Ausgabe 
(3.4.1943) 93
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ya^keiamtlrclie Tayeszettuny

Hos flmtsblatt des legierenden vürgermeisters der Zielen liansestadt lremen

der Narionalsoziallfken Vremens

flmiliches verkündungsbiatt des Neichsstattliaiters in Oldenburg und vremen

Nr. gZ , 1Z. Mrgang

Sonnabend, Z. flpril 1S4Z

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Llsrke 8imjelsllgnlks gssedeileN

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Berlin, 2. April. Nach sehr starker Ar­tillerievorbereitung nahmen die Sowjets am 1. April ihre Angriffe gegen unsere Stellun­gen südlich des Ladogasees wieder auf. Der Schwerpunkt der Kämpfe, in die auch Pan­zer und Schlachtflieger eingriffen» konzen­trierte sich auf den Abschnitt einer einzigen Infanteriedivision, der^n Stellungen seit den ersten Morgenstunden unter dem Trommel­feuer aller schweren Waffen der Bolsche- wisten lagen.

Um 10.30 Uhr stiegen die feindlichen Schützen aus ihren Grübest und Löchern und stürmten in mehreren dichten Wellen unsere Linien an. Doch nur an einer Stelle gelang ihnen trotz wiederholten Ansturms der Ein­bruch in die Hauptkampflinie, der aber im scharfen Gegenstoß siffort bereinigt werden konnte. An dem zähen Widerstand der Gre­nadiere scheiterten alle sonstigen Versuche, unsere Front einzudrücken oder gar zu durch-

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82.-Lrekiv

Der Jagdflieger Oberleutnant Hans Beihwenger, ausgezeichnet mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, ist von einem Feindflug nicht zu­rückgekehrt, nachdem» er bei Feindberührung zwei sowjetische Flugzeuge abgeschossen hatte.

Oberleutnant Beißwenger, der als Lohn eines Dolksschullehrers am 8. 11. 1916 in Mittelfischbach (Württemberg) geboren wurde, erhielt seine militärische Grundaus­bildung bei der Flak. Später wurde er zur Fliegertruppe versetzt und zum Flugzeug­führer ausgebildet. 2m Herbst 1940 wurde «r in ein Jagdgeschwader versetzt, bei dem er, inzwischen zum Leutnant befördert, nach dem Abschuß von 47 feindlichen Flugzeugen und eines Sowjetfesselballons im Mai 1942 Las Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes er- hielt. Nachdem er seinen 100. Gegner im Lnftkampf besiegt hatte, wurde er im Sep­tember 1942 durch die Verleihung des Eichen­laubs ausgezeichnet. Die Zahl seiner Luft- siege konnte er nach Verleihung des Eichen­laubs auf 100 erhöhen. Am 1. 3. 1942 wurde' verliehene Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes er Oberleutnant. >vom Führer persönlich überreicht.

brechen. Nachdem um die Mittagsstunde eine gewisse Kampfpause eingetreten war, setzten die Bolschewisten am Nachmittag mit über­legenen Kräften zu neuen Angriffen an. Unter sehr starken Verlusten für den Feind wurden jedoch auch diese in harten Nah­kämpfen abgewiesen. Die von den Sowjets in den Nachbarbereichen der Division zu gleicher Zeit geführten Angriffe blieben im zusammengefaßten Feuer der deutschen Waf­fen schon vor der Hauptkampflinie liegen. Die Artillerie hatte an diesem Erfolg durch ihr Sperrfeuer und durch die Bekämpfung feindlicher Truppenbereitstellungen und -Be­wegungen besonderen Anteil.

Bei örtlichen Säuberungsaktionen am obe­ren Donez griffen Kampfstaffeln, Sturz- kampf- und Zerstörungsverbände der Luft­waffe wirksam ein. Während Kampfflieger die Bereitstellungen von Truppen und Pan­zern weiter hinter der Front zerschlugen be­teiligten sich Sturzkampf- und Zerstörerflug­zeuge unmittelbar an den Erdkämpfen, ver­nichteten mehrere Batterien durch Volltreffer und zersprengten sowjetische Panzerkräfte so­wie zahlreiche Infanteriekompanien, die sich zum Gegenstoß gesammelt hatten. In Trup­penbereitstellungen der Sowjets südöstlich von Charkow entstanden durch Bombentreffer und Bordwaffenbeschuß hohe Verluste. Auch eine kleine Stadt, die dem Feind als Unter­kunft diente, wurde von der deutschen Luft­waffe überraschend mit großer Wirkung an­gegriffen. An der Don-Mündung war der Bahnhof Bataisk erneut das Ziel

deutscher Luftangriffe. Neben rollendem Ma- teriäl wurden vor allem wieder die großen Treibstofflager erfolgreich getroffen.

Am 21. März führten nordwestlich Orel dreitägige Gegenangriffe unserer Truppen zur Beseitigung einer Fronteinbuchtung, die im Laufe des Februar durch die Massen- angriffe der Bolschewisten entstanden war. Nachdem unsere Pioniere über 28000 Minen aufgenommen und unschädlich gemacht hat­ten, griffen sechs durch Panzer und Sturm­geschütze unterstützte Infanterie-Bataillone an. Räch erbitterten Kämpfen warfen unsere Panzerschützen und Grenadiere, die zuvor be­reits wochenlang den sowjetischen Divisionen und Panzer-Brigaden standgehalten hatten, die ihnen gegenüberstehenden feindlichen Kräfte zurück, stürmten dabei 250 Kampf­bunker, mehrere stark befestigte Ortschaften und Höhenrücken und bezogen hinter einem Flußlauf neue Stellungen. Bei den Angriffs­kämpfen und der folgenden Abwehr feind­licher Gegenstöße standen unseren Truppen drei sowjetische Schützendivisionen und zwei Schützen-Brigaden gegenüber, die nach Ee- fangenenaussagen infolge ihrer hohen Ver­luste, insbesondere durch Nahkämpfe. Artil­leriefeuer und Stukaangriffe als aufgerieben zu betrachten sind. Außer Tausenden von To­ten und über 600 Gefangenen, darunter 40 Offizieren, verloren die Bolschewisten in dem dreitägigen Ringen 29 Panzer, 16 Geschütze, 42 Panzerabwehrkanonen, 121 Maschinen­gewehre und Granatwerfer sowie Hunderte von leichten Infanteriewaffen, darunter 43 Panzerbüchsen und 123 Maschinenpistolen.

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Aus dem Führerhauptquartier, 2. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt: „Gegen die Front südlich des La- doga-Sees führte der Feind in mehreren Wellen vorgetragene starke Angriffe, die im Abwehrfeuer oder in Nahkämpfen vor un­seren Stellungen zusammenbrachen. An der übrigen Ostfront nur geringe örtliche Kampf­tätigkeit. Im März verloren die Sowjets 1267 Flugzeuge. Hiervon wurden 1028 in Luftkämpfen, 143 durch Flakartillerie der Luftwaffe und 36 durch Truppen des Heeres abgeschossen, die übrigen am Boden zerstört. 2n Lunesien waren die feindlichen An­

griffe gestern schwächer als an den Vortagen. Mehrere Vorstöße nordamerikanischer und britischer Kräfte gegen die mittet- und süd- tunesische Front wurden abgewiesen. Deutsche und italienische Truppen erzielten durch ört­liche Angriffe Stellungsverbesserungen und vernichteten abgeschnittene feindliche Grup­pen. Deutsche Jäger schössen über dem tunesi­schen Kampfraum und bei Kreta zehn feind­liche Flugzeuge ab. Ein eigenes Flugzeug ging verloren. Tagesvorstöße schwacher feind­licher Fliegerkräfte richteten sich gegen die besetzten Westgebiete und die Stadt Trier. Vier Flugzeuge wurden abgeschossen."

vsr kükrsr smyling «Snig voris

Aus dem Führ er Hauptquartier, 2. April, Der Führer empfing am 31. März in Anwesenheit des Reichsaußenministers von Ribbentrop König Boris von Bulgarien und hatte mit ihm eine lange und herzliche Aus­sprache, die im Geiste der traditionellen Freundschaft zwischen Deutschland und Bul­garien verlief.

Vom kükrsr vsrsönlick üdsrrsieki

Aus dem Führcrhauptquartier, 2. April. Der Führer begrüßte am Donnerstag in sei­nem Quartier im Beisein des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht, General­feldmarschall Keitel, den Oberbefehlshaber der an der Ostfront eingesetzten italieni­schen 8. Armee. Generaloberst Gariboldi wurde anläßlich dieses Besuches auch das ihm

Ferner verlieh der Führer das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an ---Obersturmbann- führer Heinz HarmeI, Regimentskomman­deur der ---Panzergrenadier-Division „Das Reich" und -(-Obersturmführer der Reserve Walter Eerth, Batteriechef in der ---Pan- zevgrenadier-Division „Totenkopf" und Haupt­mann Kurt Huhn, Führer einer Sturz- kämpfgruppe.

Lrnsimunysn in Italien

Rom,. 2. April. Amtlich werden folgende Ernennungen in den Kommandostellen der italienischen Kriegsmarine bekanntgegeben: Geschwader-Admiral Angela Iachino wurde zum General-Admiral befördert und gleichzeitig zum Vorsitzenden des „Komitees der Admiräle" ernannt. Admiral Edoardo Somigli wurde zum Oberbefehlshaber der die Schiffahrt schützenden Seestreitkräfte, und Admiral Caxlo Bergamini zum Oberbefehlshaber der Schlachtflotte ernannt.

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Dieser xsrketete ?simsr, cksr bis sn cken Ortsrsnck ksranbain, ist ckss Werk eines einzigen blsnnes, cles tlnterokkirisrs von einem klalc-Xampktrupp. Lr seklick sieb sn ckas Ungetüm kersn unck brscbte es mit einer Lprenglaclung rur llxplosion. Wie ein Lpielrsng vnrcks ckie scbv/srs Kuppel redn blster ckurck clie bukt gewirbelt.

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Nächst der Kohle sind Eisen und Stahl die wichtigsten Voraussetzungen für jede Rü­stung. Zu Beginn dieses Krieges war Deutschland mit Eisenerz verhältnismäßig schlecht versorgt. Die Achsenmächte verfügten nur über 6 Prozent des Eisenerzvorkom­mens der Welt. Bei langer Kriegsdauer waren daher infolge unseres Eisenmangels ernste Sorgen zu erwarten. Sie sind heute überwunden, denn durch unsere Eroberungen in Europa und diejenigen der Japaner in Ostasien hat sich die Lage auch auf diesem Gebiet von Grund auf verändert, ätz Pro­zent des Eisenerzvorkommens der Welt ge­hören heute den Dreierpaktmächten. Wir haben damit in der Eisenversorgung eine Grundlage für die Fortführung des Kampfes auf weite Sicht erreicht, wie sie im ersten Weltkrieg niemals vorhanden war.

Mehr noch als bei jedem anderen Moh- stofs kommt es aber gerade beim Eisen nicht nur darauf an, daß man es hat, sondern was man daraus macht. Mit Eisen ist in der Rüstung nicht viel anzufangen, entschei­dend ist vielmehr die Stahlerzeugung und bei dieser wieder die Produktion von Edel­stahl, denn aus Edel- oder Elektrostahl ent­stehen die hochqualifiziertesten Rüstungsteile, wie Geschützrohre, Läufe und Panzerungen. Deshalb ist die Frage nach den Aussichten im Rüstungswettlauf mit der Feststellung der Eisenerzvorkommen nicht beantwortet. Die Dreierpaktmächte sind mit Eisen um ein weniges schlechter versorgt als unsere Feinde. Wenn wir trotzdem den Vorsprung in der Rüstung halten, so ist dafür eine Reihe von Gründen maßgebend.

Einer der wesentlichsten Gründe liegt in der Verteilung der Veredelungsstoffe, die sich durch den bisherigen Ablauf des Krieges ge­waltig verschoben hat. Die Folgen sind auch rein zahlenmäßig geradezu überraschend. Die USA. zum Beispiel können darauf hinweisen, daß ihre Eisenerzeugung mindestens doppelt so hoch liegt, wie diejenige Deutschlands, und etwa das Zehnfache der japanischen Eisen­erzeugung beträgt. Nachdem nun über ein Jahr des ostasiatischen Krieges hinter uns liegt, haben jedoch die Japaner vor aller

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DratztSericht unserer Berliner Schrtftleitunq

Dr. v. sch. Berlin, 2. April. Zu der deut­schen amtlichen Mitteilung über das über­raschend hohe März-Ergebnis unserer Unter­seeboote im Kampf gegen den feindlichen Schiffsraum schweigt man sich auf der an­deren Seite noch vollkommen aus. Nach allem aber, was gerade in den letzten Tagen an maßgeblichen britischen und amerikani­schen Stellen über den Stand der Tonnage­schlacht gesagt wurde, braucht die Weltöffent­lichkeit in diesem besonderen Falle kein wei­teres Zeugnis mehr. Selbst in England kann der letzte Mann auf der Straße seine Fol­gerungen ziehen, nachdem sich Churchill ge­weigert hat, selbst in einer geheimen Unter­haussitzung, genaue Auskunft über den Stand der Dinge zu geben oder künftige Entwicklungsmöglichkeiten anzudeuten. Der Erfolg des ersten Monats der „Dönitz-Offen- sive" hät unseren Feinden offenbar den Atem verschlagen. All ihre weitgehenden Pläne im Hinblick auf die Bekämpfung der U-Boot- gefahr stoßen sich heute entscheidend an dem Tempo der technischen und taktischen Ent­wicklung, die die Grundlage der großen An­fangserfolge der Dönitz-Offensive darstellt. „Einst bildete", so schreibt der „Carriere della>Sera" der Stapellauf eines Untersee­bootes ein Ereignis, das sich wenige Male im Jahre wiederholte. Heute geht es so und so oft im Verlaufe einer Woche vor sich. Mit anderen Worten: Deutschland kon­struiert heute U-Boote in dem gleichen Rhythmus, in dem andere Länder — und nicht die kleinsten — Panzerwagen bauen." Die bauen wir natürlich auch, und sicher nicht langsamer und schlechter als die Gegner.

, Die Folgerung, die die italienische Zeitung zieht, daß man nämlich ein langes und" be-

am Fuß gewinnen könne, kann auch auf der Gegenseite nicht bestritten werden. Ueber- geordnet und entscheidend bleibt die Aus­wirkung auf alle operativen Spekulationen der Briten und Amerikaner. Ueber den in­zwischen schon viele Monate alt gewordenen Plänen von Casablanca, so stöhnt der „Daily Expreß", stehe heute „ein schwarzes Frage­zeichen", und dieses Fragezeichen wprde durch die UEootgefahr symbolisiert. Solange sie nicht gebannt sei, werde das Fragezeichen nicht verschwinden. Sobald man aber drüben einen Verantwortlichen und' Wissenden da­nach fragt, ob er irgend eine Hoffnung auf wirksame Bekämpfung der U-Boote machen könne, hüllt er sich in Schweigen.

Soweit es sich nicht um unsere westlichen Gegner in der Gesamtheit, sondern nur um die Briten im besonderen handelt, gehen die Sorgen im Zusammenhang mit der Ton­nageschlacht noch erheblich über den strate­gischen Rahmen hinaus. Für England han­delt es sich nicht nur um die entscheidende Belastung aller Kriegspläne, sondern auch darum, welche wirtschaftlichen Machtverschie­bungen sich als- Folge der katastrophalen Schiffsverluste ergeben müssen. Die Versen­kungen entfielen bisher zum größeren Teile auf das Konto der britischen Handelston­nage, während die Pankees für sich den Er­folg des Neubauprogramms in Anspruch nehmen. 2n einem offiziösen Kommentar der Associated Preß, in dem übrigens die Ziffer des Neubauprogramms für 1943 noch ein­mal ganz wesentlich, nämlich auf 16 Mil­lionen Eewichtstonnen oder 11 Millionen Bruttoregistertonnen, vermindert erscheint, wird darauf hingewiesen, daß noch vor dem Ende des Jahres 1943 zum erstenmal in der Geschichte die amerikanische Handelsflotte größer sein könne als die britische. In den maßgeblichen englischen Wirtschaftskreisen

schwerliches Rennen nicht »1«»» ? vird «an diese Ankündigung wie einen

furchtbaren Alpdruck empfinden. Der frühere I für den aussichtslosen Fall, daß England kanadische Ministerpräsident Lord Bennett, Schlepptau des Bolschewismus und oes Z

der heute wieder im Mutterlande lebt, hat die Erkenntnis offen ausgesprochen, daß sich England heute „in der Krise seines Schick­sals" befindet. Wie sich nun einmal die wirtschaftliche Struktur Großbritanniens und des Empire entwickelt hat, ist heute das Mutterland auf Tod-und Leben von der Aufrechterhaltung eines gewaltigen Exportes abhängig, und dieser wiederum hat die denk­bar größte Handelsflotte zur Voraussetzung. Lord Bennet geht von der Tatsache aus, daß nur das Ausfuhrgeschäft das britische Volk bisher am Leben hgt erhalten können, und daß die Zukunft Englands ausschlaggebend davon abhängt, ob die Ausfuhr im früheren Umfang erhalten werden kann. Diese Mög­lichkeit bezweifelt aber Lord Bennet.

Er weist auf das Anwachsen der englischen Schuldverpflichtungen auf rund 20 Milliar­den Pfund Sterling und auf die Tatsache hin, daß die englische Währung der Deckung entbehre. Diese Schwierigkeiten zusammen mit der Tatsache, daß der britische Export durch die „Konkurrenz anderer Mächte" — gemeint sind selbstverständlich in erster Linie die USA. — völlig zerstört sei und daß die britische Ausfuhr einen noch nie gekannten Tiefstand erreicht habe, werden England nach Lord Bennet, wenn es sich überhaupt über den Krieg zu retten vermöge, „vor Nachkriegsproblcme von erstaunlicher Ver­worrenheit und Größe" stellen.

Soweit hat der Amoklauf Churchills Groß­britannien und das Empire gebracht. Man konnte, wenn man seinerzeit das Verständi­gungsangebot des Führers hätte ernst neh­men wollen, die Bürgschaft der stärksten europäischen Kontinentalmacht für die Sicher­heit des Empire haben. Heute muß England der Gefahr ins Auge sehen, daß es diesen Krieg überhaupt nicht überleben wird. Selbst

im Dol­lar-Imperialismus an militärischen Erfolgen teilhaben könnte, müßte es sich damit abfin­den, in der absoluten politischen und wirt­schaftlichen Abhängigkeit von diesen robu­steren und stärkeren Erbschleichern erdrückt zu werden.

Alles, was England in der letzten Zeit an diplomatischen Bemühungen unternommen hat, ist nur ein verzweifeltes Drehen und Winden, um einen Ausweg aus diesem gräß­lichen Dilemma zu finden. Es ist höchst be­zeichnend für die Lage, wenn heute der gleiche britische Außenminister, der auf dem Boden der Genfer Liga im Zusammenhang mit der Sanktionspolitik gegenüber Italien im Abbessinienkonflikt sein schlimmstes Fiasko erlebte, heute nach Abschluß seiner Verhand­lungen in Washington die Hoffnung aus- spricht, daß man diesem lebenden Leichnam der Liga doch noch einmal Leben einflößen und die Krankheitskeime zerstören könnte, an denen er zugrunde gegangen ist. Auf der öffentlichen Parlaments-Tribllne in Ottowa erklärte Eden jetzt: „Es gibt, wie ich zugebe, Meinungsverschiedenheiten zwischen uns, und es ist keine leichte Aufgabe, die Handlungen der Alliierten im Kriege und erst recht im Frieden aufeiitander abzustimmen." Ein sol­ches öffentliches Geständnis läßt nun doch mit Sicherheit darauf schließen, daß die bri­tischen Bemühungen, in den Verhandlungen mit Washington eine Garantie für den Fort­bestand der bisherigen Weltstellung und der Existenz des Empire zu erlangen, zunächst einmal im Sande verlaufen sind. Nur so ist es zu begreifen, wenn Eden noch einmal seine Zuflucht zum Experiment an einem P?tre- fakten, zur Wiederbelebung der Genfer Liga, nehmen möchte. Es hängt wirklich mehr als ein schwarzes Fragezeichen über England und seiner Zukunft.

Welt bewiesen, daß ihre Rüstung der ameri­kanischen und englischen bei weitem über­legen ist.

Bei dem Eisenerzvorkommen ist das Ver­hältnis zwischen Japan und Amerika etwa 1:10, auf den Schlachtfeldern aber 10:1. Ge­rade die Eisenfraae beweist, daß auch im Kriege nicht die Quantität entscheidet, son­dern die Qualität. Den Amerikanern sind solche Vorstellungen natürlich fremd. Sie sind gewöhnt, in Zahlen zu denken und be­geistern sich an ihrem eigenen Zahlanrummel so, daß sie ihre Eisenerzlager schon als ge­wonnene Schlachten bewerten. Sie begreifen nicht, daß vom Roheisen bis zur hochwer­tigen Waffe ein weiter Weg zurückzulegen ist und verstehen noch viel weniger, daß im Einsatz der Waffe ein Höchstwert entscheidet, der zahlenmäßig überhaupt nicht zu'errech­nen ist: der Mensch. ^

Was nun das Verhältnis zwischen Deutschland und den USA. angeht, ist die Landung amerikanischer Truppen in Nord­afrika in unseren Augen kein Sieg, denn sie erfolgte im Einvernehmen mit verräteri­schen französischen Generalen und brach allen-

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falls örtlich geringen französischen Wider­stand. Einen Sieg über deutsche Truppen können die Amerikaner bisher nicht verzeich­nen. Wir erwarten ihn auch jetzt ebenso wenig wie er im ersten Weltkrieg erreicht wurde, wo die Amerikaner an keiner Stelle der Westfront ehren entscheidenden Durch­bruch erzielen konnten. Wir glauben nicht, daß die Amerikaner mit der rungen natio­nalsozialistischen Wehrmacht bessere Ersah- rungen machen werden. Im ersten Weltkrieg erwiesen sich die Amerikaner, obwohl sie frisch, ausgeruht und glänzend ernährt un­seren abgekämpften und ausgebluteten Di- vision.en gegenühertraten, keineswegs als die besseren Soldaten. Sie waren aber besser be­waffnet und kamen mit einer erdrückenden Masse von Material.

Im Vergleich zum Jahre 1918 beträgt heute unsere jährliche Eisenerzeugung mehr als das Doppelte, die Produktion an Edel- stahl sogar das Zehnfache. Wir erzeugen so­viel Edelstahl, daß wir sogar die amerika­nische Produktion ein wenig Lbertroffen haben, obwohl den USA. mindestens die doppelte Menge an bestimmten Eisenerz zur Verfügung steht.

Besser kann kaum bewiesen werden, daß die innere Organisation der deutschen Rüstungs­wirtschaft der amerikanischen turmhoch über­legen ist. Bei uns wird durch die Verord­nungen des Reichsministeers für Bewaffnung und Munition jode Tonne Stahl planungs- mäßig erfaßt und ausschließlich der Rüstung zur Verfügung gestellt. Es ist dafür Sorge getragen, daß nur der Sieg als berechtigter Verwendungszweck gilt. In den USA. fließt noch eine Menge Stahl in nichtkriegswichtige Produktionen. Man kann eben eine Wirt­schaft, in der das Eeschäftemachen von jeher über den völkischen Interessen stand, nicht von heute auf morgen einem staatlichen Zweck dienstbar machen. Man kann in einem kapi­talistischen Wirtschaftssystem weder genau so schnell Produktionsverbesserungen durchsetzen wie bei uns, noch durch eine vernünftige Preis- und Lohnpolitik die Erzeugung stei­gern.

Im ersten Weltkrieg waren wir der ameri­kanischen Rüstung unterlegen, weil damals in unserer Kriegswirtschaft die Juden Ra- thenau und Genossen das Geschäft über den Sieg stellten und ihren liberalistischen Wirt­schaftswirrwarr bis in die Niederlage hinein retteten. Diesmal aber wird durch eine ver­nünftige zentrale Planung, die bei Reichs- munster Speer liegt, dre Ueberlegenheit Deutschlands garantiert, das beweist am besten unsere Mehrproduktion an Edelstahl.

Damit aber niemand glaube wir feien nur qualitativ überlegen, und'könnten in der mengenmäßigen Produktion überhaupt nicht mitreden, sei noch ein einziges Beispiel genannt, das auch in dieser Hinsicht auf- jchlugreich ist. Die Erzeugung von Muni- nonsstahl allein für unser Heer betrug im