsanzeiger bekanntgegeben wurde.

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n . . ., 6. April. Im Wehrmachtsbericht und in den militärischen Meldungen aus dem Gebiet des Kuban-Brückenkopfes ist der Ein­satz rumänischer Truppen in den letzten Ta­gen besonders hervorgehoben worden. In diesem Zusammenhang sei erinnert an die Bewährung rumänischer Verbände an der Schwarzmeerküste, wo sie gemeinsam mit deutschen Kameraden die Sowjets bei einem Landungsversuch mit blutigen Köpfen heim­schickten.

Jusnaja-Osereijka das ist das Dorf am Ufer des Schwarzen Meeres, wo sich vom 3. bis 7. Februar das blutige Drama abspielte, dessen Ende die vollständige Vernichtung je­ner sowjetischen Landungskräfte war, die versucht hatten, von hier aus vorzustoßen und die Stadt Noworossijsk vom Rücken her zu überfallen. Die gelandeten Panzerein­heiten sollten daraufhin nach Norden auf der Straße vordringen und die Küstenver- teidigung bei Anapa überrennen. Zwei Panzerbrigaden und zwei Infanterie- bataillone waren für diese Landungsopera­tionen bereitgestellt worden. Spezialboole sollten die Panzerbrigaden in drei Wellen an Land setzen, während starke Einheiten der sowjetischen Schwarzmeerflotte das Unter­nehmen zu unterstützen halten.

Das war der schön ausgeheckte Plan der bolschewistischen Führung. Und der Erfolg dieses Unternehmens? Nachdem die erste Landungswelle schon durch die unmittelbare Küstenverteidigung sehr hohe Verluste er­

litten hatte und- die Schisse unter dem gut liegenden Feuer unserer Batterien zum größ­ten Teil in Brand geschossen worden waren, bevor sie noch den Strand erreicht hatten, griffen anz zweiten Tag deutsche Sturzkampf­flieger die vor dem Osereijka-Tal bereit- liegende zweite Landungswelle an, die nach einigen Stunden brennend abdrehte und am nächsten Morgen abgeschleppt wurde, soweit die Schiffe nicht schon untergegangen waren. Die dritte Landungswelle kam überhaupt nicht zur Aktion und drehte, ebenfalls unter dem mörderischen Feuer der Stukas, nach Osten ab. Vier Spezialschiffe, mehrere Fähr- prähme und ein Küstepleichter liefen ver­nichtet oder ausgebrannt auf Strand. Ein Dutzend weiterer Fahrzeuge wurde schon auf See durch die Bomben der Stukas versenkt. Nahezu 800 Tote ließ der Feind auf dem Kampffeld zurück, mehr als 400 Sowjet- armisten gingen den Weg in die Gefangen­schaft, 31 funkelnagelneue nordamerikanische Panzer, vom Muster Mark III, wurden an Land vernichtet oder blieben noch vor dem Strand im Wasser liegen, während der Rest der Panzerbrigaden mitsamt den Landungs­schiffen und den Besatzungen im Meer er­trank.

Als wir Ende Dezember 1942 zum ersten Male hier waren und die gut ausgebauten Küstenstellungen sahen, versicherte uns ein rumänischer Hauptmann, daß der Feind sich bei einem eventuellen Landungsversuch in seinem Abschnitt totsicher den Kopf einren- nen würde. Dieser Offizier wußte zu halten.

was er seinem Land und sich selbst ver­sprochen hatte. Es ist dies jener Haupt­mann, dessen persönlicher Schneid und dessen persönlicher vorbildlicher Führung seiner Einheit es nicht zuletzt zu verdanken ist, daß die gelandeten Kräfte so schnell aufgerieben werden konnten. In der Abwehr der sich nähernden Landungsflotte hat sich hinwie­derum die deutsche Küstenartillerie unter Führung eines jungen Oberleutnants Ruhm und Erfolg erworben. Die Zusammenarbeit zwischen den rumänischen und den deutschen Führungsstellen war vorbildlich und hat sich in engster Kampfgemeinschaft aufs neue er­probt.

Es könnten viele Beispiele hier angeführt werden von Offizieren und Soldaten, die in mustergültiger Erfüllung ihrer soldatischen Pflicht auch vor dem schwersten Einsatz nicht zurückschreckten und die ihre eiserne Ruhe nicht verloren, als die Situation am zweiten Tag kritisch geworden war. Ich könnte er­zählen von dem Leutnant, der seine Stel­lung bis zur letzten Kugel verteidigte und die gelandeten Bolschewisten solange auf­hielt, bis Verstärkungen herangebracht wer­den konnten. Er opferte sein Leben für die Rettung seiner Kameraden und Soldaten, die in ihren Stützpunkten neben ihm lagen. Oder ich könnte schildern, wie ein anderer Leutnant sich in der ersten Nacht mit ein paar Telephonisten durch den Wald schlug, den die Sowjets teilweise schon besetzt hatten und der zwischen feindlichen Panzern hin- (Fortsetzung auf Seite 2)

schaftswettbewerb sehr vorteilhaft auszuwir­ken pflegt. Im Kriege aber ist die Präzision der Rüstung eine wahrhaft entscheidende Frage.

. Am meisten kommt es auf Genauigkeit außer bei der Feinmechanik in der Optik an. Vom richtigen Sehen hängt ja die Entschei­dung jedes Kampfes ab. Das gilt für den Führer der Jnfanteriegruppe und den Ar- tilleriebeobachter genau so wie für den Bom- benschützen und den Unterseebootskomman­danten. Im Kriege muß man nicht nur schie­ßen, man muß vor allem treffen. Und ob man trifft, das hängt in erster Linie von den optischen Hilfsmitteln: Doppelglas, Scheren­fernrohr, Nundblickfernrohr, Richtkreis, Ent­fernungsmesser, Kommandogerät, Bomben- Zielwurfeinrichtung oder Sehrohr ab. Op­tische Instrumente werden bei jeder Waffen­gattung gebraucht, sie müssen daher nicht nur genau seim sondern auch in genügender An­zahl zur Verfügung stehen.

Daß nun die deutsche optische Industrie von jeher in ihrer Fertigung den Höhepunkt an Genauigkeit erreichte, ist der ganzen Welt bekannt. Wir können aber nun mit Freude feststellen, daß die Herstellung optischer In­strument« bereits den Umfang einer Massen­produktion erreicht hat, und zwar, ohne die Qualität dadurch zu beeinträchtigen. Früher galt im allgemeinen der Satz, daß man ent­weder Qualitätsprodukte in geringer Zahl oder Massenprodukte in schlechterer Qualität herstellen konnte. In der deutschen optischen Industrie haben wir nunmehr den Zustand einer Massen-Qualitätsfabrikation erreicht. Das ist nicht zuletzt ein Verdienst des von Reichsminister Speer berufenen Sonderaus­schusses optisches und feinmechanisches- stungsgerät.

eiserner

dlur ein Lesckleckt, ckss in Llltscklossonkelt bereit ist, jeckes Opier ru tragen, unck ckss gekillt ist, tockes- mutig ru KSinpken unck angespannt ru arbeiten, veirck ckie Lukunit meistern.

Hermann Qöring

Der Laie vermag sich überhaupt keine Vor­stellung zu bilden, wie genau die optischen Instrumente arbeiten. Solche hochqualifizier­ten Fabrikate lassen sich überhaupt nur durch allerschärfste Kontrolle erzielen. Deshalb herrscht in der Kontrollabteilung eines welt­bekannten Werkes der deutschen Industrie auch der Grundsatz:Hier wird nichts ge­glaubt, hier wird nur gemessenl" Und zwar sehr genau! Die Meßunterlagen sind so prä­zise, daß nur Fehler von höchstens t/ 21 », Tau­sendstel Millimeter erlaubt sind Der Laie wird behaupten, daß eine solche Genauigkeit unmöglich sei. Sie ist aber möglich, und nur dem Laienverstand. in diesem Falle dem un- bewaffneten Auge unvorstellbar bzw. unsicht-. bar. Wir können uns ja nicht einmal vor­stellen, daß ein feinmechanisches Kugellager mit Schlagfedern eine Genauigkeit von einem Tausendstel Millimeter erreichen kann. Des­halb muß man diese Werte einmal in die Praxis übersetzen.

Ein Entfernungsmesser unserer schweren Flak mißt so genau, daß er über eine Strecke von vielen Kilometern, also beispielsweise die Luftlinie DresdenLeipzig im schlimm­sten Falle nur um einen Meter am Ziel vor- beimrßt. An diesem Entfernungsmesser hängt das Kommandogerät, das aus vielen Tau­senden einzelnen Teilen besteht, von denen lausende gezeichnet sind. Diese Instrumente sind genau so Wunderwerke der Präzision wie die Sehrohre unserer Unterseeboote, die bis zu einem Vierhundertstel Millimeter ge­nau arbeiten, also nur theoretisch eine unvor­stellbar kleine Fehlerquelle besitzen, die in der Praxis überhaupt nicht auftreten kann.

G^nau so exakt arbeiten die Zielwurfein­richtungen unserer Bomber. Wie oft haben wir an der Front unsere helle Freude an der Treffsicherheit unserer Stukas gehabt. Immer wieder konnten wir feststellen, daß die bolsche- Mistischen Bomber ihre Bomben verhältnis­mäßig selten genau ins Ziel bringen und im allgemeinen nur ungenau abwerfen. In­zwischen haben wir an Beutestücken feststellen können, daß sich die Bombenzieleinrichtungen der Bolschewisten etwa auf der Entwicklungs­stufe befinden, die bei uns 1918 bereits er«