Ausgabe 
(5.4.1943) 95
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pmnetamtticlie ^ayeszeilung

Dos flmtsbiatt des Negierenden vürgermelsters der 5reien Hansestadt vremen

7lr. S5 , 1Z. Jalsrgang

Montag, 5. flpril i 94Z

üev Nationatldziatisten vrernens

pmtliches verkündungsblatt des Ncichsstakttialters in Oldenburg und Vremen

kinzelpreis 15 Nps.

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Dratztbericht unserer Berliner Gchriktleitund

xos. Berlin, 4. April. Die innere Unsicher­heit der britischen Situation ist nicht zuletzt gekennzeichnet Lurch Las unaufhörliche Schwanken zwischen >«insm prahlerische nMaul- heldentum und tiefster Depression. So glaubt offensichtlich der erste Lord der britischen Admiralität, Alexander, die Wirkung der deutschen Meldung über die Märzversebkun- gen dadurch kompensieren zu können, daß er plötzlich erklärt, die angloamerikaaische Ee- samttonnage sei in den letzten acht Monaten trotz aller Versenkungen gestiegen. Gegenüber dieser Agitationslüge wurde es an sich ge­nügen. an die zahlreichen Eingeständnisse aus englischem und amerikanischem Munde zu er­innern, in denen immer wieder zugegeben werden mutzte, Latz die Neubauten mit den Versenkungen nicht Schritt halten. Noch be­zeichnender ist in diesem Zusammenhange das ebenso häufig wiederholte Eingeständnis, datz nicht so viele U-Boote vom Gegner ver­senkt werden, als neu gebaut werden. Denn mit diesem Eingeständnis wird gleichzeitig das fortschreitende Anwachsen der U-Boot- waffe zugegeben, das sich auf der anderen Seite naturgemäß in einem immer grötze- ren Umfange der versenkten Tonnage wieder- spiegelt.

Die großsprecherischen Ausführungen Alex­anders finden jedoch darüber hinaus auch eine Richtigstellung, deren kühle kaufmän­nische Sachlichkeit am besten die Agitations­mätzchen des englischen Seekords widerlegt. Es sind die Jahresversammlungen der briti­schen S ch i f f s g e s e l l s ch a f t e n» die trotz aller noch so schön frisierten Bilanzen doch in stets verstärktem Matze die wachsende Trostlosigkeit der Schiffahrtslage Englands kennzeichnen. Soeben erst wird Aber die Jahresversammlung der Donaldson Line Ltd. in Glasgow eine Mitteilung ausgegeben, wonach die Rechenschaftsberichte auf dieser Versammlung an Deutlichkeit kaum etwas zu wünschen übrig ließen. Der Vorsitzende begründete das Sinken der Reineinnahmen der Gesellschaft im verflossenen Jahre offen mit der Tatsache, datz viele Schiffe der Ree­derei durch feindliche Aktionen verloren­gegangen seien. Infolgedessen sei natürlicher­weise auch der Reingewin entsprechend kleiner.

' Aber auch die weiteren Ausführungen, die hier gemacht wurden, werfen ein bezeichnen­des Licht auf die wirkliche Lage der briti­schen Schiffahrt, um so mehr, als eine ganze

Lsstdurnk vom l.uktsnyritt üderrsnekt

Drahtbericht unseres Verrreters

vsod. Bern, 4. April. Bei dem Luftangriff schneller deutscher Kampfflugzeuge auf die Stadt Eastburne am Sonnabendnachmittag wurden, wie offizielle britische Meldungen besagen, in verschiedenen Seiten dieser Ha­fenstadt Schäden hervorgerufen. Die briti­schen Meldungen lassen erkennen, datz die Luftabwehr von dem Angriff vollständig überrascht und der Fliegeralarm zu spät ge­geben wurde.

Reihe derjenigen Probleme darin ange­sprochen wurden, vor die sich die britischen Reeder heute und in der Zukunft gestellt sehen. Schon was die Ersatzbauten angeht, wurde gesagt, man sei zwar bestrebt, neue Schiffe auf Kiel zu legen. Der Erfolg sei jedoch in den meisten Fällen negativ. Es fehle an Arbeitskräften. Endlich seien die Kosten der Neubauten erheblich höher, als die Entschädigungssätze für verlorene Schiffe.

Jeder einzelne Satz dieser Aeußerung ist eine Bestätigung unserer eigenen Feststellun­gen zum Kampf unserer Ü-Boote. Am be­zeichnendsten waren jedoch die Klagen des Vorsitzenden hinsichtlich der Zukunft der bri­tischen Handelsschiffahrt. Er erklärte, datz niemand wisse, was aus ihr nach dem Kriege werden solle. Unter den Gründen, die maß­gebend für solche Unsicherheit sind, wurde im besonderen die für die Zukunft zu befürch­tende Konkurrenz der Amerikaner genannt und außerdem die bislang noch mysteriöse Rolle, die der Luftverkehr nach «dem Kriege spielen werde.

Gerade diese beiden Punkte berühren wie­der einmal das lebenswichtigste Problem, das für England besteht. In den Ausfüh­rungen des britischen Reeders spiegelt sich die Sorge darüber wider, datz die Ameri­kaner die Briten schon heute auf dem Ge­biete des internationalen Handels überspielt und aus dem Felde geschlagen haben. Mit dem Tausch britischer Stützpunkte gegen 50 alte USA,-Zerstörer angefangen, hat Eng­land der Reihe nach eine seiner Machtposi­tionen nach der anderen aus der Hand ge­geben. In jedem Falle waren dabei die Amerikaner die lachenden Erben. Erst in die­sen Tagen wurden von englischer Seite wie­der Befürchtungen darüber geäußert, daß der britische Export nicht in der Lage sein werde, die riesigen Verpflichtungen abzu­decken, die England während dieses Krie­ges eingegangen ist. Wie richtig diese Mutmaßungen sind, beweist ein Blick' auf Südamerika, das in den Jahrzehnten vor dem Kriege immer einen der wichtigsten Handelspartner Englands darstellte, das aber heute sowohl politisch wie wirtschaft­lich vollständig in die Hörigkeit der USA. geraten ist. Um diese Tatsache zu beweisen, könnte es genügen, daran zu erinnern, daß die augenblickliche Reise des USA.-Vize- präsidenten Wallace durch Südamerika kaum einen anderen Sinn haben kann als den­jenigen einer Inspektionsreise durch die süd- amerikanischen Kolonialländer der USA. Erst vor kurzem wurde, wie man sich erin­nert, von nordamerikanischer Seite gefor­dert, daß die Staatengrenzen in Südame­rika nach dem Kriege verschwinden sollen, offensichtlich zugunsten eines einzigen kolo­nialen Anhängsels der Vereinigten Staaten. " Wenn die kaufmännische Spekulation des englischen Reeders heute gezwungen ist. das Defizit zu betrachten, das dem britischen Handel durch diesen Krieg heute und für die Zukunft entstand, so errechnet auf der Gegen­seite der Präsident der amerikanischen Han­delskammer, Eric Johnston. schon ebenso nüchtern den Gewinn, der aus den britischen

Verlusten für die Amerikaner erwächst. John­ston erklärte nach Berichten aus Newyork, daß Tausende aus dem Kriege zurückkehren­der amerikanischer Soldaten sowie Rüstungs­arbeiter bei der industriellen Entwicklung Südamerikas Arbeit finden würden. Ame­rikanische Wirtschaftsführer würden in der Nachkriegsära internationaler Zusammen­arbeit" die Führung übernehmen.

In diesen Worten ist ein zweifaches aus­gedrückt: Einmal die klare Mitteilung, datz die USA. beabsichtigen, nach dem Kriege die südamerikanischen Länder in der Art eines kolonialen Territoriums zu benutzen, zu be­wirtschaften und auszubeuten und zum an­deren die eindeutige Forderung des wirt­schaftlichen Primats für die USA., die je­doch bemerkenswerterweise nicht auf das südamerikanische Gebiet beschränkt wird, son­dern offensichtlich generell gelten soll. Es be­darf keiner großen Beweisführungen mehr, um zu zeigen, was das für England zu be­deuten hat. Die Briten haben ihre ehemalige Vorherrschaft auf den Meeren und ihre Herr­schaft über ein Fünftel der Erde preisgege­ben zugunsten der Chimäre einer Vereini­gung der englisch sprechenden Völker, in der sie nie und nimmer die Führung besitzen werden. Es ist der Haß ihrer jüdisch ver­sippten und plutokratisch verseuchten Füh­rungsschicht gegen Deutschland und die auf­strebenden jungen Völker, die England und sein einst so stolzes Empire an diesen Ab­grund geführt haben, aus dem es sich nie wieder erheben wird. (Forts, auf S. 2)

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Nach Kohle und Eisen bestimmt vor allem das Verkehrswesen eines Landes den Grad seiner Rüstung. Die geographische Lqge, die Dichte des Straßennetzes, der Wasserstraßen und der Schienenwege, Menge und Güte der Verkehrsmittel und der Grad ihrer Aus- nützung ergeben zusammen ein Verkehrs­potential, das für die Rüstung von absolut

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Aus dem Führerhauptquartier, 4. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt:Mehrfach wiederholte Angriffe der Sowjets gegen die Ostfront des Kuban­brückenkopfes, südlich des Jlmensees und vor Leningrad wutden unter hohen feindlichen Verlusten abgewiesen, .erneute Bereitstellun­gen durch Artilleriefeuer und Angriffe unse­rer Luftwaffe zerschlagen. An der übrigen Front herrschte bis auf örtliche Kampftätig­keit im Raum Jsjum Ruhe. Auch in Tune- sien verlief der gestrige Tag im allgemeinen ohne größere Kampfhandlungen. Nur an einigen Abschnitten der mittleren und slld- tunesischen Front kam es zu lebhafter ört­licher Kampftätigkeit. Britische Bomber griffen in der vergangenen Nacht mehrere Orte in Westdeutschland an. Größere Schä­den entstanden vor allem im Stadtgebiet von Essen. Die Bevölkerung hatte Ver­luste. Nachtjäger und Flakartillerie schössen mindestens 21 der angreifenden Flugzeuge ab. Durch Flakartillerie der Luftwaffe, Ma­rineflak, Vorpostsnboote und U-Boot-Jäger wurden an der Küste Norwegens, der be­setzten Westgebiete und im Mittclmeer acht feindliche Flugzeuge abgeschossen. Ein Ver­band schneller deutscher Kampfflugzeuge be­legte bei einem Tagesvorstoß gegen die Süd­küste Englands militärische Ziele der Stadt

Eastbourne mit Bomben schweren Ka­libers."

In der Nacht zum 4. April griff die bri­tische Luftwaffe mehrere Städte im rhei­nisch-westfälischen Industriegebiet an. Unsere Nachtjäger und Flakartillerie schössen nach bisher vorliegenden Meldungen 21 britische Bombenflugzeuge ab. Dies ist ein neuer schwerer Schlag für den Feind, da wiederum fast ausschließlich viermotorige Bomber ver­nichtet wurden. Nachtjäger waren an diesem Erfolg in hervorragendem Maße beteiligt. Die Nachtjagdgruppe des Eichenlaubträgers Major Streib errang hierbei ihren 250. Nachtjagdsieg. Hauptmann Frank, Staffel­kapitän in der Nachtjagdgruppe des Majors Streib, konnte mit drei Abschüssen die Zahl seiner Luftsiege auf 20 erhöhen. Staffel­kapitän Hauptmann Lütje erzielte mit zwei Abschüssen seinen 21. Luftsieg. Staffel- führer Leutnant Geiger, der in der Nacht zum 30. März bereits fünf feindliche Bom­ber abgeschossen hatte, errang in der Nacht zum 4. April ebenfalls seinen 20. Luftsieg. Acht weitere Flugzeuge verloren die Briten bei Angriffen gegen die besetzten Westge­biete und vor der norwegischen Küste. So­mit verloren die Briten wiederum insgesamt 29 Flugzeuge.

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Ver äsn krisäea liebt, mull reine Lugen gut otteubslteu

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Drahtbericht unseres Vertreters

rck, Berlin» 4. April. Obwohl unsere Feinde schon oft darüber belehrt worden sind, daß es nicht Gewohnheit der führen­den Männer der Achse ist, der politischen und militärischen Entwicklung mit verschränkten Armen zuzusehen, wiegten sie sich in den letzten Wochen in der Illusion, selbst eine Initiative ergreifen zu können, mit der man den Bund der jungen Völker Europas zu überflügeln gedachte. Während die bolsche­wistischen Armeen vom Wolchow bis hin­unter zum Kuban sich in vergeblichen An­griffen gegen die festgefügte, zum Teil so­gar zum Gegenstoß bereite deutsche Front erschöpften und die englisch-amerikanischen Divisionen vergeblich die Hauptstreitkräfte der Achse in Südtunesien zu umfassen ver­suchten, brütete man in London und Wa­shington bereits über den Plänen, was dann geschehen sollte, wenn die an die er­wähnten Offensiven geknüpften Hoffnungen sich erfüllt hätten.

Dabei ergab sich erneut eine bemerkens­werte Bestätigung für die Erkenntnis: Ob­wohl die Vernichtung Deutschlands, Ita­liens und der mit ihnen verbündeten Na­tionen das den Plutokraten und Bolschewi- sten gemeinsame Kriegsziel ist, sind sich die Alliierten doch keineswegs über die zukünf­tige Gestaltung des Weltbildes einig. Zwar haben Churchill und Roosevelt keinen Augen­blick gezögert, ganz Europa den Sowjets als Kriegsbeute zu überlassen, aber jeder von ihnen halte dabei seine eigenen Hinter­gedanken. Churchill kam es in erster Linie darauf an, sein Emvire von fremden Hypo­theken und Begehrlichkeiten zu befreien, die jedoch pimär weniger von den Bolschewisten als vielmehr von den Amerikanern aus­

gehen. Roosevelt will andererseits jede Ge­legenheit benutzen, um noch weitere Teile des britischen Weltreiches an sich zu reißen. Wenn heute die englische und amerikanische Presse sich um Luft- und Seeverkehrsfragen streitet, über die Behandlung der Emigran­tenorganisationen diskutiert, die man am liebsten beseitigen möchte: wenn man über die Ideologie des zukünftigen Friedens de­battiert und theoretisch die Reichtümer der Welt verteilt, so verbirgt sich hinter diesem Zank um Modalitäten der Kampf der Re- gierungssnsteme und -interessen, von denen jede die Oberhand über die andere gewin­nen will.,

Churchill weiß sehr wohl, daß er hierbei stets den Kürzeren zieht, denn zwischen den sowjetischen und amerikanischen Forderungen zerbröckelt seine Stellung unaufhaltsam. Es mutz ihm deshalb daran gelegen sein, wenig­stens auf dem Kompromißwege noch einen Teil seiner Ansprüche bzw. der einstigen eng­lischen Besitzungen zu retten. Zu diesem Zweck wurde Eden nach Waibinaton ent­sandt, von wo er nach einem Abstecher nach Kanada soeben wieder nach London zurück­gekehrt ist. Erfolge in britischem Sinne hat er jedoch offenkundig nicht zustande gebracht. Es sei keine leichte Aufgabe, so entschuldigte er sich, die Aktivität von Verbüaoeten im Kriege zu koordinieren, und auch im Frieden werde das nicht leicht sein. Der Kampf gegen die Dreierz aktmäcbte sei die Hauptsache: sich auf bestimmte Vläne für die Nachkrieaszeit festzulegen, verzögere nur die Kriegsanstren­gungen der Alliierten.

Hat Eden damit die Wahrheit gesagt? So­weit sie den britischen WüiMen entspricht, kann man ihm ohne weiteres Glauben schen­ken, datz er es für ratsam hält, einem offenen

Konflikt zwischen den Verbündeten auszu­weichen und die Entscheidung in die Zu­kunft zu vertagen. Dennoch aber muß er Roosevelt bereits sehr wichtige Pfänder überlassen haben, denn sonst hätte dieser nicht auf einer Pressekonferenz erklären können, daß er bei den Besprechungen mit Eden zu 95 Prozent Zustimmung zu seinen Ansichten g-funden habe. Mit anderen Wor­ten: der britische Außenminister bat vor

allen wesentlikbea Forderungen der Amc- r'kamer kapituliert. .

Nach Meldungen, die aus den alliierten Ländern kommen, hat man den Eindruck, daß die Atlantik-Erklärung vollständig vergessen oder unter dem Eindruck der Ereignisse auf die Seite geschoben wurde." Der türkUibe Botschafter Nunus Nadi, der diese Fest­stellung in der ZeitungCumbu einet" traf, zog ein wichtiges Fazit aus dieser Sachlage: Die Länder, die den Frieden lieben und Wert auf ihre llnabbän-riakeit legen, müssen ihre Auaen ganz weit alten halten." Bnaus Nadi hat mit seiner Warnung duribaus recht, denn iedes kleine und vor allem jedes neutrale Land stebt beute vor der unaus­weichlichen Notmendiakeit. die großen poli­tischen und militärischen Entscheidungen mit äußerster Aufmerksamkeit zu verfolgen, um nicht eines Tgaes in ihren Strudel gerissen zu werden. Welches Schicksal ihnen d>e Vluto- kratien zugedacht haben, war ja erll vor wenigen Toaen in der offiziösen ,.Tim/s" zu lesen, die ihnen jedes Recht auf volitische Funktionen absprach. Sie bestätigte damit die alte Wahrheit, daß England nur so lause die Rechte anderer Rationen respektiert, als es ihrer bedarf, und si» iedemeit verrät, wenn es ihm opportun erscheint. Darum ist England auch bereit, die kleinen Staaten zu opfern, wenn es glaubt, dadurch den bolsche­

wistischen Moloch befriedigen oder die Ame­rikaner abfinden, d. h. von englischem Besitz ablenken zu können.

Aber noch in anderer Hinsicht verdient die eben zitierte Erklärung Edens hervorgeho­ben zu werden. Wenn er es für so schwierig hält, die Aktivität von Verbündeten in Krieg und Frieden zu koordinieren, so stellte er damit die Uneinigkeit der plutokratisch- bolschewistischen Allianz in bezeichnenden Kontrast zum Bündnis der Dreierpaktmächte, das solche Diskrepanzen nicht kennt. Man muß zum Beweise dessen etwa zu Edens Reise nach Amerika den Besuch des Reichs­außenministers in Italien in Vergleich setzen, der die unverbrüchliche Solidarität des Nationalsozialismus und des Faschis­mus erneut so eindringlich unterstrich. Soll man an die Sitzungen der technischen Kom­mission der Dreierpaktmächte in Tokio er­innern, die auf allen Gebieten völlige Ueber­einstimmung der Auffassungen ergab? Soll man auf den Besuch des Königs Boris im Führerhauptguartier verweisen, der die be­währte Freundschaft zwischen Deutschland und Bulgarien ins Rampenlicht der Öffent­lichkeit rückte? Soll man auf das Kommu­nique verweisen, das nach dem Besuch des ungarischen Ministerpräsidenten Kallay in Rom erschien? Soll man die bulgarisch­rumänische Erklärung unterstreichen, wonach die Verhandlungen über Fragen, die sich aus der Rückgliederung der Süddobrudlcha an Bulgarien ergaben, mit einer vollen Ver­ständigung abgeschlossen wurden? Alle diese Ereignisse sind Zeugnisse des Geistes, der die Partner des Dreimächtepaktes beseelt, des Willens zur guten Tat, der ihr Handeln bestimmt. Wir armselig mutet demgegen­über das Geschwätz eines Mister Eden an!

entscheidendem Wert ist. Deutschlands Mit­tellage, die in der Vergangenheit manche Nachteile mit sich brachte und vor allem im Hinblick auf die drohende Einkreisung eine erhöhte militärische Vorsicht erforderte, gibt verkehrsmätzig dem Reich gegenüber den Einkreisern an der Peripherie einen ent­scheidenden natürlichen Vorteil in die Hand. Die uns gestellten Verkehrsaufgaben können auf der inneren Linie mit bedeutend ge­ringeren Entfernungen gelöst werden als die Schwierigkeiten, die den Anglo-Ameri- kanern begegnen. Unsere Feinde haben schon in ihrer Kriegswirtschaft und Rüstung be­deutend größere Entfernungen zu überwin­den, ganz abgesehen von den Problemen, die der Einsatz von Material und Truppen auf weit entfernten Kriegsschauplätzen mit sich bringt. Die geographischen Gegebenhei­ten zwingen unsere Feinde, bedeutend mehr Zeit und Transportmittel für ihre Rüstung aufzuwenden als wir selbst für gleiche Auf­gaben benötigen.

Dazu kommt aber noch der Vorteil, datz die Masse unseres Güterverkehrs und dieser ist ja der für die Rüstung entschei­dende Teil des Verkehrs auf Schienen

klsönskmen, 6ie >vir Ze- trokken ksden unä nock trekken MÜ886N, werden vom 6el8t einer nstioAsl8orjsIi8ii8cken 6ereck- li^kelt erfüllt 8ein.

keicksininister Dr. doebdels sm 18. kebrusr 1943

läuft, also Eisenbahnverkehr ist, während die Anglo-Amerikaner überwiegend den Güterverkehr über See leiten müssen, und zwar bei den meisten Produkten schon die erforderlichen Rohstoffe oder Halbfabri­kate. Nach der Fertigung aber ist nochmals der weite Seeweg zu überwinden, um das Material in England, Nordafrika oder auf dem ostasiatischen Kriegsschauplatz zutu Ein­satz zu bringen. Diese" Seewege sind aber nicht nur bedeutend ausgedehnter als.unser« Schienenwege. Sie sind auch eine Gefahren­quelle ersten Ranges. Während das deutsch« und überhaupt das europäische Schienennetz kaum je auch nur örtlich und vorübergehend durch Lufteinwirkung gestört werden konn­ten. während das Streckensystem besonders im Osten immer dichter und mehrgleisiger wird, werden die Seewege für den Feind immer unsicherer. Allein durch deutsche Waf- fenwirkung sind mehr als 25 Mill. BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes vernichtet worden. Dieser Laderaum übertrifft bei wei­tem den Gesamtbestand aller europäischen Staaten sausschl. Türkei und Sowjetunion) an Güterwagen im Jahre 1937. Der euro­päische Güterverkehr hätte also bei gleicher Empfindlichkeit wie die Seewege praktisch vollkommen aufgehört.

In der gleichen Zeit, in der der angloamerikanische Schiffsraum zusammen­schrumpft. nimmt das rollende Material auf» den europäischen Eisenbahnen, besonders aber dasjenige der deutschen Reichsbahn, in erfreulichem Maße zu. Wir haben diePro - duktion an Lokomotiven, die schon 1941 wesentlich über derjenigen der USA. lag, im letzten Jahre verdoppelt und wer­den sie in diesem Jahr um weitere 50 Pro­zent steigern. Dabei ist zu berücksichtigen, datz der Eisenbahnverkehr der USA. infolge der Unsicherheit der Seewege vor bedeutend höheren Anforderungen steht als bisher. Verglichen mit England schlagen wir die dortige Lokomotivproduktion um mehr als das Dopelte. Besondere Anforderungen stell­ten die Wetterverhältnisse in der Sowjet- union an den Lokomotivbau. Unsere deut­schen Lokomotiven waren insbesondere nicht auf so hohe Kältegrade berechnet, wie sie der Ostwintel mit sich bringt. Die Schwie­rigkeiten, die sich im Winter 1941/42 daraus ergaben, sind überwunden, denn in diesem Winter stunden im Ostraum taufende frost-