Ausgabe 
(20.6.1942) Nr. 167
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larteiamtliche Tageszeitung

d-^is Amtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zreien Hansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblott des Neichsstatchaiters in Oldenburg und vremen

A'°'

, 12. Jahrgang

Sonnabend, 20. Juni 1942

Linzeipreis 13 Npf.

in deutscher stand

knischeidender durchstoß unserer Iruppen durch das sestungsgelönde bis ;ur Sewernaja-Vucht

Li«Lest«tee Voik«

^ lobruk eingeschlossen

1 8/'A us dem Führerhauptquartier, 19. Juni.

Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Der ^-". ""igriff auf Sewastopol führte am gestrigen Tage ^."^entscheidenden Erfolgen. Die im Nordabschnitt der illiM festigungsfront eingesetzten deutschen Jnfanterie- istonen durchstießen die durch starken Artillerie- und vAegereinsatz niedergehaltenen letzten Verteidigungs- ^ ^-ien des Gegners und erreichten in breiter Front die wernaja-Bucht gegenüber der Stadt Sewastopol. Da-

7^t fiel nach zwölstiigigen harten Kämpfen der gesamte Erdteil der Festung bis auf ein Küstenfort im Süd- schnitt in unsere Hand. Die Einnahme dieses letzten . tützpunktes steht bevor. Verzweifelte Gegenangriffe der "Sowjets brachen zusammen. Im Südteil der Festungs- » ,,ont warfen rumänische Truppen den Feind nach har- u ^n Kämpfen aus wichtigen Stellungen. Die Zahl an efangenen und Beute in der Zeit vom 7. bis 17. Juni ^,Ät sich auf 7585 Gefangene, 20 Panzer, 88 Geschütze und ^ne Panzerbatterie erhöht. In schweren Einzelkämpsen "'«Hürden 1288 Erd- und Betonbunker genommen und '">^8 239 Minen ausgebaut. An der übrigen Ostfront Mhreitet die Säuberung des rückwärtigen Gebietes fort. ^Mehrere örtliche Angriffe der Sowjets wurden abge- chlagen. An der Eismeerküste wurden die Hafenaniagen > dttion Murmansk und I 0 k 0 nga mit Bomben schwe­ll k!en Kalibers bekämpft und dabei ein Handplsschiss von MlÄOÜÜ BRT. versenkt. Ein weiteres grosses Frachtschiff r.Vyurde beschädigt. — In Nordafrika wurde der Gegner weiter nach Osten geworfen. Deutsche und italienische / Lruppen habe?» die Festung Tobruk ringe-. ' ch lassen. Bei der Vernichtung zahlreicher Wider- »W andsnester wurden weitere 1990 Briten gefangen- enommen, 19 Panzer abgeschossen und zahlreiches k'^ckÄtriegsgerät sowie ein großes Bersorgungslager er- .Meutet. — An der SLdlüste Englands warfen leichte »otampsflugzeuge bei Tage Lagerhäuser des Hafens lrirham in Brand. Im westdeutschen Küstengebiet »Verursachte ein Tagesangrisf eines einzelnen britischen MZombers leichte Verluste unter der Zivilbevölkerung.

I »;>!!- Bor Sewastopol hat sich das Bataillon einer nie- M ersächsischen Infanteriedivision unter Führung «»! fts» Ritterkreuzträgers Hauptmann Schrader, her in

- fliesen Kämpfen gefallen ist, durch besondere Tapferkeit

II Ausgezeichnet. Hauptmann Seiler» Gruppenkomman- r iWeur in einem Jagdgeschwader, hat an der Ostfront in

dk, scher Nacht drei sowjetische Transportflugzeuge und ein agdflugzeug abgeschossen." ^

Nachdem am 16. Iun-i sin starkes Wüstenfort südlich , l Adem eingeschlossen war, und in der Nacht zum MV7, Juni ein Ausbruchsversuch der dort eingekesselten . Kindlichen Verbände unter hohen blutigen Verlusten für 7 ,-.en Gegner abgewiesen wurde, wurde in den Morgen- " funden des 17. Juni dieser Hauptstützpunkt des Feindes ^ . on deutschen Truppen genommen. Im Laufe. des !".?'8. Juni wurden weitere britische Stützpunkte einge­schlossen. Bei der Bereinigung des Kampfgebietes von A^lcroma wurden mehrere feindliche Stellungen erobert " nd die Röste der eingeschlossenen Briten auf Tobruk ^ ^irückgeworfen. Gleichzeitig schlugen Teile des deutschen sfriknkorps und einer italienischen Panzerdivision den ei-pid in seinen Stellungen im Raum von Sidi Rezegh nd setzten ihren Vorstoß nach Osten weiter fort. Im ilMpge dieses Angriffs trafen die Achsentruppen auf eine a breiter Front eingesetzte feindliche Panzerdivision, die ach heftigem Kampf in Richtung Bardia zurückgeworfen M'mrde.

. M?'Die Luftwaffe bekämpfte am 18. Juni britische Kräft­en ^chrzeugansammlungen im Raum von Bir El Gobi,

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Vier britische ZSger abgeschossen

-Ml Berlin, 19. Juni. Wie das Oberkommando der ,.e«Mehrmacht mitteilt, versuchte in den Vormittagsstunden Freitag ein Verband britischer Jäger vom Muster

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.„Mpitfire in das holländische Küstengebiet einzusliegen. ofgestiegene F 0 cke - Wul f-Jagdflugzeuge schössen trotz «mgünstiger Sicht vier britische Jäger aus dem feind­lichen Verband heraus, der nach drefen Verlusten in „^ östlicher Richtung abdrehte.

einem Knotenpunkt wichtiger Wllstenstraßen etwa 65 Kilometer südwestlich Tobruk. In den frühen Morgen­stunden entdeckten deutsche Zerstörerflugzeuge größere britische Kraftfahrzougkolonnen, die im Schutze zahl­reicher Panzerspähwagen das offene Wüstengelände durchführen. Die in westlicher Richtung fahrenden Ko­

lonnen wurden in wiederholten Angriffen mit Bomben und Feuer der Bordwaffen bekämpft. Vergeblich ver­suchten sie, durch Ausschwärmen in das Wüstengelände dem deutschen Angriff zu entgehen. Fünf britische Pan­zerspähwagen wurden vernichtet und zehn mit Kriegs­material beladene Fahrzeuge in Brand geschossen.

Hafen im direkten vefchuß

Me großen krsolge der deutschen und rumänischen Iruppen vor Sewastopol

Berlin, 19. Juni. Wie das Oberkommando der Wehrmacht mitteilt, führte am Donnerstag der An­griff der deutschen und rumänischen Truppen gegen die Befestigungsanlagen von Sewastopol nach Niederringen erbitterten feindlichen Widerstandes zu großen Erfolgen. Während im Nordteil des Festungsfyftems eine Kampf­gruppe das Südufer des Belbek-Flnsses säuberte, durch­stießen andere Truppen die Ortschaft Bartenjewka und nahmen mehrere weitere Besestigungswerke sowie stark ausgebaute Höhen, feindliche Kräfte wurden in einem großen Kampswerk eingeschlossen, wo noch in den letzten übrig gebliebenen Panzerkuppeln ein ebenso verzweifel­ter und nutzloser Widerstand geleistet wird.

Zu gleicher Zeit erreichten andere Angriffs-Truppen im unaufhaltsamen Vorwärtsstürmen, wobei das Ab­wehrfeuer der letzten Befestigungswerke durch deutsches Artilleriefeuer und Fliegerbomben niedergehalten wurde, das Nordufer der Seweriraja-Bucht in breiter Front. Diese Bucht bildet den natürlichen Hafen Sewastopols. Der deutsche Vorstoß hat damit Stellungen erreicht, von wo aus das Hafengelände von Sewastopol und die Stadt selbst in direktem Beschüß beherrscht werden. Ver­geblich versuchte der Feind, durch Gegenstöße die vor­dringenden deutschen Truppen aufzuhalten, Infanterie, von Sturmgeschützen unterstützt, schlug den Gegenangriff ab und warf in sofortigem Nachstoßen den Feind zurück. Damit fiel nach 12stündigem harten Kampf, bei dem der Feind sehr hohe Verluste hatte, der gesamte Nord- teil der Festung bis auf ein Küstenfort im Südwestab­schnitt in deutsche Hand. Auch am südlichen Angriffs­flügel sind die deutschen und rumänischen Truppen trotz zähem feindlichen Widerstand und stark verminten Ge­ländes nach Niederkämpfung der feindlichen Artillerie weiter im Vordringen. Im Morgengrauen des Freitags

nahmen deutsche Truppen in kühnem Zugriff eine be­herrschende Höhe in Besitz und drangen weiter in das feindliche Verteidigungssystem ein.

Der erfolgreiche Vorstoß bis zur Sewernaja-Vucht stellt eine außer ordentliche Leistung der angr«if-enL»en dent- schon Infanterie, Pioniere und Sturmgeschütz-Batterien dar. Mehr noch als die gemeldeten Gefangenen- und Voutezahlen sind es die Angaben des Freitag-Berichtes des Oberkommandos der Wehrmacht, daß 1288 Erd- Betonbunker genommen und über 46 000 Minen aus­gebaut wurden, aus denen die Schwere der Kämpfe in diesem Festungsgebiet und die große Leistung der deutschen Truppen erkennbar ist. Die Luftwaffe unter­stützte die Truppen des Heeres beim Kampf um Se­wastopol, durch rollende Einsätze von Kampf- und Sturz­kampfflugzeugen Bomben schweren und schwersten Ka­libers hielten das Feuer flankierender Festungswerke und Batterien nieder, so dag der Angriff der Infanterie und Pioniere zum Erfolg geführt werden konnte. Zahl­reiche Volltreffer zerstörtem Panzerwerke, im 'Felsen eingebaute Geschütze und Munitionsdepots. Besonders der südliche Teil der Sewernaja-Bucht war heftigen An­griffen deutscher SturzkampffluMvuge-ausgesetzt wo die- Hafenanlagen von Sewastopol schwere Beschädigungen erlitten. Die Bolschewisten hatten, dort einen Leucht­turm zu einem Beobachtungsstand ausgebaut, von wo aus das Feuer der feindlichen Batterien gelenkt wurde. Sturzkampfflugzeuge vernichteten den Leuchtturm durch mehrere Volltreffer, so daß die bolschewistischen Küsten­batterien, ihrer Beobachtung beraubt, ihr Feuer ein­stellten. Im Stadtgebiet von Sewastopol wurden Bahn- hofsanlwgen und Kasernen von zahlreichen Spreng- und Brandbomben getroffen. Deutsche Jäger beherrschten den Luftraum über dem Kampfgebiet und schössen in Luftkämpfen sechs feindliche Flugzeuge ab.

Schwerter zum kichenlaub für Jagdflieger

Vberleutnant ßans-Zoachim Marseille s beispielßaste krsolge

Berlin, 19. Juni. Der Führer hat dem Oberleut­nant Marseille, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwa­der, die Schwerter zum Eichenlaub des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes verliehen und ihm folgendes Schreiben übermittelt: „Im Ansehen Ihres immer be­währten Heldentums verleihe ich Ihnen anläßlich Ihres 191. Luftsieges als 12. Offizier der deutschen Wehrmacht

das Eichenlaub mit Schwer- .

lern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

gez.: Adolf Hitler."

Oberleutn. Hans-Joachim Marseille hat sich in kurzer Zeit an die Spitze der er­folgreichsten Jagdflieger der deutschen Luftwaffe gesetzt.

Der in Berlin geborene 22- jährige Offizier errang seine beispielhaften Erfolge aus­schließlich im Kampfe mit britischen Gegnern Nach seinem Einsatz als Jagd­flieger gegen England, bei dem er über dem Kanal in den ersten acht Wochen-sie­ben Spitfire abschoß, be­gann sein Aufstieg an der

G

nordafrikanischen Front. Oberleutnant Marseille, der im September vorigen Jahres während eines Angriffes auf Tobruk innerhalb drei Minuten vier Lurtiß-Jiiger zum Absturz brachte, wurde bald der gefährlichste deut­sche Jagdflieger in Nordafrika. An der Spitze seiner Staffel fliegend, begann Oberleutnant Marseille im Mai dieses Jahres die Serie seiner großen Erfolge. Am 7. Juni wurde ihm als 97. Soldaten der deutschen Wehrmacht nach seinem 75. Luftsieg das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes vom Führer ver­liehen. Von nun an verging kaum ein Tag, an dem Oberleutnant Marseille. nicht mehrere feindliche Flug­zeuge vernichtete. Am 10.—Juni schost er beim Kampf üm Bir Hacheim vier Eurtiß-Jäger aus einem starken britischen Jagdverband heraus. Als er am 13. Juni nach heftigen Luftkämpfen zu seinem Feldflugplatz zu­rückkehrte, hatte er weitere vier britische Jäger be­zwungen und seinen 84. bis 87. Luftsieg errungen Zwei Tage später schoß er nach kühnen und unentwegten An­griffen seinen 88. bis 91. Gegner über der Marmarica ab. Innerhalb der nächsten 48 Stunden folgten die beiden größten Tage seiner bisherigen.fliegerischen Lauf­bahn. Am Abend des 17. Juni waren weitere zehn britische Jagdflugzeuge eine Beute des Eichenlaub­trägers Marseille geworden. Der 101. Luftsieg war er­rungen und in 14 Tagen vom 3. bis 17. Juni 21 briti­sche Jäger besiegt.

Zwei Vankrotteure und Maullzelden treffen sich

tliurchM in Washington / Erneuter Bittgang aus kataflrophenangst

Drahtbericht unserer Berlürer Schristleitung

Lr. rv. sed. Berlin, 19. Juni. Wie aus Washing- AAn gemeldet wird, ist Churchill überraschend in Amerika Eingetroffen, um sich mit Roosevelt über die durch den ,/onnagemangel und die jüngsten militärischen Ereig- 'E Aisse hervorgerufene Lage zw besprechen. Wie es heißt, "Laven die Besprechungen zwischen Churchill und Roose- Affelt sofort begonnen.

In der Begleitung Churchills' befinden sich General vir Alan Brooke, Generalmajor Sir Hastings Jsmay, Srigadegeneral E. M. Stewart, Sir Charles Wilfon, »er Sekretär John Martin und Fregattenkapitän Thompson.

Die politischen Reklamehel'fer Churchills haben offen- ' -bar selbst den Eindruck, Laß die Tatsache des zweiten Besuches Churchills in Washington innerhalb sieben ^Monaten in England und in der Weltöffentlichkeit ^richtig gedeutet werden könnte, nämlich als ein Ver- -l zweiflungsschritt angesichts der katastrophalen Entwick- Mnng für England und seine Verbündeten. Darum will der diplomatische Korrespondent von Reuter den neuen ' ' Bittgang Churchills zu Roosevelt als einen „strikt ge­schäftlichen Besuch" hinstellen, in dessen Verlauf keine 'eit für Rundfunkreden, für Teilnahme an Kundgebun- -n oder sonst für ein Auftreten in der Oeffentlichkeit » wskds. Den größten Teil seiner Zeit» so erzählt

l'/.

8

Reuter, wird Churchill hinter verschlossenen Türen in Beratung mit Roosevelt über dringende Kriegsfragen verbringen.

Was die beiden sich hinter verschlossenen Türen er­zählen werden, das dürfte sicher nicht zur Veröffent­lichung in den Vereinigten Staaten und in England selbst geeignet sein. Das Programm der Verhandlungen soll sich nach den vorliegenden Nachrichten auf die Er­richtung einer zweiten Front, auf die Tonnagenot, auf die Strategie im Nahen und Fernen Osten und schließ­lich auf die amerikanischen L.ieferungen nach England, nach der Sowjetunion und,nach Tschungking erstrecken. Jeder dieser vier Program'mpunkte deutet bereits ein­getretene Katastrophen für unsere Gegner an. Was die zweite Front betrifft, so haben gerade in diesen Tagen englische Zeitungen selbst festgestellt, daß nach den schwe­ren Rückschlägen in Afrika und im Mittelmeer nicht an ihre Errichtung zu denken sei. Der Tonnagemangel ist allmählich zum Kernproblem der gegnerischen Krieg­führung geworden. Die von uns gemeldeten Erfolge der Luft- und Seestreitkräfte im Kampf gegen den feindlichen Versorgungsschiffsraum haben bereits in wenig mehr als der ersten Hälfte des Monats Juni eine halbe Million BRT. erheblich überschritten, und nach den Enthüllungen aus der Geheimsitzung des Unter­hauses weiß die ganze Welt, daß die tatsächlichen Ver­luste unserer Gegner noch über den von deutscher Seite

gemeldeten Ersolgsziffern liegen. Auch darüber besteht Klarheit, daß trotz aller Anstrengungen und Vemühun- gen der Neubau von Schiffen mit den Versenkungen nicht annähernd Schritt halten kann. Zur Strategie im Nahen und Fernen Osten kann Churchill Roosevelt nur die betrübliche Nachricht bringen, daß die britischen Truppen in Afrika aufgespalten sind und sich auf der Flucht befinden. Und umgekehrt wird Roosevelt seinem Gast ins Ohr flüstern müssen, daß er die „Siege" im Korallenmeer und bei den Midway-Jnseln nur er­funden habe und daß ernsthaft nicht mehr daran ge­dacht werden kann, im Gegenangriff den Japanern wie­der die Machtpositionen zu entreißen, die sie sich nach restloser Vertreibung der Amerikaner und der Briten aus dem großasiatischen Raum geschaffen haben. Zuletzt die amerikanischen Lieferungen nach dem Pacht- und Leihsystem: die Amerikaner haben den Bau von Rie­senschlachtschiffen einstellen müssen, weil es ihnen an Rohstoffen und Arbeitskräften fehlt. Die Wege nach der Sowjetunion, über das Eismeer und durch Iran reichen nicht annähernd aus. Und Tschungking ist jetzt vollkommen von der Außenwelt abgeschlossen. So wer­den sich Churchill und Roosevelt schließlich bei ihrer neuerlichen Zusammenkunft gestehen müssen, daß die vier Programmpunkte sür ihre Besprechungen absolut unüberwindliche Nöte darstellen, die die gemeinsame Niederlage unvermeidlich machen.

Von

Qus.tav Usrber

Seit einigen Monaten ist der Dollar nicht mehr gleich Dollar: Der sogenannte Finanzdollar hat in neutralen und kriegführenden Staaten gegenüber dem Warendollar eine bedeutende Werteinbuße erlitten. Die Unterschei­dung zwischen Warendollar und Finanzdollar ist eine Frucht des Kriegseintritts der USA. In der Schweiz hat sie seit einigen Monaten wachsende Bedeutung; der Warendollar, also solche Schweizer Guthaben in den Vereinigten Staaten, die durch tatsächliche Warenliefe­rungen gedeckt werden können, wird nach wie vor zu seinem alten Kurs gehandelt, der Finanzdollar dagegen, der im Augenblick und wohl auch auf absehbare Zeit nicht in Warenlieferungen verwandelt werden kann, hat nur noch die Hälfte seines Nominalwertes.

Man hat diesen rapiden Kursverlust des USA.» Dollars in der Schweiz zunächst den Blockademaßnahmen zugeschrieben, die ja auch gegenüber der Schweiz äußerst rigoros gehandhabt werden. Diese verhindern gegen­wärtig die tmportmäßige Verwertung , eines großen Teiles der Schweizer Dollarbestände, eben des Finanz­dollars. Eine fünfzigprozentige Unterbewertung der USA.-Währung stellt jedoch auch unter den gegenwär­tigen Kriegsverhältnissen angesichts der ungeheuren Goldbestände der USA. ein völliges Novum dar, das in seinem jetzigen Ausmaß nicht mehr allein mit wirtschaft­lichen Tatbestände^ erklärbar ist.

" Allein schon die Tatsache, daß der Kursverlust des Finanzdollars in der Schweiz erst nach dem Eintritt der USA. in den Krieg in einem solchen Ausmaß entstanden ist, zeigt, daß in erster Linie nicht die Blockade dafür verantwortlich ist, sondern tieferliegende Gründe. Neuere Entwicklungen zwischen den Vereinigten Staaten und Südamerika legen diese Gründe in größerer Deutlichkeit dar. Das amerikanische Schatzamt war kürzlich gezwun­gen, die Wiedereinfuhr von Dollarbeträgen, die bei Kriegsausbruch nach Südamerika geflüchtet waren, zu verbieten. Die brasilianischen und argentinischen Staats­banken mußten daraufhin Dollarsonderkontos für die­jenigen Besitzer ns.-amerikanischer Banknoten einrichten, welche diese Noten nachweisbar im Geschäftsverkehr mit USA. erworben chaben. Damit hat die Unterscheidung zwischen Waren- und Finanz- oder Fluchtdollar auf den amerikanischen Kontinent selbst übergegriffen. Der Dollar hat aufgehört, eine frei verwendbare Währung zu sein, und es entstand die groteske Erscheinung, daß, wie die Berliner Handelsgesellschaft in einer Unter­suchung darlegt, di-e Vereinigten Staaten der freien Ver­wendung des Dollars eben in jenem Augenblick Schranken auferlegen mußten, als sie Dollars ausgeben wollten, um ihre Macht auf dem südamerikanischen Kon­tinent zu erweitern und zu befestigen. Hier zeigt sich nun sehr deutlich, daß die Abwertung des Finanzdoüars, die in der Schweiz schon seit längerer Zeit zu beobachten war, keineswegs nur der Blockade zu verdanken ist, da sie ja nun selbst auf diese Länder übergreift, mit denen die USA. ihren Warenverkehr erweitern wollen.

Gerade am Warenverkehr, d. h. an der Exportfähigkeit der Vereinigten Staaten, scheitert aber der natürliche Ausgleich. Die seit Kriegsausbruch stark gewachsenen Dollarbestände in den südamerikanischen Staaten finden keinen Gegenwert in USA.-Lieserungen mehr. Die ver­stärkten Kriegsanstrengungen der USA. erlauben diesen nicht, ihren Export aufrechtzuerhalten; das Ueber- angebot von USA -Dollars ist also nicht mehr verwert­bar. Auch der Rückkauf von Dollars gegen Gold ent- ßpricht keineswegs den gegenwärtigen Notwendigkeiten; denn es erweist sich immer mehr, daß Gold nichts anderes als ein Tauschmetall ist, das in dem Augenblick seinen Wert verliert, wo es nicht mehr gegen Güter und Waren eingetauscht werden kann. Es zeigt sich, daß die am reichsten mit Gold gedeckte Währung der Welt ihren Kurs nicht aufrechterhalten kann, weil die Export- kraft der JnÄustvie dem ausländischen Dollarumlauf nicht mehr gerecht wird. Der Eoldschleier hat aufgehört, die wahren' Stärkeverhältnisse in der Weltwirtschaft zu verdecken; der äußere Wert der Währung nähert sich ihrem inneren Wert, dieser aber hängt von der Kraft der dazugehörigen Volkswirtschaft ab.

So werden auch die Kredite der USA. an Südamerika des Odiums der Wundertätiakeit entkleidet, das sie seit Jahrzehnten so begehrt machte. Sie sind nur noch iuso-

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Der gesamte Nordteil Sewastopols ist in deutscher Haüd; in breiter Front erreichten die deutschen Truppen die Sewernaja-Bucht.

Tobruk wurde von deutschen und italienischen Trup­pen eingeschlossen.

Ein italienisches Schnellboot versenkte ein sowje­tisches U-Boot.

Der Führer verlieh Oberleutnant Marseille das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz.

Churchill suchte aus Katastrophenangst Roosevelt in Washington auf.

Das Auswärtige Amt veröffentlicht frühere Ee- Heim-Protokolle des Storting, aus denen Englands Brutalität gegenüber kleinen Staaten hervorgeht. Zu den neuen Hausschlachtungsbestiinmungen gibt die Landesbauernschaft Wescr-Ems ergänzende Richtlinien.

Die Fachschaft Weinkausleute führte gestern in Brs- men ihre Tagung durch.