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parteiamtliche Toyeszeituny
Vas Amtsblatt des Negierenden vürgermcistcrs der §reien Hansestadt vremen
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öer TlatConairo3ialiften Bremens
flmtliches verkündungsblatt des Ncichsstattlialters in Oldenburg und Vremen
Nr. 88 , 1Z. Jahrgang
Dienstag, S. flpril 1943
Einzelpreis 15 Npf.
Die Kämofe
die BrffidienköDfe
Sowjet-Angriff im Kubangebiet zerschlagen — Churchills „Zeittabelle“ ungültig Flankensicherung für unsere totale Mobilmachung
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleituna
dr. w. sch. Berlin, 5. April. Der Wehrmachtbericht stellt fest, daß der starke Angriff der Sowjets gegen die Ostfront des Kuban- Brückenkopfes von unserer militärischen Führung erwartet wurde. Die Tatsache des absoluten Fehlschlags der Hoffnungen,' mit denen die Sowjets in die Winterschlacht gingen, wird besonders eindrucksvoll dadurch unterstrichen, daß wir nach dem vom Gegner selbst gemeldeten Abschluß der großen Offensive jenseits der Straße von Kertsch bis in die westlichen 'Ausläufer des Kaukasus in einem strategisch höchst bedeutungsvollen Brückenkopf stehen, der den wichtigen Hafen Noworojsijsk einschließt.
Als im vergangenen Jahr die Zeit heraufzog, die uns für die Durchführung der eigenen großen operativen Pläne als die günstigste erschien, war unsere strategische Lage im Süden der Front durch die starken sowjetischen Brückenköpfe auf der Krim erheblich belastet. Der Gegner befand sich aus der Halbinsel Kertsch und in der stärksten Festung der Welt, Sewastopol. Es kostete die beiden Blonate Mai und Juni, ehe die rückwärtige Flankenbedrohung für die vorbereiteten großen Angriffsunternehmungen ausgeräumt war. Einer späteren kriegsg'eschicht- lichen Forschung wird die Feststellung Vorbehalten bleiben, ob und in welchem Ausmaß durch den hier entstandenen Zeitverlust der Verlauf der ganzen Kampfentwicklung an der Ostfront im letzten Sommer und im vergangenen Winter bestimmt worden ist. Jedenfalls ist in diesem Jahr die Ausgangsstellung an der Ostfront nicht mehr durch eine solche oder ähnliche Flankenbedrohung belastet. Umgekehrt befindet sich der Gegner in der Zwangslage, auch nach Abschluß seiner Winteroffensive mit möglichst starken Kräften unsere Brückenkopffront im Kubangebiet zu berennen.
Auf diese Weise werden zumindest erhebliche Truppenmassen der Sowjets gebunden, die sonst vielleicht zum störenden Einbruchsversuch in unsere eigenen Vorbereitungen, wie in der sowjetischen Charkow-Offensive des vergangenen Frühsommers, angesetzt werden könnten. Die Ungewißheit über den Aus-, gangspunkt und über die Zielsetzungen des befürchteten diesjährigen deutschen Sommer- angrisss schreibt dem Gegner schon heute weitgehend das Gesetz des Handelns vor. Den Sowjets muß unendlich'viel daran gelegen sein, den Hafen Noworossijsk und die Einfahrt in das Asowsche Meer^für ihre Schwarz- Meer-Flotte zurückzugewinnen weil sonst, je nach dem Gang der Ereignisse, die Gefahr einer höchst bedrohlichen strategischen Zange sich entwickeln könnte. Die Sowjets wußten schpn, was sie taten, als sie mehrfach durch Landungsunternehmungen zwischen der Halb
insel Taman und dem Hafen Noworossijsk die Küstenstraße zu unterbrechen und gleichzeitig den Brückenkopf von Norden her einzudrücken suchten. Zu einem entscheidenden Erfolg sind sie nicht gelangt. Im Norden haben sie sich in dem nunmehr aufgetauten Sumpfgebiet festgelaufen. Im Süden sind die Eebirgsstellungen ein besonders starkes Hindernis, so daß sich die Sowjets nunmehr entschlossen haben, ihr Glück in einem frontalen Massenangriff mit zahlreichen Divisionen und mit stärkster Artillerie- und Panzer- Unterstützung zu versuchen. Bisher hat dieses Unternehmen nur zu schwersten Meyschen- und Materialverlusten für die Sowjets geführt, die von der tapferen Abwehr der deutschen Truppen und ihrer sich wacker schlagenden rumänischen Kameraden abgewiesen wurden.
Angesichts der aufgezeigten großen strategischen Bedeutung, die der Kubanbrückenkopf für den weiteren Verlauf der Sommexopera- tionen gewinnen kann, werden sich die Sowjets selbstverständlich nach dem ersten Fehlschlag ihres großangelegten Angriffs ebensowenig wie die Briten und Amerikaner bei ihrem Angriff gegen den Brückenkopf Tunis zufriedengehen. So geben die
Kämpfe um diese beiden Brückenköpfe in Afrika und am Schwarzen Meer der militärischen Lage zwischen dem Ende der Winterschlachten und dem Beginn der großen Sommeroperationen das eigentliche Gepräge. Die Tatsache aber, daß unsere Gegner heute noch gegen diese wichtigen Brückenköpfe anrennen müssen, ohne daß ihnen der Erfolg in unmittelbar sichtbarer Nähe erscheint, kann von ausschlaggebender Bedeutung für die zeitliche Aufeinanderfolge der militärischen Ereignisse in diesem Jahre und damit für ihr Ergebnis werden. Als Churchill von seiner Zusammenkunft mit Roosevelt in Casablanca heimkehrte, renommierte er mit einer „Zeittabelle" der in ins Auge gefaßten Operationen dieses Jahres, nach der in spätestens 9 Monaten der Sieg gesichert sein sollte. Wie man aus anderen Quellen weiß, wurde es als eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Durchführung dieser Zeittabelle angenommen, daß die Achsenstreitkräfte in spätestens zwei Monaten aus Afrika vollkommen vertrieben sein würden. Die Frist ist längst verstrichen, und immer wieder muffen die Briten und
(Fortsetzung auf Seit-e 2)
Der Blutsonntag von Paris
Zum Terror-Angriff der anglo-amerikanischen Mordbrenner
ep. Paris, 5. April. Die Zahl der durch den nordamerikanischen Terrorangriff auf Paris am Sonntag verursachten Todesopfer dürfte sich noch wesentlich erhöhen, teilte das französische Innenministerium Montag mittag mit. Die am meisten heimgesuchte Gemeinde ist Boulogne-sur-Seine, wo allein 55 Bomben fielen, 29 Häuser zerstört und 63 Häuser schwer beschädigt wurden. In Sureane sind vier Bomben auf Wohnviertel gefallen. Außerdem wurde die berühmte Parfumfabrik Coty zerstört. Gerade die Tatsache, daß diese Parfümfabrik das Ziel nordamerikanischer Bomben war, wird von der Pariser Bevölkerung als ein Beweis dafür angesehen, daß es den Nordamerikanern keineswegs in erster Linie auf militärische Ziele ankam. Durch die Zerstörung der Fabrik von Coty sind mehr als tausend Arbeiter arbeitslos geworden.
Aeber die schrecklichen Folgen des Bombenabwurfs auf eine Station der Pariser Untergrundbahn berichtet ein Augenzeuge in der Zeitung „La France Socialiste": ..Hunderte von Personen hatten sich bei dem Alarm in den Eingang einer U-Bahn-Station geflüchtet. Diese Station erhielt jedoch einen Volltreffer, so daß die Wände zusam-
Bolschewistische Angriffe zurficfcgewiesen
Eigenes Angriffsunternehmen östlich Orel erfolgreich
0 Aus dem Führerhauptquartisr, 5. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Die Sowjets traten gestern mit mehreren Divisionen zu dem erwarteten Angriff gegen die Ostfront des Kuban- Brückenkopfes an. Die immer von neuem vorgetragenen, von starker Artillerie und vielen Panzern unterstützten Angriffe ' wurden unter hohen feindlichen Verlusten an Menschen und Material durch deutsche und rumänische Truppen zerschlagen. Dir Kämpfe dauern noch an. Ein eigenes Aa- griffsunternehmen östlich Orel verlief erfolgreich. An der übrigen Ostfront nur südlich des Jl mensees und vor Leningrad lebhaftere örtliche Kampftäjigkeit. An der tunesischen Front verlief der Tag bei örtlicher Späh- und Stoßtrupptätigkeit ruhig. Die Luftwaffe bekämpfte mit starken Kräften feindliche Fahrzeug- und Panzeransammlungen, Zeltlager und Artilleriestellungen. Deutsche Jäger errangen acht Luftsiege. Kampfflugzeuge griffen im Seegebiet vor Bougie ein großes feindliches Frachtschiff an und beschädigten es schwer.
Ein gemischter britisch-nordamerikanischer Verband griff am gestrigen Tage das Gebiet won Paris an. Durch Bombentreffer in Wohnvierteln, städtischen Anlagen und ' auf Sportplätzen der Stadt hatte die Bevölkerung mehrere hundert.Tote und Verletzte. Bei diesem Terrorangriff und anderen Vorstößen des Feindes gegen die besetzten Westgebiete und Norwegen wurden 19 Flugzeuge abgeschossen. Drei eigene Flugzeuge gingen verloren. In der vergangenen Nacht
Heue Ritterkreuzträger
Berlin, 5. April. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberstleutnant Boy Rickmers. Kommandeur eines Grenadier-Regiments. Oberfeldwebel Herbert Brönnle. Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader. Feldwebel Josef Schreiber , Zugführer in einem württem- dergischen Grenadier-Regiment.
Ritterkreuzträger Feldwebel Friedrich Banach, Zugführer in einem sächsischen Panzerregiment, hat im Osten den Heldentod gefunden. Felwebel Banach wurde am 2. Januar 1916 als Sohn des Bergmanns Michael B. in Eelsenkirchen-Rotthanfen geboren.
warfen britische Flugzeuge planlos Epreng- und Brandbomben vorwiegend auf offene Landgemeinden *des norddeutschen Küstengebietes. Zehn der angreifenden Bomber wurden durch Nachtjäger und Marineflak zum Absturz gebracht."
Während der OKW.-Bericht meldet, daß die britischen Mordbrenner bei ihrem Terrorangriff in der Nacht zum Montag auf üorddeutsches Küstengebiet zehn Bomber verloren, gibt das britische Luftfahrtministerium, nach einer Reutcrmeldung, zu, daß zwölf britische Bumber vermißt werden.
menstürzten. Die Feder sträubt sich, das Entsetzen zu beschreiben, das sich unseren Augen darbot. Zerrissene menschliche Körper lagen überall auf den Treppen oder hingen in den Aesten der nächsten Bäume: Es gibt kaum einen Toten, der-nicht zerstückelt ist." In einer anderen U-Bahnstation hat «ine Bombe die Decke durchschlagen, wobei mehr als zehn Reisende ums Leben gekommen sind. Auch in einem Kino gab es zehn Tote und zahlreiche Verletzte. Ein Mütterheim ist dem Erdboden gleichgemacht worden. Ueber den entsetzlichen Tumult, der auf dem Rennplatz von öongchamps entstand, berichtet im „Mq- tin" ein Augenzeuge, daß die Jockeys gerade aufgesessen waren, als die ersten Bomben herabstürzten. Ein Teil der Menschen floh, um sich in Sicherheit zu bringen, andere blieben wie gebannt auf ihren Plätzen stehen. Wenige Minuten später kam eine Gruppe von Verletzten heran, deren Gesichter und Anzüge mit Blut beschmiert waren.
Stockholm, 5. April. Reuter schreibt zu dem anglo-amerikanischen Terrorangrisf auf Paris: „Das Wetter war klar und die Ziele wurden schwer und genau bombardiert." — Wohnviertel, Parkanlagen und die Rennbahn Longchamps waren also, wie üblich, das Ziel der britischen Mordbrenner, das sie bei klarem Wetter „genau bombardierten".
Die Pariser Polizeipräfektur, die die Zahl der Todesopfer mit 252 bekanntgab, erklärt, daß mit einem weiteren Anwachsen der Todesopfer gerechnet werden muß. Die Zahl der Verletzten beträgt 700, hierunter befinden sich 115 Schwerverletzte. Allein in der Nacht zum Montag waren 67 Schwerverletzte in den Krankenhäusern gestorben.
Psrndatterien beschossen Dover
Berlin, 5. April. In der Nacht zum 5. April lösten Schiffsbewegungen im Kanal das Feuer deutscher Fernkampfhatterien aus. Militärische Ziele im Raume von Dover wurden im Zusammenhang hiermit wir-
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Von der Abwehrschlacht um Staraja Russja. Sturmgeschütze rollen durch die vom S.chmelzwasser überfluteten Straßen der .Ruinenstadt.
PK-Aufnahme: Kriegsberichter Etzold (Sch)
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Vor drei Jahren zückte der Feind seinen Dolch gegen Nordeuropa
R. Mü. Am Abend des 30. März 1940, also sechs Wochen vor Beginn des Westfeldzuges, spitzten die jüdischen Schreiberlinge in Paris und London die Federn. Der frühere französische Ministerpräsident Reynaud hatte ihnen einen fetten Bissen hingeworfen: In einem offiziösen Gespräch mit einem ausländischen Diplomaten war der Pariser Kabinettsschef zu der sensationellen Feststellung geschritten, „daß für die Achsengegner die Gefahren- momente für den Westen und für den Süden des Kontinents nicht mehr bestehen, da in den nächsten Tagen entscheidende und wichtige Ereignisse in Nordeuropa von den Alliierten getätigt würden."
Entscheidende und wichtige Ereignisse in Nordeuropa — wie weit sollte und durfte man Reynauds Worte, so raunten sich die judahörigen Skribenten zu, durch Hinweise auf britisch-französische Vorbereitungen in den Gewässern um Norwegen untermalen? Sollte die Katze , schon jetzt aus dem Sack gelassen werden? Sich vorerst noch in allgemeinen Wendungen zu ergehen, schien hier wohl doch das Klügere, und so stürzten sich die Kommentatoren der Erklärung Reynauds auf das gerade vom Quai d'Orsay aufgeworfene Thema der planmäßi- en Hereinziehung neutraler - t a a t e n in die militärijchen Operationen. Hatte nicht Winston Churchill wenige Wochen vorher, gleichfalls skrupellos nach Skandinavien blinzelnd, als Erster Lord der britischen Admiralität von den Neutralen „wirksame Beiträge zur Verlagerung des westlichen Kriegsschauplatzes" gefordert? Und hatte Churchills Drahtpuppe, Premierminister Chamberlain, inzwischen nicht ungewöhnlich rügende Ausdrücke gegen die „un- beteilkgte Gleichgültigkeit" gefunden, mit der seiner Meinung nach einige Staaten den Ereignissen in Europa entgegensahen? In der Tat, es genügte schon damals vollauf, an alle jene zynischen Bemerkungen der Kriegstreiber zu erinnern, vor allem auch an die frivole Versicherung des englischen Kriegsministers Stanley vom 20. März 1940, die Briten feien willige Schüler der Lehre, daß die Mißachtung der Rechte Neutraler vorteilhaft fei!
Dennoch war es durchaus kein eitles, lediglich auf Bluff angelegtes R e d e f p i e l der
. ^ - - - Kriegsausweiter, das vor drei Jahren in
kungsvoll beschossen. Das gutliegende Feuer der britisch-französischen Gewaltpolitik ge- unserer Fernkampfbatterien verursachte meh- > genüber Norwegen seinen Höhepunkt er- rere weithin sichtbare Brände. ! reichte. Alle die frechen Drohungen waren
Wie sie in Feraost „Ordnung" schaffen wollen
„Aufteilung und Zerstückelung Japans" — Auch hier anglo-amerikanische Pplitik ins Blaue
Drabtbericht unserer Berliner Schriftleitiing goe. Berlin, 5. April. Die anglo-amerikanische Kriegszieldebatte wird nunmehr nach einer Information des Londoner Korrespondenten von „Dagens Nyheter" auch auf den Fernen Osten und vornehmlich auf Japan ausgedehnt. Insbesondere soll dieses Problem bei den kürzlichen diplomatischen Besprechungen in Washington eine bedeutsame Rolle gespielt haben. ,Dagens Ny- heter" meint dazu, daß binnen kurzem der chinesische Außenminister Sung nach London kommen werde, um zu den hiermit zusammenhängenden Fragen gehört zu werden. Die „Neuordnung" des Fernen Ostens, wie man sie sich in London und Washington denkt, sieht folgendermaßen aus:
Japan soll nach dem Kriege durch anglo- amerikanische, sowjetische und tschungking- chinesische Truppen besetzt werden. Die Insel Formosa, die seit 50 Jahren zu Japan gehört, soll dem japanischen Staatsverband wieder entrissen und die japanische Halbinsel Korea zu einem selbständigen Staate gemacht werden. Endlich sollen nach dem Kriege an der chinesischen Küste wiederum eine Anzahl von internationalen Freihäfen errichtet werden. Mit anderen Worten soll Japan also ähnlich, wie man das mit Deutschland beabsichtigt, zerstückelt werden. Dieser neueste Plan unserer Gegner ist in verschiedener Beziehung aufschlußreich. Zunächst einmal ist an ihm die Forderung bezeichnend, daß nach dem Kriege erneut internationale Freihäfen in China errichtet werden sollen. Diese Forderung kann nur als eine euphemistische Verkleidung für
das anglo-amerikanische Bestreben gedeutet werden, die durch die japanische Initiative erst soeben aus der Welt geschaffte Konzessionsmißwirtschaft in China wieder einzuführen. Die Geschichte der Konzessionen in China ist diejenige einer jahrzehntelangen Vergewaltigung Chinas zugunsten seiner wirtschaftlichen Ausbeutung durch Fremde. Wenn die tschungking-chinesische Zeitschrift „Kuo minjih Pao" in einer scharfen Kritik an der Haltung der anglo-amerikanischen Mächte der Erkenntnis Raum gibt, daß „Tschungking seinen Krieg allein fjjhren" muß und wenn die Zeitschrift in den Kassandraruf ausbricht, „Tschungkings Zukunft ist dunkel", so werden diese Befürchtungen durch die amerikanische Forderung auf Errichtung von Freihäfen unmißverständlich bestätigt. Denn es sind schließlich die Verbündeten Tschungking-Chinas, die heute schon die erneute wirtschaftliche Ausbeutung, des Landes unter ihre Kriegsziele aufnehmen. Hier wiederholt sich an Tfchung- king-China der gleiche Vorgang der Treulosigkeit und _ des Betruges, den England heute als Opfer seines Freundes und Verbündeten Amerika am eigenen Leibe verspürt. Nicht genug, daß Tschungking-China von seinen britischen und amerikanischen Verbündeten in der Stunde der Not im Stiche gelassen wurde, soll es in Zukunft auch wiederum ein dankbares Ausbeutungsobjekt für die anglo-amerikanischen Freibeuter abgeben. Man muß in diesem Zulammenhang daran erinnern, daß London und Washington Tschungking erst vor kurzem mit einem Federstrich aus der Reihe der Führungsmächte
austilgten. Wenn früher in den Rüden Roose- velts und Churchills von den „großen Vier" gesprochen wurde, die nach dem Kriege die Polizeigewalt über die Welt ausüben und damit Nutznießer des erwarteten Sieges sein sollten, so verzichtete Churchill in seiner jüngsten Rede bei der.Aufzählung der führenden Nachkriegsmächte schon auf eine Erwähnung Tschungking-Chinas und gab damit Tschiang- kaischek zu verstehen, daß man in London und Washington nicht mehr geneigt ist, Tschung- king-China unter die Reihe der Großmächte zu zählen.
Während auf der einen Seite zweifellos die britisch-amerikanische Macht in Eroßost- asien immer schwächer wird, verstärkt sich umgekehrt diejenige Japans sichtbar. Erft der neuerliche Besuch des japanischen Premierministers Tojo in Hfinking erbrachte wiederum den Beweis, daß der japanisch- mandfchurische-chinesifche Block immer stärker zusammenwächst und schon heute zur Grundlage des großostafiatischen Lebensraumes geworden ist. Indessen wird man sich in Tschungking-China immer mehr darüber klar, daß London und Washington das unbesetzte China kaum mehr als freie Nation betrachten, sondern höchstens noch als Hilfsvolk, das nützlich ist, um die eigenen imperialistischen Absichten zu verwirklichen. Der nebelhafte und auf keinerlei Tatsächlichkeiten gegründete Plan einer Austeilung und Zerstückelung Japans dürfte kaum geeignet sein, den Chinesen über diese bittere Erkenntnis hinwegzuhelfen.
jeweils von nicht weniger dreisten Handlungen begleitet. Die Rechts-. drüche der Londoner Minister und ihrer damaligen Pariser Vasallen sind ebenso wie ihre verbrecherischen Gesamtabsichten aus den nördlichen Eckpfeiler Europas dokumentarisch erwiesen, nachdem unsere schlagkräftigen Truppen im Verlauf des Norwegenfeldzuges aufschlußreiche politische und militärische Operationsplüne des Feindes, so besonders bei der Gefangennahme eines britischen Brigadestabes im Gebiet von Lillehammer, sicherstellen konnten. Auch sonstige in Norwegen Vorgefundene Schriftstücke zeugen über die erwähnten Redewendungen und Proklamationen der Kriegsverbrecher hinaus eindringlich von den schon mehrere Wochen vor der deutschen Abwehraktion des 9. April gefaßten Entschluß der Weftmächte, Norwegen ihrerseits zu besetzen und sich damit von Norden her die Basis für eine Flankenbedrohung Deutschlands zu schaffen. Die Berliner Aktenpublikation enthüllte im Anschluß an den ebenso kühnen wie notwendigen Zugriff der deutschen
Oer Führer:
An Stelle des Friedens, der Versöhnung und Verständigung kam jenes Versailler Diktat, das die deutsche Nation und die mit ihr verbündeten Völker zu Sklaven erniedrigte, militärisch wehrlos machte, politisch entrechtete und wirtschaftlich auf unabsehbare Zeiten vernichtete.
Proklamation zum 30. Januar 1943
Wehrmacht die vorangegangene Tätigkeit britischer und französischer Stabsoffiziere längs der skandinavischen Westküste, und zwar hatten diese Sachverständigen mit Hilfe zahlreicher Secret-Service-Agenten die technischen Möglichkeiten für die Landung des „alliierten Expeditionskorps" ausfindig zu machen und in geheimer Zusammenarbeit mit gewissen Organisationsstellen der norwegischen Marine dem geplanten Truppenaufmarsch vorzuarbeiten. Besonders tief läßt hier ein Bericht des französischen Marineattaches in Oslo blicken, der die Pariser Regierung triumphierend davon in Kenntnis setzte, daß die Vorkehrungen für ein englisch-französisches Landungsunternehmen den örtlichen Behörden der Osloer Ministerien gegenüber als Einleitung zu einem Durchmarsch nach Finnland zwecks angeblicher Waffenhilfe gegen (!) Sowjetrußland dargelegt worden sei.
An der Zuspitzung jener Entwicklung im Norden, die das Schwert des bedrohten Reiches zu blitzschnellem Eegenschlag herausforderte, fällt auch der damaligen Osloer Regierung ein erhebliches Maß von Schuld zu. Mußte es seinerzeit schon auffallen, daß die wiederholten Verletzungen der norwegischen Neutralitäts- und Hoheitsrechte durch England auf der Seite der Betroffenen nicht die allerschärfste amtliche Zurückweisung erfuhren, so sind wir heute davon unterrichtet, daß der ehemalige norwegische Außenminister Koht die Londoner Agitatoren der Kriegsausweitung insgeheim sogar begünstigte: bei einer Konferenz im Ministerpräsidium ließ er vor seinen Kollegen die nach außen hin getragene Maske fallen und regte an, wenn England den Antrag auf Durchführung eines militärischen Unternehmens im Norden Europas und auf Beihilfe Norwegens stellen würde, dann solle Norwegen nur pro forma „nein" sagen: es müsse in der Lage bleiben, das Nein ohne weiteres in ein ^ra zu verwandeln, damit es nicht auf der „falschen Seite" in den Krieg eintrete.
Kein Wunder, daß sich die hinterhältigen Judenknechte an Themse und-^Seine in den ersten Apriltagen des Jahres 1940 unmittelbar am Ziel wähnten, befanden sich doch um diese Zeit der englische Kreuzer „Glasgow" mir dem 8. Bataillon des Sherwood Fore- sters sowie mehrere vollbesetzte Transport- Aeberfall auf Stavanger, Bergen und Narvik bereits auf hoher See. Es kam dann freilich anders, als es die schwatzenden Kabinettsmitglieder in Paris und London Der Scharfblick und die Entschlußkraft des Führers, der grenzen-